[0001] Die Erfindung betrifft Niederdruck-Kokillengiessanlagen nach den Ansprüchen 1 und
12 , ein Betriebsverfahren nach Anspruch 16 und eine Kokille nach Anspruch 17.
[0002] Niederdruck-Kokillengiessanlagen sind beispielsweise aus der CH 690 356 und der EP-A
0 824 983 bekannt. Bei bekannten Anlagen sind die aus zwei Kokillenhälften bestehenden
Kokillen fest in eine auch als Manipulator bezeichnete Handhabungseinheit eingespannt.
Diese ist wiederum fest mit einer Transporteinrichtung verbunden, die den Manipulator
mit der Kokille von einer Arbeitsstation zur nächsten bewegt. Der Manipulator enthält
einen Öffnungs- und Schliessmechanismus, mit dem die Kokille entsprechend den an der
jeweiligen Arbeitsstation durchzuführenden Arbeitsschritten, z.B. Kerneinlegen, Giessen,
Gussteilentnahme, Säuberung, Anbringen eines Schlichtefilms, geöffnet bzw. geschlossen
werden kann. Dabei wird die Kokille stets in geschlossenem Zustand transportiert.
Wegen des hohen Eigengewichts der Kokille benötigt der Öffnungs- und Schliessmechanismus
massive Führungsteile für die Kokillenhälften sowie die entsprechenden Antriebselemente.
Der Manipulator muss des weiteren grosse Kräfte aufwenden, um in der Giessstation
beide Kokillenhälften gegen den Druck des aufsteigenden flüssigen Metalls zusammenzuhalten,
so dass keine Ränder am Gussteil entstehen. Der Manipulator weist daher zur Aufwendung
der erforderlichen Schliesskraft und zum Bewegen der Kokillenhälften relativ zueinander
ein grosses Eigengewicht auf. Diese Masse muss von der Transporteinrichtung unter
entsprechendem Energie- und Zeitaufwand bewegt werden. Der Manipulator ist mechanisch
aufwendig konstruiert und ist daher aufwendig herzustellen und zu warten. Zum Öffnen
und Schliessen der Kokille in den einzelnen Arbeitsstationen ist jeweils eine gewisse
Zeit notwendig, wodurch die Dauer eines gesamten Arbeitszyklus vergrössert wird und
die Kokillen unter Umständen unter eine Mindesttemperatur abkühlen, was zusätzliche
Heizschritte erforderlich macht.
[0003] Neben der hohen Trägheit des Systems durch die grossen Massen ist die mangelnde Flexibilität
beim Wechsel der Gussform bzw. der Kokille ein weiterer Nachteil bekannter Anlagen.
Die Kokille muss unter entsprechendem Montageaufwand von Manipulator entfernt werden.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Niederdruck-Kokillengiessanlage
anzugeben, bei der die genannten Nachteile vermieden werden, deren Manipulatoren mechanisch
einfach konstruiert sind und bei der der Transport zwischen den einzelnen Arbeitsstationen
schnell und unter vermindertem Energieaufwand abläuft.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch Niederdruck-Kokillengiessanlagen mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 12, durch ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Niederdruck-Kokillengiessanlage
mit den Merkmalen von Anspruch 16 sowie durch eine Kokille mit den Merkmalen von Anspruch
17. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0006] Bei einer Niederdruck-Kokillengiessanlage, die wenigstens eine Giessstation und wenigstens
eine weitere Arbeitsstation, vorzugsweise eine Kerneinlegestation, eine Entnahmestation,
eine Strahlstation und eine Tauch- und/oder Sprühstation, aufweist, sind in einer
ersten Variante der Erfindung wenigstens eine erste Handhabungseinheit einer ersten
Bauart wenigstens eine zweite Handhabungseinheit einer zweiten Bauart vorhanden. Dabei
ist die erste Handhabungseinheit an den Transport einer geschlossen Kokille und die
zweite Handhabungseinheit an den Transport einer offenen Kokille angepasst, d.h. jede
Handhabungseinheit auf den mit ihr zu erfüllenden Zweck zugeschnitten.
[0007] Die Handhabungseinheit der ersten Bauart ist für die Schliessfunktion und den Transport
der geschlossenen Kokille optimiert. Die Kokille wird vorzugsweise von einem Aufnahmeschacht
aufgenommen, der die geschlossene Kokille von wenigstens zwei Seiten vorzugsweise
annähernd passgenau umgibt. Mit einem Schliessmechanismus, der beispielsweise wenigstens
einen Schliesskolben umfasst, werden die Kokillenhälften gegeneinander gedrückt und
die Kokille innerhalb des Schachts fixiert. Der mechanische Aufwand dazu ist gering,
da die Schliesskolben die Kokille nur innerhalb des Aufnahmeschachts verspannen müssen,
wobei ein geringer Hub ausreicht. Auf Mittel zum Öffnen der Kokille durch die erste
Handhabungseinheit wird verzichtet. Beim Giessen bleibt die Kokille in der ersten
Handhabungseinheit.
