[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitz- und/oder Liegemöbel mit einem Sitzteil sowie mit
einer Beinabstützung, die eine Beinauflage sowie eine Hub-Schwenkvorrichtung umfasst,
mittels derer die Beinauflage relativ zu dem Sitzteil heb- und senkbar und dabei zwangsgesteuert
um eine horizontal und quer zu der Blickrichtung des Benutzers verlaufende Schwenkachse
schwenkbar ist.
[0002] Etwa in Form von Sesseln sind derartige Möbel aus praktischer Anschauung bekannt.
Mittels eines Hebelgetriebes lässt sich dabei die Beinabstützung in unterschiedliche
Höhen- und damit gleichzeitig in unterschiedliche Schwenk- bzw. Neigungsstellungen
überführen. Die Bewegung der Beinauflage ist dabei häufig gekoppelt mit einer Verstellung
des Sitzteils bzw. - sofern vorhanden - mit einer Verstellbewegung der Rückenlehne
des Möbels. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die auf der Beinauflage gelagerten
Beine des Benutzers eine ergonomisch günstige und komfortable Lage gegenüber dem restlichen
Körper des Benutzers einnehmen. Die Kinematik der vorbekannten Beinauflage ist konstruktiv
vorgegeben und gestattet es nicht, besondere Bedürfnisse des Möbelbenutzers zu berücksichtigen.
[0003] Die vorbekannten Möbel zur Abstimmung auf individuelle Bedürfnisse ihrer Benutzer
flexibler zu gestalten, hat sich die vorliegende Erfindung zum Ziel gesetzt.
[0004] Ausweislich Patentanspruch 1 wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
an einem Sitz- und/oder Liegemöbel der eingangs angegebenen Art die Beinauflage von
der Hub-Schwenkvorrichtung entkoppelt um eine horizontal und quer zu der Blickrichtung
des Benutzers verlaufende Schwenkachse aus der zwangsgesteuert eingestellten Schwenkstellung
in wenigstens eine davon verschiedene Schwenkstellung schwenkbar und in dieser Schwenkstellung
festlegbar ist. Die mittels der Hub-Schwenkvorrichtung zwangsweise eingestellte Schwenkstellung
der Beinauflage lässt sich demnach bei Bedarf verändern. Die Beinauflage kann so erforderlichenfalls
in eine Position überführt werden, die optimal auf die Bedürfnisse des Benutzers abgestimmt
ist und die dementsprechend einen maximalen Benutzungskomfort bietet. Die Hub-Schwenkvorrichtung
sorgt in diesen Fällen lediglich für eine Grobeinstellung der Beinauflage.
[0005] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung ist die Beinauflage von der Hub-Schwenkvorrichtung
entkoppelt in wenigstens eine Schwenkstellung zur Knieabstützung schwenkbar und in
dieser Schwenkstellung festlegbar (Patentanspruch 2). In diesem Fall gestattet das
erfindungsgemäße Sitz- und/oder Liegemöbel seinem Benutzer neben der Einnahme einer
bequemen Ruhelage auch die Einnahme einer knieenden Position, wie sie beispielsweise
als ergonomisch günstige Arbeitshaltung gewählt werden kann.
[0006] Aus konstruktiver Sicht vorteilhafte Maßnahmen zur Gewährleistung einer individuellen
Einstellbarkeit der Beinabstützung erfindungsgemäßer Möbel sind in den Patentansprüchen
3 und 4 beschrieben.
[0007] Die Erfindungsbauart nach Patentanspruch 5 zeichnet sich durch eine große Variationsbreite
hinsichtlich der Möglichkeiten zur Einstellung der Beinauflage aus. Schon aufgrund
der von der Hub-Schwenkvorrichtung entkoppelten Schwenkbarkeit des Beinauflagenträgers
können für die Beinauflage Positionen gewählt werden, die besonderen Bedürfnissen
des Möbelbenutzers Rechnung tragen. Erweitert wird das sich so ergebende Spektrum
von Einstellmöglichkeiten noch durch den Umstand, dass auch die Position der Beinauflage
gegenüber dem Beinauflagenträger variabel ist.
[0008] Von besonderer praktischer Bedeutung ist dabei die gemäß Patentanspruch 6 vorgesehene
Verschieblichkeit der Beinauflage gegenüber dem Beinauflagenträger.
