[0001] Die Erfindung betrifft eine Fördereinrichtung für Bogenlagen, die insbesondere wenigstens
einem Sammelbereich zuführbar sind, mit wenigstens zwei hintereinander angeordneten
Fördervorrichtungen, von denen die in Förderrichtung vordere Fördervorrichtung eine
niedrigere Geschwindigkeit als die hintere aufweist, wobei wenigstens eine Ionisiereinrichtung
umfaßt ist, mittels der die Bogenlagen elektrostatisch aufladbar sind. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zum Zusammenbringen von Bogenlagen.
[0002] Bei entsprechenden gattungsgemäßen Fördereinrichtungen wird ein kontinuierlicher
Strom von bspw. aus einem Querschneider kommenden Bogen oder Bogenlagen einem Sammelbereich
zugeführt, wobei derartige Fördereinrichtungen mit einer verhältnismäßig hohen Geschwindigkeit
arbeiten. Bei derart hohen Geschwindigkeiten ist es schwierig, die Bogenlagen in einem
Sammelbereich abzulegen, ohne diese zu beschädigen. Die Geschwindigkeit der Bogen
bzw. Bogenlagen muß beim Ablegen erheblich herabgesetzt werden, da sonst keine regelmäßige
Ablage der Bogenlagen möglich ist. Bei großen Geschwindigkeitsdifferenzen wurden bisher
mehrere Stufen zur Geschwindigkeitsverminderung hintereinander geschaltet. Das bedeutet
jedoch einen ganz erheblichen baulichen Aufwand.
[0003] Aus der DE-PS 2 100 980 ist eine gattungsgemäße Fördereinrichtung bzw. Fördervorrichtung
bekannt, bei der insbesondere mittels einer Ionisiereinrichtung die Bogen und wenigstens
eines der Förderbänder elektrostatisch aufladbar ist, um so ein elektrostatisches
Abbremsen der Bogen zu ermöglichen. Hierbei wird es vorgezogen, Ionisiereinrichtungen
beiderseits der in Bewegung befindlichen geschnittenen Bogen anzuordnen, wodurch eine
Steuerung der Bogen zu einem der Sammelbereiche durchführbar ist.
[0004] Aus der DE-AS 1 245 702 ist eine Vorrichtung zum Fördern, Überlappen und Ablegen
von z.B. aus Querschneidern ausgestoßenen Bogen aus Papier oder dgl. mit einem Förderband
und einem diesem in Förderrichtung nachgeschalteten und tiefer angeordneten weiteren
Förderband geringerer Geschwindigkeit bekannt. Hierbei werden einzelne Bogen auf einem
langsam laufenden Band, dem sog. Abbremsband, mittels Saugluft angezogen. Eine Vorrichtung
gem. diesem Dokument ist für mehrere übereinanderliegende Bogen, sog. Bogenlagen bzw.
Papierclips nicht geeignet.
[0005] Aus der DE 34 09 548 C2 der Anmelderin ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Abbremsen und Überlappen von Papierbogen in Papierverarbeitungsmaschinen bekannt,
bei der mittels wenigstens einer Bremsrolle die einzelnen Bogen oder Bogenlagen abgebremst
werden. Eine derartige Maschine bzw. ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung
ist allerdings für empfindliche Papiere und für sehr hohe Geschwindigkeiten weniger
geeignet, da hierdurch die Bogen bzw. Bogenlagen beschädigt werden können.
