[0001] Die Erfindung betrifft eine Schleifscheibe zum Schleifen von gekrümmten Oberflächenabschnitten
sowie ein Zwischenprodukt und ein Verfahren zum Herstellen einer solchen Schleifscheibe
mit den Merkmalen des Oberbegriffs der unabhängigen Ansprüche.
[0002] Es sind verschiedene Arten von Schleifscheiben bekannt. Zum Schleifen von flachen
Oberflächen werden beispielsweise flächige Scheiben verwendet, auf deren eine oder
beiden Seiten Schleifmittel aufgetragen ist.
[0003] Aus US 5 722 881 ist es bekannt, auf der Aussenseite eines scheibenförmigen Trägers
Schleiflamellen aufzutragen.
[0004] Aus EP 911 116 sind Schleifscheiben bekannt, bei denen auf beiden Oberflächen Schleifmittel
in Segmenten überlappend nebeneinander angeordnet sind.
[0005] Diese bekannten Schleifscheiben eignen sich zum Schleifen von im Wesentlichen flachen
Oberflächen. Bei bestimmten Anwendungen ist es aber gewünscht, Radien zu schleifen,
beispielsweise bei Schweissnähten, die flächige Teile miteinander verbinden. Vor allem
bei Anwendungen, wo die Anforderungen an Hygiene gross sind oder wo Korrosion vermieden
werden soll, ist es wichtig, dass die Oberfläche der Schweissnaht glatt ist, insbesondere
keine Vertiefungen oder Poren aufweist. Solche konkav gekrümmten Oberflächen lassen
sich mit herkömmlichen Schleifscheiben verhältnismässig schlecht schleifen.
[0006] Es ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Bekannten
zu vermeiden, insbesondere also eine Schleifscheibe zu schaffen, die sich zum Schleifen
von gekrümmten konkaven Oberflächen eignet. Die Schleifscheibe soll auf einfache Art
und Weise herstellbar sein und hohe Standzeiten aufweisen.
[0007] Erfindungsgemäss werden diese Aufgaben mit einer Schleifscheibe mit den Merkmalen
des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
[0008] Die Schleifscheibe besteht im Wesentlichen aus einem Tragkörper und auf dem Tragkörper
aufgebrachtem Schleifmittel. Unter Schleifmittel wird in diesem Zusammenhang insbesondere
ein flexibler flächiger Träger verstanden, der mit Schleifmittel versehen ist, also
typischerweise ein Schleifband oder Abschnitte aus einem Schleifband oder einer flachen
Schleifscheibe. Es ist aber auch denkbar, Schleifmittel unmittelbar und ohne Träger
auf den Tragkörper aufzutragen, insbesondere abrasives Material direkt auf dem Tragkörper
festzukleben.
[0009] Die Schleifscheibe ist um eine Achse drehbar, beispielsweise durch eine Schleifmaschine.
Der Tragkörper weist eine Umfangsfläche auf, die im Schnitt in einer Radialebene wenigstens
teilweise eine konvexe Krümmung aufweist. Eine Radialebene ist eine Ebene, die durch
die Drehachse verläuft. Das Schleifmittel ist wenigstens im Bereich der Umfangsfläche
auf dem Tragkörper angeordnet. Das Schleifmittel weist daher im Schnitt mit der Radialebene
ebenfalls eine Krümmung auf, die etwa der Krümmung der Umfangsfläche entspricht.
[0010] Die erfindungsgemässe Schleifscheibe ist etwa rotationssymmetrisch ausgebildet. Selbstverständlich
weist die Aussenfläche des Tragkörpers in Umfangsrichtung gesehen eine Krümmung auf.
[0011] Hier und im Folgenden wird unter der Krümmung der Umfangsfläche die Krümmung der
Umfangsfläche in einer Radialebene verstanden.
[0012] Weil der Tragkörper mit einer konvexen Umfangsfläche versehen ist und die Schleifmittel
wenigstens im Bereich der Umfangsfläche auf den Tragkörper aufgebracht sind, lassen
sich auf einfache Weise konkave Oberflächenabschnitte schleifen.