[0009] Zur Fixierung der Beinauflage in der jeweiligen Verschiebestellung bieten sich erfindungsgemäß
unterschiedlichste Möglichkeiten. Im Sinne der Erfindung bevorzugt wird gemäß Patentanspruch
7 eine Arretierungsvorrichtung, die mittels einer Steuereinrichtung gesteuert und
somit selbsttätig betätigbar, insbesondere lösbar ist.
[0010] Ein selbsttätiges Lösen der die Beinauflage in ihrer Verschiebestellung sichernden
Verbindung mit dem Beinauflagenträger kann beispielsweise dann geboten sein, wenn
die Beinauflage bei ihrer zwangsgesteuerten Hub-Schwenkbewegung mit Gegenständen oder
Einrichtungen in der Umgebung des erfindungsgemäßen Sitz- und/oder Liegemöbels kollidiert.
Wird in derartigen Fällen die Verschiebesicherung der Beinauflage gelöst, so wird
dadurch zum einen eine kollisionsbedingte Beschädigung der Beinauflage vermieden.
Gleichzeitig kann durch Lösen der Verbindung zwischen Beinauflage und Beinauflagenträger
ein Blockieren der zwangsgesteuerten Hub-Schwenkbewegung der Beinauflage verhindert
werden. Nach dem Lösen der genannten Verbindung kann die Beinauflage vielmehr selbsttätig
dem Hindernis ausweichen und dadurch die zwangsgesteuerte Hub-Schwenkbewegung fortsetzen.
[0011] Technisch einfache und funktionssichere konstruktive Möglichkeiten zum selbsttätigen
Lösen der Verbindung von Beinauflage und Beinauflagenträger gehen aus den Patentansprüchen
8 und 9 hervor. Dabei sorgt die Federkraftbeaufschlagung des Bremsgliedes nach Patentanspruch
9 dafür, dass die Arretierungs- bzw. Bremsvorrichtung zur Fixierung der Beinauflage
an dem Beinauflagenträger nach dem Lösen wieder selbsttätig in ihre Funktionsstellung
rücküberführt wird.
[0012] Patentanspruch 10 beschreibt eine Bauart des erfindungsgemäßen Sitz- und/oder Liegemöbels,
im Falle derer dem Bedürfnis nach größtmöglichem Benutzungskomfort auch durch die
Ausgestaltung und Anordnung der Hub-Schwenkvorrichtung Rechnung getragen ist. Nachdem
die beschriebene Auslegeranordnung quer zu der Blickrichtung des Möbelbenutzers verhältnismäßig
klein baut und sich zwischen den Beinen des Benutzers erstreckt, besteht für diesen
ohne weiteres die Möglichkeit, bei Einnahme einer Sitz- oder Liegeposition und bei
gleichzeitig angehobener Beinauflage die Füße auf den Boden zu stellen, ohne dass
er dabei durch die Hub-Schwenkvorrichtung behindert würde.
[0013] Nachstehend wird die Erfindung anhand schematischer Darstellungen zu einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 bis 5:
- eine Sitzliege umfassend einen Sitzteil, eine Rückenlehne sowie eine Beinabstützung
mit einer ersten Abfolge von Stellungen der Beinabstützung;
- Fig. 6 bis 8:
- die Sitzliege nach den Fig. 1 bis 5 mit einer zweiten Abfolge von Stellungen der Beinabstützung;
- Fig. 9, 10:
- eine Auslegeranordnung als Teil der Beinabstützung nach den Fig. 1 bis 8;
- Fig. 11:
- einen Beinauflagenträger ebenfalls als Teil der Beinabstützung nach den Fig. 1 bis
8;
- Fig. 12:
- die Auslegeranordnung nach den Fig. 9, 10 mit dem Beinauflagenträger nach Fig. 11;
- Fig. 13, 14:
- eine dem Beinauflagenträger nach den Fig. 11, 12 zugeordnete Beinauflage mit gesteuerter
Arretierungsvorrichtung;
- Fig. 15:
- die Arretierungsvorrichtung nach den Fig. 13 und 14;
- Fig. 16:
- die Beinabstützung nach den Fig. 1 bis 8, bestehend aus den Bauteilen nach den Fig.
