[0001] Die Erfindung betrifft eine Farbspritzpistole nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Zur Erreichung eines optimalen Arbeitsergebnisses ist es bei Farbspritzpistolen äußert
wichtig, den Spritzdruck derart einzustellen, daß sich eine optimale Zerstäubung bei
guter Arbeitsgeschwindigkeit und hohem Auftragswirkungsgrad ergibt. Zur exakten Druckeinstellung
bzw. Überwachung des Eingangsdrucks wird daher am Lufteingang der Spritzpistole vielfach
ein Druckregelventil mit einem Manometer vorgeschaltet. Durch ein in der Regel an
der Unterseite Pistolenhandgriffs befestigtes Druckregelventil mit Manometer wird
allerdings die Handhabung der Spritzpistole beeinträchtigt.
[0003] Von der Fa. Sata wurde daher z.B. eine unter der Bezeichnung "Sata jet RP, Digital"
vertriebene Farbspritzpistole entwickelt, bei der die Druckerfassungs- und Druckanzeigeeinrichtung
in den Griff des Pistolenkörpers eingebaut ist. Bei dieser bekannten Spritzpistole
ist am unteren Ende des Handgriffs eine Verbindungsbohrung von der durch den Pistolengriff
führenden Druckluftzufuhrbohrung zu einer im Handgriff angeordneten Druckmeßkammer
vorgesehen. Durch eine derartige Anordnung kann jedoch nur der Pistoleneingangsdruck
und nicht der über eine Ventilanordnung einstellbare Spritzdruck überwacht werden.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spritzpistole zu schaffen, die mit einfachen Mitteln
eine Erfassung und Anzeige des Spritzdrucks ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Farbspritzpistole mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Spritzpistole kann die Druckluft durch das in die Druckluftbohrung
eingesteckte Rohr zu der durch einen Abzugsbügel betätigbaren Ventilanordnung geleitet
werden, während der zwischen der Innenwand der Druckluftbohrung und der Außenwand
des Rohrs gebildete Zwischenraum für eine Druckluftverbindung zwischen einem stromabwärts
der Ventilanordnung angeordneten Druckraum und einer im Handgriff des Pistolenkörpers
integrierten Druckerfassungs- und Druckanzeigeeinrichtung genutzt werden kann. Über
den Zwischenraum und einfach herstellbare Verbindungsbohrungen kann so der über die
Ventilanordnung einstellbare Spritzdruck auch ohne aufwendig zu fertigende Verbindungskanäle
angezeigt werden.
[0007] Bei Verwendung einer digitalen Anzeigeeinrichtung, die in der Regel nur bei Überschreiten
einer vorgegebenen Druckschwelle aktiviert wird, ergibt sich durch die erfindungsgemäße
Ausführung der Vorteil einer längeren Lebensdauer der Batterie zur Versorgung der
Anzeigeeinrichtung, da eine Druckanzeige nur bei Betätigung des Abzugsbügels erfolgt.
[0008] Zweckmäßige Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
[0009] So kann z.B. die Verbindung zwischen dem Druckraum stromabwärts der Ventilanordnung
und dem Zwischenraum auf fertigungstechnisch einfache Weise durch eine zur Mittelachse
der Druckluftbohrung seitlich versetzte erste Verbindungsbohrung hergestellt werden,
die durch den Handgriff von dessen Außenseite schräg zu dem Druckraum führt und in
einem mittleren Bereich mit dem Zwischenraum in Verbindung steht. An ihrem äußeren
Ende ist die erste Verbindungsbohrung durch eine Kugel oder ein anderes geeignetes
Verschlußelement verschlossen.
[0010] Auch die Verbindung vom Zwischenraum zu der im Pistolengriff angeordneten Druckmeßkammer
kann durch eine zweite Verbindungsbohrung erfolgen, die zweckmäßigerweise vom Eingang
der Druckluftbohrung schräg durch den Handgriff zur Druckmeßkammer führt. Auf diese
Weise muß die zweite Verbindungsbohrung nicht durch eine Kugel oder dgl. verschlossen
werden, wie dies bei der ersten Verbindungsbohrung erforderlich ist. Die erste und/oder
die zweite Verbindungsbohrung sind in einer weiteren vorteilhaften Ausführung zumindest
teilweise als Kapillarbohrungen ausgeführt. Durch eine derartige Kapillare kann verhindert
werden, daß die zur Reinigung der Spritzpistole verwendeten Lösemittel oder auch Lack-
bzw. Farbreste in den Bereich des Druckaufnehmers gelangen und damit eine ordnungsgemäße
Druckmessung beeinträchtigen oder verhindern.
