[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kraftstoffzusammensetzung enthaltend in einer
größeren Menge einen speziellen Ottokraftstoff sowie in einer kleineren Menge ausgewählte
Ottokraftstoffadditive.
[0002] Vergaser und Einlaßsysteme von Ottomotoren, aber auch Einspritzsysteme für die Kraftstoffdosierung,
werden in zunehmendem Maße durch Verunreinigungen belastet, die durch Staubteilchen
aus der Luft, unverbrannte Kohlenwasserstoffreste aus dem Brennraum und die in den
Vergaser geleiteten Kurbelwellengehäuseentlüftungsgase verursacht werden.
[0003] Diese Rückstände verschieben das Luft-Kraftstoff-Verhältnis im Leerlauf und im unteren
Teillastbereich, so daß das Gemisch magerer, die Verbrennung unvollständiger und wiederum
die Anteile unverbrannter oder teilverbrannter Kohlenwasserstoffe im Abgas größer
werden und der Benzinverbrauch steigt.
[0004] Es ist bekannt, daß zur Vermeidung dieser Nachteile Kraftstoffadditive zur Reinhaltung
von Ventilen und Vergaser bzw. Einspritzsystemen von Ottomotoren verwendet werden
(vgl. z.B.: M.Rossenbeck in Katalysatoren, Tenside, Mineralöladditive, Hrsg. J. Falbe,
U. Hasserodt, S. 223, G. Thieme Verlag, Stuttgart 1978).
[0005] Weiterhin taucht bei Ottomotoren älterer Bauart das Problem des Ventilsitzverschleißes
beim Betreiben mit bleifreien Ottokraftstoffen auf. Hiergegen wurden ventilsitzverschleißhemmende
Additive auf Basis von Alkali- oder Erdalkalimetallverbindungen entwickelt.
[0006] Moderne Ottomotoren erfordern für einen störungsfreien Einsatz Kraftstoffe mit einem
komplexen Eigenschaftsprofil, das nur in Kombination mit entsprechenden Ottokraftstoffadditiven
gewährleistet werden kann. Derartige Ottokraftstoffe bestehen in der Regel aus einem
komplexen Gemisch chemischer Verbindungen und sind durch physikalische Größen charakterisiert.
Das Zusammenspiel zwischen Ottokraftstoffen und entsprechenden Additiven ist aber
bei den bekannten Kraftstoffzusammensetzungen hinsichtlich der reinigenden bzw. reinhaltenden
und der ventilsitzverschleißhemmdenden Wirkung noch verbesserungsbedürftig.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, eine wirksamere Ottokraftstoff-Ottokraftstoffadditiv-Zusammensetzung
zu finden.
[0008] Demgemäß wurde eine Kraftstoffzusammensetzung gefunden, enthaltend in einer größeren
Menge einen Ottokraftstoff mit einem Aromatengehalt von maximal 42 Vol.-% und einem
Schwefelgehalt von maximal 150 Gew.-ppm, sowie in einer kleineren Menge mindestens
ein Ottokraftstoffadditiv mit ventilsitzverschleißhemmender Wirkung gegebenenfalls
in Kombination mit einem Ottokraftstoffadditiv mit Detergenzwirkung, wobei diese Ottokraftstoffadditive
mindestens einen hydrophoben Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten Molekulargewicht
(M
N) von 85 bis 20 000 aufweisen, das Additiv mit ventilsitzverschleißhemmender Wirkung
mindestens eine polare Gruppierung ausgewählt aus
(d) Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen, und
(e) Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen,
aufweist, und das Additiv mit Detergenzwirkung mindestens eine polare Gruppierung
ausgewählt aus
(a) Mono- oder Polyaminogruppen mit bis zu 6 Stickstoffatomen, wobei mindestens ein
Stickstoffatom basische Eigenschaften hat,
(b) Nitrogruppen, ggf. in Kombination mit Hydroxylgruppen,
(c) Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen, wobei mindestens
ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat,
(f) Polyoxy-C2- bis C4-alkylengruppierungen, die durch Hydroxylgruppen, Mono- oder Polyaminogruppen, wobei
mindestens ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat, oder durch Carbamatgruppen
terminiert sind,
(g) Carbonsäureestergruppen,
(h) aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen und
(i) durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugte Gruppierungen
aufweist.