[0013] Weil gemäss der Erfindung ein Schleifmittel auf einen Tragkörper mit einer vorgegebenen
Form mit einer Krümmung aufgetragen wird, ist die Form des Schleifmittels durch den
Tragkörper jederzeit genau definiert. Anders als bei gebundenen Schleifmitteln, bei
denen die Form der Schleiffläche auf Grund von Abtrag des Schleifmittels sich im Verlauf
der Zeit ändern kann, bleibt die gekrümmte Schleiffläche gemäss der Erfindung über
die Lebensdauer der Schleifscheibe definiert.
[0014] Gemäss einem ersten Ausführungsbeispiel ist der Tragkörper als Ring ausgebildet.
Eine Ausführung des Tragkörpers als Ring hat verschiedene Vorteile. So lässt sich
der Tragkörper mit verhältnismässig geringem Materialaufwand herstellen. Ausserdem
lässt sich ein als Ring ausgebildeter Tragkörper einfach mit einer Befestigungsvorrichtung
an einer Schleifmaschine befestigen, wie sie beispielsweise in EP 911 116 beschrieben
ist.
[0015] In einem alternativen Ausführungsbeispiel ist der Tragkörper als Scheibe ausgebildet.
Ein Vorteil dieser Konstruktion besteht darin, dass die Scheibe direkt an einer Schleifmaschine
befestigt werden kann.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Schleifmittel mittels einer Klemmvorrichtung
auf dem Tragkörper festgeklemmt. Das flächige, flexible Schleifmittel wird um die
Krümmung der Umfangsfläche des Tragkörpers gekrümmt und seitlich festgeklemmt. Mit
einer solchen Klemmvorrichtung ist zuverlässig sichergestellt, dass sich das Schleifmittel
auch bei hohen Belastungen nicht löst.
[0017] Die Klemmvorrichtung kann ausserdem als Halterung zur Befestigung der Schleifscheibe
an einer Schleifmaschine ausgebildet sein. Die Klemmvorrichtung dient dabei gleichzeitig
dem Halten der Schleifscheibe und der Befestigung des Schleifmittels.
[0018] Gemäss einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel auf dem Tragkörper
festgeklebt. Eine Verklebung ist im Vergleich zu einem Verklemmen einfacher, da auf
eine spezifische Klemmvorrichtung verzichtet werden kann. Selbstverständlich lässt
sich eine Verklebung auch mit einer Verklemmung kombinieren. Das Schleifmittel wird
dazu in einem ersten Schritt auf dem Tragkörper festgeklebt. Zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit
wird das Schleifmittel gleichzeitig auch festgeklemmt.
[0019] In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel aus Segmenten gebildet,
die in Umfangsrichtung überlappend nebeneinander auf dem Tragkörper angeordnet sind.
Das Schleifmittel ist ähnlich wie in EP 911 116 auf der einen Seite eines Tragkörpers
befestigt. Im Gegensatz zu EP 911 116 weist aber der Tragkörper eine gekrümmte Aussenfläche
auf, über welche das Schleifmittel gekrümmt aufgetragen ist. Einzelne Segmente lassen
sich besonders einfach an die Krümmung der Umfangsfläche anpassen.
[0020] Besonders vorteilhaft sind die Segmente mandelförmig ausgebildet. Mandelförmig heisst
in diesem Zusammenhang, dass die Segmente abgerundete Seitenränder haben, die sich
gegen die beiden Enden der Segmente hin verjüngen. Diese Form reduziert die Verdickung
der aus den Segmenten bestehenden Schicht auf Grund der Überlappung.
[0021] Gemäss einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel als Band ausgebildet,
das in Umfangsrichtung gesehen in Wicklungen auf dem als Ring ausgebildeten Tragkörper
aufgewikkelt ist. Diese Art der Befestigung ist besonders vorteilhaft, weil sich das
Band gewissermassen selbst auf Grund der Wicklungen auf dem Träger befestigt. Da nur
ein einteiliges Schleifmittel aufgetragen wird, reduziert sich der Herstellaufwand.
