[0001] Die Erfindung betrifft einen Teleskopkran, insbesondere einen Fahrzeugkran, der einen
mit einer Superlifteinrichtung versehenen Ausleger gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 aufweist.
[0002] Bei Fahrzeugkranen mit Teleskopausleger ist es seit langem bekannt, dass durch eine
als Superlifteinrichtung bezeichnete Abspannung die zulässige Traglast für den Ausleger
erheblich gesteigert werden kann. Die Superlifteinrichtung entlastet den Ausleger
durch gezieltes Aufbringen von Kräften, die der normalen Belastung entgegengerichtet
sind.
[0003] Ein gattungsgemäßer Teleskopkran, der als Fahrzeugkran ausgebildet ist, ist beispielsweise
aus der DE 198 02 187 A1 bekannt. Dieser Fahrzeugkran weist einen Ausleger mit einem
Grundkasten und mehreren daraus austeleskopierbaren Teleskopschüssen auf. Er ist mit
einer als Superlifteinrichtung ausgebildeten Abspannung versehen, wobei die Abspannung
über die Spitze eines auf dem Rücken des Grundkastens errichteten Abspannbocks geführt
ist. Die Abspannung besteht dabei aus zwei Teilabspannungen. Eine untere Abspannung,
die von der Spitze des Abspannbocks bis in den Bereich des unteren Endes des Grundkastens
reicht, weist dabei eine fixe Länge auf. Die untere Abspannung kann daher beispielsweise
aus einem Gestänge gebildet sein. Die zweite Teilabspannung (obere Abspannung) ist
aus einem flexiblen (d.h. quer zur Zugrichtung leicht biegbaren) Zugmittel mit variabler
Länge gebildet, beispielsweise aus einem Seil oder einer Kette, und führt von einem
Befestigungspunkt im oberen Teil des Auslegers zur Spitze des Abspannbocks. Im Betriebszustand
des Auslegers wird die Abspannung durch eine im Bereich des Abspannbocks angeordnete
Spanneinrichtung zur Entlastung der Teleskopschüsse unter Zugspannung gehalten. Diese
Spanneinrichtung ist hierbei als Seilwinde ausgebildet, die im unteren Teil des Abspannbocks
angeordnet ist. Das Seil der oberen Abspannung wird dabei über eine Umlenkrolle an
der Spitze des Abspannbocks zur Seilwinde geführt. Entsprechend der jeweils ausgefahrenen
Länge des Teleskopauslegers wird die obere Abspannung über die Seilwinde auf eine
Länge eingestellt, bei der die Abspannung die gewünschte Höhe der entlastenden Zugkräfte
erreicht. In dieser Einstellung wird die Seiltrommel durch eine Bremseinrichtung blockiert,
so dass die gewünschte Spannung erhalten bleibt. Im Betriebszustand des Auslegers
wirken somit die Zugkräfte der Abspannung auch auf die Seilwinde ein. Da die Seilwinde
die volle Belastung der Abspannung aufnehmen muss, weist sie eine schwere und voluminöse
Bauform auf.
[0004] Die Seilwinde wickelt das Abspannseil in der üblichen Weise in einer Vielzahl von
nebeneinander angeordneten Windungen schraubenlinigförmig auf Dabei können auch mehrere
Windungslagen übereinander erzeugt werden. Die Abmessungen einer Seilwinde sind üblicherweise
so, dass deren Breite (in Richtung der Drehachse gesehen) in der Größenordnung ihres
Außendurchmessers liegt. Wenn die Seilwinde in einer Stellung blockiert wird, bei
der das Seil eine Stellung im Bereich der radial außen liegenden, also am weitesten
vom Abspannbock entfernten Windungen erreicht hat, ergeben sich Krafteinwirkungen,
die deutlich außerhalb der Mittelachse des Abspannbocks verlaufen und zu erheblichen
Biegebelastungen im Abspannbock führen. Entsprechendes gilt für den Fall, dass das
Seil in der Blockierstellung eine Lage im Nahbereich einer der beiden die Seillagen
auf der Seiltrommel seitlich begrenzenden Bordscheiben der Seiltrommel einnimmt. Das
erfordert eine entsprechend massive und schwere Auslegung des Abspannbocks.