[0009] Der Aromatengehalt des Ottokraftstoffes beträgt vorzugsweise maximal 40 Vol.-%, insbesondere
maximal 38 Vol.-%. Bevorzugte Bereiche für den Aromatengehalt liegen bei 20 bis 42
Vol.-%, insbesondere bei 25 bis 40 Vol.-%.
[0010] Der Schwefelgehalt des Ottokraftstoffes beträgt vorzugsweise maximal 100 Gew.-ppm,
insbesondere maximal 50 Gew.-ppm. Bevorzugte Bereiche für den Schwefelgehalt liegen
bei 0,5 bis 150 Gew.-ppm, insbesondere bei 1 bis 100 Gew.-ppm.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Ottokraftstoff einen Olefingehalt
von maximal 21 Vol.-%, vorzugsweise maximal 18 Vol.-%, insbesondere maximal 10 Vol.-%,
auf. Bevorzugte Bereiche für den Olefingehalt liegen bei 6 bis 21 Vol.-%, insbesondere
bei 7 bis 18 Vol.-%.
[0012] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Ottokraftstoff einen Benzolgehalt
von maximal 1,0 Vol.-%, insbesondere maximal 0,9 Vol.-%, auf. Bevorzugte Bereiche
für den Benzolgehalt liegen bei 0,5 bis 1,0 Vol.-%, insbesondere bei 0,6 bis 0,9 Vol.-%.
[0013] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist der Ottokraftstoff einen Sauerstoffgehalt
von maximal 2,7 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1 bis 2,7 Gew.-%, vor allem von 1,0 bis
2,7 Gew.-%, insbesondere von 1,2 bis 2,0 Gew.-%, auf.
[0014] Besonders bevorzugt wird ein Ottokraftstoff, welcher gleichzeitig einen Aromatengehalt
von maximal 38 Vol.%, einen Olefingehalt von maximal 21 Vol.-%, einen Schwefelgehalt
von maximal 50 Gew.-ppm, eine Benzolgehalt von maximal 1,0 Vol.-% und eine Sauerstoffgehalt
von 1,0 bis 2,7 Gew.-% aufweist.
[0015] Der Gehalt an Alkoholen und Ethern im Ottokraftstoff ist normalerweise relativ niedrig.
Typische maximale Gehalte sind für Methanol 3 Vol.-%, für Ethanol 5 Vol.-%, für Isopropanol
10 Vol.-%, für tert.-Butanol 7 Vol.-%, für Isobutanol 10 Vol.-% und für Ether mit
5 oder mehr C-Atomen im Molekül 15 Vol.-%.
[0016] Der Sommer-Dampfdruck des Ottokraftstoffes beträgt üblicherweise maximal 70 kPa,
insbesondere 60 kPa (jeweils bei 37°C).
[0017] Die Research-Octan-Zahl ("ROZ") des Ottokraftstoffes beträgt in der Regel 90 bis
100. Ein üblicher Bereiche für die entsprechende Motor-Octan-Zahl ("MOZ") liegt bei
80 bis 90.
[0018] Die genannten Spezifikationen werden nach üblichen Methoden bestimmt (DIN EN 228).
[0019] Der hydrophobe Kohlenwasserstoffrest in den Ottokraftstoffadditiven, welcher für
die ausreichende Löslichkeit im Kraftstoff sorgt, hat ein zahlengemitteltes Molekulargewicht
(M
N) von 85 bis 20 000, insbesondere von 113 bis 10 000, vor allem von 300 bis 5000.
Als typischer hydrophober Kohlenwasserstoffrest, insbesondere in Verbindung mit den
polaren Gruppierungen (a), (c), (h) und (i), kommen der Polypropenyl-, Polybutenyl-
und Polyisobutenylrest mit jeweils M
N = 300 bis 5000, insbesondere 500 bis 2500, vor allem 750 bis 2250, in Betracht.
[0020] Als einzelne Ottokraftstoffadditive mit Detergenzwirkung oder mit ventilsitzverschleißhemmender
Wirkung seien die folgenden genannt.
