Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Walze für die Fluidfilmaufbereitung oder -verarbeitung
mit einer Walzenbeschichtung der Schichtdicke d mit einer ersten den Kern umgebenden
Schicht mit einer ersten Härte und einer zweiten Schicht, die die erste Schicht unmittelbar
radial außenliegend umgibt und eine zweite Härte aufweist, die von der Härte der ersten
Schicht verschieden ist.
Stand der Technik
[0002] Eine gattungsgemässe Walze zur Farbverarbeitung ist beispielsweise aus der DE-OS
24 33 749 bekannt. Durch den Aufbau aus mindestens zwei Schichten kann sowohl die
chemische Beschaffenheit der Walzenoberfläche, die beispielsweise die Affinität zu
einem Druckmedium bestimmt, als auch weitere Eigenschaften der Walze wie das Haftvermögen
der Außenschicht an dem im wesentlichen starren Walzenkern, oder die mechanischen
Eigenschaften der Walzenbeschichtung wie beispielsweise deren Härte eingestellt werden.
[0003] Ferner ist aus der US 5,257,967 eine Farbauftragswalze mit einem Kern bekannt, auf
dem zwei Schichten von elastomeren Materialien unterschiedlicher Härte aufgebracht
sind. Hierdurch soll ein gleichmässigerer Farbauftrag erzielt werden.
Obwohl derartige Farbübertragungswalzen seit langem bekannt sind, stellt sich oftmals
das Problem, dass Druckmaschinen, die mit elastomerbeschichteten Walzen flüssige Filme
übertragen, Inhomogenitäten im Farbauftrag auf das jeweilige Druckerzeugnis erzeugen.
Insbesondere bei Offset-Druckverfahren ist die Entstehung von unerwünschten Mikrostreifen
unter dem Begriff "Ribbing" bekannt. Diese Mikrostreifen treten oftmals mit einem
Abstand von einigen Millimetern zueinander auf und sind sowohl auf dem Druckerzeugnis
als auch auf den Farbübertragungswalzen erkennbar. Die unerwünschte Bildung der Mikrostreifen
wird durch die Verwendung großer Feuchtmittel- und Farbmengen bzw. hoher Druckmitteldurchsätze
gefördert. Es wird hierbei davon ausgegangen, dass diese Streifen aufgrund einer unzureichenden
Dosierfunktion der Walzen des Farbwerkes entstehen. Dementsprechend wurde - mit gewissem
Erfolg - versucht, diese Mikrostreifen durch eine transversierende Bewegung der Farbübertragungswalzen
zueinander, wodurch eine seitliche Verreibung des Druckmediums erfolgt, zu verhindern.
Derartige transversierende Farbwalzen bedingen jedoch entsprechend ausgerüstete Fluidfilmaufbereitungsmaschinen,
die hierdurch konstruktiv aufwendig und teuer werden. Eine Veränderung der eingesetzten
Druckmittelmenge sowie der eingesetzten Feuchtmittelmenge zur Vermeidung der Mikrostreifen
scheidet oftmals aus, da die verwendeten Mengen dieser Medien an andere Parameter
angepasst werden müssen.
Beschreibung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Walze für die Fluidfilmaufbereitung
oder -verarbeitung, insbesondere für den Offsetdruck, zu schaffen, mittels derer Inhomoginitäten
des Druckmediums bzw. Druckerzeugnisses, insbesondere Mikrostreifen auf dem Druckerzeugnis,
zumindest weitestgehend vermieden werden können, die in der Beschaffenheit der Beschichtungsoberflächen
den jeweiligen Erfordernissen besonders einfach anpassbar sind und die kostengünstig
herstellbar ist.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Walze für die Fluidfilmaufbereitung
oder -verarbeitung gelöst, bei welcher die Walzenbeschichtung zumindest bereichsweise
einen im wesentlichen kontinuierlichen Härtegradienten aufweist, der über einen Teil
der Schichtdicke d der Walzenbeschichtung vorliegen kann. Es hat sich herausgestellt,
dass das Vorliegen eines im wesentlichen kontinuierlichen Härtegradienten bzw. einer
kontinuierlichen Härteänderung das Druckergebnis insbesondere hinsichtlich des Auftretens
von Mikrostreifen sehr positiv beeinflusst und Mikrostreifen durch Verwendung erfindungsgemäßer
Walzen praktisch vollständig vermieden werden können. Insbesondere kann durch die
erfindungsgemässe Ausbildung der Walze das Verhältnis von Quer- und Tangentialkräften
bzw. -spannungen in Relation zu den Druckkräften im Bereich der Walzenoberfläche spezifisch
eingestellt, insbesondere erhöht, werden, was für die Qualität und Effizienz der Fluidfilmaufbereitung
wesentlich ist. Das Beschichtungsmaterial ist somit vorzugsweise resistent gegen Druckmedien.
[0006] Unter einem im wesentlichen kontinuierlichen Härtegradienten sei ein solcher verstanden,
bei dem vergleichsweise scharfe Sprünge des Härteverlaufs vermieden werden, wie sie
an Phasengrenzen aneinanderstoßender Schichten mit unterschiedlichen Härten, die gegebenenfalls
durch eine Verbindungsschicht wie eine Haftmittelschicht verbunden sein können, auftreten.
Der Härtegradient der erfindungsgemäßen Walze kann beispielsweise im wesentlichen
linear oder im wesentlichen exponentiell verlaufen, es können jedoch auch andere geeignete
Härtegradienten, die auch Zwischenmaxima oder Plateaus mit im wesentlichen konstanter
Härte über einen Bereich des Schichtdickenverlaufs aufweisen können, eingestellt werden.
[0007] Die Schichten unterschiedlicher Härte der erfindungsgemäßen Walze weisen vorzugsweise
jeweils das gleiche Grundmaterial auf bzw. stimmen in ihrer Zusammensetzung weitestgehend
überein. Vorzugsweise unterscheiden sich die Schichten lediglich in dem Anteil des
härteverändernden Stoffes bzw. eines Precursors desselben oder in einer Eigenschaft,
die mit dem Maß eines eingebrachten härteverändernden Stoffes oder Mittels korreliert,
beispielsweise in dem Vernetzungsgrad. Zur Einstellung eines Gradienten des Vernetzungsgrades
kann beipielsweise ein Wärme- oder Strahlungsstärkegradient oder ein Gradient eines
Aktivators oder Photoinitiators erzeugt werden. Dadurch, dass die Schichten unterschiedlicher
Härte die gleiche Grundkomponente oder eine im wesentlichen identische Zusammensetzung
aufweisen, können die Walzenbeschichtungen zudem besonders einfach aufgebaut und Bindungsfehler
bzw. Haftprobleme zwischen Schichten unterschiedlicher Zusammensetzung weitestgehend
vermieden werden.
[0008] Das die Schicht geringer Härte bildende Material, das insbesondere das auf den Kern
aufgebrachte Beschichtungsgrundmaterial der Walzenbeschichtung darstellen kann, weist
vorzugsweise eine Härte von weniger als 35 Shore A, z.B. weniger als 30 Shore A, vorzugsweise
im Bereich von 25 bis 10 Shore A, besonders bevorzugt im Bereich von 25 bis 20 Shore
A auf, ohne hierauf beschränkt zu sein.
