[0001] Die Erfindung betrifft einen optischen Störlichtbogensensor.
[0002] Es sind verschiedene Störlichtbogensensoren, insbesondere zum Einsatz in Schaltanlagen
bekannt. Ein Beispiel ist in der CH 676 174 A5 dargestellt. Im Erfassungsbereich ist
ein Lichtwellenleiter mehrfach gewickelt; die Strahlungseinkopplung erfolgt radial
durch die Ummantelung des Lichtwellenleiters. Der Lichtwellenleiter ist in einem Plastikarm
gehalten. Die Anordnung kann mit einer transparenten Schutzhülle abgedeckt sein. Dieser
Störlichtbogensensor hat einen im wesentlichen punktförmigen Erfassungsbereich.
[0003] Solche Sensoren werden vorzugsweise in elektrischen Schaltanlagen, insbesondere in
Niederspannungsschaltanlagen, aber ebenso in Mittelspannungsund Hochspannungsschaltanlagen
verwendet, um dort als Sensor bei Auftreten eines Störlichtbogens ein Abschaltsignal
zu liefern.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, die Empfindlichkeit des Sensors bei unverändertem räumlichen
Erfassungsbereich zu erhöhen, ohne die Aufnahmefläche oder Aufnahmelänge des Lichtwellenleiters
zu vergrößern.
[0005] Der Kern der Erfindung besteht darin, daß dem Grundkörper ein optisches Element zugeordnet
ist. Damit wird die Strahlungsausbeute oder die Empfindlichkeit in einem bestimmten
Wellenlängenbereich erhöht. Das optische Element kann strahlenverstärkend wirken,
es kann ein Strahlenreflektor, ein strahlenbündelndes Element (im einfachsten Fall
eine Linse, auch Fresnel-Linse) oder ein Körper sein, in dem Fluoreszenzzentren für
absorbierbare Strahlung eingebracht sind. Diese Alternativen können auch beliebig
kombiniert sein.
[0006] Mit einem strahlungsdurchlässigen vorzugsweise als Schale ausgebildeten Abdeckelement
wird ein großer Erfassungswinkel bei einfacher Montage ermöglicht, wobei bewährte
Lichtwellenleiter verwendet werden können. Dies ermöglicht eine universelle Verwendung
des Störlichtbogensensors. In dem als Trägerelement für den Lichtwellenleiter in unterschiedlichen
Geometrien ausgeführten Grundkörper hat der Lichtwellenleiter eine definierte Einbaulage.
Ein oder auch mehrere Störlichtbogensensoren können an einem geeigneten Punkt zur
Erfassung von Störlichtbögen in der Schaltanlage angeordnet werden.
[0007] In einer ersten Ausführungsform soll das optische Element ein transparenter Körper
sein, in dem Strahlung absorbierende, fluoreszierende Farbstoff-Moleküle vorhanden
sind. Solche Materialien sind seit einiger Zeit auf dem Markt. Das von den Fluoreszenzzentren
emittierte hat eine größere Wellenlänge als die absorbierte Strahlung. Wenn der transparente
Körper sehr dünn gewählt wird (als Folie), bleibt die Strahlung durch Totalreflexion
in der Folie 'gefangen'. An den Rändern - oder an auf der Oberfläche eingebrachte
Aufrauhungen (Einritzungen oder Eingravierungen) tritt die Strahlung aus und wird
dort in den Grundkörper und in den Lichtwellenleiter gelenkt.
[0008] Der Fluoreszenzwellenlängenbereich der Fluoreszenzzentren ist vorzugsweise auf die
Empfindlichkeit der Störlichtauswerteschaltung (bzw. der zugehörigen Empfangsdiode)
abgestimmt. Ein solcher Bereich kann etwa zwischen 400 und 600 nm liegen. Durch die
Abstimmung für einen bestimmten Wellenlängenbereich können Lichteinflüsse ausgeschlossen
werden, die sonst auch auf den Störlichtbogensensor fallen. Solche störenden Einflüssen
können von Industriebeleuchtungen oder auch von in der Nähe vorhandenen Schweißaggregaten
stammen.
[0009] Ein als optisches Element eingesetzter Strahlenreflektor (Planspiegel, Retroreflektor,
Katzenauge) sollte vorzugsweise am Grundkörper dem Erfassungsbereich gegenüber angeordnet
sein. Die Oberfläche des Störlichtbogensensors (oder einer auf ihm angeordneten transparenten
Abdeckung) sollte im Erfassungsbereich mit einer reflexionsmindernden Oberfläche versehen
sein. Hierzu kommen übliche optische Mittel infrage; wie lambda-Viertel Anti-Reflexionsbeschichtung
oder mikrostrukturierte Oberfläche (Motten- oder Fliegenaugenstruktur).
