[0001] Die Erfindung betrifft ein Ausblassystem für eine "Plug-in"- oder Steckkomponente
und insbesondere betrifft die Erfindung das Ausblassystem eines Leistungsschalters
oder eines Leitungsschutzschalters, die als eine solche Steckkomponente gestaltet
sind.
[0002] Schaltzentralen oder Zentralstellen von Elektroinstallationen werden üblicherweise
durch Aneinanderreihung von einzelnen Komponenten an einer Hutschiene zusammengestellt
und anschließend dem Zweck, Vorschriften oder der Funktion der Elektroinstallation
entsprechend verdrahtet. Dabei sind in verschiedenen Ländern unterschiedliche Normen
zu beachten, die der Sicherheit beim Umgang mit der Elektrizität dienen. Die in der
Regel jeweils für sich funktionsfähigen Komponenten sind beispielsweise in Deutschland
so genormt, dass in Einbaulage der Komponente die Eingangsseite unten ist und die
Ausgangsseite der Komponente oben ist.
[0003] Die Zusammenstellung der Komponenten erfolgt an einer Montageschiene, die wegen ihres
hutförmigen Profils als Hutschiene bezeichnet wird. Die einzelnen Komponenten werden
auf das Profil aufgerastet und dort verriegelt, wobei die im Profil an eine Hutkrempe
erinnernden Profilabschnitte der Hutschiene teilweise umgriffen werden. Ein federnder
Abschnitt als Verriegelungsabschnitt am Gehäuse der jeweiligen Komponente kann dem
Profilabschnitt beim Einsetzen der Komponente federnd ausweichen und hintergreift
anschließend den Profilabschnitt. Die anschließende Verdrahtung erfolgt dann an Schraubklemmen
der Komponente.
[0004] Es gibt bereits Komponentensysteme, bei denen ein Anschlusskontakt einer Komponente
als Steckkontakt ausbildet ist, um die Verdrahtung mittels eines Schraubkontakts einsparen
zu können. Der Steckkontakt ist eine aus der Rückseite des Gehäuses der jeweiligen
Komponente vorstehende Kontaktzunge. Das Gehäuse ist an der der Kontaktzunge zugeordneten
Gehäuseseite zudem mit dem vorgenannten Feder- oder Verriegelungsmechanismus zur Verriegelung
der Komponente bzw. des Steckkontakts versehen.
[0005] Im Hinblick auf die in verschiedenen Ländern geltenden Normen, die verschiedene Einbaulagen
der Komponenten und/oder Zuordnung des Steckkontakts zu einer Eingangs- oder Ausgangsseite
der Komponente festlegen und folglich den Ort für die Kontaktzunge definieren, ist
es wünschenswert, eine Komponentengestaltung zu haben, mit der den verschiedenen Vorschriften
der jeweiligen Länder zu Lage und Anschluss des Steckkontakts genügt werden kann,
ohne dass stets ein anderes, besonders gestaltetes Gehäuse verwendet werden muss.
Dies vermindert die Teilevielfalt und die damit verbundenen Kosten, Risiken und Fehlermöglichkeiten.
[0006] Für eine Anpassung an die Vorschriften, ist es, wenn stets das gleiche Gehäuse für
die Komponente verwendet werden soll, erforderlich, eine entsprechende Aufnahme für
die Kontaktzunge und den Verriegelungsmechanismus an beiden Seiten des Komponentengehäuses
vorzusehen, d.h. sowohl an der Eingangsseite als auch an der Ausgangsseite des Gehäuses.
Dann kann die eine der beiden Aufnahmen entsprechend den Landesvorschriften mit der
Kontaktzunge ausgerüstet werden, während die andere Seite mit einer Schraubklemme
ausgerüstet werden kann.
[0007] Viele der vorgenannten Komponenten sind oder haben Schalterelemente, die einen die
Komponente durchfließenden elektrischen Strom in Antwort auf ein bestimmtes Kriterium
schalten können. Solche Komponenten sind insbesondere Leitungsschutzschalter oder
Leistungsschalter, die einen Strom überwachen und abschalten können.
[0008] Zur Unterbrechung des Stroms durch den Schalter als die Komponente sind bewegbare
Kontakte vorgesehen, die beim Auslösen in Antwort auf das vorgenannte Kriterium getrennt
werden. Werden die Kontakte unter Strom voneinander getrennt, spannt sich zwischen
diesen Kontakten ein Lichtbogen auf. Um diesen Lichtbogen rasch und gezielt zu löschen,
ist in solchen Schaltern üblicherweise ein Löschblechpaket zur Lichtbogenlöschung
vorgesehen.