[0009] Vorzugsweise liegt eine Walzenbeschichtung vor, bei welcher im Bereich der Härteänderung
über ein Schichtdickeninkrement von 10 Mikrometer Differenzen der intrinsischen Härte
des Beschichtungsmaterials im Bereich von maximal 5 Shore A, insbesondere 2-3 Shore
A (Härtegradient 80 Shore A über Schichtdicke 0,5mm: 1,6 Shore A auf 10 Mikrometer)
bis 0,02-0,04 Shore A (Härteabfall 35 ShA über 2mm: 0,07 Shore A auf 10 Mikrometer),
vorzugsweise im Bereich von 1 - 0,1 Shore A, besonders bevorzugt im Bereich von weniger
als 0,2 bis 0,8 Shore A, insbesondere im Bereich von 0,4 Shore A vorliegen. Diese
Härtegradienten werden vorzugsweise über im wesentlichen die gesamte einen Härtegradienten
aufweisende Beschichtungsdicke der Walze eingehalten. Die oben genannten Härtegradienten
können durch Mikrohärtebestimmungen abgeschätzt werden oder durch Abtrag der Walzenbeschichtung,
z.B. durch kontinuerliches keilförmiges Abschleifen der Walzenbeschichtung, und Bestimmung
der Gesamthärte der verbleibenden Walzenbeschichtung, wodurch auf die intrinsiche
Härte eines Schichtdickeninkrementes zurückgeschlossen werden kann.
[0010] Der Härtegradient der erfindungsgemäßen Walzen kann durch die oberflächlich gemessene
Härte in Abhängigkeit von der Schichtdicke der einen Härtegradienten aufweisenden
Schicht charakterisiert werden. Die Schichtdicke kann hierbei durch inkrementellen
Schichtdickenabtrag variiert werden, beispielsweise indem die härteveränderte Beschichtung
kontinuierlich als Keil heruntergeschliffen wird. Durch nacheinander erfolgendes schichtenweises
abschleifen der härteveränderten Walzenbeschichtung, beispielsweise in Inkrementen
von 50 bis 500, z.B. im Bereich von 200 Mikrometer, kann ein Profil einer effektiven
Härte bestimmt werden. Die Härte kann hierbei durch gängige Härtemessverfahren wie
beispielsweise IRHD (DIN 53 519 Blatt 1), IRHD weich (DIN 53 519 Blatt 1), IRHD mikro
(DIN 53 515 Blatt 2), als Shore A Härte (DIN 53 505) oder als Shore D Härte (DIN 53
505) bestimmt werden. Es sei hier darauf hingewiesen, dass die Härtemessung an der
erfindungsgemäßen Walze aufgrund des kontinuierlichen Härtegradienten nicht eine normgerechte
Härtebestimmung gemäß der zuvor genannten DIN-Normen darstellt und nur eine effektive
(mittlere) Härte wiedergibt. Mittels einer derartigen Härtemessung kann jedoch der
Härtegradient einer erfindungsgemäßen Walze ausreichend charakterisiert werden und
für Vergleichszwecke herangezogen werden, insbesondere dann, wenn die Härtebestimmung
mittels zweier oder mehrerer unterschiedlicher Prüfmethoden erfolgt, beispielsweise
durch Bestimmung der IRHD-mikro Härte und der Shore A Härte. Eine Charakterisierung
des Härtegradienten ist durch das oben beschriebene Verfahren insbesondere dann möglich,
wenn sich der Härtegradient der erfindungsgemäßen Walze nur über einen Teil der Schichtdicke
der Walzenbeschichtung erstreckt und die Walzenbeschichtung über den gesamten härteveränderten
Bereich bis auf das härteunveränderte Grundmaterial der Walzenbeschichtung abgetragen
wird.
[0011] Der nach dem oben beschriebenen Verfahren ermittelte effektive Härtegradient liegt
vorzugsweise bei einem Schichtdickeninkrement von 10 Mikrometer, d. h. bei einer Härtebestimmung
bei einer gegebenen Walzenschichtdicke und bezogen auf einen Beschichtungabtrag von
10 Mikrometer (realer Abtrag oder rechnerischer Bezugswert, wobei der Härtegradient
dann im wesentlichen linear sen sollte), bei einem Härteunterschied von 1 bis 0,02
Shore A, vorzugsweise 0,5 bis 0,05 Shore A, besonders bevorzugt 0,2 bis 0,1 Shore
A, insbesondere ca. 0,015 Shore A. Es versteht sich, dass bei Härtebestimmungen bei
größeren Schichtdickenunterschieden proportional größere Härtedifferenzen gemessen
werden. So weisen erfindungsgemäße Walzen über eine Schichtdicke von 100 Mikrometer
(entsprechend einem Schichtdickenabtrag von 100 Mikrometer) vorzugsweise Härteunterschiede
von 10 bis 0,2 Shore A, besonders bevorzugt 5 bis 0,5 Shore A, nisbesondere im Bereich
von 1 bis 2 Shore A auf.
[0012] Erfindungsgemäße Walzen können im wesentlichen kontinuierliche Härtegradienten bzw.
Härteveränderungen über eine Differenz der intrinsischen Härte, wobei die Härtedifferenz
sich aus dem Härteunterschied der härteveränderten Walzenoberfläche und dem unveränderten
Grundmaterial ergeben kann, von grösser/gleich 5 Shore A aufweisen, die Härtedifferenz
kann ohne weiteres größer 100 Shore A, beipielsweise bis 50 Shore D betragen, oder
darüber hinaus. Insbesondere können Härtedifferenzen von ca. 10 bis ca. 90 Shore A,
beispielsweise ca. 30 bis ca. 50 Shore A vorliegen. Für bestimmte Anwendungszwecke
besonders geeignet sind solche von 50 bis 70 Shore A. Vorzugsweise liegt über die
gesamte Schichtdicke mit sich ändernder Härte ein im wesentlichen kontinuierlicher
Härtegradient vor.
[0013] Unter Berücksichtigung der oben definierten effektiven Härte, die sich aus der Bestimmung
der jeweiligen Härte der Walzenbeschichtung an einem gegebenen Punkt des Tiefenprofils
ohne Berücksichtigung des vorliegenden Härtegradienten ergibt, liegt bei erfindungsgemäßen
Walzen vorzugsweise ein im wesentlichen kontinuierlicher Gradient der effektiven Härte
über eine Härtedifferenz von grösser/gleich 5 Shore A, beispielsweise 10 - 50 Shore
A, vorzugsweise weniger als 40 Shore A und weniger als 80 IRHD-mikro, besonders bevorzugt
zwischen 10 und 20 Shore A und 20 bis 50 IRHD-mikro vor, wobei für gewisse Anwendungszwecke
auch größere oder kleinere Verhärtungen eingestellt werden können. Die Härtedifferenz
kann insbesondere dem Anstieg der Oberflächenhärte der Walze verglichen mit der Härte
des unveränderten Grundmaterials entsprechen. Es sei hier nochmals hervorgehoben,
dass die obigen Angaben der Shore A-Härte bzw. IRHD-mikro-Härte keine ineinander umgerechneten
Werte darstellen, da aufgrund des Härtegradienten der Beschichtung beide nicht normgerecht
durchgeführte Messverfahren mit unterschiedlichen inhärenten Fehlern behaftet sind.
Dennoch ist durch diese Werte eine Charakterisierung der erfindungsgemäßen Walzenbeschichtung
möglich.
[0014] Um auch Spannungsspitzen bei dynamischer Verformung der Oberflächenschicht der Walzenbeschichtung
auffangen zu können und eine Walze mit einer ausreichenden Lebensdauer bereitzustellen,
weist die zweite, radial äussere Schicht der Walzenbeschichtung vorzugsweise eine
höhere Härte als die erste, radial innenliegende und dem Walzenkern benachbarte Schicht
auf, so dass die Härte in radialer Richtung von aussen nach innen abnimmt. Hierzu
kann die zweite Schicht einen höheren Vernetzungsgrad als die erste Schicht aufweisen.
