(19)
(11) EP 1 273 653 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.01.2003  Patentblatt  2003/02

(21) Anmeldenummer: 01116240.1

(22) Anmeldetag:  04.07.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7C10M 173/02, C10M 133/06, C10M 133/08, C10M 141/06, C10M 141/08, C10M 141/10, C10M 141/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: Polygon Chemie AG
4601 Olten (CH)

(72) Erfinder:
  • Ciampi, Luigi
    4009 Basel (CH)

(74) Vertreter: Becker Kurig Straus 
Patentanwälte Bavariastrasse 7
80336 München
80336 München (DE)

   


(54) Etherdiamine oder N-Alkyl-Diaminopropan oder deren Mischung als Schmiermittel


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft Bandschmiermittel- oder Kettengleitmittel-Konzentrate auf Basis von Etherdiaminen (A) und/oder von N-Alkyl-Dipropionaminen (B) und gegebenenfalls üblichen Verdünnungs- und/oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen. Die erfindungsgemäßen Schmiermittelkonzentrate werden auf einer Anwendungskonzentration von 5 bis 350 mg/kg Wirkstoff verdünnt und werden in der Lebensmittelindustrie zum Schmieren, Reinigen und Desinfizieren von automatischen Ketten- und Bandschmieranlagen, die beim Abfüllen von Lebensmitteln, vorzugsweise Getränken, in Glas- und Kunststoffflaschen, Dosen, Gläsern, Papier-, Pappbehältem und dergleichen eingesetzt werden, verwendet.


Beschreibung


[0001] Bei der Abfüllung von Lebensmitteln müssen die Gefäße mit Hilfe von speziellen Transportbändern, insbesondere Flaschentransportbändern, bewegt werden. Solche Transportbänder bestehen in der Regel aus Edelstahl, in seltenen Fällen aus Kunststoff. Um die Bewegung der Gefäße, d.h. Flaschen oder sonstige Gefäße aus Glas oder Kunststoff, zu erleichtern müssen die Bänder mit einem Gleitmittel (sog. Bandschmier- oder Kettengleitmittel) geschmiert werden.

[0002] Es sind Bandschmiermittel von unterschiedlicher Zusammensetzung bekannt. So sind Bandschmiermittel beispielsweise auf Basis von Seifen (Salze von Fettsäuren), auf Basis carboxylierter Niotenside (Ethercarbonsäuren), auf Basis von Aminen (mit primären, sekundären, tertiären Aminen und Kombinationen davon, wobei die Amine auch als Salze vorliegen können) bekannt. Weiterhin sind ebenfalls Bandschmiermittel auf Basis von Diaminen, insbesondere Dipropionamine und auf Basis von phosphatierten Alkanolethoxylaten bekannt.

[0003] Die Anwendung von vielen der obenerwähnten Wirksubstanzen wird z.B. in den folgenden Patentdokumenten offenbart, so u.a.:
  • EP-A- 0 044 458 (carboxylierte Niotenside; Acylsarkosinat)
  • DE-A- 38 31 448 (phosphatierte Alkanolethoxylate)
  • DE-A- 23 13 330 (Seifen)
  • DE-A- 36 31 953 [US 4,839,067] (Fettaminsalze)
  • EP-A- 0384 282 (sekundäre und/oder tertiäre Amine)
  • US 5,062,978 (Alkyldiaminsalze)
  • WO 92/13050 (Diaminacetat, Niotenside)
  • DE-A- 42 44 536 (Alkyldiamine und deren Salze, Ethercarbonsäuren)
  • WO 95/19412 (Alkyldiamine, auch ziklische, und deren Salze)
  • EP-0372 628 B1 (Diamine und verschiedene Fettalkylmonoaminderivate insbesondere Carboxylate)
  • JP-A-74/010794; JP-A-89/096294; US-A-4521321; US-A-4504720; ZA-A-77/7258; ZA-A-83/7963 und AU-A-10004/83 (verschiedene Amine)
  • EP-0 652 927 B1 (≅ WO 94/03562) (Etheramine mit mindestens 3 N-Atomen)
  • EP-372 628 B1 (Fettalkylamine)


[0004] In der EP 0 652 927 B1 werden Schmiermittelkonzentrate und wässerige Schmiermittellösungen auch Basis von Fettaminen beschrieben. Die dort erwähnten Fettamine sind Etheramine und enthalten mindestens drei Stickstoffatome und gehören somit zur Gruppe der Triamine.

