[0001] Die Erfindung betrifft eine Stapelvorrichtung zur Bildung von Stapeln aus Stapelgut.
[0002] Zur Trocknung von stapelbaren Gütern, wie z.B. Holzbretter und Lamellen, wird üblicherweise
zunächst ein Stapel errichtet, indem abwechselnd Lagen des stapelbaren Gutes und quer
zur Längsrichtung dieses Gutes angeordnete Stapelleisten aufeinander geschichtet werden.
Die Stapelleisten sorgen für die Abstandshaltung zwischen den einzelnen Lagen des
zu trocknenden Gutes und bewirken somit, dass das zu trocknende Gut von allen Seiten
belüftet werden kann, wobei die Belüftung auf natürliche Weise oder durch Zwangsluftströmung
erfolgen kann.
[0003] Als Stapelleisten werden meist Latten aus Holz, Aluminium oder Kunststoff verwendet.
Nachteilig an diesen Stapelleisten ist jedoch, dass sie selbst eine beträchtliche
Fläche des zu trocknenden Gutes abdecken, weshalb es an der Grenzfläche zwischen zu
trocknendem Gut und Stapelleisten und in der Nähe davon zu Verfärbungen des zu trocknenden
Gutes oder sogar zu Auftreten von Schimmelpilz kommen kann. Um dieses Problem zu mildern,
wurde in der AT 407 242 vorgeschlagen, eine Stapelleiste aus Holz so auszubilden,
dass in mindestens einer der Auflageflächen Belüftungskanäle vorgesehen sind, deren
Längsachse schräg zur Längsachse der Stapelleiste verläuft, um solcherart in den Belüftungskanälen
eine turbulente Strömung zu erzeugen, so dass auch an der Grenzfläche zwischen der
Stapelleiste und dem zu trocknenden Gut bzw. in der Nähe davon eine zufriedenstellende
Trocknungswirkung erzielt werden kann.
[0004] Aus der DE 41 31 642 A1 ist weiters eine Stapelvorrichtung zur Beabstandung von zum
Zweck der Trocknung in Stapeln angeordneten Furnier- und dünnen Holzlagen bekannt,
wobei die Vorrichtung als Stapelplatte ausgebildet ist, die auf wenigstens einer Seite
linienförmige, im Abstand stehende Auflageabschnitte aufweist. Die linienförmige Stützung
soll einerseits eine minimale Auflagefläche gewährleisten und andererseits einen hohen
Druck in verhältnismäßig kurzen Abständen auf das Holz ausüben, um eine Einspannung
und damit Formstabilisierung der Holzbrettchen während der Trocknung zu bewirken.
Nachteilig an dieser Stapelvorrichtung ist jedoch, dass aufgrund der Linienauflage,
die durch eine zickzack-förmige Platte erzeugt wird, nur eine Querströmung von Trocknungsluft,
aber keine Längs- oder turbulente Strömung möglich ist. Daher ist die Trocknungsleistung
nicht optimal.
[0005] Die erfindungsgemäße Stapelvorrichtung bietet jedoch eine Lösung für die genannten
Probleme an, indem zumindest auf einer Hauptfläche einer Basisplatte eine Vielzahl
von Erhebungen ausgebildet ist, die Auflagepunkte oder Auflageflächen für das zu stapelnde
Gut bilden, wobei zwischen den Erhebungen sowohl in Längs- als auch Querrichtung der
Basisplatte Zwischenräume zur Bildung von Luftströmungskanälen vorgesehen sind. Der
Querschnitt der Erhebungen ist dabei nicht spezifisch eingeschränkt, er kann insbesondere
polygonal, kreisförmig oder länglich sein.
[0006] Zur verbesserten Druckaufnahme erweist es sich als günstig, wenn sich die Erhebungen
von der Basisplatte zum Auflagepunkt bzw. zur Auflagefläche hin verjüngen, insbesondere
konisch oder kalottenförmig ausgebildet sind. Alternativ dazu ist vorgesehen, die
Erhebungen zylindrisch auszubilden.