Die härteste Schicht des Beschichtungsbereichs mit im wesentlichen kontinuierlichem
Härtegradienten, die den höchsten Vernetzungsgrad der Walzenbeschichtung aufweisen
kann, ist vorzugsweise die am weitesten radial aussenliegende Schicht der Beschichtung,
so dass der Härtegradient ausgehend von der radial äusseren Walzenoberfläche radial
nach innen in das Walzenmaterial hinein erstreckt und die Härte von aussen nach innen
kontinuierlich abnimmt, es kann jedoch gegebenfalls noch eine äussere Deckschicht
(siehe unten) vorgesehen sein.
[0015] Die härteste Schicht des Beschichtungsbereichs mit im wesentlichen kontinuierlichem
Härtegradienten ist vorzugsweise zugleich die härteste Schicht des Tiefenprofils der
Walzenbeschichtung, bei dem die Härte der Schichten noch einen Einfluss auf die Oberflächenhärte
der Walzenbeschichtung hat, welche beispielsweise durch den oben ausgeführten keilförmigen
Schichtenabtrag oder andere geeignete Massnahmen feststellbar ist. Die härteste Schicht
der Beschichtungsbereichs mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten ist
vorzugsweise zugleich die härteste Schicht, die der inneren und/oder äusseren Walzenbeschichtungsoberfläche
bzw. der radial aussen liegenden Walzenoberfläche zugewandt ist. Die "härteste" Schicht
des Härtegradienten ist vorzugsweise die härteste Schicht bezogen auf eine Schichtdickentiefe
der Walzenbeschichtung von bis zu 0,1 mm, bis zu 0,5 mm, bis zu 1 mm, bis zu 2 mm
oder bis zu 5 mm der Walzenbeschichtung ausgehend von der Beschichtungsoberfläche,
z.B. der Walzenoberfläche, gegebenenfalls auch bis zu einer Tiefe von bis zu 10 mm
oder bis zu 30 mm der Walzenbeschichtung, ohne hierauf beschränkt zu sein. Die Angabe
"härteste Schicht" bezieht sich somit vorzugsweise auf oberflächennahe Schichten der
Walzenbeschichtung. Beispielsweise kann somit gegebenfalls für bestimmte Anwendungszwecke
eine Elastomerschicht hoher Härte benachbart dem Walzenkern vorgesehen sein, die bei
der gegebenen Walzenbeschichtung keinen oder nur einen unwesentlichen Einfluss auf
die Oberflächenhärte der Walzenbeschichtung hat, ohne das Konzept der Erfindung zu
verlassen, wobei in der Regel jedoch die radial weiter innen liegenden Schichten härteunverändertes
Beschichtungsgrungmaterial darstellen werden. Die härteste Schicht des Schichtenbereichs
mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten kann somit auch die härteste
Schicht der Walzenbeschichtung darstellen, insbesondere bezogen auf die intrinsische
Härte, ausgenommen eventuell dem Verbindungsbereich der Beschichtung mit dem Kern.
[0016] Die härteste Schicht des Walzenbeschichtungsbereichs mit im wesentlichen kontinuierlichem
Härtegradienten, insbesondere in dem Schichtdickenbereich von bis zu 0,1 mm oder bis
zu 30 mm ausgehend von der Walzenoberfläche wie in dem vorstehenden Absatz definiert,
kann in einem Abstand von ca. 100 oder 50 Mikrometer oder weniger, insbesondere von
ca. 20 Mikrometer oder weniger, ca. 10 Mikrometer oder weniger, vorzugsweise ca. 5
Mikrometer oder weniger, oder ca. 1 Mikrometer oder weniger von der inneren und/oder
äusseren Walzenbeschichtungsoberfläche entfernt sein. Die innere Walzenbeschichtungsoberfläche
ist hierbei dem Walzenkern zugewandt, die äussere Beschichtungsoberflache stellt zugleich
die Walzenoberfläche dar. Diese Schicht kann zugleich den höchsten Vernetzungsgrad
in dem betrachteten Schichtdickeninkrement aufweisen. Ausgehend von dieser Schicht
kann die Härte bis zur Walzenoberfläche im wesentlichen konstant verlaufen oder entgegen
dem Härtemaximum zur Oberfläche hin abfallen, wobei der Abfall vorzugsweise weniger
als 20%, weniger als 10%, oder vorzugsweise weniger als 5% jeweils bezogen auf die
absolute (intrinsiche) Härte der härtesten Schicht (z.B. der Shore A Härte) des oberflächennahen
Beschichtungsbereichs, jeweils bezogen auf die effektive Härte oder jeweils bezogen
auf die Aufhärtung gegenüber dem härteunveränderten Walzengrundmaterial betragen kann,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Ein Abfall der Beschichtungshärte zur Walzenoberfläche
hin kann beispielsweise durch das Verfahren der Härteveränderung bedingt sein, z.B.
wenn ein härteveränderndes Vernetzungsmittel an der Walzenoberfläche Nebenreaktionen
eingeht, die eine geringere oder keine Härteveränderung bedingen, oder wenn zur Oberflächenmodifizierung
Stoffe wie z.B. Weichmacher aufgebracht werden.
[0017] Die Härteänderung im Bereich des kontinuierliche Härtegradienten geht vorzugsweise
mit einer korrespondierenden Änderung des Vernetzungsgrades hervor. Eine zweite Schicht
höherer Härte weist vorzugsweise einen höheren Vernetzungsgrad auf als die radial
innenliegende erste Schicht, die radial am weitesten aussen liegende härteste Schicht
weist vorzugsweise den höchsten Vernetzungsgrad auf. Die härteste bzw. am höchsten
vernetzte inkrementale Schicht im Bereich der Walzenoberfläche weist vorzugsweise
noch eine Restbruchdehnung von wenigstens 50%, vorzugsweise von wenigstens 70% auf.
Die weichste Schicht eines Härtegradienten weist vorzugsweise den niedrigsten Vernetzungsgrad
auf.
[0018] Der Härtegradient als im wesentlichen linearer Härteabfall bzw. Härtezunahme kann
sich im wesentlichen kontinuierlich über eine radiale Schichtdicke von mehr als 0,01
mm, mehr als 0,05 mm oder mehr als 0,1 mm bis 30 mm oder darüber hinaus erstrecken.
Der härteveränderte Bereich kann insbesondere Schichtdicken im Bereich von 0,2 oder
0,3 bis 10 mm, beispielsweise im Bereich von 0,5 mm oder 1 bis 2 oder bis 5 mm liegen.
Auf den härteveränderten Bereich kann in radialer Richtung ein weiterer härteveränderter
Bereich, gegebenenfalls abgetrennt durch eine Zwischenlage, oder unverändertes Grundmaterial
der Walzenbeschichtung folgen.
[0019] Die oben angegebenen Härtegradienten, -differenzen und -erstreckungsbereiche verstehen
sich insbesondere zwischen zwei Maximal- und Minimalwerten und/oder Plateaus des Härteverlaufs
über die Schichtdicke.
[0020] Nach einer bevorzugten Verfahrensweise wird, unabhängig von der Art und Weise der
Erzeugung des Härtegradienten, der den Härtegradienten erzeugende Verfahrensschritt
unterbrochen, bevor eine Änderung der Härte über die gesamte Schichtdicke des Walzenmaterials
bzw. der Walzenbeschichtung erfolgt ist. Von der äusseren Walzenoberfläche beanstandete
Lagen der Walzenbeschichtung können somit unverändertes Grundmaterial aufweisen, die
Härteveränderung kann im wesentlichen nur oberflächlich erfolgen oder sich über eine
größere Beschichtungstiefe erstrecken.
