[0001] Die Erfindung betrifft ein Montagegerüst zur Montage von Schachtausrüstung nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1, einen Montageaufzug nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
3 und ein Verfahren zur Montage von Schachtausrüstung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
6.
[0002] Aus der Schrift EP 0 501 140 ist ein Montagegerüst bekannt, das Arbeitsebenen aufweist,
welche an einem Kabinentragrahmen angeordnet sind. Der Kabinentragrahmen wird durch
eine Hilfshebensvorrichtung gehoben und für den Materialtransport wird ein dazu bestimmtes
Seilzugseil verwendet. Nachteilig bei dieser bekannten Lösung ist, dass die Arbeitsebenen
nur für bestimmte Schachtgrössen verwendbar sind, was zu einer beschränkten Verwendung
des Montagegerüsts führt. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass für die Montage
der Schachtausrüstung Hilfsmittel, wie zum Beispiel der Seilzug für den Materialtransport,
verwendet werden, die nach der Montage nicht mehr verwendet werden und somit entfernt
werden müssen. Dies führt zu erheblichen Montagezeiten und Materialverschwendung.
[0003] Der Erfindung liegt als Aufgabe zugrunde, ein Montagegerüst, einen Montageaufzug
und ein Verfahren zur Montage von Schachtausrüstung der eingangs genannten Art vorzuschlagen,
welche die vorgenannten Nachteile nicht aufweist und Zeitersparnis sowie Materialersparnis
bei der Montage des Aufzugs ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1, des Patentanspruchs
3 und des Patentanspruchs 6 gelöst.
[0005] Ein Vorteil ist darin zu sehen, dass der Einsatz des selben Montagegerüsts in verschiedenen
Aufzügen und in Aufzugsschächten mit ungleichem Querschnitt möglich ist. Gleichzeitig
können für die Montage von Anfang an Aufzugsteile verwendet werden, die nach der Montage
auch für den definitiven Aufzug verwendet werden.
[0006] Durch die in den abhängigen Patentansprüchen aufgeführten Massnahmen sind vorteilhafte
Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1 angegebenen Montagegerüsts, des
im Anspruch 3 angegebenen Montageaufzugs und des im Anspruch 6 angegebenen Verfahrens
möglich.
[0007] Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, dass der Montageaufzug gemäss Patentanspruch
5 in soweit ein kompletter Aufzug ist, als er für den Transport der zu installierenden
Aufzugsteile, wie zum Beispiel die Führungsschienen, verwendet werden kann.
[0008] Weiter ist die Tatsache vorteilhaft, dass nach Abschluss der Montage der Aufzug mit
der gleichen Aufzugsmaschine weiterfahren kann. Dies wird dadurch erreicht, dass die
für den eingetlichen Betrieb vorgesehene Aufzugsmaschine von Anfang an am richtigen
Ort montiert ist.
[0009] Weiter sind die am Anfang eingesetzten Tragseile, die definitiven Tragseile der definitiven
Aufzugsanlage.
[0010] Alle erläuterten Merkmale sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination,
sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den
Rahmen der Erfindung zu verlassen.
[0011] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den schematischen Zeichnungen
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Montagegerüst mit Plattformen in eingefahrenem Zustand,
Fig. 2 das Montagegerüst aus Figur 1 mit Plattformen in ausgefahrenem Zustand,
Fig. 3 einen seitlichen Schnitt des Montagerüstes aus Figur 2,
Fig. 4 eine Plattform in eingefahrenem Zustand,
Fig. 5 die Plattform aus Figur 4 in ausgefahrenem Zustand
Fig. 6, Fig. 7, Fig. 8, und Fig. 9 einen Montageaufzug gemäss der Erfindung in vier
verschiedenen Phasen der Montagearbeiten.
[0012] Figur 1 zeigt ein Montagegerüst 1, welches eine untere Montageplattform 2, eine mittlere
Montageplattform 3 und eine obere Montageplattform 4 aufweist, die jeweils als Arbeitsebenen
fungieren und eine im wesentlichen rechteckige Form aufweisen. Im folgenden wird die
Montageplattform als Plattform bezeichnet. Die mittlere Plattform 3 ist am oberen
Joch 5 eines Fangrahmens 6 aufgebaut, der nach den Montagearbeiten zur Aufnahme der
Aufzugskabine vorgesehen ist. Die untere Plattform 2 ist am unteren Joch 7 des Fangrahmens
6 befestigt. Die mittlere Plattform 3 und die obere Plattform 4 sind mit einem Rohrrahmen
9 verbunden und mit Spannseilen verstrebt, um eine bessere Stabilität zu erreichen
(in den Figuren nicht gezeigt). Mit Hilfe von Leitern 10 ist es möglich, von Plattform
zu Plattform zu gelangen. Die mittlere Plattform 3 und die obere Plattform 4 weisen
jeweils eine Fläche F, die als Standfläche ausgebildet ist sowie bewegliche Teile
11 auf, die durch ihre Beweglichkeit die Fläche F der Plattform variieren können.
Die beweglichen Teile 11 sind als weitere Standfläche ausgebildet. In dieser Figur
1 sind sie in eingefahrenem Zustand dargestellt.