[0005] EP 372 628 B1 beschreibt den Einsatz von Bandschmiermittelkonzentraten, welche bis zu 30 Gew.% Fettamine enthalten.

[0006] Mit den obenerwähnten Aktivsubstanzen, allein oder in Kombination miteinander, und gegebenenfalls mit Zusatz von Hilfsmitteln und Additiven wie z.B. Lösungsmitteln, Komplexierungsmitteln, thresholdaktiven Substanzen, Hydrotrope, Harnstoff, Biozide, speziellen organischen Säuren und anderen mehr kann man vielfältige Bandschmiermittel formulieren.

[0007] Bei der Anwendung der bekannten Bandschmiermittel können verschiedene Probleme entstehen, welche bis heute nicht oder nur teilweise gelöst worden sind:
  • Es kann durch eine zu hohe Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Ionen im Betriebswasser wie beispielsweise Carbonat-, Hydrogencarbonat-, Sulfat oder Erdalkaliionen eine Ausfällung verursacht werden, welche zur Verstopfung der Sprühdüsen und zur Abnahme der Leistung führt.
  • Durch eine ungenügende reinigende Wirkung sammelt sich auf das Transportband, und insbesondere zwischen den einzelnen Kettengliedern aus denen es besteht störender Schmutz an.
  • Durch eine ungenügende biozide Wirkung kann das Transportband von Mikroorganismen befallen werden, während eine zu starke biozide Wirkung zu Problemen in der Funktion von Kläranlagen führen kann.
  • Bei einer zu starken Schaumentwicklung wird die Flaschenkontrolle an den Lichtschranken gestört.
  • Eine starke Empfindlichkeit gegenüber Resten von der abzufüllenden Flüssigkeit wie z.B. Bier, Milch, Fruchtsäfte, Mineralwasser auf dem Transportband bewirkt eine rasche Abnahme der Schmierwirkung der obengenannten Bandschmiermittel.
  • Zudem tritt die der Schmierwirkung am Anfang der Produktion häufig verzögert ein.


[0008] Die heute bekannten Bandschmiermittel werden von den Herstellern als wässerige, verdünnte Lösungen den Endverbrauchern angeboten. Sie enthalten meist 2-15 Gew.% Hauptwirkstoff, meist Alkylamine und deren Derivate, außerdem unterschiedliche Mengen an weiteren Hilfs- bzw. Zusatzstoffen (Tenside, Lösungsmittel, Komplexierungsmittel, Säuren, usw.). Diese wässerigen Lösungen werden dann bei der Anwendung, direkt auf der Anlage weiter verdünnt. Auf dem Förderband beträgt die Konzentration an Hauptwirkstoff ca. 50 -300 ppm.

[0009] Es wäre jedoch wirtschaftlich von sehr großem Vorteil, wenn man wasserfreie bzw. beinahe wasserfreie Bandschmiermittelkonzentrate anwenden könnte, die wesentlich höhere Mengen an Wirkstoffen enthalten. Dadurch würde man wesentliche Kosteneinsparungen realisieren (Produktions-, Verpackungs- und Frachtkosten).

[0010] Bandschmiermittelkonzentrate mit hohem Anteil an Fettalkylaminen werden bereits in EP 372 628 B1 erwähnt. Darin werden Etheramine der allgemeinen Formel:

        R2R1-N-A-NH2

erwähnt, wobei
R1 eine gesättigte oder ungesättigte , verzweigte oder lineare Alkylgruppe mit 8 bis 22 C-Atomen ist;
R2 Wasserstoff, eine Alkyl- oder Hydroxyalkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen oder -A-NH2;
A eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 1 bis 8 C-Atomen bedeutet.