[0006] Gegenüber diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Fördereinrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der die bspw. aus Bahnen
geschnittenen oder sortierten Bogen mit sehr hoher Geschwindigkeit befördert werden
können und diese hohe Fördergeschwindigkeit auf einer verhältnismäßig kurzen Wegstrecke
auf eine zum Ablegen geeignete Geschwindigkeit reduziert wird. Hierbei sollen Beschädigungen
der Bogen bzw. Bogenlagen ausgeschlossen sein.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Fördereinrichtung für Bogenlagen mit
wenigstens zwei hintereinander angeordneten Fördervorrichtungen gelöst, von denen
die in Förderrichtung vordere Fördervorrichtung eine niedrigere Geschwindigkeit als
die hintere aufweist, wobei wenigstens eine Ionisiereinrichtung umfaßt ist, mittels
der die Bogenlagen elektrostatisch aufladbar sind, wobei im Bereich der vorderen Fördervorrichtung
eine Saugeinrichtung angeordnet ist, mittels der die Bogenlagen in wenigstens einem
Bereich der Bogenlagen mit Saugluft beaufschlagbar sind.
[0008] Durch Kombination einer Ionisiereinrichtung und einer Saugeinrichtung ist ein für
den Fachmann nicht erwarteter und nicht erwartbarer Vorteil realisiert, nämlich daß
bei einem geringen maschinellen Aufwand Bogenlagen aus sehr hoher Geschwindigkeit
heraus auf niedrigere Geschwindigkeit abgebremst und überlappt werden können, ohne
diese zu beschädigen. Durch die Kombination der Ionisierung der Bogenlagen und ein
damit einhergehendes elektrostatisches Zusammenhalten der Bogen aus der jeweiligen
Bogenlage und der Verwendung einer Saugeinrichtung zum Abbremsen und Anziehen der
Bogenlagen insgesamt, ist der erfindungsgemäße Erfolg gewährleistet.
[0009] Durch das Ausführungsbeispiel, daß der wenigstens eine Bereich der Bogenlagen in
Förderrichtung im hinteren Bereich der Bogenlagen angeordnet ist, insbesondere in
der Nähe der Kante der jeweiligen Bogenlage, ist es möglich, lange Formatabschnitte
bzw. lange Bogenlagen mit geringerer Geschwindigkeit in der langsamen Fördervorrichtung,
also der vorderen Fördervorrichtung, zu transportieren, als dieses bisher möglich
gewesen ist. Ferner bedeutet dieses ein berührungsloses Abbremsen der Bogenlagen an
der Hinterkante, wodurch keine Beschädigungen der Vorderkante auch nicht bei hohen
Papierbahngeschwindigkeiten bzw. Bogenlagengeschwindigkeiten erfolgen. Hierbei werden
die langen Formatabschnitte bzw. Bogenlagen in der Abbremsphase nicht mehr in sich
zusammengeschoben, wie dieses bei der ansonsten üblichen Massenträgheit von Bogenlagen
beim Abbremsen an der Vorderkante geschieht.
[0010] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform ist dann gegeben, wenn die vordere Fördervorrichtung
Saugöffnungen umfaßt. Durch Vorsehen von Saugöffnungen in der vorderen Fördervorrichtung,
insbesondere in entsprechenden Förderbändern, ist eine besonders einfache konstruktive
und erfindungsgemäße Ausgestaltung der vorderen Fördervorrichtung möglich. Vorzugsweise
durchsetzen die Saugöffnungen wenigstens ein Förderband der vorderen Fördervorrichtung.
Das wenigstens eine Förderband kann dann bspw. auch Saugriemen genannt werden. Im
Rahmen der Erfindung werden vorzugsweise mehrere nebeneinander angeordnete Förderbänder
bzw. Saugriemen verwendet. Dieses sind vorzugsweise drei.
[0011] Ein besonders effektives Abbremsen bzw. Herunterbringen der Geschwindigkeit auf die
Geschwindigkeit des vorderen Förderbandes bzw. der vorderen Förderrichtung ist dann
gegeben, wenn die Saugeinrichtung wenigstens einen Saugkasten mit Saugschlitzen umfaßt,
der in Wirkverbindung mit den Saugöffnungen bringbar ist. Wenn die Saugöffnungen in
einem vorgebbaren, insbesondere gleichmäßigen, Abstand auf dem wenigstens einen Förderband
zueinander angeordnet sind, kann ein formatunabhängiger Überlappungsabstand gewählt
werden. Der Überlappungsabstand ist demgemäß vorzugsweise anpaßbar und hängt vom Lochabstand
der entsprechenden Sauglöcher in dem wenigstens einen Förderband ab.