[0005] Üblicherweise ist der Abspannbock einer Superlifteinrichtung so gestaltet, dass er
zu Transportzwecken mit der Seilwinde an den Grundkasten des Teleskopauslegers anklappbar
ist. Vielfach kommt es vor, dass die Länge der teleskopierbaren Schüsse des Teleskopauslegers
für den jeweiligen Einsatzfall unzureichend ist. Daher werden häufig Auslegerverlängerungen
in Form eines Hilfsauslegers in Gittermastbauweise (Gitterspitze) eingesetzt. Eine
solche Gitterspitze wird am Kopf des innersten Teleskopschusses befestigt. Zwischen
der Gitterspitze und dem Teleskopausleger können dabei Drehgelenkverbindungen eingesetzt
werden, die es ermöglichen, die Gitterspitze im eingefahrenen Zustand des Teleskopauslegers
außen an den Grundkasten des Auslegers anzuklappen. Dies ist aber wegen des von der
Seilwinde eingenommenen Platzes ohne eine Demontage des Abspannbocks der Superlifteinrichtung
vielfach nicht möglich.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Teleskopkran mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1 dahingehend weiterzubilden, dass die auf den Abspannbock
der Superlifteinrichtung einwirkenden Kräfte möglichst geringe Biege- und Torsionsbelastungen
hervorrufen und der erforderliche Platzbedarf für den Abspannbock im an den Grundkasten
angekiappten Zustand möglichst klein ist, so dass insbesondere ein an den Grundkasten
angeklappter Hilfsausleger noch ausreichend Platz findet.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 angegebenen Merkmale. Durch die Merkmale der Unteransprüche ist dieser Teleskopkran
in vorteilhafter Weise weiter ausgestaltbar.
[0008] Wesentliches Kennzeichen der vorliegenden Erfindung ist es, dass die Spanneinrichtung
der Superlifteinrichtung eine Speichereinrichtung für das flexible Zugmittel der oberen
Abspannung und eine davon funktional und körperlich getrennt ausgebildete Halteeinrichtung
für das Zugmittel aufweist. Die Halteeinrichtung ist derart betätigbar, dass die Speichereinrichtung
im Betriebszustand nicht mit den Zugkräften der Abspannung beaufschlagt wird.
[0009] Dies hat zur Folge, dass die Speichereinrichtung nicht mehr auf große Belastungen
durch die Zugkräfte der Abspannung ausgelegt werden muss und daher entsprechend leicht
und platzsparend ausgelegt werden kann.
[0010] Vorteilhaft kann die Halteeinrichtung an der Spitze des Abspannbocks befestigt werden,
zweckmäßig an der gleichen Stelle, an der auch die untere Abspannung mit dem Abspannbock
verbunden wird. Hierdurch ist eine exakte Krafteinleitung möglich, die die Entstehung
von Biegebelastungen im Abspannbock vermeidet. Der Abspannbock wird dabei nur von
Druckkräften beaufschlagt. Dadurch braucht der Abspannbock nicht mehr so robust und
voluminös und damit schwer gebaut zu werden wie bisher.
[0011] Das Zugmittel der oberen Abspannung wird zweckmäßigerweise als Seil ausgebildet.
Grundsätzlich wäre es auch möglich, eine Kette zur Abspannung zu benutzen. Deutliche
Vorteile ergeben sich, wenn das Seil der Abspannung aus mehreren zueinander parallelen
Strängen besteht, die gleichsam eine bandförmige, also im Querschnitt flache Einheit
bilden.
[0012] in diesem Zusammenhang bietet es sich an, die Speichereinrichtung als insbesondere
motorisch antreibbare Seiltrommel auszubilden, die vorzugsweise am Abspannbock angeordnet
ist. Die Seiltrommel könnte bei Bedarf aber auch an einem anderen Ort, beispielsweise
unmittelbar am Grundkasten des Auslegers befestigt werden. Vorzugsweise ist die Seiltrommel
als sehr schmaler Körper, also mit einer sehr kurzen axialen Baulänge (Breite B) ausgebildet.
