(57) Die Erfindung betrifft ein Strukturband zur Erzeugung eines Siebabdruckes an einer
oder an beiden Oberflächen einer Holzwerkstoffplatte während oder nach der Herstellung
einer solchen Holzwerkstoffplatte, wobei zusätzlich zu einem oder beiden endlosen
Stahlbändern am Pressgut anliegend ein Strukturband mitumlaufend geführt ist. Speziell
bei besonders langen kontinuierlich arbeitenden Pressen besteht das Problem der Bandlaufsteuerung.
Durch die fehlende Quersteifigkeit der Metallgewebebänder, lassen sich diese nur schlecht
in ihrem Bandlauf steuern. Dies beeinträchtigt die Verfügbarkeit der Gesamtanlage
negativ und führt zu einer verminderten Wirtschaftlichkeit. Die Erfindung besteht
nun darin, dass das als Metallgewebeband ausgeführte Strukturband mit einem oder mit
beiden Stahlbändern stoffschlüssig verbunden ist.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Strukturband zur Herstellung von Holzwerkstoffplatten
in einer kontinuierlich arbeitende Presse nach dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Bei der kontinuierlichen Herstellung von Holzwerkstoffplatten werden zur Erzeugung
einer Siebabdruck-Struktur auf einer der beiden Oberflächen der Holzwerkstoffplatte
(meist eine Platte hergestellt nach dem OSB-Verfahren) heute zwei bekannte Verfahren
eingesetzt. Bei dem einen Verfahren nach DE 43 33 614 A1 wird die Struktur zeitgleich
bei der Heißverpressung der Holzwerkstoffplatte erzeugt, indem ein endloses Metallgewebeband
als strukturgebendes Band zwischen einem der umlaufenden endlosen Stahlbändern und
der Holzwerkstoffplatte mit durch die Hauptpresse umläuft. Bei dem anderen gekannt
gewordenen Verfahren nach DE 197 18 771 A1 wird in einem nachgeschaltetem Prozess
die Siebabdruckstruktur in die noch prozesswarme Holzwerkstoffplatte eingepresst.
Dazu wird eine der Hauptpresse nachgeschaltete Prägepresse eingesetzt, bei der ebenfalls
ein strukturgebendes Metallgewebeband zwischen einem der beiden umlaufenden Stahlbänder
und der Holzwerkstoffplatte umläuft.
In beiden Fällen erfolgt der Umlauf des Metallgewebebandes eigenständig und losgelöst
vom Umlauf der Stahlbänder. Um einen einwandfreien und störungsfreien Umlauf des Metallgewebebandes
zu Gewähr leisten, sind hierfür eine Vielzahl von Umlenk- und Stützwalzen, sowie eigenständige
Antrieb-, Bandspann- und Bandregeleinrichtungen erforderlich.
Es hat sich nun in der Praxis dieser Anlagen gezeigt, dass die Metallgewebebänder
im Vergleich zu den umlaufenden Stahlbändern eine wesentlich geringere Lebensdauer
besitzen, da sie auf Grund ihrer Struktur empfindlicher sind gegen mechanische Beschädigungen
und zudem auf Grund ihrer Kerbwirkung eine geringere Zeitstandsfestigkeit besitzen,
wenn sie unter wechselnder oder schwellender Beanspruchung betrieben werden.
[0003] Neben den höheren Investitionskosten die durch das notwendige, unabhängig vom Stahlbandumlauf
arbeitende Umlaufsystem für das Metallgewebeband entsteht, entstehen den Betreibern
solcher Anlagen zudem noch erhebliche Kosten durch die Instandhaltung, durch den Wechsel
der Metallgewebebänder und den damit einhergehenden Produktionsausfällen.