[0008] Die Handhabungseinheit der zweiten Bauart ist für den Transport der offenen Kokille
optimiert. Zeit wird gespart, indem die Kokillen zwischen den Arbeitsstationen, die
eine Verarbeitung im offenen Zustand erfordern, im offenen Zustand bewegt werden.
Die zweite Handhabungseinheit hat zwei Halteelemente, die jeweils zur Halterung einer
Kokillenhälfte dienen, wobei die gehalterten Kokillenhälften voneinander beabstandet
und vorzugsweise parallel ausgerichtet sind. Je nach auszuführendem Verfahrensschritt
wird die geöffnete Kokille zur Weiterverarbeitung an die Arbeitsstation übergeben,
z.B. an die Kerneinlegestation, oder bleibt während des entsprechenden Arbeitsschritts
an der Handhabungseinheit befestigt, z.B. beim Graphitisieren der Kokille.
[0009] Durch die funktionsoptimierte Konstruktion kommen die Handhabungseinheiten weitgehend
ohne bewegliche Teile und starre, schwere Führungselemente aus. Die Öffnungs- bzw.
Schliessbewegung wird, wo notwendig, durch eine stationäre Öffnungs- und/oder Schliessvorrichtung
direkt an den Arbeitsstationen realisiert.
[0010] In einer zweiten Variante der Erfindung ist der Giessstation eine Klemmeinheit zur
Aufnahme einer Kokille mit Ankopplungselementen zugeordnet, welche die Kokillenhälften
während des Giessens zusammenhält. Des weiteren ist ein Greif- und Transportsystem
mit wenigstens einer Handhabungseinheit vorhanden, das zur Aufnahme der Kokille durch
Angreifen an den Ankopplungselementen und zum Transport der Kokille zwischen der weiteren
Arbeitsstation und der Giessstation oder weiteren Arbeitsstationen dient, wobei die
Kokille an der Giessstation an die Klemmeinheit übergeben bzw. von dieser übernommen
wird. Die Kokillen werden daher nicht fest in einen Manipulator eingespannt, sondern
als solche zwischen und in den einzelnen Stationen bewegt. Es können auch Handhabungseinheiten
der ersten bzw. zweiten Bauart gemäss der ersten Variante der Erfindung zum Einsatz
kommen. In der Giessstation wird die notwendige Schliesskraft durch die stationäre
Klemmeinheit aufgewendet, die die Kokille vorzugsweise passend und in klemmender Weise
aufnimmt. Da die Kokille unabhängig von der Gussform einheitliche Aussenabmessungen
aufweist, z.B. wenigstens eine vorbestimmte Dicke, kann die Klemmeinheit in wesentlichem
aus einem Stück gefertigt sein, in das die Kokille eingesetzt wird und, soweit nötig,
unter verhältnismässig geringem Kraftaufwand verspannt wird. Die Klemmeinheit muss
dabei nicht bewegt werden. Mittels der Handhabungseinheit wird die Kokille in die
Klemmeinheit eingesetzt und wieder aus dieser entfernt. Beim Transport selbst müssen
keine grossen Kräfte zum Zusammenhalten der Kokillenhälften aufgewendet werden. Die
Handhabungseinheit kann daher beispielsweise eine sehr leichte Greif- und Fahreinheit
aufweisen, die die Kokillenhälften nur leicht aufeinanderdrückt, um sie geschlossen
zu halten. Als Handhabungseinheit kann beispielsweise auch ein Roboter eingesetzt
werden. Die Handhabungseinheit muss insgesamt weniger massiv sein als im Falle der
Verwendung der bisher üblichen Manipulatoren, da geringere Massen bewegt werden müssen.
Sie wird daher konstruktiv einfacher und preisgünstiger.
[0011] Die erfindungsgemässen Anlagen können wegen des Verzichts auf die feste Kopplung
der Kokille an eine gemeinsame, alle Stationen anfahrende Handhabungseinheit vollständig
modular aufgebaut werden. Bei Bedarf können weitere Arbeitsstationen eingefügt oder
abgewandelt werden, wodurch die Flexibilität der Anlage erhöht wird.
[0012] Die beiden Erfindungsvarianten können auch kombiniert werden, z.B. indem die Kokille
im geschlossenen bzw. offenen Zustand mit Handhabungseinheiten der ersten und der
zweiten Bauart transportiert und an der Giesstation an eine stationäre Klemmeinheit
übergeben wird. Auf diese Weise kann die Handhabungseinheit der ersten Bauart noch
leichter ausgeführt werden.