[0010] Der Grundkörper sollte zur optimalen Erfassung eines Störlichtbogens eine optisch
günstige Geometrie aufweisen, die sich im wesentlichen nach der Anordnung, Form oder
Größe der für Lichtbögen kritischen Kontakte richtet. Vorgestellt werden als Ausführungsformen:
Kugel, Zylinder, oder Prisma. Der Lichtwellenleiter liegt in Nuten auf der Oberfläche
des Grundkörpers spiraloder wendelförmig. Der Lichtwellenleiter kann auch im aus Kunststoff
hergestellten Grundkörper eingebettet sein. Vorgesehen kann sein, daß in einem aus
Gießharz hergestellten Grundkörper der Lichtwellenleiter fest eingegossen ist, wo
er zusammen mit dem Kunststoff bei der Fabrikation aushärtet. Der Lichtwellenleiters
kann räumlich in einer Ebene, oder räumlich in mehreren Ebenen als Spirale oder Mäander
angeordnet sein.
[0011] Der Störlichtbogensensor kann vorzugsweise einen Erfassungsbereich bis zu einem Raumwinkel
von 180 Grad aufweisen.
[0012] Anhand der Zeichnung, in der Ausführungsbeispiele dargestellt sind, sollen die Erfindung,
Ausgestaltungen und Verbesserungen und weitere Vorteile näher beschrieben und erläutert
werden.
[0013] Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform des Störlichtbogensensors,
Fig. 2A, 2B, 2C drei Ansichten des Störlichtbogensensors aus Fig. 1,
Fig. 3 eine zweite (prismatische) Ausführungsform,
Fig. 4 eine Ausführungsform in Halbkugel-Form,
Fig. 5 eine zylindrische Ausführungsform,
Fig. 6 die Ausführungsform nach Fig. 5 mit Anti-Reflexbeschichtung und
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung nach Fig. 5.
[0014] Ein Störlichtbogensensor mit zylindrischer Geometrie (46) des Grundkörpers 5 mit
einigen cm Durchmesser ist in Fig. 1 dargestellt. Ein Lichtwellenleiter 2 liegt gewendelt
im Innern des Grundkörpers 5. Der Lichtwellenleiter 2 führt das Licht über LWL-Stecker
3 zu einer nicht dargestellten Störlichterfassungsschaltung. Der Grundkörper ist ein
transparenter Kunststoff, in dem fluoreszierende Moleküle 52 eingebracht sein können.
[0015] Bei Durchstrahlung des Grundkörpers absorbieren die Moleküle die Strahlung und geben
in einem spezifischen Wellenlängenbereich Strahlung ab, so daß der eingebettete Lichtwellenleiter
die Strahlung zweifach aufnimmt, einmal als direkte Strahlung aus dem Erfassungsbereich,
der vorzugsweise eine Kopffläche des Zylinders sein kann und zum anderen durch die
von den Molekülen abgegebene Strahlung.
[0016] Die in den Lichtwellenleiter eingekoppelte Strahlung tritt in eine Empfangsdiode
und wird in einer Störlichterfassungsschaltung ausgewertet. Die Empfangsdiode ist
vorzugsweise für einen schmalbandigen Wellenlängenbereich ausgelegt. Mit einer schmalbandigen
Empfangsdiode kann man Störlicht in anderen Wellenlängenbereichen ausschalten und
damit die Erkennung eines Störlichtbogens sicherer machen. Störlichtbögen brennen
in der Regel auf Kupfer-Kontakten, so daß hierbei angeregte grüne Spektrallinien -
also im Bereich 400 bis 600 nm - besonders für das Erkennen eines Störlichtbogens
geeignet sind.
[0017] Die drei Figuren 2A, 2B und 2C (Schnitt A-A aus Fig. 2A) geben eine mögliche Lage
des Lichtwellenleiters 2 im Grundkörper wieder. Hiernach liegt der Lichtwellenleiter
eng in einer Spirale gewickelt im wesentlichen in einer Ebene E des Grundkörpers 5.
Eine weitere Ausführungsform mit Mäander-Anordnung des Lichtwellenleiters ebenfalls
in einer Ebene zeigt die Fig. 3 in einem prismatischen Grundkörper 42. Nicht dargestellt
sind mögliche Lagen im Grundkörper, bei denen der Lichtwellenleiter in mehr als einer
Ebene angeordnet ist. Wesentlich ist, dass der Lichtwellenleiter im Grundkörper eine
gute Raumfüllung einnimmt. Wie die Figuren 2B, 2C und 3 ausweisen, liegen die Eintrittsstrecken
3' des Lichtwellenleiters von den LWL-Steckern 3 kommend nicht in der zuvor angesprochenen
Haupt-Lageebene E des Lichtwellenleiters 2. Die Eintrittsstrecken 3' können jedoch
auch in derselben Ebene wie eine der Haupt-Lageebenen E liegen.