Beispielsweise weist sie einen Außendurchmesser auf, der mindestens fünfmal, insbesondere
mindestens zehnmal so groß ist wie die Breite B. Sie kann also äußerlich eine fast
scheibenartige Form erhalten. Dies ist insbesondere dann möglich, wenn das Seil der
oberen Abspannung nicht schraubenlinienförmig, sondern ausschließlich spiralförmig
auf der Seiltrommel aufgewickelt wird. Die einzelnen Windungen liegen dabei also ausschließlich
übereinander und nicht nebeneinander, wie dies bei einer üblichen Seilwinde der Fall
wäre. Wenn das Abspannseil aus mehreren paralleien Strängen besteht, liegen diese
Stränge selbstverständlich nebeneinander. Bei einer drei-strangigen Seilausführung
liegen aber immer nur drei Stränge in jeder Wickellage nebeneinander. Auf diese Weise
wird eine außerordentlich schmale Ausführung der Seiltrommel ermöglicht. Da sie wegen
der körperlich getrennten Haltefunktion keinen großen Beanspruchungen ausgesetzt werden
muss, kann nicht nur der Trommelaufbau, sondern auch der Antrieb vergleichsweise leichtgewichtig
und platzsparend ausgeführt werden. Zur Erzeugung der erforderlichen Vorspannkraft
in der Superlifteinrichtung ist es nämlich ohne weiteres möglich, die jeweils benötigte
Länge der oberen Abspannung zunächst mittels der Halteeinrichtung festzulegen, wenn
der Teleskopausleger noch nicht auf die letztlich gewünschte Ausfahrlänge ausgefahren
ist, und erst danach den Ausleger auf die gewünschte Länge auszufahren. Dadurch wird
die Vorspannung durch das Antriebssystem für das Ausfahren der Teleskopschüsse aufgebracht.
[0013] Statt einer Seiltrommel können auch andere Speichereinrichtungen eingesetzt werden,
beispielsweise solche mit - ähnlich dem Flaschenzugprinzip - schlaufenförmig angeordneten
Zugmittel, wobei die Länge der Schlaufen nach Bedarf einstellbar ist.
[0014] Grundsätzlich ist es möglich, die Halteeinrichtung so auszubilden, dass eine formschlüssige
Verbindung zwischen dem Zugmittel und der Halteeinrichtung besteht.
[0015] Dies ist insbesondere bei Verwendung einer Kette als Zugmittel möglich. Bei einem
Zugseil könnten an dem Seil in diskreten Abständen Anformungen vorgesehen sein, die
eine solche formschlüssige Verbindung ermöglichen würden. Letzteres ist aber weniger
zweckmäßig.
[0016] Vorzugsweise wird die Halteeinrichtung auf eine kraftschlüssige Verbindung mit dem
Zugmittel der Superlifteinrichtung ausgelegt. Dabei empfiehlt es sich besonders, die
Halteeinrichtung als Klemmeinrichtung zu gestalten. Diese kann beispielsweise mit
Klemmkörpern arbeiten, die als Exzenter ausgebildet sind.
[0017] Vorzugsweise ist die Klemmeinrichtung mit einem Gehäuse versehen, das auf der Innenseite
schräge Gleitflächen und mehrere damit korrespondierende Klemmkeile besitzt, die unter
Einwirkung der Zugkräfte des zu haltenden Zugmittels bezüglich dieses Zugmittels in
eine Klemmstellung bringbar sind. Vorteilhaft ist es dabei, eine gesonderte Einrichtung
zum Lösen der Klemmkeile aus der Klemmstellung vorzusehen. Diese Einrichtung zum Lösen
kann beispielsweise elektromotorisch, elektromagnetisch, hydraulisch oder pneumatisch
betätigbar sein.