9 bis 15;
- Fig. 17:
- die Sitzliege nach Fig. 1 in der Draufsicht von oben und
- Fig. 18:
- eine Darstellung entsprechend Fig. 1 mit gegenüber Fig. 1 verschobener Beinauflage.
[0014] Gemäß den
Fig. 1 bis 8 und 17, 18 umfasst ein Sitz- und Liegemöbel in Form einer Sitzliege
1 einen Sitzteil
2, der an einem Untergestell
3 in Richtung eines Doppelpfeils
4 schwenkbar gelagert ist. Rückwärtig ist an dem Sitzteil 2 eine Rückenlehne
5 angelenkt. Die Schwenkbeweglichkeit der Rückenlehne 5 gegenüber dem Sitzteil 2 ist
durch einen Doppelpfeil
6 veranschaulicht. An der in Blickrichtung des Benutzers liegenden Seite lagert der
Sitzteil 2 eine Beinabstützung
7. Diese umfasst neben einer Beinauflage
8 und einem später noch im Detail zu beschreibenden und in den Fig. 1 bis 8 verdeckt
angeordneten Beinauflagenträger 32 eine Auslegeranordnung
10, über welche die Einheit aus Beinauflage 8 und Beinauflagenträger 32 mit dem Sitzteil
2 verbunden ist. Die Auslegeranordnung 10 erstreckt sich dabei in Blickrichtung des
Benutzers der Sitzliege 1 zwischen dessen Beinen (Fig. 17).
[0015] Eine Auswahl von Positionen, in welche die Beinauflage 8 der Sitzliege 1 überführt
werden kann, ist den Figuren 1 bis 8 und 18 zu entnehmen. Die Abfolge nach den Fig.
1 bis 5 betrifft dabei den Fall, dass die Beinauflage 8 aus einer waagerechten Stellung
(Fig. 1) in die untere Endstellung (Fig. 5) bewegt wird. Die von der Beinauflage 8
dabei ausgeführte kombinierte Hub-Schwenkbewegung ist das Ergebnis der Zwangssteuerung
der Beinauflage 8 durch die Auslegeranordnung 10, bei der es sich demnach um eine
Hub-Schwenkvorrichtung handelt. In Fig. 1 ist die Beinauflage 8 in einer Stellung
gezeigt, in welcher sie dem Benutzer der Sitzliege 1 die Einnahme einer sitzenden
Ruhestellung ermöglicht. In einer entsprechenden Stellung befindet sich die Beinauflage
8 in Fig. 18. Allerdings ist die Beinauflage 8 gemäß Fig. 18 näher an den Sitzteil
2 herangeschoben als in Fig. 1
[0016] Die in den
Fig. 6 bis 8 gezeigte Abfolge von Stellungen der Beinauflage 8 geht aus von den Verhältnissen
entsprechend Fig. 2 und endet mit einer Stellung, bei deren Einnahme die Beinauflage
8 zur Knieabstützung genutzt werden kann. Diese Funktionsstellung der Beinauflage
8 ergibt sich dabei sowohl infolge ihrer Zwangssteuerung durch die Auslegeranordnung
10 als auch durch von dieser Zwangssteuerung entkoppelte Einstellung.
[0017] Die konstruktiven Mittel, welche die in den Fig. 1 bis 8 und 18 veranschaulichte
Kinematik der Beinabstützung 7 bewirken bzw. zulassen, sind im Einzelnen den Fig.
9 bis 16 zu entnehmen.
[0018] Gemäß
Fig. 9 umfasst die Auslegeranordnung 10 eine doppelwandige Schwinge
11, einen Antriebslenker
12 sowie einen Steuerlenker
13. Die Schwinge 11 ist dabei an den Antriebslenker 12 sowie den Steuerlenker 13 über
Schwenkachsen
14, 15 angelenkt. Der Antriebslenker 12 ist der Schwinge 11 gegenüberliegend mit einer Lagerhülse
16 versehen. Zwischen der Schwenkachse 14 und der Lagerhülse 16 greift an dem Antriebslenker
12 eine Gasfeder
17 an, die dabei an dem Antriebslenker 12 gelenkig gelagert ist. An ihrem dem Antriebslenker
12 gegenüberliegenden Ende ist die Gasfeder 17 mit einem Lagerauge
18 versehen. Anstelle der Gasfeder 17 kann beispielsweise auch ein Hydraulikzylinder
oder ein elektromechanischer Linearantrieb verwendet werden.