[0021] Mono- oder Polyaminogruppen (a) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyalkenmono-
oder Polyalkenpolyamine auf Basis von Polypropen oder von hochreaktivem (d.h. mit
überwiegend endständigen Doppelbindungen - meist in der α- und β-Position) oder konventionellem
(d.h. mit überwiegend mittenständigen Doppelbindungen) Polybuten oder Polyisobuten
mit M
N = 300 bis 5000. Derartige Additive auf Basis von hochreaktivem Polyisobuten, welche
aus dem Polyisobuten, welches bis zu 20 Gew.-% n-Buten-Einheiten enthalten kann, durch
Hydroformylierung und reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen
wie Dimethylaminopropylamin, Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin oder
Tetraethylenpentamin hergestellt werden können, sind insbesondere aus der EP-A 244
616 bekannt. Geht man bei der Herstellung der Additive von Polybuten oder Polyisobuten
mit überwiegend mittenständigen Doppelbindungen (meist in der β- und γ-Position) aus,
bietet sich der Herstellweg durch Chlorierung und anschließende Aminierung oder durch
Oxidation der Doppelbindung mit Luft oder Ozon zur Carbonyl- oder Carboxylverbindung
und anschließende Aminierung unter reduktiven (hydrierenden) Bedingungen an. Zur Aminierung
können hier die gleichen Amine wie oben für die reduktive Aminierung des hydroformylierten
hochreaktiven Polyisobutens eingesetzt werden. Entsprechende Additive auf Basis von
Polypropen sind insbesondere in der WO-A 94/24231 beschrieben.
[0022] Weitere bevorzugte Monoaminogruppen (a) enthaltende Additive sind die Hydrierungsprodukte
der Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen mit einem mittleren Polymerisationsgrad
P = 5 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff, wie sie
insbesondere in WO-A 97/03946 beschrieben sind.
[0023] Weitere bevorzugte Monoaminogruppen (a) enthaltende Additive sind die aus Polyisobutenepoxiden
durch Umsetzung mit Aminen und nachfolgende Dehydratisierung und Reduktion der Aminoalkohole
erhältlichen Verbindungen, wie sie insbesondere in DE-A 196 20 262 beschrieben sind.
[0024] Nitrogruppen, ggf. in Kombination mit Hydroxylgruppen, (b) enthaltende Additive sind
vorzugsweise Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen des mittleren Polymerisationsgrades
P = 5 bis 100 oder 10 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff,
wie sie insbesondere in WO-A 96/03367 und WO-A 96/03479 beschrieben sind. Diese Umsetzungsprodukte
stellen in der Regel Mischungen aus reinen Nitropolyisobutanen (z.B. α,β-Dinitropolyisobutan)
und gemischten Hydroxynitropolyisobutanen (z.B. α-Nitro-β-hydroxypolyisobutan) dar.
[0025] Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen (c) enthaltende Additive
sind insbesondere Umsetzungsprodukte von Polyisobutenepoxiden, erhältlich aus vorzugsweise
überwiegend endständige Doppelbindungen aufweisendem Polyisobuten mit M
N = 300 bis 5000, mit Ammoniak, Mono- oder Polyaminen, wie sie insbesondere in EP-A
476 485 beschrieben sind.
[0026] Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (d) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Copolymere von C
2-C
40-Olefinen mit Maleinsäureanhydrid mit einer Gesamt-Molmasse von 500 bis 20 000, deren
Carboxylgruppen ganz oder teilweise zu den Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen
und ein verbleibender Rest der Carboxylgruppen mit Alkoholen oder Aminen umgesetzt
sind. Solche Additive sind insbesondere aus der EP-A 307 815 bekannt. Derartige Additive
dienen hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß und können, wie in
der WO-A 87/01126 beschrieben, mit Vorteil in Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien
wie Poly(iso)butenaminen oder Polyetheraminen eingesetzt werden.