[0013] Bevorzugt kommen bei den erfindungsgemässen Anlagen Kokillen mit einer standardisierten
äusseren Form zum Einsatz. Eine solche Kokille hat beispielsweise einen die eigentliche
Gussform aufweisenden Grundkörper und damit verbundene Ankopplungselemente, z.B. in
Form von seitlichen Flanschen bzw. Platten. Diese sind derart angeordnet, dass die
räumlichen Abmessungen der Kokille zumindest in einer Raumrichtung unabhängig von
der Grösse des Grundkörpers sind. Dies ermöglicht es, ohne konstruktiven Aufwand eine
Mehrzahl verschiedener Gussformen zu verwenden und beliebig auszuwechseln. Die Halteelemente
bzw. -vorrichtungen der Handhabungseinheiten, die Klemmeinheit und die sonstigen Öffnungs-
und Schliessvorrichtungen könne mit einem einheitlichen Greifsystem ausgestattet werden,
welches die Manipulation der Kokille in der gewünschten Weise ermöglicht, z.B. Zusammendrücken
beim Giessen, Auseinanderziehen und Verschwenken zum Kühlen usw. Der Aufnahmeschacht
der ersten Handhabungseinheit hat daher vorzugsweise eine Tiefe, die an den Abstand
der Ankopplungselemente der Kokillenhälften im geschlossenen Zustand angepasst ist.
Die Handhabungseinheiten sind mit je einer Antriebseinrichtung verbunden und können
unabhängig voneinander bewegt werden. Vorzugsweise sind die Handhabungseinheiten entlang
einer linearen Führungsschiene beweglich und höhenverstellbar.
[0014] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung haben die Kokillen eine Kodierung,
die die Kokillenart, z.B. die Gussform, angibt. Diese wird mittels geeigneter Leseeinheiten
an den einzelnen Stationen ausgelesen und über ein entsprechendes Signal an eine Systemsteuerung
übermittelt, die zentral oder lokal sein kann. Die Systemsteuerung stellt der Arbeitsstation
die notwendigen Daten zur Steuerung des Arbeitsprozesses zur Verfügung. Beispielsweise
wird in der Giessstation eine vorbestimmte Druckkurve, d.h. der zeitabhängige Druckverlauf,
eingestellt, die an die Form des Gussteils angepasst ist. In der Graphitisierungsstation
wird beispielsweise eine vorbestimmte, von der Gussform abhängige Zeit gekühlt. In
einer Reinigungsstation werden beispielsweise Reinigungsdüsen je nach Gussform über
die geöffnete Kokille bewegt. Die Kodierung ist vorzugsweise mechanisch, z.B. eine
Anordnung von Stiften, kann aber auch auf andere Weise realisiert sein, z.B. durch
einen Barcode oder einen Datenträger. Eine robuste mechanische Kodierung kann auch
beim Einsatz unter den beim Giessen herrschenden wenig sauberen Betriebsbedingungen
zuverlässig abgelesen werden.
[0015] Vorzugsweise ist jeder Arbeitsstation eine lokale Steuereinheit zugeordnet, die die
lokalen Arbeitsabläufe steuert. Die relevanten Prozessdaten werden vorzugsweise an
einer zentralen Steuereinheit eingegeben und von der lokalen Steuereinheit abgefragt.
[0016] Beispiele für die Ausführung der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und
nachfolgend beschrieben. Dabei zeigen rein schematisch:
- Fig. 1a-e
- Kokillen zur Verwendung mit dern erfindungsgemässen Anlagen;
- Fig. 2a,b
- eine erste Handhabungseinheit gemäss der ersten Erfindungsvariante zum Transport einer
geschlossenen Kokille;
- Fig. 3a,b
- eine zweite Handhabungseinheit gemäss der ersten Erfindungsvariante zum Transport
einer offenen Kokille;
- Fig. 4
- eine Niederdruck-Kokillengiessanlage gemäss der ersten Erfindungsvariante;
- Fig. 5-10
- verschiedene Arbeitsstationen einer Anlage gemäss der ersten Erfindungsvariante;
- Fig. 11a,b
- Darstellungen der Bewegung der Handhabungseinheiten der Anlage gemäss Fig. 4 zwischen
den einzelnen Stationen.
- Fig. 12
- eine Aufsicht auf eine Anlage gemäss der zweiten Erfindungsvariante;
- Fig. 13-15
- verschiedene Arbeitsstationen für eine Anlage gemäss der zweiten Erfindungsvariante;
- Fig. 16a-c
- die Ankopplung einer erfindungsgemässen Kokille an das Greif- und Transportsystem
in verschiedenen Ansichten.
[0017] Beispiele für erfindungsgemässe Kokillen sind in Figur 1a,b und Figur 1c-e dargestellt.
Die Kokille 3 besteht aus zwei spiegelbildlich zueinander ausgebildeten Kokillenhälften
3a, 3b, die jeweils seitliche Ankopplungselemente 4 aufweisen. Diese haben die Form
einer Platte 5, die über Stege 34 mit dem die eigentliche Gussform tragenden Grundkörper
9 verbunden ist. Durch Angreifen am Ankopplungselement 4, hier an damit verbundenen
Zapfen 15 und/oder darin angebrachten Aussparungen 8, kann die Kokille 3 von der ersten
bzw. zweiten Handhabungseinheit 1, 10 aufgenommen und daran befestigt werden. An den
Ankopplungselementen 4, z.B. einen in der Platte 5 mittig angeordneten Schlitz 16,
können an den Arbeitsstationen angeordnete Öffnungs- und/oder Schliessvorrichtungen,
Ausstossvorrichtungen oder sonstige Halteeinrichtungen für die Kokille angreifen.
