[0001] Die Erfindung bezeichnet ein Bolzensetzgerät mit einer Setztiefenregelung und ein
zugeordnetes Regelungsverfahren.
[0002] Bei Bolzensetzgeräten wird in einem einmaligen Eintreibvorgang, welcher üblicherweise
durch die Explosion einer Pulverkartusche oder die Verbrennung eines Gasgemisches
in einer Brennkammer entsteht, ein Setzkolben beschleunigt, welcher mit seiner Bewegungsenergie
einen Nagelbolzen in den Untergrund eintreibt. Die Bewegungsenergie ist entsprechend
der Härte des Untergrundes und der gewünschten Setztiefe durch die Wahl der Pulverkartusche
bzw. der Zusammensetzung des Gasgemisches sowie der Veränderung des Brennkammervolumens,
der Anfangsposition des Setzkolbens und zugeordneter Dämpferelemente vorzuwählen.
Üblicherweise sind dazu Vorversuche erforderlich, welche Zeit und Material verbrauchen.
[0003] Nach der DE3930592A1 ist ein pulvergetriebenes Bolzensetzgerät mit einem Setzkolben
und elastischen Dämpferelementen zur Setztiefenregelung vorbekannt, bei dem mittels
manueller Variation der Anfangsposition des Setzkolbens zu den zugeordneten Dämpferelementen
über Vorversuche die Setztiefe des nächsten Nagelbolzens einstellbar ist.
[0004] Nach der EP338257B1 weist ein Mehrschlagnagelgerät eine elektronische Schlagenergieregelung
für den nächsten Teilschlag auf denselben Nagelbolzen über eine abgespeicherte Regelfunktion
für den Stromflusswinkel des elektromagnetischen Schlagwerks von der erzielten Teileindringtiefenänderung
auf, welche mit einem optischen oder magnetischen inkrementellen Wegmesssensor für
den elektromagnetisch angetriebenen Setzkolben über die Position des unteren Bewegungstotpunktes
ermittelt wird. Nach dem Erreichen des vorwählbaren Sollwertes der Setztiefe, welche
durch eine Summierung der Teileindringtiefenänderungen über alle Teilschläge oder
einen Endpositionssensor ermittelt wird, wird der Eintreibvorgang beendet und die
Schlagenergieregelung für den nächsten Eintreibvorgang initialisiert. Eine derartige
Schlagenergieregelung für Teilschläge ist bei Bolzensetzgeräten mit einem einmaligen
Eintreibvorgang nicht anwendbar.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Realisierung eines Bolzensetzgerätes mit
einer Setztiefenregelung für einen einmaligen Eintreibvorgang und eines zugeordneten
Regelungsverfahrens.
[0006] Die Aufgabe wird im wesentlichen durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Im wesentlichen weist ein Bolzensetzgerät mit einem, von einem expandierenden Treibgas
in einer Brennkammer angetriebenen, Setzkolben zum Eintreiben eines Nagelbolzens in
einem einmaligen Eintreibvorgang einen Regelkreis mit einer Regelungselektronik, einem
Sollwertgeber für die Setztiefe, einem Positionsmesssensor zur Bestimmung der Position
des unteren Bewegungstotpunktes des Setzkolbens und einem Steuermittel zur selbstständigen
Einstellung der Bewegungsenergie des Setzkolbens für den nächsten Eintreibvorgang
auf.
[0008] Beim Regelungsverfahren wird in einem ersten Schritt durch Betätigung des Betätigungsschalters
der Eintreibvorgang ausgelöst; in einem zweiten Schritt vom Positionsmesssensor die
Position des Setzkolbens während des Eintreibvorgangs zumindest an Stützstellen mehrfach
gemessen und daraus von der Regelungselektronik die Position des unteren Bewegungstotpunktes
ermittelt, welche mit der Setztiefe des Nagelbolzens korreliert ist. In einem dritten
Schritt wird von der Regelungselektronik aus der Position des unteren Bewegungstotpunktes
und des Sollwertes der Setztiefe für den nächsten Setzvorgang eine Stellgrösse für
das Steuermittel für die Änderung der Bewegungsenergie des Setzkolbens ermittelt und
temporär als Einstellung für den nächsten Setzvorgang zwischengespeichert, welche
in einem vierten Schritt vom Steuermittel eingestellt wird. In den folgenden Schritten
wiederholen sich die Schritte eins bis vier periodisch, wodurch ab dem zweiten Eintreibvorgang
eine selbsttätige Regelung der Setztiefe erzielt wird.
[0009] Anhängig von der über den Positionsmesssensor ermittelten Setztiefe des letzten Nagelbolzens
wird über die Regelungselektronik die Bewegungsenergie des nächsten Eintreibvorgangs
für den nächsten Nagelbolzen bestimmt und über das Steuermittel temporär gespeichert
eingestellt, wodurch innerhalb weniger Setzvorgänge selbstständig eine in einen einmaligen
Eintreibvorgang erzielte Setztiefe entsprechend des vorwählbaren Sollwertes erzielt
wird.