[0027] Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze (e) enthaltende
Additive sind vorzugsweise Alkalimetalloder Erdalkalimetallsalze eines Sulfobernsteinsäurealkylesters,
wie er insbesondere in der EP-A 639 632 beschrieben ist. Derartige Additive dienen
hauptsächlich zur Verhinderung von Ventilsitzverschleiß und können mit Vorteil in
Kombination mit üblichen Kraftstoffdetergenzien wie Poly(iso)butenaminen oder Polyetheraminen
eingesetzt werden.
[0028] Polyoxy-C
2- bis C
4-alkylengruppierungen (f) enthaltende Additive sind vorzugsweise Polyether oder Polyetheramine,
welche durch Umsetzung von C
2- bis C
60-Alkanolen, C6- bis C
30-Alkandiolen, Monooder Di-C
2-C
30-alkylaminen, C
1-C
30-Alkylcyclohexanolen oder C
1-C
30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/oder ) Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen erhältlich sind. Derartige
Produkte werden insbesondere in EP-A 310 875, EP-A 356 725, EP-A 700 985 und US-A
4 877 416 beschrieben. Im Falle von Polyethern erfüllen solche Produkte auch Trägeröleigenschaften.
Typische Beispiele hierfür sind Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylate, Isononylphenolbutoxylate
sowie Polyisobutenolbutoxylate und -propoxylate sowie die entsprechenden Umsetzungsprodukte
mit Ammoniak.
[0029] Carbonsäureestergruppen (g) enthaltende Additive sind vorzugsweise Ester aus Mono-,
Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen Alkanolen oder Polyolen, insbesondere solche
mit einer Mindestviskosität von 2 mm
2/s bei 100°C, wie sie insbesondere in DE-A 38 38 918 beschrieben sind. Als Mono-,
Di- oder Tricarbonsäuren können aliphatische oder aromatische Säuren eingesetzt werden,
als Esteralkohole bzw.- polyole eignen sich vor allem langkettige Vertreter mit beispielsweise
6 bis 24 C-Atomen. Typische Vertreter der Ester sind Adipate, Phthalate, iso-Phthalate,
Terephthalate und Trimellitate des iso-Octanols, iso-Nonanols, iso-Decanols und des
iso-Tridecanols. Derartige Produkte erfüllen auch Trägeröleigenschaften.
[0030] Aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxyund/oder Amino- und/oder
Amido- und/oder Imidogruppen (h) enthaltende Additive sind vorzugsweise entsprechende
Derivate von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydrid, welche durch Umsetzung von konventionellem
oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
N = 300 bis 5000 mit Maleinsäureanhydrid auf thermischen Wege oder über das chlorierte
Polyisobuten erhältlich sind. Von besonderem Interesse sind hierbei Derivate mit aliphatischen
Polyaminen wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin oder Tetraethylenpentamin.
Derartige Ottokraftstoffadditive sind insbesondere in US-A 4 849 572 beschrieben.
[0031] Durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugte Gruppierungen (i) enthaltende Additive sind vorzugsweise Umsetzungsprodukte
von polyisobutensubstituierten Phenolen mit Formaldehyd und Mono- oder Polyaminen
wie Ethylendiamin, Diethylentriamin, Triethylentetramin, Tetraethylenpentamin oder
Dimethylaminopropylamin. Die polyisobutenylsubstituierten Phenole können aus konventionellem
oder hochreaktivem Polyisobuten mit M
N = 300 bis 5000 stammen. Derartige "Polyisobuten-Mannichbasen" sind insbesondere in
der EP-A 831 141 beschrieben.
[0032] Zur genaueren Definition der einzelnen aufgeführten Ottokraftstoffadditive wird hier
auf die Offenbarungen der obengenannten Schriften des Standes der Technik ausdrücklich
Bezug genommen.
[0033] Die erfindungsgemäße Kraftstoffzusammensetzung kann darüber hinaus noch weitere übliche
Komponenten und Additive enthalten. Hier sind in erster Linie Trägeröle ohne ausgeprägte
Detergenzwirkung zu nennen, beispielsweise mineralische Trägeröle (Grundöle), insbesondere
solche der Viskositätsklasse "Solvent Neutral (SN) 500 bis 2000", und synthetische
Trägeröle auf Basis von Olefinpolymerisaten mit M
N = 400 bis 1800, vor allem auf Polybuten- oder Polyisobuten-Basis (hydriert oder nicht
hydriert), von Polyalphaolefinen oder Polyinternalolefinen.