[0018] Mit besonderem Vorteil wird die Erfindung angewendet bei einem Teleskopkran, dessen
Ausleger einen aus zwei separaten Abspannträgern bestehenden Abspannbock aufweist,
über deren Spitzen zwei separate Stränge einer Abspannung geführt sind, wie dies aus
der DE 100 22 658 A1 bekannt ist. Die beiden Abspannträger können dabei mit ihren
Längsachsen einen Winkel von 180° einschließen, also koaxial ausgerichtet und jeweils
seitlich vom Ausleger abstehend ausgerichtet sein, so dass eine seitliche Stabilisierung
erzielt wird. Um zusätzlich zu einer seitlichen Stabilisierung auch eine Stabilisierung
in der Lastebene (vom Lastseil aufgespannte Ebene) zu erzielen, können die beiden
Abspannträger auch schräg zueinander (Winkel kleiner 180°) angestellt sein. Vorteilhaft
ist der Winkel zwischen 0° und 180° frei einstellbar, um den jeweiligen Bedürfnissen
gerecht zu werden. In diesen Fällen besteht die Halteeinrichtung selbstverständlich
aus mehreren Einheiten, so dass jedem Strang der Abspannung eine separate Einheit
der Halteeinrichtung zugeordnet ist.
[0019] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung anhand des in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Fahrzeugkran,
- Fig. 2
- die Einzelheit X aus Figur 1,
- Fig. 3
- eine Halteeinrichtung in schematisierter Form und
- Fig. 4
- einen Schnitt durch eine Seiltrommel.
[0020] Der in Fig. 1 dargestellte Teleskopkran ist als Fahrzeugkran ausgebildet, der einen
mit einem sechs-achsigen Straßenfahrwerk ausgerüsteten Unterwagen 1 und einen um eine
vertikale Achse drehbar darauf befestigten Oberwagen 2 ausgerüstet ist. Der Oberwagen
2 trägt einen um eine horizontale Drehachse wippbaren Ausleger 3 und ein aus einer
Vielzahl von Elementen bestehendes Gegenwicht. Der Ausleger 3 weist an seinem unteren
Ende einen Grundkasten 4 auf, aus dem die ineinander geführten Teleskopschüsse 5,
6, 7, 8 mittels einer nicht dargestellten Teleskopiereinrichtung ausfahrbar sind.
Zur Veränderung der Neigung des Auslegers 3 ist ein hydraulischer Wippzylinder 27
vorgesehen, der einerseits am Oberwagen 2 und andererseits am Grundkasten 4 angelenkt
ist. Ein Hubseil 9 führt von einer Seilwinde auf dem Oberwagen 2 zu einer am oberen
Ende des Auslegers 3 hochgezogenen Hakenflasche 10, an die eine Last angehängt werden
kann. Durch eine solche Last wird der Ausleger 3 insbesondere auf Biegung und Knickung
beansprucht. Zur Erhöhung der Tragfähigkeit des Auslegers 3 ist eine Abspannung 11
einer Superlifteinrichtung vorgesehen, die aus einer unteren Abspannung 12 und einer
oberen Abspannung 13 besteht und über einen auf dem Rücken des Grundkastens 4 etwa
senkrecht zur Mittelachse des Auslegers 3 errichteten Anspannbock 14 geführt ist.
Die untere Abspannung 12 ist einerseits im Bereich des unteren Endes des Grundkastens
4 und andererseits im Bereich der Spitze des Abspannbocks 14 befestigt. Der untere
Befestigungspunkt der Abspannung 12 kann selbstverständlich bei Bedarf auch z. B.
in den Bereich des Gegengewichts verschoben werden. Typischerweise besitzt die untere
Abspannung 12 eine fixe Länge und kann daher beispielsweise als Gestänge ausgebildet
sein. Selbstverständlich ist es auch möglich, die untere Abspannung als Seil oder
als Kette auszubilden. Im Unterschied hierzu besitzt die obere Abspannung 13 eine
variable Länge, damit sie an unterschiedliche Ausfahrlängen des Teleskopauslegers
3 angepasst werden kann. Die obere Abspannung 13 ist im oberen Teil des Teleskopauslegers,
vorzugsweise am Kopf des innersten Teleskopschusses 8 befestigt und ist über die Spitze
des Abspannungbocks 14 geführt. Einzelheiten hierzu ergeben sich aus der schematischen
Darstellung der Figur 2 entsprechend der Einzelheit X in Figur 1. An der Spitze des
Abspannungbocks 14 ist im Befestigungspunkt 17 sowohl die untere Abspannung 12 als
auch eine einen Teil der oberen Abspannung 13 bildende Halteinrichtung 16 befestigt.
