[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von sogenannten Stopfsäulen aus
ungebundenen Zugabematerialien in weniger tragfähigen Böden zum Zweck der Baugrundverbesserung
bzw. -stabilisierung. Es sind vielfältige Verfahren bekannt, nach denen nicht ausreichend
tragfähiger Untergrund durch das Einbauen von in einem Raster angeordneten Säulen
verbessert wird. Hierbei kommen verschiedene Wirkmechanismen zur Geltung, die eine
Verbesserung des Baugrundes bewirken. Zum einem kann durch tiefreichende Säulenkörper
eine Lastabtragung in eine tiefer liegende tragfähige Bodenschicht (Tragschicht) erfolgen;
daneben kann durch das Einbauen der Säulenkörper ohne vorherigen Bodenaushub eine
Bodenverdichtung zwischen den Säulenkörpern erfolgen. Die Herstellung von Stopfsäulen
kann jedoch nicht mehr beim Vorliegen von Weichschichten, d.h. weniger stützfähigen
Bodenschichten zur Anwendung kommen, die keine ausreichenden radialen Stützkräfte
aufbauen können, um den Säulenkörper bei Belastung durch Auflasten im erforderlichen
Maß zu stützen.
[0002] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von Stopfsäulen vorzuschlagen, das auch bei Vorliegen von weniger tragfähigen Bodenschichten
(Weichschichten) zu befriedigenden Ergebnissen führt . Die Lösung hierfür besteht
darin, daß ein Tiefenrüttler von der Bodenoberfläche aus in den Baugrund eingerüttelt
wird, daß die Stopfsäule von unten nach oben in Rüttelstopfverfahren aufgebaut wird
und daß zumindest in Bodenschichten mit geringer Stützfähigkeit (Weichschichten) die
Stopfsäule aus faserversetztem rolligem Zugabematerial hergestellt wird. Die hierbei
verwendeten Fasern können Stahlfasern, Glasfasern oder Kunststoffasern sein. Bekannt
sind multifile Textilfasern, gespleißte Fasern, Faserbündel oder kleine Fasernetze,
die aufgrund der sogenannten Faserkohäsion innerhalb der Stopfsäule zu einer Erhöhung
der Scherfestigkeit führen. Eine günstige Länge der einzelnen Fasern liegt in der
Größenordnung von 50 mm. Fasern aus Polypropylen haben dabei eine Dichte von rund
0,9 kg/dm
3. Die Zuschlagmenge kann bei Kunststoffasern in der Größenordnung von 2-3 kg Fasern
je m
3 Säulenmaterial betragen. Der Kohäsionswert des faserbewehrten Zugabematerials sollte
zwischen 5 und 50 kN/m
2, insbesondere zwischen 10 und 30 kN/m
2 liegen. Der Säulendurchmesser kann im bevorzugten Bereich von 0,6 bis 1,0 m liegen.
Das Rastermaß, nach dem die einzelnen Stopfsäulen angeordnet sind, kann zwischen 1,2
und 3 m liegen. Als Zugabematerial wird bindemittelfreies Material, insbesondere Sand
verwendet, aber auch Schotter und Kies sind geeignet.
[0003] In bevorzugter Ausführung wird vorgeschlagen, daß die Stopfsäule in stützfähigen
Zwischenschichten und/oder der Tragschicht aus faserfreiem Zugabematerial hergestellt
wird. Da die Faserzuschläge einen Kostenfaktor darstellen und deshalb zweckdienlich
nur in Weichschichten zugegeben werden, ist hiermit eine äußerst sparsame Verwendung
möglich, ohne die ausreichende Tragfähigkeit der Stopfsäulen zu beeinträchtigen.
[0004] Die einzelne Stopfsäulen können bis in eine tragfähige Bodenschicht (Tragschicht)
reichen. Die Stopfsäulen können jedoch auch in einer weniger tragfähigen Bodonschicht
enden, wobei schwimmende Stopfsäulen entstehen.
[0005] Das wesentliche Merkmal des Verfahrens besteht darin, daß die Stabilität des Säulenkörpers
durch Einsatz einer Faserbewehrung überall dort verbessert wird, wo die Stopfsäule
Weichschichten durchsetzt oder in Weichschichten hineinreicht.
[0006] Die vorliegende Schichtung des Bodens ist durch vorhergehende Aufschlußbohrungen
oder andere Baugrunderkennungsmethoden zu ermitteln. Die erfindungsgemäßen Stopfsäulen
sind ungeachtet der Verwendung von z. B. Sand auch bei den zu erwartenden Auflastungen
dadurch ausreichend tragfähig, daß die Faserbewehrung in instabilen Bodenschichten
(Weichschichten) so ausgelegt ist, daß sie die zu erwartenden Spannungszustände ohne
zu große Scherverformungen auffängt und damit die Lasten in gegebenenfalls unbewehrte
darunterliegende Säulenabschnitte abtragen kann, die in stützfähigen Bodenschichten
liegen. Sandsäulen sind im Vergleich zu Schotter- oder Kiessäulen in Bezug auf den
Materialpreis besonders günstig herstellbar.