[0012] Eine besonders effektive Ionisation bzw. elektrische Aufladung der Bogenlagen ist
dann realisierbar, wenn im Bereich der Ionisiereinrichtung die Fördervorrichtung oder
wenigstens ein weiteres Element wenigstens teilweise elektrisch leitfähig ist. Hierzu
ist vorzugsweise ein elektrisch leitfähiges Element vorgesehen, das insbesondere ortsfest
ist.
[0013] Eine besonders bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fördereinrichtung
ist dann realisiert, wenn eine Phasenverschiebung in Abhängigkeit der Geschwindigkeit
der Fördereinrichtung zwischen den wenigstens zwei hintereinander angeordneten Fördervorrichtungen
vorgesehen ist. Die Phasenverschiebung dient hierbei dazu, die Massenträgheit der
Bogenlagen zu höheren Geschwindigkeiten der Fördereinrichtung zu kompensieren. Hierbei
ist zu berücksichtigen, daß je höher die Geschwindigkeit der Bogenlagen ist, die Bogenlagen
um so weiter über die entsprechenden Sauglöcher rutschen, bevor eine vollständige
Fixierung durch die Saugluft an dem entsprechenden Förderband geschieht. Vorzugsweise
besteht ein linearer Zusammenhang zwischen der Phasenverschiebung und der Geschwindigkeit
der Fördereinrichtung. Ferner vorzugsweise eilt die Phase der vorderen Fördervorrichtung
der Phase der hinteren Fördervorrichtung um so mehr vor, je größer die Geschwindigkeit
der Fördereinrichtung ist.
[0014] Erfindungsgemäß ist eine Papierverarbeitungsmaschine mit wenigstens einer der vorbezeichneten
Fördereinrichtungen versehen. Eine derartige Papierverarbeitungsmaschine verarbeitet
insbesondere Papier, aber auch sog. Tissue. Eine derartige Papierverarbeitungsmaschine
dient insbesondere dazu, Paier, aber auch Tissue zu schneiden, zu stapeln und zu verpacken.
[0015] Die Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Zusammenbringen von Bogenlagen mit
den folgenden Verfahrensschritten gelöst:
- elektrostatisches Aufladen der Bogenlagen,
- Transportieren der aufgeladenen Bogenlagen in einen Überlappbereich, in dem in Transportrichtung
hintereinander angeordnete Bogenlagen zur Überlappung gebracht werden, und
- Beaufschlagen der zur Überlappung zu bringenden Bogenlagen am in Förderrichtung hinteren
Ende der Bogenlagen mit Saugluft, um diese auf eine Geschwindigkeit zu bringen, die
in etwa derjenigen entspricht, mit der die schon zur Überlappung gebrachten Bogenlagen
transportiert werden.
[0016] Durch die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte ist es möglich, ohne Verrutschen der
Bogen in den Bogenlagen diese insbesondere auf einem langsameren Förderband bzw. Abbremsband
zusammenzubringen und insbesondere zu überlappen, wobei eine sehr schnelle Verfahrensführung
und eine sehr schonende Verfahrensführung möglich ist. Ferner ist es möglich, den
Unterschied der Geschwindigkeiten zwischen den zugeführten Bogenlagen und den überlappenden
Bogenlagen deutlich höher einzustellen, so daß ein langsameres Anschlagen der übereinanderlappenden
Bogenlagen am Frontanschlag einer Sammelbox einer entsprechenden Papierverarbeitungsmaschine
möglich ist, wodurch dieser Anschlag auch schonender wird. Durch das langsame Anschlagen
am Frontanschlag werden somit schonend, vorzugsweise anschließend an die vorstehend
genannten Verfahrensschritte, die zur Überlappung gebrachten Bogenlagen zu einem Bogenstapel
angesammelt.