[0034] Als Lösungs- oder Verdünnungsmittel (bei Bereitstellung von Additivpaketen) kommen
aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Solvent Naphtha, in Betracht.
[0035] Weitere übliche Additive sind Korrosionsinhibitoren, beispielsweise auf Basis von
zur Filmbildung neigenden Ammoniumsalzen organischer Carbonsäuren oder von heterocyclischen
Aromaten bei Buntmetallkorrosionsschutz, Antioxidantien oder Stabilisatoren, beispielsweise
auf Basis von Aminen wie p-Phenylendiamin, Dicyclohexylamin oder Derivaten hiervon
oder von Phenolen wie 2,4-Ditert.-butylphenol oder 3,5-Di-tert.-butyl-4-hydroxyphenylpropionsäure,
Demulgatoren, Antistatikmittel, Metallocene wie Ferrocen oder Methylcyclopentadienylmangantricarbonyl,
Schmierfähigkeitsverbesserer (Lubricity-Additive) wie bestimmte Fettsäuren, Alkenylbernsteinsäureester,
Bis(hydroxyalkyl)fettamine, Hydroxyacetamide oder Ricinusöl sowie Farbstoffe (Marker).
Manchmal werden auch Amine zur Absenkung des pH-Wertes des Kraftstoffes zugesetzt.
[0036] Für die erfindungsgemäße Kraftstoffzusammensetzung kommen weiterhin insbesondere
Kombinationen des beschriebenen Ottokraftstoffes mit einer Mischung aus Ottokraftstoffadditiven
mit der polaren Gruppierung (f) und Korrosionsinhibitoren und/oder Schmierfähigkeitsverbesserern
auf Basis von Carbonsäuren oder Fettsäuren, welche als monomere und/oder dimere Species
vorliegen können, in Betracht. Typische Mischungen dieser Art enthalten Polyisobutenamine
in Kombination mit alkanolgestarteten Polyethern wie Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylaten
oder -propoxylaten, Polyisobutenamine in Kombination mit alkanolgestarteten Polyetheraminen
wie Tridecanol- oder Isotridecanolbutoxylat-Ammoniak-Umsetzungsprodukten und alkanolgestartete
Polyetheramine wie Tridecanol- oder Isotridecaolbutoxylat-Ammoniak-Umsetzungsprodukte
in Kombination mit alkanolgestarteten Polyethern wie Tridecanoloder Isotridecanolbutoxylaten
oder -propoxylaten, jeweils zusammen mit den genannten Korrosionsinhibitioren bzw.
Schmierfähigkeitsverbesserern.
[0037] Die genannten Ottokraftstoffadditive mit den polaren Gruppierungen (a) bis (i) sowie
die sonstigen erwähnten Komponenten werden dem Ottokraftstoff zudosiert und entfalten
dort ihre Wirkung. Die Komponenten bzw. Additive können dem Ottokraftstoff einzeln
oder als vorher zubereitetes Konzentrat ("Additivpaket") zugegeben werden.
[0038] Die genannten Ottokraftstoffadditive mit den polaren Gruppierungen (a) bis (i) werden
dem Ottokraftstoff üblicherweise in einer Menge von 1 bis 5000 Gew.-ppm, insbesondere
5 bis 3000 Gew.-ppm, vor allem 10 bis 1000 Gew.-ppm, zugegeben. Die sonstigen erwähnten
Komponenten und Additive werden, wenn gewünscht, in hierfür üblichen Mengen zugesetzt.
[0039] Bei der erfindungsgemäßen Kraftstoffzusammensetzung läßt sich überraschenderweise
mit deutlich weniger Detergenz oder ventilsitzverschleißhemmendem Mittel die gleiche
reinigende oder reinhaltende bzw. ventilsitzverschleißhemmende Wirkung erzielen wie
bei herkömmlichen Kraftstoffzusammensetzungen des Standes der Technik. Weiterhin resultiert
bei Einsatz der gleichen Mengen an Detergenz oder ventilsitzverschleißhemmendem Mittel
bei der erfindungsgemäßen Kraftstoffzusammensetzung gegenüber herkömmlichen Kraftstoffzusammensetzungen
überraschenderweise eine deutlich bessere reinigende oder reinhaltende bzw. ventilsitzverschleißhemmende
Wirkung.
