[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Filterbeutel zur Aufnahme von Filtermaterial,
welches innerhalb einer Kapselung eines druckgasisolierten, bei einem Ausschaltvorgang
einen Schaltgasstrahl hervorrufenden elektrischen Schaltgerätes Zersetzungsprodukte
aus dem Schaltgas bindet.
[0002] Ein derartiger Filterbeutel ist beispielsweise aus der Offenlegungsschrift DE 25
57 298 A1 bekannt. Der Offenlegungsschrift ist ein dreiphasig gekapselter druckgasisolierter
Leistungsschalter entnehmbar. Als Druckgas wird Schwefelhexafluorid (SF
6) eingesetzt. Durch einen bei Schalthandlungen auftretenden Lichtbogen wird das Schwefelhexafluorid
zersetzt. Die gebildeten Zersetzungsprodukte treten als gasförmige sowie feste Stoffe
auf. Bei einem Anstieg der Konzentration der Zersetzungsprodukte besteht die Gefahr,
dass die isolierenden Eigenschaften des Druckgases negativ beeinflusst werden. Um
diese Zersetzungsprodukte sowie gegebenenfalls im Schwefelhexafluorid gebundene Feuchtigkeit
zu separieren, sind innerhalb der Kapselung Filter vorgesehen. Das aktive Filtermaterial
wird in kleinen Filterbeuteln in das Innere der Kapselung eingebracht. Zur Aufnahme
der Filterbeutel sind im Innern Aufnahmevorrichtungen vorgesehen, welche beispielsweise
aus einem metallischen Lochmaterial bestehen, um eine gute Gasdurchlässigkeit zu erreichen.
Die Anordnung der Aufnahmevorrichtungen für die Filterbeutel innerhalb der Kapselung
ergibt sich aus den Forderungen einer ausreichenden dielektrischen und thermischen
Dimensionierung. Die Aufnahmevorrichtungen dienen neben der Aufnahme der Filtermaterialbeutel
im Wesentlichen zum Schutz der Filterbeutel vor während eines Schaltvorganges auftretenden
heißen Schaltgas- bzw. Plasmaströmen. Die Deflektorwirkung des Lochmaterials ist notwendig
um ein Verbrennen der Filterbeutel und damit eine Zerstörung der Filter zu vermeiden.
Die Ausbildung des Lochmaterials muss dabei so erfolgen, dass trotz des Schutzes der
Filter eine ausreichende Durchströmung möglich ist.
[0003] Die Anordnung der Filter stellt im Wesentlichen immer einen Kompromiss zwischen einer
Position mit optimalem Filterverhalten und einer günstigen elektrischen Anordnung
der das elektrische Feld beeinflussenden Aufnahmevorrichtungen dar.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Filter derartig auszubilden,
dass innerhalb von Druckgasräumen elektrisch gekapselter Anlagen eine Reduzierung
von metallischen Aufnahmevorrichtungen erreicht wird.
[0005] Die Aufgabe wird bei einem Filterbeutel der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass der Filterbeutel aus einem hochtemperaturfesten Gewebe besteht
und im Schaltgasstrahl angeordnet ist.
[0006] Werden die Filterbeutel aus einem hochtemperaturfestem Gewebe hergestellt, so ist
es möglich, auf Bleche, welche die Filterbeutel vor den heißen Schaltgasen schützen,
zu verzichten. Mit dem Verzicht auf diese Bleche können dieselben das dielektrische
Feld innerhalb der Kapselung nicht mehr beeinflussen. Die Anordnung der Filterbeutel
innerhalb der Kapselung kann nunmehr wesentlich flexibler gestaltet werden. Des Weiteren
ist ein beachtlicher Kostenvorteil zu verzeichnen, da die aufwendigen Aufnahmevorrichtungen
einfacher gestaltet bzw. andere Baugruppen derartig ausbildbar sind, dass die Aufnahmevorrichtungen
völlig entfallen.
[0007] Des Weiteren kann vorgesehen sein, dass das Gewebe eine Mischung aus amorphen, anorganischen
und hochkristallinen organischen Synthesefasern ist.
[0008] Ein derartiges Gewebe verfügt über eine gute Gasdurchlässigkeit und beeinflusst damit
die Filterwirkung des aktiven Filtermaterials nur gering. Insbesondere die Dauertemperaturbeständigkeit
von mehreren 100°C sowie die Kontakttemperaturbeständigkeit von über 1000°C stellen
günstige Eigenschaften für den Einsatz innerhalb einer druckgasisolierten Schaltanlage
dar. Des Weiteren ist das Material beständig gegen Funken, Flammen und Glimmbrand.
Neben den ausgezeichneten thermischen Eigenschaften verfügt ein derartiges Gewebe
über optimale mechanische Eigenschaften insbesondere eine hohe Reißfestigkeit in Längs-
und Querrichtung, wodurch ein guter Schutz des Filtermaterials vor mechanischer Beanspruchung
während des Einbringens in die Kapselung sowie vor während des Betriebes auftretenden
mechanischen Schwingungen gewährleistet ist. Derartige Gewebe sind beispielsweise
unter den Handelsnamen Systaceram oder Kevlar bekannt.
[0009] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer Zeichnung gezeigt und nachfolgend näher
beschrieben.
Dabei zeigt die
- Figur 1
- eine schematische Anordnung der Filterbeutel in einer Druckgaskapselung.