[0011] Gemäß EP 372 628 B1 ist es allerdings essentiell, dass die Fettamine der oben genannten Formel nur bis zu 30 Gew.% in den Bandschmiermittelkonzentraten enthalten sind. Bislang war es nämlich technisch nicht möglich, Bandschmiermittelkonzentrate herzustellen, die über 30 Gew.% Fettamine der oben angegebenen allgemeinen Formel enthalten.

[0012] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Bandschmiermittel- oder Kettengleitmittelkonzentrate mit einem neuen Wirkstoff bereit zu stellen, wodurch wasserfreie Bandschmiermittelkonzentrate mit wesentlich höheren Mengen an Wirkstoffen erhalten werden können.

[0013] Diese Aufgabe wird durch die Bandschmiermittelkonzentrate gemäß Anspruch 1 gelöst.

[0014] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung enthalten.

[0015] Die Erfindung betrifft daher Bandschmiermittel- oder Kettengleitmittel-Konzentrate auf Basis von Etherdiaminen bzw. deren Salzen (A) und/oder auf Basis von N-Alkyl-Dipropionaten (B).

[0016] Etherdiamine bzw. deren Salze der untenstehenden allgemeinen Formel (I) eigen sich erfindungsgemäß gut als Gleitmittel und lösen die obenerwähnten Probleme optimal:

        R-O-(CH2)k-NH-(CH2)1-NH2·(H+X-)m     (I)

wobei
R ein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter oder einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen ist, wobei die Substituenten ausgewählt sind aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen- und Carboxy-Resten, oder ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest sind, wobei dann die Substituenten ausgewählt sind aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen-, Carboxy-Resten und einem linearen oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
X- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
k, l unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 ist,
m eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, wobei das Schmiermittelkonzentrat 0,1 bis 100 Gew.% an Etheraminen der Formel (I) sowie 99 bis 0 Gew.% Wasser und/oder Hilfs-, bzw. Zusatzstoffe, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, enthält.

[0017] Die oben erwähnten Etherdiamine bzw. deren Salze der Allgemeinformel (I) können sowohl allein als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen bzw. Hilfs- und/oder Zusatzstoffen verwendet werden.

[0018] Der Anteil der obenerwähnten Etherdiamine bzw. deren Salze an der Gesamtformulierung kann zwischen 0,1 und 100 Gew.% betragen.

[0019] X- kann ein Anion einer beliebigen anorganischen oder organischen Säure bedeuten. Von Bedeutung für die Auswahl dieser Säure im Sinne der vorliegenden Erfindung ist lediglich, dass die Säure bzw. deren Anion in Verbindung mit den erfindungsgemäßen Etheraminen der allgemeinen Formel (I) nicht zur Ausfällungen führt und damit die Wasserlöslichkeit des erfindungsgemäßen Schmiermittels beeinträchtigt. Bevorzugt werden zudem solche Säuren, welche Salze bilden, die bei Raumtemperatur und in wasserfreien Formulierungen flüssig sind oder sich durch Zugabe von relativ kleinen Mengen organischen Lösungsmittel verflüssigen lassen, denn erst diese Säure gestatten die Formulierung von hochkonzentrierten, wasserfreien oder beinahe wasserfreien Schmiermittelkonzentraten. Es ist außerdem von Vorteil, wenn überstöchiometrische Mengen Säure als Lösungsmittel für das gebildete Salz fungieren.

[0020] Insbesondere können als Säure auch anionische Tenside wie die Ethercarbonsäuren bzw. die Phosphorsäureester der Fettalkoholethoxylate verwendet werden.

[0021] Diese Tenside können in den Formulierungen mehrere Funktionen ausüben:
  • Bildung von wasserlöslichen Etheraminsalzen,
  • pH-Regulierung,
  • Emulgatorfunktion,
  • Schmierwirkung.


[0022] Diese Säuren können auch untereinander kombiniert werden, erfindungsgemäß bevorzugt werden z.B. Mischungen von Phosphatestern von Fettalkoholethoxylaten und Essigsäure.

