TECHNISCHES GEBIET
[0001] Bei der Erfindung wird ausgegangen von einer Sicherung nach dem Oberbegriff von Patentanspruch
1. Eine solche Sicherung weist zwei voneinander beabstandete Stromanschlüsse auf sowie
ein Aktivteil mit einem schmelzbaren, stromleitenden Sicherungselement und mit einem
Lichtbogenlöschmittel. Das Sicherungselement ist elektrisch leitend mit den beiden
Stromanschlüssen verbunden und ist auf einem elektrisch isolierenden Substrat angeordnet.
Die freiliegenden Flächen des Sicherungselements sind mit Lichtbogenlöschmittel bedeckt.
Eine derartige Sicherung kann in Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetzen eingesetzt
werden und kann starke Kurzschlussströme als auch langanandauernde schwache Überströme
unterbrechen.
STAND DER TECHNIK
[0002] Ein Sicherung der eingangs genannten Art ist beispielsweise in DE 198 24 851 A1 und
US 4 638 283 A beschrieben. Bei dieser Sicherung ist ein Sicherungselement als Drahtstreifen
ausgeführt. Der Drahtstreifen ist auf einen axialsymmetrisch ausgeführten elektrisch
isolierenden Tragkörper aufgewickelt. In den Draht sind gleichmässig voneinander beabstandete
Verengungen eingeformt. Die beiden Enden des Streifens sind jeweils mit einem von
zwei Stromanschlüssen der Sicherung verbunden. Der bewickelte Tragkörper ist in einem
mit Lichtbogenlöschmittel, wie insbesondere Quarzsand, gefüllten Gehäuse untergebracht.
Beim Auftreten eines unzulässigen Stroms wird der Draht an den Engstellen durch Aufschmelzen
oder durch Zünden von Sprengladungen unterbrochen. Hierbei auftretende Lichtbögen
werden durch das Löschmittel unterdrückt.
[0003] Diese Sicherung ist verhältnismässig komplex aufgebaut und lässt sich nur in einer
Vielzahl von Arbeitsschritten herstellen. Daher ist die Sicherung relativ teuer. Bei
Betrieb der Sicherung reduziert der komplexe Aufbau der Sicherung den Fluss der vom
Betriebstrom im Sicherungsdraht erzeugten Wärme nach aussen ganz wesentlich. Die Betriebstemperatur
der Sicherung wird so beträchtlich erhöht. Daher wird die Schmelztemperatur des Sicherungsdrahtes
häufig schon dann erreicht, wenn der Betriebsstrom noch unterhalb des zulässigen Stromes
liegt. Die bei diesem geringen Strom auftretenden Lichtbögen enthalten nur eine vergleichsweise
geringe Energie, die gegebenenfalls nicht ausreicht, um den umgebenden Sand aufzuschmelzen
und den Strom durch Löschung der Lichtbögen zu unterbrechen.
KURZE DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0004] Der Erfindung, wie sie in den Patentansprüchen angegeben ist, liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Sicherung der eingangs genannten Art zu schaffen, welche sich durch einfachen
Aufbau und und durch günstige Auslösecharakteristik auszeichnet.
[0005] Bei der erfindungsgemässen Sicherung ist das Aktivteil nach Art eines Sandwich ausgebildet
und weist zwei stabile Formkörper und eine zwischen den Formkörpern angeordnete vorwiegend
plane Zwischenschicht auf. Die Zwischenschicht ist vom Sicherungselement oder zumindest
einem Abschnitt des Sicherungselementes gebildet, wohingegen ein erster der beiden
Formkörper zumindest von einem Teil des elektrisch isolierenden Substrats und der
zweite Formkörper zumindest von einem Teil des Lichtbogenlöschmittels gebildet ist.
Auf Grund dieser Ausbildung kann das Aktivteil nun direkt mit den Stromanschlüssen
versehen werden. Ein sonst übliches Sicherungsgehäuse kann daher entfallen, da beim
Auslösen der erfindungsgemässen Sicherung durch Lichtbogeneinwirkung entstehendes
Druckgas von den umgebenden stabilen Formkörpern aufgenommen wird.