[0021] Vorzugsweise wird das Verfahren derart ausgeführt, dass nur eine oberflächliche Härteänderung
der Walzenbeschichtung erfolgt, d.h. die Schichtdicke des härteveränderten Bereichs
ist kleiner als die Schichtdicke des unveränderten Grundmaterials. Das Schichtdickenverhältnis
des Beschichtungsmaterials mit praktisch konstanter Härte über die Schichtdicke zu
der Schichtdicke des Bereichs mit im wesentlichen kontinuierlichen Härtegradienten
kann im Bereich von 2:1 bis 30:1 oder größer betragen, ohne hierauf beschränkt zu
sein, vorzugsweise im Bereich von 4:1 oder größer, besonders bevorzugt im Bereich
von 6:1 bis 15:1. Die Gesamtschichtdicke der elastomeren Walzenbeschichtung kann im
Bereich von 4 bis 20 mm liegen, ohne hierauf beschränkt zu sein, vorzugsweise im Bereich
von 6-13 mm. Die Bereiche mit konstanter Härte und mit Härtegradient schliessen sich
vorzugsweise in radialer Richtung unmittelbar aneinander an.
[0022] Die erfindungsgemäße Einstellung kontinuierlicher Härtegradienten ist insbesondere
bei Walzenbeschichtungen aus elastomeren Grundmaterialien, im speziellen bei vernetzbaren
elastomeren Grundmaterialien, vorteilhaft, wobei die Grundmaterialien thermoplastische,
insbesondere aber auch nur teilweise oder nicht thermoplastische Eigenschaften aufweisen
können. Die Grundkomponenten können beispielsweise aus synthetischem oder natürlichem
Kautschuk (NR), halogeniertem Kautschuk wie Polychloropren, Polyurethan, Butadienkautschuk
(BR), Nitrilbutadienkautschuk (NBR), teilweise oder vollständig hydriertem Nitrilbutadienkautschuk
(HNBR), Acrylatkautschuk (EAM), Chlorsulfonsäurekautschuk (CSM), Styrolbutadienkautschuk
(SBR), Ethylenpropylenkautschuk (EPDM), PVC, Fluorkautschuk (FPM), Silikonkautschuk
(Q) oder Ethylen-Vinylacetat-Copolymer bestehen oder eine oder mehrere dieser Komponenten
aufweisen. Als Grundmaterial können jedoch auch andere geeignete Grundmaterialien
eingesetzt werden, die die gewünschten chemischen und mechanischen Eigenschaften aufweisen.
[0023] Vorzugsweise wird der Härtegradient durch einen Gradienten einer Komponente der Walzenbeschichtung
erzeugt, die von der Grundkomponente verschieden ist. Insbesondere können eine oder
mehrere härteverändernde Hilfsstoffe aus der Gruppe wie Härter, Vernetzungsmittel,
Aktivatoren, Photoinitiatoren und Weichmacher oder andere niedermolekulare Verbindungen
bzw. Precurser der genannten Komponenten eingesetzt werden, die einen Härtegradienten
in der Walzenbeschichtung verursachen. Die härteverändernden Stoffe können hierbei
jeweils aufgrund ihrer intrinsischen Eigenschaften oder nach geeigneter Umsetzung
oder Reaktion mit einem anderen Stoff einen Härtegradienten erzeugen. Im speziellen
können ein oder mehrere der oben genannten härteverändernde Hilfsstoffe eingesetzt
werden, die einen Gradienten des Vernetzungsgrades einer Komponente der Beschichtungszusammensetzung,
insbesondere der Grundkomponente, erzeugen können, wobei durch geeignete Verfahrensbedingungen
der Ablauf der entsprechenden Vernetzungsreaktion in einem ausreichenden Umfang gestattet
wird. Hierzu können beipielsweise die genannten Stoffe mit einem Gradienten in das
Beschichtungsmaterial eingebracht werden oder auf andere Weise ein Gradient der Stoffe
erzeugt werden, wobei anschliessend bei Bedarf eine geeignete Umsetzung der Hilfsstoffe
initiert wird. Hierdurch können auf einfache Weise Walzen hergestellt werden, bei
welchen zumindest über einen Bereich der Walzenschichtdicke ein Härtegradient vorliegt.
[0024] Die Erzeugung des Härtegradienten ist nicht auf die oben genannten Stoffe beschränkt.
Ein im wesentlichen kontinuierlicher Härtegradient kann beispielsweise auch dadurch
erzeugt werden, dass bei unterschiedlichen Grundkomponenten aneinander grenzender
Schichten ein Gradient zumindest einer der Grundkomponenten vorliegt. Zusätzlich oder
alternativ kann z.B. auch der Gehalt an Monomoren oder Oligomeren eines polymeres
Materials, beispielsweise ein Material aus dem der elastisch deformierbare Aussenbereich
der Walze zumindest teilweise aufgebaut ist, über die Schichtdicke variieren. Die
Monomore oder Oligomere können solche der oben genannten Polymere zur Herstellung
der Walzenbeschichtung sein, ohne hierauf beschränkt zu sein. Gegebenenfalls können
auch andere geignete niedermolekulare Substanzen hierzu eingesetzt werden. Gegebenenfalls
kann auch alternativ oder zusätzlich der Härtegradient durch Komponenten wie beipielsweise
Füllstoffe erzeugt werden, oder durch durch andere geeignete Stoffe, die mit dem Walzenmeterial
kompatibel sind und vorzugsweise eine dauerhafte Erzeugung eines Härtegradienten ermöglichen.
[0025] Es versteht sich, dass die oben genannten Maßnahmen zur Einstellung eines Härtegradienten
auch in Kombination miteinander eingesetzt werden können. So können beispielsweise
sowohl der Weichmachergehalt als auch der Vernetzungsmittelgehalt Gradienten unterliegen
oder jeweils mehrere Verbindungen einer Gruppe, beispielsweise mehrere Vernetzungsmittel
und/oder mehrere Füllstoffe verwendet werden, die jeweils unterschiedliche Gradienten
aufweisen, so dass auch komplexere Härtegradienten über die Walzenschichtdicke einstellbar
sind.
[0026] Es versteht sich, dass zur Ausbildung erfindungsgemäßer Härtegradienten auch andere
härtebeeinflussende Medien wie beispielsweise Wärme und/oder Strahlung derart mit
der Walzenbeschichtung zur Wechselwirkung gebracht werden können, dass ein im wesentlichen
kontinuierlicher Härtegradient resultiert, beispielsweise durch Aktivierung von Vernetzungsmitteln,
Erzeugung geeigneter Aktivatoren oder dergleichen. Als Strahlung kann Licht- oder
Teilchenstrahlung wie Elektronenstrahlen oder andere geeignete Strahlung verstanden
werden. Wärme und/oder geeignete Strahlung können auch gepulst mit der Walzenbeschichtung
zur Wechselwirkung gebracht werden, um härteverändernde Prozesse innerhalb der Walzenbeschichtung
auszulösen, beispielsweise zur Veränderung des Vernetzungsgrades der Elastomerkomponente.
Der durch die Wärme und/oder Strahlung aktivierte bzw. umgesetzte Stoff kann hierbei
dann auch in gleichmässiger Verteilung vorliegen.
