Ziel der Erfindung
[0001] Es ist das Ziel der Erfindung, das Verhältnis Nutzmasse/ Eigenmasse beim Transportfahrzeug
so weit zu verbessern, dass der Kraftstoffverbrauch beim Pkw-Transport auf Schienen
geringer ist, als bei Eigenfahrt des Pkw auf Straßen.
[0002] Ein weiteres Ziel ist, die Übergabe und Übemahme des Pkw in Zugpausen von drei Minuten
abzuwickeln, so dass der Pkw als Reisegepäck mit dem gleichen Zug mitgenommen werden
kann und der Fahrgast sich kurzfristig für eine Fahrt entscheiden kann.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
[0003] Es sind Schienenfahrzeuge bekannt, bei denen Personenkraftwagen über Seitenrampen
oder Stirnrampen beladen und abgeladen werden können. Auch Schienenfahrzeuge mit einer
zweiten Ladeebene sind bekannt. Alle diese Fahrzeuge haben den Nachteil, dass das
Auf- und Abladen viel Zeit in Anspruch nimmt und lange Voranmeldungen zum Transport
notwendig sind.
[0004] Außerdem geht der günstige Widerstand auf der Schiene gegenüber der Straße dadurch
wieder verloren, weil das Eigengewicht der Transportfahrzeuge doppelt so hoch ist
wie die darauf transportierten Pkw.
Darlegung des Wesens der Erfindung
[0005] Die Erfindung hat die Aufgabe, einen schienengebundenen Transportzug für Pkw zu schaffen,
bei dem die speziellen Gegebenheiten des Transportgutes Pkw genutzt werden, um das
Fahrzeuggewicht zu reduzieren.
[0006] Diese Gegebenheiten sind:
- Belastung der Ladefläche mit zwei gleichen Lasten auf zwei Linien in Längsrichtung
beim Transport, so dass Querbiegungen gering sind
- Belastung der Fahrzeugmitte nur mit halber Nutzlast, da der Achsstand des Pkw die
Gesamtlast aufteilt und die Einzellasten auf konstantem Abstand hält
- Bei Streckenfahrt die Einzellasten in Richtung Achslager verschoben und die Biegemomente
und Durchbiegungen klein sind
- Die geringe Pkw-Breite eine niedrige Ladefläche innerhalb der Fahrzeugbegrenzung ermöglicht
und bei Bogenfahrt und hohen Geschwindigkeiten die zusätzliche Belastung der Achslager
an der Außenschiene gering ist.
- Die kleinen Biegemomente ungekröpfte Langträger ermöglichen, die unterhalb der Achslager
hängend geführt werden, so dass keine Biegemomente durch Zug- und Stoßkräfte entstehen
- Die sehr gute Federung des Transportgutes Pkw den dynamischen Stoßfaktor stark reduziert.
[0007] Auf- und abschwenkbare Ladeflächenenden (Fahrbahnenden) vermeiden ein Heben und Senken
der Last beim Verladen.
[0008] Die Fahrbahnenden sind als Überfahrschwellen ausgebildet, die in hochgeschwenkter
Lage als Bremskeile wirken.
[0009] Beim Aus- und Einschwenken der Fahrbahnen ist nur rollende Reibung in der Ebene zu
überwinden, was eine kleine Antriebsleistung erfordert. Der Schwenkantrieb erfolgt
mit handelsüblichen Antriebselementen.
[0010] Der Fahrgast erhält eine Transportkarte mit Transportnummer und parkt seinen Pkw
auf dem vorgegebenen Haltestreife auf dem Bahnsteig. Bei Zughalt betätigt er den Schalter
"ausschwenken", steigt in seinen Pkw und fährt auf die ausgeschwenkte Fahrbahn.
[0011] Nach Abschalten des Motors und Anziehen der Handbremse verlässt er das Auto und verriegelt
es. Über den Laufsteg mit Geländer verlässt er die Fahrbahn, betätigt den Schalter
"einschwenken" und steigt in den Reisezugwagen. Dazu reicht eine Zugpause von drei
Minuten. Das Beenden der Reise erfolgt entsprechend.
Ausführungsbeispiel
[0012] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles erläutert:
Es zeigen:
[0013]
- Fig. 1:
- Einen mittels Symbolen dargestellten Pkw-Transportzug
- Fig. 2:
- Einen Abschnitt eines Pkw-Transportzuges mit zwei Pkw in Transportstellung und einen
Pkw in Verladestellung.
- Fig. 3:
- Einen Pkw-Transportwagen in Entladestellung an einem Bahnsteig.
- Fig. 4:
- Die Seitenansicht eines halben Pkw-Transportwagens in Transportstellung.
- Fig. 5:
- Die Stirnansicht eines Pkw-Transportwagens in Verladestellung an einem Verladebahnsteig,
Verladeseite.
- Fig. 6:
- Die Stirnansicht eines Pkw-Transportrahmens bzw. Pkw-Transportwagens, Gegengleisseite.
- Fig. 7:
- Einen Schnitt durch einen halben Pkw-Transportwagen bzw. durch einen halben Pkw-Transportrahmen.
- Fig. 8:
- Die Draufsicht auf eine halbe Fahrbahn.
- Fig. 9:
- Die Draufsicht auf einen Pkw-Transportwagen.