[0023] Weitere bekannten und bevorzugten Hilfs- bzw. Zusatzstoffen sind insbesondere:
Lösungsmittel wie Alkohole (z.B. Isopropanol, Ethanol), Glykole (z.B. 1,2-Propylenglykol), Fettsäureester (z.B. 2-Ethylhexylpalmitat; Decyloleat; Rapsöl-Methylester), zur Verbesserung der Homogenität bzw. zur Steuerung des Verdünnungsvorgangs bei der Anwendung.

[0024] Soweit eine biozide Wirkung des Bandschmiermittels gewünscht wird, kann man handelsübliche Biozide zusetzen. Hier besteht die Möglichkeit, die Biozide nach der besonderen Kundenanforderung zu wählen, wie z.B. formaldehydfreie Biozide, Wesenheit von Halogenen, usw. Es sind mehrere Biozide als Additive anwendbar, darunter allgemein bekannte Wirkstoffe, wie
5-Chlor-2-methyl-3-(2H)-isothiazolon,
2-Methyl-3-(2H)-isothiazolon,
1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on,
2-Octyl-3-(2H)-isothiazolon;
3-Jod-2-propinylbutylcarbamat,
2-Pyridinthiol-1-oxid, Na-Salz
1,2-Dibrom-2,4-dicyanobutan
2-Brom-2-nitro-1,3-propandiol.

[0025] Es können auch noch weitere Stoffe wie Formaldehydabspalter zugesetzt werden:

[0026] Dimethylolharnstoff
1,2-Ethandiylbis(oxy)]-bis-methanol,
3,3'-Methylen-bis[5-methyl-oxazolidin
1,3,5-Triazin-1,3,5(2H,4H,6H)-triethanol

[0027] Als thresholdaktive Substanzen können Phosphonate zur Stabilisierung gegenüber Wasserhärter eingesetzt werden. Komplexierungsmittel wie z.B. NTA dienen zur Stabilisierung gegenüber Wasserhärter.

[0028] Als Emulgatoren eignen sich alle handelsübliche Emulgatoren, unabhängig von ihrem ionischen Charakter (anionische, nichtionogene, amphotere oder kationische Emulgatoren, allein oder in Kombination miteinander). Bevorzugt sind nichtionogene Emulgatoren wie z.B. Fettalkoholoder Fettsäureethoxylate bzw. die analogen Ethoxo-Propoxilate (sog. "EO-PO-Tenside"). Diese Emulgatoren sind in der Regel weitgehend unempfindlich in Bezug auf die Wasserhärte und pH-Wert. Bei geeigneter Auswahl sind sie gut biologisch abbaubar und enthalten weder Stickstoff noch Phosphor.

[0029] In den erfindungsgemäßen Bandschmiermittelkonzentraten oder Kettengleitmittelkonzentraten können als Wirkstoffe, alleine oder in Kombination, die den oben genannten Etherdiamine (A) der Formel (I) und/oder die N-Alkyl-Dipropionate (B) der Formel (II) enthalten sein:

        R-O-(CH2)k-NH-(CH2)l-NH2·(H+X-)m     (I)

wobei
R ein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter oder einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen ist, wobei die Substituenten ausgewählt sind aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen- und Carboxy-Resten, oder ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest sind, wobei dann die Substituenten ausgewählt sind aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen-, Carboxy-Resten und einem linearen oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
X- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
k, l unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 ist,
m eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, wobei das Schmiermittelkonzentrat 0,1 bis 100 Gew.% an Etheraminen der Formel (I) sowie 99 bis 0 Gew.% Wasser und/oder Hilfs-, bzw. Zusatzstoffe, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, enthält,

        R2R1-N-A-NH2     (II)

worin
R1 eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder lineare Alkylgruppe mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen ist,
R2 Wasserstoff, eine Alkylgruppe oder eine Adroxyalkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder -A-NH2 ist, und
A eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist,
wobei die Schmiermittelkonzentrate Alkyldipropionamine der Formel (II) in Anteilen von mehr als 30 Gew.% und bis zu 100 Gew.%, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, sowie gegebenenfalls Wasser und/oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffe, ergänzend auf 100 Gew.% der Konzentrate, enthalten.

