[0001] Die Erfindung betrifft eine Langspalt-Walzenpresse zum Entwässern einer Faserstoffbahn
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine derartige Langspalt-Walzenpresse ist beispielsweise aus der DE 35 03 240 C2
bekannt, die eine angetriebene Gegenwalze aufweist, der ein feststehender Tragkörper
mit einem darin geführten Preßschuh zugeordnet ist. Der Preßschuh ist mittels Drucköl
in Richtung auf die Gegenwalze anpreßbar. Um den Tragkörper ist ein endloser Preßmantel
herumgeführt. Der Preßschuh bildet mit dem entsprechenden Mantelabschnitt der Gegenwalze
einen verlängerten Preßspalt, durch den die zu entwässernde Faserbahn zusammen mit
dem Preßmantel in Bahnlaufrichtung geführt ist. Der Preßschuh weist dazu ein Oberteil
auf, das eine Gleitbahn hat, entlang der der Preßmantel läuft. Die Gleitbahn ist in
Abhängigkeit des gewünschten Preßdruckverlaufs über die Preßspaltbreite an die Mantelfläche
der Gegenwalze angepaßt. Hinsichtlich des Preßdruckverlaufes wünscht man, beginnend
am Einlauf in den Preßspalt, ein zunächst allmähliches Ansteigen des Preßdrucks bis
zu einem Maximum und kurz vor dem Auslauf aus dem Preßspalt ein plötzliches Abfallen
des Preßdrucks, um einer Rückbefeuchtung der Faserstoffbahn am Auslauf des Preßspalts
entgegenzuwirken. Dazu ist die Mitte der Gleitfläche des Preßschuhs ein Stück weit
entgegen der Bahnlaufrichtung neben die Preßebene versetzt, so daß eine unsymmetrische
Preßdruckverteilung in Bahnlaufrichtung erzielt wird. Die erzielten Trockengehalte
der Faserstoffbahn waren jedoch nicht befriedigend.
[0003] Aus der DE 37 08 189 C2 ist eine Langspalt-Walzenpresse bekannt, bei der die Mittelachsen
des Tragkörpers und der Gegenwalze in einer vorzugsweise vertikalen Preßebene liegen,
so daß der am Tragkörper angeordnete Preßschuh parallel zur Preßebene seitlich verschiebbar
ist. Die Laufbahn des Walzenmantels ist jedoch entgegen der Laufrichtung der Faserstoffbahn
aus der Preßebene versetzt angeordnet und liegt damit exzentrisch zur Mittelachse
des Tragkörpers, um die Gefahr einer Rückbefeuchtung weiter zu verringern. Nachteilig
hierbei ist jedoch, daß die Walzenmittelpunkte nicht mehr in der Stapelebene liegen,
wodurch die Beanspruchung und der Verschleiß der sich drehenden Bauteile, insbesondere
des flexiblen Walzenmantels erhöht ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Langspalt-Walzenpresse der genannten Art
zu schaffen, die einfach aufgebaut ist und mit der hohe Trockengehaltswerte in der
Faserstoffbahn erzielbar sind.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Hierdurch wird eine Langspalt-Walzenpresse geschaffen, die durch ein Schrägstellen
des Preßschuhs gegenüber der Stapelebene symmetrisch mit nur einer Stapelebene aufgebaut
ist, trotzdem aber kurz vor dem Auslauf aus dem Preßspalt ein plötzliches Abfallen
des Preßdrucks erreicht wird, so daß eine Rückbefeuchtung der Faserstoffbahn am Auslauf
des Preßspalts weitgehend verhindert wird. Insbesondere wird ein steilerer Druckverlauf
während des Entwässerns erreicht, obwohl der Preßschuh symmetrisch zur Lastebene liegt.
Ferner ist die Beanspruchung des Walzenmantels reduziert und der Verschleiß desselben
vermindert, da insbesondere die Drehachse des Walzenmantels mit den Drehmittelpunkten
der beidseitigen Walzenmantellagerungen zusammenfallen kann.
