[0001] Die Erfindung betrifft Vorrichtungen zum Verpacken von in einer Stickmaschine zu
mehreren parallel hergestellten und über Rutschen ausgelieferten Sticks in Kartons
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Waren aller Art, darunter auch Lebensmittel, werden in zunehmendem Umfang in Kunststofffolienschläuchen
verpackt. Typische Beispiele sind Milch, Senf, Hautsalben, Süßwaren usw. Die Enden
des Kunststofffolienschlauches werden verschweißt und geschnitten. Die fertige Packung
wird wegen ihrer typischen länglichen Form als Stick bezeichnet.
[0003] Die Herstellung der Sticks erfolgt in sogenannten Stickmaschinen. Darin werden 3
bis 12 Kunststofffolienschläuche parallel verarbeitet. Die fertigen Sticks verlassen
die Stickmaschine über eine Rutsche.
[0004] Derzeit werden die Sticks entweder in einem Behälter gesammelt und von Hand eingepackt
oder von der Rutsche auf ein quer laufendes Transportband übergeben. Dieses wird zwischen
zwei aufeinander folgenden Produktionszyklen um eine volle Maschinenbreite seitlich
verfahren. Dabei treten Beschleunigungskräfte auf, insbesondere wenn in der Stickmaschine
viele Sticks parallel produziert werden, so dass die Sticks ihre Lage auf dem Transportband
verändern. Man hat bereits versucht, dies durch die Anordnung von Querwänden auf dem
Transportband zu verhindern; gleichwohl treten noch immer Störungen auf und die Sticks
liegen kreuz und quer in den fertig befüllten Kartons. Dies ist unbefriedigend.
[0005] Da die Sticks am Ende des Transportbandes in einen Karton gefüllt werden, beträgt
die Zahl der Sticks im Karton stets ein ganzzahliges Vielfaches eines Produktionszyklus
der Stickmaschine. Produziert die Stickmaschine beispielsweise 9 Sticks parallel,
so kann der Versandkarton nur 9, 18, 27 usw. Sticks enthalten. Soll der Versandkarton
eine andere Zahl von Sticks enthalten, müssen Teile der Stickmaschine stillgelegt
werden. Das ist ebenfalls unbefriedigend.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art anzugeben, mit deren Hilfe beliebige Zahlen von Sticks in einen
Versandkarton gefüllt werden können und die auf die Sticks wirkenden Beschleunigungskräfte
nur minimal sind.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1.
[0008] Der wesentliche Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass die Sticks
in der parallelen Anordnung, in der sie die Stickmaschine verlassen, linear weiter
verarbeitet werden. Die bei den herkömmlichen Vorrichtungen verwendete Änderung von
der parallelen in die serielle Verarbeitung entfällt. Auch bleiben die Beschleunigungskräfte
gering, insbesondere weil die Sticks nur jeweils eine halbe Kammerbreite seitlich
verschoben werden, worauf sie unter dem Einfluss der Schwerkraft in ihre Sammeltrichter
fallen. In diesem Sammeltrichter werden so viele Sticks gesammelt, wie gewünscht,
wobei die Ermittlung entweder durch Zählung oder auch durch Wiegung erfolgen kann,
um erst dann in den Versandkarton eingefüllt zu werden. Auf diese Weise gelingt es,
die kurzen Taktintervalle der Stickmaschine umzuwandeln in lange Taktintervalle beim
Verpacken der Kartons, was der Lagegenauigkeit der Sticks im Karton zugute kommt.
Dank der linearen Verarbeitung kann auch durch einfaches Wiegen kontrolliert werden,
ob alle Abfüllstationen der Stickmaschine einwandfrei arbeiten.