[0030] Voraussetzung ist allerdings, dass der Anteil an den N-Alkyl-Dipropionaminen der Formel (II) an der Gesamtformulierung mehr als 30 Gew.%, d.h. bis zu 100 Gew.% beträgt. Als geeignete Säuren für die Salze der N-Alkyl-Dipropionaminen gelten alle Säuren; deren Salze mit den betreffenden N-Alkyl-Dipropionaminen wasserlöslich sind und entweder selbstflüssig bei Raumtemperatur sind oder sich leicht verflüssigen lassen durch Zugabe von kleinen Mengen organischer Lösungsmittel. Besonders geeignet ist hier Essigsäure. Insbesondere können als Säure auch anionische Tenside, wie Etherkarbonsäure bzw. die Phosphorsäureester der Fettalkoholetoxylate verwendet werden.

[0031] Bekannte N-Alkyldipropiondiamine sind z.B. die Handelsprodukte Duomeen® OX (Firma AKZO) und Lonzabac® 12 (Firma Lonza, Schweiz).

[0032] Die Erfindung wird nun anhand der folgenden Beispiele näher erläutert werden, ohne sich jedoch darauf zu beschränken.

Beispiel 1: Wasserfreie Formulierung



[0033] 97 Gew.-Teile Etheramin-Acetat [R-O-(CH2)3-NH-(CH2)3-NH2 · (H+CH3-COO-)2], wobei R = Lauryl-/Cetyl-Rest (C12-C14, linear, gesättigt)
2 Gew.-Teile 2-Ethyl-hexyl-palmitat (organisches Lösungsmittel)
1 Gew.-Teile Laurylalkohol-4EO-Phosphat (Mono- und Diester; anionischer Emulgator)

Beispiel 2: Wässerige Formulierung



[0034] 5 Gew.-Teile der obigen wasserfreien Formulierung 1)
95 Gew.-Teile E-Wasser
(opaleszierende, jedoch lagerstabile Flüssigkeit)

Dosierung und Resultate



[0035] Beide Formulierungen wurden angewendet bei einer Dosierung entsprechend 100 ppm Etheramin aufs Förderband.
Bandgeschwindigkeit: 80 Tausend Flaschen/Std.
Flaschen: Bierflaschen aus Glas mit flachen und mit gerilltem Boden.

[0036] Die Gleitwirkung stellt sich praktisch augenblicklich ein (ohne zeitliche Verzögerung). Reibungskoeffizient: 0,10 (Reibungskoeffiziente < 0,15 sind bereits ausreichend aüch für Hochgeschwindigkeitsbänder).

[0037] Schaumwirkung: optimal (keine Fehlmeldungen bei der Lichtschranke)


Ansprüche

1. Bandschmier- oder Kettengleitmittel-Konzentrate auf Basis von Etherdiaminen bzw. deren Salzen (A) und/oder auf Basis von N-Alkyl-Dipropionaminen bzw. deren Salzen (B) und gegebenenfalls üblichen Verdünnungsmitteln und/oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass sie als mindestens einen Wirkstoff

- ein oder mehrere Etherdiamine bzw. deren Salze (A) der folgenden allgemeinen Formel (I) enthalten:

        R-O-(CH2)k-NH-(CH2)l-NH2·(H+X-)m     (I)