[0022] Die Überlappung der Segmente bzw. der Wicklungen ist dabei vorteilhaft so ausgebildet,
dass der Abstand des in Drehrichtung gesehen vorderen Endes der Segmente bzw. Wicklungen
von der Drehachse grösser ist als der Abstand des hinteren Endes. Eine derartige Überlappung
führt zu einem vorteilhaften Selbsterneuerungseffekt und dadurch zu einer Erhöhung
der Standzeiten. Beim Betrieb wird das am weitest Aussen liegende hintere Ende der
Segmente bzw. Wicklungen zuerst abgetragen.
[0023] Gemäss einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel als Band ausgebildet,
das in Umfangsrichtung gesehen auf die Umfangsfläche aufgebracht ist. Das Band wird
als geschlossenes Band auf die Umfangsfläche aufgebracht und entlang von seinen Seitenrändern
gegen die Oberflächen des Tragkörpers hin umgebogen. Der Vorteil dieser Ausführungsform
besteht darin, dass im Gegensatz zu Überlappungen die Schleiffläche im Wesentlichen
flach ist, das heisst, keine Stufen aufweist.
[0024] Um das Umfalten der Ränder des geschlossenen Bandes zu erleichtern, kann das Band
entlang von seinen Rändern mit Einschnitten oder Ausschnitten versehen sein. Die zwischen
Einschnitten bzw. Ausschnitten gebildeten Segmente können auf die Oberflächen des
Tragkörpers geklappt werden und überlappen sich dabei leicht. Eine Wellung des flächigen
Schleifmittels wird dadurch vermieden.
[0025] Gemäss einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel in Form von abrasivem
Material (Schleifkorn) mit einem Bindemittel direkt auf der Oberfläche des Tragkörpers
festgeklebt. Ein Befestigen und Verformen von Schleifmittel auf einem Substrat ist
daher nicht nötig.
[0026] Der Radius der Krümmung der Umfangsfläche ist typischerweise an die zu schleifende
gekrümmte Oberfläche angepasst. Der Radius beträgt vorzugsweise zwischen 3 mm und
8 mm. Der Tragkörper der Schleifscheibe ist vorteilhaft aus Glasfaser verstärktem
Kunststoff ausgebildet. Auf einem solchen Tragkörper lässt sich das Schleifmittel
besonders dauerhaft festkleben. Es ist aber auch denkbar den Tragkörper, insbesondere
einen als Ring ausgebildeten Tragkörper z.B. aus Aluminium oder aus Kunststoff zu
fertigen. Der gekrümmte Abschnitt der Umfangsfläche des Tragkörpers erstreckt sich
vorteilhaft über einen Winkel von mehr als 180°, das heisst der Tragkörper weist einen
ringartigen äusseren Umfang auf. Damit wird eine besonders grosse, aktiv nutzbare
Schleiffläche zur Verfügung gestellt.
[0027] Die Erfindung wird im Folgenden im Ausführungsbeispielen und an Hand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Schnitt durch eine zu schleifende Oberfläche und durch einen Teil einer erfindungsgemässen
Schleifscheibe,
- Figur 2
- Draufsicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Schleifscheibe,
- Figur 3
- Querschnitt durch das Ausführungsbeispiel gemäss Figur 2,
- Figur 4
- vergrösserte Darstellung von Schleifmitteln gemäss dem Ausführungsbeispiel aus Figur
2,
- Figur 5
- Draufsicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Figur 6
- Querschnitt durch eine Schleifscheibe gemäss dem Ausführungsbeispiel aus Figur 5,
- Figur 7
- Draufsicht auf ein Zwischenprodukt zur Herstellung einer erfindungsgemässen Schleifscheibe,
- Figur 8
- Querschnitt durch einen Teil des Zwischenprodukts gemäss Figur 7 und eine daraus hergestellte
Schleifscheibe,
- Figur 9
- Draufsicht auf ein drittes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Schleifscheibe
- Figur 10
- Draufsicht auf das Schleifmittel für eine Schleifscheibe gemäss dem Ausführungsbeispiel
aus Figur 9 und
- Figur 11
- Querschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel einer Schleifscheibe.