Man erkennt, dass das Seil der oberen Abspannung 13 durch die Halteinrichtung 16 hindurch
zu einer Seiltrommel 15 geführt ist, die zum Beispiel im Mittelbereich des Abspannbocks
14 angeordnet ist. Diese Seiltrommel 15, die motorisch antreibbar ist, dient lediglich
als Seilspeicher, nimmt also nicht die im Betriebsfall in der Abspannung herrschenden
Zugkräfte auf. Letzteres wird durch die Halteeinrichtung 16 gewährleistet, auf die
weiter unten noch näher eingegangen wird. Diese Seiltrommel 15 ist im Unterschied
zu üblichen Seiltrommeln, die in Relation zum Durchmesser eine deutlich größere Breite,
d.h. axiale Baulänge aufweisen, außerordentlich schmal ausgeführt, wie aus dem axialen
Längsschnitt einer solchen Seiltrommel aus Figur 4 hervorgeht. Die Breite ist dort
mit B bezeichnet. Aus dieser Schnittdarstellung geht auch hervor, dass das Seil der
oberen Abspannung 13 aus drei zueinander parallelen Strängen gebildet ist, so dass
sich dieses Seil im Prinzip wie ein Band mit der Dicke des Seildurchmessers eines
Stranges und der dreifachen Breite des Seildurchmessers verhält. Zwischen den Seitenwänden
25a, 25b der Seiltrommel 15 werden die drei Stränge des Seils 13 spiralförmig auf
einen zylindrischen Winkelkern 26 aufgewickelt, so dass die einzelnen Windungen ausschließlich
übereinander liegen und nicht wie bei einer herkömmlichen Seiltrommel nebeneinander
(schraubenlinienförmig) angeordnet sind. Durch die Aufteilung der Abspannung 13 auf
drei parallele Stränge kann der Seildurchmesser gegenüber der Ausführung mit einem
einfachen Seil erheblich reduziert werden. Dies hat unter anderem auch den Vorteil,
dass bei der Umlenkung des Seils deutlich kleinere Biegeradien möglich sind. Insgesamt
führt dies zu einer außerordentlich kompakten und platzsparenden Bauweise der Seiltrommel
15, da der Antrieb und die Feststelleinrichtung der Seiltrommel nicht auf große Belastungen
ausgelegt sein müssen.
[0021] Aus der Fig. 3 geht eine schematisierte Darstellung der Halteeinrichtung 16 in einem
axialen Längsschnitt hervor. Die Halteeinrichtung 16 weist ein Gehäuse 18 auf, durch
das die obere Abspannung 13 hindurchgeführt ist. Entsprechend der Figur 4 besteht
die Abspannung 13 aus drei einzelnen Strängen, von denen in der Seitenansicht nur
ein einzelner Strang erkennbar ist. Das Gehäuse 18 ist auf seiner Innenseite mit schrägen
Gleitflächen 19a, 19b versehen, die in ihrer Verlängerung konisch auf die obere Abspannung
13 zulaufen. Korrespondierend zu den schrägen Gleitflächen 19a, 19b sind oberhalb
und unterhalb der Abspannung 13 jeweils Klemmkeile 20a, 20b vorgesehen, die infolge
der Reibung unter der Zugbelastung der Abspannung 13, die durch einen Pfeil angedeutet
ist, nach links gezogen werden, so dass sich unter der Zugbelastung die Klemmkeile
20a, 20b in entsprechender Weise nach links verschieben und der Anpressdruck der Klemmkeile
20a, 20b auf die obere Abspannung 13 entsprechend der Keilwirkung erhöht wird. Die
Halteeinrichtung 16 kann mittels einer Haltelasche 23, die mit einer Befestigungsöse
24 versehen ist, gemäß Fig. 2 im Befestigungspunk 17 angelenkt werden. Die obere Abspannung13
wird über eine Umlenkrolle 22, die entsprechend Fig. 2 auch paarweise ausgeführt sein
kann, zur Seiltrommel 15 geführt. Die Gestaltung gemäß Fig. 3 stellt sicher, dass
die Klemmkraft der Halteeinrichtung 16 automatisch ansteigt, wenn die Zugbelastung
in der oberen Abspannung 13 zunimmt. Auf diese Weise ist ohne das Erfordernis eines
Formschlusses in jedem Fall eine sichere Arretierung der oberen Abspannung 13 auf
die jeweils gewünschte Länge gewährleistet.
