[0001] Werbeprospekte und alle anderen Flyer, die in Brief- und Postkästen geworfen werden,
sind entweder einseitige oder mehrseitige, bedruckte falzbare Materialien, die beliebig
nach Form und Farbe gestaltbar sind. Alle liegen verschlossen im Briefkasten. Ihr
Vorhandensein ist von außen regelmäßig nicht erkennbar, da sie von der übrigen Post
verdeckt werden. Auch besondere farbliche Gestaltungen ziehen insoweit nur eingeschränkt
erhöhte Aufmerksamkeit nach sich, da die Prospekte insbesondere durch Zeitungen meist
vollständig verdeckt werden. Wird die Zeitung nicht aufgeschlagen, wird häufig der
Werbeprospekt oder Flyer ganz übersehen.
Ziel der Werbung ist es, die Aufmerksamkeit möglichst vieler Leute auf den Inhalt
des Werbeprospektes oder Flyers zu lenken. Briefkastenwerbung konnte dabei bisher
nur den Besitzer des Briefkastens bzw. sonstige Mitbewohner, denen die Post zugänglich
ist, erreichen. Von dritter Seite war die Werbesendung bisher nicht wahrzunehmen,
es sei denn, der Prospekt ragte zufällig aus einem bereits vollen Briefkasten heraus.
Werbeprospekte haben daher das Problem, dass sie unterschiedlichste Formen, Farben
und Größen haben müssen, um aufzufallen. Das verwendete Material wird immer teurer
und aufwendiger. Die Wahrscheinlichkeit zwischen sonstigen Post- bzw. Prospektsendungen
in dem gesamten "Werbungswust" aufzufallen, ist trotz Verwendung verschiedenster Formen
und farblicher Gestaltungen entsprechend gering.
[0003] Diese Aufgabe wird in verfahrenstechnischer Hinsicht wie folgt gelöst:
Es handelt sich um ein Prospekt oder einen Flyer, egal in welcher Größe, Form oder
Gestaltung, der durch einen Knick (Beispiel 1 und 2, (a)) oder Falz aus dem Brief-
oder Postkasten ragt und so von außen zu sehen ist. Beispiel 1, 2 und 3 der Zeichnung
zeigen jeweils in Vorderansicht und Seitenquerschnitt beispielhaft zwei unterschiedliche
Arten von Briefkästen, an bzw. in denen ein vorher geknickter Prospekt hängt und so
von außen sichtbar ist. Der Prospekt hält sich von alleine, indem er an dem abgeknickten
Teil des Prospektes hängt. Dabei kann sowohl der kleinere (Beispiel 1, (a)) als auch
der größere (Beispiel 2, (a)) abgeknickte Teil des Prospektes nach draußen ragen.
Wesentlich ist nur, das er von selbst im bzw. am Briefkasten hängt. Der auf diese
Weise am Briefkasten hängende Prospekt behindert dabei nicht den Einwurf weiterer
Post, Prospekte oder ähnliches in den Briefkasten. Er ist auch einfach zu entfernen.
Allerdings dadurch, dass der Prospekt am Briefkastenschlitz durch den Kniff verhakt
(Beispiele 1, 2, 3 (b)) ist, wird er gesehen und angefasst. Durch die Verhakung am
Briefkasten wird der Prospekt regelmäßig extra - und nicht in einem Griff zusammen
mit der übrigen Post - entfernt werden müssen.
Durch diese Art der Briefkastenwerbung fallen Prospekte grundsätzlich ins Auge. Der
Empfänger muss den so angebrachten Prospekt oder Flyer berühren. Er sieht ihn zwangsläufig
im Gegensatz zu den üblichen bekannten Postwurfsendungen, die zwischen der sonstigen
Post im Briefkasten verdeckt liegen. Darüber hinaus ist der aus dem Briefkasten herausragende
Teil des Prospektes (Beispiele 1, 2, 3 (a)) für jeden, der am Briefkasten vorbeigeht,
sichtbar. Dies wurde durch bisher verwendete Werbeprospekte nicht erreicht, da sie
im Briefkasten verschwanden. Im Übrigen kann bei Gestaltung des Prospektes berücksichtigt
werden, wie der abgeknickte Teil, also der Aufhänger (Beispiele 1, 2, 3 (a)) aus dem
Briefkasten heraushängen wird. Die dort aufgedruckte Schrift kann z.B. so gestaltet
werden, dass sie von außen lesbar ist. Es wird dadurch eine Art Plakatwirkung erreicht.
Die Briefkastenwerbung ist auf diese Weise für jeden, der vorbeigeht, sichtbar. Die
Werbenachricht erreicht so nicht wie bisher nur den kleinen Kreis der Postempfänger,
sondern jeden, der auf den Briefkasten sieht. Die Werbewirksamkeit der Briefkastenwerbung
vervielfacht sich entsprechend.
Der Falz oder Knick kann bei kleinen Stück- bzw Druckzahlen manuell ausgeführt werden.
Auch können die Prospekte oder Flyer bei kleinen Stückzahlen durch Perforierung manuell
geknickt werden. Es bietet sich jedoch an bei Stückzahlen über 1000, die Prospekte
an den bestimmten Stellen (Beispiele 1, 2, 3 (b)) maschinell vorzufalzen. Der Verteiler
hat so bedeutend weniger Arbeit und die Zeit der Verteilung ist die eines einfachen
Werbeprospektes.
Das Prospekt kann alle Formen haben. Es kann sich um ein einzelnes Blatt handeln (hier
als "Flyer" bezeichnet) oder um einen mehrseitigen oder beliebig zusammengefalteten
Prospekt. Alle Seiten können bedruckt werden. Der Vorteil der Erfindung wird optimal
ausgenutzt, wenn die Vorderseite des heraushängenden Teils des Prospektes (Beispiele
1, 2, 3 (a)) die Hauptaufmerksamkeit für alle erregt, jedoch ist dies egal, da der
Prospekt durch das Heraushängen jedenfalls das Interesse weckt, zumindest regelmäßig
extra herausgenommen werden muss.
Die Grammzahl oder das Material des Prospektes ist nicht entscheidend. Wesentlich
ist, dass der Prospekt aus eigener Kraft durch den Knick hängen bleibt. Das setzt
nicht voraus, dass der abgeknickte Teil, der aus dem Briefkasten heraushängt, leichter
ist, als der im Briefkasten hängende Teil, da der Knick eine Hakenwirkung entfaltet.
Diese Art der Briefkastenwerbung kann deshalb bei jeder Art Briefkasten Verwendung
finden, der über den üblichen Einwurfschlitz oder eine Einwurfklappe verfügt (vgl.
Beispiel 1 und 2). Dabei wird die beabsichtigte Werbewirkung auch erreicht, wenn der
Prospekt, wie im Beispiel 3 gezeigt, im Briefkasten auf dessen Boden oder auf sonstiger
Post aufliegt.
Im Übrigen kann der Prospekt beliebig abgeknickt werden, je nachdem, welcher Gestaltungseffekt
erreicht werden soll.