[0040] Weiterhin zeigt die erfindungsgemäße Kraftstoffzusammensetzung zusätzlich dahingehend
Vorteile, daß weniger Ablagerungen im Brennraum des Ottomotors gebildet werden und
daß weniger Additiv über die Kraftstoffverdünnung in das Motorenöl eingetragen wird.
[0041] Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern, ohne sie jedoch
zu beschränken.
Beispiele:
[0042] Als Ottokraftstoffe wurden die in Tabelle 1 aufgeführten mit der entsprechend angegebenen
Spezifikation eingesetzt, wobei OK 1 einen typischen handelsüblichen Kraftstoff darstellt.
Tabelle 1
| Spezifikation |
OK1 (zum Vergleich) |
OK2 (erfindungsgemäß) |
Aromatengehalt
[Vol.-%] |
48,4 |
41,8 |
Benzolgehalt
[Vol.-%] |
2,0 |
1,0 |
Olefingehalt
[Vol.-%] |
22,6 |
7,8 |
Sauerstoffgehalt
[Gew.-%] |
0,5 |
1,7 |
Schwefelgehalt
[Gew.-ppm] |
245 |
90 |
Sommer-Dampfdruck
(bei 37°C) [kPa] |
78,4 |
69,3 |
Herstellung der Kraftstoffzusammensetzungen
Beispiel 1 (Vergleichsversuch)
[0043] 700 mg eines Polyisobutenamins, hergestellt durch Hydroformylierung und anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak von hochreaktivem Polyisobuten mit M
N = 1000 und Verdünnung zu gleichen Gew.-Teilen mit C
10-C
14-Paraffin (Kerocom® PIBA der Fa. BASF Aktiengesellschaft), wurden in 1 kg OK1 gemäß
Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 2 (erfindungsgemäß)
[0044] 700 mg des gleichen Polyisobutenamins wie in Beispiel 1 wurden in 1 kg OK2 gemäß
Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 3 (Vergleichsversuch)
[0045] 600 mg einer handelsüblichen Additvzusammensetzung für Ottokraftstoffe, enthaltend
in einer üblichen Menge ein Detergenz mit Carbamatgruppen gemäß Gruppierung (f), wurden
in 1 kg OK1 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 4 (erfindungsgemäß)
[0046] 600 mg der gleichen handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe wie
in Beispiel 3 wurden in 1 kg OK2 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 5 (Vergleichsversuch)
[0047] 400 mg einer handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe, enthaltend
ein Detergenz, hergestellt durch Chlorierung und anschließende Aminierung von Polyisobuten
mit M
N = 950 mit überwiegend mittenständigen Doppelbindungen, wurden in 1 kg OK1 gemäß Tabelle
1 gelöst.
Beispiel 6 (erfindungsgemäß)
[0048] 400 mg der gleichen handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe wie
in Beispiel 5 wurden in 1 kg OK2 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 7 (Vergleichsversuch)
[0049] 750 m einer handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe, enthaltend
50 Gew.-% des gleichen Polyisobutenamins wie in Beispiel 1 sowie mineralische und
synthetische Trägeröle und Korrosionsschutz jeweils in hierfür üblichen Mengen (Keropur®
3222 der Fa. BASF Aktiengesellschaft), wurden in 1 kg OK1 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 8 (erfindungsgemäß)
[0050] 350 mg der gleichen handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe wie
in Beispiel 7 wurden in 1 kg OK2 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 9 (Vergleichsversuch)
[0051] 500 mg einer handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe, enthaltend
60 Gew.-% des gleichen Polyisobutenamins wie in Beispiel 1 sowie mineralisches Trägeröl
und Korrosionsschutz jeweils in hierfür üblichen Mengen (Keropur® 3233 der Fa. BASF
Aktiengesellschaft), wurden in 1 kg OK1 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 10 (erfindungsgemäß)
[0052] 500 mg der gleichen handelsüblichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe wie
in Beispiel 9 wurden in 1 kg OK2 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 11 (Vergleichsversuch)
[0053] 700 mg einer Mischung aus 50 Gew.-% des gleichen Polyisobutenamins wie in Beispiel
1 und 50 Gew.-% eines handelsüblichen Verschleißschutzadditivs (Kerocom® 3280 der
Fa. BASF Aktiengesellschaft) wurden in 1 kg OK1 gemäß Tabelle 1 gelöst.