worin
R ein substituierter oder unsubstituierter, linearer oder verzweigter, gesättigter oder einfach oder mehrfach ungesättigter Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen ist, wobei die Substituenten ausgewählt sind aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen- und/oder Carboxy-Resten, oder sie ein substituierter oder unsubstituierter Phenylrest sind, wobei die Substituenten ausgewählt sind aus der Gruppe aus Amino-, Imino-, Hydroxy-, Halogen-, Carboxy-Resten und einem linearen oder verzweigten, gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Alkylrest mit 6 bis 22 C-Atomen,
X- ein Anion einer anorganischen oder organischen Säure bedeutet,
k, l jeweils unabhängig voneinander eine ganze Zahl im Bereich von 1 bis 6 sind,
m eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist,
wobei die Schmiermittelkonzentrate 0,1 bis 100 Gew.% an Etheraminen der Formel (I), bzw. deren Salzen (A), insbesondere 97 Gew.% an Etheraminen der Formel (I), bzw. deren Salzen (A), sowie 99 bis 0 Gew.%, insbesondere 3 Gew.% Wasser und/oder Hilfs-, bzw. Zusatzstoffe, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung enthalten, und/oder

- ein oder mehrere N-Alkyl-Dipropiondiamine bzw. deren Salze (B) der folgenden Formel (II) enthalten:

        R2R1N-A-NH2     (II),

worin
R1 eine gesättigte oder ungesättigte, verzweigte oder lineare Alkylgruppe mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen ist,
R2 Wasserstoff, eine Alkylgruppe oder eine Adroxyalkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder -A-NH2 ist, und
A eine lineare oder verzweigte Alkylengruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ist,
wobei die Schmiermittelkonzentrate Alkyldipropionamine der Formel (II) in Anteilen von mehr als 30 Gew.% und bis zu 100 Gew.%, jeweils bezogen auf die Gesamtformulierung, sowie gegebenenfalls Wasser und/oder Hilfs- bzw. Zusatzstoffe, ergänzend auf 100 Gew.% der Konzentrate, enthalten.


 
2. Bandschmiermittelkonzentrate gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0,1 bis 99 Gew.% eines Fettsäureesters aus der Gruppe aus 2-Ethylhexylpalmitat, Rapsöl-Methylester, Dodecyloleat, Trimethylol-propan-trioleat/Dimerat und Gemischen der vorgenannten Verbindungen enthalten.
 
3. Bandschmiermittelkonzentrate gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie 0,1 bis 99 Gew.% eines Phosphorsäureesters von einem Fettalkoholethoxylat enthält.
 
4. Bandschmiermittelkonzentrate gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie weitere Zusatz- oder Hilfsstoffe zur Beeinflussung der Lagerstabilität und der Viskosität wie Methanol, Ethanol, Propanol, Isopropanol, Butanol, Ethylenglykolpropylenglykol enthalten.
 
5. Bandschmiermittelkonzentrate gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie weitere Hilfs- oder Zusatzstoffe wie thresholdaktive Substanzen, Biozide, Puffer zur pH-Regulierung, Formaldehydabspalter und/oder Komplexierungsmittel enthalten.
 
6. Schmiermittelkonzentrate nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Biozide aus der Gruppe aus 5-Chlor-2-methyl-3-(2H)-isothiazolon, 2-Methyl-3-(2H)-isothiazolon, 1,2-Benzisothiazol-3-(2H)-on, 2-Octyl-3-(2H)-isothiazolon, 3-Iod-2-propinylbutylcarbamat, Natriumsalz von 2-Pyridinthiol-1-oxid, 1,2 Dibrom-2,4-dicyanobutan, 2-Brom-2-nitro-1,3-propandiol ausgewählt sind.
 
7. Schmiermittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Formaldehydabspalter aus der Gruppe aus [1,2-Ethandiylbis(oxyl)]-bis-methanol, 3,3'-Methylen-bis-5methyl-oxazolidin, 1,3,5-Triazin-1,3,5(2H,4H,6H)-triethanol ausgewählt sind.
 
8. Verwendung des Bandschmier- oder Kettenschmiermittel-Konzentrats nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche 1 bis 9 für automatische Ketten- und/oder Bandschmieranlagen in der Lebensmittelindustrie.
 
9. Verwendung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Bandschmiermittelkonzentrat oder Kettengleitmittelkonzentrat auf eine Anwendungskonzentration von 5 bis 300 mg/kg Wirkstoff, insbesondere 10 bis 100 mg/kg Wirkstoff, mit einem üblichen Verdünnungsmittel verdünnt ist.
 





Recherchenbericht