[0001] Die Erfindung betrifft eine Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 1 und eine
Kokille dafür mit den Merkmalen von Anspruch 13.
[0002] Niederdruck-Kokillengiessanlagen sind beispielsweise aus der CH 690 356 und der EP-A
0 824 983 bekannt. Bei bekannten Anlagen sind die Kokillen fest in Handhabungseinheiten
(Manipulatoren) eingespannt. Diese sind wiederum fest mit einer Transporteinrichtung
verbunden, die die Kokillen von einer Arbeitsstation zur nächsten bewegt. Der ganze
Arbeitsablauf ist weitgehend automatisiert. Da in der Giessstation durch das aufsteigende
flüssige Metall ein hoher Druck von innen auf die Kokille ausgeübt wird, muss der
Manipulator grosse Kräfte aufwenden, damit beide Kokillenhälften beim Giessen aufeinander
liegen bleiben und keine Ränder am Gussteil erzeugt werden. Der Manipulator weist
daher zur Aufwendung der erforderlichen Schliesskraft ein grosses Eigengewicht auf,
das das Gewicht der Kokille weit übersteigt. Diese Masse muss von der Transporteinrichtung
unter entsprechendem Energie- und Zeitaufwand zu und in den weiteren Arbeitsstationen,
insbesondere der Entnahmestation, der Kühl- und Schlichtstation und der Kerneinlegestation,
bewegt werden. Neben der hohen Trägheit des Systems durch die grossen Massen ist die
mangelnde Flexibilität beim Wechsel der Gussform bzw. der Kokille ein weiterer Nachteil
bekannter Anlagen. Die Kokille muss unter entsprechendem Montageaufwand von Manipulator
entfernt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Niederdruck-Kokillengiessanlage und
eine Kokille dafür anzugeben, bei der die genannten Nachteile vermieden werden, die
mechanisch einfach konstruiert ist und bei der eine hohe Flexibilität hinsichtlich
der verwendeten Gussformen und beteiligten Arbeitssstationen bei schnellen, unter
vermindertem Energieaufwand ablaufenden Arbeitsabläufen erreicht wird.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Niederdruck-Kokillengiessanlage mit den Merkmalen
von Anspruch 1 und durch eine Kokille dafür mit den Merkmalen von Anspruch 12. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung.
[0005] Bei einer Niederdruck-Kokillengiessanlage mit wenigstens einer Giessstation und wenigstens
einer weiteren Arbeitsstation ist erfindungsgemäss der Giessstation eine Klemmeinheit
zur Aufnahme einer Kokille mit Ankopplungselementen zugeordnet, welche die Kokillenhälften
während des Giessens zusammenhält. Des weiteren ist ein Greif- und Transportsystem
vorhanden, das zur Aufnahme der Kokille durch Angreifen an den Ankopplungselementen
und zum Transport der Kokille zwischen der weiteren Arbeitsstation und der Giessstation
oder weiteren Arbeitsstationen dient, wobei die Kokille an der Giessstation an die
Klemmeinheit übergeben bzw. von dieser übernommen wird.
[0006] Die erfindungsgemässe Kokille hat einen die eigentliche Gussform aufweisenden Grundkörper
und damit verbundene Ankopplungselemente, die derart angeordnet sind, dass die maximalen
räumlichen Abmessungen der Kokille zumindest in einer Raumrichtung unabhängig von
der Grösse des Grundkörpers sind. Vorzugsweise ist jeder Kokillenhälfte wenigstens
ein Ankopplungselement einer vorbestimmten Form und Grösse zugeordnet ist, wobei die
räumliche Lage der beiden Kokillenhälften zugeordneten Ankopplungselemente relativ
zueinander unabhängig von der Grösse des Grundkörpers ist. Damit können die Kokillenhälften
durch Angreifen an den Ankopplungselementen zusammengehalten oder bei Bedarf auseinander
bewegt werden. Die Klemmeinheit und die sonstigen Aufnahmeeinheiten könne mit einem
einheitlichen Greifsystem ausgestattet werden, welches die Manipulation der Kokille
in der gewünschten Weise ermöglicht, z.B. Zusammendrücken beim Giessen, Auseinanderziehen
und Verschwenken zum Kühlen usw.