[0013] Figur 2 zeigt das gleiche Montagegerüst 1 wie bei Figur 1, wobei die beweglichen
Teile 11 der mittleren Plattform 3 und der oberen Plattform 4 in ausgefahrenem Zustand
gezeigt sind. In dieser Ausführungsform sind die beweglichen Teile 11 nur in einer
Richtung der Plattform ausziehbar. Selbstverständlich können die beweglichen Teile
11 so angeordnet sein, dass sie in alle vier Richtungen ausziehbar sind. Die Grösse
der Fläche F der rechteckigen Plattform 3, 4 kann somit in alle vier Richtungen variierbar
sein, um die Plattformen beispielsweise an verschiedene Schachtgrössen anpassen zu
können.
[0014] Figur 3 zeigt einen seitlichen Schnitt des Montagegerüstes 1 gemäss Figur 2, wobei
eine Führungsschiene 12 ersichtlich ist, an der der Fangrahmen 6 zusammen mit dem
Montagegerüst 1 im Aufzugsschacht AS geführt ist.
[0015] In Figur 4 und Figur 5 wird die mittlere Plattform 3 oder die obere Plattform 4 des
Montagegerüstes 1 gemäss Figuren 1 bis 3 im Detail angegeben. In diesem Beispiel weist
die Plattform 3, 4 zwei bewegliche Teil 11 auf, die in Figur 4 in zusammengefahrenem
Zustand und in Figur 5 in ausgefahrenem Zustand gezeigt sind. Der Sicherheit halber
umfasst die Plattform 3, 4 an ihrem äusseren Umfang Sicherheitsbarriere 13 auf. Auch
die beweglichen Teile 11 weisen auf ihren der Schachtwand zugewandten Seiten Sicherheitsbarriere
13 auf.
[0016] Anhand der Figuren 6, 7, 8 und 9 wird ein Montageaufzug und ein Verfahren zur Montage
von Schachtausrüstung näher beschrieben. Der Montageaufzug weist den Fangrahmen 6,
das Montagegerüst 1 mit drei Plattformen 2, 3, 4, eine Aufzugsmaschine M und einen
Gegengewicht G auf. Zuerst (Figur 6) wird das Schachtgrubenset montiert und die ersten
Führungsschienen 12 für den Fangrahmen 6, der später zur Aufnahme der Aufzugskabine
dient, und die ersten Führungsschienen 12' für das Gegengewicht gesetzt. In einer
bevorzugten Ausführungsform wird die Maschine M an dem oberen Ende des Schachtes AS
montiert, sie wird die definitive Maschine der Aufzugsanlage sein. Dann werden das
Gegengewicht G und der Fangrahmen 6 montiert und auf die Puffer gesetzt. Auf den Fangrahmen
6 werden die drei Plattformen 2, 3, 4 aufgebaut. Die Tragseile S werden am Gegengewicht
G in herkömmlicher Weise montiert und über die Treibscheibe der Maschine M mittels
einer Seilspannvorrichtung 16 am Fangrahmen 6 befestigt. Als Seilspannvorrichtung
16 kann beispielsweise einen Habegger, ein Winsch, eine Winde oder ähnliche Vorrichtungen
verwendet werden. Die montierten Tragseile S sind die definitiven Tragseile, die für
die definitive Aufzugsanlage verwendet werden. Von den Plattformen 2, 3, 4 aus (Fig.
7) werden weitere Führungsschienen 12 für den Fangrahmen 6 und weitere Führungsschienen
12' für das Gegengewicht G montiert soweit dies möglich ist. Die Plattformen des Montagegerüsts
werden an den Querschnitt des Aufzugsschachtes angepasst. In Figur 7 werden die Führungsschienen
12' des Gegengewichts G von den ausgefahrenen beweglichen Teilen 11 der oberen Plattform
4 montiert. Jetzt (Fig. 8) wird der Fangrahmen 6 mit den Montageplattformen 2, 3,
4 mit Hilfe der Seilspannvorrichtung 16 hochgezogen, bis der Führungsschuh des Fangrahmens
6 das Ende der obersten Schiene 12, 12' erreicht. Nun kann der Fangrahmen 6 mit den
Montageplattformen (Fig. 9) bereits als Montageaufzug im Bereich der gesetzten Führungsschienen
12, 12' funktionieren. Es werden dann weiter Schienenstücke mit dem Montageaufzug
geholt und bis an das obere Ende der bereits installierten Führungsschienen 12, 12'
gefahren. Dort werden die weiteren Schienenstücke montiert. So arbeitet sich der Montageaufzug
im Schacht AS hoch bis am Schluss der ganze Schacht AS mit Schienen 12, 12' bestückt
ist. Es wird somit ein kompletter Aufzug zur Verfügung gestellt, welcher für den Transport
des zu installierenden Aufzugsmaterials, wie zum Beispiel der Führungsschienen 12,
12' ab Erdgeschoss verwendet werden kann.
