[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschichtungsanlage gemäß dem Oberbegriff den Anspruchs
1. Insbesondere handelt es sich um die Serienbeschichtung von Fahrzeugkarossen und
anderen Werkstücken mit linear z. B. parallel zur Werkstückförderrichtung verfahrbaren
Robotern, obwohl die Erfindung u.a. auch für die bei der Fahrzeuglackierung ebenfalls
üblichen Dach- und Seitenmaschinen anwendbar ist.
[0002] Bei Dach- und Seitenmaschinen zur Beschichtung von Fahrzeugkarossen sind die Zerstäuber
an linear verfahrbaren Schlitten angeordnet, die in einer schlitzartigen Öffnung eines
Gehäuses der Beschichtungsmaschine geführt und an den dem Gehäuseinneren zugewandten
Seiten mit ins Gehäuseinnere führenden Versorgungsleitungen für die Zerstäuber verbunden
sind, wobei die Gehäuseöffnung zum Schutz des Innenraums gegen die Umgebung mit einem
sich mit dem Schlitten verschiebenden Band abgedeckt wird (WO 95/09697). Üblicherweise
werden bisher bei Beschichtungsanlagen die die Gehäuseöffnung abdeckenden Abdeckbänder
mit ihrem einen Ende an jeweils einer Stirnseite des Schlittens befestigt, während
das andere Abdeckbandende mit Hilfe von Rollen, die von Motoren oder Federpaketen
angetrieben sein können, je nach der momentanen Bewegungsrichtung des Schlittens auf-
und abgewickelt wird. Es ist auch möglich, ein umlaufendes, an den beiden Stirnseiten
des Schlittens befestigtes und auf der Rückseite des Schlittens zurückgeführtes Abdeckband
vorzusehen.
[0003] Nachteilig ist bei diesen Konstruktionen u.a., dass durch das Aufrollen der zur Gehäuseaußenseite
weisenden, z. B. mit Beschichtungsmaterial verschmutzten Seite des Abdeckbandes die
Innenseite des Abdeckbandes ebenfalls verschmutzt wird, wobei es in der Folge auch
zu einem Verkleben des aufgerollten Abdeckbandes kommen kann. Insbesondere bei einem
umlaufenden Abdeckband können Abriebpartikel auf den zu beschichtenden Gegenstand
fallen und somit Lackfehler verursachen. Außerdem sind durch die Massenträgheit des
Aufwickelmechanismus der Verfahrgeschwindigkeit des Schlittens Grenzen gesetzt oder
sehr große Antriebsmotore nötig. Ebenfalls nachteilig sind bei den bekannten Konstruktionen
die Länge und das Gewicht der Abdeckbänder bei größeren Verfahrwegen des Schlittens,
der große Platzbedarf für Umlenk- und Rückführmechanismen und die Abdeckung der Rückführung
des Abdeckbandes.
[0004] Ein besonderes Problem ergibt sich darüber hinaus dann, wenn zwei oder mehr Schlitten
mit veränderlichem gegenseitigem Abstand vorhanden sein sollen. Ein typisches Beispiel
hierfür ist eine Beschichtungsanlage mit auf einer gemeinsamen Schienenkonstruktion
verfahrbaren Robotern, deren gegenseitiger Abstand sich während des Betriebes ständig
verändert, so dass die bekannten Bandabdeckkonstruktionen nicht verwendet werden können.
Bei derartigen Beschichtungsanlagen musste man sich daher bisher damit begnügen, die
Gehäuseöffnungen mit einem Luftvorhang abzudecken.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Beschichtungsanlage anzugeben,
bei der die oben erwähnten Nachteile vermieden werden und die Gehäuseöffnung auf einfache
Weise auch dann abgedeckt werden kann, wenn mehrere Schlitten mit veränderlichem gegenseitigem
Abstand vorhanden sind.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen gekennzeichnete Beschichtungsanlage
gelöst.
[0007] Durch das stationäre Abdeckband ist es möglich, beliebig viele Schlitten auf einer
Schienenkonstruktion anzuordnen und dennoch eine gleichzeitige Abdeckung der Gehäuseöffnung
durch ein gemeinsames Abdeckband zu erreichen, ohne Beeinträchtigung durch jeweilige
Versorgungsleitungen an jedem Schlitten.
[0008] Zugleich wird die bisher bestehende Gefahr des Verklebens von Bandlagen übereinander
bzw. ihrer Innen- und Außenseiten wie beim bisherigen Aufrollen ausgeschlossen. Auch
ist der Verschleiß des feststehenden Abdeckbandes wesentlich geringer als bei den
bekannten Konstruktionen, wodurch zugleich die Störungsgefahr durch Abriebpartikel
reduziert wird. Die Erfindung lässt sich mit einfachen Mitteln realisieren. Das Abdeckband
muss kaum länger sein als die abzudeckende Gehäuseöffnung. Eine Bandlängung kann durch
einfache Einrichtungen kompensiert werden. Die komplizierten Mechanismen zur Führung
und Umlenkung der bekannten bewegten Abdeckbänder entfallen.
