[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Untersuchung von Dokumenten, insbesondere
Wert-, Ausweis- oder Sicherheitsdokumenten, mit mindestens einer Anregungseinrichtung
zur Anregung von Lumineszenzlicht in oder auf einem zu untersuchenden Dokument und
mindestens zwei Detektoreinheiten zur Erfassung zumindest eines Teils des von dem
Dokument emittierten Lumineszenzlichts. Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein
entsprechendes Verfahren.
[0002] Zur Erhöhung der Fälschungssicherheit werden Ausweis-, Sicherheits- oder Wertdokumente,
wie z.B. Banknoten, mit Merkmalen versehen oder mit geeigneten Sicherheitsdruckfarben
bedruckt, welche lumineszierende Substanzen enthalten. Dies sind Substanzen, die z.B.
durch Licht, elektrische Felder, Strahlung oder Schall zur Emission von Licht angeregt
werden können. Bei der Echtheitsprüfung werden die zu überprüfenden Dokumente meist
mit Licht eines bestimmten Spektralbereichs bestrahlt und das von den lumineszierenden
Substanzen des Dokuments emittierte Lumineszenzlicht detektiert. Anhand der Intensität
und/oder spektralen Charakteristik des emittierten Lumineszenzlichts kann dann festgestellt
werden, ob das Dokument echt oder gefälscht ist.
[0003] Die Zuverlässigkeit von Aussagen über die Echtheit der geprüften Dokumente ist hierbei
im besonderen Maße von der Genauigkeit abhängig, mit welcher die spektrale Charakteristik,
d.h. die Farbe, des Lumineszenzlichts analysiert wird. Eine solche Analyse kann beispielsweise
durch Spektrometer erfolgen, welche jedoch einen relativ hohen technischen Aufwand
sowie hohe Herstellungskosten erfordern. Eine einfachere Lösung stellen daher einzelne
Detektoreinheiten, wie z.B. Photodioden oder Photomultiplier, mit unterschiedlicher
spektraler Empfindlichkeit dar. Je nach spektraler Charakteristik des Lumineszenzlichts
liefern die Detektoreinheiten unterschiedliche Detektorsignale, welche dann für die
spektrale Analyse des Lumineszenzlicht herangezogen werden können.
[0004] Vorrichtungen dieser Art haben jedoch den Nachteil, daß das von den einzelnen Detektoreinheiten
jeweils erfaßte Lumineszenzlicht aufgrund von Parallaxenfehlern im allgemeinen nicht
von exakt demselben räumlichen Teilbereich des Dokuments stammt. Hierdurch wird eine
zuverlässige Beurteilung der Farbeigenschaften des von einem Teilbereich des Dokuments
ausgehenden Lumineszenzlichts unmöglich. Dies ist insbesondere dann von Nachteil,
wenn Teilbereiche mit kleinen Ausdehnungen auf ihre Lumineszenzeigenschaften hin untersucht
werden sollen, da hier bereits geringfügige Parallaxenfehler zu besonders großen Ungenauigkeiten
bei der spektralen Analyse des Lumineszenzlichts führen können.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung sowie ein entsprechendes Verfahren
anzugeben, welche bei einfachem Aufbau eine höhere Zuverlässigkeit bei der Untersuchung
der Lumineszenzeigenschaften von Dokumenten, insbesondere Wert-, Ausweis- oder Sicherheitsdokumenten,
erlauben.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung gemäß Anspruch 1 sowie das Verfahren gemäß
Anspruch 18 gelöst.
[0007] Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, daß die Detektoreinheiten bezogen auf die
Richtung des von dem Dokument emittierten und auf die Detektoreinheiten treffenden
Lumineszenzlichts hintereinander angeordnet sind. Hierdurch trifft das Lumineszenzlicht
nacheinander auf die hintereinander angeordneten Detektoreinheiten und wird hierbei
von diesen erfaßt.