[0019] Der Steuerlenker 13 besitzt gabelartige Gestalt und wird im Bereich der Gabelung
von der Gasfeder 17 durchsetzt. Die Gabelschenkel enden in Lageraugen
19, 20. Der Antriebslenker 12 ist über die Lagerhülse 16, der Steuerlenker 13 über die Lageraugen
19, 20 und die Gasfeder 17 über das Lagerauge 18 an dem Sitzteil 2 der Sitzliege 1
schwenkbar gelagert.
[0020] Die Schwinge 11 ist an ihrem von dem Steuerlenker 13 abliegenden Ende fest mit einer
Schwenkachse
21 verbunden. Um die Schwenkachse 21 schwenkbar sitzt auf dieser ein Schwenkkörper
22. Mit diesem fest verbunden sind an beiden Längsenden der Schwenkachse 21 zylinderförmige
Halbschalen einer Sperrrastvorrichtung, von denen in Fig. 9 eine, nämlich die Halbschale
23, auf der dem Betrachter zugewandten Seite erkennbar ist.
[0021] Fig. 10 gibt einen Einblick in den Zwischenraum zwischen den Wänden der doppelwandigen Schwinge
11. In diesem Zwischenraum untergebracht ist demnach ein Schubgestänge
24, welches eine hintere Schubstange
25 sowie eine daran mittels einer Schwenkachse
26 angelenkte vordere Schubstange
27 umfasst. An ihrem von der Schwenkachse
26 abliegenden Ende ist die vordere Schubstange 27 mit radialem Abstand von der Schwenkachse
21 mit dem Schwenkkörper 22 drehgelenkig verbunden. Auf der Schwenkachse 26 sitzt
eine Führungsrolle
28, die zwischen Führungsleisten
29, 30 geführt ist und auf einer Führungsbahn
31 an der Führungsleiste 29 abrollt. Die hintere Schubstange 25 ist an ihrem von der
Schwenkachse 26 abliegenden Ende über eine Schwenkachse mit radialem Abstand von der
Schwenkachse 14 an den Antriebslenker 12 angelenkt.
[0022] In
Fig. 11 dargestellt ist der Beinauflagenträger
32. Dieser ist an seinen Längsseiten mit Parallelführungen
33, 34 versehen. An den Parallelführungen 33, 34 ausgebildet sind Rollenbahnen
35, 36. An der Außenseite von Schenkeln
37, 38 ist der Beinauflagenträger 32 mit Lagerrollen versehen, von denen in Fig. 11 die
Lagerrolle
39 an dem Schenkel 37 gezeigt ist. An ihren einander zugewandten Seiten sind die Schenkel
37, 38 drehfest mit jeweils einer Halbschale der bereits genannten Sperrrastvorrichtung
versehen. Der Anschaulichkeit halber ist in Fig. 11 lediglich die Halbschale
40 dargestellt, die an der Innenseite des Schenkels 37 des Beinauflagenträgers 32 angebracht
ist und die dazu bestimmt ist, mit der Halbschale 23 an dem Schwenkkörper 22 (Fig.
9) zusammenzuwirken. Durchsetzt wird die Halbschale 40 von einer Lageröffnung
41. Lageröffnungen finden sich ebenfalls an den Schenkeln 37, 38 des Beinauflagenträgers
32. Eine davon, nämlich die Lageröffnung
42 an dem Schenkel 38, ist in Fig. 11 zu erkennen.