[0027] Vorteilhafterweise wird ein härteverändernder Stoff und/oder ein Precurser desselben
durch eine Diffusion bzw. Migration des Stoffes von außen in das Walzenmaterial, beispielsweise
das Beschichtungsmaterial einer auf einen Kern aufgebrachten Walzenbeschichtung, eingebracht,
wobei der härteverändernde Stoff mittelbar oder unmittelbar, beispielsweise durch
nachgelagerte Reaktionen mit Komponenten der Walzenbeschichtung, einen Härtegradienten
erzeugt.
[0028] Vorzugsweise weist der härteverändernde Stoff bei den bestimmungsgemässen Betriebsbedingungen
der Walze einen ausreichend niedrigen Diffusionskoeffizienten auf, so dass über die
Lebensdauer der Walze ein im wesentlichen zeitlich und örtlich konstanter Härtegradient
vorliegt. Der härteverändernde Stoff kann nach dessen Einbringung in das Walzenmaterial
immobilisiert werden, beispielsweise durch nachfolgende chemische Reaktionen oder
durch vorübergehende Unterstützung des Eindringens in das Walzenmaterial z.B. durch
gegenüber den bestimmungsgemässen Betriebsbedingungen erhöhte Temperatur bei der Erzeugung
des Härtegradienten oder durch Anwesenheit eines geeigneten Lösungsmittels für den
eindiffundierenden Stoff, wobei das Lösungsmittel vorzugsweise unterschiedlich von
den bei der Anwendung der Walze verwendeten Lösungsmitteln, z.B. in Druckmedien enthaltenen
Lösungsmitteln ist. Beipielsweise kann die Eindiffusion eines Vernetzungsmittels wie
z.B. eines Peroxides durch Aceton gefördert werden.
[0029] Eine Oberflächenverhärtung kann beispielsweise durch das Einbringen von Vernetzungsmitteln
wie Halogen- und/oder schwefelhaltigen Stoffen in Kautschukverbindungen enthaltende
Walzenbeschichtungen erfolgen. Die Vernetzungsmittel können mittels Lösungen oder
über die Gasphase in das Beschichtungsmaterial eingebracht werden. Beispielsweise
kann eine ein Kautschukmaterial enthaltende Walzenbeschichtung durch Einbringen von
Chlorschwefel oder anderen Schwefelhalogeniden bzw. Polyschwefelhalogeniden mittels
Toluollösung oder durch Gasphasenchlorierung oberflächenverhärtet werden. Beispielsweise
ist auch ein Einreiben von Schwefel oder Schwefelverbindungen und/oder von Vulkanisationsbeschleunigern
aus fester Phase, beispielsweise in Form von Pulvern, möglich. Besonders vorteilhaft
ist es, radikalisch reagierende Monomere, Peroxide und/oder Photoinitiatoren oder
Precursor der genannten Verbindungsklassen in das Beschichtungsmaterial von der Oberfläche
her eindiffundieren zu lassen. Den oben genannten Verfahrensschritten kann gleichzeitig
oder zeitlich vor- und/oder nachgelagert ein weiterer im Wirkzusammenhang mit dem
ersten Schritt stehender Verfahrensschritt folgen, beispielsweise die Beaufschlagung
des Beschichtungsmaterials mit Wärme und/oder mit Strahlung, um beispielsweise eine
entsprechende Vernetzung des Beschichtungsmaterials zu bewirken.
[0030] Der Gradient des härteverändernden Stoffes kann auch durch im wesentlichen kontinuierliche
Änderung der Zusammensetzung des auf einen Kern aufzubringendem Beschichtungsmaterials
erzeugt werden, beispielsweise indem bei Tauch- oder Sprühbeschichtungen die Zusammensetzung
des Beschichtungsmaterials im wesentlichen kontinuierlich oder quasikontinuierlich
verändert wird.
[0031] Die Härteveränderung der Walzenbeschichtung kann durch Härteänderung der beschichteten
Walze, bei der eine elastomere Walzenbeschichtung auf einem im wesentlichen steifen
Kern aufgebracht ist, erfolgen. Die Walzenbeschichtung besteht hierbei vorzugsweise
aus einem homogenen Material. Die Beschichtung kann durch eine Haftmittelschicht mit
dem Kern verbunden sein. In die Walzenbeschichtung kann gegebenenfalls auch zusätzlich
oder alternativ in einem vorgelagerten Verfahrensschritt ein Härtegradient eingebracht
werden, wonach anschließend die Walzenbeschichtung auf den Kern aufgebracht wird.
Gegebenenfalls kann nachfolgend zu den beiden oben genannten Verfahrensvarianten ein
weiterer Aufbau der Walzenbeschichtung, gegebenenfalls jeweils mit härteverändernden
oder Härtegradienten erzeugenden Prozeßschritten erfolgen.
[0032] Der härteveränderte Bereich kann gegebenenfalls mit einer oder mehreren zusätzlichen
Deckschichten versehen sein, die beispielsweise die Affinität der Walzenoberfläche
zu dem Verarbeitungsmedium wie z.B. einem Druckmedium einstellen, beispielsweise in
Form hydrophiler oder oleophiler Komponenten wie z.B. Weichmacher, oder erwünschte
chemische oder physikalische Eigenschaften haben, beispielsweise Abrieb vermindern.
Die Deckschicht kann lediglich eine oder einige Moleküllagen umfassen und eine Stärke
im Bereich von 10 bis 1 oder weniger Mikrometer aufweisen, ohne hierauf beschränkt
zu sein. Durch die etwaig vorhandene obere Deckschicht, die gegebenenfalls aber auch
entbehrlich sein kann, und die vorzugsweise gegenüber der Schichtdicke der einen radialen
Härtegradienten aufweisenden Walzenschicht klein ist, wird vorzugsweise die resultierende
Gesamthärte der Walzenoberfläche nicht oder nicht wesentlich beinflusst.
[0033] Gegebenenfalls können zwischen Schichten mit im wesentlichen kontinuierlichen Härtegradienten
für bestimmte Anwendungzwecke Zwischenschichten vorgesehen sein. Diese Zwischenschichten
können eine Wirkung von Diffusionsbarrieren bezüglich in das Beschichtungsmaterial
eingebrachter härteverändernder Stoffe oder Medien aufweisen oder diesbezüglich keine
oder keine wesentliche Wirkung zeigen.
[0034] Vorzugsweise werden die oben genannten oberflächenmodifiziernden Stoffe zugleich
durch den härteverändernden Stoff an der Walzenoberfläche immoblisiert, beispielsweise
durch chemische Bindung, insbesondere durch radikalische Vernetzung, mit dem elastomeren
Beschichtungsmaterial. Hierzu kann der oberflächenmodifiziernden Stoffe, z.B. ein
Tensid oder Emulgator unmittelbar zeitlich vor oder nach, vorzugsweise zusammen mit,
dem härteverändernden Stoff, z.B. einem Vernetzungsmittel wie beispielsweise einem
Peroxid, auf die Walzenbeschichtung aufgebracht und mit dieser verbunden werden. Der
oberflächenmodifizierende Stoff kann hierbei in Gewichtsanteilen von mehr als 5%,
vorzugsweise mehr als 10-25%, besonders bevorzugt ca. 50% bezogen auf die lösungsmittelfreie,
den härteverändernden und oberflächenmodifizierenden Stoff enthaltende Mischung, gegebenfalls
neben weiteren Komponenten, enthalten sein. Als Weichmacher haben sich Fettalkoholderivate,
z.B. Fettalkoholpolyglycolether, als besonders geeignet erwiesen. Die Behandlungsbedingungen
der Walze werden vorzugsweise so gewählt, dass sowohl der härteverändernde Stoff mit
dem elastomeren Beschichtungsmaterial als auch der oberflächenmodifizierende Stoff
mit diesem reagieren.