[0017] Wenn das Beaufschlagen mit Saugluft im Verhältnis zum Zeitpunkt des Transportierens
der Bogenlagen in den Überlappbereich mit einer Phasenverschiebung geschieht, die
in Abhängigkeit der Geschwindigkeit des Transportierens ist, ist eine sehr sichere
Verfahrensführung möglich. Wenn die Phasenverschiebung derart ist, daß das Beaufschlagen
mit Saugluft um so früher geschieht, je schneller das Transportieren der Bogenlagen,
insbesondere in einer ersten Transportvorrichtung ist, ist es möglich, einen sehr
hohen Überlappungsgrad zu erzeugen.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens
anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben,
wobei auf alle nicht näher im Text erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten in den
Zeichnungen explizit verwiesen wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines wesentlichen Teils der Fördereinrichtung in schematischer
Darstellung,
- Fig. 2
- eine Detailansicht des Überlappungsbereichs der Fördereinrichtung aus Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Aufsicht auf einen Teil der Fördereinrichtung aus Fig. 1 in schematischer Darstellung,
- Fig. 4
- eine Detailansicht aus der Fig. 3, und
- Fig. 5
- ein Diagramm der Phasenverschiebung als Funktion der Maschinengeschwindigkeit.
[0019] In den folgenden Figuren sind die gleichen Elemente mit denselben Bezugsziffern versehen,
so daß von einer erneuten Vorstellung jeweils abgesehen wird.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht des wesentlichen Teils einer erfindungsgemäßen Fördereinrichtung.
[0021] Papierclips 33 werden zwischen einem Oberband 20 und einem Förderband 23 in Förderrichtung
10 in Richtung eines Abbremsbandes 24 transportiert. Das Oberband 20 wird mittels
Umlenkrollen 21 umgelenkt und mittels einer Antriebsrolle bzw. einer Antriebseinheit,
die in Fig. 1 nicht dargestellt ist, angetrieben. Entsprechend wird das Förderband
23 über Umlenkrollen 21 umgelenkt und über eine Antriebsrolle 22 angetrieben. Gleiches
gilt für das Abbremsband 24 und das Unterband 25.
[0022] Der aus einigen Papierbogen, wie bspw. 4 bis 7-Bogen, bestehenden Papierclips werden
mittels eines Ionisators 30, der mit einem elektrischen Anschluß 31 versehen ist und
das hierdurch erzeugte elektrostatische Feld 32 elektrisch aufgeladen, so daß die
Papierbogen im jeweiligen Papierclip 33 zusammengehalten werden. Zur Verstärkung des
elektrostatischen Feldes oder zur Fokussierung eines entsprechenden Feldes ist vorzugsweise
eine Gegenelektrode 27 vorgesehen, die vorzugsweise elektrisch leitend ist. Ein entsprechender
Ionisator, der bspw. ein elektrisch leitfähiger Stab sein kann, der mit einem Van-der-Graf-Generator
bzw. einer sonstigen handelsüblichen Hochspannungsquelle verbunden sein kann, ist
bspw. aus der DE-PS 2 100 980 bekannt.
[0023] Die entsprechend aufgeladenen Papierclips 33 werden dann in den Überlappbereich 26
transportiert, wo diese im hinteren Bereich, d.h. in Fig. 1 im linken Bereich, mittels
Saugluft nach unten gezogen werden und in den Eingriffsbereich des Abbremsbandes 24
gebracht werden. Um Saugluft 35 an die Papierclips 33 angreifen lassen zu können,
ist in diesem Ausführungsbeispiel ein Saugkasten 34 vorgesehen, der in Fig. 1 gebrochen
dargestellt ist.
[0024] Anstelle des in Fig. 1 dargestellten Saugkastens ist es auch möglich, ein Abbremsband
bzw. Förderband 24 vorzusehen, das in sich hohl ist und dessen Hohlraum mit Vakuum
beaufschlagt werden kann bzw. bei dem das Gas des Hohlraums ausgesaugt werden kann.