[0007] Erfindungsgemäss werden die Kokillen daher nicht fest in einen Manipulator eingespannt,
sondern als solche zwischen und in den einzelnen Stationen bewegt. In der Giessstation
wird die notwendige Schliesskraft durch die Klemmeinheit aufgewendet, die nicht zwischen
den Arbeitsstationen bewegt wird und die Kokille nur im Bereich der Giessstation vorzugsweise
passend und in klemmender Weise aufnimmt. Da die Kokille unabhängig von der Gussform
einheitliche Aussenabmessungen aufweist, z.B. wenigstens eine vorbestimmte Dicke,
kann die Klemmeinheit in wesentlichem aus einem Stück gefertigt sein, in das die Kokille
eingesetzt wird und, soweit nötig, unter verhältnismässig geringem Kraftaufwand verspannt
wird. Die Klemmeinheit muss dabei nicht bewegt werden, sondern kann sich in fester
räumlicher Lage relativ zum Schmelzofen befinden. Mittels des Greif- und Transportsystems
wird die Kokille in die Klemmeinheit eingesetzt und wieder aus dieser entfernt. Beim
Transport selbst müssen keine grossen Kräfte zum Zusammenhalten der Kokillenhälften
aufgewendet werden. Das Greif- und Transportsystem kann daher beispielsweise eine
sehr leichte Greif- und Fahreinheit aufweisen, die die Kokillenhälften nur leicht
aufeinanderdrückt. Falls die Kokille wie in einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung ein Verriegelungssystem zum Zusammenhalten der Kokillenhälften aufweist,
braucht das Greif- und Transportsystem selbst keine entsprechende Schliesskraft aufzuwenden.
Als Greifund Transportsystem kann beispielsweise auch ein Roboter eingesetzt werden.
Das Greif- und Transportsystem muss insgesamt weniger massiv sein als im Falle der
Verwendung der bisher üblichen Manipulatoren, da geringere Massen bewegt werden müssen.
Es wird daher konstruktiv einfacher und preisgünstiger.
[0008] Die erfindungsgemässe Anlage kann wegen des Verzichts auf eine gemeinsame, alle Stationen
anfahrende Handhabungseinheit vollständig modular aufgebaut werden Dadurch wird zusätzlich
die Flexibilität der Anlage erhöht, denn bei Bedarf können weitere Arbeitsstationen
eingefügt oder abgewandelt werden. Die Arbeitsstationen werden lediglich durch das
Greif- und Transportsystem verbunden, das seinerseits auch modular ausgebildet sein
kann, beispielsweise indem es mehrere die Arbeitsstationen verbindende Linearförderer
aufweist.
[0009] Indem sich die Ankopplungselemente unabhängig von der Form und Grösse des eigentlichen
Grundkörpers der Kokille stets an derselben Stelle relativ zueinander befinden, muss
auch das Greif- und Transportsystem nicht an verschiedene Kokillenformen angepasst
werden. Ein schneller Kokillenwechsel ist möglich.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weisen auch die weiteren Arbeitsstationen
eine Aufnahmeeinheit auf, die die Kokille derart aufzunehmen imstande sind, dass die
Kokillenhälften zum Bearbeiten in der Arbeitsstation auf vorbestimmte Weise bewegt
werden können. Beispielsweise werden die Kokillenhälften in der Kerneinlegestation
und in der Entnahmestation geöffnet und in der Kühl- und Schlichtstation zusätzlich
einzeln in ein Schlichtebad eingetaucht. Durch die standardisierten Ankopplungselemente
ist auch hier ohne konstruktive Veränderungen an den Aufnahmeeinheiten ein schneller
Wechsel zwischen verschiedenen Kokillenformen möglich.