[0022] Wie vorstehend bereits angegeben wurde, kann die erforderliche Vorspannung in der
oberen Abspannung 13 ohne Probleme dadurch gewährleistet werden, dass die Halteeinrichtung
16 mit ihrer Klemmwirkung bereits kurz vor Erreichen der gewünschten Ausfahrlänge
des Teleskopauslegers 3 betätigt wird und die Vorspannung dann über die Teleskopiereinrichtung
durch das vollständige Ausfahren auf die gewünschte Ausfahrlänge eingestellt wird.
Da bei der Abrüstung des Teleskopauslegers 3 die Klemmkeile 20a, 20b von sich aus
in der geklemmten Stellung verweilen würden, ist eine gesonderte Rückzieheinrichtung
vorgesehen, die aus den beiden Einheiten 21a, 21b besteht. Diese Rückzieheinrichtung
21a, 21b kann beispielsweise als hydraulisches oder pneumatisches Zylinder/Kolben-System
oder auch als elektromagnetisch betätigter Stößel ausgebildet sein. Letzteres ist
in Fig. 3 schematisch angedeutet. Der Stößel der Rückzieheinrichtung 21a, 21 b, der
jeweils an einen der Klemmkeile 20a, 20b angelenkt ist, steht dabei unter einer Federbelastung,
die im Ruhezustand die beiden Klemmkeile 20a, 20b in die Klemmposition drückt. Zur
Entriegelung der Klemmstellung werden die Elektromagneten betätigt, die jeweils den
Stößel nach rechts zurückziehen, so dass die Klemmwirkung aufgehoben wird. Das Entriegeln
kann dadurch erleichtert werden, dass gleichzeitig der Antrieb der Seiltrommel 15
im Sinne eines Aufwickelns betätigt wird.
[0023] Eine solche Seiltrommel 15, die in bevorzugter Ausführungsform der Erfindung als
flacher scheibenartiger Körper gestaltet ist, ist in Figur 4 als perspektivisches
Schnittbild dargestellt. Sie weist einen Wickelkern 26 auf, auf den das Seil der oberen
Abspannung 13 aufgewickelt wird und der zum sicheren Halten der einzelnen Wickellagen
von zwei kreisförmigen Seitenwänden 25a, 25b begrenzt wird. Der Durchmesser der Seiltrommel
15, d.h. der Außendurchmesser der Seitenwände 25a, 25b ist mehr als 10mal so groß
wie die Breite B der Seiltrommel 15. Im dargestellten Ausführungsbeispiel besteht
die Abspannung 13 aus drei parallelen Seilsträngen. Diese werden jeweils genau spiralförmig
zu einer Vielzahl von Wickellagen unmittelbar nebeneinander auf die Seiltrommel 15
aufgewickelt. Die einzelnen Seile bewegen sich also während des Wickelns nicht wie
bei einer üblichen Seiltrommel schraubenlinienförmig um den Wickelkem. Daher behalten
die Seile stets eine gleichbleibend exakte Ausrichtung parallel zu den Seitenwänden
25a, 25b.