Es sind auch andere Absaugvorrichtungen denkbar.
[0025] In den Überlappbereich 26 kommen so mehrere Papierclips 33 zur Überlappung. Diese
werden dann überlappt zwischen dem Oberband 20 und dem Unterband 25 weiter in Transportrichtung
nach rechts befördert, wo diese anschließend an einem Frontanschlag, der nicht dargestellt
ist, schonend und langsam angeschlagen werden, so daß entsprechende Bogenstapel erzeugt
werden. Die Geschwindigkeit des Abbremsbandes 24 entspricht hierbei ungefähr der Geschwindigkeit
des Unterbandes 25.
[0026] In Fig. 2 ist ein Ausschnitt aus Fig. 1 detaillierter dargestellt. In dieser Figur
ist insbesondere der Saugschlitz 36 des Saugkastens 34 deutlicher dargestellt.
[0027] In Fig. 3 ist eine Aufsicht eines Teils der Fördereinrichtung der Fig. 1 schematisch
dargestellt. Es ist ein Maschinenraum 40 und ein Träger 41 dargestellt, wobei über
dem Träger 41 sich jeweils drei Saugkästen nebeneinander je nebeneinander geführtem
Strom von Papierclips 33 vorgesehen sind. Insbesondere sind die Saugschlitze 36 und
die Sauglöcher 37 dargestellt. In Fig. 3 ist durch 38 und eine Linierung von links
unten nach rechts oben ein unterer Papierclip 38 dargestellt und zwar nur schematisch
auf der rechten Seite der beiden Papierclipströme. Ferner ist ein oberer Papierclip
33 dargestellt, der von links oben nach rechts unten liniert ist. Diese Linierung
ist nur der Übersichtlichkeit wegen vorgenommen worden. Es ist erkennbar, daß die
in Fig. 3 oben liegenden Sauglöcher 37 im Bereich der Saugschlitze 36 liegen, daß
also Saugluft auf den oben liegenden Papierclip 33 einwirkt. Die unten in Fig. 3 dargestellten
Sauglöcher 37 sind außerhalb des Bereichs der Saugschlitze 36, so daß durch diese
keine Saugluft mehr tritt. Damit ist der untere Papierclip 38 nicht mehr durch Saugluft
gehalten, sondern nur noch durch die Gewichtskraft selbst. Die Abbremsbänder 24 bzw.
Bremsriemen sind in Fig. 3 nur angedeutet. Diese sind nach oben und unten in Fig.
3 als auch in Fig. 4 weiter ausgedehnt sich vorzustellen, wobei in vorzugsweise äquidistanten
Abständen entsprechend Sauglöcher 37 vorgesehen sind.
[0028] In Fig. 4 ist ein Ausschnitt aus Fig. 3 im Detail dargestellt. Die in Fig. 4 dünn
gezeichneten Linien liegen unter Gegenständen, die oberhalb von diesen liegen. So
ist bspw. ein unterer Papierclip 38 und ein oberer Papierclip 33 dargestellt, wobei
der obere Papierclip 33 im unteren Bereich der Fig. 4 unterbrochen wurde. Ferner liegen
sowohl die Abbremsbänder 24 als auch die Saugkästen 34 unterhalb der Papierclips 33
bzw. 38. Der Saugkasten 34 mit den Saugschlitzen 36 liegt ferner unterhalb der Abbremsbänder
24 mit den in diesen sich befindenden Sauglöchern 37. Auch in Fig. 4 ist die Förderrichtung
10 der Papierclips 33 bzw. 38 dargestellt.