[0008] Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Detektoreinheiten wird erreicht, daß alle
direkt hintereinander angeordneten Detektoreinheiten das von einem gemeinsamen räumlichen
Teilbereich des Dokuments emittierte Lumineszenzlicht erfassen können. Etwaige Parallaxenfehler,
die bei einer seitlich versetzten Anordnung von Detektoreinheiten auftreten würden,
werden durch die erfindungsgemäße Anordnung der Detektoreinheiten hintereinander stark
reduziert. Aus den von den einzelnen Detektoreinheiten erfaßten spektralen Anteilen
des Lumineszenzlichts können dann Aussagen über die Lumineszenzeigenschaften des Dokumentes
mit hoher Zuverlässigkeit abgeleitet werden.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß mindestens
eine erste Detektoreinheit für denjenigen spektralen Teilbereich des Lumineszenzlichts
durchlässig ist, welcher mit mindestens einer hinter der ersten Detektoreinheit angeordneten
zweiten Detektoreinheit erfaßt werden soll. Von der ersten Detektoreinheit wird dann
ein erster spektraler Teilbereich des Lumineszenzlichts erfaßt, während ein zweiter
spektraler Teilbereich des Lumineszenzlichts die erste Detektoreinheit durchlaufen
kann und von der dahinter angeordneten zweiten Detektoreinheit erfaßt wird. Die erste
Detektoreinheit wirkt hierbei wie ein optisches Filter vor der dahinter liegenden
zweiten Detektoreinheit. Bei bestimmten Anwendungen kann daher meist auf zusätzliche
optische Filter verzichtet werden.
[0010] Bei den Detektoreinheiten handelt es sich vorzugsweise um Photodioden, welche schichtweise
übereinander angeordnet sind und hierbei eine sog. Sandwich-Diode bilden. Hierdurch
wird eine sehr kompakte Anordnung der Detektoreinheiten erreicht.
[0011] Prinzipiell kann es sich bei den Detektoreinheiten auch um Elemente handeln, welche
Licht mittels anderer physikalischer Detektionsprinzipien, z.B. mittels Avalanche-Effekt,
detektieren können.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die
einzelnen Detektoreinheiten auf einem gemeinsamen Bauelement, insbesondere Halbleiter-Bauelement,
integriert sind, welches mindestens zwei photoempfindliche Schichten, insbesondere
p-n-Übergänge, umfaßt, wobei jeder Schicht, insbesondere jedem p-n-Übergang, jeweils
eine Detektoreinheit entspricht. Durch den geringen Abstand zwischen den Detektoreinheiten
wird bei dieser Ausführungsform eine besonders starke Reduzierung von Parallaxenfehlern
erreicht.
[0013] Die Photodioden bzw. p-n-Übergänge besitzen vorzugsweise unterschiedliche Absorptionskanten,
wobei die Absorptionskante mindestens einer ersten Photodiode bzw. eines ersten p-n-Übergangs
bei kleineren Wellenlängen liegt als die Absorptionskante mindestens einer hinter
der ersten Photodiode angeordneten zweiten Photodiode bzw. eines hinter dem ersten
p-n-Übergang angeordneten zweiten p-n-Übergangs.
[0014] Eine besonders einfache und zuverlässige Ableitung von Aussagen über die spektralen
Eigenschaften des erfaßten Lumineszenzlichts aus den von den einzelnen Detektoreinheiten
erzeugten Detektorsignalen kann auf der Basis einer Division von zwei Detektorsignalen
und/oder der Differenz von zwei logarithmierten Detektorsignalen erfolgen.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen bevorzugten Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Fig. 2
- eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäß angeordneten Detektoreinheiten;
- Fig. 3
- a) und b) jeweils eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäß angeordneten Detektoreinheiten;
- Fig. 4
- Beispiele für spektrale Empfindlichkeiten der in Fig. 2 bzw. Fig. 3 dargestellten
Detektoreinheiten; und
- Fig. 5
- ein Schaltbild der in Fig. 3 dargestellten zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäß
angeordneten Detektoreinheiten.
