Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine hydraulische Schaltungsanordnung zum
Betrieb eines kupplungsgetriebenen mechanischen Verbrauchers, insbesondere einer mechanischen
Presse, gemäß den Oberbegriffen der jeweiligen unabhängigen Ansprüche.
[0002] Kupplungs-Bremskombinationen der hier betroffenen Art werden häufig zum Betrieb von
mechanischen Pressen eingesetzt. Dabei dienen hydraulische Sicherheitsventile zu deren
Steuerung. Ein solches Pressensicherheitsventil ist bspw. aus der DE 38 17 123 A1
bekannt geworden. Dieses wird durch zwei elektromagnetisch betätigbare Vorsteuerventile
angesteuert und weist zwei gegenläufig zueinander bewegbare Ventilkörper mit Steuerkolben
auf. Mittels der Steuerkolben werden die Verbindungen zwischen einem Pumpenanschluß,
zwei Arbeitsanschlüssen sowie zwei Tankanschlüssen gesteuert.
[0003] Weiterhin ist in der DE 196 20 468 A1 ein ähnliches Sicherheitsventil beschrieben,
bei dem in einem Gehäuse zwei parallel angeordnete Arbeitskolben vorgesehen sind,
von denen jeder mit einem Ventilteller fest verbunden ist. Beide Arbeitskolben werden
mittels Vorsteuerventilen elektromagnetisch angesteuert. Im Gehäuse ist ein Zulauf
ausgebildet, der an eine Druckluftquelle angeschlossen ist. Der Zulauf führt zu den
Ventiltellern, die mittels Kreuzkanälen über Kreuz miteinander verbunden sind. Über
einen Verbraucheranschluß kann ein Verbraucher, z.B. ein Kolbenantrieb einer mechanischen
Presse, in der Schaltstellung des Sicherheitsventils mit Druck beaufschlagt werden,
werden in einer Nullstellung der Verbraucher über einen Entlüftungsanschluß entlüftet
ist. Von den Kreuzkanälen zweigt jeweils ein Kanal zu jedem der Vorsteuerventile ab.
Ferner verläuft von jedem Vorsteuerventil ein Kanal zum zugehörigen Arbeitskolben.
Zudem ist jedes Vorsteuerventil mit einer Magnetspule versehen, und jede Magnetspule
ist über eine Stromzuführleitung an eine Stromquelle angeschlossen, die Teil einer
Maschinensteuerung ist.
[0004] Ein gattungsgemäßes Sicherheitsventilanordnung geht ferner aus der vorveröffentlichten
PCT-Anmeldung WO 01/12997 hervor, auf die in dem vorliegenden Zusammenhang vollumfänglich
Bezug genommen wird. Diese Ventilanordnung weist eine Sicherheitsventileinheit und
eine Dämpfungsventileinheit auf. Diese beiden Einheiten sind über einen Druckanschluss
mit einer Hydraulikpumpe, über einen Tankanschluß mit einem Hydraulikfluidtank sowie
über einen Arbeitsanschluß mit einem mechanischen Verbraucher, in dem vorliegenden
Beispiel einen zum Betrieb einer mechanischen Presse vorgesehener Kupplungs- und/oder
Bremskolben, hydraulisch bzw. druckleitend verbunden. Die Sicherheitsventileinheit
weist insbesondere ein erstes in Sitzventilbauweise ausgebildetes 2/2-Wegeventil auf,
bei dem ein in eine Ventilkammer hineinreichender Kolben mit einer an der Innenseite
des Ventilgehäuses ausgebildeten Ringfläche einen Ventilsitz bildet. Dieser Ventilsitz
verbindet oder trennt eine von dem Druckanschluß ausgehende Druckleitung mit einer
von dem Arbeitsanschluß ausgehenden Arbeitsleitung.
[0005] Ferner sind zwei ebenfalls in Sitzventilbauweise ausgebildete 2/2-Wegeventile vorgesehen,
bei denen an einer inneren Ringfläche etwa zum Anliegen kommende Kolben einen Ventilsitz
bilden, und die im stromlosen Betriebszustand mittels Federvorspannungen offen sind.