[0035] Vorzugsweise erfolgt die Erzeugung des Härtegradienten nach der Vulkanisierung der
elastomeren Walzenbeschichtung, nach einer gegebenenfalls durchgeführten Oberflächenbehandlung
und/oder nach der Bemassung der einen Härtegradienten aufweisenden Walzenschicht,
z.B. durch Schichtabtrag wie Schleifen oder andere geignete Kalibrierungsmassnahmen.
Vorzugsweise erfolgt die Erzeugung des Härtegradienten an einer ansonsten gebrauchstauglichen
Walze. Gegebenfalls kann auch eine andere Reihenfolge der Bearbeitungsschritte vorgenommen
werden. Die radial innenliegende Oberflächenschicht der Walzenbeschichtung kann beipieslweise
bei einer vorgefertigten Walzenbeschichtung erzeugt werden, wobei die erfindungsgemäss
modifizierte Beschichtung nachträglich auf den Walzenkern aufgebracht wird, beispielsweise
durch Aufweitung und Aufziehen auf den Kern.
[0036] Der Walzenkern kann jeweils aus einem im wesentlichen starren Material wie beispielsweise
Stahl oder einem anderen geigneten Material bestehen.
[0037] Die Walzenbeschichtung mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten erstreckt
sich vorzugsweise vollumfänglich und über die gesamte Länge des fluidfilmaufbereitenden
Arbeitsbereichs der Walze. Der Bereich der Walzenbeschichtung mit einem Härtegradienten
kann sich gegebenenfalls auch nur bereichsweise über einen Teil Walzenoberfläche,
d.h. einen Teil der Länge und/oder des Umfangs der Walze erstrecken, beispielsweise
nur über bestimmte Segmente der Walzenoberfläche, wobei die verbleibenden Oberflächenbereiche
der Walze keinen Härtegradienten aufweisen können. So kann beispielsweise ein Walzensegment
mit Härtegradient nur im mittleren Bereich der Walze vorgesehen sein und sich z.B.
mittig zur Walze über 50% oder 75% der Walzenlänge vollumfänglich erstrecken. Es kann
auch beispielsweise ein schmaler Randstreifen der Walzenbeschichtung benachbart den
stirnseitigen Enden der Walze ohne Härtegradienten vorgesehen sein, der jeweils beipielsweise
eine Breite von 10%, 5% oder weniger der Walzenlänge aufweisen kann. Die genannten
Segmente können sich jeweils vollumfänglich oder nur teilumfänglich um die Walze erstrecken.
Die Walzenoberfläche kann auch Bereiche bzw. Segmente unterschiedlicher Härtegradienten
aufweisen, so kann beipielsweise in den Walzenstirnseiten benachbarten Randstreifen
ein grösserer oder kleinerer Härtegradient vorliegen als im mittleren Bereich der
Walze, was beipielsweise durch unterschiedliche Mengen an in die Walzenbeschichtung
eingebrachten härteverändernden Stoffen wie z.B. Vernetzungsmittel erzielt werden
kann. Die Segmente unterschiedlicher Härte oder gegenüber dem Grundmaterial unveränderter
Härte können beispielsweise dadurch hergestellt werden, dass die Walzenoberfläche
mit einem Material wie z.B. einer Folie oder Wachse abgedeckt wird und der härteverändernde
Stoff, z.B. ein Peroxid, anschliessend auf die Walzenoberfläche aufgebracht wird,
oder auf andere geeignete Weise.
[0038] Die erfindungsgemässe Walze kann allgemein zur Fluidfilmaufbereitung eingesetzt werden,
insbesondere zur Farbfilmaufbereitung und/oder zur Aufbereitung von Feuchtmittelfilmen,
ohne hierauf beschränkt zu sein. Deratige Farb- bzw. Feuchtmittelfilme werden beispielsweise
in Druckwerken gehandhabt. Die erfindungsgemässen Walzen können jedoch auch zur Aufbereitung
von Fluidfilmen in anderen Anwednungsgebieten vorteilhaft eingesetzt werden. Die erfindungsgemässen
Walzen können in Maschinen eingesetzt werden, in denen sie gegen andere Walzen arbeiten
und radiale bzw. tangentiale Druckkräfte mit diesen austauschen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0039] Die Erfindung wird nachfolgend beispielhaft veranschaulicht und anhand zweier Ausführungsbeispiele
beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Querschnittsdarstellung einer erfindungsgemässen Walze,
Figur 2 eine schematische Darstellung des Härteverlaufs der Walze nach Figur 1,
Figur 3 eine schematische Darstellung des Härteverlaufs der Walze nach Figur 1 nach
einer alternativen Ausführungsform,
Figur 4 eine schematische Querschnittsdarstellung einer alternativen Ausführungsform
einer erfindungsgemässen Walze,
Figur 5 eine schematische Darstellung des Härteverlaufs der Walze nach Figur 4,
Figur 6 eine schematische Darstellung des Härteverlaufs der Walze nach Figur 4 nach
einer alternativen Ausführungsform,
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0040] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Walze 1 bestehend aus einem Walzenkern 3 aus
einem im wesentlichen starren Material wie Stahl und einer elastomeren Beschichtung
2, hier aus einem synthetischen Kautschukmaterial. Zwischen Walzenkern 3 und Walzenbeschichtung
2 ist eine nicht dargestellte Haftvermittlerschicht vorgesehen. Die Walzenbeschichtung
2 mit der Schichtdicke d = 10 mm und einer Härte von ca. 25 Shore A wurde in einem
Verfahrensschritt auf den Walzenkern aufgebracht.
[0041] Nach dem Ausführungsbeispiel enthält die Walzenbeschichtung, die insbesondere im
Farbwerk wie auch im Feuchtwerk eines Druckwerkes einsetzbar ist, folgende Bestandteile:
| Nitrilkautschuk (50 Mooney, 33 Gew.-% Acrylnitril) |
100 Gew.-Teile |
| Zinkoxid |
5 Gew.-Teile |
| Stearinsäure |
1 Gew.-Teil |
| Füllstoff (FEF Ruß) |
20 Gew.-Teile |
| Weichmacher (Dioctylphtalat) |
70 Gew.-Teile |
| Vernetzungsmittel (Schwefel) |
3 Gew.-Teile |
| Vulkanisationsbeschleuniger (Mercaptobenzothiazol) |
1,5 Gew.-Teile |
[0042] Es versteht sich, dass anstelle der oben genannten Verarbeitungshilfsmittel, Füllstoffe,
Weichmacher und Vernetzungssowie Vulkanisationshilfsmittel auch andere geeigneten
Verbindungen sowie weitere geeignete Hilfsmittel eingesetzt werden können.
[0043] Die Komponenten der Walzenbeschichtung werden in einem üblichen Mischer gemischt,
kalandriert und im Wickelverfahren auf den mit einem Haftvermittler präparierten Walzenkern
aufgebracht. Anschließend wird in üblicher Weise vulkanisiert, beispielsweise im Autoklaven
über vier Stunden bei 150 °C. Anschließend wird durch übliche Bearbeitungsverfahren
wie Schleifen die einschichtige Walze mit homogener Walzenbeschichtung auf die geforderten
Maße eingestellt.