[0011] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Farbspritzpistole in einer zum Teil geschnittenen Seitenansicht
und
- Figur 2
- einen Pistolenkörper einer erfindungsgemäßen Farbspritzpistole.
[0012] Die in Figur 1 dargestellte Farbspritzpistole enthält einen Pistolenkörper 1 mit
einem Handgriff 2 und einem Oberteil 3, an dem ein Aufhängehaken 4 angeformt ist.
Durch das Oberteil 3 verläuft eine von vorne nach hinten durchgehende und mehrfach
abgestufte Durchgangsbohrung 5, in der eine Düsennadel 6 axial verschiebbar geführt
ist. Die Durchgangsbohrung 5 weist einen im Durchmesser erweiterten vorderen Bereich
7 auf, in den eine schräge Zulaufbohrung 8 mit einem Innengewinde 9 zum Aufschrauben
eines nicht dargestellten Farbaufnahmebehälters mündet.
[0013] An dem vorderen Ende der Durchgangsbohrung 5 ist ein Innengewinde 10 vorgesehen,
über das eine Farbdüse 11 in das Oberteil 3 des Pistolenkörpers 1 eingeschraubt ist.
Die Farbdüse 11 enthält an ihrem vorderen Ende eine Düsenbohrung 12, die zusammen
mit einem spitz zulaufenden vorderen Endteil der über einen Abzugsbügel 13 axial bewegbaren
Düsennadel 6 einen regulierbaren Zulauf für die Farbe, den Lack oder dgl. bildet.
Zur Verschiebung der Düsennadel enthält der über einen Bolzen 14 am Pistolenkörper
1 angelenkte Abzugsbügel 13 einen innerhalb einer Ausnehmung 15 im Pistolenkörper
1 angeordneten Querbolzen 16, durch den die Düsennadel 6 verläuft. Auf der Düsennadel
6 ist eine Nadelhülse 17 fixiert, an deren vorderen Ende der Querbolzen 16 des Abzugsbügels
13 beim Zurückziehen zur Anlage gelangt. An dem hinteren Ende der Nadelhülse 17 liegt
das vordere Ende einer Druckfeder 18 an, die sich mit ihren hinteren Ende an einer
durch eine Kontermutter 19 gesicherten Farbmengenregulierschraube 20 abstützt. Durch
Zurückziehen des Abzugsbügels 13 wird die Düsennadel 6 entgegen der Kraft der Druckfeder
nach hinten verschoben, so daß sich die Düsenbohrung 12 zur Abgabe der Farbe öffnet.
[0014] Um die Farbdüse 11 sind eine Luftdüse 21 mit einer durch eine Überwurfmutter 22 an
dem Oberteil 3 des Pistolenkörpers 1 befestigbaren Luftkappe 23 und ein Luftverteilerring
24 angeordnet. Durch die Luftkappe 23 wird ein die Düsenbohrung 12 der Farbdüse 11
umgebender Ringspalt 25 begrenzt. In nach vorne vorstehenden Hörnern 26 der Luftkappe
23 sind außerdem sogenannte Hornluftbohrungen 27 zur Strahlformung angeordnet. Die
Druckluftzufuhr zur Luftdüse 21 erfolgt durch - in der Schnittdarstellungen von Figur
1 und 2 nicht erkennbare - seitliche Druckluftbohrungen, die mit einer Druckraum 28
einer Ventilanordnung 29 zur Steuerung der Druckluftzufuhr zur Luftdüse 21 verbunden
sind.