Daher befinden sich die zuletzt genannten 2/2-Wegeventile insbesondere im Falle eines
Energieausfalls in der sicheren "Offen"-Stellung, in der die Arbeitsleitung entlastet
ist. Auch bei diesen Ventilen werden die Kolben hydraulisch über Steuerkammern (aktiv)
bewegt.
[0006] Im Betrieb der eingangs genannten mechanischen Pressen kann es aufgrund einer Wärmeentwicklung
an der Kupplung zu einer thermischen Überlastung kommen. Eine solche Wärmeentwicklung
kann durch Schlupfbewegungen, vorliegend insbesondere durch einen Kupplungsschlupf,
hervorgerufen werden. Mehrmals aufeinanderfolgende kurzzeitige Überlastungen der genannten
Art können sogar zur Zerstörung der Kupplung führen, womit auch die Presse nicht mehr
funktionsfähig ist.
[0007] Des Weiteren existieren mechanische Pressen, bei denen pneumatisch betätigte Kupplungen
eingesetzt werden. Der Überlastschutz dieser Pressen erfolgt dabei mittels der genannten
pneumatisch betätigten Kupplungen. Im Nennlastbereich der Presse lässt sich bei diesen
Pressen der Kupplungsdruck (Luftdruck) über eine Düse absenken und somit die Presse
vor einer Überlastung schützen. Die dabei ermöglichte Druckabsenkung ergibt sich aus
dem Düsenquerschnitt. Ein geeigneter Düsenquerschnitt kann anhand von Vorversuchen
empirisch ermittelt werden. Allerdings sind eine weitergehende Optimierung und Druckanpassung
dort nicht mehr möglich.
Zusammenfassung der Erfindung
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine hydraulische
Schaltungsanordnung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzuentwickeln, dass
ein möglichst wirksamer Überlastschutz der vorbeschriebenen Art bereitgestellt wird.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
[0010] Der Erfindung liegt bei dem Verfahren der Gedanke zugrunde, einen möglichen Überlastfall
durch Druckabsenkung in der Kupplung zu verhindern. Die Druckabsenkung bewirkt dabei
insbesondere eine Herabsetzung des an der Kupplung resultierenden, auf die Presse
einwirkenden Drehmomentes und verhindert somit wirksam den genannten Überlastfall.
[0011] Aufgrund der Druckabsenkung in der Kupplung kann es allerdings zu einem Kupplungsschlupf
(Rutschen) kommen, der aufgrund der entstehenden Reibungswärme zu einer thermischen
Überlastung der Kupplung führen kann. Daher wird das Schlupfverhalten der Kupplung
in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung mittels einer Schlupfüberwachung
überwacht. Im Falle einer solchen übermäßigen Wärmeentwicklung in der Kupplung werden
dann geeignete Schritte, bspw. ein Notstop des mechanischen Verbrauchers, durchgeführt.
[0012] Bei der ebenfalls vorgeschlagenenen hydraulischen Schaltungsanordnung ist zur Lösung
der genannten Aufgabe insbesondere vorgesehen, den hydraulischen Druck einer hier
betroffenen hydraulisch betätigten Kupplung im Nennlastbereich der Presse mittels
einer geeigneten Ventiltechnik abzusenken. Die Druckminderung erfolgt bevorzugt in
Zeit-, Weg- oder Winkelschritten, bspw. über den Stellwinkel der Pressensteuerung,
und wird in einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen hydraulischen
Schaltungsanordnung mittels einer Stetigventiltechnik realisiert. Denn eine vorbeschriebene
Druckabsenkung mittels einer Düse ist wegen der vorliegend fehlenden Kompressibilität
des hydraulischen Fluids (bspw. Öl) nicht möglich.
[0013] Die erfindungsgemäße hydraulische Schaltungsanordnung weist in einer bevorzugten
Ausführungsform ein Proportional-Druckbegrenzungsventil auf, welches in einem Bypass
einer Druck- bzw. Arbeitsleitung, und zwar im Bereich zwischen einem Pressensicherheitsventil
und einer Kupplung, angeordnet ist. Mittels des Proportional-Druckbegrenzungsventil
lässt sich der in der Kupplung vorherrschende hydraulische Drucks einstellen bzw.
verändern.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform ist ein Wegeventil zum Öffnen und Schließen eines
2/2-Wegeventils angeordnet. In einer weiteren Ausführungsform ist zusätzlich ein Wegeventil
zur Druckversorgung eines Kupplungsteuerkreises vorgesehen.