[0006] Die als Sicherungselement wirkenden plane Zwischenschicht ist zwischen stabilen Formkörpern
angeordnet. Daher kann das von mechanischen Tragfunktionen entbundene Sicherungselemement,
ohne auf mechanische Anforderungen Rücksicht nehmen zu müssen, praktisch beliebig
ausgebildet werden. Im Sicherungselement können so beliebig konfektionierte Strombahnstrukturen
vorgesehen sein, welche der Sicherung besonders günstige Auslöseeigenschaften geben.
Da das Sicherungselement lediglich von stabilen Formkörpern umgeben ist, kann die
im Sicherungselement während des Betriebs der Sicherung anfallende Wärme direkt vom
Aktivteil nach aussen abgegeben werden. Sonst üblicherweise als Lichtbogenlöschmittel
vorgesehener, mässig wärmeleitender Quarzsand und ein den Wärmeabfluss zusätzlich
behinderndes Gehäuse werden bei der erfindungsgemässen Sicherung nicht mehr benötigt.
Durch die gute Wärmeabfuhr aus dem Aktivteil und durch die einfache und genaue Konfektionierbarkeit
des als Zwischenschicht ausgebildeten Sicherungselementes wird die Auslösecharakteristik
der erfindungsgemässen Sicherung gegenüber einer Sicherung in herkömmlichen Bauweise
ganz wesentlich verbessert.
[0007] Soll die erfindungsgemässe Sicherung in Niederspannungsanlagen verwendet werden,
so empfiehlt es sich, die Zwischenschicht als streifenförmigen Sicherungsdraht mit
einer zwischen den beiden Streifenenden eingeformten Einengung auszubilden.
[0008] Zum Schutz einer Mittel- oder Hochspannungsanlage, sollte die Zwischenschicht zweckmässigerweise
modular aufgebaut sein und mindestens zwei gleichartige Module aufweisen, welche jeweils
einen streifenförmig ausgeführten Sicherungsdraht enthalten mit einer zwischen den
beiden Streifenenden eingeformten Einengung. Durch Reihenschaltung der Module wird
die Haltespannung der Sicherung, durch Parallelschaltung der Module die Stromtragfähigkeit
der erfindungsgemässen Sicherung erhöht. Durch Reihen- und Parallelschaltung von vier
und mehr Modulen werden Haltespannung und Stromtragfähigkeit der Sicherung zugleich
erhöht.
[0009] Die Sicherung zeichnet sich durch eine hohe mechanische Festigkeit aus, wenn der
Sicherungsdraht auf eine plane Fläche eines aus Keramik oder Glas ausgeführten ersten
Formkörpers aufgebracht ist. Vorzugsweise enthält die Keramik vorwiegend Aluminiumoxid,
Berylliumoxid oder Aluminiumnitrid und das Glas vorwiegend Borsilikatglas, da diese
Werkstoffe Wärme verhältnismässig gut leiten und so die im Sicherungsdraht gebildete
Wärme nach aussen abführen. Zugleich kann der Sicherungsdraht besonders einfach auf
die plane Fläche aufgebracht werden.
[0010] Mit Vorteil wird der Sicherungsdraht durch Aufdrucken einer härtbaren Metallpaste
auf die plane Fläche des ersten Formkörpers und durch Aushärten der aufgedruckten
Metallpaste gebildet. Eine solche Technologie ist für eine Massenfertigung besonders
vorteilhaft und reduziert die Herstellkosten der Sicherung ganz wesentlich. Zudem
ermöglicht diese Technologie die Herstellung feiner Drahtstrukturen mit exakt definierten
Querschnittsverhältnissen an der Engstelle des Sicherungsdrahtes. Solche Drahtstrukturen
sind für eine gute Auslösecharakteristik der erfindungsgemässen Sicherung wesentlich.