Beispiel 12 (erfindungsgemäß)
[0054] 700 mg der gleichen Additivzusammensetzung für Ottokraftstoffe wie in Beispiel 11
wurden in 1 kg OK2 gemäß Tabelle 1 gelöst.
[0055] Anwendungstechnische Untersuchungen
Beispiel 13 (Vergleichsversuch)
[0056] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 1 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor gemäß CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß
wurden die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additiverten Grundwert
laut unten stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 14 (erfindungsgemäß)
[0057] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 2 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß im
Vergleich zu Beispiel 13 mit der gleichen Menge Kraftstoffadditiv eine komplette Reinhaltung
der Einlaßventile erreicht wird.
Beispiel 15 (Vergleichsversuch)
[0058] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 3 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß 5 wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 16 (erfindungsgemäß)
[0059] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 4 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß 5 wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß im
Vergleich zum Beispiel 15 mit der gleichen Menge Kraftstoffadditiv eine praktisch
komplette Reinhaltung der Einlaßventile erreicht wird.
Beispiel 17 (Vergleichsversuch)
[0060] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 5 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 18 (erfindungsgemäß)
[0061] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 6 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß im
Vergleich zum Beispiel 17 mit der gleichen Menge Kraftstoffadditiv eine praktisch
komplette Reinhaltung der Einlaßventile erreicht wird.
Beispiel 19 (Vergleichsversuch)
[0062] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 7 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 20 (erfindungsgemäß)
[0063] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 8 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe ) von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen
mit einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß deutlich
weniger Kraftstoffadditiv im Vergleich zu Beispiel 19 zur größenordnungsmäßig gleichen
Reinhaltung der Einlaßventile benötigt wird.
Beispiel 21 (Vergleichsversuch)
[0064] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 9 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 22 (erfindungsgemäß)
[0065] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 10 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß im
Vergleich zu Beispiel 21 mit der gleichen Menge Kraftstoffadditiv eine deutlich bessere
Reinhaltung der Einlaßventile erreicht wird.
Beispiel 23 (Vergleichsversuch)
[0066] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 11 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert.
Beispiel 24 (erfindungsgemäß)
[0067] Ottokraftstoff gemäß Beispiel 12 wurde hinsichtlich seiner Eignung für die Einlaßsystemsauberkeit
untersucht. Dies geschah mit Hilfe von Motorentests, die in Prüfstandsversuchen mit
einem Mercedes-Benz-Motor CEC F-05-A-93 durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß wurden
die Einlaßventilablagerungen im Vergleich zum nicht additivierten Grundwert laut unten
stehender Tabelle 2 deutlich reduziert. Überraschenderweise wurde gefunden, daß im
Vergleich zu Beispiel 23 mit der gleichen Menge Kraftstoffadditiv eine deutlich bessere
Reinhaltung der Einlaßventile erreicht wird.