[0015] Mittels geeigneter Ansteuerung der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung kann die
Druckabsenkung, welche in einer Ausführungsform aus dem auf den mechanischen Verbraucher
(bspw. die Presse) in dessen Nennlastbereich ausgeübten Drehmoment berechnet wird,
mit hoher Präzision erfolgen. Zusätzlich kann die Druckabsenkung bereits mit der Inbetriebnahme
des mechanischen Verbrauchers, insbesondere der Presse, optimiert werden.
[0016] Des Weiteren kann die Druckabsenkung bei der vorgenannten Ansteuerung der Schaltungsanordnung
durch geeignete Parametrierung an verschiedene Arbeitsgeschwindigkeiten des mechanischen
Verbrauchers, insbesondere der Presse, angepasst werden, um somit in jeder Betriebsphase
des mechanischen Verbrauchers (bspw. der Presse) einen optimalen Überlastschutz zu
gewährleisten.
[0017] Eine bevorzugte Schlupfüberwachung besteht aus einer Sensorik umfassend einen Sensor
zur Erfassung des am mechanischen Verbraucher vorherrschenden hydraulischen Drucks
und/oder einen Sensor) zur Erfassung der Drehzahl eines Antriebs des mechanischen
Verbrauchers sowie einen Sensor zur Erfassung der Drehzahl eines Abtriebs des mechanischen
Verbrauchers.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungform werden die von der Sensorik erfassten Daten einer
speicherprogrammierbaren Steuerung zugeführt, die aus der Differenz der erfassten
Drehzahlen für den Antrieb und den Abtrieb der Kupplung und/oder dem erfassten hydraulischen
Druck an der Kupplung die Temperatur der Kupplung im Nennlastbereich des mechanischen
Verbrauchers (z.B. der Presse) ermittelt.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform wird alternativ oder zusätzlich die Temperatur
der Kupplung durch Messung eines oder mehrerer unterschiedlicher Betriebsparameter
der Schaltungsanordnung und/oder des mechanischen Verbrauchers ermittelt und mit einer
maximal zulässigen Temperatur verglichen. Den wenn die genannte Überlastung aufgrund
eines Schlupfes mehrmals hintereinander auftritt, führt dies aufgrund der Reibungsverluste
zu einem Temperaturanstieg in der Kupplung. Wir die maximal zulässige Temperatur überschritten,
wird ein Anhalten des Verbrauchers veranlasst. Ein neuer Betriebszyklus des Verbrauchers
wird dann erst wieder freigegeben, wenn die Kupplung abgekühlt ist.
[0020] Insgesamt ergibt sich mit der Erfindung ein sehr wirkungsvoller mechanischer Überlastschutz
für einen hydraulisch betriebenen, mechanischen Verbraucher, insbesondere eine mechanische
Presse, wobei gleichzeitig auch eine vorwiegend thermisch bedingte Zerstörung der
die mechanische Presse antreibenden Kupplung wirksam verhindert wird.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0021] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
eingehender beschrieben, aus denen sich weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben. In der Zeichnung zeigen im Einzelnen:
Fig. 1 eine hydraulische Schaltungsanordnung gemäß der Erfindung;
Fig. 2 ein typischer Betriebs- bzw. Funktionsablauf der in Fig. 1 gezeigten Schaltungsanordnung
anhand einiger in einem Zeitdiagramm dargestellten Betriebsparameter; und
Fig. 3 eine Schlupfüberwachungseinrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Ausführliche Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0022] Die in der Fig. 1 gezeigte hydraulische Schaltungsanordnung zur Steuerung eines mechanischen
Verbrauchers, vorliegend einer Kupplung 17 einer Kupplungs-Bremskombination (KB) einer
(nicht gezeigten) Presse, ist aus einem Pressensicherheitsventil (PSV), einer Kaskadenschaltung
(KS) bzw. Rampenschaltung (RS) und einer getrennt angeordneten Schlupfüberwachung
(SÜ) gebildet.