[0007] Der Preßschuh kann gegenüber dem Träger verkippt oder der Preßschuh samt Träger verkippt
sein, wozu der Träger um den Walzenmittelpunkt der Preßwalze drehbar ist.
[0008] Wahlweise in Abhängigkeit von einem gewünschten Anstieg des Druckverlaufs im Preßspalt
kann der spitze Winkel zwischen Stapel- und Lastebene gewählt werden und liegt vorzugsweise
im Bereich von 1° bis 5°.
[0009] Das Oberteil des Preßschuhs kann zudem gegenüber einer Mittelachse des Preßschuhs
in Einlaufrichtung länger ausgebildet sein als in Auslaufrichtung, um eine optimale
Druckverlaufskurve im Preßspalt zu erreichen.
[0010] Der Preßschuh kann gemäß der Ansprüche 6 und/oder 7 mit Hydrauliklastzylindern ausgestattet
sein, die einen gelenkigen Bewegungsausgleich des Preßschuhs gegenüber dem Träger
erlauben, insbesondere um Wärmeausdehnungen auszugleichen.
[0011] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung zu entnehmen.
[0012] Die Erfindung wird nachstehend anhand der in den beigefügten Abbildungen dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt schematisch im Querschnitt eine Gegenwalze und eine Langspalt-Preßwalze einer
Langspalt-Walzenpresse gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- zeigt schematisch im Querschnitt eine Gegenwalze und eine Langspalt-Preßwalze einer
Langspalt-Walzenpresse gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- zeigt schematisch im Querschnitt eine Gegenwalze und eine Langspalt-Preßwalze einer
Langspalt-Walzenpresse gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.
[0013] Fig. 1 zeigt eine Langspalt-Walzenpresse zum Entwässern einer Faserstoffbahn, insbesondere
einer Papierbahn, die Teil einer Papierherstellungsmaschine sein kann.
[0014] Die Langspalt-Walzenpresse umfaßt eine Langspalt-Preßwalze 1 und eine angetriebene
Gegenwalze 2, die in einem Preßspalt 3 zusammenwirken. Die Langspalt-Preßwalze 1 und
die Gegenwalze 2 legen mit ihren Walzenmittelpunkten eine Stapelebene S fest. Die
Stapelebene S verläuft hier vertikal. Die Langspalt-Preßwalze 1 und die Gegenwalze
2 können alternativ auch so angeordnet sein, daß die Stapelebene S geneigt oder horizontal
verläuft. Durch den Preßspalt 3 ist mindestens eine Filzbahn 4 sowie die zu pressende
Faserstoffbahn 5 geführt.
[0015] Die Langspalt-Preßwalze 1 umfaßt einen feststehenden Träger 6 und einen um den Träger
6 drehbaren Walzenmantel 7, der aus einem flexiblen Material, z. B. Gummi oder Kunststoff,
besteht. Der Walzenmantel 7 ist schlauchförmig ausgebildet und mit seinen Enden am
drehbar auf dem Träger 6 sitzenden Deckel (nicht dargestellt) befestigt, um eine geschlossene
Langspalt-Preßwalze 1 zu bilden. Einem Zwischenraum 8 zwischen Träger 6 und Walzenmantel
7 kann Druckluft zugeführt werden, wodurch der Walzenmantel 7 aufgeblasen werden kann,
um eine zylindrische Form zu erhalten. Diese zylindrische Form ist wegen des Walzenmanteltransportes
für den Arbeitsbeginn der Langspalt-Preßwalze 1 erforderlich. Im Betrieb verhindert
die zylindrische Form eine Flattern des Walzenmantels. Die Drehachse des Walzenmantels
fällt dabei zusammen mit den Drehmittelpunkten der beidseitigen Walzenmantellagerungen.
