[0001] Die Erfindung betrifft eine Seiltrommel der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Gattung.
[0002] Aus der GB 776,007 ist eine zylindrische Seiltrommel bekannt, die zwei Bereiche sich
gegenüberliegender Nuten am Umfang besitzt, die in axialer Richtung gegeneinander
versetzt und jeweils weniger als den halben Umfang lang sind.
[0003] Aus der JP 09156887 A und der JP 11263592 A sind Seiltrommeln bekannt, die an beiden
Enden entgegengesetzte schraubenförmige Nuten aufweisen, so daß ein Seil auf beiden
Trommelseiten in axial entgegengesetzten Richtungen aufgewickelt wird, wodurch axiale
Kräfte auf die Seiltrommel verkleinert werden.
[0004] Aus der WO 86/01189 ist eine Seilaufwickelvorrichtung mit einer zylindrischen Trommel
bekannt, wobei die Trommel mindestens um einen Teil ihres Umfangs erste Umfangsnuten
zum Aufnehmen der innersten Seilschicht aufweist. Außerdem sind zweite Nuten vorgesehen,
die einen geringeren Durchmesser als die ersten Nuten haben und in der Lage sind,
einen Endstrang aufzunehmen, welcher mit dem innersten Ende des Seiles verbunden ist,
aber einen entsprechend geringeren Durchmesser aufweist. Dabei sind die zweiten Nuten
derart in der Basis der ersten Nuten ausgebildet, daß sich die innerste Seilschicht
progressiv von einem ersten Ende der Trommel zum gegenüberliegenden zweiten Ende abwickelt
und sich der Endstrang nach dem Abwickeln des Seils progressiv vom zweiten Ende zum
ersten Ende der Trommel abwickelt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Seiltrommel der gattungsgemäßen Art
zu schaffen, mittels derer ein Seil sowohl im Uhrzeigersinn als auch entgegen diesem
auf die Trommel aufgewickelt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Seiltrommel mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Die sich überkreuzenden Nuten in den Steigungsgebieten ermöglichen es, ein Seil sowohl
im Uhrzeigersinn als auch entgegen diesem auf die Trommel aufzuwickeln. Daher sind
für unterschiedliche Wickelrichtungen keine unterschiedlichen Seiltrommeln zur Verfügung
zu halten, wie dies bisher notwendig war. Die erfindungsgemäße Seiltrommel ist wesentlich
universeller verwendbar.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung wird vorgesehen, daß die Steigung, d. h. der Versatz
in Längsrichtung benachbarter Nuten, etwa dem 1- bis 1,1-fachen Durchmesser des aufzuwickelnden
Seils entspricht und daß in Längsrichtung der Seiltrommel benachbarte Nuten sich berühren.
Dabei ist es zweckmäßig, daß auf dem Trommelkörper zwei Parallelgebiete und zwei Steigungsgebiete
angeordnet sind. In diesem Fall können die Parallelgebiete gegeneinander einen axialen
Versatz aufweisen, der der halben Steigung entspricht. Hierdurch wird bei einer Umschlingung
des Seils um die Trommel ein Versatz erreicht, der dem 1- bis 1,1-fachen Seildurchmesser
entspricht, so daß das Seil dicht auf die Trommel aufgewickelt wird. In einer besonders
vorteilhaften Ausführungsvariante bedecken die Steigungsgebiete insgesamt etwa 20%
bis 30% der Außenfläche des Trommelkörpers.
[0009] Um ein gleichmäßiges Aufwickeln zu erreichen, kann darüber hinaus vorgesehen sein,
daß im Parallelgebiet an einer Trommelwand Auffüllkeile vorhanden sind, die verhindern,
daß eine an der Trommelwand aufgewickelte Seilwindung der zweiten Seillage auf einem
Durchmesser aufgewickelt wird, der kleiner als der der zweiten Seillage ist. Eine
weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß an einer zweiten Trommelwand ein
Auflaufkeil vorhanden ist, der das Seil von einer ersten auf eine zweite Seillage
anhebt.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Seiltrommel,
- Fig. 2
- eine Abwicklung einer Rillung des Trommelkörpers der Seiltrommel aus Fig. 1,
- Fig. 3
- die Abwicklung aus Fig. 1 mit dem Seilweg für eine erste Drehrichtung und
- Fig. 4
- die Abwicklung aus Fig. 1 mit dem Seilweg für eine zweite Drehrichtung.