[0029] Zur Funktionsweise des Verfahrens zum Zusammenbringen von Bogenlagen bzw. der Papierclips
ist folgendes Ausführungsbeispiel zu benennen: Zunächst wird ein Papierclip 33 mittels
des Ionisators 30 und ggf. der Gegenelektrode 27 elektrostatisch aufgeladen, so daß
die Papierclips bzw. die Bögen im Papierclip zusammenhalten. Beim weiteren Transportieren
der aufgeladenen Papierclips in einen Überlappbereich 26 werden die Papierclips 33
zur Überlappung gebracht, wobei im hinteren Bereich des in den Überlappbereich gerade
transportierten Papierclip 33 Saugluft beaufschlagt wird. Dieses geschieht dadurch,
daß in dem Moment, wo der hintere Bereich des Clips 33 in den Überlappbereich gelangt,
die entsprechenden Sauglöcher 37 der Abbremsbänder 24 in den Wirkbereich des Saugkastens
34, also oberhalb der jeweiligen Saugschlitze 36 gebracht werden.
[0030] Auf dem weiteren Transportweg wird der Papierclip 33 von der Saugluft so lange gehalten,
wie die im Eingriff mit dem Saugschlitz 36 stehenden Sauglöcher 37 noch im Eingriff
mit diesem sind. Sobald diese außerhalb des Bereichs der Saugschlitze angelangt sind,
wird keine Saugluft mehr durch die Saugöffnungen geführt, so daß das Anziehen der
Papierclips 33 mittels der Saugluft beendet wird. Im weiteren Verlauf des Förderns
der Papierclips werden diese in einem Frontanschlag, der in den Figuren nicht dargestellt
ist, zusammengeschoben und zwar zu Papierstapeln.
[0031] Bei schnelleren Transportgeschwindigkeit wird der Impuls der Papierclips 33 entsprechend
größer. Um nun eine ausreichende Fixierung mit der Saugluft zu erreichen, ist es sinnvoll,
eine Phasenverschiebung zwischen dem Abbremsband 24 und dem Oberband 20 vorzusehen.
Je schneller die Geschwindigkeit wird, um so früher sollte die Saugluft an den Papierclips
angreifen können, um entsprechend den größer werdenden Impuls zu kompensieren.
[0032] In Fig. 5 ist ein Diagramm dargestellt, bei dem zwei Funktionen der Phasenverschiebung
50 in Abhängigkeit der Maschinengeschwindigkeit 51 dargestellt sind. Mit 52 ist eine
lineare Funktion dargestellt und mit 53 eine weitere Funktion, bei der zu kleinen
Maschinengeschwindigkeiten ein bspw. exponentieller oder quadratischer Anstieg vorgesehen
ist und zu höheren Maschinengeschwindigkeiten ein linearer Verlauf. Je nach Ausgestaltung
der entsprechenden Einrichtungsteile wie bspw. die Größe der Saugöffnungen, die Größe
der Papierclips, die Größe des vertikalen Abstandes bspw. des Oberbandes 20 und des
Abbremsbandes 24, der Rauhigkeit des Papiers und/oder der Saugleistung bspw. der Saugkästen
oder der Anzahl der Saugkästen, können unterschiedliche Funktionsverläufe vorteilhaft
sein. So kann bspw. bei einer entsprechend sehr hohen Saugleistung bzw. einem hohen
Haftungsvermögen der Papierclips 33 auf dem Abbremsband 24 die weitere Kurve 53 bevorzugt
sein.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 10
- Förderrichtung
- 20
- Oberband
- 21
- Umlenkrolle
- 22
- Antriebsrolle
- 23
- Förderband
- 24
- Abbremsband
- 25
- Unterband
- 26
- Überlappbereich
- 27
- Gegenelektrode
- 30
- Ionisator
- 31
- elektrischer Anschluß
- 32
- elektrostatisches Feld
- 33
- Papierclip
- 34
- Saugkasten
- 35
- Saugluft
- 36
- Saugschlitz
- 37
- Saugloch
- 38
- unterer Papierclip
- 40
- Maschinenrahmen
- 41
- Träger
- 50
- Phasenverschiebung
- 51
- Maschinengeschwindigkeit
- 52
- lineare Kurve
- 53
- weitere Kurve
1. Fördereinrichtung für Bogenlagen (33), mit wenigstens zwei hintereinander angeordneten
Fördervorrichtungen (23, 24), von denen die in Förderrichtung vordere Fördervorrichtung
(24) eine niedrigere Geschwindigkeit als die hintere aufweist, wobei wenigstens eine
Ionisiereinrichtung (30, 31) umfaßt ist, mittels der die Bogenlagen (33) elektrostatisch
aufladbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der vorderen Fördervorrichtung (24) eine Saugeinrichtung (34) angeordnet
ist, mittels der die Bogenlagen (33) in wenigstens einem Bereich der Bogenlagen (33)
mit Saugluft (35) beaufschlagbar sind.
2. Fördereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Bereich der Bogenlagen (33), in Förderrichtung im hinteren Bereich
der Bogenlagen (33) angeordnet ist.
3. Fördereinrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die vordere Fördervorrichtung (24) Saugöffnungen (37) umfaßt.
4. Fördereinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugöffnungen (37) wenigstens ein Förderband (24) der vorderen Fördervorrichtung
(24) durchsetzen.
5. Fördereinrichtung nach Anspruch 3 und/oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugeinrichtung (34) wenigstens einen Saugkasten (34) mit Saugschlitzen (36)
umfaßt, der in Wirkverbindung mit den Saugöffnungen (37) bringbar ist.
6. Fördereinrichtung nach Anspruch 4 und/oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Saugöffnungen (37) in einem vorgebbaren, insbesondere gleichmäßigen, Abstand
auf dem wenigstens einen Förderband (34) zueinander angeordnet sind.
7. Fördereinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Ionisiereinrichtung (30, 31) die Fördervorrichtung (23) oder wenigstens
ein weiteres Element (27) teilweise elektrisch leitfähig ist.
8. Fördereinrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Phasenverschiebung (50) in Abhängigkeit der Geschwindigkeit der Fördereinrichtung
zwischen den wenigstens zwei hintereinander angeordneten Fördervorrichtungen (23,
24) vorgesehen ist.
9. Fördereinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein linearer Zusammenhang zwischen der Phasenverschiebung (50) und der Geschwindigkeit
(51) der Fördereinrichtung besteht.
10. Fördereinrichtung nach Anspruch 8 und/oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Phase der vorderen Fördervorrichtung (24) der Phase der hinteren Fördervorrichtung
(23) um so mehr voreilt, je größter die Geschwindigkeit (51) der Fördereinrichtung
ist.
11. Papierverarbeitungsmaschine mit wenigstens einer Fördereinrichtung nach einem oder
mehreren der Ansprüche 1 bis 10.
12. Verfahren zum Zusammenbringen von Bogenlagen (33) mit den folgenden Verfahrensschritten:
- elektrostatisches Aufladen der Bogenlagen (33),
- Transportieren der aufgeladenen Bogenlagen (33) in einen Überlappbereich (26), in
dem in Transportrichtung hintereinander angeordnete Bogenlagen (33) zur Überlappung
gebracht werden, und
- Beaufschlagen der zur Überlappung zu bringenden Bogenlagen (33) am in Förderrichtung
hinteren Ende der Bogenlagen mit Saugluft (35), um diese auf eine Geschwindigkeit
zu bringen, die in etwa derjenigen entspricht, mit der die schon zur Überlappung gebrachten
Bogenlagen (33) transportiert werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend die zur Überlappung gebrachten Bogenlagen (33) zu einem Bogenstapel
angesammelt werden.
14. Verfahren nach Anspruch 12 und/oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Beaufschlagen mit Saugluft (35) im Verhältnis zum Zeitpunkt des Transportierens
der Bogenlagen (33) in den Überlappbereich (26) mit einer Phasenverschiebung (50)
geschieht, die in Abhängigkeit der Geschwindigkeit (51) des Transportierens ist.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Phasenverschiebung (50) derart ist, daß das Beaufschlagen mit Saugluft (35) um
so früher geschieht, je schneller das Transportieren der Bogenlagen (33) ist.