[0001] Die Erfindung betrifft einen Verkaufsautomaten für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten
und ein Verfahren zum Betrieb desselben nach dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Bisher werden Mobiltelefone und SIM-Karten, insbesondere auch sogenannte Prepaid-Karten,
über ein Händlernetz vertrieben. Hier wird der Kunde bei der Auswahl eines Mobiltelefons
und eines für ihn passenden Tarif (Vertrag) beraten. Dies erfordert einen gewissen
Aufwand an Infrastruktur und Personal. Nach Auswahl des Mobiltelefons und Vertragsunterzeichnung
wird meist eine gewisse Zeit zur Freischaltung der SIM-Karte benötigt. Dies bedeutet
oft eine unerwünschte Wartezeit für den Kunden. Ein weiterer Nachteil sind die beschränkten
Öffnungszeiten der Verkaufsstellen.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung liegt in der Schaffung einer Verkaufsstelle für Mobiltelefone
und/oder SIM-Karten, die unabhängig von Ladenöffnungszeiten und Personal einem Kunden
den schnellen und unkomplizierten Erwerb eines Mobiltelefons gestattet.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche
gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß ist ein Verkaufsautomat für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten vorgesehen,
welcher Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen, z.B. Tastatur und Bildschirm oder ein Touch-Screen
Display, zur Kommunikation mit einem Benutzer aufweist, ferner Einrichtungen für den
bargeldlosen Zahlungsverkehr, verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie noch nicht
freigeschaltete SIM-Karten enthält, eine Schreib-/Leseeinrichtung zum Beschreiben
und Lesen von SIM-Karten und Kommunikationseinrichtungen zur Kommunikation mit einem
Mobilfunknetzbetreiber und Banken / Kreditinstituten.
[0006] Die Bedienung des Automaten erfolgt über die Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen. Über
diese bestimmt der Kunde, welchen Mobilfunknutzungsvertrag und ggf. welches Mobiltelefon
er mit dem Mobilfunknetzbetreiber abschließen möchte und gibt seine persönlichen Daten
ein. Per Menü wird der Kunde durch das Programm bzw. durch den abzuschließenden Vertrag
geführt. Der Kunde bestimmt, welcher Tarif und welches Mobiltelefon für ihn in Frage
kommt. Über ein Hilfemenü erhält der Kunde Unterstützung bei der Auswahl des Vertrages
und des Mobiltelefons sowie bei der Bedienung des Verkaufsautomaten. Die Kunden- und
Vertragsdaten werden über eine Kommunikationseinrichtung online an den Mobilfunknetzbetreiber
übertragen.
Die Bezahlung erfolgt bargeldlos über eine EC- oder Kreditkarte ebenfalls über eine
Online-Verbindung zur Bank oder zum Kreditinstitut.
Sobald die Bezahltransaktion beendet ist, wird eine SIM-Karte per Online-Verbindung
vom Mobilfunknetzbetreiber freigeschaltet und aktiviert und ggf. zusammen mit dem
gewünschten Mobiltelefon an den Kunden ausgegeben. Die Aktivierung der SIM-Karte erfolgt
über die Schreib-/Leseeinrichtung im Automaten, die einen entsprechenden Eintrag auf
der SIM-Karte vornimmt. Vorzugsweise erhält der Kunde außerdem einen Ausdruck seines
Mobilfunkvertrages und eine Quittung über die erfolgte Zahlung.
[0007] Derartige Automaten bieten einen 24 Stunden Service für den Kunden und können überall
aufgestellt werden, z.B. in Kaufhäusern, Postfilialen, Tankstellen, Raststätten, Bahnhöfen,
Flughäfen, Einkaufzentren etc. Es wird kein Verkaufslokal und Verkaufspersonal benötigt
und der Kunde kann schnell und unkompliziert ein Mobiltelefon mit oder ohne Kartenvertrag
erwerben. Insbesondere eignete sich dieser Verkaufsautomat zum Verkauf von Mobiltelefonen
mit sogenannten Prepaid-Karten, d.h. SIM-Karten, die über ein Guthabenkonto abgerechnet
werden.
[0008] Ein weiterer Vorteil eines derartigen Verkaufsautomaten ist, dass Fehleingaben oder
Fehleinträge im Mobilfunkvertrag vermieden werden, da die vom Kunden eingegeben Daten
direkt auf Richtigkeit und Plausibilität überprüft werden. Zudem bieten diese Automaten
keinen Anreiz zum Diebstahl, da der Automat weder aktivierbare SIM-Karten, noch Bargeld
noch funktionsfähige Mobiltelefone enthält. Die Aktivierung der SIM-Karten kann ausschließlich
Online durch den Netzbetreiber erfolgen. Ebenso lassen sich die Mobiltelefone bis
zur endgültigen Aktivierung durch den Netzbetreiber sperren bzw. gestohlene Mobiltelefone
anhand ihrer internationalen Mobilgerätenummer (IMEI) identifizieren und sperren.
[0009] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung sind im Verkaufsautomaten Einrichtungen zur
Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung des Benutzers vorgesehen.
Hierfür umfasst der Automat vorzugsweise einen Scanner zum Einlesen des Personalausweises
des Benutzers. Die eingelesenen Daten werden dann vom Automaten bzw. auch über die
Online-Verbindung vom Mobilfunknetzbetreiber geprüft.