[0010] In der Figur 1 ist ein Ausschnitt eines Hochspannungs-Leistungsschalters in Freiluftausführung
schematisch dargestellt. Es ist ein Ende einer Unterbrechereinheit im Schnitt dargestellt.
Die Druckgaskapselung weist einen Porzellankörper 1 auf, welcher an seiner äußeren
Oberfläche mit einer Verrippung versehen ist. Der Porzellankörper 1 bildet einen Hauptgasraum
10, welcher eine Unterbrechereinheit 12 aufnimmt. Am Ende des Porzellankörpers 1 ist
ein Montageflansch 2 angeordnet. Der Montageflansch 2 dient der Aufnahme einer kuppelförmigen
Abschlussarmatur 3. Die kuppelförmige Abschlussarmatur 3 weist eine Öffnung 4 auf,
die durch einen Deckel 5 verschließbar ist. An der kuppelförmigen Abschlussarmatur
3 ist weiterhin eine Anschlussstück 6 zur Anbindung an eine elektrische Anlage vorgesehen.
Die kuppelförmige Abschlussarmatur 3 weist an ihrer dem Porzellankörper 1 zugewandten
Seite eine als Umlenkelement 7 für Schaltgasströme ausgebildete Zwischenplatte auf.
Dieses Umlenkelement 7 dient der mechanischen Lagerung und der elektrischen Kontaktierung
eines Endes der Unterbrechereinheit 12, welche im Innern der Druckgaskapselung angeordnet
ist. Durch die kuppelförmige Ausbildung der Abschlussarmatur 3 und die Ausbildung
des Umlenkelements 7 ist ein Hohlraum 8 gebildet worden. Der Hauptgasraum 10 ist durch
mehrere Öffnungen 9a, 9b mit dem Hohlraum 8 gasdurchlässig verbunden. Als Isolier-
und Löschgas wird Schwefelhexafluorid eingesetzt. Innerhalb des Hohlraumes 8 sind
mehrere Filtermaterial enthaltende Filterbeutel 11 angeordnet. Diese Filterbeutel
11 sind durch die Öffnung 4 des kuppelförmigen Abschlusselementes 3 einbringbar. Die
Filterbeutel 11 bestehen aus einem hochtemperaturfesten Gewebe. Zum Vernähen der Beutel
wird ein hochtemperaturfester Faden eingesetzt.
[0011] Die Filterbeutel 11 liegen dabei im unmittelbaren Kontakt mit den Wandungen des Umlenkelementes
7 und der kuppelförmigen Abschlussarmatur 3. Wie zu erkennen ist, wurde auf zusätzliche,
die Hitze reflektierenden Aufnahmevorrichtungen verzichtet.
[0012] Der bei einem Ausschaltvorgang entstehende Schaltgasstrahl strömt aus einer Austrittsöffnung
der Unterbrechereinheit 12 gegen die Umlenkeinrichtung 7 und wird zu einem großen
Teil umgeleitet. Teile des Schaltgasstromes strömen direkt durch die Öffnungen 9a,
9b in den Hohlraum 8 und durchströmen die Filterbeutel 11. Innerhalb der Druckgaskapselung
wird der Schaltgasstrahl reflektiert. Der reflektierte Schaltgasstrahl verstärkt die
Durchströmung des Hohlraumes 8 und der darin angeordneten Filterbeutel 11.
[0013] Die im Schaltgas enthaltenen Zersetzungsprodukte werden bei der direkten Durchströmung
der Filterbeutel 11 durch das Filtermaterial gebunden. Die Ausbildung der Filterbeutel
11 aus einem hochtemperaturfestem Gewebe ermöglicht die direkte Beströmung der Filterbeutel
11 mit dem heißen Schaltgasstrahl. Die Filterwirkung ist gegenüber den bekannten Anordnungen
verbessert.
1. Filterbeutel (11) zur Aufnahme von Filtermaterial, welches innerhalb einer Kapselung
eines druckgasisolierten, bei einem Ausschaltvorgang einen Schaltgasstrahl hervorrufenden
elektrischen Schaltgerätes Zersetzungsprodukte aus dem Schaltgas bindet,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Filterbeutel (11) aus einem hochtemperaturfesten Gewebe besteht und im Schaltgasstrahl
angeordnet ist.
2. Filterbeutel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gewebe eine Mischung aus amorphen, anorganischen und hochkristallinen organischen
Synthesefasern ist.
1. Filter bag (11) for the reception of filter material which, within a casing of a compressed-gas-insulated
electric switch unit generating a switch gas jet during a switching-off operation,
binds decomposition products from the switch gas, characterized in that the filter bag (11) consists of a high-temperature-resistant fabric and is arranged
in the switch gas jet.
2. Filter bag according to Claim 1, characterized in that the fabric is a mixture of amorphous, inorganic and high-crystalline organic synthetic
fibres.
1. Sac (11) de filtration de réception de matière filtrante qui fixe des produits de
décomposition du gaz de commutation à l'intérieur d'une enceinte d'un appareil électrique
de commutation isolé par du gaz comprimé et provoquant un jet de gaz de commutation
lors d'une opération de déconnexion,
caractérisé en ce que le sac (11) de filtration est en un tissu résistant à une température haute et est
disposé dans le jet de gaz de commutation.
2. Sac de filtration suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le tissu est un mélange de fibres de synthèse amorphes, minérales et organiques très
cristallines.