[0023] Die Schaltungsanordnung umfasst als Magnetventile ausgebildete Wegeventile (WV) 4.1,
4.2, 11.1 und 11.2. Beim Start der Presse werden die magnetischen Antriebsspulen Y1,
Y2, Y3 und Y4 der Wegeventile 4.1, 4.2, 11.1 und 11.2 entregt, womit diese in die
Kreuzstellung schalten, so dass die 2/2-Wegeventile 2.1 und 2.2 schließen und das
2/2-Wegeventil 3 verzögert öffnet (siehe auch oberen Teil der Fig. 2).
[0024] Die in der Fig. 1 gezeigte Schaltungsanordnung weist ferner ein Proportional-Druckbegrenzungsventil
(DBV) 10 auf, welches in einer Bypassleitung 29 zwischen einer Druck- bzw. Arbeitsleitung
27, 27', und zwar im Bereich zwischen dem Pressensicherheitsventil (PSV) und der Kupplung
17, angeordnet ist. Mittels des Proportional-Druckbegrenzungsventils 10 lässt sich
der in der Kupplung vorherrschende hydraulische Drucks einstellen bzw. verändern.
[0025] Gleichzeitig mit dem Start der Presse wird das Proportional-Druckbegrenzungsventil
(DBV) 10 über einen Sollwert auf den Nenndruck eingestellt. Der Druck baut sich nun
über das 2/2-Wegeventil 3 zur Kupplung 17 hin auf. Nach einer bestimmten Zeit bzw.
einem bestimmten Einstellwinkel der Kupplung 17, wird die Magnetspule Y3 des Wegeventils
11.1 entregt. Das 2/2-Wegeventil 3 wird über das Wegeventil 11.1 und eine in der Schaltungsanordnung
weiter vorgesehene Düse 14 verzögert geschlossen. Von diesem Zeitpunkt an erfolgt
die Druckversorgung der Kupplung 17 über das Wegeventil 11.2, sowie ein in der Schaltungsanordnung
ferner angeordnetes Rückschlagventil 12 und die Düse 13.
[0026] Im Nennlastbereich der Presse wird der an bzw. in der Kupplung herrschende hydraulische
Druck über das Proportional-Druckbegrenzungsventil (DBV) 10 in Zeit-, Weg- oder Winkelschritten
abgesenkt. Wie aus der Fig. 2 zu ersehen, erfolgt die Druckabsenkung bevorzugt durch
rampenförmige oder kaskaden- bzw. treppenförmige Sollwertveränderungen mittels einer
zeitlichen (parabelähnlichen) Rampenfunktion 100 oder einer Kaskaden- bzw. Treppenfunktion
102 zur Ansteuerung des Proportional-Druckbegrenzungsventils (DBV) 10. Der resultierende
Kupplungsdruck ist darunter eingezeichnet. Mit den beiden Ansteuerfunktionen 100,
102 ergeben sich jeweils zugehörige Druckkurven 100' und 102'.
[0027] Durch Vergleich des genauen zeitlichen Verlaufs der Kurven 100 und 100' sowie 102
und 102' ist zu erkennen, dass bei der rampenförmigen Ansteuerung 100, die vorliegend
aus drei einzelnen, parabelähnlichen Teilkurven gebildet ist, ein hyperbolisch-ähnlicher
Abfall 100' des Kupplungsdruckes resultiert. Im Gegensatz dazu ergibt sich bei der
kaskadenförmigen Ansteuerung 102 wiederum ein nahezu übereinstimmender kaskadenförmiger
Abfall 102', d.h. die Vorhersagbarkeit des resultierenden Kupplungsdruckes ist bei
der Kaskadenfunktion höher als bei der Rampenfunktion und somit auch die resultierende
Druckabsenkung in der Kupplung feinfühliger, d.h. in kleineren Weg-, Winkel- oder
Zeitschritten, und daher auch präziser einstellbar.
[0028] Bei einem Betriebsstop der Presse bzw. Kupplung 17 einer (nicht gezeigten) Kupplungs-Bremskombination
werden die Magnetspulen Y1, Y2 und Y4 wieder entregt. Dadurch werden die 2/2-Wegeventile
2.1 und 2.2 wieder geöffnet. Der in der Kupplung 17 herrschende Druck baut sich auf
Null ab.