[0017] Am Ende des Montagevorgangs ist der Fangrahmen 6 der Aufzugskabine relativ zum Gegengewicht
G in der richtigen Position, so dass die Tragseile S auf die richtige Länge gekürzt
und mit dem Fangrahmen 6 direkt verbunden werden können. Somit ist der Aufzug bezüglich
Tragseilen fertig verseilt. Die abgeschnittenen Teile der Seile können beispielsweise
als Kompensationsseile verwendet werden. Dadurch entsteht kein Abfall. Die Seilspannvorrichtung
16 kann jetzt entfernt werden.
[0018] Die Maschine ist in einer bevorzugten Ausführungsform die definitive Maschine des
Aufzugs. Sie wird zu Beginn montiert, damit die Seile über die Treibscheibe montiert
werden können. Während den Montagefahrten wird der Montageaufzug mit der Aufzugsmaschine
bewegt. Nach Abschluss der Montage fährt der Aufzug mit der gleichen Maschine weiter.
[0019] Es wäre auch denkbar eine kleine Hilfsmaschine zu installieren um einen "Jump lift"
zu realisieren. Das heisst die Maschine wird während der Bauphase auf einem bestimmten
Stockwerk montiert und der Montageaufzug dann als Bauaufzug benutzt. Wenn das Gebäude
weiter wächst, wird die Maschine auf ein höheres Stockwerk platziert, die Schienen
bis zur neuen Höhe installiert und der Aufzug fährt über die neue Hubhöhe als Bauaufzug.
Wird die endgültige Gebäudehöhe erreicht, wird die definitive Maschine installiert,
die Schienen bis zur Endhöhe installiert und dann der Aufzug normal in Betrieb genommen.
[0020] Obwohl es hier nicht explizit gezeigt ist, fährt der Montageaufzug von Beginn weg
mit allen nötigen Ausrüstungen wie Fangvorrichtung, Geschwindigkeitsbegrenzer, Führungsschuh,
Puffer, Gegengewicht, falls nötig Ausgleichsseilen, Fangvorrichtung am Gegengewicht
etc. Es ist ein kompletter Aufzug, welcher keine Kabine besitzt und nur mit Revisionsfahrt
fahren kann (keine Steuerung, keine Stockwerkrufe etc.)
[0021] Die Fläche F beziehungsweise die Standfläche der Plattformen ist, wie bereits oben
erwähnt, erweiterbar oder ausfahrbar oder ausziehbar.
[0022] Bezugszeichenliste
- 1
- Montagegerüst
- 2
- Untere Plattform
- 3
- Mittlere Plattform
- 4
- Obere Plattform
- 5
- Oberes Joch
- 6
- Fangrahmen
- 7
- Unteres Joch
- 9
- Rohrrahmen
- 10
- Leiter
- 11
- Beweglicher Teil / weitere Standfläche
- 12
- Führungsschiene für den Fangrahmen
- 12'
- Führungsschiene für das Gegengewicht
- 13
- Sicherheitsbarriere
- 16
- Seilspannvorrichtung
- AS
- Aufzugsschacht
- F
- Fläche der Plattform
- G
- Gegengewicht
- M
- Aufzugsmaschine
- S
- Tragseil
1. Montagegerüst zur Montage von Schachtausrüstung in einem Aufzugsschacht (AS) mit einer
Montageplattform (2, 3, 4),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Montageplattform (2, 3, 4) eine variierbare Fläche (F) aufweist.
2. Montagegerüst nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fläche (F) der Montageplattform (2, 3, 4) als Standfläche ausgebildet ist, welche
mittels einer weiteren Standfläche (11) erweiterbar ist.
3. Montageaufzug mit dem Montagegerüst nach Patentanspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Montageaufzug einen Fangrahmen (6) aufweist und dass das Montagegerüst (1) am
Fangrahmen (6) angeordnet ist.
4. Montageaufzug nach Patentanspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Montageaufzug ein Gegengewicht (G) aufweist, das durch mindestens ein Tragseil
(S) mit dem Fangrahmen (6) in Verbindung steht.
5. Montageaufzug nach Patentanspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gegengewicht (G) über eine Aufzugsmaschine (M) mit dem Fangrahmen (6) in Verbindung
steht.
6. Verfahren zur Montage von Schachtausrüstung in einem Aufzugsschacht (AS) mittels des
Montageaufzugs nach Patentanspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass Aufzugsteile
aus der Schachtgrube in Richtung Schachtkopf des Aufzugsschachtes montiert werden,
wobei die Aufzugsteile mit dem Montageaufzug transportiert werden und die Plattform
(2, 3, 4) des Montagegerüstes (1) an die Grösse des Aufzugsschachts angepasst wird.
7. Verfahren zur Montage von Schachtausrüstung nach Patentanspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Montageaufzug zuerst durch eine Seilspannvorrichtung (16) ab Erdgeschoss für eine
vorbestimmte Strecke hochgezogen wird und dann im restlichen Aufzugsschacht (AS) durch
die Aufzugsmaschine (M) angetrieben wird.
8. Verfahren zur Montage von Schachtausrüstung nach Patentanspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufzugsteile die Führungsschienen für den Fangrahmen (12) und/oder die Führungsschienen
für das Gegengewicht (12') sind.