[0009] Mit dem Lichtbogen entstehen innerhalb der Komponente zusätzlich Gase oder Plasma,
das durch die hohe Energiedichte des Lichtbogens erzeugt wird. Dies führt zu einem
raschen Druckanstieg in dem Komponentengehäuse; ein Druckanstieg der durch Ausblasen
von Gas aus dem Gehäuse abgebaut wird. Dazu ist ein Ausblaskanal an dem Ende des Löschblechpakets
angeordnet, das den Kontakten abgewandt ist, und er mündet auf der Rückseite der Komponente.
Aus Sicherheitsgründen ist die Zusammensetzung hinsichtlich Metallionengehalt und
Temperatur des auszublasenden Gases über die Durchschlagsfestigkeit genormt. Um diese
Normen zu erfüllen, wird das auszublasende Gas abgekühlt; dazu ist üblicherweise ein
Gaskanal mit ausreichender Länge im Komponentengehäuse vorgesehen.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Ausblassystem für eine
Steckkomponente vorzuschlagen, die an verschiedene Einbaunormen anpassbar ist, wobei
das Ausblassystem eine ordnungsgemäße Zusammensetzung und Temperatur des Ausblasgases
sicherstellt.
[0011] Die Aufgabe wird beispielsweise mit einem Ausblassystem für eine steckbare Komponente
gelöst, die ein Komponentengehäuse, eine an einer Gehäuserückseite angeordnete Kontaktzunge,
ein an der Gehäuserückseite angeordnetes Verriegelungselement zur Festlegung des Komponentengehäuses
in der Einbaulage, ein in der Komponente vorgesehenes Löschblechpaket zum Löschen
eines in der Komponente entstehenden Lichtbogens und einen Ausblaskanal hat, der an
das Löschblechpaket angrenzend ausgebildet ist und zur Gehäuseaußenseite mündet, wobei
der Ausblaskanal auf der Gehäuseaußenseite durch das Verriegelungselement teilweise
begrenzt ist. Die steckbare Komponente kann insbesondere ein Leitungsschutzschalter
oder ein Leistungsschalter sein.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der Ausblaskanal verzweigt
sein, wobei ein Teilkanal das Verriegelungselement durchdringt und ein anderer Teilkanal
zwischen der Außenwand des Gehäuses und dem Verriegelungselement verläuft.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der durch das Verriegelungselement
teilweise begrenzte Ausblaskanal zur Rückseite der Komponente öffnen.
[0014] Ferner kann in vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung der durch das Verriegelungselement
teilweise begrenzte Ausblaskanal durch ein an dem Verriegelungselement vorgesehenes
federndes Element verlaufen.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann der durch das Verriegelungselement
teilweise begrenzte Ausblaskanal in eine an der Gehäuserückseite ausgebildete Aufnahmenut
für eine Kunststoffmontageschiene öffnen.
[0016] In weiteren vorteilhaften Ausgestaltungen der Erfindung kann der Ausblaskanal im
Gehäuseinneren durch eine Trennwand von der Kontaktzunge getrennt sein und/oder einen
Labyrinthabschnitt haben, der mindestens eine Kehre des Gasstroms erzwingt.
[0017] Ferner kann in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung der Ausblaskanal
im Gehäuseinneren mindestens eine plötzliche Erweiterung haben, um die Strömungsgeschwindigkeit
des Gases zu reduzieren.
[0018] Nachfolgend wird zunächst beispielhaft der Aufbau eines Leitungsschutzschalters erläutert,
auf den die Erfindung anwendbar ist. Es ist anzumerken, dass die Anwendung der Erfindung
auch auf Komponenten vorteilhaft möglich ist, die einen anderen inneren Aufbau haben
und einen Ausblaskanal benötigen bzw. verwenden.
[0019] Ein Leitungsschutzschalter hat ein in seinem Gehäuse angeordnetes Kontaktpaar, von
denen ein Kontakt als feststehender Kontakt oder Festkontakt und der andere Kontakt
als ein relativ dazu bewegbarer Kontakt ausgebildet ist. Der bewegbare Kontakt ist
mit einem Antriebssystem verbunden, das ein Schaltschloss, ein federvorgespannter
Hebelmechanismus oder ein anderes Antriebssystem sein kann.