[0029] Wie aus der Fig. 3 zu ersehen, weist die vorgeschlagene Schaltungsanodnung zusätzlich
eine Schlupfüberwachungseinrichtung auf. Diese beinhaltet je einen Drehzahlsensor
18.1 und 18.2 für die Drehzahlmessung von Antrieb, bspw. einem Schwungrad, und Abtrieb,
bspw. einer Kupplungswelle, der Kupplung 17. Des Weiteren ist ein Drucksensor 16 zur
Druckmessung des hydraulischen Fluids in der Kupplung 17 angeordnet.
[0030] Wenn beim Start der Presse der Beschleunigungsvorgang abgeschlossen ist, stimmen
die Drehzahlen von Antrieb und Abtrieb überein. Tritt im Nennlastbereich eine thermische
Überlastung der Kupplung 17 auf, rutscht die Kupplung 17, mit der Folge, dass sich
die Drehzahl des Abtriebs gegenüber der des Antriebs verringert. Die so entstandene
Drehzahldifferenz wird von den Drehzahlsensoren 18.1 und 18.2 erfasst und zusammen
mit dem vom Drucksensor 16 erfassten Kupplungsdruck mittels einer in der Fig. 3 gezeigten
speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) 19 die Wärmemenge und somit die Temperaturerhöhung
in der Kupplung 17 ermittelt. Nach einem etwa auftretenden vorbeschriebenen thermischen
Überlastfall wird die Kupplung zunächst abgekühlt. Wenn die Betriebszyklen relativ
kurzzeitig sind und der beschriebene thermische Überlastungszustand häufiger auftritt,
steigt die Temperatur in der Kupplung 17 stark an. In der Steuerung (SPS) 19 ist die
maximal zulässige Temperatur gespeichert.
[0031] Wenn die IST-Temperatur 90% der zulässigen Temperatur erreicht, gibt die SPS 19 ein
Warnsignal aus. Bei Erreichen der Maximaltemperatur gibt die SPS 19 dann ein Alarmsignal
an die (nicht gezeigte) Pressensteuerung, woraufhin die Presse abgeschaltet wird.
Nun beginnt eine Abkühlphase der Kupplung 17. Die SPS 19 ermittelt die Kupplungstemperatur
während der Abkühlung. Wenn die Ausgangstemperatur wieder erreicht ist, kann dann
ein neuer Start der Presse erfolgen.
[0032] Es versteht sich, dass die in den Figuren 1 und 3 beschriebene Presse nur als bevorzugtes
Anwendungsbeispiel für einen mittels einer Kupplung getriebenen mechanischen Verbraucher
verstanden wird und die Erfindung prinzipiell auch bei anderen mittels einer kupplungsgestützten
Kraftübertragung betriebenen mechanischen Verbrauchern wie bspw. Biege-, Richt- oder
Stanzmaschinen vorteilhaft einsetzbar ist. Insbesondere sind solche mechanischen Verbraucher
umfasst, die ein ankuppelbares Schwungrad zur Speicherung mechanischer Energie aufweisen.
1. Verfahren zum Betrieb eines kupplungsgetriebenen (17) mechanischen Verbrauchers, insbesondere
einer mechanischen Presse, wobei wenigstens ein mit einer hydraulischen Druckquelle
(20) verbindbarer Druckanschluss (21), wenigstens ein mit der Kupplung (17) verbindbarer
Arbeitsanschluss (22), wenigstens ein mit einem ein Hydraulikfluid aufweisenden Tank
(23) verbindbarer Tankanschluss (24), mindestens zwei mittels wenigstens eines elektrisch
ansteuerbaren Steuerventils (25, 26) betätigbare, in einer zwischen dem Tankanschluss
(24) und dem Arbeitsanschluss (22) vorgesehenen Arbeitsleitung (27, 27') angeordnete
Arbeitsventile (2.1, 2.2), sowie wenigstens ein 2/2-Wegeventil (3), welches eine von
dem Druckanschluss (21) ausgehende Druckleitung (28) von der von dem Arbeitsanschluss
(22) ausgehenden Arbeitsleitung (27, 27') trennt, vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass in Zeit-, Wegund/oder Winkelschritten eine Druckabsenkung des in oder an der Kupplung
(17) herrschenden hydraulischen Drucks vorgenommen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckabsenkung mittels einer Rampenfunktion oder einer Kaskadenfunktion erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftreten eines Kupplungsschlupfes überwacht wird und im Falle eines zu einer
übermäßigen Wärmeentwicklung in der Kupplung führenden Kupplungsschlupfes geeignete