Die Ankopplungselemente 4 sind so gestaltet, dass sich die Ankopplungspunkte für die
Handhabungseinheiten 1, 10 bzw. sonstigen Halteeinrichtungen unabhängig von der Grösse
und Form des Grundkörpers 9 in geschlossenem Zustand stets in derselben Lage relativ
zueinander befinden. Der Grundkörper kann beispielsweise verlängert werden (vgl. Grundkörper
9' in Figur 1a,b) oder eine veränderte Tiefe haben (nicht dargestellt), wobei im letzteren
Fall die Stege 34 entsprechend zu verlängern wären.
[0018] Fig. 1c-e zeigen eine leicht abgewandelte Kokille 3. An einer der Platten 5 ist eine
Kodierung 39, hier mittels einer Anordnung von kurzen Stiften, angebracht, die von
einer entsprechenden Leseeinheit gelesen werden kann, z.B. durch mechanisches Abtasten.
In den Platten 5 ist eine Öffnung 41 zum Durchstossen des Ausstoss-Zylinders 48 (Fig.
14a) vorhanden. Dieser bewegt eine Ausstossplatte 42, mit der die Gussteile aus ihrer
Form gelöst werden.
[0019] Die Figuren 1a,b und 2a,b zeigen die beiden Typen von Handhabungseinheiten 1, 10,
die bei einer Niederdruck-Kokillengiessanlage nach der ersten Erfindungsvariante zum
Einsatz kommen. Die an den Transport der geschlossenen Kokille 3 angepasste erste
Handhabungseinheit 1 hat einen im Querschnitt U-förmigen Rahmen 2, durch den ein nach
drei Seiten offener Aufnahmeschacht 35 gebildet wird. Die Seitenwände 2a, 2b des Rahmens
2 tragen eine Schliessvorrichtung 6, die vorliegend jeweils vier hydraulisch angetriebene
Schliesszylinder 7 umfasst. Wie in Figur 4 gezeigt, sind die Handhabungseinheiten
1, 10 mit jeweils einer Antriebseinrichtung 17 verbunden, mit der sie in horizontaler
Richtung entlang einer Führungsschiene 18 und in vertikaler Richtung bewegt werden
können. Durch Bewegung in vertikaler Richtung wird der Rahmen 2 auf eine stehend dargebotene
geschlossene Kokille 3 aufgesetzt, so dass diese im Aufnahmeschacht 35 mit geringem
Spiel aufgenommen wird. Sie wird durch die Schliesszylinder 7 fixiert, die in die
Aussparungen 8 im Ankopplungselement 4 eingreifen. Der zum Fixieren notwendige Hub
der Schliesszylinder 7 ist mit einigen Millimetern (ca. 10 - 20 mm) sehr gering. Weitere
bewegliche Teile weist die erste Handhabungseinheit 1 nicht auf, so dass sie unter
geringem konstruktiven Aufwand herstellbar ist. Durch die Schliessvorrichtung 6 wird
die geschlossene Kokille 3 sowohl innerhalb der ersten Handhabungseinheit 1 gehaltert
als auch während des Giessens zusammengehalten.
[0020] Die zweite Handhabungseinheit 10 gemäss den Figuren 3a,b ist an den Transport der
offenen Kokille mit voneinander beabstandeten, parallel ausgerichteten Kokillenhälften
3a, 3b angepasst. Sie umfasst ebenfalls einen U-förmigen Rahmen 11, dessen Seitenwände
11a, 11b einen gegenüber dem Rahmen 2 der ersten Handhabungseinheit 1 vergrösserten
Abstand haben. Jede Seitenwand 11a, 11b umfasst eine Haltevorrichtung 12, die vorliegend
mit den Zapfen 15 der Ankopplungselemente 4 zusammenwirkende Halteelemente 13 und
mit den Aussparungen 8 zusammenwirkende Haltezylinder 14 umfasst. Mit der Haltevorrichtung
12 werden die Kokillenhälften 3a, 3b innerhalb der zweiten Handhabungseinheit 10 gehaltert.
Die Aufnahme der Kokille erfolgt, indem die zweite Handhabungseinheit 10 von oben
auf die stehend dargebotene offene Kokille 3 aufgesetzt und anschliessend die Haltezylinder
14 bewegt werden. Ausser Schliesszylindern sind auch andere Greifmechanismen denkbar.
Auch hier sind wie bei der ersten Handhabungseinheit 1 ausser den Schliesszylindern
keine beweglichen Teile vorhanden.