[0009] Während normalerweise ein Versandkarton nur Sticks aus einer einzigen Produktionslinie
enthält, besteht bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die Möglichkeit, Sticks aus
mehreren nebeneinander liegenden Produktionslinien in einen Karton einzufüllen. Hierzu
müssen die Kammerseitenwände nicht nur eine Kammerbreite sondern jeweils mehrere Kammerbreiten
seitlich bewegt werden, während gleichzeitig die jetzt nicht benötigten Bodenöffnungen
geschlossen werden. Auf diese Weise können in einen Karton Sticks eingefüllt werden,
die z. B. mit Schokolade in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gefüllt sind.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung sind die Kammerseitenwände an einem taktweise umlaufenden,
endlosen Riemen befestigt. Dies verringert den konstruktiven Aufwand und die Vibrationen
während des Betriebs.
[0011] Um sicherzustellen, dass die Sticks in ihrer vollen Länge in der Kammer liegen, bevor
die Seitenbewegung beginnt, besitzt die Einführbahn einen die Sticks beschleunigenden
Transportriemen.
[0012] Da die Enden der Sticks aus zwei zusammengeschweißten Lagen Kunststofffolie bestehen,
sind sie sehr dünn und vor allem wenig steif. Um nun zu verhindern, dass die Enden
der Sticks sich zwischen Kammerboden und Kammerseitenwand verklemmen, ist gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung der Kammerboden mit parallelen Nuten versehen. Der Boden
der Kammerseitenwände besitzt ein korrespondierendes Kammprofil, taucht somit in diese
Nuten ein, so dass die Sticks und deren Enden sich nicht mehr verklemmen können.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung befinden sich unter den Sammeltrichtern
Ablegetrichter mit einer gesteuert zu öffnenden Klappe, wobei eine Hubvorrichtung
die Ablegetrichter von den Sammeltrichtern zu den Kartons bewegt. Dadurch wird verhindert,
dass bei einem großen Abstand zwischen Sammeltrichter und Karton, beispielsweise bedingt
durch hochstehende Kartondeckel, die aus großer Höhe herunterfallenden Sticks ihre
Position unkontrolliert verändern oder möglicherweise sogar aus dem Karton herausfallen.
[0014] Als Klappen in den Sammel- bzw. Abwiegetrichtern eignen sich bevorzugt Bodenklappen.
[0015] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form eines Ausführungsbeispiels näher
erläutert werden. Es zeigen
- Fig.1
- eine Verpackungsanlage, bestehend aus Stickmaschine, Transportband und Befüllstation
und
- Fig.2
- eine Ansicht der Vorderseite der Befüllstation der Fig. 1 in isometrischer Darstellung.
[0016] Fig. 1 zeigt rein schematisch eine Stickmaschine 2, in der je nach Kapazität drei
bis zwölf Kunststofffolienschläuche parallel zu Sticks 1 verarbeitet werden, die in
Kartons 3 verpackt werden sollen. Die Sticks 1 verlassen die Stickmaschine 2 über
eine Rutsche und gelangen auf ein Transportband 4, auf dem sie parallel liegend einer
Befüllstation 10 zugeführt werden. Die Befüllstation 10 steht auf einem Maschinengestell
6, auf dem auch ein Transportband 5 für die Kartons 3 montiert ist.
[0017] Die Befüllstation 10 umfasst zunächst für jeden Stick 1 eine Einführbahn 11, deren
Boden durch einen die Sticks 1 beschleunigenden Transportriemen 20 gebildet ist.
[0018] Die Sticks 1 gelangen auf diese Weise in eine Kammer 12, die in Fig. 2 zu erkennen
ist. Diese Kammer 12 wird gebildet durch einen stationären Kammerboden 13, eine stationäre
Kammerrückwand 14 und jeweils zwei bewegliche Kammerseitenwände 15. Der Kammerboden
13 besitzt zwischen zwei Kammern 12 je einen Schlitz, durch den je ein Stick 1 hindurchfallen
kann. Die Kammerseitenwände 15 sind an einem taktweise umlaufenden, endlosen Riemen
19 befestigt, der von einem Servomotor 19' angetrieben ist.
[0019] Um ein Verklemmen der Sticks 1 und insbesondere ihrer dünnen Enden zwischen Kammerboden
13 und beweglicher Kammerseitenwand 15 zu verhindern, ist der Kammerboden 13 mit parallelen
Nuten versehen. Die Böden der Kammerseitenwände 15 besitzen ein korrespondierendes
Kammprofil, welches in die Nuten eintaucht und so das Verklemmen verhindert.