[0011] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung haben die Kokillen eine Kodierung,
die die Kokillenart, z.B. die Gussform, angibt. Diese wird mittels geeigneter Leseeinheiten
an den einzelnen Stationen ausgelesen und über ein entsprechendes Signal an eine Systemsteuerung
übermittelt, die zentral oder lokal sein kann. Die Systemsteuerung stellt der Arbeitsstation
die notwendigen Daten zur Steuerung des Arbeitsprozesses zur Verfügung. Beispielsweise
wird in der Giessstation eine vorbestimmte Druckkurve, d.h. der zeitabhängige Druckverlauf,
eingestellt, die an die Form des Gussteils angepasst ist. In der Kühl- und Schlichtstation
wird beispielsweise eine vorbestimmte, von der Gussform abhängige Zeit gekühlt. In
einer Reinigungsstation werden beispielsweise Reinigungsdüsen je nach Gussform über
die geöffnete Kokille bewegt. Die Kodierung ist vorzugsweise mechanisch, z.B. eine
Anordnung von Stiften, kann aber auch auf andere Weise realisiert sein, z.B. durch
einen Barcode oder einen Datenträger. Eine robuste mechanische Kodierung kann auch
beim Einsatz unter den beim Giessen herrschenden wenig sauberen Betriebsbedingungen
zuverlässig abgelesen werden.
[0012] Vorzugsweise ist jeder Arbeitsstation eine lokale Steuereinheit zugeordnet, die die
lokalen Arbeitsabläufe steuert. Die relevanten Prozessdaten werden vorzugsweise an
einer zentralen Steuereinheit eingegeben und von der lokalen Steuereinheit abgefragt.
[0013] Um die Gesamtanlage gut auszulasten, sind die Prozesse an den einzelnen Arbeitsstationen
und der Transport zwischen den Stationen vorzugsweise synchronisiert, wobei sich an
jeder Station eine Kokille befindet. Es ist jedoch auch möglich, einzelne Kokillen
ganz aus dem Zyklus zu nehmen, wenn insgesamt weniger Gussteile produziert werden
sollen.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und im folgenden
beschrieben. Es zeigen rein schematisch:
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf eine erfindungsgemässe Anlage;
- Fig. 2a,b
- eine erfindungsgemässe Giessstation in Seitenansicht bzw. Aufsicht;
- Fig. 3a-c
- eine erfindungsgemässe Entnahme- und Reinigungsstation in verschiedenen Ansichten;
- Fig. 4a,b
- eine erfindungsgemässe Kühl- und Schlichtstation mit Kerneinlegestation in Seitenansicht
bzw. Aufsicht;
- Fig. 5
- einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemässen Greif- und Transportsystem;
- Fig. 6a-c
- eine erfindungsgemässe Kokille in verschiedenen Ansichten;
- Fig. 7a-c
- die Ankopplung einer erfindungsgemässen Kokille an das Greif- und Transportsystem
in verschiedenen Ansichten.
[0015] Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf eine erfindungsgemässe Niederdruck-Kokillengiessanlage
mit einer Giessstation 1, einer Entnahme- und Reinigungsstation 8, einer Kokillenwechselstation
9, einer Kühl- und Schlichtstation mit Kerneinlegestation 10 und einem Greif- und
Transportsystem 5. Das Greif- und Transportsystem 5 umfasst drei in Form eines Dreiecks
angeordnete Linearförderer 7, die Kokillen 3 zwischen den einzelnen Stationen 1, 8,
9, 10 hin- und herfördern. Die Kokillen 3 weisen dazu Ankopplungselemente 17 auf,
die in den übrigen Figuren näher dargestellt sind und an denen die Greif- und Fahreinheiten
6 der Linearförderer 7 angreifen. An den Arbeitsstationen 1, 8, 9, 10 werden die Kokillen
3 jeweils von einer Aufnahmeeinheit 2, 26, 33 aufgenommen, von denen hier nur die
Klemmeinheit 2 der Giessstation 1 dargestellt ist. Die erfindungsgemässe Niederdruck-Kokillengiessanlage
ist vollständig modular aufgebaut. In der Kokillenwechselstation 9 können auf einfache
Weise die Kokillen 3 gewechselt werden, indem eine Kokille mit einer ersten Gussform
von einer Greifund Fahreinheit 6 des Fördersystems freigegeben und eine andere Kokille
mit einer zweiten Gussform ergriffen wird. Aufgrund der für alle Kokillen einheitlichen
Ankopplungselemente 17 sind dazu keine Anpassungen an der Greif- und Fahreinheit 6
notwendig.