[0023] Zu montieren ist der Beinauflagenträger 32 an der Auslegeranordnung 10 (
Fig. 12). In der Montagestellung werden dabei die Lageröffnungen an den Schenkeln 37, 38
des Beinauflagenträgers 32, u.a. die Lageröffnung 42, durchsetzt von der drehfest
mit der Schwinge 11 verbundenen Schwenkachse
21. Diese liegt in Fig. 12 verdeckt hinter der sichtbaren Lagerrolle 39. Über das Halbschalenpaar
23, 40 auf der einen Seite des Schwenkkörpers 22 und über das entsprechende Halbschalenpaar
auf der gegenüberliegenden Seite des Schwenkkörpers 22 erfolgt dabei eine Abstützung
des von der Schwenkachse 21 vorkragenden Beinauflagenträgers 32 in Schwerkraftrichtung
(Pfeil
43 in Fig. 12). Gleichzeitig lassen das Halbschalenpaar 23, 40 sowie das zweite an der
gegenüberliegenden Seite des Schwenkkörpers 22 angebrachte Halbschalenpaar ein Schwenken
des Beinauflagenträgers 32 entgegen der Schwerkraftrichtung (Pfeil
44 in Fig. 12) zu. Dabei kann der Beinauflagenträger 32 in unterschiedlichen Schwenkstellungen
verrastet werden. In allen diesen Raststellungen ist der Beinauflagenträger 32 gegen
Verschwenken in Schwerkraftrichtung abgestützt. Die dies ermöglichende Sperr-Rastvorrichtung
ist in herkömmlicher Art und Weise gestaltet. Wie es beispielsweise von Schwenkverbindungen
an Lattenrosten für Betten bekannt ist, bedarf es zum Schwenken des Beinauflagenträgers
32 aus einer zuvor eingestellten Schwenkstellung in die Schwenk-Endstellung in Richtung
des Pfeils 43 zunächst eines Verschwenkens des Beinauflagenträgers 32 in Richtung
des Pfeils 44 bis in eine Stellung, in welcher die Sperr-Rastvorrichtung geöffnet
ist und dann das gewünschte Verschwenken des Beinauflagenträgers 32 in Gegenrichtung
zulässt.
[0024] Auf dem Beinauflagenträger 32 zu lagern ist die Beinauflage 8, wie sie in den
Fig. 13 und
14 in der Ansicht aus einander entgegengesetzten Richtungen dargestellt ist. Die Beinauflage
8 umfasst ein Auflagenpolster
46 sowie einen Polsterunterbau in Form eines Auflagenschlittens
47. Letzterer weist zwei Führungsschienen
48, 49 auf. Diese sind an ihren einander zugewandten Seiten mit Laufrollen
50, 51 ausgestattet. An der Führungsschiene 48 ist der Laufrolle 50 benachbart eine Bremsvorrichtung
52 angeordnet, die als Arretierungsvorrichtung zur Fixierung der Beinauflage 8 auf dem
Beinauflagenträger 32 dient. Zu deren Betätigung ist eine Steuereinrichtung
53 vorgesehen. Isoliert sind die Bremsvorrichtung 52 und deren Steuereinrichtung 53
in Fig. 15 abgebildet.
[0025] Demnach umfasst die Bremsvorrichtung 52 im Wesentlichen ein Bremsglied in Form eines
Bremsbackens
54 sowie einen abgewinkelten Schwenkhebel
55 mit einer Schwenkachse
56. Der Schwenkhebel 55 trägt an einem Ende den Bremsbacken 54. Seine Schwenkachse 56
dient gleichzeitig als Drehachse für die Laufrolle 50. Mit Abstand von der Schwenkachse
56 greift an dem Schwenkhebel 55 eine Bremsfeder
57 an.
[0026] Die Steuereinrichtung 53 umfasst einen Taster in Form einer Tastrolle
58 sowie ein Betätigungsgestänge
59, das einerseits an der Tastrolle 58 abgestützt und andererseits mittels einer Schwenkachse
60 an dem Schwenkhebel 55 mit Abstand von dessen Schwenkachse 56 drehgelagert ist.
[0027] Weiterhin umfasst die Steuereinrichtung 53 einen Handbetätigungshebel
61 sowie eine weitere Betätigungseinheit
62. Letztere besteht aus einer drehfest mit dem Handbetätigungshebel 61 verbundenen Welle
63 sowie aus einem Schwenkhebel
64. Die Welle 63 ist um eine Schwenkachse
65 drehbar; der Schwenkhebel 64 ist einerseits mit Abstand von der Schwenkachse 65 über
die Welle 63 beaufschlagbar und andererseits mit dem Schwenkhebel 55 mit Bremsbacken
54 fest verbunden. Die Beaufschlagung des Schwenkhebels 64 durch die Welle 63 erfolgt
über eine Kurvenrolle
68, die an der Welle 63 exzentrisch gelagert ist.