[0011] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Seiltrommel 1 mit einer Trommelachse
22, einem Trommelkörper 21, einer oberen Trommelwand 12 und einer unteren Trommelwand
13. Auf den Trommelkörper 21 der Seiltrommel 1 kann ein Seil aufgewickelt werden.
[0012] In Fig. 2 ist eine Abwicklung des Trommelkörpers 21 der Seiltrommel 1 dargestellt,
wobei der Trommelkörper 21 mit Nuten versehen ist. Die Oberfläche des Trommelkörpers
21 ist in Umfangsrichtung parallel zur Trommelachse 22 in vier Gebiete unterteilt:
Zwei Parallelgebiete 2 und 3, in denen Nuten 4 und 5 parallel zu Trommelwänden 12
und 13 verlaufen und zwei Steigungsgebiete 6 und 7, wobei die Steigungsgebiete 6 und
7 Nuten 8 und 10 aufweisen, die um einen positiven Winkel zur Horizontalen geneigt
sind und Nuten 9 und 11, die um einen negativen Winkel geneigt sind. Die Parallelgebiete
2 und 3 bedecken jeweils etwa 35% bis 40% der Oberfläche des Trommelkörpers und die
Steigungsgebiete 6 und 7 jeweils etwa 10 % bis 15 %.
[0013] Die Nuten 4 und 5 in den Parallelgebieten 2 und 3 haben eine Breite a. Die Steigung
c, um die in Längsrichtung der Seiltrommel 1 benachbarte Nuten 4, 5, 8, 9, 10 und
11 gegeneinander versetzt sind, entspricht etwa dem 1- bis 1,1-fachen Durchmesser
eines aufzuwickelnden Seils. Da sich in Längsrichtung der Seiltrommel 1 benachbarte
Nuten 4, 5 in den Parallelgebieten 2, 3 berühren, entspricht die Nutbreite a der Steigung
c. Die Parallelgebiete 2 und 3 sind in axialer Richtung um den axialen Versatz b versetzt,
der der halben Steigung c entspricht. Die Nuten 8, 9, 10 und 11 sind so geneigt, daß
sie mit einem Ende an eine Nut 4 des Parallelgebiets 2 und mit dem anderen Ende an
eine Nut 5 des Parallelgebiets 3 anschließen, wobei sich die Nuten 8 und 9 im Steigungsgebiet
6 und die Nuten 10 und 11 im Steigungsgebiet 7 jeweils überkreuzen. Durch den axialen
Versatz b der Parallelgebiete 2 und 3 gegeneinander schließen die Nuten 4 direkt an
die obere Trommelwand 12 und die untere Trommelwand 13 an, während zwischen den Nuten
3 und der oberen Trommelwand 12 bzw. der unteren Trommelwand 13 jeweils ein Abstand
von der Größe des Versatzes b liegt.
[0014] In diesem Abstand ist im Parallelgebiet 2 an der oberen Trommelwand 12 ein Auffüllkeil
14 und im Parallelgebiet 3 ein Auffüllkeil 15 angeordnet, wobei der Auffüllkeil 14
eine Breite besitzt, die der Steigung c entspricht und der Auffüllkeil 15 eine Breite
besitzt, die dem axialen Versatz b entspricht. An der unteren Trommelwand 13 ist ein
Auflaufkeil 16 angebracht, der sich vom Steigungsgebiet 7 über das Parallelgebiet
3 bis zum Steigungsgebiet 6 erstreckt. Die Funktion der Auffüllkeile 14 und 15 und
des Auflaufkeils 16 wird zu einem späteren Zeitpunkt erläutert.
[0015] Beim Aufwickeln des Seils in einer Richtung in Fig. 3 von links nach rechts verläuft
das Seil entlang des Seilwegs 18 von der Seileinlaßöffnung 17, wo das an der Seiltrommel
1 fixierte Ende des Seils aus dem Inneren des Trommelkörpers 21 austritt, durch eine
obere Nut 4 zum Steigungsgebiet 7, von dort in einer Nut 11 zu einer um den Versatz
b nach unten versetzten Nut 5 und über eine Nut 9 zum Parallelgebiet 2, wo es nach
einer Umschlingung des Trommelkörpers 21 um die Steigung c gegenüber der oberen Nut
4 nach unten versetzt in einer zweiten Nut 4 verläuft. Alle weiteren Seilwindungen
verlaufen entlang eines entsprechend nach unten versetzten Seilweges, wobei sie die
erste Seillage bilden.