[0016] Fig. 2a,b zeigen eine erfindungsgemässe Giessstation 1 in Seitenansicht bzw. Aufsicht.
Sie umfasst in an sich bekannter Weise einen in einem Ofengestell 16 gehalterten Schmelzofen
2, der über eine Zuführung 11 beschickt werden kann. Erfindungsgemäss ist der Giessstation
1 eine Klemmeinheit 2 zugeordnet, die eine Kokille 3 mit vorbestimmten Abmessungen,
insbesondere mit einer vorbestimmten Breite, passend aufzunehmen imstande ist. Die
Klemmeinheit 2 besteht dazu aus einem rechteckförmigen, geschlossenen Rahmen 2a, der
in seinem Inneren hinterschnittene Greifelemente 15 aufweist. Die durch jeweils ein
Greifelement 15 und dem Rahmen 2a gebildete Öffnung dient zur Aufnahme der Ankopplungselemente
17. Dabei wird die Kokille 3 von oben in die Klemmeinheit 2 eingeführt. Indem die
Ankopplungselemente 17 stets an derselben Stelle im Raum angeordnet sind bzw. hier
voneinander einen vorbestimmten Abstand haben, der der lichten Weite der Klemmeinheit
2 entspricht, können Kokillen mit unterschiedlichen Gussformen in die Klemmeinheit
2 eingeführt und dort gehaltert werden. Jedes Ankopplungselement 17 umfasst dazu eine
parallel zum Grundkörper 30 ausgerichtete seitliche Platte 18, die von den Greifelementen
15 gehalten wird, und verbindende Stifte 19. Die Länge der Stifte wird an die Dicke
des Grundkörpers 30 derart angepasst, dass der Abstand der Platten 18 für alle Kokillen
3 gleich ist. Zur Halterung der Kokille 3 passend und in klemmender Weise können zusätzlich
Spannelemente vorgesehen sein, die die Kokille 3 nach dem Einführen in der Klemmeinheit
2 verspannen, z.B. indem jeweils ein Paar von Greifelementen 15 senkrecht oder parallel
zur Mittelebene der Kokille 3 aufeinander zu bewegt werden. Durch die Klemmeinheit
2 werden die an sich separaten Kokillenhälften 3a, 3b während des Giessvorgangs aufeinander
gedrückt gehalten.
[0017] Die Klemmeinheit 2 ist an einer vertikal orientierten Drehsäule 12 befestigt und
kann zur Aufnahme einer Kokille vom Transportsystem um eine vertikale Achse verschwenkt
werden sowie zum Aufsetzen der Kokille auf das Steigrohr 13 des Ofens 4 mittels eines
Vertikal-Fahrzylinders 14 in vertikaler Richtung verfahren werden.
[0018] Fig. 3a-c zeigen eine erfindungsgemässe Entnahme- und Reinigungsstation 8 in Ansicht
von der Seite senkrecht zur Transportrichtung (Fig. 3a), von oben (Fig. 3b) und von
der Seite in Transportrichtung (Fig. 3c). Die Entnahme-und Reinigungsstation 8 hat
ein Gehäuse 8a mit einer Öffnung 21, die während des Reinigungsvorgangs mit einer
Tür 22 verschlossen werden kann. In der Station 8 ist eine Aufnahmeeinheit 26 vorhanden,
die für Kokillen 3 von oben zugänglich ist. Die Aufnahmeeinheit 26 weist Greifelemente
27 auf, die wie die im Zusammenhang mit der Klemmeinheit 2 beschriebenen Greifelemente
15 ausgebildet sind und ebenfalls an den seitlichen Platten 18 der Ankopplungselemente
17 der Kokillen 3 angreifen. Der in Transportrichtung gesehene Abstand der Greifelemente
27 ist hier veränderbar, damit die beiden Kokillenhälften 3a, 3b zum Entnehmen des
Gussteils und zum Reinigen auseinandergezogen werden können (gestrichelte Darstellung
der Kokillenhälfte 3b'). Die Öffnungs- und Schliessbewegung der Aufnahmeeinheit 26
wird durch Zylinder 24 veranlasst.