[0016] Fig. 1 zeigt einen bevorzugten Aufbau der erfindungsgemäßen Vorrichtung. Ein zu untersuchendes
Dokument, im gezeigten Beispiel eine Banknote 10, wird mittels einer durch Transportrollen
40 und Transportriemen 41 angedeuteten Transporteinrichtung am Sensorsystem 7 vorbei
transportiert. Hierbei wird die Banknote 10 mit dem Anregungslicht 15 der Lichtquellen
12 bestrahlt. Bei den Lichtquellen 12 handelt es sich beispielsweise um Leuchtstoffröhren,
Glühlampen, Laser oder LEDs, welche jeweils Licht emittieren, das zur Anregung von
Lumineszenzlicht in oder auf der Banknote 10 geeignet ist. Vorzugsweise handelt es
sich bei dem Anregungslicht 15 um ultraviolettes (UV) Licht. Zur Eliminierung von
spektralen Anteilen bei höheren Wellenlängen, d.h. beispielsweise im sichtbaren oder
infraroten Spektralbereich, können entsprechende Filter (nicht dargestellt) vor den
Lichtquellen 12 angeordnet werden.
[0017] Im dargestellten Beispiel erfolgt die Anregung von Lumineszenzlicht 16 in oder auf
dem Dokument durch das Licht 15 der Lichtquellen 12. Eine entsprechende Lumineszenzerscheinung
wird daher als Photolumineszenz bezeichnet. Alternativ oder zusätzlich können auch
durch elektromagnetische oder elektrische Felder, Strahlung oder Schall andere Arten
von Lumineszenzerscheinungen, wie z.B. Elektro-, Radio- bzw. Sonolumineszenz, in oder
auf dem Dokument angeregt werden. Die Anregung erfolgt durch entsprechende Anregungseinrichtungen,
wie z.B. elektrische Kontakte oder Feldplatten, Strahlungsquellen für Kathoden-, Ionen-
oder Röntgenstrahlen, Ultraschallquellen oder Antennen.
[0018] In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß das von den
jeweiligen Lichtquellen 12 emittierte Anregungslicht 15 bei unterschiedlichen Wellenlängen
oder Wellenlängenbereichen liegt. Das bei unterschiedlichen Wellenlängen bzw. Wellenlängenbereichen
angeregte Lumineszenzlicht 16 läßt noch genauere Aussagen über die Lumineszenzeigenschaften
der Banknote 10 zu. Hierbei kann insbesondere vorgesehen sein, daß die Lichtquellen
12 die Banknote 10 entweder einzeln oder kombiniert beleuchten und das jeweils bei
einzeln bzw. kombiniert beleuchteter Banknote 10 erfaßte Lumineszenzlicht 16 ausgewertet
wird. Wird im dargestellten Beispiel der Figur 1 zunächst mit nur einer Lichtquelle
12 beleuchtet, dann detektieren die beiden Detektoreinheiten 1 und 2 ein erstes Intensitätswertepaar.
Bei anschließender Beleuchtung mit der anderen Lichtquelle 12 wird ein zweites Intensitätswertepaar
erzeugt. Bei gleichzeitiger Beleuchtung mit beiden Lichtquellen 12 wird schließlich
ein drittes Intensitätswertepaar erhalten. Durch Vergleich und/oder rechnerische Verknüpfung
der hierbei erhaltenen, i.a. unterschiedlichen, Intensitätswerte wird eine besonders
genaue Untersuchung der Lumineszenzeigenschaften der untersuchten Banknote 10 erreicht.
[0019] Je nach zeitlichem Abklingverhalten kann bei Lumineszenzlicht zwischen Phosphoreszenz-
oder Fluoreszenzlicht unterschieden werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw.
das Verfahren eignet sich zur Untersuchung von Phosphoreszenz- und Fluoreszenzlicht
gleichermaßen.