Zusätzlich sollte der durch Aufdrucken und Aushärten der Metallpaste gebildete Sicherungsdraht
bei einer geringfügig unterhalb der Schmelztemperatur des Metalls liegenden Temperatur
wärmebehandelt sein, da dann der Sicherungsdraht eine hohe Formstabilität und eine
sehr konstante elektrische Leitfähigkeit aufweist, welche Eigenschaften wesentlich
zu einer günstigen Auslösecharakteristik beitragen.
[0011] Eine Sicherung mit geringen Abmessungen und mit einem vorteilhaft schnellen Abfluss
von Wärme vom Sicherungselement nach aussen wird erreicht, wenn der erste Formkörper
als Platte ausgebildet ist. Ist der Sicherungsdraht auf die Oberund auf die Unterseite
der Platte aufgebracht, so können die Abmessungen der Sicherung zusätzlich reduziert
werden. Die den Sicherungsdraht tragende Platte ist dann auf der Ober- und auf der
Unterseite mit dem zweiten Formkörper abgedeckt.
[0012] Eine besonders kompakte Sicherung wird erreicht, wenn zusätzlich mindestens ein weiterer
den Sicherungsdraht auf einer planen Fläche tragender erster Formkörper vorgesehen
ist, welcher mit seiner planen Fläche auf dem zweiten Formkörper angeordnet ist. Sind
die auf den planen Fläche der beiden ersten Formkörper angeordneten Sicherungsdrähte
zueinander parallel geschaltet, so weist eine solche Sicherung eine besonders hohe
Stromtragfähigkeit auf.
[0013] Der zweite Formkörper sollte ein vernetztes Silikonpolymer oder ein Gemisch vernetzter
Silikonpolymere enthält, in welches ein Füllstoff auf der Basis einer mineralischen
Verbindung oder eines Gemisches mehrerer mineralischer Verbindungen in pulveriger
Form eingebettet ist. Die erfindungsgemässe Sicherung weist dann eine besonders hohe
Zuverlässigkeit aus. Dies ist vor allem eine Folge davon, dass das Material des Lichtbogenlöschmittel
gegenüber dem sonst üblicherweise verwendeten Quarzsand bei relativ tiefen Temperaturen
schmilzt und dann Energie aus den beim Auslösen der erfindungsgemässen Sicherung gebildeten
Schaltlichtbögen absorbiert, wodurch der Lichtbogen rasch und zuverlässig gelöscht
wird.
[0014] Für eine ausreichend gute Wirkung der erfindungsgemässen Sicherung sollte der Anteil
des Füllstoffs im Silikonpolymer im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%, vorzugsweise
im Bereich von 40 Gew.-% bis 85 Gew.-%, und insbesondere im Bereich von 60 Gew.-%
bis 80 Gew.-%, berechnet auf das Gesamtgewicht von Füllstoff und Polymer, liegen,
und sollte der Füllstoff eine durchschnittliche Partikelgrösse im Bereich von 0,5
bis 500 µm, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 250 µm aufweisen und speziell im Bereich
von 20 bis 150 µm, vorzugsweise im Bereich von 30 bis 130 µm, oder im Bereich von
0,5 bis 50 µm, vorzugsweise im Bereich von 0,5 µm bis 10 µm.
[0015] Besonders geeignete Füllstoffe sind Metalloxide, vorzugsweise Aluminiumund/oder Titanoxid,
Gläser, Glimmer, Keramik-Partikel, Borsäure, Metallhydroxide, vorzugsweise Aluminiumhydroxid
und/oder Magnesiumhydroxid, und/oder Hydratwasser enthaltende mineralische Stoffe,
vorzugsweise auf der Basis von Aluminium- und/oder Magnesiumoxid und/oder Magnesiumcarbonat.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0016] In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung vereinfacht dargestellt,
und zwar zeigt:
- Fig.1
- in perspektivischer Darstellung eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Sicherung,
bei der ein als Lichtbogenlöschmittel wirkender Teil eines Formkörpers von der Vorderseite
entfernt wurde,
- Fig.2
- eine Explosionsdarstellung der Sicherung nach Figur 1, bei der auch der von der Vorderseite
entfernte Formkörper dargestellt ist,
- Fig.3
- eine Aufsicht auf einen als Platte ausgeführten und ein modular ausgeführtes Sicherungselement
tragenden Formkörper der Sicherung nach Fig.1,
- Fig.4
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestelltes Moduls des modular ausgeführten Sicherungselements
nach Fig.4, und
- Fig.5
- eine Vergrösserung eines umrandet dargestelltes Teilmoduls des Moduls gemäss Fig.4.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0017] In allen Figuren beziehen sich gleiche Bezugszeichen auf gleichwirkende Teile. Die
in den Figuren dargestellte Sicherung kann mit Nennströmen bis 125 A und Nennspannungen
bis 8,4 kV belastet werden. Wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich ist, weist sie
ein Aktivteil 1 auf sowie zwei mit dem Aktivteil verbundene Stromanschlüsse 2, 3.