[0020] Ferner ist in dem Leitungsschutzschalter ein Auslösemechanismus vorgesehen, der das
Antriebssystem beim Auftreten eines Auslösekriteriums zur Trennung der Kontakte auslöst,
woraufhin der bewegbare Kontakt von dem Festkontakt getrennt und der Stromkreis durch
den Leitungsschutzschalter unterbrochen wird.
[0021] Der Auslösemechanismus erfasst üblicherweise das Auftreten einer Überlast und/oder
eines Überstroms als mögliche Auslösekriterien. Zur Erfassung der Überlast ist der
Leitungsschutzschalter mit einem Bimetallstreifen versehen, der von dem zu überwachenden
Strom durchflossen ist und sich bei Überlast, d.h. ein während einer etwas längeren
Zeitspanne vorliegender zu hoher Strom, biegt, bis er das Antriebssystem zur Trennung
der Kontakte betätigt, d.h. auslöst. Für den Überstrom, d.h. ein kurzfristig auftretender
hoher Strom, wird als Auslösemechanismus üblicherweise ein Magnetsystem verwendet,
das einen Anker und eine von dem zu überwachenden Strom durchflossene Spule hat. Tritt
in der Spule ein entsprechend hoher Überstrom auf, so wird der Anker durch das erzeugte
Magnetfeld gegen die Kraft eines federnden Elements verlagert und löst den Schalter
aus. Dabei werden die Kontakte durch den Antriebsmechanismus getrennt.
[0022] Beim Trennen der Kontakte kann ein Lichtbogen zwischen den sich trennenden Kontakten
auftreten; um den Lichtbogen gezielt zu löschen ist ein Löschblechpaket in dem Leitungsschutzschalter
vorgesehen. Im Anschluss an das Löschblechpaket ist ein Ausblaskanal angeordnet, aus
dem Gas abgeführt werden kann. In diesem Gas vorliegende freie Metallionen sollen
ausgetragen bzw. in einen vorbestimmten Bereich des Komponentengehäuses geführt werden,
um beispielsweise zu verhindern, dass sich an unerwünschter Stelle in dem Komponentengehäuse
eine metallische Schicht bildet. Ferner ist der Ausblaskanal so auszulegen, dass das
austretende Gas eine bestimmte Durchschlagsfestigkeit erreicht.
[0023] Das Gehäuse der Komponente hat i.d.R. die Form eines flachen Quaders. Der Quader
hat in Einbaulage eine Rückseite, eine dieser gegenüberliegende Vorderseite, die üblicherweise
auch die Bedienelementseite der Komponente ist, und hat Schmalseiten oben und unten
sowie Seitenflächen links und rechts, die üblicherweise die größte Ausdehnung haben.
Die Vorderseite trägt üblicherweise Bedien- und Anzeigeelemente. Häufig ist dieses
Bedienteil als ein Knebel ausgeführt, der ein manuelles Öffnen und Schließen der Kontakte
ermöglicht. Meist dient die Knebelstellung in Verbindung mit einer Kennzeichnung am
Knebel als Anzeigeeinrichtung für den Schaltzustand. Schraubklemmen zum elektrischen
Anschluss des Schalters sind in der Regel ebenfalls von der Vorderseite her zugänglich.
Da die Vorderseite die Sichtseite in Einbaulage bildet, werden dort für die Kennzeichnung
des Schalters geeignete Kennzeichnungsfelder vorgesehen.
[0024] Die Kontaktierung, d.h. der elektrische Anschluss erfolgt in der Nähe der Ränder
der Rückseite, die an die Schmalseiten angrenzen. Die Kontaktzunge der Steckkomponente
steht senkrecht auf die Rückseite aus der Rückseite vor, wobei die Hauptebene der
Kontaktzunge parallel zur Hauptebene der Schmalseiten ausgerichtet ist. Über die Kontaktzunge
ist ein Verriegelungsglied oder Schieberiegel aus Kunststoff gestülpt, der den Fußbereich
der Kontaktzunge umgibt. Der Schieberiegel ist gegen die Kraft eines federnden oder
rastenden Elements, das an dem Schieberiegel selbst einstückig oder am Gehäuse ausgebildet
ist, parallel zur Hauptebene der Rückseite verschiebbar in Nuten am Komponentengehäuse
geführt. In der Rückseite des Komponentengehäuses ist ferner eine Aufnahmenut zur
Aufnahme einer Montageschiene (Hutschiene) aus Kunststoff ausgeformt. Die Aufnahmenut
und der Schieberiegel sind so aufeinander abgestimmt, dass die Montageschiene in der
Aufnahmenut aufgenommen ist und der Schieberiegel ein Freikommen der Montageschiene
aus der Nut verhindert, indem der Schieberiegel mit einem Rand der Montageschiene
in Eingriff ist.