[0044] Zur Oberflächenverhärtung der Walze wird ein Peroxid (beispielsweise t-Butylperoxybenzoat)
in einer geeigneten Konzentration, beispielsweise 50 bis 40 ml/m
2, vorzugsweise 100 bis 300, insbesondere ca. 250 ml/m
2 gleichmäßig auf die Oberfläche der Walze aufgebracht, wobei die Walze mit geigneter
Geschwindigkeit rotieren kann. Das flüssige Peroxid wird anschließend für einen zur
Erzeugung des gewünschten Härtegradienten ausreichenden Zeitraumes von ca. 5 Minuten
bis 2 Stunden, z.B. ca. 30 Minuten, in den Elastomerbelag eindiffundieren lassen und
nach dieser Eindiffusinszeit sofort thermisch mittels einer Heizeinrichtung auf eine
ausreichende Reaktionstemperatur gebracht, bei welcher das Peroxid mit der Kautschukkomponente
unter Verhärtung derselben reagiert, und bei dieser Temperatur für eine ausreichende
Reaktionszeit, beispielsweise ca. 1 Stunde, gehalten.
[0045] Das Tiefenprofil der Härte (Shore A-Härte) der derart erhaltenen Walze ist in Fig.
2 schematisch dargestellt. Die Walzenbeschichtung weist einen Bereich der Schichtdicke
d
v mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten auf, wobei der härtere Bereich
sich an den Außenumfang der Walzenbeschichtung unmittelbar anschließt. Der Härtegradient
verläuft hier im wesentlichen exponentiell. Hierbei weist die äußerste Lage der Walzenbeschichtung
eine intrinsische Härte von ca. 85 Shore A auf. Über eine radiale Tiefe von ca. 1
mm ist die Härte bis auf die der unveränderten Walzenbeschichtung, hier ca. 25 Shore
A, abgefallen. Es liegen somit den Kern 3 umgebende Schichten A und B unterschiedlicher
Härte vor, wobei die zweite Schicht B, die die erste Schicht A radial außenliegend
umgibt, eine höhere Härte aufweist. Über die oberflächenverhärtete Schicht der Schichtdicke
d
v liegt somit ein Härtegradient von ca. 0,6 Shore A/10 Mikrometer vor. Die gemessene
Oberflächenhärte der Walze, bei der Einfluss des Härtegradienten zutage tritt, liegt
bei ca. 47 Shore A. Ausgehend von der oberflächenverhärteten Schicht bis zu dem Walzenkern
liegt eine im wesentlichen unveränderte Härte vor.
[0046] Alternativ kann eine Oberflächenverhärtung der elastomeren Beschichtung der Walze
auch dadurch erzeugt werden, dass eine Schwefelmonochloridlösung geeigneter Konzentration,
beispielsweise ca. 2,5 Gew.-%ig, in einem geeigneten Lösungsmittel wie Diethylether
auf die Walzenbeschichtung, die beispielsweise die oben beschriebene Zusammensetzung
aufweisen kann, aufgebracht und über einen ausreichenden Zeitraum bei einer ausreichenden
Temperatur (beispielsweise 80 °C/30 Minuten) getempert wird. Hierdurch können vergleichsweise
dünne Schichten im Bereich von 0,1 bis 0,5 mm, beispielsweise ca. 0,2 mm erzeugt werden.
Nach einer weiteren Alternative kann eine Oberflächenverhärtung einer Walzenbeschichtung
dadurch erzielt werden, dass ein Gemisch eines Vulkanisationsmittels mit einem Vulkanisationsbeschleuniger,
(beispielsweise ein Gemisch von Schwefel mit Diphenylguanidin) in einem geeigneten
Mischungsverhältnis (beispielsweise in einem Mischungsverhältnis von 3 : 1) in einem
Walzenspalt über einen geeigneten Zeitraum von beispielsweise 5 Minuten bis 2 Stunden,
vorzugsweise ca. 30 Minuten, in die Walzenoberfläche der zu modifizierenden Walze
eingerieben wird. Anschließend wird eine Temperung bei einer ausreichenden Zeit für
einen ausreichenden Zeitraum (beispielsweise ca. 1 Stunde bei 150 °C) durchgeführt.
Es versteht sich, dass die oben genannten Verhärtungsmittel auch durch andere mechanische
Verfahren in die Walzenbeschichtung eingebracht werden können.
[0047] Zur Eindiffusion der oben genannten härteverändernden Stoffe in die Walzenbeschichtung
kann unter Umständen Raumtemperatur ausreichend sein, wobei eine erhöhte Prozesstemperatur
den Einwirkungsvorgang beschleunigt. Der Diffusionsvorgang kann durch geeignete Hilfsmittel,
beispielsweise geeignete Lösungsmittel wir Aceton oder dergleichen unterstützt werden.
Das oberflächenverhärtende Mittel kann zusammen mit einem die Benetzungeigenschaften
optimierenden Agenz, insbesondere einem hydrophilisierenden oder oleophilisierenden
Agenz wie z.B. einem hydrophilisierenden Fettalkoholderivat, beispielsweise ein Fettalkoholpolyglycolether,
oder einem oleophilisierenden oligomeren flüssigem EPDM auf die Walzenoberfläche aufgebracht
werden, so dass gleichzeitig mit der Härtemodifizierung oder in einem nachgelagerten
Verfahrensschritt das Benetzungsvermögen der Walzenoberfläche verändert werden kann,
beispielsweise die Wasserbenetzbarkeit verbessert werden kann. Das Benetzungsmittel
wird vorzugsweise zu einem Zeitpunkt auf die Walzenbeschichtung aufgebracht, zu welchem
dieser noch mit dem oberflächenverhärtenden Vernetzungsmittel, beispielsweise dem
Peroxid, radikalisch an die Elastomeroberfläche gebunden werden kann.
[0048] Figur 3 zeigt eine Abwandlung eines Tiefenprofils der Walze nach Figur 1,2 wobei
die oberflächennahe Schicht höchster Härte in einem Abstand von ca. 5 Mikrometer von
der Walzenoberfläche vorgesehen ist und der Härteabfall zur Walzenoberfläche hin ca.
5% der Absoluthärte der Schicht höchster Verhärtung ausmacht, beispielsweise bedingt
durch eine oberflächliche Zersetzung bzw. Nebenreaktion des zur Verhärtung aufgebrachten
Vernetzungsmittels. Ausgehend von der Schicht S
H höchster Härte fällt die Härte bis auf eine Schichttiefe der Beschichtung von ca.
100 Mikromter kontnuierlich ab. Bis auf eine Tiefe der Beschichtung von 10mm, vorzugsweise
über die gesamte Dicke der Beschichtung, weist die Schicht S
H die höchste Härte auf. Im übrigen gelten die Ausführungen zu den Figuren 1 und 2
entsprechend.
[0049] Figur 4 zeigt eine Abwandlung einer erfindungsgemäßen Walze 1 bestehend aus einem
Walzenkern 3, wobei gleiche Bauteile mit gleichen Bezugsziffern versehen sind. Die
Härteverläufe der Beschichtungen sind in den Figuren 5 und 6 dargestellt. Die Walzenbeschichtung
2 mit der Schichtdicke d = 10 mm und einer Härte von ca. 25 Shore A entspricht der
Beschichtung des Ausführungsbeispiels nach den Figuren 1-3. Im Unterschied zu den
Figuren 1 und 2 ist die innere Oberfläche der Beschichtung verhärtet und es bezieht
sich in Figur 4 die Schichtdicke d = 0 auf die innere Beschichtungsoberfläche, die
hier modifiziert wird. Gemäss der Abwandlung wurde die Walzenbeschichtung in Art eines
Schlauches vorgefertigt, die innere Oberfläche der Beschichtung, die dem Kern 3 zugewandt
ist, wie zu den Figuren 1-3 oberflächlich verhärtet und auf den mit einem Haftvermittler
versehenen Walzenkern aufgezogen. Die Erzeugung des Härtegradienten nach Figur 5 entspricht
den Ausführungen nach Figur 2, die nach Figur 6 den Ausführungen nach Figur 3. Durch
die Modifizierung der inneren Beschichtungsoberfläche kann die Beschichtung insbesondere
bezüglich der Verbindung mit dem Kern, insbesondere unter Berücksichtigung der notwendigen
Wärmeabfuhr zum Kern hin und der mechanischen Stabilität der inneren Beschichtungsoberfläche,
bei dünnen Walzenbeschichtungen aber auch bezüglich der Eigenschaften der äusseren
Beschichtungsoberfläche, durch die unter geeigneter Wahl der Beschichtungsparameter
und unter geeigneten Bedingungen die Qualität der Fluidaufbereitung bzw. -verarbeitung
und damit auch die der Druckerzeugnisse verbessert werden kann, angepasst werden.