[0016] Hat das Seil die unterste Rille 4 erreicht, wird es im Steigungsgebiet 7 durch den
Auflaufkeil 16 auf einen etwa um den doppelten Seildurchmesser größeren Durchmesser
angehoben, so daß eine zweite Seillage auf der ersten aufgewickelt werden kann. Die
zweite Seillage wird entgegen der ersten Seillage von der unteren Trommelwand 13 zur
oberen Trommelwand 12 aufgewickelt. Sobald das Seil die obere Trommelwand 12 erreicht,
verhindern die Auffüllkeile 14 und 15, daß das Seil in den Abstand zwischen der Trommelwand
14 und der oberen Seilumschlingung der ersten Lage gewickelt werden kann.
[0017] In Fig. 4 ist ein Seilweg 20 dargestellt, der sich beim Aufwickeln des Seils in der
entgegengesetzten Drehrichtung ergibt, d.h. beim Aufwickeln des Seils in Fig. 4 von
rechts nach links. Das Seil verläuft von der Seileinlaßöffnung 19 durch eine Nut 4
zur einer Nut 8 im Steigungsgebiet 6, von dort in einer Nut 5 im Parallelgebiet 3
über eine Nut 10 im Steigungsgebiet 7 zum Parallelgebiet 2, wo es nach einer Umschlingung
des Trommelkörpers 21 in einer Nut 4 unterhalb der ersten Nut 4 verläuft.
[0018] Durch die spiegelbildliche Ausführung der Auffüllkeile 14 und 15 und des Auflaufkeils
16 zur Mitte des Parallelgebiets 2, in dem sich die Einlaßöffnungen 17 und 19 befinden,
ist deren Funktion für beide Drehrichtungen gewährleistet.
[0019] In einer anderen Ausführungsform können die Einlaßöffnungen 17 und 19 im Parallelgebiet
2 in der oberen Trommelwand 12 angeordnet sein, wobei die Einlaßöffnung 17 an das
Steigungsgebiet 6 angrenzt und die Einlaßöffnung 19 an das Steigungsgebiet 7. Durch
diese Ausführungsvariante entfällt der Auffüllkeil 14, da das Seil über die ganze
Breite des Parallelgebiets 2 an der oberen Trommelwand 12 anliegt.
1. Seiltrommel mit einem im wesentlichen zylindrischen Trommelkörper (21), an dessen
axialen Enden Trommelwände (12, 13) angeordnet sind, und mit einer auf dem Trommelkörper
(21) vorgesehenen Rillung, die mindestens ein Parallelgebiet (2, 3) aufweist, in dem
Nuten (4, 5) parallel zur Umfangsrichtung des Trommelkörpers (21) verlaufen, und mindestens
ein Steigungsgebiet (6, 7) aufweist, in dem Nuten (8, 9, 10, 11) um einen Winkel zur
Umfangsrichtung der zylindrischen Trommel geneigt sind, wobei alle Nuten (4, 5) in
den Parallelgebieten (2, 3) die gleiche Nutbreite (a) besitzen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Steigungsgebiet (6, 7) sich überkreuzende Nuten (8, 9, 10, 11) aufweist.
2. Seiltrommel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steigung (c), d. h. der Versatz in Längsrichtung der Seiltrommel (1) benachbarter
Nuten (4, 5, 8, 9, 10, 11) etwa dem 1- bis 1,1-fachen Durchmesser eines aufzuwickelnden
Seils entspricht.
3. Seiltrommel nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß in Längsrichtung der Seiltrommel (1) benachbarte Nuten (4, 5, 8, 9, 10, 11) sich
berühren.
4. Seiltrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Trommelkörper (21) zwei Parallelgebiete (2, 3) und zwei Steigungsgebiete
(6, 7) angeordnet sind.
5. Seiltrommel nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Parallelgebiete (1, 2) einen axialen Versatz (b) gegeneinander aufweisen, der
etwa der halben Steigung (c) entspricht.
6. Seiltrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Steigungsgebiete (6, 7) insgesamt etwa 20 % bis 30 % der Außenfläche des Trommelkörpers
(21) bedecken.
7. Seiltrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß alle Nuten (8, 9, 10, 11) in den Steigungsgebieten (6, 7) um den gleichen Winkelbetrag
zur Umfangsrichtung der Seiltrommel (1) geneigt sind.
8. Seiltrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß an einer ersten Trommelwand (12) Auffüllkeile (14, 15) vorhanden sind.
9. Seiltrommel nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß an einer zweiten Trommelwand (13) ein Auflaufkeil (16) vorhanden ist.