[0025] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt:
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine geöffnete Gehäuseecke einer Steckkomponente, wobei
nur eine Gehäusehälfte gezeigt ist;
Fig. 2 eine perspektivische Außenansicht der Gehäuseecke aus Fig. 1;
Fig. 3 eine Perspektivansicht der Gehäuseecke aus Fig. 1;
Fig. 4 die Gehäuseecke aus Fig. 3 in einer anderen Perspektive zur Verdeutlichung
des Blicks in den Schieberiegel; und
Fig. 5 eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung der Gehäuseecke mit dem Schieberiegel
in einer Freigabestellung.
[0026] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Darstellung eine Draufsicht auf einen Abschnitt
einer Gehäusehälfte an einer Ecke des Gehäuses, in der eine Kontaktzunge 40 einer
Steckkomponente aufgenommen ist. Gleichzeitig ist diese Ecke jene Gehäuseecke, in
der Aufnahmen 14 für ein Löschblechpaket (nicht dargestellt) ausgebildet sind. Ein
Löschblechhalter 15 ist dem Ende des Löschblechpakets zugeordnet, welches den zu trennenden
Kontakten (nicht gezeigt) abgewandt ist. An den Löschblechhalter 15 schließt sich
ein Ausblaskanal 50 an, der später näher erläutert wird.
[0027] Gemäß Fig. 1 hat die Gehäusehalbschale 10 eine Außenwand 11, die die Gehäuseschale
umlaufend umgibt. In der Gehäusewand 11 ist eine Aufnahmenut 16 für eine Montageschiene
ausgeformt. Anders ausgedrückt, im Bereich der Aufnahmenut 16 springt die Gehäusewand
11 in Richtung auf das Gehäuseinnere zurück. Wie in Fig. 1 ferner zu erkennen ist,
hat die Kontaktzunge 40 eine gewinkelte Form, in der sich Abschnitte 43, 44 und 42
aufeinanderfolgend jeweils rechtwinklig zueinander erstrecken. Der Abschnitt 43 der
Kontaktzunge erstreckt sich durch eine Gehäusedurchführung 18, 19, die in Fortsetzung
der Gehäusewand 11 ausgebildet ist. An dem außerhalb liegenden Ende des Abschnitts
43 der Kontaktzunge 40 ist eine Kontaktfläche 41 ausgebildet, die beispielsweise durch
Prägen der Kontaktzunge 40 geformt ist.
[0028] Ferner sind innerhalb des Gehäuses Führungen 12, 13 mit der Gehäusehalbschale 10
ausgeformt, um die Kontaktzunge 40 zu führen und zu halten.
[0029] In Fig. 2 ist in einer perspektivischen Ansicht ein Abschnitt der Gehäuseecke gezeigt,
wobei die Ansicht einem Anblick von schräg links in Fig. 1 entspricht. In Fig. 2 sind
die beiden Gehäusehälften 10 und 20 in zusammengefügtem Zustand gezeigt. Hierin ist
gut zu erkennen, wie die Aufnahmenut 16, 26 von den beiden Gehäusehälften 10, 20 gebildet
ist. Um den Fußbereich der Kontaktzunge 40, d.h. um die Führungen 18, 19 bzw. den
entsprechenden Gegenstücken an der zweiten Gehäusehälfte 20 ist ein Schieberiegel
30 gefügt. Der Schieberiegel 30 hat eine zentrale Öffnung, die von der Kontaktzunge
40 durchgriffen ist. Ein Y-förmiges Federelement 32 ist an dem Schieberiegel 30 ausgeformt
und ist mit Führungskanten der Führung 18 bzw. 28 der beiden Gehäusehälften 10, 20
in Gleiteingriff. Durch die Schrägführungen und das Federelement 32 ist der Schieberiegel
30 in Fig. 2 nach rechts vorgespannt, so dass eine Haltenase 31, die an dem Schieberiegel
ausgebildet ist, in den Bereich der Aufnahmenut 16, 26 ragt. Um verschiebbar zu sein,
sind an den Flanken 34 des Schieberiegels 30 Vorsprünge (nicht gezeigt) ausgebildet,
die in Nuten (nicht gezeigt) gleiten, die an den jeweiligen Gehäusehälften 10, 20
ausgebildet sind. Es ist anzumerken, dass der Schieberiegel 30 gleichzeitig zu einer
Verbindung der Gehäusehälften beiträgt, indem die in den Nuten geführten Abschnitte
und eine einstückige Gestaltung des Schieberiegels die beiden Gehäusehälften untereinander
verklammern.