Schritte, insbesondere ein Notstop des mechanischen Verbrauchers, durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Drehzahlen für den Antrieb und den Abtrieb der Kupplung (17) erfasst werden und aus
der Differenz der erfassten Drehzahlen die Temperatur der Kupplung im Nennlastbereich
des mechanischen Verbrauchers, insbesondere der Presse, ermittelt und mit einer maximal
zulässigen Temperatur verglichen wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Kupplung durch Messung eines oder mehrerer unterschiedlicher Betriebsparameter
der hydraulischen Schaltungsanordnung ermittelt und mit einer maximal zulässigen Temperatur
verglichen wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckabsenkung aus dem auf den mechanischen Verbraucher, insbesondere die Presse,
in dessen Nennlastbereich ausgeübten Drehmoment berechnet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckabsenkung bereits mit der Inbetriebnahme des mechanischen Verbrauchers optimiert
wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckabsenkung durch geeignete Parametrierung an verschiedene Arbeitsgeschwindigkeiten
des mechanischen Verbrauchers angepasst wird.
9. Hydraulische Schaltungsanordnung zum Betrieb eines kupplungsgetriebenen (17) mechanischen
Verbrauchers, insbesondere einer mechanischen Presse, mit wenigstens einem mit einer
hydraulischen Druckquelle (20) verbindbaren Druckanschluss (21), mit wenigstens einem
mit der Kupplung (17) verbindbaren Arbeitsanschluss (22) und mit wenigstens einem
mit einem ein Hydraulikfluid aufweisenden Tank (23) verbindbaren Tankanschluss (24),
sowie mit mindestens zwei mittels wenigstens eines elektrisch ansteuerbaren Steuerventils
(25, 26) betätigbaren Arbeitsventilen (2.1, 2.2), die in einer zwischen dem Tankanschluss
(24) und dem Arbeitsanschluss (22) vorgesehenen Arbeitsleitung (27, 27') angeordnet
sind, ferner mit einem 2/2-Wegeventil (3), welches eine von dem Druckanschluss (21)
ausgehende Druckleitung (28) von der von dem Arbeitsanschluss (22) ausgehenden Arbeitsleitung
(27, 27') trennt, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsleitung (27, 27') im Bereich des Arbeitsanschlusses (22) und des Tankanschlusses
(24) eine den mindestens zwei Arbeitsventilen (2.1, 2.2) vorgeschaltete Bypassleitung
(29) aufweist, in der ein Proportional-Druckbegrenzungsventil (10) zur Druckeinstellung
angeordnet ist.
10. Hydraulische Schaltungsanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wegeventil (11.1) zum Öffnen und Schließen des 2/2-Wegeventils (3) angeordnet
ist.
11. Hydraulische Schaltungsanordnung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wegeventil (11.2) zur zeitweiligen Druckversorgung der Kupplung (17) angeordnet
ist.
12. Hydraulische Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sensorik (16, 18.1, 18.2) zur Überwachung des Kupplungsschlupfes (17) vorgesehen
ist.
13. Hydraulische Schaltungsanordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensorik (16, 18.1, 18.2) einen Sensor (16) zur Erfassung des an der Kupplung
(17) vorliegenden hydraulischen Druckes und/oder einen Sensor (18.1) für die Erfassung
der Drehzahl eines Antriebs der Kupplung (17) sowie einen Sensor (18.2) für die Erfassung
der Drehzahl eines Abtriebs der Kupplung (17) aufweist.
14. Hydraulische Schaltungsanordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Sensorik (16, 18.1, 18.2) erfassten Daten einer speicherprogrammierbaren
Steuerung (19) zugeführt werden, welche aus der Differenz der erfassten Drehzahlen
für den Antrieb und den Abtrieb der Kupplung (17) und/oder dem erfassten hydraulischen
Druck an der Kupplung (17) die Temperatur der Kupplung (17) im Nennlastbereich des
mechanischen Verbrauchers, insbesondere der Presse, ermittelt.