(19)
(11) EP 1 274 048 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.01.2003  Patentblatt  2003/02

(21) Anmeldenummer: 02014785.6

(22) Anmeldetag:  04.07.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G07F 7/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 06.07.2001 DE 10132380

(71) Anmelder: T-Mobile Deutschland GmbH
53227 Bonn (DE)

(72) Erfinder:
  • Necker, Marika
    71638 Ludwigsburg (DE)
  • Pietzcker, Bertram
    53177 Bonn (DE)

   


(54) Verkaufsautomat für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten und Verfahren zum Betrieb desselben


(57) Die Erfindung betrifft einen Verkaufsautomaten für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten und ein Verfahren zum Betrieb desselben. Im Verkaufsautomaten werden verschiedene Modelle von Mobiltelefonen und/oder noch nicht freigeschalteten SIM-Karten vorgehalten. Der Kunde kann mittels einer Eingagbeeinrichtung seine persönlichen Daten eingeben und ein gewünschtes Mobiltelefonmodell und einen gewünschten Tarifvertrags auswählen. Die Abrechnung wird mittels Einrichtungen zum bargeldlosen Zahlungsverkehr über eine EC- oder Kreditkarte des Benutzers durchgeführt. Wird eine SIM-Karte ausgegeben, so erfolgt deren Freischaltung über eine Online-Verbindung zum Mobilfunknetzbetreiber. Schließlich wird dem Benutzer das gewünschte Mobiltelefon und/oder die freigeschaltete SIM-Karte ausgegeben.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Verkaufsautomaten für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten und ein Verfahren zum Betrieb desselben nach dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.

[0002] Bisher werden Mobiltelefone und SIM-Karten, insbesondere auch sogenannte Prepaid-Karten, über ein Händlernetz vertrieben. Hier wird der Kunde bei der Auswahl eines Mobiltelefons und eines für ihn passenden Tarif (Vertrag) beraten. Dies erfordert einen gewissen Aufwand an Infrastruktur und Personal. Nach Auswahl des Mobiltelefons und Vertragsunterzeichnung wird meist eine gewisse Zeit zur Freischaltung der SIM-Karte benötigt. Dies bedeutet oft eine unerwünschte Wartezeit für den Kunden. Ein weiterer Nachteil sind die beschränkten Öffnungszeiten der Verkaufsstellen.

[0003] Die Aufgabe der Erfindung liegt in der Schaffung einer Verkaufsstelle für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten, die unabhängig von Ladenöffnungszeiten und Personal einem Kunden den schnellen und unkomplizierten Erwerb eines Mobiltelefons gestattet.

[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst.

[0005] Erfindungsgemäß ist ein Verkaufsautomat für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten vorgesehen, welcher Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen, z.B. Tastatur und Bildschirm oder ein Touch-Screen Display, zur Kommunikation mit einem Benutzer aufweist, ferner Einrichtungen für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie noch nicht freigeschaltete SIM-Karten enthält, eine Schreib-/Leseeinrichtung zum Beschreiben und Lesen von SIM-Karten und Kommunikationseinrichtungen zur Kommunikation mit einem Mobilfunknetzbetreiber und Banken / Kreditinstituten.

[0006] Die Bedienung des Automaten erfolgt über die Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen. Über diese bestimmt der Kunde, welchen Mobilfunknutzungsvertrag und ggf. welches Mobiltelefon er mit dem Mobilfunknetzbetreiber abschließen möchte und gibt seine persönlichen Daten ein. Per Menü wird der Kunde durch das Programm bzw. durch den abzuschließenden Vertrag geführt. Der Kunde bestimmt, welcher Tarif und welches Mobiltelefon für ihn in Frage kommt. Über ein Hilfemenü erhält der Kunde Unterstützung bei der Auswahl des Vertrages und des Mobiltelefons sowie bei der Bedienung des Verkaufsautomaten. Die Kunden- und Vertragsdaten werden über eine Kommunikationseinrichtung online an den Mobilfunknetzbetreiber übertragen.
Die Bezahlung erfolgt bargeldlos über eine EC- oder Kreditkarte ebenfalls über eine Online-Verbindung zur Bank oder zum Kreditinstitut.
Sobald die Bezahltransaktion beendet ist, wird eine SIM-Karte per Online-Verbindung vom Mobilfunknetzbetreiber freigeschaltet und aktiviert und ggf. zusammen mit dem gewünschten Mobiltelefon an den Kunden ausgegeben. Die Aktivierung der SIM-Karte erfolgt über die Schreib-/Leseeinrichtung im Automaten, die einen entsprechenden Eintrag auf der SIM-Karte vornimmt. Vorzugsweise erhält der Kunde außerdem einen Ausdruck seines Mobilfunkvertrages und eine Quittung über die erfolgte Zahlung.