[0010] Vorteilhaft ist das Steuermittel als ein elektrisch steuerbarer, mechanischer Aktuator
ausgebildet, welcher weiter vorteilhaft in üblicher Weise zur Änderung der Treibstoffmenge,
des Mischungsverhältnisses, des Brennkammervolumens, der Ablassvorrichtungen für das
Treibgas oder der Position der Dämpferelemente ausgebildet ist.
[0011] Vorteilhaft ist der Positionsmesssensor mit mehreren, auf dem Setzkolben axial äquidistant
beabstandeten und weiter vorteilhaft rotationssymmetrischen, Sensormarken als inkrementeller
Sensor ausgebildet, welcher mit einer, weiter vorteilhaft in die Regelungselektronik
integrierten, Zähleinrichtung verbunden ist, wodurch der Positionsmesssensor sehr
klein und robust ausführbar ist.
[0012] Vorteilhaft ist der inkrementelle Sensor ein magnetfeldsensitiver Halbleitersensor
wie ein magnetoresistiver Sensor oder ein Hall-Sensor, welchem Nasen oder Aussparungen
am Setzkolben als Sensormarken zugeordnet sind, die ein permanentes Magnetfeld, welches
weiter vorteilhaft durch einen Permanentmagneten erzeugt wird, am Ort des Halbleitersensors
für diesen auswertbar modulieren, wodurch ein sehr robuster Aufbau des Positionsmesssensors
gegeben ist.
[0013] Vorteilhaft sind die Sensormarken als schmale Reststege zwischen je zwei eng benachbarten,
umlaufenden Rundnuten ausgebildet, wodurch einerseits eine durch die starke Krümmung
der Oberfläche an den Reststegen bestimmte Änderung der magnetischen Feldstärke als
Messgrösse hinreichend gross und andererseits die Kerbwirkungszahl der Rundnuten für
den Restquerschnitt des mechanisch stark wechselbeanspruchten Setzkolbens möglichst
gering ist.
[0014] Vorteilhaft besteht der inkrementelle Sensor aus zumindest zwei Teilsensoren, welche
zur Messung eines differentiellen Messwertergebnisses gegenphasig miteinander verbunden
sind, wodurch absolute Messwertschwankungen, wie sie insbesondere durch das bis zu
0.6 mm betragende radiale Führungsspiel des Setzbolzens im Führungslauf des Bolzensetzgerätes
auftreten können, messtechnisch eliminiert werden.
[0015] Vorteilhaft sind zwei Teilsensoren um eine viertel Periode der Sensormarken axial
versetzt angeordnet, wodurch über den Zeitrang einer in beiden Teilsensoren registrierten
Messwertänderung mittels einer Quadraturdetektion die axiale Bewegungsrichtung des
Setzbolzens bestimmbar ist, wodurch insbesondere der untere Bewegungstotpunkt über
die Richtungsumkehr zuverlässig detektierbar ist.
[0016] Vorteilhaft ist dem Positionsmesssensor ein Zeitgeber zugeordnet, wodurch der untere
Bewegungstotpunkt über das Zeitmaximum zuverlässig detektierbar und zusätzlich in
Verbindung mit der Periodenlänge der Sensormarken die Geschwindigkeit des Setzbolzens,
welche mit der Setzenergie korreliert ist, berechenbar sowie eine Berechnung der Härte
des Untergrunds nach dem Windsor-Verfahren ermöglicht wird, welche vom Bolzensetzgerät
anzeigbar ist.
[0017] Die Erfindung wird bezüglich eines vorteilhaften Ausführungsbeispiels näher erläutert
mit:
Fig. 1 als pulverkraftgetriebenes Bolzensetzgerät
Fig. 2 als Einzelheit mit Positionsmesssensor
[0018] Nach der Fig. 1 weist ein schematisch dargestelltes pulverkraftgetriebenes Bolzensetzgerät
1 einen, von einem expandierenden Treibgas einer Pulverkartusche in einer Brennkammer
2 angetriebenen, in einem Führungslauf 3 begrenzt axial beweglich geführten Setzkolben
4 zum Eintreiben eines in axialer Richtung zugeordneten Nagelbolzens 5 in einen Untergrund
6 bis zu einem unteren Bewegungstotpunkt uTP bzw. einer zugeordneten Setztiefe T einen
stark dargestellten elektromechanischen Regelkreis I auf. Eine Regelungselektronik
7 in Form eines Mikrocontrollers mit integriertem Zähler n und Zeitgeber t ist mit
einem dreheinstellbaren Sollwertgeber 8 für die Setztiefe T, einem im Führungslauf
3 angeordneten Positionsmesssensor 9, einem Steuermittel 10 in Form einer als elektrisch
steuerbarer, mechanischer Aktuator ausgebildeten elektromechanisch versetzbaren Auslassventilhülse
sowie einem Betätigungsschalter 11 steuerbar verbunden. Die Regelungselektronik 7
steuert ein mit diesem verbundenes numerisches Display zur Anzeige der Setztiefe T
bzw. der Härte des Untergrundes 6 an.