Bezugszeichenliste:
[0024]
- 1
- Unterwagen
- 2
- Oberwagen
- 3
- Ausleger
- 4
- Grundkasten
- 5
- Teleskopschuss
- 6
- Teleskopschuss
- 7
- Teleskopschuss
- 8
- Teleskopschuss
- 9
- Hubseil
- 10
- Hakenflasche
- 11
- Abspannung Superlift
- 12
- untere Abspannung
- 13
- obere Abspannung
- 14
- Abspannbock
- 15
- Seiltrommel
- 16
- Halteeinrichtung
- 17
- Befestigungspunkt
- 18
- Gehäuse
- 19a, b
- schräge Gleitfläche
- 20a, b
- Klemmkeil
- 21a, b
- Rückzieheinrichtung
- 22
- Umlenkrolle
- 23
- Haltelasche
- 24
- Befestigungsöse
- 25a, b
- Seitenwand
- 26
- Wickelkern
- 27
- Wippzylinder
- B
- Breite
1. Teleskopkran, insbesondere Fahrzeugkran, mit einem Ausleger (3), der einen Grundkasten
(4) mit mehreren daraus austeleskopierbaren Teleskopschüssen (5 - 8) aufweist und
mit einer als Superlifteinrichtung ausgebildeten Abspannung (11) versehen ist, wobei
die Abspannung (11) über die Spitze eines auf dem Rücken des Grundkastens (4) errichteten
Abspannnbocks (14) geführt ist und aus zwei Teilabspannungen besteht, von denen eine
untere Abspannung (12) mit fixer Länge von der Spitze des Abspannbocks (14) bis in
den Bereich des unteren Endes des Grundkastens (4) reicht und eine aus einem flexiblen
Zugmittel gebildete obere Abspannung (13) mit variabler Länge von einem Befestigungspunkt
im oberen Teil des Auslegers (3) zur Spitze des Abspannbocks (14) führt, wobei die
Abspannung (11) im Betriebszustand des Auslegers (3) durch eine im Bereich des Abspannbocks
(14) angeordnete Spanneinrichtung zur Entlastung der Teleskopschüsse (5 - 8) unter
Zugspannung haltbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Spanneinrichtung eine Speichereinrichtung für das flexible Zugmittel der oberen
Abspannung (13) und eine davon funktional und körperlich getrennt ausgebildete Halteeinrichtung
(16) für das Zugmittel aufweist, die derart betätigbar ist, dass die Speichereinrichtung
im Betriebszustand nicht mit den Zugkräften der Abspannung (11) beaufschlagt wird.
2. Teleskopkran nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halteeinrichtung an der Spitze des Abspannbocks (14) befestigt ist.
3. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 1 - 2,
dadurch gekennzeichnet
dass das Zugmittel der oberen Abspannung (13) als Seil ausgebildet ist.
4. Teleskopkran nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Seil aus mehreren, insbesondere aus mindestens drei zueinander parallelen Strängen
besteht.
5. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halteeinrichtung (16) eine kraftschlüssige Verbindung mit dem Zugmittel bildet.
6. Teleskopkran nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halteinrichtung (16) als Klemmeinrichtung ausgebildet ist.
7. Teleskopkran nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klemmeinrichtung ein Gehäuse (18) mit auf der Innenseite angeordneten schrägen
Gleitflächen (19a, 19b) und mehrere damit korrespondierende Klemmkeile (20a, 20b),
die unter Einwirkung der Zugkräfte des Zugmittels in eine Klemmstellung bezüglich
des Zugmittels bringbar sind, sowie eine Einrichtung (21a, 21b) zum Lösen der Klemmkeile
(20a, 20b) aus der Klemmstellung aufweist.
8. Teleskopkran nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Einrichtung (21a, 21b) zum Lösen elektromotorisch, elektromagnetisch, hydraulisch
oder pneumatisch betätigbar ist.
9. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 3 - 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Speichereinrichtung eine Seiltrommel (15), insbesondere eine motorisch antreibbare
Seiltrommel (15) ist.
10. Teleskopkran nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seiltrommel (15) am Abspannbock (14) angeordnet ist.
11. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 9 - 10 ,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Seiltrommel (15) einen Außendurchmesser aurweist, der mindestens fünfmal, insbesondere
mindestens zehnmal so groß ist wie die Breite B der Seiltrommel (15).
12. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 9 - 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Seil der oberen Abspannung (13) mit seinen Windungen auf der Seiltrommel (15)
ausschließlich übereinander wickelbar ist.
13. Teleskopkran nach einem der Ansprüche 1 - 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abspannung der Superlifteinrichtung zwei separate Stränge und der Abspannbock
(14) zwei Abspannträger aufweist, über die jeweils einer der beiden Stränge geführt
ist und die zur Erzielung einer Stabilisierung des Auslegers (3) in seitlicher Richtung
hinsichtlich ihrer Längsachsen in einem Winkel bis zu 180° schräg zueinander angestellt
oder anstellbar sind.