[0028] Figur 1 zeigt schematisch den Einsatz einer erfindungsgemässen Schleifscheibe 1 im
Querschnitt. Die Schleifscheibe 1 dient beispielsweise zum Schleifen von Radien in
die Oberfläche O einer Schweissnaht S, welche beispielsweise zwei Metallteile M1,
M2 zusammenfügt.
[0029] Eine Schleifscheibe 1 ist um eine Achse A drehbar befestigt. Die Schleifscheibe 1
weist einen Tragkörper auf, der gemäss den folgenden Ausführungsbeispielen als Ring
2 oder als Scheibe 12 ausgebildet sein kann. In Figur 1 ist ein Schnitt durch die
Schleifscheibe 1 entlang einer Radialebene R (siehe Figur 2) gezeigt. Als Radialebenen
werden Ebenen bezeichnet, die durch die Achse A laufen. Der Tragkörper der Schleifscheibe
1 weist eine Umfangsfläche 4 auf. Die Umfangsfläche 4 ist die den Umfang der Schleifscheibe
1 definierende Fläche. Die Umfangsfläche 4 ist im Schnitt mit der Radialebene R konvex
gekrümmt. Im Bereich der Umfangsfläche 4 ist der Tragkörper der Schleifscheibe 1 mit
einem Schleifmittel versehen, das gemäss den folgenden Ausführungsbeispielen als Segment
oder als Band oder als mit einem Bindemittel auf den Tragkörper aufgetragenes Schleifkorn
ausgebildet sein kann. Auf Grund der konvexen Krümmung der Umfangsfläche 4 erhält
auch das auf die Umfangsfläche 4 aufgetragene Schleifmittel, beispielsweise ein Segment
3 eine konvexe Form. Mit dem gekrümmten Schleifmittel lässt sich der Radius in die
Oberfläche O der Schweissstelle S einschleifen.
[0030] Ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Schleifscheibe ist in den Figuren
2 bis 4 gezeigt. Figur 2 zeigt eine Draufsicht auf die Schleifscheibe 1. Die Schleifscheibe
1 gemäss diesem Ausführungsbeispiel weist einen als Ring 2 ausgebildeten Tragkörper
auf. Der Ring 2 ist aus Aluminium, Stahl oder aus Nylon oder aus einem Glasfaser verstärkten
Kunststoff ausgebildet. Entlang der aussenliegenden Umfangsfläche 4 ist der Ring 2
in einer radialen Schnittebene R konvex gekrümmt. Auf den Ring 2 sind nebeneinanderliegende,
sich gegenseitig überlappende Segmente 3 aus einem flexiblen Schleifmittel angeordnet.
Typischerweise werden Schleifmittelsegmente mit einem Tragmaterial aus Gewebe (Baumwolle
oder Polyester) eingesetzt, auf denen gewünschtes Schleifkorn mit einem Bindemittel
gehalten wird. Die Segmente 3 sind auf der Unter- und Oberseite des Rings 2 mit einem
Kleber, beispielsweise einem Polyurethon Kleber festgeklebt. Zusätzlich werden die
Segmente 3 durch eine Klemmvorrichtung (siehe Figur 3) festgeklemmt. Die Klemmvorrichtung
besteht aus einem oberen Teil 5 und einem unteren Teil 6, die beispielsweise mit Schrauben
10 zusammengehalten werden und so den Ring 2 mit den Segmenten 3 festklemmen. Die
aus den Teilen 5, 6 bestehende Klemmvorrichtung kann ausserdem mit einer (gestrichelt
dargestellten) Haltevorrichtung 7 versehen sein, mittels welcher sich die Schleifscheibe
1 an einer Schleifmaschine (nicht dargestellt) befestigen lässt.
[0031] Die Überlappung der Segmente 3 ist so ausgewählt, dass der Abstand d des in Drehrichtung
D vorderen Endes 8 der Segmente 3 von der Drehachse A der Schleifscheibe 1 geringer
ist als der Abstand des in Drehrichtung D gesehen hinteren Endes 9 des Segmentes 3
von der Drehachse A. Dadurch ergibt sich eine sanftere Schleifwirkung. Gleichzeitig
wird beim Betrieb das hintere Ende 9 abgetragen, so dass sich die Schleifscheibe 1
selbst erneuert.