[0007] Derartige Automaten bieten einen 24 Stunden Service für den Kunden und können überall aufgestellt werden, z.B. in Kaufhäusern, Postfilialen, Tankstellen, Raststätten, Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufzentren etc. Es wird kein Verkaufslokal und Verkaufspersonal benötigt und der Kunde kann schnell und unkompliziert ein Mobiltelefon mit oder ohne Kartenvertrag erwerben. Insbesondere eignete sich dieser Verkaufsautomat zum Verkauf von Mobiltelefonen mit sogenannten Prepaid-Karten, d.h. SIM-Karten, die über ein Guthabenkonto abgerechnet werden.

[0008] Ein weiterer Vorteil eines derartigen Verkaufsautomaten ist, dass Fehleingaben oder Fehleinträge im Mobilfunkvertrag vermieden werden, da die vom Kunden eingegeben Daten direkt auf Richtigkeit und Plausibilität überprüft werden. Zudem bieten diese Automaten keinen Anreiz zum Diebstahl, da der Automat weder aktivierbare SIM-Karten, noch Bargeld noch funktionsfähige Mobiltelefone enthält. Die Aktivierung der SIM-Karten kann ausschließlich Online durch den Netzbetreiber erfolgen. Ebenso lassen sich die Mobiltelefone bis zur endgültigen Aktivierung durch den Netzbetreiber sperren bzw. gestohlene Mobiltelefone anhand ihrer internationalen Mobilgerätenummer (IMEI) identifizieren und sperren.

[0009] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind im Verkaufsautomaten Einrichtungen zur Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung des Benutzers vorgesehen.
Hierfür umfasst der Automat vorzugsweise einen Scanner zum Einlesen des Personalausweises des Benutzers. Die eingelesenen Daten werden dann vom Automaten bzw. auch über die Online-Verbindung vom Mobilfunknetzbetreiber geprüft.
Ferner können die persönlichen Daten des Benutzers zumindest teilweise vom Personalausweis übernommen werden, so dass sich der Benutzer die manuelle Eingabe dieser Daten erspart.

[0010] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Verkaufsautomat mit einer Kamera zur Aufnahme eines Bildes des Benutzers ausgerüstet sein. Das mit der Kamera aufgenommene Bild kann nun mit dem vom Scanner erfassten Bild des Personalausweises verglichen werden. Dieser Vergleich kann anhand von bekannten biometrischen Verfahren im Automaten selbst durchgeführt werden.

[0011] Alternativ können die vom Automaten erfassten Bilddaten des Benutzers über die Online-Verbindung an den Mobilfunknetzbetreiber übertragen werden. Dort werden die Daten von geschulten Mitarbeitern geprüft und die Identität des Benutzers akzeptiert oder abgelehnt.
Konnte die Legitimation bzw. Identität des Kunden nicht eindeutig festgestellt werden, wird dieser gebeten, sich an den nächsten Vertragshändler zu wenden.

[0012] Als Eingabe- und Ausgabeeinrichtung für den Verkaufsautomaten eignet sich vorteilhaft ein Touch-Screen-Display, wie es z.B. bei Geldautomaten, Fahrkartenautomaten etc. bereits verwendet wird.