Das Aktivteil ist nach Art eines Sandwich ausgebildet und weist zwei stabile Formkörper
4 und 5 und eine zwischen den beiden Formkörpern angeordnete und von den beiden Förmkörpern
eingeschlossene Zwischenschicht 6 aus elektrisch gut leitendem Material auf. Der Formkörper
4 ist als Keramik- oder Glasplatte mit guter thermischer Leitfähigkeit, wie vorzugsweise
als Keramikplatte auf der Basis Aluminiumoxid, Berylliumoxid oder Aluminiumnitrid
oder als Glasplatte auf der Basis Borsilikat, ausgeführt und trägt auf der dem Betrachter
zugewandten planen Plattenseite die als Sicherungselement dienende Zwischenschicht
6. Der Formkörper 5 umschliesst den Formkörper 4 mit der darauf aufgebrachten Zwischenschicht
6 sowie Teile der Stromanschlüsse 2, 3, welche mit entgegengesetzt angeordneten Enden
der Zwischenschicht elektrisch leitend verbunden sind. Der Formkörper 5 ist als Gussteil
ausgeführt und kann durch Umgiessen des Formköpers 4 und der Stromanschlüsse 2, 3
oder durch Zusammenfügen von zwei aus aus Fig. 2 ersichtlichen Teilkörpern 5 gebildet
werden. In jedem Fall enthält der Formkörper 5 in einem auf der Zwischenschicht 6
aufliegendem Abschnitt Lichtbogenlöschmittel.
[0018] Die als Sicherungselement dienende Zwischenschicht 6 wird durch Auftragen, vorzugsweise
Drucken, einer elektrisch gutleitenden Metallpaste, etwa auf der Basis Silber oder
Kupfer, auf eine plane Fläche der Keramik- oder Glasplatte 4 und nachfolgendes Aushärten
der aufgetragenen Paste bei Temperaturen zwischen 80 und 180°C, gebildet. Typischerweise
weist die Schicht eine Dicke von einigen, beispielsweise 2, µm auf. Durch Wärmehandlung
bei einer geringfügig, beispielsweise 90 bis knapp 100% unterhalb der Schmelztemperatur
des Metalls liegenden Temperatur wird die Zwischenschicht 6 zur Verbesserung ihrer
Homogenität, mechanischen Festigkeit und Oxidations- und Korrosionsbeständigkeit nachgehärtet.
[0019] Die Struktur der Zwischenschicht 6 ist nachfolgend in den Figuren 3 bis 5 dargestellt.
Die Zwischenschicht weist Streifenstruktur auf. Die mit dem Bezugszeichen 7 gekennzeichneten
Streifen stellen Sicherungsdrähte des Sicherungselementes dar. Die Streifen 7 sind
in Form einer Matrix angeordnet und längs der Zeilen der Matrix ausgerichtet. Die
in Spaltenrichtung der Matrix erstreckten Enden der Streifen 7 sind durch Querstreifen
8 elektrisch leitend miteinander verbunden. Der der ersten bzw. der letzten Spalte
der Matrix zugeordnete Streifen 8 ist mit dem Stromanschluss 2 bzw. 3 elektrisch leitend
verbunden.