[0020] Das in oder auf der Banknote 10 angeregte Lumineszenzlicht 16 wird von der Banknote
10 emittiert und trifft auf zwei Detektoreinheiten 1 und 2, welche erfindungsgemäß
derart hintereinander angeordnet sind, daß das von der Banknote 10 ausgehende Lumineszenzlicht
16 nacheinander auf die einzelnen Detektoreinheiten 1 bzw. 2 trifft und dabei von
diesen erfaßt werden kann. Die beiden Detektoreinheiten 1 und 2 weisen jeweils unterschiedliche
spektrale Empfindlichkeiten auf, so daß jeweils ein anderer spektraler Anteil des
Lumineszenzlichts 16 erfaßt wird. Dementsprechend unterscheiden sich die von den Detektoreinheiten
1 bzw. 2 erzeugten Detektorsignale S, welche zur Auswertung und Analyse einer Auswerteeinrichtung
9 zugeführt werden.
[0021] Zwischen der Banknote 10 und den Detektoreinrichtungen 1 und 2 ist in dem dargestellten
Beispiel eine optische Einrichtung 13 vorgesehen, welche das von der Banknote 10 emittierte
Lumineszenzlicht 16 auf die Detektoreinheiten 1 und 2 lenkt, insbesondere fokussiert.
Vorzugsweise handelt es sich hierbei um eine abbildende Optik, welche einen Teilbereich
11 der Banknote 10 auf die Detektoreinheiten 1 und 2 abbildet. Vorzugsweise werden
hierzu selbstfokusierende Linsen, sog. Selfoc-Linsen, eingesetzt. Bei selbstfokusierenden
Linsen handelt es sich um zylinderförmige optische Elemente aus einem Material, welches
einen von der optischen Achse des Zylinders zu dessen Mantel hin abnehmenden Brechungsindex
aufweist. Durch Verwendung von Selfoc-Linsen wird eine vom Abstand zwischen der Banknote
10 und den Detektoreinheiten 1 und 2 unabhängige und justierfreie 1:1-Abbildung des
zu untersuchenden Teilbereiches 11 der Banknote 10 auf die Detektoreinheiten 1 und
2 erreicht.
[0022] Vor den Detektoreinheiten 1 und 2 ist in diesem Beispiel ein Filter 14 angeordnet,
welches für diejenigen spektralen Teilbereiche des Lumineszenzlichts 16 durchlässig
ist, welche mit den Detektionseinheiten 1 und 2 erfaßt werden sollen.
[0023] In Fig. 2 ist eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäß angeordneten Detektoreinheiten
dargestellt. Die einzelnen Detektoreinheiten sind als Photodioden 1 bzw. 2 ausgebildet
und bezogen auf die Richtung des von dem Dokument emittierten Lumineszenzlichts 16
hintereinander angeordnet. Die einzelnen Photodioden 1 und 2 weisen jeweils einen
p-n-Übergang 3/4 bzw. 5/6 zwischen jeweils einer p-dotierten 3 bzw. 5 und einer n-dotierten
4 bzw. 6 Halbleiterschicht auf. Das Dotierungsprofil ist hierbei stark vereinfacht
dargestellt und gibt i.a. nicht die tatsächlichen Größenverhältnisse der Schichtdicken
wieder. Zwischen den Photodioden 1 und 2 sind Abstandshalter 8 vorgesehen, um elektrische
Kurzschlüsse zu vermeiden. Um etwaige Parallaxenfehler möglichst gering zu halten,
sollte die Höhe der Abstandshalter 8 nicht zu groß gewählt werden und etwa in der
Größenordnung der Höhe der Photodioden 1 bzw. 2 liegen. Optional kann, ebenfalls mit
entsprechenden Abstandshaltern 8 beabstandet, vor der Photodiode 1 ein Filter 14 angeordnet
sein. Darüber hinaus ist es auch möglich, ein entsprechendes Filter (nicht dargestellt)
zwischen den einzelnen Photodioden 1 bzw. 2 vorzusehen. Mit den elektrischen Anschlüssen
17 werden Spannungen zwischen den unterschiedlich dotierten Halbleiterschichten 3/4
bzw. 5/6 abgegriffen und als Detektorsignale S an eine Auswerteeinheit (nicht dargestellt)
weitergeleitet.