[0016] An dem Träger 6 ist ein Preßschuh 10 vorgesehen, der ein Oberteil 11 aufweist, an
dem eine Gleitfläche 9 ausgebildet ist, auf der sich der Walzenmantel 7 im Bereich
des Preßspaltes 3 abstützt. Die Gleitfläche 9 ist im Querschnitt vorzugsweise randseitig
konvex und im Tragbereich überwiegend konkav ausgebildet. Der Preßschuh 10 ist mittels
Drucköl in Richtung auf die Gegenwalze 2 anpreßbar. Der Preßschuh 10 bildet mit dem
entsprechenden Mantelabschnitt der Gegenwalze 2 den verlängerten Preßspalt 3, durch
den die mindestens eine Filzbahn 4 und die zu entwässernde Faserstoffbahn zusammen
mit dem Walzenmantel 7 in Bahnlaufrichtung geführt ist. Die Mitnahme des nicht angetriebenen
Walzenmantels 7 erfolgt dabei durch die Bahnen 5, 4, wobei die Gleitfläche 9 einen
Einlauf und einen Auslauf festlegt. Die Auslaufrichtung ist in Fig. 1 durch den Pfeil
in der angetriebenen Gegenwalze 2 angezeigt. Der Preßspalt 3 wird in bekannter Weise
hydrodynamisch und/oder hydrostatisch geschmiert.
[0017] Der Preßschuh 10 umfaßt eine Stützleiste, auf der das Oberteil 11 befestigt ist,
das die Gleitfläche 9 trägt. Die Stützleiste besteht aus einer Mehrzahl beabstandet
zueinander angeordneter, kolbenartige Teile enthaltender Stützanordungen 12, die jeweils
am Träger 6 abgestützt sind. Die Stützanordnungen 12 sind in Richtung auf die Gegenwalze
2 bewegbar, aufgrund einer Druckbeaufschlagung eines Druckraumes 13, der an ein hydraulisches
Druckmittel, z.B. Öl oder Wasser angeschlossen ist. Der Anschluß der Druckmittelleitungen
erfolgt in bekannter Weise.
[0018] Der Preßschuh 10 definiert danach eine Lastebene L, die von der geometrischen Mittellinie
der Stützanordnungen 12 gebildet wird. Die Anordnung des Preßschuhs 10 gegenüber der
Stapelebene S erfolgt derart, daß die Lastebene L des Preßschuhs 10 die Stapelebene
S im Mittelpunkt der Gegenwalze 2 und spitzwinklig zur Auslaufrichtung hin schneidet
und der Preßschuh 10 radial verschiebbar ist, längs dieser derart zur Stapelebene
S ausgerichteten Lastebene L. Die Anordnung des Preßschuhs 10 kann derart erfolgen,
daß die Lastebene L mit einem Winkel im Bereich von 1° bis 5° gegenüber der Stapelebene
S verdreht ist.
[0019] Zur Ausrichtung des Preßschuhs 10 gegenüber der Stapelebene S ist der Preßschuh 10
gemäß Fig. 1 am Träger 6 verkippt angeordnet. Das Oberteil 11 ist vorzugsweise derart
ausgebildet, daß dieses gegenüber der Lastebene L in Einlaufrichtung länger ausgebildet
ist als in Auslaufrichtung.
[0020] Die Ausbildung der Stützanordnungen 12 als Hydrauliklastzylinder kann wie beispielsweise
in der DE-AS 27 59 035 beschrieben erfolgen, wobei wegen der unterschiedlichen Wärmedehnungen
zwischen der Stützleiste und dem Träger 6 sowie entstehender Längendifferenzen aufgrund
einer Durchbiegung des Trägers 6 bevorzugt ist, festgehaltene rohrförmige Kolbenteile
14 zu verwenden, die an ihren beiden Enden abdichtend und gelenkig geführt sind, in
Ausnehmungen eines Oberteilanschlusses 15 und eines Trägeranschlusses 16, die jeweils
Zylinderabschnitte bilden. Die rohrförmigen Kolbenteile 14 erlauben, daß das Oberteil
11 sich gegenüber dem Träger 6 neigen kann.