[0019] Nach Fig. 2 ist der Positionsmesssensor 9 als ein inkrementeller Hallsensor ausgebildet,
dem viele, auf dem ferromagnetischen Setzkolben 4 axial mit der Periodenlänge P von
3 mm äquidistant beabstandete, rotationssymmetrische Sensormarken 12 in Form von schmalen
Reststegen zwischen je zwei eng benachbarten, umlaufenden Rundnuten von jeweils 0.5
mm Tiefe und 2.5 mm Breite ausgebildet, welche ein permanentes Magnetfeld H, das durch
einen zum Hallsensor benachbarten, torusförmigen Permanentmagneten 13, 13a erzeugt
wird, am Ort des Hallsensors für diesen auswertbar modulieren. Der Positionsmesssensor
9 besteht aus zwei radial diametral zum Setzkolben 4 angeordneten Teilsensoren 14a,
14b, welche um eine viertel Periode P der Sensormarken 12 axial versetzt angeordnet
sind.
1. Bolzensetzgerät mit einem, von einem expandierenden Treibgas in einer Brennkammer
(2) angetriebenen, Setzkolben (4) zum Eintreiben eines Nagelbolzens (5) in einem einmaligen
Eintreibvorgang in einen Untergrund (6) und mit einer Setztiefenregelung, dadurch gekennzeichnet, dass ein Regelkreis (I) mit einer Regelungselektronik (7), einem Sollwertgeber (8) für
eine Setztiefe (T), einem Positionsmesssensor (9) zur Bestimmung der Position des
unteren Bewegungstotpunktes (uTP) des Setzkolbens (4) und einem Steuermittel (10)
zur selbstständigen Einstellung der Bewegungsenergie des Setzkolbens (4) für den nächsten
Eintreibvorgang vorhanden ist.
2. Bolzensetzgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuermittel (10) als ein elektrisch steuerbarer, mechanischer Aktuator ausgebildet
ist, welcher optional zur Änderung der Treibstoffmenge, des Mischungsverhältnisses,
des Brennkammervolumens, der Ablassvorrichtungen für das Treibgas oder der Position
der Dämpferelemente ausgebildet ist.
3. Bolzensetzgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Positionsmesssensor (9) mit mehreren, auf dem Setzkolben (4) axial äquidistant
beabstandeten und optional rotationssymmetrischen, Sensormarken (12) als inkrementeller
Sensor ausgebildet ist, welcher mit einer, optional in die Regelungselektronik (7)
integrierten, Zähleinrichtung (n) verbunden ist.
4. Bolzensetzgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der inkrementelle Sensor ein magnetfeldsensitiver Halbleitersensor ist, welchem Nasen
oder Aussparungen am Setzkolben (4) als Sensormarken (12) zugeordnet sind, die ein
permanentes Magnetfeld (H) am Ort des Halbleitersensors für diesen auswertbar modulieren.
5. Bolzensetzgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensormarken (12) als schmale Reststege zwischen je zwei eng benachbarten, umlaufenden
Rundnuten ausgebildet sind.
6. Bolzensetzgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der inkrementelle Sensor aus zumindest zwei Teilsensoren (14a, 14b) besteht, welche
zur Messung eines differentiellen Messwertergebnisses gegenphasig miteinander verbunden
sind.
7. Bolzensetzgerät nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Teilsensoren (14a, 14b) um eine viertel Periode (P) der Sensormarken (12) axial
versetzt angeordnet sind.
8. Bolzensetzgerät nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Positionsmesssensor (9) ein Zeitgeber (t) zugeordnet ist.
9. Verfahren zum Regeln der Setztiefe (T) eines von einem Bolzensetzgerät (1) in genau
einem Eintreibvorgang gesetzten Nagelbolzens (5), dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Schritt durch Betätigung des Betätigungsschalters (11) der Eintreibvorgang
ausgelöst wird; in einem zweiten Schritt vom Positionsmesssensor (9) die Position
des Setzkolbens (4) während des Eintreibvorgangs mehrfach gemessen und daraus von
der Regelungselektronik (7) die Position des unteren Bewegungstotpunktes (uTP) ermittelt
wird, welche mit der Setztiefe (T) des Nagelbolzens (5) korreliert ist; in einem dritten
Schritt von der Regelungselektronik (7) aus der Position des unteren Bewegungstotpunktes
(uTP) und des Sollwertes der Setztiefe (T) für den nächsten Setzvorgang eine Stellgrösse
für das Steuermittel (10) für die Änderung der Bewegungsenergie des Setzkolbens (4)
ermittelt und temporär als Einstellung für den nächsten Setzvorgang zwischengespeichert
wird; in einem vierten Schritt die Einstellung für den nächsten Setzvorgang vorgenommen
wird und in den folgenden Schritten sich die Schritte eins bis vier periodisch wiederholen.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass im dritten Schritt zusätzlich die Setztiefe (T) und optional eine berechnete Härte
des Untergrundes (6) in einem Display numerisch angezeigt wird.