[0024] In den Figuren 3a und 3b ist jeweils eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Anordnung dargestellt. Figur 3a zeigt ein Bauelement 20, auf welchem die Detektoreinheiten
1 und 2 gemeinsam integriert sind, wobei das Bauelement 20 zwei p-n-Übergänge 22/21
bzw. 23/21 aufweist, welche jeweils einer Detektoreinheit 1 bzw. 2 entsprechen. Die
n-dotierte Halbleiterschicht 21 bildet hierbei das Substrat, auf welchem die beiden
p-n-Übergänge 22/21 bzw. 23/21 schichtartig aufgebracht sind. Das Dotierungsprofil
ist hierbei ebenfalls stark vereinfacht dargestellt und gibt i.a. nicht die tatsächlichen
Größenverhältnisse der Schichtdicken wieder. Analog zu dem in Figur 2 dargestellten
Beispiel werden auch hier Spannungen mit geeigneten Anschlüssen 17 abgegriffen und
als Detektorsignale S an eine Auswerteeinheit (nicht dargestellt) weitergeleitet.
[0025] Figur 3b zeigt eine Variante der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung.
Das dargestellte Bauelement 30 umfaßt zwei schichtartig ausgebildete p-n-Übergänge
32/33 bzw. 34/33, welche auf einem gemeinsamen Substrat 31 aufgebracht sind. Das Substrat
31 selbst kann ein Halbleiter- oder Keramik-Substrat sein. Hinsichtlich der Funktionsweise
dieser Ausführungsform gelten die Erläuterungen zu Figur 3a analog.
[0026] Die in den Figuren 2, 3a und 3b dargestellten Detektoreinheiten 1 und 2 sind so gewählt,
daß die erste Detektoreinheit 1 für denjenigen spektralen Teilbereich des Lumineszenzlichts
16 durchlässig ist, welcher mit der hinter der ersten Detektoreinheit 1 angeordneten
zweiten Detektoreinheit 2 erfaßt werden soll. Die insbesondere als Photodioden bzw.
p-n-Übergänge ausgebildeten Detektoreinheiten 1 und 2 weisen hierbei unterschiedliche
Absorptionskanten auf, wobei die Absorptionskante der ersten Photodiode 1 bzw. des
ersten p-n-Übergangs 3/4, 32/33 bzw. 22/21 bei kleineren Wellenlängen liegt als die
zweite Absorptionskante der hinter der ersten Photodiode 1 bzw. dem ersten p-n-Übergang
3/4, 32/33 bzw. 22/21 angeordneten zweiten Photodiode 2 bzw. zweiten p-n-Übergangs
5/6,34/33 bzw. 23/21.
[0027] In der in Figur 2 dargestellten sandwich-artigen Anordnung der einzelnen Detektoreinheiten
1 und 2 übereinander werden die jeweiligen p-n-Übergänge 3/4 bzw. 5/6 bevorzugterweise
auf unterschiedlichen Halbleitermaterialien realisiert. So wird beispielsweise für
die erste Detektoreinheit 1 eine Photodiode auf der Basis von Silicium (Si) und für
die zweite Detektoreinheit 2 eine Photodiode auf der Basis von Germanium (Ge) eingesetzt.
Wellenlängen unterhalb von etwa einem Mikrometer können dann von der Photodiode 1
auf der Basis von Silicium nachgewiesen werden, während Wellenlängen oberhalb von
etwa einem Mikrometer diese Photodiode 1 durchdringen und von der dahinter angeordneten
Photodiode 2 auf der Basis von Germanium nachgewiesen werden können. In analoger Weise
können Photodioden auf der Basis von Silicium und Indium-Gallium-Arsenid (InGaAs)
oder Silicium und Bleisulfid (PbS) kombiniert werden, um das Lumineszenzlicht 16 in
zwei unterschiedlichen spektralen Teilbereichen zu detektieren. Darüber hinaus ist
selbstverständlich auch die Kombination von mehreren entsprechenden Photodioden möglich,
z. B. aus Silicium, Indium-Gallium-Arsenid und Bleisulfid.