[0020] Es wird so ein modularer Aufbau der Zwischenschicht 6 bzw. des Sicherungselementes
erreicht. Jedem Matrixelement ist eines von gleichartig ausgebildeten Modulen zugeordnet.
In Fig.3 ist eines der Module umrandet dargestellt und mit dem Bezugszeichen 9 gekennzeichnet.
[0021] Aus Fig.4 ist ersichtlich, dass das Modul fünf in Zeilenrichtung der Matrix geführte
und Seite an Seite parallel nebeneinander liegende Streifen 7 aufweist. Einander entsprechende
Enden der Streifen 7 sind durch zwei in Spaltenrichtung der Matrix geführte Streifen
8 miteinande verbunden. Bei einer Dicke der Streifen 7 von ca. 2 bis 3 µm und einer
in Spaltenrichtung der Matrix erstreckten Breite der Streifen 7 von ca. 1,5 bis 2
mm kann jeder der Streifen 7 einen Betriebsstrom von ca. 5 A führen. Durch die Parallelschaltung
der Streifen 7 werden Betriebsströme von ca. 25 A erreicht. Durch Parallelschaltung
weiterer Streifen 7 kann die Stromtragfähigkeit erhöht werden. Jeder Streifen 7 stellt
somit wieder ein Untermodul des Moduls 9 dar. Das Modul 9 ist daher ebenfalls modular
aufgebaut.
[0022] Zugleich ist auch jeder Streifen 7 modular aufgebaut. Wie aus Fig.4 ersichtlich ist,
weist er sechs in Streifenrichtung gleichmässig voneinander beabstandete Engstellen
10 auf. Jeder eine solche Engstelle 10 umfassende Streifenabschnitt stellt ebenfalls
ein Modul dar. Eines dieser Module ist in Fig.4 umrandet dargestellt und mit dem Bezugszeichen
11 gekennzeichnet. Eine gleichmässige Stromverteilung an der Engstelle 10 wird erreicht,
wenn die Engstelle 10 gleichweit von den beiden Seitenrändern des Streifens 7 entfernt
angeordnet ist. Die Engstelle ist dann von zwei spiegelsymmetrisch ausgebildeten Materialausnehmungen
begrenzt. Alternativ kann die Engstelle aber auch an einem der Ränder des Streifens
angeordnet sein. Die Engstelle ist dann lediglich von einer Materialausnehmung begrenzt,
die sich vom anderen Rand bis zur Engstelle erstreckt. Wie aus Fig.5 ersichtlich ist,
ist das Profil der Materialausnehmung im Bereich der Engstelle kreisförmig gerundet
ausgebildet, kann aber auch drei- oder rechteckig ausgeführt sein. Da die Sicherungsdrähte
7 jeweils in Drucktechnologie hergestellt sind, können die Querschnitte des Streifens
7 an der Engstelle 10 und im unverengten Streifenbereich sehr genau eingestellt werden.
Es ist so ein sehr schmaler Temperaturbereich festgesetzt, bei dem der Streifen 7
an der Engstelle 10 aufschmilzt. Da alle Engstellen in diesem schmalen Temperaturbereich
aufschmelzen, wird eine besonders günstige Auslösecharakteristik der Sicherung erreicht.
Üblicherweise verwendete Zusatzmittel zum gleichzeitigen Aufsprengen aller Engstellen
können so im allgemeinen entfallen. Durch die in Fig.4 dargestellte Reihenschaltung
der jeweils eine Engstelle 10 enthaltenden Module 11 wird die Haltespannung der Sicherung
nach dem Ansprechen vervielfacht. Typischerweise kann an einer aufgeschmolzenen Engstelle
10 eine Spannung von 200 V gehalten werden.
[0023] Der Formkörper 5 enthält ein vernetztes Silikonpolymer oder ein Gemisch vernetzter
Silikonpolymere, in welches ein Füllstoff auf der Basis einer mineralischen Verbindung
oder eines Gemisches mehrerer mineralischer Verbindungen in pulveriger Form eingebettet
ist. Gegenüber dem sonst üblicherweise in Sicherungen verwendeten Lichtbogenlöschmaterial
Sand schmilzt diese Material bei relativ niedrigen Temperaturen auf und entzieht den
Lichtbögen so sehr rasch Energie, wodurch ein sicheres Auslösen gewährleistet ist.