[0028] Wie aus den Fig. 13 und 14 hervorgeht, sind der Handbetätigungshebel 61 und die Welle
63 um die Schwenkachse 65 drehbar an dem Auflagenschlitten 47 der Beinauflage 8 gelagert.
Mit dem Auflagenschlitten 47 ebenfalls drehbar verbunden ist der Schwenkhebel 55,
dessen Schwenkachse 56 eine Lasche
66 des Auflagenschlittens 47 durchsetzt. Die Tastrolle 58 schließlich ist mit exzentrischer
Drehachse an der Führungsschiene 48 drehbar gelagert.
[0029] In der Gebrauchsstellung ist die Beinauflage 8 auf den Beinauflagenträger 32 aufgesetzt.
Dabei ruhen die Laufrollen 50, 51 der Beinauflage 8 auf den Rollenbahnen 35, 36 an
dem Beinauflagenträger 32. Eine entsprechende Rollenlagerung der Beinauflage 8 an
dem Beinauflagenträger 32 ergibt sich mittels der Lagerrolle 39 sowie der zweiten,
in Fig. 11 nicht erkennbaren Lagerrolle an dem Beinauflagenträger 32. Über die Parallelführungen
33, 34 ist die Beinauflage 8 an dem Beinauflagenträger 32 in Richtung eines Doppelpfeils
67 (
Fig. 16) geführt. Eine freie Beweglichkeit in dieser Richtung wird durch die Bremsvorrichtung
52 verhindert, deren Bremsbacken 54 unter Beaufschlagung mittels der Bremsfeder 57
auf der Rollenbahn 35 des Beinauflagenträgers 32 aufliegt.
[0030] Wird nun ausgehend von den Verhältnissen nach Fig. 1 die Gasfeder 17 durch Betätigen
eines dafür vorgesehenen Handhebels gelüftet, so kann die Beinabstützung 7 durch Ausübung
eines in Schwerkraftrichtung wirkenden Druckes auf die Beinauflage 8 aus der angehobenen
Stellung abgesenkt werden. Bei entsprechender Wahl der von der Gasfeder 17 ausgeübten
Gegenkraft lässt sich die Absenkung der Beinauflage 8 mit geringem Kraftaufwand bewerkstelligen.
So kann die erforderliche Kraft beispielsweise von dem auf dem Sitzteil 2 der Sitzliege
1 sitzenden Benutzer mit den Beinen aufgebracht werden. Die Beinauflage 8 führt zeitgleich
mit ihrer Absenkbewegung eine zwangsgesteuerte Schwenkbewegung aus.
[0031] Diese Schwenkbewegung resultiert aus der Konfiguration der ein Getriebe bildenden
Auslegeranordnung 10. So wird die Schwenkbewegung des Antriebslenkers 12 über das
Schubgestänge 24 umgesetzt in eine Schwenkbewegung des Schwenkkörpers 22 um die Schwenkachse
21. Mit dem Schwenkkörper 22 mitverschwenkt wird der mit diesem bezüglich der Schwenkachse
21 drehfest verbundene Beinauflagenträger 32 und mit diesem die an dem Beinauflagenträger
32 gelagerte Beinauflage 8. So gelangt die Beinauflage 8 aus der Anfangsposition gemäß
Fig. 1 auch in die Stellung gemäß Fig. 2. Dabei trifft die Tastrolle 58 auf dem Boden
auf. Eine fortgesetzte Beaufschlagung der Beinauflage 8 in Absenkrichtung hat nun
zur Folge, dass die Tastrolle 58 über das erste Betätigungsgestänge 59 den Schwenkhebel
55 um die Schwenkachse 56 in
Fig. 15 im Uhrzeigersinn verschwenkt. Infolgedessen hebt der Bremsbacken 54 gegen die Wirkung
der Bremsfeder 57 von der zuvor beaufschlagten Rollenbahn 35 an dem Beinauflagenträger
32 ab. Die Bremsvorrichtung 52 wird dadurch geöffnet. Bei fortgesetzter Schwenkbewegung
der Beinauflage 8 in die Positionen gemäß den Fig. 3 bis 5 bleibt die Bremsvorrichtung
52 geöffnet und die Beinauflage 8 kann sich mit ihrem Auflageschlitten 47 an dem Beinauflagenträger
32 entlang verschieben und dadurch gegenüber dem Boden zurückweichen. Auf diese Art
und Weise wird selbsttätig ein Blockieren der zwangsgesteuerten Bewegung der Beinauflage
8 verhindert. Gleichzeitig werden Beschädigungen an der Beinauflage 8, die mit deren
Auftreffen auf den ein Hindernis bildenden Boden verbunden sein könnten, vermieden.
