[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig mit mindestens
einem Tragwerk, das zwischen Auflagern abgestützt ist.
[0002] Das Tragwerk einer herkömmlichen Fahrtreppe bzw. eines herkömmlichen Fahrsteigs kann
nur eine relativ geringe Spannweite überbrücken. Es ist daher schon seit langem bekannt
(siehe die Fig. 3 der DE 709291 C1 aus dem Jahre 1941), das Tragwerk durch eine Säule
in der Mitte zu unterstützen. Will man noch längere Fahrtreppen bzw. Fahrsteige bauen,
sind mehrere Säulen zur Unterstützung notwendig.
[0003] Nachteilig ist dabei, dass der Platz unter dem Fahrsteig bzw. unter der Fahrtreppe
nur sehr schlecht genutzt werden kann, weil die Säulen im Weg sind.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Fahrtreppe bzw. einen Fahrsteig der
eingangs genannten Art so abzuändern, dass der Platz im Bereich der Fahrtreppe bzw.
des Fahrsteiges besser genützt werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch einen Fahrsteig bzw. eine Fahrtreppe der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zur Abstützung zumindest ein Bogen oder zumindest
eine Säule vorgesehen ist und dass das Tragwerk an mehreren Stellen mit dem Bogen
bzw. der Säule über Seile oder Stangen verbunden ist.
[0006] Bei Verwendung einer Säule kann man das Tragwerk nach Art der Schrägseilbrücke z.B.
an neun Stellen lagern, obwohl mit Ausnahme einer Stelle der gesamte Bereich unter
dem Fahrsteig bzw. unter der Fahrtreppe frei bleibt. Ähnliches gilt für den Bogen,
wobei hier zusätzlich günstig ist, dass der Bogen in der Nähe der Auflager sein Fundament
hat, so dass ein sehr langer zusammenhängender Bereich frei bleibt.
[0007] Es ist günstig, wenn jeweils zu beiden Seiten des Fahrsteiges bzw. der Fahrtreppe
eine Säule bzw. ein Bogen vorgesehen ist, die sich oberhalb der Fahrtreppe nähern
oder zusammenlaufen. Auf diese Weise wird die seitliche Stabilität erhöht, und es
ergibt sich außerdem ein elegantes, schlankes Aussehen.
[0008] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung gehen aus der nachstehenden Beschreibung
zweier Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnungen hervor. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemässen Fahrsteig mit einer Säule von der Seite,
- Fig. 2
- eine Ansicht gemäß Pfeil II in Fig. 1,
- Fig. 3
- einen erfindungsgemäßen Fahrsteig mit einem Bogen von der Seite und
- Fig. 4
- eine Ansicht gemäss Pfeil IV in Fig. 3.
[0009] Der Fahrsteig ist allgemein mit 1 (siehe Fig. 1 bis 4) bezeichnet. Er weist zu beiden
Seiten ein Tragwerk 11 auf, welches in üblicher Weise in der Art eines Fachwerks aufgebaut
ist. Das Tragwerk 11 ist an seinen beiden Enden in Auflagern 4 unterstützt.
[0010] Gemäß den Fig. 1 und 2 ist zu beiden Seiten des Fahrsteiges 1 eine Säule 2 vorgesehen,
so dass sich insgesamt ein Pylon ergibt. An diesen Säulen 2 sind in verschiedenen
Höhen Seile 3 befestigt, die schräg zum Tragwerk 11 abgespannt sind und dieses in
der Art einer Schrägseilbrücke unterstützen. Gemäß diesem Beispiel sind zu beiden
Seiten und für jedes Tragwerk 11 jeweils vier Seile 3 vorgesehen (also insgesamt 16
Seile). Der Fahrsteig 1 ist somit zwischen den Auflagern 4 an insgesamt neun Punkten
unterstützt, dennoch bleibt - bis auf die Säulen 2 in der Mitte - der gesamte Raum
unterhalb des Fahrsteiges 1 frei. Die beiden Säulen 2 haben unten einen relativ großen
Abstand (siehe Fig. 2) und laufen oberhalb des Fahrsteiges 1 ineinander. Dadurch ist
auch die seitliche Stabilität gewährleistet. Selbstverständlich ist ein entsprechend
tiefes, betoniertes Fundament notwendig. Um noch größere Distanzen zu überbrücken,
können natürlich auch mehrere Pylone vorgesehen werden.
[0011] Gemäß den Fig. 3 und 4 ist zu beiden Seiten des Fahrsteiges 1 ein Bogen 12 vorgesehen.
Diese Bögen 12 haben unten einen größeren Abstand als oben und sind an mehreren Stellen
durch Streben 14 miteinander verbunden. Dadurch und durch Diagonalstreben 15 ergibt
sich die notwendige seitliche Stabilität.
[0012] Von den Bögen 12 sind Seile 13 zu den Tragwerken 11 abgespannt. In diesem Beispiel
werden die Tragwerke 11 an insgesamt fünf Punkten zwischen den Auflagern 4 unterstützt.
Dennoch bleibt nahezu der gesamte Bereich unterhalb des Fahrsteiges 1 frei, sieht
man von den Fundamenten für die Bögen 12 ab, die in der Nähe der Auflager 4 liegen.
[0013] Derartige Fahrsteige bzw. Fahrtreppen können bei Messen, Ausstellungen, Bahnhöfen
und so weiter Anwendung finden, um große Distanzen ohne hohe Anzahl an Mittellagern
zu überbrücken.
1. Fahrtreppe oder Fahrsteig (1) mit mindestens einem Tragwerk (11), das zwischen Auflagern
(4) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Abstützung zumindest ein Bogen (12) oder zumindest eine Säule (2) vorgesehen
ist und dass das Tragwerk (11) an mehreren Stellen mit dem Bogen (12) bzw. der Säule
(2) über Seile (3, 13) oder Stangen verbunden ist.
2. Fahrtreppe oder Fahrsteig (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zu beiden Seiten des Fahrsteiges (1) bzw. der Fahrtreppe eine Säule (2) bzw.
ein Bogen (12) vorgesehen ist, die sich oberhalb der Fahrtreppe bzw. des Fahrsteiges
(1) nähern oder zusammenlaufen.