Ferner können die persönlichen Daten des Benutzers zumindest teilweise vom Personalausweis
übernommen werden, so dass sich der Benutzer die manuelle Eingabe dieser Daten erspart.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Verkaufsautomat mit einer
Kamera zur Aufnahme eines Bildes des Benutzers ausgerüstet sein. Das mit der Kamera
aufgenommene Bild kann nun mit dem vom Scanner erfassten Bild des Personalausweises
verglichen werden. Dieser Vergleich kann anhand von bekannten biometrischen Verfahren
im Automaten selbst durchgeführt werden.
[0011] Alternativ können die vom Automaten erfassten Bilddaten des Benutzers über die Online-Verbindung
an den Mobilfunknetzbetreiber übertragen werden. Dort werden die Daten von geschulten
Mitarbeitern geprüft und die Identität des Benutzers akzeptiert oder abgelehnt.
Konnte die Legitimation bzw. Identität des Kunden nicht eindeutig festgestellt werden,
wird dieser gebeten, sich an den nächsten Vertragshändler zu wenden.
[0012] Als Eingabe- und Ausgabeeinrichtung für den Verkaufsautomaten eignet sich vorteilhaft
ein Touch-Screen-Display, wie es z.B. bei Geldautomaten, Fahrkartenautomaten etc.
bereits verwendet wird.
[0013] Figur 1 zeigt beispielhaft eine mögliche Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Verkaufsautomaten
1.
Der Verkaufsautomat 1 kann als Standgerät oder Wandgerät ausgebildet sein und umfasst
Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen 2, z.B. in Form eines Touch-Screen Displays, zur
Kommunikation mit einem Benutzer, Einrichtungen 3 zur Abwicklung eines bargeldlosen
Zahlungsverkehrs, ein Magazin 4 für verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie
noch nicht freigeschaltete SIM-Karten, eine Schreib-/Leseeinrichtung 5 zum Beschreiben
und Lesen von SIM-Karten, Kommunikationseinrichtungen 6 zur Kommunikation mit einem
Mobilfunknetzbetreiber und Banken / Kreditinstituten über ein drahtloses oder drahtgebundenes
Kommunikationsnetz und einen Ausgabeschacht 10 zur Ausgabe der Mobiltelefone und/oder
SIM-Karten.
[0014] Ferner können Einrichtungen 7 zur Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung
des Benutzers vorhanden sein. Hierfür kann ein Scanner 9 zum Einlesen des Personalausweises
des Benutzers vorgesehen sein. Zudem kann eine Kamera 8 zur Aufnahme eines Bildes
des Benutzers integriert sein.
1. Verkaufsautomat für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten, welcher umfasst:
Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen (2) zur Kommunikation mit einem Benutzer,
Einrichtungen (3) zur Abwicklung eines bargeldlosen Zahlungsverkehrs, ein Magazin
(4) für verschiedene Modelle von Mobiltelefonen sowie noch nicht freigeschaltete SIM-Karten,
eine Schreib-/Leseeinrichtung (5) zum Beschreiben und Lesen von SIM-Karten,
Kommunikationseinrichtungen (6) zur Kommunikation mit einem Mobilfunknetzbetreiber
und Banken / Kreditinstituten, und
einen Ausgabeschacht (10) zur Ausgabe der Mobiltelefone und/oder der freigeschalteten
SIM-Karten.
2. Verkaufsautomat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er Einrichtungen (7) zur Legitimationsprüfung bzw. Identitätsüberprüfung des Benutzers
umfasst.
3. Verkaufsautomat nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Kamera (8) zur Aufnahme eines Bildes des Benutzers umfasst.
4. Verkaufsautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Scanner (9) zum Einlesen des Personalausweises des Benutzers umfasst.
5. Verkaufsautomat nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, das die Eingabe- und Ausgabeeinrichtung (2) ein Touch-Screen-Display ist.
6. Verfahren zum Betrieb eines Verkaufsautomaten für Mobiltelefone und/oder SIM-Karten,
dadurch gekennzeichnet,
dass im Automaten (1) verschiedene Modelle von Mobiltelefonen und/oder noch nicht freigeschaltete
SIM-Karten vorgehalten werden,
dass mittels einer Eingagbeeinrichtung (2) persönliche Daten des Benutzers eingegeben
werden und die Auswahl eines gewünschtes Mobiltelefonmodells und eines gewünschten
Mobilfunkvertrags erfolgt,
dass eine Abrechnung mittels Einrichtungen (3) zum bargeldlosen Zahlungsverkehr über eine
EC- oder Kreditkarte des Benutzers durchgeführt wird,
dass bei Auswahl einer SIM-Karte diese über eine Online-Verbindung zum Mobilfunknetzbetreiber
freigeschaltet und aktiviert wird, und
dass dem Benutzer das gewünschte Mobiltelefon und/oder die freigeschaltete SIM-Karte ausgegeben
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zum Aktivieren der SIM-Karte eine Schreib-/Leseeinrichtung (5) zum Beschreiben und
Lesen von SIM-Karten verwendet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Legitimations- oder Identitätsüberprüfung des Benutzers durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Legitimations- oder Identitätsprüfung anhand des Personalausweises des Benutzers
erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die persönlichen Daten des Benutzers anhand seines Personalausweises erfasst werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Kamera (8) ein Bild des Benutzers aufgenommen und der Personalausweis
des Benutzers mit einem Scanner (9) eingelesen wird, und die von der Kamera und dem
Scanner aufgenommen Bilder miteinander verglichen werden.