In ihrer unteren Endstellung ist die Beinauflage 8 in Fig. 5 gezeigt. Von dieser Stellung
ausgehend bedarf es zur Überführung der Beinauflage 8 in eine Gebrauchsstellung lediglich
einer Betätigung der Gasfeder 17. Die zu den Fig. 1 bis 5 beschriebenen Abläufe vollziehen
sich dann in umgekehrtem Sinn. Sobald die Tastrolle 58 bei der Hubbewegung der Beinauflage
8 von dem Boden frei kommt, bewirkt die Bremsfeder 57 selbsttätig eine Anlage des
Bremsbackens 54 an der zugeordneten Rollenbahn 35 und damit eine selbsttätige Aktivierung
der Bremsvorrichtung 52. Dadurch wird dann die Beinauflage 8 wieder in Richtung des
Doppelpfeils 67 unverschiebbar an dem Beinauflagenträger 32 arretiert.
[0032] Soll die Beinabstützung 7 als Knieabstützung verwendet werden, so ist die Beinauflage
8 zunächst in die Position gemäß Fig. 6 zu bewegen. Die dort gezeigte Schwenkstellung
der Beinauflage 8 wird durch die Auslegeranordnung 10, d.h. zwangsgesteuert, eingestellt.
Bei dieser Stellung der Beinauflage 8 ist die Bremsvorrichtung 52 gerade noch wirksam.
Der Bediener kann nun die Beinauflage 8 an ihrem vorderen Ende erfassen und ausgehend
von der zwangsgesteuert vorgegebenen Schwenkstellung von der Zwangssteuerung entkoppelt
in die Stellung gemäß Fig. 7 hochschwenken. Mittels der vorstehend beschriebenen Sperrrastvorrichtung
wird die Beinauflage 8 in dieser Stellung selbsttätig verrastet. Erforderlichenfalls
möglich ist nun noch ein Verstellen der Beinauflage 8 in Richtung des Doppelpfeils
67 in Fig. 7. Zu diesem Zweck ist von dem Benutzer der Handbetätigungshebel 61 in
Fig. 15 im Gegenuhrzeigersinn zu beaufschlagen. Über den Schwenkhebel 64 wird dann
der Schwenkhebel 55 unter Anheben des Bremsbackens 54 von der Rollenbahn 35 sowie
unter Vorspannen der Bremsfeder 57 um die Schwenkachse 56 geschwenkt. Die Bremsvorrichtung
52 ist dann geöffnet und die Beinauflage 8 lässt sich gegenüber dem Beinauflagenträger
32 in die gewünschte Position verschieben. Mit Freigeben des Handbetätigungshebels
61 nimmt der Bremsbacken 54 unter der Wirkung der zuvor vorgespannten Bremsfeder 57
wieder seine Funktionsstellung auf der Rollenbahn 35 ein und fixiert dadurch die Beinauflage
8 auf dem Beinauflagenträger 32. Entsprechend ist zu verfahren, wenn die Beinauflage
8 aus ihrer Stellung gemäß Fig. 1 in die Position gemäß Fig. 18 oder umgekehrt verschoben
werden soll.
[0033] Wie Fig. 8 zeigt, kann der Sitzteil 2 der Sitzliege 1 relativ zu dem Untergestell
3 in verschiedene Positionen geschwenkt werden. Mit der Schwenkbewegung des Sitzteils
2 einher geht eine entsprechende Schwenkbewegung der gesamten Beinabstützung 7. Relativ
zu dem Sitzteil 2 verschwenkbar ist die Rückenlehne 5. Fig. 8 zeigt die Sitzliege
1 mit einer Stellung von Rückenlehne 5, Sitzteil 2 und Beinabstützung 7, die von dem
Benutzer für die Einnahme einer ergonomisch günstigen knieenden Arbeitshaltung genutzt
werden kann.