[0021] Figur 4 zeigt einen bevorzugten Aufbau der erfindungsgemässen Niederdruck-Kokillengiessanlage
als Linearanordnung. Eine Giessstation 19 und weitere Arbeitsstationen, hier eine
Kerneinlegestation 20, eine Entnahmestation 21, eine Kokillenwechselstation 22, eine
Reinigungsstation 23 und eine Graphitisierungsstation 24, sind entlang einer Geraden
in vorzugsweise gleichen Abständen angeordnet. Zwischen der Giessstation 19 und der
Kerneinlegestation 20 befindet sich eine Warteposition 22', wobei auch der Bereich
über der Kokillenwechselstation 22 als Warteposition dienen kann, wenn gerade keine
Kokille ausgewechselt wird. Im linken Teil der Zeichnung ist die Giessstation 19 in
einer um 90° gedrehten Seitenansicht gezeigt. Die Giessanlage hat eine erste Handhabungseinheit
1 und zwei zweite Handhabungseinheiten 10,10', die jeweils mit einer Antriebseinrichtung
17 verbunden sind. Diese bewegt die Handhabungseinheiten 1,10,10' entlang einer linearen
Führungsschiene 18 und erlaubt zudem die Höhenverstellbarkeit der Handhabungseinheiten.
Die Handhabungseinheiten 1,10,10' sind unabhängig voneinander verfahrbar. Ihre Bewegung
wird durch eine nicht dargestellte Steuereinrichtung gesteuert. Da die Kokillen nicht
fest mit einer bestimmten Handhabungseinheit verbunden sind, können auf vorteilhafte
Weise auch in der vorliegenden Linearanordnung drei Handhabungseinheiten verwendet
werden. Dadurch wird die Taktzahl der Anlage gegenüber bekannten Anlagen deutlich
erhöht.
[0022] Ein Beispiel für die Bewegung der Kokillen ist in Figur 11a,b dargestellt. Demnach
nimmt die erste Handhabungseinheit 1 an der Kerneinlegestation eine geschlossene Kokille
auf und fährt diese zur Giessstation 19 und anschliessend zur Entnahmestation 21.
Die geschlossene Kokille wird an die Entnahmestation 21 übergeben, dort geöffnet,
worauf das Gussteil entnommen wird. Währenddessen fährt die erste Handhabungseinheit
1 bereits wieder zur Kerneinlegestation, um eine neue Kokille zu übernehmen. Die entleerte
Kokille wird an der Entnahmestation 21 von der zweiten Handhabungseinheit 10 abgeholt
und in offenem Zustand zur Reinigungsstation 23 transportiert und an diese übergeben.
Die zweite Handhabungseinheit 10 bewegt sich nach dieser Übergabe in die Warteposition
22'. Die gereinigte Kokille wird schliesslich von der weiteren zweiten Handhabungseinheit
10' aus der Reinigungsstation 23 abgeholt und in die Graphitisierungsstation 24 gebracht,
wo sie während der Graphitisierung an der weiteren zweiten Handhabungseinheit 10'
bleibt. Anschliessend wird sie zur Kerneinlegestation 20 gefahren, wo der Zyklus erneut
beginnt. Die währenddessen ausgeführten Bewegungen der beiden anderen Handhabungseinheiten
können Figur 11a entnommen werden. Insgesamt gelingt es, synchron mit drei Kokillen
zu arbeiten, wobei Taktzeiten der Anlage im Bereich von 40 - 60 Sekunden realisierbar
sind. Da jede Kokille nach der dreifachen Taktzeit wieder zur Giessstation 19 gelangt,
sind keine zusätzlichen Heizschritte notwendig, um die Kokille auf der gewünschten
Temperatur zu halten. Die Temperatur der Kokille wird gemessen und über die Wasch-
bzw. Sprühzeit konstant gehalten.
[0023] Die Figuren 5 - 10 zeigen schematisch den Aufbau der einzelnen Arbeitsstationen,
die im folgenden nur so weit erläutert werden, wie der Aufbau von bekannten Stationen
abweicht. Der Aufbau der in Figur 5 gezeigten Giessstation 19 mit einem Induktionsofen
entspricht dem Stand der Technik. Mit der ersten Handhabungseinheit 1, die auch die
nötige Schliesskraft zum Schliessen der Kokillenhälften 3a,3b aufbringt, wird die
Kokille auf das Steigrohr 25 des Ofens aufgesetzt.
[0024] Die in Figur 6a-b gezeigte Kerneinlegestation 20 umfasst einen quer zur Ausrichtung
der Führungsschiene 18 (Figur 4) bewegbaren Wagen 27, mit dem eine Öffnungs- und Schliessvorrichtung
26 um eine horizontale Achse schwenkbar verbunden ist. Im liegenden Zustand (linker
Teil von Figur 6a) kann die Öffnungs- und Schliessvorrichtung eine geöffnet dargebotene
Kokille 3 aufnehmen. Die Kokille wird dabei an ihren Ankopplungselementen 4 von der
Öffnungs- und Schliessvorrichtung 26 gegriffen. Dies ist schematisch in Figur 6c-d
gezeigt: Die Kokille 3 wird von oben auf Haltezylinder 14' aufgesetzt, die in untere
Aussparungen 8 in der Platte 5 eingreifen. Schliesszylinder 7' fahren anschliessend
in seitliche Aussparungen 8 in der Platte 5 ein, so dass diese eingespannt wird. Durch
Verschwenken der Öffnungs- und Schliesvorrichtung 26 um 90° (rechter Teil von Figur
6a) gelangen die Kokillenhälften 3a,3b in eine horizontale Lage, so dass der Sandkern
manuell eingelegt werden kann. Die Kokille 3 wird schliesslich geschlossen und die
Öffnungs- und Schliessvorrichtung in die liegende Position zurück geschwenkt. Die
erste Handhabungseinheit 1 kann die geschlossene Kokille 3 in diesem Zustand abholen.