[0007] Die Herstellung der Säulen erfolgt in grundsätzlich bekannter Rüttelstopftechnik
mittels eines Schleusenrüttlers. Für die Faserzumischung stehen zwei Möglichkeiten
zur Verfügung. Entweder wird die Faserbewehrung an der Oberfläche in bestimmte Chargen
von Zugabematerial eingemischt, wobei dann nur je nach vorliegender Bodenschicht unbewehrtes
oder faserbewehrtes Zugabematerial zuzugeben ist. Nach einer anderen Möglichkeit werden
Zugabematerial und Faserbewehrung getrennt zum Tiefenrüttler geführt, wobei die Vermischung
erst beim Durchfließen des Tiefenrüttlers erfolgt.
[0008] Grundsätzlich ist es möglich, mit nach oben zunehmenden Faserbewehrungsanteilen zu
arbeiten, da die Stützfähigkeit der Weichschichten bei gleichbleibender Bodenbeschaffenheit
nach oben abnimmt.
[0009] Der Verfahrensablauf der Säulenherstellung beruht weitgehend auf der bekannten Rüttelstopftechnik,
bei der der Tiefenrüttler jeweils um einen Höhenabschnitt unter Zugabe von rolligem
Material ins Rüttelloch gezogen wird und dann zur Stopfverdichtung des zugeführten
Sandes wieder um einen Teilabschnitt eingerüttelt wird.
[0010] Die Verwendung von rolligem Material garantiert, daß die Säulen eine vertikale Dränwirkung
haben, d.h. eine Wasserdurchlässigkeit in vertikaler Richtung ist gegeben. Die vorliegende
Erfindung kann überall dort Anwendung finden, wo die Herstellung von Rüttelstopfsäulen
bisher aufgrund zu geringer Stützspannung bzw. Reaktionsspannung von oberen Bodenschichten
oder tieferliegenden Zwischenschichten (Weichschichten) unmöglich ist, weil der Boden
die für die Funktionstüchtigkeit einer Stopfsäule erforderliche radiale Stützung nicht
aufbauen kann. In Bodenschichten, in denen eine ausreichende radiale Stützung gegeben
ist, wird die erfindungsgemäße Stopfsäule aber aus Kostengründen aus Zugabematerial
ohne Faserbewehrung hergestellt.
[0011] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können tragfähige Säulen hergestellt werden,
die sofort nach Fertigstellung belastet werden können. Aufgrund ihrer Herstellungsweise
sind nur geringe Setzungen bei dem Aufbringen von Lasten zu erwarten.
[0012] Vor der Herstellung der Säulen ist ein detaillierter Baugrundaufschluß erforderlich.
Insbesondere zur Festlegung der erforderlichen Länge der Bewehrungsabschnitte werden
vorzugsweise in einem engen Raster Sondierungen ausgeführt, mit denen der Übergang
zwischen nicht stützfähigen Bodenschichten (Weichschichten) und stützfähigen Bodenschichten
ermittelt wird.
[0013] Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Säulen sind in den Zeichnungen dargestellt,
die anschließend beschrieben werden.
- Figur 1
- zeigt eine erfindungsgemäße Stopfsäule in einer ersten Ausführung;
- Figur 2
- zeigt eine erfindungsgemäße Stopfsäule in einer zweiten Ausführung;
- Figur 3
- zeigt eine erfindungsgemäße Stopfsäule in einer dritten Ausführung.
[0014] In Figur 1 ist in einem vertikalen Schnitt durch den Boden eine Stopfsäule 11 gezeigt,
die von der Bodenoberfläche 12 ausgeht und deren Säulenfuß 13 auf einer tragfähigen
Bodenschicht 14 (Tragschicht) aufsteht bzw. in diese geringfügig hineinreicht. Oberhalb
der tragfähigen Bodenschicht 14 ist eine weniger stützfähige Bodenschicht 15 (Weichschicht)
dargestellt, die bis an die Oberfläche 12 reicht. Die Grenze zwischen den beiden Schichten
ist durch eine gestrichelte Linie 16 angedeutet. Die Stopfsäule hat auf ihrer gesamten
Länge eine Faserbewehrung 17 zur Erhöhung der Scherfestigkeit aufgrund sogenannter
Faserkohäsion.