[0007] Um die Gesamt-Auflagefläche aller Erhebungen möglichst gering zu halten, sollte der
Durchmesser einer Erhebung nur einen Bruchteil der Länge oder Breite der Basisplatte
betragen, so dass sowohl in Längs- als auch Querrichtung der Basisplatte eine Vielzahl
von Erhebungen angeordnet werden kann. Vorzugsweise ist der Abstand zwischen zwei
benachbarten Erhebungen an derselben Hauptseite der Basisplatte größer als der mittlere
Durchmesser der Auflagefläche einer solchen Erhebung. In Ausnahmefällen kann dieser
Abstand, abhängig vom Stapelgut, auch kleiner als der Durchmesser der Auflagefläche
sein.
[0008] Eine einfach herstellbare und robuste Stapelvorrichtung besteht zweckmäßig aus Kunststoff,
Metall, wie z.B. rostfreier Stahl oder eine Leichtmetallegierung, oder Holz.
[0009] Besonders leicht und billig läßt sich eine erfindungsgemäße Stapelvorrichtung herstellen,
wenn sie eine Folie oder ein Blech umfasst, die/das geprägt oder tiefgezogen wird.
Dabei kann die Folie bzw. das Blech Erhebungen auf beiden Hauptflächen aufweisen,
die abwechselnd in einem regelmäßigen Muster angeordnet sind, wodurch die Herstellung
in einem Arbeitsgang möglich wird. Alternativ dazu kann die Folie bzw. das Blech Erhebungen
nur auf einer Hauptfläche aufweisen, wobei zwei solcher Folien oder Bleche an ihren
erhebungslosen Hauptflächen miteinander verbunden werden. Diese Ausführungsform zeichnet
sich durch größere Steifigkeit aufgrund der verdoppelten Basisplatten aus. Um die
Steifigkeit der Stapelvorrichtung zu erhöhen, kann auch eine Verstärkungsplatte vorgesehen
sein, die mit der Folie oder dem Blech verbunden ist.
[0010] Eine bevorzugte Anwendung der erfindungsgemäßen Stapelvorrichtung liegt darin, sie
als Stapelleiste für zu trocknendes Gut, wie z.B. Holzbretter, Lamellen oder Furniere,
auszubilden, eventuell zusätzlich mit Rahmen zur Stabilisierung der Platten gegen
seitliches Verrutschen. Solche Stapelleisten bzw. Stapellatten können in verschiedenen
Breiten und Höhen bereitgestellt werden und beispielsweise Streifenform umfassen,
bei der wenige oder auch nur eine Reihe von Erhebungen vorgesehen ist. Es ist auch
vorgesehen, dass von erfindungsgemäßen Stapelvorrichtungen in Plattenform streifenförmige
Stapelleisten abgeschnitten oder entlang von Schwächungslinien abgebrochen werden
können.
[0011] Im Folgenden werden anhand der perspektivischen Darstellungen der Figuren 1 bis 4
vier Ausführungsbeispiele der Erfindung erläutert.
[0012] Fig. 1 zeigt in der Perspektive eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Stapelvorrichtung 10, umfassend eine Basisplatte 11, von deren Hauptflächen sich in
der Zeichnung nach oben und unten eine Vielzahl von Erhebungen 12, 12' erstreckt,
wobei die Erhebungen Auflageflächen 13, 13' aufweisen, so dass die Stapelvorrichtung
zwischen zu stapelnde Güter gelegt werden kann und diese Güter voneinander beabstandet.
Zwischen den Erhebungen 12, 12' befinden sich sowohl in Längs- als auch Querrichtung
der Basisplatte Zwischenräume 14 zur Bildung von Luftströmungskanälen. Die Erhebungen
12, 12' sind von der Basisplatte zur Auflagefläche hin konisch zulaufend, wobei der
Abstand zwischen zwei benachbarten Erhebungen 12, 12 bzw. 12', 12' auf derselben Hauptseite
der Basisplatte 11 größer als der Durchmesser der Auflagefläche 13 bzw. 13' der Erhebungen
ist. Die Stapelvorrichtung 10 kann vorteilhaft aus einer geprägten oder tiefgezogenen
Folie aus Kunststoff oder einem geprägten oder tiefgezogenen Blech aus Stahl oder
Aluminium hergestellt sein. Die Erhebungen sind solcherart gegeneinander versetzt,
das sowohl in Längs- als auch Querrichtung jeweils Erhebungen in entgegengesetzte
Richtungen einander abwechseln.
[0013] In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Stapelvorrichtung
20 dargestellt, die ebenfalls Erhebungen 22, 22' zu beiden Seiten einer Basisplatte
21 aufweist. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von jener von Fig. 1 nur dadurch,
dass die Erhebungen in die entgegengesetzten Richtungen in Reihen voneinander versetzt
sind.