Figur 6b zeigt die in Figur 4 skizzierte Ansicht der Kerneinlegestation, während Figur
6a eine um 90° gedrehte Ansicht dazu zeigt.
[0025] Die Entnahmestation 21 in Figur 7 erhält von der ersten Handhabungsstation 1 eine
geschlossene Kokille, die sie mit einer internen Öffnungs- und Schliessvorrichtung
26' öffnet, so dass das Gussteil 28 mit einer Ausstossvorrichtung ausgestossen und
entnommen werden kann. Die Kokille wird anschliessend in geöffnetem Zustand abgeholt.
[0026] Eine geöffnete Kokille wird mit einer zweiten Handhabungseinheit 10 an die in Figur
8 skizzierte Reinigungsstation übergeben, die in einem Gehäuse 30 eine geeignete Aufnahme
für die geöffnete Kokille aufweist. Die Kokille wird programmiert gestrahlt oder gewaschen.
Anschliessend wird die Kokille von der weiteren zweiten Handhabungseinheit 10' abgeholt
und zur in Figur 9 gezeigten Graphitierungsstation 24 gefahren. Dort wird sie mitsamt
der Handhabungseinheit 10' abgesenkt, durch ein Sprühgerät 31 mit Schlichte eingesprüht
und wieder angehoben.
[0027] Die Kokillenwechselstation 22 gemäss Figur 10 umfasst einen Wagen 32 für den Wegtransport
einer auszuwechselnden Kokille und einen Wagen 33 für den Zutransport einer neuen
vorgeheizten Kokille. Die Wagen sind quer zur Ausrichtung der Führungsschiene 18 (Figur
4) beweglich. Nachdem Deponieren einer auszuwechselnden Kokille wird der Wagen 32
zur Seite gefahren, so dass der Wagen 33 dessen ursprüngliche Position einnimmt und
die Kokillenhälften 3a,3b im geöffneten Zustand ergriffen werden.
[0028] Fig. 12 zeigt eine Aufsicht auf eine Niederdruck-Kokillengiessanlage nach der zweiten
Erfindungsvariante mit einer Giessstation 19, einer Entnahme- und Reinigungsstation
21/23, einer Kokillenwechselstation 22, einer Kühl- und Schlichtstation mit Kerneinlegestation
20 und einem Greif- und Transportsystem zum Fördern der Kokillen. Das Greif- und Transportsystem
umfasst drei Handhabungseinheiten, die entlang von in Form eines Dreiecks angeordneten
Führungsschienen 18 bewegt werden. Die Kokillen 3 sind in Fig. 1a-e gezeigt, die einzelnenen
Stationen in den Fig. 13-15.
[0029] Fig. 13a,b zeigen eine an sich bekannte Giessstation 19 mit einer Klemmeinheit 43
in Seitenansicht bzw. Aufsicht. Die Klemmeinheit 43 besteht dazu aus einem rechteckförmigen,
geschlossenen Rahmen 43a, der in seinem Inneren Aufnahmeelemente 44 zur Aufnahme der
Ankopplungselemente 4 der Kokille 3 aufweist. Dabei wird die Kokille 3 von oben in
die Klemmeinheit 43 eingeführt. Zur Halterung der Kokille 3 können zusätzlich Spannelemente
vorgesehen sein, die die Kokille 3 nach dem Einführen in der Klemmeinheit 43 verspannen.
Die Klemmeinheit 43 ist an einer vertikal orientierten Drehsäule 45 befestigt und
kann um eine vertikale Achse verschwenkt sowie in vertikaler Richtung verfahren werden.
[0030] Fig. 14a-c zeigen eine Entnahme- und Reinigungsstation 21/23 in Ansicht von der Seite
senkrecht zur Transportrichtung (Fig. 14a), von oben (Fig. 14b) und von der Seite
in Transportrichtung (Fig. 14c). Es ist eine Öffnungs- und Schliessvorrichtung 26
vorhanden, die für Kokillen 3 von oben zugänglich ist. Die Öffnungs- und Schliessvorrichtung
26 weist Halteelemente 13 auf, die ebenfalls an den seitlichen Platten 5 der Ankopplungselemente
4 der Kokillen 3 angreifen. Der in Transportrichtung gesehene Abstand der Halteelemente
13 ist hier veränderbar, damit die beiden Kokillenhälften 3a, 3b zum Entnehmen des
Gussteils und zum Reinigen auseinandergezogen werden können (gestrichelte Darstellung
der Kokillenhälfte 3b'). Die Öffnungs- und Schliessbewegung der Aufnahmeeinheit 26
wird durch Zylinder 46 veranlasst. Führungsstangen 27 dienen zum Führen der Halteelemente
13 in horizontaler Richtung. Ein Ausstoss-Zylinder 48 dient zum Bewegen einer in Fig.