[0015] Die Ventilanordnung 29 enthält einen durch den Abzugsbügel 13 über eine Stange 30
betätigbaren Ventilkolben 31, der zusammen mit einem Ventilsitz 32 in einer im Pistolenkörper
1 angeordneten Kolbenbohrung 33 ein Druckluftventil zwischen einem stromaufwärts des
Ventilsitzes 32 angeordneten Teil der Kolbenbohrung 33 und dem mit der Luftdüse 21
in Verbindung stehenden Druckraum 28 stromabwärts des Ventilsitzes 32 bildet. In dem
stromaufwärts des Ventilsitzes 32 liegenden Teil der Kolbenbohrung 33 ist außerdem
eine drehbare Hülse 34 angeordnet, die eine Querbohrung 35 im Bereich der Einmündung
einer durch den Handgriff 2 verlaufenden Druckluftbohrung 36 in den stromaufwärts
des Ventilsitzes 32 liegenden Teil der Kolbenbohrung 33 aufweist. Die Hülse 34 ist
drehfest mit einer Stellelement 37 verbunden, das am hinteren Ende der Kolbenbohrung
33 verdrehbar angeordnet ist. Durch Drehung des Stellelements 37 kann die Hülse 34
gedreht und somit der Luftdurchlaß im Bereich der Querbohrung 35 reguliert werden.
[0016] Wie besonders aus Figur 2 hervorgeht, ist in die durch den Handgriff 2 zur Kolbenbohrung
33 verlaufende Druckluftbohrung 36 ein von deren Innenwand beabstandetes Rohr 38 eingesetzt,
das zwischen seiner Außenwand und der Innenwand der Druckluftbohrung 36 einen im Querschnitt
ringförmigen Zwischenraum 39 begrenzt. An den beiden Enden des Rohres 38 ist jeweils
eine ringförmige Dichtung 40 bzw. 41 angeordnet, durch die der Zwischenraum 39 gegenüber
dem Pistolenkörper 1 nach oben und unten abgedichtet ist. Durch die beiden Dichtungen
40 und 41 wird außerdem das Rohr 38 innerhalb der Druckluftbohrung 36 zentrisch gehalten.
In Axialrichtung wird das Rohr 38 durch eine Haltering 42 fixiert, der in ein am Eingang
der Druckluftbohrung 36 vorgesehenes Innengewinde 43 eingeschraubt wird.
[0017] In dem Handgriff 2 des Pistolenkörpers 1 ist eine Aussparung 44 für die Aufnahme
einer in Figur 1 dargestellten Einrichtung 45 zur Erfassung und Anzeige des durch
die Ventilanordnung 29 vorgegebenen Einstelldrucks eingebaut. Diese Druckerfassungs-
und Druckanzeigeeinrichtung 45 enthält eine in die Aussparung 44 eingesetzte Digitalanzeige
46 und einen z.B. als piezoelektrischen Drucksensor ausgeführten, nicht im einzelnen
dargestellten Druckaufnehmer, der in einer Druckmeßkammer 47 im Handgriff 2 angeordnet
ist. Die Digitalanzeige 46 und der Druckaufnehmer werden durch eine mit einem Sichtfenster
versehene Abdeckplatte 48 im Handgriff 2 gehalten, die zur Verhinderung eines Flüssigkeitsund
Schmutzeintritts durch entsprechende Dichtelemente abgedichtet ist. In dem Handgriff
2 ist außerdem ein von dessen Rückseite zugängliches Aufnahmefach 49 für eine Batterie
zur elektrischen Versorgung der Druckerfassungs- und Anzeigeeinrichtung 45 vorgesehen.
[0018] Der durch die beiden Dichtungen 40 und 41 nach oben und unten abgedichtete Zwischenraum
39 zwischen der Druckluftbohrung 36 und dem Rohr 38 ist über einen ersten Verbindungskanal
mit dem Druckraum 28 stromabwärts des Ventilsitzes 32 verbunden. Dieser Verbindungskanal
besteht bei der gezeigten Ausführung aus einer zur Mittelachse der Drucklufbohrung
36 seitlich versetzten, ersten schrägen Bohrung 50, die von der Außenseite des Hanggriffs
2 zu dem Druckraum 28 führt und in einem mittleren Bereich mit dem Zwischenraum 39
in Verbindung steht. Das äußere Ende der Bohrung ist über eine in Figur 1 dargestellte
Kugel 51 oder ein anderes geeignetes Verschlußelement verschlossen. Von dem Zwischenraum
39 führt ein in Figur 1 gezeigte zweiter Verbindungkanal zu der Druckmeßkammer 47.