[0004] Speziell bei besonders langen kontinuierlich arbeitenden Pressen besteht ferner das
Problem der Bandlaufsteuerung. Durch die fehlende Quersteifigkeit der Metallgewebebänder,
lassen sich diese nur schlecht in ihrem Bandlauf steuern. Dies beeinträchtigt die
Verfügbarkeit der Gesamtanlage negativ und führt zu einer verminderten Wirtschaftlichkeit.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren aufzuzeigen, mit dem die
angegebenen Nachteile vermieden werden können.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, dass das als Metallgewebeband ausgeführte
Strukturband mit einem oder mit beiden Stahlbändern stoffschlüssig verbunden ist.
[0007] Die Erfindung zeigt auf wie diese Schwierigkeiten in vorteilhafter Weise zu beseitigen
sind. Gemäß der Erfindung wird das als Metallgewebeband ausgeführte Strukturband mit
einem oder beiden endlos umlaufenden Stahlbänder der kontinuierlich arbeitenden Herstellungspresse
oder einer nachfolgenden kontinuierlich arbeitenden Prägepresse stoffschlüssig verbunden
und damit quasi zu einem Band verschmolzen. Dadurch erhält das mechanisch weniger
belastbare Metallgewebeband in allen 3 Achsen die stützende Wirkung des steiferen
Stahlbandes und bedarf keiner eigenständigen Einrichtung für dessen Bandumlauf. Die
gesamten Aufwendungen für Umlenk- und Stützrollen, Antrieb, Spann- und Regeleinrichtungen
entfallen ebenfalls und reduzieren damit die Investitionskosten erheblich.
Zur Verbindung des Metallgewebebandes mit einem Stahlband stehen dabei verschiedene
Herstellungsverfahren zur Verfügung. Am besten eignet sich das Verlöten der beiden
Bänder. Durch die verhältnismäßig geringe Temperatur die zum Hartlöten notwendig ist,
gibt es keine Gefügeveränderungen im Metallgewebeband oder Stahlband. Dadurch dass
das Metallgewebeband im Vergleich zum Stahlband eine um ein vielfaches höhere Elastizität
bzw. Dehnbarkeit besitzt, kommt es durch die Verbindung auch nicht zu einer verringerten
Biegefähigkeit des Stahlbandes, das heißt, das Stahlband lässt sich weiterhin wie
zuvor um die für das Stahlband bemessenen Umlenkwalzendurchmessser umschlingen, ohne
das dabei unzulässig hohe Belastungen für eines der beiden Bänder oder für die Verbindungslötung
entstehen würde. Durch die mechanische Aussteifung des Metallgewebebandes in allen
3 Beanspruchungsachsen durch das Stahlband, treten nahezu keine Wechsel- oder Schwellbeanspruchungen
im Metallgewebeband mehr auf, wodurch die Lebensdauer der verbundenen Bänder gleich
hoch zu bewerten ist, wie für glatte Stahlbänder. Auch entsteht für das Stahlband
durch das aufgelötete Metallgewebeband keine zusätzliche Kerbwirkung, wie sie zum
Beispiel bei einer Gravur des Stahlbandes entstehen und unweigerlich zu einer frühzeitigen
Ermüdung führen würde.
[0008] Alternativ zu der Hartverlötung der beiden Bänder ist auch eine leichte Verschweissung
der beiden Bänder durch Widerstandsschweissung durchführbar. Hierbei werden an den
Berührpunkten zwischen den beiden Bändern durch den Stromfluss Widerstandsschweissungen
die Werkstoffe kurz aufgeschmolzen und somit stoffschlüssig miteinander verbunden.
1. Strukturband zur Erzeugung eines Siebabdruckes an einer oder an beiden Oberflächen
einer Holzwerkstoffplatte während oder nach der Herstellung einer solchen Holzwerkstoffplatte,
wobei zusätzlich zu einem oder beiden endlosen Stahlbändern am Pressgut anliegend
ein Strukturband mitumlaufend geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das als Metallgewebeband ausgeführte Strukturband mit einem oder mit beiden Stahlbändern
stoffschlüssig verbunden ist.
2. Strukturband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Strukturband mit dem Stahlband durch Hartlöten verbunden ist.
3. Strukturband nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Strukturband mit dem Stahlband durch elektrisches Widerstandsschweissen verbunden
ist.