[0019] Führungsstangen 28 dienen zum Führen der Ankopplungselemente 17 in horizontaler Richtung
in der Aufnahmeeinheit 26. Ein Ausstoss-Zylinder 25 dient zum Bewegen einer in Fig.
6a-c näher dargestellten Ausstossplatte 42, mit der die fertigen Gussteile 29 aus
der Form gelöst werden, so dass sie eine Entnahmeeinheit 31 übernehmen kann. Nach
der Entnahme wird eine Reinigungsdüse 20 über die geöffneten Kokillenteile 3a, 3b
bewegt, wozu eine Führung 32 und ein entsprechender Antrieb vorhanden ist. Die Bewegung
der Düse 20 kann in Abhängigkeit von der Gussform gesteuert werden. Die Station 8
weist des weiteren ein Strahl-Aggregat 23 auf.
[0020] Fig. 4a,b zeigen eine erfindungsgemässe Kühl- und Schlichtstation 10 mit einer Kerneinlegestation
in Seitenansicht bzw. Aufsicht. Die Kokille 3 befindet sich in einer Aufnahmeeinheit
33 dieser Station. Die Greifelemente 34 sind im wesentlichen so gestaltet wie die
der Giessstation 1 bzw. Reinigungsstation 8 und greifen wiederum an den Ankopplungselementen
17 der Kokillenhälften 3a, 3b an. Die Greifelemente 34 bewegen sich zum Öffnen der
Kokille 3 auseinander (gestrichelt dargestellt) und schwenken um eine horizontale
Achse D1, D1', um die Kokillenhälften 3a, 3b in das Kühl- und Schlichtebad 35 einzutauchen.
Nach dem Rückschwenken in die Ausgangsposition mit vertikalen Kokillenhälften 3a,
3b verschwenkt die gesamte Aufnahmeeinheit 33 um eine weitere horizontale Achse D2
(weitere gestrichelt dargestellte Position). In dieser Lage werden die Kerne auf die
untere Kokillenhälfte 3a gelegt, die Kokille 3 wird geschlossen, die Aufnahmeeinheit
33 zurück geschwenkt und die Kokille 3 mit dem Greif- und Transportsystem in vertikaler
Richtung entnommen.
[0021] Fig. 5 zeigt einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemässen Greif- und Transportsystem
5. Auf einem Linearförderer 7 ist ein Schlitten 36 in horizontaler Richtung auf einer
Förderschiene 38 bewegbar. Eine Greif- und Fahreinheit 6 ist mit dem Schlitten 36
über eine vertikale Stange 37 verbunden. Der Abstand zwischen der Greif- und Fahreinheit
6 und der Förderschiene 38 kann mittels eines geeignenten Antriebs verstellt werden.
Die Greif- und Fahreinheit 6 weist vier Greifelemente 43 auf, die an den Ankopplungselementen
17 der Kokillen 3 angreifen und in Fig. 7a-c näher dargestellt sind. Das Greif- und
Transportsystem 5 muss nur das Gewicht der Kokille 3 tragen und kann daher im Vergleich
zu herkömmlichen Anlagen sehr leicht ausgeführt werden.
[0022] Fig. 6a-c zeigen eine erfindungsgemässe Kokille 3 in verschiedenen Ansichten. Die
Kokille 3 besteht aus zwei separierbaren Kokillenhälften 3a, 3b, die durch externen
Druck und wenn notwendig zusätzlich durch ein internes Verriegelungssystem (hier nicht
dargestellt) zusammengehalten werden. Der Grundkörper 30 der Kokille 3 bildet die
eigentliche Gussform. Der Grundkörper 30 ist quaderförmig und kann je nach herzustellendem
Gussteil unterschiedliche Abmessungen haben. Am Grundkörper 30 sind Ankopplungselemente
17 angeordnet, wobei jede Kokillenhälfte 3a, 3b ein Ankopplungselement 17 aufweist.