1. Sitz- und/oder Liegemöbel mit einem Sitzteil (2) sowie mit einer Beinabstützung (7),
die eine Beinauflage (8) sowie eine Hub-Schwenkvorrichtung (10) umfasst, mittels derer
die Beinauflage (8) relativ zu dem Sitzteil (2) heb- und senkbar und dabei zwangsgesteuert
um eine horizontal und quer zu der Blickrichtung des Benutzers verlaufende Schwenkachse
(21) schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Beinauflage (8) von der Hub-Schwenkvorrichtung (10) entkoppelt um eine horizontal
und quer zu der Blickrichtung des Benutzers verlaufende Schwenkachse (21) aus der
zwangsgesteuert eingestellten Schwenkstellung in wenigstens eine davon verschiedene
Schwenkstellung schwenkbar und in dieser Schwenkstellung festlegbar ist.
2. Sitz- und/oder Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (8) von der Hub-Schwenkvorrichtung (10) entkoppelt in wenigstens
eine Schwenkstellung zur Knieabstützung schwenkbar und in dieser Schwenkstellung festlegbar
ist.
3. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (21) der zwangsgesteuerten Schwenkbewegung der Beinauflage (8) zusammenfällt
mit der Schwenkachse (21) der von der Hub-Schwenkvorrichtung (10) entkoppelten Schwenkbewegung
der Beinauflage (8).
4. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (8) in wenigstens einer von der zwangsgesteuert eingestellten Schwenkstellung
verschiedenen Schwenkstellung mittels einer lösbaren Sperr-Rastvorrichtung (23, 40)
festlegbar ist.
5. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (8) über einen von der Hub-Schwenkvorrichtung (10) entkoppelt schwenkbaren
Beinauflagenträger (32) mit der Hub-Schwenkvorrichtung (10) verbunden und an dem Beinauflagenträger
(32) relativ zu diesem einstellbar gelagert ist.
6. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beinauflage (8) an dem Beinauflagenträger (32) relativ zu diesem verschiebbar
geführt und mittels einer lösbaren Arretierungsvorrichtung (52) in unterschiedlichen
Verschiebestellungen fixierbar ist.
7. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arretierungsvorrichtung (52) zur Fixierung der Beinauflage (8) an dem Beinauflagenträger
(32) mittels einer Steuereinrichtung (53) gesteuert betätigbar, insbesondere lösbar
ist.
8. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (53) zur gesteuerten Betätigung der Arretierungsvorrichtung
(52) zur Fixierung der Beinauflage (8) an dem Beinauflagenträger (32) einen Taster
(58) umfasst, der in radialer Richtung der Schwenkachse (21) der zwangsgesteuerten
Schwenkbewegung der Beinauflage (8) gegenüber der Beinauflage (8) vorsteht und über
eine Betätigungsvorrichtung mit der Arretierungsvorrichtung (52) der Beinauflage (8)
in Verbindung steht, wobei der Taster (58) bei Auftreffen auf ein Hindernis die Betätigungsvorrichtung
in einem die Arretierungsvorrichtung (52) der Beinauflage (8) lösenden Sinne ansteuert.
9. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Arretierungsvorrichtung (52) zur Fixierung der Beinauflage (8) an dem Beinauflagenträger
(32) eine lösbare Bremsvorrichtung vorgesehen ist, mit einem federkraftbeaufschlagten
Bremsglied (54), über welches die Beinauflage (8) an dem Beinauflagenträger (32) fixierbar
und welches mittels eines von einem Taster (58) ansteuerbaren Betätigungsgestänges
(59) gegen die Wirkung der beaufschlagenden Federkraft aus einer Brems- in eine Freigabestellung
bewegbar ist.
10. Sitz- und/oder Liegemöbel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hub-Schwenkvorrichtung (10) als Auslegeranordnung ausgebildet ist, über welche
die Beinauflage (8) bzw. der Beinauflagenträger (32) mit dem Sitzteil (2) verbunden
ist und welche sich in Blickrichtung des Benutzers zwischen dessen Beinen erstreckt.