[0020] Sobald alle Kammern 12 einen Stick 1 enthalten, wird der Riemen 19 mit den Kammerseitenwänden
15 eine Kammerbreite bewegt. Dabei werden alle Sticks 1 seitlich verschoben und fallen
durch den Bodenschlitz in je einen unter den Schlitzen angebrachten Sammeltrichter
16. Sobald die Sammeltrichter 16 mit der gewünschten Anzahl von Sticks 1 gefüllt sind,
öffnet sich ihre Bodenklappe gesteuert und die Sticks 1 fallen in die unter dem Trichter
16 stehenden Kartons 3. Sind alle Kartons 3 nach einem oder auch mehreren Entleerungsvorgängen
gefüllt, wird das Transportband 5 in Bewegung gesetzt. Die vollen Kartons 3 werden
abgefördert, leere Kartons 3 werden zugefördert. Da für diesen Vorgang genügend Zeit
zur Verfügung steht, können die Bewegungen ohne große Beschleunigungskräfte erfolgen.
[0021] Ist der Abstand zwischen den Sammeltrichtern 16 und den auf dem Förderband 5 stehenden
Kartons 3 so groß, wie in Fig. 2 dargestellt, beispielsweise weil die Kartons 3 hochstehende
Deckel besitzen, so könnten die Sticks beim Herunterfallen ihre Position unkontrolliert
verändern, möglicherweise sogar aus dem Karton 3 herausfallen. Um dies zu verhindern,
befinden sich unterhalb der Sammeltrichter 16 Ablegetrichter 17, die ebenfalls eine
gesteuert zu öffnende Bodenklappe besitzen. Die vollen Ablegetrichter 17 können mit
Hilfe einer Hubvorrichtung 18 nach unten zu den Kartons 3 gefahren werden. Auf diese
Weise ist sichergestellt, dass beim Öffnen der Bodenklappe die Sticks geordnet in
die Kartons 3 fallen.
1. Vorrichtung zum Verpacken von in einer Stickmaschine (2) zu mehreren parallel hergestellten
und über Rutschen ausgelieferten Sticks (1) in Kartons (3), im wesentlichen umfassend
- ein Transportband (4) für die Sticks (1),
- ein Transportband (5) für die Kartons (3)
- und eine Befüllstation (10),
gekennzeichnet durch die Merkmale:
- die Befüllstation (10) umfasst
- für jeden Stick (1) eine Einführbahn (11),
- hinter der Einführbahn (11) eine Kammer (12), gebildet aus
- einem Kammerboden (13),
- einer Kammerrückwand (14)
- und zwei Kammerseitenwänden (15),
- der Kammerboden (13) besitzt zwischen zwei Kammern (12) je einen Schlitz, durch den je ein Stick (1) hindurchfallen kann,
- die Kammerseitenwände (15) sind taktweise seitlich verfahrbar,
- unter den Schlitzen befinden sich Sammeltrichter (16) mit einer gesteuert zu öffnenden
Klappe,
- die sich öffnende Klappe entlässt die Sticks (1) aus dem Sammeltrichter (16).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- die Kammerseitenwände (15) sind an einem taktweise umlaufenden, endlosen Riemen
(19) befestigt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- die Einführbahn (11) besitzt einen die Sticks (1) beschleunigenden Transportriemen
(20).
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch die Merkmale:
- der Kammerboden (13) ist mit parallelen Nuten versehen,
- die Stirnseiten der Kammerseitenwände (15) besitzen ein korrespondierendes Profil.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch die Merkmale:
- unter den Sammeltrichtern (16) befinden sich Ablegetrichter (17) mit einer gesteuert
zu öffnenden Klappe,
- eine Hubvorrichtung (18) bewegt die Ablegetrichter (17) zu den Kartons (3).
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
gekennzeichnet durch das Merkmal:
- die Klappen von Sammel- bzw. Ablegetrichter (16, 17) sind Bodenklappen.