[0014] Zu einem Pkw-Transportzug gehören eine Lokomotive 1, Speisewagen und Schlafwagen
2, Reisezugwagen 3, zwei Kuppelwagen 4, Pkw-Transportwagen 5 und Transportrahmen 6.
[0015] Die Kuppelwagen 4 sind auf einer Stirnseite mit Zug- und Stoßvorrichtung für Regelfahrzeuge
ausgerüstet und haben auf der anderen Stirnseite eine Kugelgelenkkupplung zum Kuppeln
der Transportrahmen 6.
[0016] Die Pkw-Transportwagen 5 haben tiefliegende Langträger 7, die gefedert unter den
Achslagern 8 hängen. Die Langträger nehmen die Biegemomente aus Eigenlast und Pkw,
sowie die Zug- und Stoßkräfte auf. Der vertikale Stoßfaktor kann stark reduziert werden,
weil Transportgut Pkw bereits gut gefedert ist.
[0017] Auf den Langträgem 7, die durch Querträger 9 verbunden sind, liegen die Fahrbahnen
10; sie werden von Tragrollen 11 getragen, die einen gemeinsamen Teilkreis haben,
der größer ist als der Abstand der beiden Langträger 7. Dadurch wird einerseits ein
Kippen der Fahrbahnen beim Auf- und Abfahren verhindert und andererseits werden die
Angriffspunkte der Last auf die Langträger 7 in Richtung Trägerstützpunkte verschoben
und kleinere Biegemomente erzeugt, sowie die Durchbiegung in Trägermitte in zulässigen
Grenzen gehalten.
[0018] Die Fahrbahnen 10 sind außerhalb der Trägermitten mit Querträgern 9 so verbunden,
dass der lichte Abstand der Querträger gleich dem lichten Abstand der Langträger ist.
[0019] Unter den Fahrbahnen 10 und den Querträgern 12 ist der Rollenring 13 befestigt, der
auf den Tragrollen 11 der Langträger 7 und Querträger 9 abrollt.
[0020] Die Fahrbahnen 10 sind gleichzeitig Gehwege für den Fahrer beim Aus- und Einsteigen.
Bis an die Begrenzung der Güterwagen sind Geländer 14 angeordnet. Zwischen den Langträgern
7 und den Querträgern 9 sind Führungsrollen 15 befestigt; diese führen beim Schwenken
der Fahrbahnen mit Hilfe des Führungsringes 17 die Fahrbahnen.
[0021] Am Führungsring 17 ist ein Kettenradkranz 18 befestigt; er wird über eine Rollenkette
19 von einem Getriebemotor 20 angetrieben. Der Getriebemotor steht zwischen den Deichselträgem
21 auf einer waagerechten Montageplatte 22.
[0022] An den Enden der Fahrbahnen 10 sind auf- und abschwenkbare Fahrbahnverlängerungen
23 befestigt; diese dienen beim Beladen als Auffahrrampen und gleichen den Höhenunterschied
zwischen Leerfahrzeug und beladenem Fahrzeug aus. Außerdem dienen sie als Überfahrschwelle
zur erkennbaren Begrenzung der Parklänge. Der äußere Abschnitt 26 hat einen flachen
Winkel von circa 20° und der innere Abschnitt 27 einen Winkel von circa 30° zur Fahrbahnebene.
[0023] Die Fahrbahnverlängerung der Gegenseite gleitet beim Ausschwenken in Verladestellung
von der Schiene 24 auf eine Fläche oder Schiene 25; dadurch wird der Bremskeil erhalten,
der vor dem auffahrenden Pkw die Parklänge begrenzt.
[0024] Die Pkw-Transportrahmen 6 haben die gleichen Aufbauten wie die Pkw-Transportfahrzeuge,
haben jedoch keine Radsätze und keine Achslager; sie sind mit Hilfe von Kugelgelenken
28 mit den Pkw-Transportwagen bzw. mit den Kuppelwagen verbunden. Ein Rahmenende stützt
sich außerdem auf Gleitflächen 29 an den Langträgern 7 ab, um ein Kippen der Rahmen
zu verhindern.
1. Schienengebundener Niederflurzug zum Transport von Personenkraftwagen, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederflurzug aus zwei Kuppelwagen (4) und einer Anzahl Transportwagen (5) besteht
und zwischen Kuppelwagen und Transportwagen sowie zwischen den Transportwagen Transportrahmen
(6) angeordnet sind, die sich auf den Transportwagen bzw. auf den Kuppelwagen abstützen,
wobei die Langträger (7) der Fahrzeugrahmen unter den Achslagern (8) federnd aufgehängt
sind und die Langträger (7) durch Querträger (9) so verbunden sind, dass der lichte
Abstand der Querträger gleich dem lichten Abstand der Langträger ist, sowie zwischen
den Langträgern (7) und den Querträgern (9) Führungsrollen (15) zum Führen des Führungsringes
(17) und des Kettenrades (18) angeordnet sind und an den Außenseiten der Langträger
(7) und der Querträger (9) Tragrollen (11) für den Rollenring (13) der Fahrbahnen
(10) befestigt sind und an den Fahrbahnenden (10) um eine horizontale Achse schwenkbare
Fahrbahnverlängerungen (23) angeordnet sind, sowie an den Langträgern (7) unterhalb
der Fahrbahnverlängerungen (23) nach der Mitte aufsteigende Gleitbahnen (24) vorgesehen
sind, dass deren Mitte höher ist als die Gleitbahn (25).