[0032] Wie in Figur 3 gezeigt ist die Umfangsfläche 4 in einer radialen Schnittebene R mit
einem Krümmungsradius r versehen. Die Umfangsfläche 4 braucht nicht genau entlang
einem Kreis zu verlaufen, das heisst der Krümmungsradius der Umfangsfläche ist nicht
konstant. Der Krümmungsradius r wird je nach Art der zu behandelnden Schleifstelle
ausgewählt. Er beträgt typischerweise 3 mm bis 8 mm.
[0033] Wenn die Schleifscheibe 1 abgenutzt ist, kann die aus den Teilen 5, 6 bestehende
Klemmvorrichtung gelöst werden und der Ring 2 ersetzt werden. Dank der Klemmvorrichtung
ist es nicht erforderlich, die mit der Klemmvorrichtung 5,6 verbundene Haltevorrichtung
7 zu ersetzen.
[0034] In Figur 4 ist eine bevorzugte Form der Segmente 3 gezeigt. Die Segmente 3 sind mandelförmig
ausgebildet. Das heisst, dass die Segmente in einem mittleren Bereich 15 die grösste
Breite aufweisen. Der mittlere Bereich 15 liegt am Ring 2 entlang einer Umfangsaussenlinie
16 an. Die Segmente 3 verjüngen sich von der Mittellinie 15 weg, wobei das vordere
Ende 8 und das hintere Ende 9 gekrümmt ausgebildet sind. Diese Form der Segmente 3
trägt der angestrebten Krümmung der Segmente 3 Rechnung. Das Problem von Verdickungen
auf Grund von zusätzlichem Material im Bereich der Befestigung der Segmente 3 auf
dem Ring 2 wird dadurch verhindert.
[0035] Figuren 5 und 6 zeigen ein alternatives Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen
Schleifscheibe 1. Der Tragkörper ist wie in Figuren 2 bis 4 als Ring 2 ausgebildet.
Im Gegensatz zum vorhergehenden Ausführungsbeispiel ist das Schleifmittel als Band
13 ausgebildet, das in Wicklungen 14 um den Ring 2 aufgewickelt ist. Die Wicklungen
14 sind ähnlich wie die Segmente 3 so angeordnet, dass der Abstand des in Drehrichtung
gesehen vorderen Endes 8 der Wicklungen zur Drehachse A grösser ist als der Abstand
des hinteren Endes 9 der Wicklungen 14. Ein Vorteil der Wicklung besteht darin, dass
nicht einzelne Segmente auf dem Ring befestigt werden müssen. Auf eine Verleimung
des Schleifmittels mit dem Ring 2 kann verzichtet werden. Die in Figur 6 ersichtliche
Klemmvorrichtung aus einem oberen und einem unteren Teil 5, 6 dient dazu, das Schleifband
13 auf den Ring 2 zu pressen. Der Ring 2 ist auf seiner Ober- und Unterseite mit einem
konkaven Anpressbereich 17 versehen. Die Teile 5, 6 drücken das Schleifband 13 in
den konkaven Bereich 17 hinein. Dies führt zu einer Spannung des Schleifbandes 13
im Bereich der gekrümmten Umfangsfläche 4.
[0036] Figur 7 zeigt eine Draufsicht auf ein Zwischenprodukt einer Schleifscheibe die ähnlich
wie das Ausführungsbeispiel gemäss Figuren 2 bis 4 aufgebaut ist. Im Gegensatz zum
Ausführungsbeispiel gemäss Figuren 2 bis 4 ist gemäss Figur 7 der Tragkörper als durchgehende
Scheibe 12 ausgebildet. Die Scheibe 12 besteht beispielsweise aus Glasfaser-verstärktem-Kunststoff.
Zur Herstellung einer Schleifscheibe gemäss diesem Ausführungsbeispiel werden zuerst
Segmente 3 auf eine Oberfläche der Scheibe 12 festgeklebt, so dass ein inneres Ende
11a auf der Oberfläche festgeklebt ist und ein äusseres Ende 11b der Segmente über
die Umfangsaussenlinie 16 der Scheibe 12 so weit vorsteht (siehe Querschnitt in Figur
8), dass das vorstehende Ende 11b anschliessend nach unten gekrümmt werden und auf
der unteren Seite 12 der Scheibe 12 ebenfalls festgeklebt werden kann. Dabei nimmt
das Segment 3 die konvexe Form der Umfangsfläche 4 an.