[0028] Bei den in den Figuren 3a und 3b dargestellten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen
Anordnung wird die unterschiedliche Durchlässigkeit bzw. Empfindlichkeit der Detektoreinheiten
1 und 2 durch die Auswahl geeigneter Halbleitermaterialien und/oder eine entsprechende
Dotierung des jeweiligen Materials erreicht. Ein entsprechendes Bauelement 20 bzw.
30 läßt sich beispielsweise auf der Basis von Silicium realisieren, wobei der erste
p-n-Übergang 22/21 bzw. 32/33 durch eine geringere Eindringtiefe für kurzwelliges
Licht besonders empfindlich ist. Langwelliges Licht kann dagegen tiefer in das Schichtsystem
eindringen und von dem stärker im langwelligen Spektralbereich empfindlichen zweiten
p-n-Übergang 23/21 bzw. 34/33 erfaßt werden.
[0029] Prinzipiell ist es auch möglich, einzelne Bauelemente 20 bzw. 30 entsprechend dem
in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel hintereinander anzuordnen. Bei geeigneter
Auswahl der verwendeten Halbleitermaterialien läßt sich hiermit das Lumineszenzlicht
16 in mehr als zwei spektralen Teilbereichen auf einfache Weise erfassen.
[0030] Figur 4 zeigt ein Beispiel für unterschiedliche spektrale Empfindlichkeiten E der
in den Figuren 2 und 3 dargestellten Detektoreinheiten 1 und 2. Wie aus dem Diagramm
zu entnehmen ist, ist die spektrale Empfindlichkeit E1 der ersten Detektoreinheit
1 im Bereich kurzer Wellenlängen λ am größten, während die spektrale Empfindlichkeit
E2 der hinter der ersten Detektoreinheit 1 angeordneten zweiten Detektoreinheit 2
bei höheren Wellenlängen λ ihren Höchstwert erreicht. Hierzu komplementär verhalten
sich die jeweiligen spektralen Durchlässigkeiten der Detektoreinheiten 1 bzw. 2. Die
spektrale Durchlässigkeit der Detetektoreinheit 1 ist demnach bei höheren Wellenlängen
λ am größten, so daß das Lumineszenzlicht in diesem Teilbereich des Spektrums die
Detektoreinheit 1 durchdringen kann und schließlich von der Detektoreinheit 2 erfaßt
werden kann.
[0031] Figur 5 zeigt ein Schaltbild der in den Figuren 3a bzw. 3b dargestellten zweiten
Ausführungsformen. Die Detektoreinheiten 1 und 2, d.h. die entsprechenden p-n-Übergänge
22/21 und 23/21 bzw. 32/33 und 34/33, des Bauelements 20 bzw. 30 sind als entgegengesetzt
in Reihe geschaltete Photodioden dargestellt, deren Kathoden auf einem gemeinsamen
Potential 18 liegen. Über die Anodenausgänge 19 der Photodioden werden die Signale
S1 und S2 einer Auswerteeinrichtung 9 zugeführt. In der Auswerteeinrichtung 9 werden
die Signale S1 und S2 in jeweils einem logarithmischen Verstärker 28 logarithmisch
verstärkt und anschließend auf einen Differenzverstärker 29 gelegt. Da die Differenz
zweier logarithmierter Werte dem Logarithmus des Quotienten beider Werte entspricht,
ist die Ausgangsspannung Ua des Differenzverstärkers 29 proportional zum Logarithmus
des Quotienten der beiden Detektorsignale S2/S1 und damit unabhängig von der absoluten
Intensität des Lumineszenzlichts 16. Aus der Ausgangsspannung Ua können dann Aussagen
über die spektralen Eigenschaften, insbesondere über die Farbe, des erfaßten Lumineszenzlichts
16 mit besonders hoher Zuverlässigkeit abgeleitet werden.