[0013] Figur 1 zeigt beispielhaft eine mögliche Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Verkaufsautomaten 1.
Der Verkaufsautomat 1 kann als Standgerät oder Wandgerät ausgebildet sein und umfasst Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen 2, z.B. in Form eines Touch-Screen Displays, zur Kommunikation mit einem Benutzer, Einrichtungen 3 zur Abwicklung eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs, ein Magazin 4 für verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie noch nicht freigeschaltete SIM-Karten, eine Schreib-/Leseeinrichtung 5 zum Beschreiben und Lesen von SIM-Karten, Kommunikationseinrichtungen 6 zur Kommunikation mit einem Mobilfunknetzbetreiber und Banken / Kreditinstituten über ein drahtloses oder drahtgebundenes Kommunikationsnetz und einen Ausgabeschacht 10 zur Ausgabe der Mobiltelefone und/oder SIM-Karten.

[0014] Ferner können Einrichtungen 7 zur Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung des Benutzers vorhanden sein. Hierfür kann ein Scanner 9 zum Einlesen des Personalausweises des Benutzers vorgesehen sein. Zudem kann eine Kamera 8 zur Aufnahme eines Bildes des Benutzers integriert sein.


Ansprüche

1. Verkaufsautomat für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten, welcher umfasst:

Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen (2) zur Kommunikation mit einem Benutzer,

Einrichtungen (3) zur Abwicklung eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs, ein Magazin (4) für verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie noch nicht freigeschaltete SIM-Karten,

eine Schreib-/Leseeinrichtung (5) zum Beschreiben und Lesen von SIM-Karten,

Kommunikationseinrichtungen (6) zur Kommunikation mit einem Mobilfunknetzbetreiber und Banken / Kreditinstituten, und

einen Ausgabeschacht (10) zur Ausgabe der Mobiltelefone und/oder der freigeschalteten SIM-Karten.


 
2. Verkaufsautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er Einrichtungen (7) zur Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung des Benutzers umfasst.
 
3. Verkaufsautomat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Kamera (8) zur Aufnahme eines Bildes des Benutzers umfasst.
 
4. Verkaufsautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Scanner (9) zum Einlesen des Personalausweises des Benutzers umfasst.
 
5. Verkaufsautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, das die Eingabe- und Ausgabeeinrichtung (2) ein Touch-Screen-Display ist.
 
6. Verfahren zum Betrieb eines Verkaufsautomaten für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Automaten (1) verschiedene Modelle von Mobiltelefonen und/oder noch nicht freigeschaltete SIM-Karten vorgehalten werden,
dass mittels einer Eingagbeeinrichtung (2) persönliche Daten des Benutzers eingegeben werden und die Auswahl eines gewünschtes Mobiltelefonmodells und eines gewünschten Mobilfunkvertrags erfolgt,
dass eine Abrechnung mittels Einrichtungen (3) zum bargeldlosen Zahlungsverkehr über eine EC- oder Kreditkarte des Benutzers durchgeführt wird,
dass bei Auswahl einer SIM-Karte diese über eine Online-Verbindung zum Mobilfunknetzbetreiber freigeschaltet und aktiviert wird, und
dass dem Benutzer das gewünschte Mobiltelefon und/oder die freigeschaltete SIM-Karte ausgegeben wird.
 
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aktivieren der SIM-Karte eine Schreib-/Leseeinrichtung (5) zum Beschreiben und Lesen von SIM-Karten verwendet wird.
 
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Legitimations- oder Identitätsüberprüfung des Benutzers durchgeführt wird.
 
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Legitimations- oder Identitätsprüfung anhand des Personalausweises des Benutzers erfolgt.
 
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die persönlichen Daten des Benutzers anhand seines Personalausweises erfasst werden.
 
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Kamera (8) ein Bild des Benutzers aufgenommen und der Personalausweis des Benutzers mit einem Scanner (9) eingelesen wird, und die von der Kamera und dem Scanner aufgenommen Bilder miteinander verglichen werden.
 




Zeichnung