[0037] Selbstverständlich lässt sich mit dem derart dargestellten Herstellverfahren auch
eine Schleifscheibe gemäss Figur 2 bis 4 mit einem Ringförmigen Tragkörper herstellen.
[0038] Figuren 9 und 10 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung. Ähnlich wie
im Ausführungsbeispiel gemäss Figur 2 bis 4 ist der Tragkörper als Ring 2 ausgebildet.
Das Schleifmittel ist als Band 23 ausgebildet, das in Umfangsrichtung U entlang der
Umfangsaussenlinie 16 auf den Ring 2 aufgebracht wird. Das Band 23 ist an sich flach.
Damit das Band 23 eine gekrümmte Oberfläche erhält, werden die Ränder 24 des Bandes
23 auf die Ober- bzw. Unterseite der Scheibe 2 geklappt und darauf befestigt, beispielsweise
festgeklebt und/oder festgeklemmt. Damit sich das Band 23 beim Umfalten der Ränder
24 nicht wellt, ist das Band mit sich von den Rändern 24 gegen die Mitte 26 des Bandes
23 erstreckenden Einschnitten 25 versehen. Auf der Ober- bzw. Unterseite der Scheibe
2 überlappt sich das Band 23 im Bereich der Einschnitte 25 (siehe Figur 9). In Figur
10 ist ein Ausschnitt des Bandes 23 in der Draufsicht gezeigt. Die Mitte 26 des Bandes
wird entlang der Umfangsaussenlinie 16 auf die Scheibe 2 aufgelegt. In Figur 10 sind
Ausschnitte 25 dargestellt. Je nach Grad der Krümmung kann die Grösse der Ausschnitte
25 entsprechend ausgewählt werden. Es sind auch Einschnitte denkbar, bei denen kein
Material aus dem Band 23 entfernt wird. Das Ausführungsbeispiel gemäss Figur 9 und
10 lässt sich sowohl mit einem Tragkörper als Ring 2 als auch mit einem scheibenförmigen
Tragkörper 12 verwirklichen. Das Schleifband 23 ist ein herkömmliches Schleifband.
Das Schleifband lässt sich entlang der Umfangsaussenlinie 16 und auf der Ober- bzw.
Unterseite des Tragkörpers festkleben und/oder mit einer Klemmvorrichtung ähnlich
wie in den vorhergehenden Ausführungsbeispielen gezeigt, festklemmen.
[0039] Figur 11 zeigt einen Querschnitt durch ein viertes Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Ein als Ring 2 ausgebildeter Tragkörper ist als Spritzgussteil ausgebildet, in dem
die Enden 11a 11b der Segmente 3 verankert sind. Eine solche Verankerung ist selbstverständlich
auch im Zusammenhang mit einer durchgehenden Scheibe gemäss dem Ausführungsbeispiel
in Figur 7 und 8, sowie mit einem in Umlaufrichtung aufgebrachten Band gemäss Figuren
9 und 10 denkbar. Die Teile der Befestigungsvorrichtung 5, 6 für alle gezeigten Ausführungsbeispiele
lassen sich beispielsweise aus Aluminium fertigen. Es sind aber auch Kunststoffspritzgussteile
denkbar.
[0040] In den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1, 3, 6 und 11 erstreckt sich die gekrümmte
Umfangsfläche über einen Winkel β von mehr als 180°. Das heisst, dass ein Umfangsabschnitt
von wenigstens 180° zum Schleifen verwendet werden kann. Der Tragkörper weist dabei
einen Bereich grösster Dicke in Achsrichtung auf. Die Dikke des Tragkörpers nimmt
von diesem Bereich radial nach innen ab, so dass sich ein tropfenförmiger Querschnitt
ergibt. Das Schleifmittel ist über den Bereich grösster Dicke hinaus radial nach innen
auf dem Tragkörper aufgebracht.