1c-d näher dargestellten Ausstossplatte 42, mit der die fertigen Gussteile 28 aus
der Form gelöst werden, so dass sie von einer Entnahmeeinheit 51 übernommen werden
können. Nach der Entnahme wird eine Reinigungsdüse 29 entlang der geöffneten Kokillenteile
3a, 3b bewegt. Die Bewegung der Düse 29 kann in Abhängigkeit von der Gussform gesteuert
werden. Die Station weist des weiteren ein Strahl-Aggregat 49 auf.
[0031] Fig. 15a,b zeigen eine Kühl- und Schlichtstation mit einer Kerneinlegestation in
Seitenansicht bzw. Aufsicht. Die Kokille 3 befindet sich in einer Öffnungs- und Schliessvorrichtung
26'. Deren Halteelemente 13 sind im wesentlichen so gestaltet wie die der Giessstation
19 bzw. Reinigungsstation und greifen wiederum an den Ankopplungselementen 4 der Kokillenhälften
3a, 3b an. Die Halteelemente 13 bewegen sich zum Öffnen der Kokille 3 auseinander
(gestrichelt dargestellt) und schwenken um horizontale Achsen D1, D1', um die Kokillenhälften
3a, 3b in das Kühl- und Schlichtebad 35 einzutauchen. Nach dem Rückschwenken in die
Ausgangsposition mit vertikalen Kokillenhälften 3a, 3b verschwenkt die gesamte Öffnungs-
und Schliessvorrichtung 26' um eine weitere horizontale Achse D2 (weitere gestrichelt
dargestellte Position). In dieser Lage werden die Kerne auf die untere Kokillenhälfte
3a gelegt, die Kokille 3 wird geschlossen, die Öffnungs- und Schliessvorrichtung 26'
zurück geschwenkt und die Kokille 3 mit dem Greif- und Transportsystem in vertikaler
Richtung entnommen.
[0032] Fig. 16a-c zeigen die Ankopplung einer erfindungsgemässen Kokille 3 an eine Handhabungseinheit,
die für die zweite Erfindungsvariante sowie für den geschlossenen Transport bei der
ersten Erfindungsvariante verwendet werden kann. Die Handhabungseinheit umfasst eine
horizontale Platte 53, an deren Unterseite Halteelemente 13' angeordnet sind, deren
lichte Weite veränderlich ist. Sie weisen eine Einkerbung auf, die in eine entsprechende
Kerbe der Zapfen 15 der Ankopplungselemente 4 eingreift. Die Kokillen werden somit
sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung fixiert und werden beim Transport
geschlossen gehalten.
1. Niederdruck-Kokillengiessanlage mit wenigstens einer Giessstation (19), wenigstens
einer weiteren Arbeitsstation (20, 21, 22, 23, 24) und wenigstens einer Handhabungseinheit
(1, 10, 10') zum Transport einer aus zwei Kokillenhälften (3a, 3b) bestehenden Kokille
(3), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine erste Handhabungseinheit (1) einer ersten Bauart vorhanden ist, die
an den Transport einer geschlossen Kokille (3) angepasst ist, und dass wenigstens
eine zweite Handhabungseinheit (10, 10') einer zweiten Bauart vorhanden ist, die an
den Transport einer offenen Kokille (3) angepasst ist.
2. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Handhabungseinheit (1) derart angeordnet ist, dass sie eine geschlossene
Kokille (3) von und/oder zu der Giessstation (19) zu transportieren imstande ist,
und dass die zweite Handhabungseinheit (10, 10') derart angeordnet ist, dass sie eine
offene Kokille (3) von und/oder zu der weiteren Arbeitsstation (20, 21, 22, 23, 24)
zu transportieren imstande ist.
3. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Handhabungseinheit (1) einen Aufnahmeschacht (35) und einen Schliessmechanismus
(6) aufweist, wobei der Querschnitt des Aufnahmeschachts (35) an den Querschnitt einer
geschlossenen Kokille (3) derart angepasst ist, dass die Kokille (3) im Aufnahmeschacht
(35) aufgenommen werden kann, und wobei der Schliessmechanismus (6) die Kokillenhälften
(3a, 3b) einer im Aufnahmeschacht (35) aufgenommenen Kokille (3) gegeneinanderzudrücken
imstande ist.
4. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Handhabungseinheit (1) mit Ausnahme des Schliessmechanismus (6) keine beweglichen
Teile enthält.
5. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schliessmechanismus (6) wenigstens einen hydraulisch betriebenen Schliesszylinder
(7) umfasst.
6. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Handhabungseinheit (10, 10') zwei Haltevorrichtungen (12) aufweist, die
jeweils zur Halterung einer Kokillenhälfte (3a, 3b) derart dienen, dass die Kokillenhälften
(3a, 3b) voneinander beabstandet und vorzugsweise parallel ausgerichtet sind.
7. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltevorrichtung (12) einen Greifmechanismus umfassen, mit dem die Kokillenhälften
(3a, 3b) gefasst werden.
8. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Handhabungseinheit (10, 10') mit Ausnahme der Haltevorrichtung (12) keine
beweglichen Teile enthält.
9. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handhabungseinheiten (1, 10, 10') unabhängig voneinander angetrieben sind.
10. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Kerneinlegestation (20) und die Entnahmestation (21) eine Öffnungs-
und/oder Schliessvorrichtung (26, 26') aufweist, die eine Kokille (3) aufzunehmen
und sie zu öffnen und/oder zu schliessen imstande ist.
11. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Handhabungseinheit (1) der ersten Bauart und wenigstens zwei Handhabungseinheiten
(10. 10') der zweiten Bauart vorhanden sind.
12. Niederdruck-Kokillengiessanlage mit wenigstens einer Giessstation (19) und wenigstens
einer weiteren Arbeitsstation (19, 20, 21, 22, 23, 24), dadurch gekennzeichnet, dass der Giessstation (19) eine Klemmeinheit zur Aufnahme einer Ankopplungselemente (4)
aufweisenden Kokille (3) zugeordnet ist, welche die Kokillenhälften (3a, 3b) während
des Giessens zusammenhält, und dass wenigstens eine Handhabungseinheit vorhanden ist
zur Aufnahme der Kokille (3) durch Angreifen an den Ankopplungselementen (4) und zum
Transport der Kokille (3) zwischen der weiteren Arbeitsstation und der Giessstation
(19) oder weiteren Arbeitsstationen, wobei die Kokille (3) an der Giessstation (19)
an die Klemmeinheit übergeben bzw. von dieser übernommen wird.
13. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch wenigstens eine Kokille (3) mit einem die eigentliche Gussform aufweisenden Grundkörper
(9, 9') und damit verbundenen Ankopplungselementen (4), die derart angeordnet sind,
dass die räumlichen Abmessungen der Kokille (3) zumindest in einer Raumrichtung unabhängig
von der Grösse des Grundkörpers (9, 9') sind.
14. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach Anspruch 13, da durch gekennzeichnet, dass jeder
Kokillenhälfte (3a, 3b) wenigstens ein Ankopplungselement (4) einer vorbestimmten
Form und Grösse zugeordnet ist und dass die räumliche Lage der Ankopplungselemente
(4) relativ zueinander unabhängig von der Grösse des Grundkörpers (9, 9') ist.
15. Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass folgende weitere Arbeitsstationen vorhanden sind: eine Kerneinlegestation (20), eine
Entnahmestation (21), eine Reinigungsstation (23) und eine Graphitisierungsstation
(24).
16. Verfahren zum Betrieb einer Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem Ansprüche 1-11,
wobei die erste Handhabungseinheit (1) eine Kokille (3) in geschlossenem Zustand von
einer Kerneinlegestation (20) zur Giessstation (19) transportiert, während des Giessens
gefasst hält und nach dem Giessen in geschlossenem Zustand an eine Entnahmestation
(21) übergibt, in der die Kokille (3) geöffnet wird, und wobei die zweite Handhabungseinheit
(10, 10') die geöffnete Kokille (3) aus der Entnahmestation (21) übernimmt und im
geöffneten Zustand zu einer weiteren Arbeitsstation (22, 23, 24) transportiert.
17. Kokille für eine Niederdruck-Kokillengiessanlage nach einem der vorangegangenen Ansprüche
mit einem die eigentliche Gussform aufweisenden Grundkörper (9, 9') und damit verbundenen
Ankopplungselementen (4), die derart angeordnet sind, dass die maximalen räumlichen
Abmessungen der Kokille zumindest in einer Raumrichtung unabhängig von der Grösse
des Grundkörpers (9, 9') sind.
18. Kokille nach Anspruch 17, gekennzeichnet durch zwei Kokillenhälften (3a, 3b), denen jeweils wenigstens ein Ankopplungselement (4)
einer vorbestimmten Form und Grösse zugeordnet ist, wobei die räumliche Lage der beiden
Kokillenhälften (3a, 3b) zugeordneten Ankopplungselemente (4) relativ zueinander unabhängig
von der Grösse des Grundkörpers (9, 9') ist.
19. Kokille nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (9, 9') quaderförmig und in zwei Hälften teilbar ist und die Ankopplungselemente
(4) seitlich vom Grundkörper (9, 9') parallel zueinander angeordnete, mit dem Grundkörper
über Stifte (34) verbundene Platten (5), Streben oder sonstige Kupplungsteile sind,
an denen eine Handhabungseinheit angreifen kann, wobei die Platten (5), Streben oder
sonstige Kupplungsteile unabhängig von der Grösse des Grundkörpers (9, 9') die gleiche
Form und voneinander den gleichen Abstand aufweisen.
20. Kokille nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (3) zum Zusammenhalten der Kokillenhälften (3a, 3b) ein Verriegelungssystem
aufweist.
21. Kokille nach einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (3) eine Kodierung (39) aufweist, die vorzugsweise mechanisch oder elektronisch
ist.