[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuerung für ein Relais.
[0002] In der Eisenbahnsignaltechnik, aber auch anderen sicherheitsrelevanten Bereichen
wie der Luftfahrt oder Raumfahrt, kommt der Ausgabe von signaltechnisch sicheren Werten
eine große Bedeutung zu. Insbesondere die signaltechnisch sichere Ansteuerung eines
Relais ist bedeutsam.
[0003] In der Regel liegt ein 2 aus 3 Rechner System vor. Jeder Rechner ist z.B. als Mikroprozessor
oder Mikrocontroller ausgeführt. Berechnen die Rechner, dass ihr jeweiliges Relais
schalten soll, so geben sie entsprechende Steuersignale an ihre Ausgänge. Sind beide
Steuersignale vorhanden, so schalten beide Relais und der Gesamtkontakt ist geschlossen.
[0004] Bei einem defekten Rechner oder einer Fehlfunktion einer Software eines Rechners
kann es zu unkontrollierten Steuersignalen kommen, die zu ungewolltem Schalten des
Relais führen können. Um dies zu verhindern wurde die sogenannte dynamische Ansteuerung
entwickelt, bei der ein Schaltvorgang durch eine kontinuierliche 0/1-Folge eingeleitet
wird. Das Relais schaltet erst, wenn es vom jeweiligen Rechner eine kontinuierliche
0/1-Folge, also ein Taktsignal erhalten hat.
[0005] Fig. 1 zeigt das Prinzip einer dynamischen Ansteuerung. Kanal 1 eines ersten Rechners
µC1 wird auf eine erste Steuerschaltung gegeben. Die erste Steuerschaltung beinhaltet
einen Kondensator C1, zwei Dioden D1, D2 und ein Schaltkontakt K1, die miteinander
verschaltet sind. Kondensator C1 und Diode D2 sind dabei in Reihe geschaltet und befinden
sich im Längszweig. Diode D1 ist mit Kondensator C1 und Diode D2 verbunden und befindet
sich in einem ersten Querzweig. Schaltkontakt K1 ist mit Diode D2 verbunden und befindet
sich in einem zweiten Querzweig. Schaltkontakt K1 steuert einen ersten Schalter S1,
der in Reihe mit einem zweiten Schalter S2 geschaltet ist. Kanal 2 eines zweiten Rechners
µC2 wird auf eine zweite Steuerschaltung gegeben. Die zweite Steuerschaltung beinhaltet
einen Kondensator C2, zwei Dioden D3, D4 und ein Schaltkontakt K2, die miteinander
verschaltet sind. Kondensator C2 und Diode D4 sind dabei in Reihe geschaltet und befinden
sich im Längszweig. Diode D3 ist mit Kondensator C2 und Diode D4 verbunden und befindet
sich in einem ersten Querzweig. Schaltkontakt K2 ist mit Diode D4 verbunden und befindet
sich in einem zweiten Querzweig. Schaltkontakt K2 steuert den zweiten Schalter S2.
[0006] Erst wenn beide Schalter S1 und S2 geschlossen sind, ist auch der signaltechnisch
sichere Gesamtkontakt (S1, S2) geschlossen. Schaltkontakte K1 und K2 schließen die
Schalter S1 und S2 erst nach Erhalt einer kontinuierlichen 0/1-Folge und halten die
Schalter S1 und S2 auch weiterhin nur geschlossen solange die kontinuierliche 0/1-Folge,
die einem Taktsignal mit einer logischen Null bei 0 Volt und einer logischen Eins
bei 5 Volt entspricht, empfangen wird.
[0007] Bei einem defekten Rechner oder einer Fehlfunktion einer Software eines Rechners
kann es trotz dynamischer Ansteuerung zu unkontrollierten Schwingungen kommen, die
die kontinuierlichen 0/1-Folgen nachbilden können und damit zu ungewolltem Schalten
des Relais führen könnten.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Steuerung für ein Relais zu schaffen, die eine
signaltechnisch sicherere Ansteuerung ermöglicht.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Steuerung gemäß Patentanspruch 1.
[0010] Eine signaltechnisch sicherere Ansteuerung wird durch eine kodierte Ansteuerung und
eine Überwachung der Ansteuerung erreicht. Sowohl Hardware- als auch Software-Fehler
können signaltechnisch sicher erkannt werden.
[0011] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Zuhilfenahme von Fig.
2 erläutert.
[0012] Fig. 2 zeigt das Prinzip einer erfindungsgemäßen Ansteuerung eines Relais.