[0014] Fig. 3 zeigt eine Stapelvorrichtung 30, die sich von den vorhergehenden Ausführungen
vor allem dadurch unterscheidet, dass die Basisplatte 31 nur auf einer ihrer Hauptflächen
mit Erhebungen 32 versehen ist. Eine solche Ausführungsform eignet sich vor allem
als unterste Schicht eines Stapels, wobei die erhebungslose Hauptfläche der Basisplatte
auf dem Untergrund aufruht. Wiederum kann die Vorrichtung aus Kunststofffolie oder
Metallblech bestehen und durch Prägen oder Tiefziehen in die gewünschte Form gebracht
worden sein.
[0015] Fig. 4 wiederum zeigt eine Stapelvorrichtung 40, die aus zwei der Stapelvorrichtungen
30 von Fig. 3 zusammengesetzt ist, deren Basisplatten 31 so Rücken an Rücken angeordnet
sind, dass sich die Erhebungen 32 der beiden Vorrichtungen 30 voneinander weg erstrecken.
Die Basisplatten 31 werden durch Kaschieren oder Punktschweißen miteinander verbunden,
wodurch sich eine höhere Steifigkeit ergibt.
[0016] Obwohl die Erhebungen aller dargestellten Ausführungsformen kegelstumpfförmig sind,
versteht es sich, dass auch andere Formen, wie Kalotten, Prismen oder dergleichen
unter den Schutzbereich der Erfindung fallen. Vorteilhaft sind weiters geometrische
Formen mit gekrümmter Auflagefläche, die für das Stapelgut einen Auflagepunkt bilden.
[0017] Ein weiterer Vorteil sind die geringen Investitionskosten und die Möglichkeit des
automatischen Hebens und Senkens der Platten mit Vakuumhebern, Stapelmaschinen o.
dgl.
1. Stapelvorrichtung zur Bildung von Stapeln aus Stapelgut, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest auf einer Hauptfläche einer Basisplatte (11, 21, 31) eine Vielzahl von
Erhebungen (12, 12'; 22, 22'; 32) ausgebildet ist, die Auflagepunkte oder Auflageflächen
(13, 13') für das zu stapelnde Gut bilden, wobei zwischen den Erhebungen (12) sowohl
in Längs- als auch Querrichtung der Basisplatte Zwischenräume (14) zur Bildung von
Luftströmungskanälen vorgesehen sind.
2. Stapelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Erhebungen (12, 12'; 22, 22'; 32) von der Basisplatte (11, 21, 31) zum Auflagepunkt
bzw. zur Auflagefläche (13) hin verjüngen, insbesondere konisch oder kalottenförmig
ausgebildet sind.
3. Stapelvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen zylindrisch ausgebildet sind.
4. Stapelvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl in Längs- als auch Querrichtung der Basisplatte (11, 21, 31) eine Vielzahl
von Erhebungen (12, 12'; 22, 22'; 32) angeordnet ist, wobei vorzugsweise der Abstand
zwischen zwei benachbarten Erhebungen auf derselben Hauptseite der Basisplatte größer
als der mittlere Durchmesser der Auflagefläche einer solchen Erhebung ist.
5. Stapelvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie (10, 20, 30, 40) aus Kunststoff oder Metall, wie z.B. rostfreier Stahl oder eine
Leichtmetallegierung, oder Holz besteht.
6. Stapelvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Folie oder ein Blech umfasst, die/das geprägt oder tiefgezogen ist.
7. Stapelvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie bzw. das Blech Erhebungen auf beiden Hauptflächen aufweist, die abwechselnd
in einem regelmäßigen Muster angeordnet sind.
8. Stapelvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie bzw. das Blech Erhebungen nur auf einer Hauptfläche aufweist, wobei zwei
solcher Folien oder Bleche an ihren erhebungslosen Hauptflächen miteinander verbunden
sind (Fig. 4).
9. Stapelvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verstärkungsplatte vorgesehen ist.
10. Stapelvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als Stapelleiste für zu trocknendes Gut, wie z.B. Holzbretter oder Furniere,
ausgebildet ist.
11. Stapelvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelleiste Streifenform mit wenigen oder einer Reihe an Erhebungen aufweist.