[0021] Das in Fig. 2 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem
in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel dadurch, daß der Träger 6 samt Preßschuh
10 verkippt ist, so daß der Preßschuh 10 längs einer die Stapelebene S im Mittelpunkt
der Gegenwalze 2 und spitzwinklig zur Auslaufrichtung hin schneidenden Lastebene L
radial verschiebbar ist. Der Träger 10 ist dazu vorzugsweise in einer nicht dargestellten
Stuhlung um den Mittelpunkt der Langspalt-Preßwalze gedreht. Der Preßschuh 10 ist
dann parallel ausgerichtet zum Träger 6 an diesem angeordnet. Im übrigen gelten die
vorstehenden Ausführungen zu Fig. 1 entsprechend.
[0022] Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel, das sich von dem in Fig. 1 dargestellten
ersten Ausführungsbeispiel dadurch unterscheidet, daß die Langspalt-Preßwalze 1 kopfseitig
der Gegenwalze 2 angeordnet ist, wodurch sich ein obenliegender Preßschuh 10 ergibt.
Im übrigen gelten die Ausführungen zu Fig. 1 entsprechend. Ergänzend zeigt Fig. 3,
daß für eine hydrodynamische Schmierung des Preßspaltes 3 eine Ölzufuhr 17 am Einlauf
des Preßspaltes 3 vorgesehen ist. Mittels eines Schabers 18 ist das auf die Innenseite
des Walzenmantels 7 aufgebrachte Schmierrnittel hinter dem Preßspalt 3 wieder abrakelbar.
Der Schaber 18 ist vorzugsweise in einem oberen Bereich der Langspalt-Preßwalze 1
angeordnet, um unter Nutzung der Schwerkraft das abgerakelte Schmiermittel in einen
Auffangbehälter 19 fließen zu lassen, von wo es über mindestens ein Leitung 20 ableitbar
ist.
1. Langspalt-Walzenpresse zum Entwässern einer Faserstoffbahn in einem Preßspalt, der
einerseits von einer rotierenden Gegenwalze und andererseits von einer Langspalt-Preßwalze
gebildet ist, deren Walzenmittelpunkte in einer Stapelebene liegen, und die Langspalt-Preßwalze
einen feststehenden Träger und einen um den Träger drehbaren, flexiblen Walzenmantel
aufweist, wobei der Mantel im Bereich des Preßspaltes am Träger auf einer Gleitfläche
abgestützt ist, die an einem einen Ein- und Auslauf definierenden Oberteil eines gegenüber
dem Träger in einer Belastungsrichtung verschiebbaren Preßschuhs ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Preßschuh (10) längs einer die Stapelebene (S) im Mittelpunkt der Gegenwalze
(2) und spitzwinklig zur Auslaufrichtung hin schneidenden Lastebene (L) radial verschiebbar
ist.
2. Langspalt-Walzenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßschuh (10) am Träger (6) verkippt angeordnet ist.
3. Langspalt-Walzenpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (6) samt Preßschuh (10) verkippt angeordnet ist.
4. Langspalt-Walzenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lastebene (L) mit einem spitzen Winkel im Bereich von 1° bis 5° gegenüber der
Stapelebene (S) verdreht ist.
5. Langspalt-Walzenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (11) des Preßschuhs (10) gegenüber einer Mittelachse des Preßschuhs
(10) in Einlaufrichtung länger ausgebildet ist als in Auslaufrichtung.
6. Langspalt-Walzenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßschuh (10) eine Mehrzahl von gelenkigen Hydrauliklastzylindern (12) umfaßt,
die in Querrichtung beabstandet zueinander angeordnet sind, wobei jeder Hydrauliklastzylinder
(12) jeweils ein rohrförmiges zylindrisches Kolbenelement (14) umfaßt, das endseitig
einerseits gelenkig in einem Zylinderabschnitt (15) am Oberteil (11) und andererseits
gelenkig in einem Zylinderabschnitt am Träger (6) eingreift.
7. Langspalt-Walzenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Langspalt-Preßwalze (1) und die Gegenwalze (2) in einer vertikalen Stapelebene
(S) angeordnet sind, und die Langspalt-Preßwalze (1) oberhalb der Gegenwalze (2) mit
einem obenliegenden Preßschuh (10) ausgebildet ist.