[0013] Der Aufbau der Steuerung gleicht im wesentlichen dem Aufbau aus Fig. 1. Zusätzlich
zu den in Fig. 1 gezeigten Bauelementen, bei denen die Bezeichnung beibehalten wurde,
sind zwei ohmsche Widerstände R1, R2 vorhanden. Widerstand R1 ist mit Rechner µC1,
Rechners µC2 und Kondensator C2 verbunden und dient der Rückkopplung des Steuerungssignals
des Rechners µC2 auf den Rechner µC1 zwecks Überwachung und Auswertung. Widerstand
R2 ist mit Rechner µC1, Rechners µC2 und Kondensator C1 verbunden und dient der Rückkopplung
des Steuerungssignals des Rechners µC1 auf den Rechner µC2 zwecks Überwachung und
Auswertung.
[0014] Die Steuersignale sind kodierte 0/1-Folgen. Die Kodierung erfolgt z.B. durch Verwendung
eines CRC-Kodes oder derart, dass in einen kontinuierlichen 0/1-Folge bewusst eine
Lücke eingefügt wird, z.B. durch Weglassen bestimmter Einsen oder derart, dass die
Anzahl der Einsen bewusst erhöht wird; CRC="cyclic redundancy check"=Kodierverfahren,
bei dem Verfälschungen eines Datenstromes festgestellt und bei Bedarf korrigiert werden
können. Durch die Rückkopplung kann ein Kanal feststellen, ob in dem anderen Kanal
als Steuersignal eine kodierte oder eine kontinuierliche 0/1-Folge als Steuersignal
verwendet wird. Wird festgestellt, dass eine kodierte 0/1-Folge ausgesendet wird,
so sendet der andere Kanal korrekt. Als Folge dessen wird z.B. ebenfalls eine korrekte,
kodierte 0/1-Folge ausgesendet. Wird festgestellt, dass eine kontinuierliche 0/1-Folge
ausgesendet wird, so sendet der andere Kanal falsch und es wird eine Störung des anderen
Rechners sofort erkannt. Als Folge dessen wird z.B. kein dynamisches Signal ausgegeben,
so dass das Relais nicht schaltet und damit auch der signaltechnisch sichere Gesamtkontakt
nicht durchgeschaltet ist.
[0015] Ein Ausfall oder eine Fehlfunktion eines Rechners sind somit im laufenden Betrieb
erkennbar, wodurch eine signaltechnisch sicherere Ansteuerung erreicht wird. Sobald
ein Fehler festgestellt wird, erfolgt eine Sicherheitsreaktion: Das Relais im noch
funktionierenden anderen Kanal wird abgeschaltet. Die Kontaktsätze sind in Reihe geschaltet,
so dass dadurch der signaltechnisch sichere Gesamtkontakt abgeschaltet wird.
[0016] Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt mit zwei Rechnern. In der Regel werden drei Rechner
verwendet. Für eine zwei aus drei Entscheidung empfängt jeder der drei Rechner die
rückgekoppelten Signale der jeweils zwei anderen Rechner. Der Rechner wird dann, entsprechend
der zwei aus zwei Anordnung aus Fig. 2, sein eigenes Relais abschalten, sobald er
kein korrekt kodiertes Signal von einem der beiden Nachbarrechner erhält. Alle Rechner
arbeiten z.B. mit der selben Kodierung, die allen Rechnern bekannt ist.
1. Steuerung für ein Relais, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Steuerschaltung vorgesehen ist, die geeignet ist Steuersignale von einem
ersten Rechner (µC1) zu empfangen und zu einem zweiten Rechner (µC2) rückzukoppeln,
und dass eine zweite Steuerschaltung vorgesehen ist, die geeignet ist Steuersignale
vom zweiten Rechner (µC2) zu empfangen und zum ersten Rechner (µC2) rückzukoppeln.
2. Steuerung für ein Relais gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Rechner (µC1) geeignet ist, Steuersignale zu generieren, die eine kodierte
0/1-Folge aufweisen, und die Steuersignale des zweiten Rechners (µC2) zu überwachen,
und dass der zweite Rechner (µC2) geeignet ist, Steuersignale zu generieren, die eine
kodierte 0/1-Folge aufweisen und die Steuersignale des ersten Rechners (µC1) zu überwachen.
3. Steuerung für ein Relais gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Steuerschaltung einen Kondensator (C1), zwei Dioden (D1, D2) und einen
Schaltkontakt (K1) beinhaltet und die Rückkopplung zum zweiten Rechner (µC2) über
einen ohmschen Widerstand (R2) erfolgt, und dass die zweite Steuerschaltung einen
Kondensator (C2), zwei Dioden (D3, D4) und einen Schaltkontakt (K2) beinhaltet und
die Rückkopplung zum ersten Rechner (µC1) über einen ohmschen Widerstand (R1) erfolgt.
4. Steuerung für ein Relais gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltkontakte (K1, K2) jeweils einen Schalter (S1, S2) ansteuern und die beiden
Schalter (S1, S2) in Reihe geschaltet sind.