Diese bestehen aus einer parallel zu den Seitenflächen des Grundkörpers 30 angeordneten
Platte 18, die über senkrecht dazu verlaufende Stifte 19 mit dem Grundkörper 30 verbunden
ist. Die Platten 18 haben einen vorbestimmten Abstand voneinander und eine vorbestimmte
Dicke, Breite und Länge, die an die Greifelemente 15, 27, 34 der Arbeitsstationen
angepasst ist. Über die Länge der Stifte kann der Abstand der Platten 18 angepasst
werden, so dass die Kokille 3 zum Einsetzen in die Aufnahmeeinheiten der Arbeitsstationen
auch bei unterschiedlichen Abmessungen des Grundkörpers 30 stets vorbestimmte äussere
Maximalabmessungen aufweist.
[0023] An einer der Platten 18 ist eine Kodierung 39, hier mittels einer Anordnung von kurzen
Stiften, angebracht, die von einer entsprechenden Leseeinheit gelesen werden kann,
z.B. durch mechanisches Abtasten. Die Platten 18 weisen des weiteren an einer Querseite
der Kokille 3 Ankopplungsfortsätze 40 auf, an denen die Greifelemente 43 der Greif-
und Fahreinheit 6 angreifen können (Fig. 7a-c). Auch diese Ankopplungsfortsätze 40
haben wie die Ankopplungselemente 17 auch bei unterschiedlichen Abmessungen des Grundkörpers
30 eine feste räumliche Lage relativ zueinander, so dass das Transport- und Greifsystem
5 vereinheitlicht werden kann.
[0024] In den Platten 18 ist eine Öffnung 41 zum Durchstossen des Ausstoss-Zylinders 25
vorhanden. Dieser bewegt eine Ausstossplatte 42, mit der die Gussteile aus ihrer Form
gelöst werden.
[0025] Fig. 7a-c zeigen die Ankopplung einer erfindungsgemässen Kokille 3 an das Greif-
und Transportsystem 5 bzw. die Greif- und Fahreinheit 6 in verschiedenen Ansichten.
Die Greif- und Fahreinheit 6 besteht aus einer horizontalen Platte, an deren Unterseite
Greifelemente 43 angeordnet sind, deren lichte Weite veränderlich ist. Die Greifelemente
43 weisen eine Einkerbung auf, die in eine entsprechende Kerbe der bolzenartigen Ankopplungsfortsätze
40 der Ankopplungselemente 17 eingreift. Die Kokillen werden somit sowohl in horizontaler
als auch in vertikaler Richtung fixiert. Die Kokillenhälften 3a, 3b werden beim Transport
zusammengehalten.
1. Niederdruck-Kokillengiessanlage mit wenigstens einer Giessstation (1) und wenigstens
einer weiteren Arbeitsstation (8, 9, 10), dadurch gekennzeichnet, dass der Giessstation (1) eine Klemmeinheit (2) zur Aufnahme einer Ankopplungselemente
(17) aufweistenden Kokille (3) zugeordnet ist, welche die Kokillenhälften (3a, 3b)
während des Giessens zusammenhält, und dass ein Greif- und Transportsystem (5) vorhanden
ist zur Aufnahme der Kokille (3) durch Angreifen an den Ankopplungselementen (17)
und zum Transport der Kokille (3) zwischen der weiteren Arbeitsstation (8, 9, 10)
und der Giessstation (1) oder weiteren Arbeitsstationen (8, 9, 10), wobei die Kokille
(3) an der Giessstation (1) an die Klemmeinheit (2) übergeben bzw. von dieser übernommen
wird.
2. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch wenigstens eine Kokille (3) mit einem die eigentliche Gussform aufweisenden Grundkörper
(30) und damit verbundenen Ankopplungselementen (17), die derart angeordnet sind,
dass die maximalen räumlichen Abmessungen der Kokille (3) zumindest in einer Raumrichtung
unabhängig von der Grösse des Grundkörpers (30) sind.
3. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kokillenhälfte (3a, 3b) wenigstens ein Ankopplungselement (17) einer vorbestimmten
Form und Grösse zugeordnet ist und dass die räumliche Lage der beiden Kokillenhälften
(3a, 3b) zugeordneten Ankopplungselemente (17) relativ zueinander unabhängig von der
Grösse des Grundkörpers (30) ist.
4. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch wenigstens zwei Kokillen (3) mit verschiedenen Gussformen im Grundkörper (30).
5. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (3) eine Kodierung (39) aufweist, die zur Identifikation der Gussform
dient.
6. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Giessstation (1) einen Schmelzofen (4) aufweist und wenigstens eine Entnahmestation
(8), eine Kühl- und Schlichtstation (10) sowie eine Kerneinlegestation als weitere
Arbeitsstationen vorhanden sind.
7. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine weitere Arbeitsstation (8, 9, 10) eine Aufnahmeeinheit (26, 33)
aufweist zur Aufnahme einer Ankopplungselemente (17) aufweisenden Kokille (3) derart,
dass die Kokillenhälften (3a, 3b) zum Bearbeiten in der Arbeitsstation gehalten und
auf vorbestimmte Weise bewegt werden können.
8. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Giessstation (1) und der wenigstens einen weiteren Arbeitsstation (8, 9, 10)
jeweils ein Lesegerät zugeordnet ist, welches eine Kodierung (39) an einer sich im
Bereich der Giessstation bzw. weiteren Arbeitsstation befindlichen Kokille (3) zu
lesen imstande ist, wobei eine Steuereinheit aufgrund der gelesenen Kodierung (39)
ein vorbestimmtes Arbeitsprogramms in der Station einstellt.
9. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Giessstation (1) und die wenigstens eine weitere Arbeitsstation (8, 9, 10) jeweils
eine lokale Steuereinheit aufweisen, mit der sie unabhängig voneinander steuerbar
sind.
10. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine zentrale Steuereinheit vorhanden ist, die Prozessdaten für eine Mehrzahl von
Kokillen und Arbeitsstationen verwaltet und den lokalen Steuereinheiten zur Verfügung
stellt.
11. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Greif- und Transportsystem (5) wenigstens einen Linearförderer (7) mit wenigstens
einer Greifund Fahreinheit (6) umfasst, die eine Kokille (3) zu ergreifen imstande
ist und die zum Transport der Kokille (3) zwischen wenigstens zwei Stationen verfahrbar
ist.
12. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsabläufe an der Giessstation (1) und den weiteren Arbeitsstationen (8,
9, 10) synchronisiert sind und die Zeit für die Bearbeitung in einer Station einschliesslich
des Transports zur nächsten Station für alle Stationen gleich ist.
13. Kokille für eine Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche
mit einem die eigentliche Gussform aufweisenden Grundkörper (30) und damit verbundenen
Ankopplungselementen (17), die derart angeordnet sind, dass die maximalen räumlichen
Abmessungen der Kokille zumindest in einer Raumrichtung unabhängig von der Grösse
des Grundkörpers (30) sind.
14. Kokille nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Kokillenhälfte (3a, 3b) wenigstens ein Ankopplungselement (17) einer vorbestimmten
Form und Grösse zugeordnet ist und dass die räumliche Lage der beiden Kokillenhälften
(3a, 3b) zugeordneten Ankopplungselemente (17) relativ zueinander unabhängig von der
Grösse des Grundkörpers (30) ist.
15. Kokille nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (30) quaderförmig und in zwei Hälften teilbar ist und die Ankopplungselemente
(17) seitlich vom Grundkörper (30) parallel zueinander angeordnete, mit dem Grundkörper
(30) über Stifte (19) verbundene Platten (18), Streben oder sonstige Kupplungsteile
sind, an denen die Greif- und Transportvorrichtung (5) angreifen kann, wobei die Platten
(18), Streben oder sonstige Kupplungsteile unabhängig von der Grösse des Grundkörpers
(30) die gleiche Form und voneinander den gleichen Abstand aufweisen.
16. Kokille nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (3) zum Zusammenhalten der Kokillenhälften (3a, 3b) ein Verriegelungssystem
aufweist.
17. Kokille nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (3) eine Kodierung (39) aufweist, die vorzugsweise mechanisch oder elektronisch
ist.