[0032] Die spektralen Eigenschaften des Lunimeszenzlichts 16, insbesondere die Wellenlänge,
wie z.B. die Zentralwellenlänge, und/oder der Wellenlängenbereich und/oder die Farbe,
können erfindungsgemäß nicht nur im sichtbaren Spektralbereich, sondern auch in unsichtbaren
Spektralbereichen, wie z.B. im Infraroten oder Ultravioletten, erfaßt und analysiert
werden.
[0033] Alternativ oder zusätzlich zu der beschriebenen analogen Auswertung ist es auch möglich,
die Detektorsignale S1 und S2 erst zu digitalisieren und anschließend in einer digitalen,
insbesondere computergestützten, Auswertung aus den digitalisierten Signalen Aussagen
über das Lumineszenzlicht abzuleiten.
1. Vorrichtung zur Untersuchung von Dokumenten, insbesondere Wert-, Ausweis- oder Sicherheitsdokumenten,
mit
- mindestens einer Anregungseinrichtung zur Anregung von Lumineszenzlicht (16) in
oder auf einem zu untersuchenden Dokument (10) und
- mindestens zwei Detektoreinheiten (1, 2) zur Erfassung zumindest eines Teils des
von dem Dokument (10) emittierten Lumineszenzlichts (16),
dadurch gekennzeichnet, daß
die Detektoreinheiten (1, 2) bezogen auf das von dem Dokument (10) emittierte Lumineszenzlicht
(16) hintereinander angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anregungseinrichtung mindestens eine Lichtquelle (12) zur Beleuchtung des Dokuments
(10) mit Anregungslicht (15), welches zur Anregung von Lumineszenzlicht (16) in oder
auf dem Dokument (10) geeignet ist, umfaßt.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Detektoreinheiten (1, 2) unterschiedliche spektrale Empfindlichkeiten (E1, E2)
aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine erste Detektoreinheit (1) für mindestens einen spektralen Teilbereich
des Lumineszenzlichts (16) durchlässig ist, welcher mit mindestens einer hinter der
ersten Detektoreinheit (1) angeordneten zweiten Detektoreinheit (2) erfaßt werden
kann.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Detektoreinheiten (1, 2) als Photodioden ausgebildet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwischen zwei Photodioden mindestens ein optisches Filter angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Detektoreinheiten (1, 2) auf einem gemeinsamen Bauelement (20, 30) integriert
sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bauelement (20, 30) mindestens zwei photoempfindliche Schichten, insbesondere
p-n-Übergänge (22/21, 23/21, 32/33, 34/33), umfaßt, wobei jeder photoempfindlichen
Schicht, insbesondere jedem p-n-Übergang (22/21, 23/21, 32/33, 34/33), jeweils eine
Detektoreinheit (1, 2) entspricht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die photoempfindlichen Schichten, insbesondere p-n-Übergänge (22/21, 23/21, 32/33,
34/33), schichtartig ausgebildet und auf einem gemeinsamen Substrat (21, 31), insbesondere
einem Halbleiter- oder Keramiksubstrat, aufgebracht sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die photoempfindlichen Schichten, insbesondere p-n-Übergänge (22/21, 23/21, 32/33,
34/33), bezogen auf das von dem Dokument (10) emittierte Lumineszenzlicht (16) schichtweise
übereinander angeordnet sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Photodioden bzw. p-n-Übergänge (22/21, 23/21, 32/33, 34/33) unterschiedliche
Absorptionskanten aufweisen und die erste Absorptionskante mindestens einer ersten
Photodiode bzw. mindestens eines ersten p-n-Übergangs (22/21, 32/33) bei kleineren
Wellenlängen (λ) liegt als die zweite Absorptionskante mindestens einer hinter der
ersten Photodiode angeordneten zweiten Photodiode bzw. mindestens eines hinter dem
ersten p-n-Übergang (22/21, 32/33) angeordneten zweiten p-n-Übergangs (23/21, 34/33).