[0018] Die Fig. 4 zeigt einen Grundkörper 44, bei dem ein Lichtwellenleiter 2 spiralförmig
in einer rinnenförmigen Nut 8 eingelegt ist. In den Figuren 2 und 4 ist ein Lichtwellenleiter
2 gezeigt, der um den Grundkörper ebenfalls in Nuten 8 mehrfach herumgelegt ist. Hierdurch
ist der Lichtwellenleiter genau positioniert. Die Strahlungseinkopplung erfolgt radial
durch die Ummantelung des Lichtwellenleiters. Der Erfassungsbereich des Lichtwellenleiters
ist die obere Fläche des Grundkörpers. Der Erfassungsbereich ist relativ punktförmig,
im Vergleich zu stab- oder linienförmigen Sensoren, die entlang von Stromschiene in
einem Schaltfeld angeordnet werden.
[0019] Gegenüber dem Erfassungsbereich - also unterhalb des Grundkörpers - ist ein Strahlenreflektor
(20) angeordnet. Der in Fig. 7 dargestellte Strahlenreflektor 22 ist ein aus einer
Vielzahl von Winkelspiegeln (Katzenauge) gebildeter Reflektor. In den Figuren 5 und
7 ist ebenfalls dieser Typ eines Strahlenreflektors gezeichnet.
[0020] Der Störlichtbogensensor kann mit einem strahlungsdurchlässigen Element (Haube oder
Schale) abgedeckt sein, das dem Grundkörper 5 auf- oder anliegt. Das abdeckende Element
ist nicht dargestellt. Die Strahlung des Störlichtbogens, z.B. im Spektralbereich
der UV-Strahlung, tritt durch das Abdeckelement in den Grundkörper ein.
[0021] Zur Befestigung an einer Schaltschrankwand oder einer anderen Befestigungsstelle
kann das Abdeckelement mit einem radial nach außen gerichteten Befestigungskragen
versehen sein. Das strahlungsdurchlässige Abdeckelement kann mit einem bodenseitig
angeordneten Abdeckteil verschraubt oder anderweitig befestigt sein. An dem Abdeckteil
können Befestigungsbohrungen in einem Befestigungskragen vorhanden sein.
[0022] Der Grundkörper 44 in Fig. 4 ist halbkugelförmig und der Grundkörper 46 in Fig. 5,
6 und 7 ist zylindrisch als Scheibe gestaltet.
[0023] Die Form des Grundkörpers ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Geometrien beschränkt,
sondern kann auch andere Formen, wie Kegel oder Kuppeln haben.
1. Optischer Störlichtbogensensor zur Verwendung in Schaltanlagen, der mindestens einen
Lichtwellenleiter (2) umfaßt und der Lichtwellenleiter (2) im Erfassungsbereich mehrfach gewickelt angeordnet ist und Störlicht radial durch
die Ummantelung des Lichtwellenleiters eingekoppelt und an einen Sensor weitergeleitet
wird, wobei der Lichtwellenleiter (2) in einem Grundkörper (5) gehalten oder befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem Grundkörper (5) mindestens ein optisches Element (20, 30, 52) zugeordnet ist, mit dem die Störlichtausbeute verstärkt wird.
2. Störlichtbogensensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das optische Element (20, 30, 52) ein transparenter Körper (42) ist, in dem Fluoreszenzzentren (52) für absorbierbare Strahlung vorhanden sind.
3. Störlichtbogensensor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Körper (42) eine Folie ist.
4. Störlichtbogensensor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fluoreszenzwellenlängenbereich der Fluoreszenzzentren (52) auf die Empfindlichkeit einer Störlichtauswerteschaltung abgestimmt ist.
5. Störlichtbogensensor nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Körper (42) Aufrauhungen für die Strahlungsauskopplung in den Grundkörper (46) hinein aufweist.
6. Störlichtbogensensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das optische Element (20) ein Strahlenreflektor (22) ist.
7. Störlichtbogensensor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Strahlenreflektor (20) am Grundkörper (5) dem Erfassungsbereich gegenüber angeordnet ist.
8. Störlichtbogensensor nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Strahlenreflektor (20) ein Winkelspiegel (22) oder ein Retroreflektor ist.
9. Störlichtbogensensor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das optische Element (20) als strahlungsbündelnde Einrichtung (30) ausgebildet ist.
10. Störlichtbogensensor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des optischen Elements mit einer reflexionsmindernden Oberfläche versehen
ist.
11. Störlichtbogensensor nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (5) mit optisch günstiger Geometrie geformt und der Lichtwellenleiter (2) in Nuten (8) auf der Oberfläche des Grundkörpers (5) spiralförmig oder wendelförmig angeordnet ist.