Dieser Verbindungskanal 52 ist zweckmäßigerweise eine zweite Bohrung 52, die vom Eingang
der Druckluftbohrung 36 schräg zu der Druckmeßkammer 47 führt. Durch diese Anordnung
muß die zweite Bohrung 52 nicht nur eine Kugel oder dgl. verschlossen werden, wie
dies bei dem ersten Verbindungskanal der Fall ist. Die erste Bohrung 50 und die zweite
Bohrung 52 sind zweckmäßigerweise als Kapillarbohrungen mit einem Durchmesser zwischen
1 und 2 mm ausgeführt. Dadurch kann verhindert werden, daß ein bei der Reinigung der
Spritzpistole verwendetes Reinigungs- bzw. Lösungsmittel und evtl. gelöste Lackpartikel
in den Druckmeßkammer 47 gelangen und dort zu einer Beeinträchtigung der Meßgenauigkeit
führen.
[0019] Die Druckluftzuführung zu der Ventilanordnung 29 erfolgt durch das Rohr 38, das im
Inneren einen Druckluftzuführungskanal 53 bildet. An der Unterseite des Handgriffs
2 ist in die Druckluftbohrung 36 ein mit dem Druckluftzuführungskanal 53 verbundenes
Luftanschlußstück 54 eingeschraubt.
1. Farbspritzpistole mit einer an einem Pistolenkörper (1) angeordneten Farbdüse (11),
einer um die Farbdüse (11) angeordneten Luftdüse (21), einem innerhalb einer Kolbenbohrung
(33) im Pistolenkörper (1) angeordneten Druckluftventil (31, 32) zur Steuerung der
Druckluftzufuhr zur Luftdüse (21), einer durch einen Handgriff (2) des Pistolenkörpers
(1) zur Kolbenbohrung (33) verlaufenden Druckluftbohrung (36) und einer im Handgriff
(2) angeordneten Druckerfassungsund Druckanzeigeeinrichtung (45), dadurch gekennzeichnet, daß in der Druckluftbohrung (36) ein von deren Innenwand beabstandetes Rohr (38) angeordnet
ist, das im Inneren einen Kanal (53) für die Druckluftzufuhr zu einem stromaufwärts
des Druckluftventils (31, 32) angeordneten Teil der Kolbenbohrung (33) bildet und
zwischen seiner Außenseite und der Innenwand der Druckluftbohrung (36) einen Zwischenraum
(39) begrenzt, der über einen ersten Verbindungskanal (50) mit einem stromabwärts
des Druckluftventils (31, 32) angeordneten Druckraum (28) und über einen zweiten Verbindungskanal
(52) mit einer der Druckerfassungs- und Druckanzeigeeinrichtung (45) zugeordneten
Druckmeßkammer (46) im Handgriff (2) verbunden ist.
2. Farbspritzpistole nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Verbindungskanal eine zur Mittelachse der Druckluftbohrung (36) seitlich
versetzte erste Verbindungsbohrung (50) ist, die von der Außenseite des Handgriffs
(2) zu dem Druckraum (28) führt und in einem mittleren Bereich mit dem Zwischenraum
(39) in Verbindung steht.
3. Farbspritzpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Verbindungsbohrung (50) an ihrem äußeren Ende durch eine Kugel (51) verschlossen
ist.
4. Farbspritzpistole nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Verbindungsbohrung (50) zumindest teilweise als Kapillarbohrung ausgebildet
ist.
5. Farbspritzpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Verbindungskanal eine zweite Verbindungsbohrung (52) ist, die vom Eingang
der Druckluftbohrung (36) schräg durch den Handgriff (2) zu der Druckmeßkammer (47)
führt.
6. Farbspritzpistole nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Verbindungsbohrung (52) zumindest teilweise als Kapillarbohrung ausgebildet
ist.
7. Farbspritzpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den beiden Enden des Rohres (38) jeweils eine ringförmige Dichtung (40, 41) angeordnet
ist, durch die der Zwischenraum (39) gegenüber dem Pistolenkörper (1) nach oben und
unten abgedichtet ist.
8. Farbspritzpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr (38) durch einen am Eingang der Druckluftbohrung (36) eingeschraubten Haltering
(42) fixiert ist.
9. Spritzpistole nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Eingang der Druckluftbohrung (36) ein mit dem Kanal (53) in Verbindung stehendes
Luftanschlußstück (54) angeordnet ist.