[0030] In Fig. 3 ist in einer schematischen Perspektivansicht der Gehäuseecke des geöffneten
Gehäuses, d.h. der Gehäusehalbschale 10, mit einer stark ausgezogenen Linie S der
Strömungspfad des Ausblaskanals schematisch dargestellt, wobei die Linie S als eine
in etwa mittig im Ausblaskanal verlaufende Stromlinie zu verstehen ist. In einem Sammelabschnitt
hinter dem Löschblechhalter 15 ist ein geradliniger Kanalabschnitt 51 dargestellt,
der um einen Abschnitt der Gehäusewand 11 bogenförmig verläuft, um dann in einem Labyrinthabschnitt
52 in zwei Teilströme oder Teilpfade 53 und 54 aufgeteilt zu werden. Der eine Teilpfad
53 durchläuft eine Öffnung in der Gehäusewand und mündet in das Innere des Schieberiegels
30. Der andere Teilpfad 54 unterläuft den Schieberiegel 30 und öffnet im Bereich der
Aufnahmenut 16 zur Außenseite des Gehäuses. Der Teilpfad 53 mündet in den Innenraum
des Y-förmigen Federelements 32, wie mit dem Bezugszeichen 53 in Fig. 2 angedeutet
ist. Der andere Teilpfad 54 führt unter der Haltenase 31 des Schieberiegels 30 in
Freie. Durch die Gasstromteilung und die Umlenkungen in dem Gehäuse wird die Geschwindigkeit
des Gasstroms herabgesetzt und die Verweilzeit des Gasstroms in dem Gehäuse wird erhöht.
Dadurch steht mehr Zeit zur Kühlung des Gasstroms durch Wärmeaustausch mit der Gehäusewand
beim Ausblasen zur Verfügung und zudem wird von dem Gasstrom eine größere Fläche in
einem Bereich des Komponentengehäuses überstrichen, an dem die Ablagerung oder Einbringung
von Metallionen für die Funktion des Schalters ohne Wirkung ist. Damit können die
gesetzlichen Voraussetzungen, die die Durchschlagsfestigkeit und beispielsweise den
Metallionengehalt des Ausblasgases bestimmen, eingehalten werden.
[0031] In einer alternativen nicht gezeigten Ausführungsform ist es möglich, den Teilpfad,
der unter der Haltenase des Schieberiegels mündet, als einen Pfad auszubilden, der
in das Innere einer Montageschiene aus Kunststoff führt. Dann kann das Innere der
Montageschiene als Gaspuffer dienen, wobei in dem Schieneninneren die Gasgeschwindigkeit
gebremst, das Gas gekühlt und die Metallionen abgeschieden werden können. Die Montageschiene
kann auch Schlitze zur Gasabführung haben.
[0032] Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt der zweiten Gehäusehalbschale 20 ebenfalls in einer
perspektivischen Darstellung. Deutlich ist in Fig. 4 der Löschblechhalter 25 zu erkennen.
In Fig. 4 rechts neben dem Löschblechhalter 25 ist eine niedrige Trennwand 22 angedeutet,
die beim Zusammenfügen der beiden Gehäusehälften 20 und 10 (aus Fig. 3) mit der Trennwand
12 an der Oberkante stirnseitig in Anlage gelangt, um den Ausblaskanal 50 in Richtung
der Kontaktzunge 40 abzudichten. Eine in der zweiten Gehäusehalbschale 20 ausgebildete
Erhöhung 23 in Fig. 4 rechts neben der niedrigen Trennwand 22 dient als Auflage für
die Kontaktzunge 40 (Fig. 3), um diese seitlich einspannen und halten zu können. Ferner
sind in Fig. 4 Punkte 52 bis 54 angedeutet, die jeweils den entsprechenden Teilpfadpunkten
mit dem gleichen Bezugszeichen in Fig. 3 entsprechen. Dies bedeutet, dass etwa im
Punkt 52 der Strömungspfad des Ausblaskanals verzweigt um bei Punkt 53 aus dem Schieberiegel
30 zu dessen Oberseite auszutreten, während der andere Teilpfad bei 54 die Haltenase
31 des Schieberiegels 30 unterquert.