[0009] Das Abdeckband kann mit seinen Enden am Gehäuse befestigt sein, doch wird die Abdichtwirkung
des Abdeckbandes verbessert, wenn die Beschichtungsanlage eine Spanneinrichtung zum
Spannen des Abdeckbandes aufweist.
[0010] Zum Schutz gegen unbeabsichtigtes Abheben des Abdeckbandes von der Gehäuseöffnung
und auch wegen einer besseren Dichtwirkung kann das Abdeckband außerhalb des von der
Abhebeeinrichtung abgehobenen Bereiches im Gehäuseinneren an der Öffnung anliegen.
[0011] An einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird die Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematisch vereinfachte perspektivische Ansicht eines Gehäuseauschnitts einer
Ausführungsform der Beschichtungsanlage;
- Fig. 2
- eine perspektivische Detailansicht eines Schlittens aus Fig. 1; und
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch das Gehäuse und den Schlitten einer praktisch realisierten
Ausführungsform der Beschichtungsanlage.
[0012] Fig. 1 zeigt ein Gehäuse 10 einer Beschichtungsanlage. In dem Gehäuse 10 befindet
sich eine Schiene 11, auf der ein Schlitten 12 in einer hier nicht gezeigten schlitzartigen
Gehäuseöffnung parallel zu der Werkstückförderrichtung geführt ist. Der Schlitten
12 ist entlang der Gehäuseöffnung in den Richtungen des Doppelpfeils 19 verfahrbar.
Auf dem Schlitten 12 kann ein ebenfalls nicht dargestellter, mit dem Schlitten 12
bewegbarer Lackierroboter angebracht sein. Ein Abdeckband 13 verschließt die Gehäuseöffnung
und schützt somit die im Gehäuse 10 angeordneten Bauteile vor Verschmutzung durch
Beschichtungsmaterial oder vor sonstigen die Bauteile schädigenden Einflüssen von
außen. Das Abdeckband 13 ist an seinen beiden Enden z. B. mittels Befestigungseinrichtungen
14, 14' am Gehäuse befestigt, also in seiner Längsrichtung stationär angeordnet. Es
kann etwa dieselbe Länge haben wie die abzudeckende Öffnung oder die Schiene 11. Das
Band 13 kann z. B. am einen Ende bei der durch eine Umlenkeinrichtung gebildeten Befestigungseinrichtung
14' über eine durch den Pfeil F angedeutete, dem Fachmann bekannte Spanneinrichtung
gespannt werden, um eine optimale Abdichtung des Gehäuseinneren gegenüber der Umgebung
sicherzustellen. Versorgungseinrichtungen 15 für den Roboter sind durch den Schlitten
12 und unter dem durch Umlenkrollen 16 und 17 angehobenen Abdeckband 13 hindurchgeführt.
Auf der Schiene 11 können weitere Schlitten mit weiteren Robotern angeordnet sein.
[0013] Fig. 2 zeigt den Schlitten 12 im Detail und den Verlauf des Abdeckbandes 13. Das
Abdeckband wird über die untere Umlenkrolle 16 nach oben geführt und damit von der
Gehäuseöffnung abgehoben. Die untere Umlenkrolle ist mit ihrer Achse parallel zu der
Ebene der abzudeckenden Öffnung quer zu deren Längsrichtung so angeordnet, dass ihr
der Öffnung zugewandter unterer Rand in oder in der Nähe der Ebene der Öffnung liegt.
Durch die zu der Rolle 16 parallele obere Umlenkrolle 17 wird das Band dann dem Verlauf
der Gehäuseöffnung folgend auf einer zweiten, in der von dem abzudeckenden Gehäuseinneren
wegweisenden Richtung von der Öffnungsebene beabstandeten Bandebene parallel zur Längsrichtung
weitergeführt, bis es schließlich durch eine zweite obere Umlenkrolle 20 und eine
zweite untere Umlenkrolle 21 wieder auf die ursprüngliche Bandebene zurückgeführt
wird. Somit ist es möglich, dass die Versorgungsleitungen 15 unter dem von der Gehäuseöffnung
abgehobenen Bereich des Abdeckbandes 13 aus dem Gehäuseinneren zum Schlitten bzw.
der mit diesem verbundenen Beschichtungseinrichtung nachgeführt werden können, wobei
gleichzeitig das Abdeckband die Abdeckung der Gehäuseöffnung in seinem nicht von der
Gehäuseöffnung abgehobenen Bereich sicherstellt. Befinden sich auf der Schiene 11
mehrere hier nicht dargestellte Schlitten 12, die mit Umlenkrollen 16, 17, 20, und
21 versehen sind und jeweils das Abdeckband 13 anheben bzw. wieder auf der Gehäuseöffnung
ablegen, so wird die Gehäuseöffnung auch in dem sich ständig ändernden Bereich zwischen
den Schlitten durch das Abdeckband 13 zuverlässig gegen die Umgebung abgedichtet.