Es empfiehlt sich, den Formkörper 5 mit einem Primer am Formkörper 4 und an der Zwischenschicht
6 zu befestigen, da so Oxidations- und Korrosionseinflüsse an der Zwischenschicht
und unerwünschte Spaltbildung weitgehend vermieden werden.
[0024] Je nach den Betriebanforderungen können die Module konfektioniert und zusammengeschaltet
werden. Die Sandwichstruktur des Aktivteils 1 kann neben der beschriebenen Platte
4 und dem auf eine der beiden Plattenseiten als Zwischenschicht 6 aufgetragenen Sicherungselement
und dem umhüllenden druckfesten elastomeren Formkörper 5 auch zwei auf der Ober- und
Unterseite der Platte angeordnete, zueinander parallel oder - bei zusätzlicher elektrischer
Isolation - gegebenenfalls auch in Reihe geschaltete Zwischenschichten aufweisen.
Es können auch zwei oder mehr jeweils eine oder zwei Zwischenschichten tragende, übereinander
gestapelte Platten vorgesehen sein, welche voneinander durch Lichtbogenlöschmittel
enthaltende Abschnitte oder Teilkörper des zweiten Formkörpers voneinander beabstandet
sind. Bei der Herstellung der Sicherung ist dabei vor allem zu beachten, dass die
freiliegenden Bereiche der Zwischenschichten jeweils durch Lichtbogenlöschmittel voneinander
getrennt sind.
[0025] Der Formkörper 4 muss nicht nicht notwendigerweise als Platte ausgebildet und in
den Formkörper 5 eingekapselt sein. Es genügt, wenn lediglich die die Zwischenschicht
6 tragende plane Seite des Formkörpers 4 mit Material des Formkörpers 5 bedeckt ist.
Die abgewandte andere Seite des Formkörpers 4 kann offenliegen und muss nicht notwendigerweise
eben ausgeführt sein. Sie kann beispielsweise die Wärmeabfuhr begünstigende Kühlrippen
aufweisen. Entsprechendes gilt auch für den zweiten Formkörper 5, welcher auf der
von der Zwischenschicht abgewandten Seite ebenfalls nicht notwendigerweise plan ausgeführt
sein muss, sondern ebenfalls Kühlrippen oder wie auch die Formkörper 4 eine kriechwegverlängernde
Beschirmung aufweisen kann.
[0026] Besonders günstig ist es, einen Formkörper 5 aus einem hydrophoben silikonhaltigen
Material zu verwenden, welches wegen seiner wasserabstossenden Eigenschaften besonders
gutes Freiluftverhalten aufweist. Ein derartiges Material ist in der älteren europäischen
Patentanmeldung 00 810 495.2 vom 7. Juni 2000 der gleichen Anmelderin beschrieben.
[0027] Bezugszeichenliste
- 1
- Aktivteil
- 2, 3
- Stromanschlüsse
- 4
- Formteil bzw. bzw. Platte bzw. Substrat aus elektrisch isolierendem Material
- 5
- Formteil aus Lichtbogenlöschmittel
- 6
- Zwischenschicht, Sicherungselement
- 7
- Sicherungsdraht, Streifen
- 8
- Streifen
- 9
- Modul
- 10
- Engstelle
- 11
- Modul
1. Sicherung mit zwei voneinander beabstandeten Stromanschlüssen (2, 3) und mit einem
ein schmelzbares, stromleitendes Sicherungselement und ein Lichtbogenlöschmittel enthaltenden
Aktivteil (1), bei dem das Sicherungselement elektrisch leitend mit den beiden Stromanschlüssen
verbunden und auf einem elektrisch isolierenden Substrat angeordnet ist, und bei dem
das Lichtbogenlöschmittel die freiliegenden Flächen des Sicherungselements bedeckt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aktivteil nach Art eines Sandwich ausgebildet ist und zwei stabile Formkörper
(4, 5) und eine zwischen den beiden Formkörpern (4, 5) angeordnete vorwiegend plane
Zwischenschicht (6) aufweist, wobei die Zwischenschicht (6) zumindest einen Abschnitt
des Sicherungselementes enthält, ein erster (4) beider Formkörper zumindest einen
Teil des elektrisch isolierenden Substrats und der zweite Formkörper (5) zumindest
einen Teil des Lichtbogenlöschmittels.
2. Sicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (6) als streifenförmig ausgeführter Sicherungsdraht (7) mit einer
zwischen den beiden Streifenenden eingeformten Einengung (10) ausgebildet ist.
3. Sicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenschicht (6) modular aufgebaut ist und mindestens zwei gleichartige Module
(9) aufweist, welche jeweils einen streifenförmig ausgeführten Sicherungsdraht (7)
mit einer zwischen den beiden Streifenenden eingeformten Einengung (10) enthalten.
4. Sicherung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Module (9) parallel und/oder in Reihe geschaltet sind.
5. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungsdraht (7) auf eine plane Fläche eines aus Keramik oder Glas ausgeführten
ersten Formkörpers (4) aufgebracht ist.
6. Sicherung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Keramik vorwiegend Aluminiumoxid, Berylliumoxid oder Aluminiumnitrid und das
Glas vorwiegend Borsilikatglas enthält.
7. Sicherung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungsdraht durch Aufdrucken einer härtbaren Metallpaste auf die plane Fläche
des ersten Formkörpers und durch Aushärten der aufgedruckten Metallpaste gebildet
ist.
8. Sicherung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der gebildete Sicherungsdraht zusätzlich bei einer geringfügig unterhalb der Schmelztemperatur
des Metalls liegenden Temperatur wärmebehandelt ist.
9. Sicherung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Formkörper als Platte ausgebildet ist.
10. Sicherung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungsdraht auf der Ober- und auf der Unterseite der Platte aufgebracht ist.
11. Sicherung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die den Sicherungsdraht tragende Platte auf der Ober- und auf der Unterseite mit
dem zweiten Formkörper abgedeckt ist.
12. Sicherung nach einem der Ansprüche 11, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich mindestens ein weiterer den Sicherungsdraht auf einer planen Fläche tragender
erster Formkörper vorgesehen ist, welcher mit seiner planen Fläche auf einem der beiden
zweiten Formkörper angeordnet ist.
13. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Formkörper ein vernetztes Silikonpolymer oder ein Gemisch vernetzter Silikonpolymere
enthält, in welches ein Füllstoff auf der Basis einer mineralischen Verbindung oder
eines Gemisches mehrerer mineralischer Verbindungen in pulveriger Form eingebettet
ist.
14. Sicherung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Füllstoffs im Silikonpolymer im Bereich von 5 Gew.-% bis 95 Gew.-%,
vorzugsweise im Bereich von 40 Gew.-% bis 85 Gew.-%, und insbesondere im Bereich von
60 Gew.-% bis 80 Gew.-%, berechnet auf das Gesamtgewicht von Füllstoff und Polymer,
liegt, und dass der Füllstoff eine durchschnittliche Partikelgrösse im Bereich von
0,5 bis 500 µm, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 250 µm aufweist und speziell im
Bereich von 20 bis 150 µm, vorzugsweise im Bereich von 30 bis 130 µm, oder im Bereich
von 0,5 bis 50 µm, vorzugsweise im Bereich von 0,5 µm bis 10 µm.
15. Sicherung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Füllstoff Metalloxid, vorzugsweise Aluminium- und/oder Titanoxid, Gläser, Glimmer,
Keramik-Partikel, Borsäure, Metallhydroxide, vorzugsweise Aluminiumhydroxid und/oder
Magnesiumhydroxid, und/oder Hydratwasser enthaltende mineralische Stoffe, vorzugsweise
auf der Basis von Aluminiumund/oder Magnesiumoxid und/oder Magnesiumcarbonat, enthält.