[0050] In sämtlichen Ausführungsbeispielen wird der erfindungsgemässe Härtegradient somit
durch einen mikroskopisch homogen in der Walzenbeschichtung verteilten Stoff oder
Mittel verschieden von Füllstoffen oder Fasern erzeugt.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Walze
- 2
- Beschichtung
- 3
- Kern
- dv
- Schichtdicke
- A
- erste Schicht
- B
- zweite Schicht
1. Walze für Fluidfilmaufbereitung oder -verarbeitung mit einem inneren Kern und einer
Walzenbeschichtung mit einer Schichtdicke d und einer ersten den Kern umgebenden Schicht
mit einer ersten Härte und einer zweiten Schicht, die die erste Schicht radial außenliegend
umgibt und eine zweite Härte aufweist, die von der Härte der ersten Schicht verschieden
ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenbeschichtung zumindest bereichsweise einen im wesentlichen kontinuierlichen
Härtegradienten über zumindest einen Teil der Schichtdicke aufweist.
2. Walze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Komponenten aus der Gruppe Füllstoffe, Härter, Vernetzungsmittel,
Aktivator, Photoinitiator, Monomere und Oligomere eines polymeren Materials sowie
Weichmacher zur Erzeugung des Härtegradienten ausgewählt sind.
3. Walze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungsmittel eine oder mehrere Komponenten ausgewählt aus der Gruppe Peroxid,
Schwefel, Halogenid, Schwefelhalogenide, Polyschwefeldihalogenide ist.
4. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Härtegradient durch einen Gradienten eines härteverändernden Stoffes oder Mittels
erzeugt ist, welcher(s) durch Eindiffusion bzw. Migration des Stoffes bzw. Mittels
oder eines Precursers desselben von wenigstens einer Oberfläche der Walzenbeschichtung
aus in das Beschichtungsmaterial eingebracht ist.
5. Walze nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der härteverändernde Stoff ein thermisch aktivierbares Vernetzungsmittel ist und
dass die Walze durch oberfläches Aufbringen des Vernetzungsmittels auf ein vernetzbares
Elastomer als Walzenbeschichtungsmaterial, Eindiffusion des Vernetzungsmittels in
das Elastomer unter Erzeugung eines Vernetzungsmittelgradienten und Vernetzung des
Elastomers unter Ausbildung eines Härtegradienten erzeugt wird.
6. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das auf den Kern aufgebrachte Beschichtungsgrundmaterial der Walzenbeschichtung eine
Härte von weniger als 35 Shore A, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 25 Shore A aufweist.
7. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Härtegradient sich über eine Differenz der effektiven Härten die Walzenbeschichtung
von mehr als 5 Shore A erstreckt.
8. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke des Beschichtungsmaterial mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten
□ 0,1 mm beträgt.
9. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die oberflächennahe Schicht der Walzenbeschichtung von der aus sich radial ins Innere
der Beschichtung der Schichtdickenbereich mit im wesentlichen kontinuierlicher Härteveränderung
anschliesst, in einem Bereich ausgehend von der Walzenbeschichtungsoberfläche bis
in eine Tiefe von ca. 100 Mikrometer liegt.
10. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzenbeschichtung oberflächlich mit einer Schicht eines immobilisierten oberflächenmodifizierenden
Mittels versehen ist.
11. Walze nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die härteste Schicht des Schichtdickenbereichs mit im wesentlichen kontinuierlichem
Härtegradienten an oder benachbart der äusseren Oberfläche der Walzenbeschichtung
angeordnet ist.
12. Verfahren zur Herstellung einer Walze für die Fluidfilmaufbereitung nach einem der
Ansprüche 1 bis 11 mit einem inneren Kern und einer Walzenbeschichtung mit einer ersten,
den Kern umgebenden Schicht mit einer ersten Härte und einer zweiten Schicht, die
die erste Schicht radial außenliegend umgibt und eine zweite Härte aufweist, die von
der Härte der ersten Schicht verschieden ist, wobei die erste und die zweite Schicht
zusammen die Schichtdicke d aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest bereichsweise in der Walzenbeschichtung ein im wesentlichen kontinuierlicher
Härtegradienten erzeugt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Härtegradient durch eine oder mehrere Komponenten ausgewählt aus der Gruppe Füllstoffe,
Härter, Vernetzungsmittel, Monomere und Oligomere eines polymeren Materials und Weichmacher
erzeugt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Vernetzungsmittel eine oder mehrere Komponenten ausgewählt aus der Gruppe Peroxid,
Schwefel, Halogenid, Schwefelhalogenide, Polyschwefeldihalogenide ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung eines Härtegradienten ein Gradient eines härteverändernden Stoffes
oder Mittels durch Eindiffusion oder Migration des Stoffes oder Mittels oder eines
Precursers desselben von wenigstens einer Oberfläche der Walzenbeschichtung aus in
das Beschichtungsmaterial eingebracht wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der härteverändernde Stoff ein thermisch aktivierbares Vernetzungsmittel ist und
dass die Walze durch oberfläches Aufbringen des Vernetzungsmittels auf ein vernetzbares
Elastomer als Walzenbeschichtungsmaterial, Eindiffusion des Vernetzungsmittels in
das Elastomer unter Erzeugung eines Vernetzungsmittelgradienten und Vernetzung des
Elastomers unter Ausbildung eines Härtegradienten erzeugt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurchgekennzeichnet, dass zur Erzeugung des Härtegradienten der einen Härtegradienten erzeugende Verfahrensschritt
unterbrochen wird, bevor eine Härteänderung über die gesamte Schichtdicke des Beschichtungsmaterials
erfolgt ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Schichtdicke des Beschichtungsmaterial mit im wesentlichen kontinuierlichem Härtegradienten
D 0,1 mm beträgt.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Härtegradient der Walzenbeschichtung erzeugt wird, so dass die oberflächennahe
Schicht der Walzenbeschichtung von der aus sich radial ins Innere der Beschichtung
der Schichtdickenbereich mit im wesentlichen kontinuierlicher Härteveränderung anschliesst,
in einem Bereich ausgehend von der Walzenbeschichtungsoberfläche bis in eine Tiefe
von ca. 100 Mikrometer liegt.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer gebrauchstauglichen Walze (1) mit einer homogenen Walzenbeschichtung (2)
durch chemische und gegebenfalls nachfolgende thermische Nachbehandlung ein im wesentlicher
kontinuerlicher Härtegradient erzeugt wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass oberflächlich auf die Walzenbeschichtung ein oberflächenmodifizierendes Mittels aufgebracht
und dass das Mittel auf der Walzenoberfläche immobilisiert wird.