[0015] In Figur 2 ist Stopfsäule 11 gezeigt, die von der Bodenoberfläche 12 ausgeht und
deren Säulenfuß 13 relativ weit in eine mäßig tragfähige Bodenschicht 14 (Tragschicht)
hineinreicht. Oberhalb der Tragschicht 14' befindet sich eine weniger stützfähige
Bodenschicht 15 (Weichschicht), wobei die Grenze zwischen den beiden Schichten mit
einer gestrichelten Linie 16 dargestellt ist. Wiederum oberhalb der Weichschicht 15
befindet sich eine stützfähige Deckschicht 17 mit ausreichender Stützfähigkeit für
unbewehrte Stopfsäulen. Ausschließlich im Bereich der Weichschicht 15 ist die Säule
mit einer Faserbewehrung 17 versehen, während der Säulenabschnitt 18 darunter und
der Säulenabschnitt 19 darüber aus unbewehrtem Zugabematerial bestehen.
[0016] In Figur 3 ist eine Stopfsäule 11 gezeigt, die von der Oberfläche 12 aus bis zum
Säulenfuß 13 innerhalb einer weniger stützfähigen Bodenschicht 15' (Weichschicht)
liegt. Auf ihrer gesamten Länge hat diese Säule eine Faserbewehrung 17. Die Säule
ist somit als schwimmende Säule ausgeführt. Ein Lastabtrag erfolgt über die Mantelreibung.
Der Faserbewehrungsanteil dieser Säule nimmt von unten nach oben zu, wie in der symbolischen
Darstellung erkennbar.
1. Verfahren zum Herstellen von Stopfsäulen zum Zweck der Baugrundverbesserung bzw. -stabilisierung
mit den folgenden Verfahrensschritten zur Herstellung einer der Stopfsäulen;
- ein Tiefenrüttler wird von der Bodenoberfläche aus in den Baugrund eingerüttelt;
- die Stopfsäule wird von unten nach oben in Rüttelstopfverfahren aufgebaut;
- zumindest in Bodenschichten mit geringer Stützfähigkeit (Weichschichten) wird die
Stopfsäule aus rolligem Zugabematerial, das mit Fasern versetzt ist, hergestellt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stopfsäule in stützfähigen Bodenschichten aus Zugabematerial, das nicht mit Fasern
versetzt ist, hergestellt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stopfsäule mit einem verdickten Säulenfuß hergestellt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stopfsäule in einer tragfähigen Bodenschicht (Tragschicht) endet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stopfsäule insgesamt schwimmend in Bodenschichten mit geringer Stützfähigkeit
(Weichschichten) eingebaut wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Faseranteil in der Stopfsäule von unten nach oben erhöht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß Stahlfasern, Glasfasern oder Kunststoffasern verwendet werden, insbesondere mit einer
Länge von ganz ungefähr 50 mm, also etwa 25-75 mm.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß 0,5 bis 5 kg, insbesondere 2-3 kg Fasern je m3 Zugabematerial zugegeben werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit Fasern versetztes Zugabematerial mit einem Kohasionswert von 5-50 kN/m2, insbesondere von 10-30 kN/m2 verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß bindemittelfreies Zugabematerial verwendet wird.
11. Stopfsäule im Boden zur Baugrundverbesserung bzw. -stabilisierung,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zumindest einen Säulenabschnitt aus Zugabematerial, das mit Fasern versetzt ist,
umfaßt, der eine Zwischenschicht mit geringer Stützfähigkeit (Weichschicht) durchsetzt.
12. Stopfsäule nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie in stützfähigen Zwischenschichten und/oder einer Tragschicht aus Zugabematerial,
das nicht mit Fasern versetzt ist, hergestellt ist.
13. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einem verdickten Säulenfuß hergestellt ist.
14. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie in einer tragfähigen Bodenschicht (Tragschicht) endet.
15. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie insgesamt schwimmend in Bodenschichten (Weichschichten) mit geringer Stützfähigkeit
eingebaut ist.
16. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Faseranteil im Zugabematerial jeweils von unten nach oben zunimmt.
17. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zugabematerial bindemittelfrei ist.
18. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fasern Stahlfasern, Glasfasern oder Kunstoffasern sind, insbesondere solche mit
einer Länge von ganz ungefähr 50 mm, also etwa 25-75 mm.
19. Stopfsäule nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß 0,5 bis 5 kg, insbesondere 2-3 kg Fasern je m3 Zugabematerial in dem mit Fasern versetztem Zugabematerial enthalten sind.
20. Stopfsäule nach einem der Ansprüche 11 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie im Bereich des mit Fasern versetzten Zugabematerials einen Kohasionswert von
5-50 kN/m2, insbesondere von 10-30 kN/m2 hat.