Statt der vier zueinander parallelen Umlenkrollen 16, 17, 20 und 21 sind auch andere,
dem Fachmann bekannte Umlenkmechanismen verwendbar, auch solche, bei denen das Band
über nicht rotierende, z. B. teilzylindrische oder stiftartige Umlenkflächen gleitet,
obwohl die Umlenkrollen in der Regel zu bevorzugen sind.
[0014] Fig. 3 zeigt eine Konstruktionsmöglichkeit für die Beschichtungsanlage in dem hier
betrachteten Bereich mit einem Gehäuse 31, einem auf einer Schienenkonstruktion 36
innerhalb des Gehäuses 31 verfahrbaren Schlitten 32, einem Abdeckband 33, unteren
Umlenkrollen 34 und oberen Umlenkrollen 35. Das Band 33 dient zur Abdeckung der bei
38 erkennbaren schlitzartigen Gehäuseöffnung, durch die Versorgungsleitungen 37 z.B.
für einen Roboter durchgeführt sind. Unter dem von den unteren Umlenkrollen jeweils
abgehobenen Bereich des Abdeckbandes 33 können die Versorgungsleitungen 37 dem Schlitten
32 aus dem Inneren des Gehäuses 31 nachgeführt werden. Die Versorgungsleitungen werden
also durch die Lücke zwischen den unteren und oberen Umlenkrollen in den Schlitten
geführt. Gleichzeitig dichtet das Abdeckband 33 die Gehäuseöffnung 38 vor und hinter
dem Schlitten gegenüber der Umgebung ab, wobei das Band beidseitig dicht auf die Öffnung
38 begrenzenden Flächen einer stationären Verkleidung 39 aufliegt.
[0015] Das stationäre Abdeckband kann mit seiner Querrichtung sowohl horizontal als auch
vertikal oder in beliebigen Schräglagen angeordnet sein, und auch die Längsrichtung
des von ihm abgedeckten Schlitzes kann beliebig horizontal, vertikal oder schräg verlaufen.
Darüber hinaus kann die Erfindung auch für die Abdeckung gebogener Schlitze, also
bei nichtlinearer Verfahrbewegung des Schlittens angewendet werden.
1. Beschichtungsanlage zur Beschichtung von Werkstücken
mit mindestens einer Maschine, die mindestens einen längs einer Schienenkonstruktion
(11, 36) entlang einer schlitzartigen Öffnung (38) eines Gehäuses (10, 31) verfahrbaren
Schlitten (12, 32) aufweist,
und mit einem Abdeckband (13,33), das die Gehäuseöffnung während der Verfahrbewegung
des Schlittens (12, 32) in Verfahrrichtung vor und hinter diesem gegenüber der Umgebung
abdeckt,
dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckband (13, 33) während der Schlittenbewegung stationär angeordnet ist,
und dass der Schlitten (12, 32) eine Abhebeeinrichtung (16, 17, 20, 21, 34, 35)
aufweist, die das Abdeckband (13, 33) von der abzudeckenden Gehäuseöffnung (38) abhebt.
2. Beschichtungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abhebeeinrichtung quer zu der Ebene der abzudeckenden Gehäuseöffnung (38) beabstandete
Umlenkrollen (16, 17, 20, 21, 34, 35) und/oder Umlenkflächen für das Abdeckband (13,
33) aufweist.
3. Beschichtungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckband (13, 33) mit seinen Enden am Gehäuse (10, 31) befestigt ist.
4. Beschichtungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Ende des Abdeckbandes (13, 33) an einer Spanneinrichtung zum Spannen des
Abdeckbandes (13, 33) befestigt ist.
5. Beschichtungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitten (12, 32) mit durch die Gehäuseöffnung (38) hindurchgeführten Versorgungsleitungen
(15, 37) für eine von dem Schlitten bewegbare Beschichtungs- oder sonstige Vorrichtung
der Anlage verbunden ist, die durch die unter dem abgehobenen Abdeckband (13, 33)
gebildete Lücke in den Schlitten geführt sind.
6. Beschichtungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdeckband (13, 33) außerhalb des von der Abhebeeinrichtung (16, 17, 20, 21,
34, 35) abgehobenen Bereichs an der Gehäuseöffnung (38) anliegt.
7. Beschichtungsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere auf je einem Schlitten montierte Roboter oder sonstige mehrachsig bewegbare
Maschinen vorgesehen sind und jeder Schlitten mit einer Abhebeeinrichtung (16, 17
usw.) für ein ihnen gemeinsames Abdeckband (13, 33) versehen ist.