[0033] Abschließend zeigt Fig. 5 nochmals eine Detailansicht einer Ecke eines zusammengebauten
Gehäuses mit Schieberiegel 30. In dieser in Fig. 5 gezeigten Stellung des Schieberiegels
30 ist die Haltenase 31 außerhalb der seitlich durch die Wände 17 und 27 begrenzten
Aufnahmenut 16, 26 für die Montageschiene, so dass die Steckkomponente von der Montageschiene
gelöst bzw. auf diese aufgesetzt werden kann. Wird der Schieberiegel 30 dann in Fig.
5 nach rechts gedrückt, weicht das Y-förmige federnde Element den an den Gehäusehalbschalen
ausgebildeten Vorsprüngen aus und gelangt auf die der Aufnahmenut zugewandete Schrägfläche,
wodurch der Schieberiegel 30 in Fig. 5 nach rechts vorgespannt gehalten ist, d.h.
eine Stellung einnimmt, wie sie in Fig. 2 gezeigt ist.
[0034] Die Erfindung betrifft ein Ausblassystem für eine steckbare Komponente, beispielsweise
einen Leitungsschutzschalter oder einen Leistungsschalter, und hat ein Komponentengehäuse
(10, 20), mindestens eine an einer Gehäuserückseite angeordnete Kontaktzunge (40),
sowie mindestens ein an der Gehäuserückseite angeordnetes Verriegelungselement (30)
zur Festlegung des Komponentengehäuses in der Einbaulage. Ein in der Komponente vorgesehenes
Löschblechpaket zum Löschen eines in der Komponente entstehenden Lichtbogens hat einen
Ausblaskanal (50), der an das Löschblechpaket angrenzend ausgebildet ist und zur Gehäuseaußenseite
mündet, wobei der Ausblaskanal (50) auf der Gehäuseaußenseite durch das Verriegelungselement
(30) teilweise begrenzt ist.
1. Ausblassystem für eine steckbare Komponente, insbesondere einen Leitungsschutzschalter
oder einen Leistungsschalter, mit
einem Komponentengehäuse (10, 20),
mindestens einer an einer Gehäuserückseite angeordneten Kontaktzunge (40),
mindestens einem an der Gehäuserückseite angeordneten Verriegelungselement (30)
zur Festlegung des Komponentengehäuses in der Einbaulage,
einem in der Komponente vorgesehenen Löschblechpaket zum Löschen eines in der Komponente
entstehenden Lichtbogens, und
einem Ausblaskanal (50), der an das Löschblechpaket angrenzend ausgebildet ist
und zur Gehäuseaußenseite mündet, wobei der Ausblaskanal (50) auf der Gehäuseaußenseite
durch das Verriegelungselement (30) teilweise begrenzt ist.
2. Ausblassystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblaskanal (50) verzweigt (52) ist, wobei ein Teilkanal (53) das Verriegelungselement
(30) durchdringt und ein anderer Teilkanal (54) zwischen der Außenwand des Gehäuses
(10, 20) und dem Verriegelungselement (30) verläuft.
3. Ausblassystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der durch das Verriegelungselement (30) teilweise begrenzte Ausblaskanal (53, 54)
zur Rückseite der Komponente öffnet.
4. Ausblassystem nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der durch das Verriegelungselement (30) teilweise begrenzte Ausblaskanal (53) durch
ein an dem Verriegelungselement (30) vorgesehenes federndes Element (32) verläuft.
5. Ausblassystem einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der durch das Verriegelungselement (30) teilweise begrenzte Ausblaskanal (54) in
eine an der Gehäuserückseite ausgebildete Aufnahmenut (16, 26) für eine Montageschiene
aus Kunststoff öffnet.
6. Ausblassystem nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblaskanal (50, 51) im Gehäuseinneren durch eine Trennwand (12, 22) von der
Kontaktzunge (40) getrennt ist.
7. Ausblassystem nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblaskanal (50) im Gehäuseinneren einen Labyrinthabschnitt (55) hat, der mindestens
eine Kehre des Gasstroms erzwingt.
8. Ausblassystem nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblaskanal (50) im Gehäuseinneren mindestens eine plötzliche Erweiterung (56)
hat, um die Strömungsgeschwindigkeit des Gases zu reduzieren.