[0041] Gemäss einem weiteren, nicht in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel ist
das Schleifmittel ohne Substrat direkt auf den Tragkörper, beispielsweise einem Ring
wie in Figur 2 und 3 gezeigt, aufgebracht. Dazu wird Schleifkorn mit einem Binder
(z.B. Epoxi-Harz) auf die Oberfläche des Rings 2 z.B. (aus Aluminium, Stahl oder Kunststoff)
aufgetragen.
1. Schleifscheibe (1) zum Schleifen von gekrümmten Oberflächenabschnitten (O),
mit einem Tragkörper (2,12) und auf dem Tragkörper aufgebrachtem Schleifmittel (3,
13, 23)
dadurch gekennzeichnet, dass der Tragkörper (2, 12) eine Umfangsfläche (4) aufweist, die im Schnitt in einer Radialebene
(R) wenigstens teilweise eine konvexe Krümmung aufweist und dass das Schleifmittel
(3, 13, 23) wenigstens im Bereich der Umfangsfläche (4) auf dem Tragkörper (2, 12)
angeordnet ist, so dass das Schleifmittel im Schnitt mit der Radialebene (R) eine
Krümmung aufweist, die etwa der Krümmung der Umfangsfläche (4) entspricht.
2. Schleifscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragkörper als Ring (2) ausgebildet ist.
3. Schleifscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragkörper als Scheibe (12) ausgebildet ist.
4. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel (3, 13, 23) mittels einer Klemmvorrichtung (5, 6) auf dem Tragkörper
(2, 12) festgeklemmt ist.
5. Schleifscheibe nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmvorrichtung (5, 6) mit einer Halterung (7) zum Befestigen der Schleifscheibe
(1) an einer Schleifmaschine versehen ist.
6. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel (3, 13, 23) auf dem Tragkörper (2, 12) festgeklebt ist.
7. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel aus Segmenten (3) besteht, die sich vorzugsweise in Umfangsrichtung
(U) überlappend auf dem Tragkörper (2, 12) angeordnet sind.
8. Schleifscheibe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (3) mandelförmig ausgebildet sind.
9. Schleifscheibe nach Anspruch 2 und einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel als Band (13) ausgebildet ist, das in Umfangsrichtung (U) gesehen
vorzugsweise überlappend in Wicklungen (14) auf dem Ring (2) aufgewickelt ist.
10. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlappung derart ausgebildet ist, dass der Abstand (d) des in Drehrichtung
(D) vorderen Endes (8) der Segmente (3) bzw. der Wicklungen (14) von der Drehachse
(A) geringer ist als der Abstand des in Drehrichtung (D) hinteren Endes (9) von der
Drehachse (A).
11. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schleifmittel als Band (23) ausgebildet ist, das in Umfangsrichtung (U) gesehen
wenigstens auf eine Umfangsaussenlinie (16) der Umfangsfläche (4) auf dem Tragkörper
(2, 12) aufgebracht ist.
12. Schleifscheibe nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (23) entlang seinen Rändern (24) mit Einschnitten oder Ausschnitten (25)
versehen ist.
13. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsfläche (4) einen Krümmungsradius (r) von 3 mm bis 8 mm aufweist.
14. Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Träger (2, 12) aus Glasfaser-verstärktem-Kunststoff besteht.
15. Zwischenprodukt zum Herstellen einer Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 7, 8,
10, 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (3) mit einem inneren Ende (11a) auf dem Tragkörper (2, 12) befestigt
sind und dass das äussere Ende (11b) der Segmente (3) über die Umfangsaussenlinie
des Tragkörpers (2, 12) vorsteht.
16. Verfahren zum Herstellen einer Schleifscheibe nach einem der Ansprüche 7, 8, 10, 13
oder 14,
gekennzeichnet durch die Schritte
- Bereitstellen eines Zwischenprodukts nach Anspruch 15,
- Umbiegen der äusseren Enden (11b) der Segmente (3) um den gekrümmten Umfangsabschnitt
(4),
- Befestigen der äusseren Enden (11b) am Tragkörper (2, 12).