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine optische Einrichtung (13) zur Lenkung des von dem Dokument (10) ausgehenden
Lumineszenzlichts (16) auf die Detektoreinheiten (1, 2) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die optische Einrichtung (13) mindestens eine Linse, insbesondere eine selbstfokussierende
Linse, zur Fokussierung des von dem Dokument (10) ausgehenden Lumineszenzlichts (16)
auf die Detektoreinheiten (1, 2) umfaßt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß eine Auswerteeinrichtung (9) vorgesehen ist zur Ableitung von Aussagen über die spektralen
Eigenschaften, insbesondere über die Wellenlänge, wie z.B. die Zentralwellenlänge,
und/oder den Wellenlängen-bereich und/oder die Farbe, des erfaßten Lumineszenzlichts
(16) aus von den Detektoreinheiten (1, 2) erzeugten Detektorsignalen (S, S1, S2).
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinrichtung (9) einen logarithmischen Verstärker (28) zur Logarithmierung
einzelner Detektorsignale (S, S1, S2) umfaßt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinrichtung (9) einen Differenzverstärker (29) zur Bildung der Differenz
zwischen zwei Detektorsignalen (S, S1, S2) oder zwischen zwei logarithmierten Detektorsignalen
(S, S1, S2) umfaßt.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinrichtung (9) zur Ableitung von Aussagen über die spektralen Eigenschaften,
insbesondere über die Wellenlänge, wie z.B. die Zentralwellenlänge, und/oder den Wellenlängenbereich
und/oder die Farbe, des erfaßten Lumineszenzlichts (16) auf der Basis
- der Division von zwei Detektorsignalen (S, S1, S2) und/oder
- der Differenz von zwei logarithmierten Detektorsignalen (S, S1, S2) ausgebildet
ist.
18. Verfahren zur Untersuchung von Dokumenten, insbesondere Wert-, Ausweis- oder Sicherheitsdokumenten,
bei welchem
- ein zu untersuchendes Dokument (10) zur Emission von Lumineszenzlicht (16) angeregt
wird und
- zumindest ein Teil des von dem Dokument (10) emittierten Lumineszenzlichts (16)
von mindestens zwei Detektoreinheiten (1, 2) erfaßt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Lumineszenzlicht (16) nacheinander auf die hintereinander angeordneten Detektoreinheiten
(1, 2) trifft und dabei von diesen erfaßt wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Dokument (10) mit Anregungslicht (15), welches zur Anregung von Lumineszenzlicht
(16) in oder auf dem Dokument (10) geeignet ist, beleuchtet wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Lumineszenzlicht (16) von Detektoreinheiten (1, 2) mit unterschiedlichen spektralen
Empfindlichkeiten (E1, E2) erfaßt wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein spektraler Teilbereich des Lumineszenzlichts (16) mindestens eine
erste Detektoreinheit (1) durchläuft und von mindestens einer hinter der ersten Detektoreinheit
(1) angeordneten zweiten Detektoreinheit (2) erfaßt wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Detektoreinheiten (1, 2) Detektorsignale (S, S1, S2) erzeugen und aus den Detektorsignalen
(S, S1, S2) Aussagen über die spektralen Eigenschaften, insbesondere über die Wellenlänge,
wie z.B. die Zentralwellenlänge, und/oder den Wellenlängenbereich und/oder die Farbe,
des erfaßten Lumineszenzlichts (16) abgeleitet werden.
23. Verfahren nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ableitung von Aussagen über die spektralen Eigenschaften, insbesondere über die
Wellenlänge, wie z.B. die Zentralwellenlänge, und/oder den Wellenlängenbereich und/oder
die Farbe, des erfaßten Lumineszenzlichts (16) auf der Basis
- der Division von zwei Detektorsignalen (S, S1, S2) und/oder
- der Differenz von zwei logarithmierten Detektorsignalen (S, S1, S2) erfolgt.
24. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Lichtquellen (12) vorgesehen sind, wobei das Anregungslicht (15)
der jeweiligen Lichtquellen (12) bei unterschiedlichen Wellenlängen oder in unterschiedlichen
Wellenlängenbereichen liegt.