Tabelle 2
| Additiv |
Dosierung [mg/kg] |
Einlaßventilablagerungen
[mg/Ventil] |
| |
|
Ventil
1 |
Ventil
2 |
Ventil
3 |
Ventil
4 |
im
Mittel |
Beispiel
13 |
700 |
40 |
157 |
7 |
87 |
73
(547) |
Beispiel
14 |
700 |
0 |
0 |
0 |
0 |
0
(239) |
Beispiel
15 |
600 |
19 |
60 |
86 |
34 |
50
(274) |
Beispiel
16 |
600 |
0 |
1 |
0 |
2 |
1
(239) |
Beispiel
17 |
400 |
0 |
75 |
17 |
182 |
69
(402) |
Beispiel
18 |
400 |
0 |
2 |
2 |
0 |
1
(239) |
Beispiel
19 |
750 |
31 |
120 |
111 |
30 |
73
(592) |
Beispiel
20 |
350 |
46 |
68 |
38 |
67 |
55
(239) |
Beispiel
21 |
500 |
181 |
95 |
26 |
68 |
93
(475) |
Beispiel
22 |
500 |
27 |
33 |
14 |
77 |
38
(239) |
Beispiel
23 |
700 |
123 |
12 |
98 |
55 |
72
(558) |
Beispiel
24 |
700 |
82 |
12 |
23 |
22 |
35
(239) |
| (in Klammern der Grundwert des nicht additvierten Kraftstoffes) |
1. Kraftstoffzusammensetzung enthaltend in einer größeren Menge einen Ottokraftstoff
mit einem Aromatengehalt von maximal 42 Vol.-% und einem Schwefelgehalt von maximal
150 Gew.-ppm, sowie in einer kleineren Menge mindestens ein Ottokraftstoffadditiv
mit ventilsitzverschleißhemmender Wirkung gegebenenfalls in Kombination mit einem
Ottokraftstoffadditiv mit Detergenzwirkung, wobei diese Ottokraftstoffadditive mindestens
einen hydrophoben Kohlenwasserstoffrest mit einem zahlengemittelten Molekulargewicht
(M
N) von 85 bis 20 000 aufweisen, das Additiv mit ventilsitzverschleißhemmender Wirkung
mindestens eine polare Gruppierung ausgewählt aus
(d) Carboxylgruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen, und
(e) Sulfonsäuregruppen oder deren Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen,
aufweist, und das Additiv mit Detergenzwirkung mindestens eine polare Gruppierung
ausgewählt aus
(a) Mono- oder Polyaminogruppen mit bis zu 6 Stickstoffatomen, wobei mindestens ein
Stickstoffatom basische Eigenschaften hat,
(b) Nitrogruppen, ggf. in Kombination mit Hydroxylgruppen,
(c) Hydroxylgruppen in Kombination mit Mono- oder Polyaminogruppen, wobei mindestens
ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat,
(f) Polyoxy-C2- bis C4-alkylengruppierungen, die durch Hydroxylgruppen, Mono- oder Polyaminogruppen, wobei
mindestens ein Stickstoffatom basische Eigenschaften hat, oder durch Carbamatgruppen
terminiert sind,
(g) Carbonsäureestergruppen,
(h) aus Bernsteinsäureanhydrid abgeleitete Gruppierungen mit Hydroxy- und/oder Amino-
und/oder Amido- und/oder Imidogruppen und
(i) durch Mannich-Umsetzung von substituierten Phenolen mit Aldehyden und Mono- oder
Polyaminen erzeugte Gruppierungen
aufweist.
2. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (a) Polyalkenmono- oder Polyalkenpolyamine auf Basis von Polypropen,
Polybuten oder Polyisobuten mit MN = 300 bis 5000.
3. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (b) Umsetzungsprodukte aus Polyisobutenen des mittleren Polymerisationsgrades
P = 5 bis 100 mit Stickoxiden oder Gemischen aus Stickoxiden und Sauerstoff.
4. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (c) Umsetzungsprodukte von Polyisobutenepoxiden, erhältlich
aus überwiegend endständige Doppelbindungen aufweisendem Polyisobuten mit MN = 300 bis 5000, mit Ammoniak, Mono- oder Polyaminen.
5. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (d) Copolymere von C2-C40-Olefinen mit Maleinsäureanhydrid mit einer Gesamt-Molmasse von 500 bis 20 000, deren
Carboxylgruppen ganz oder teilweise zu den Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalzen
und ein verbleibender Rest der Carboxylgruppen mit Alkoholen oder Aminen umgesetzt
sind.
6. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (e) Alkalimetall- oder Erdalkalimetallsalze eines Sulfobernsteinsäurealkylesters.
7. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (f) Polyether oder Polyetheramine, erhältlich durch Umsetzung
von C2-C30-Alkanolen, C6-C60-Alkandiolen, Mono- oder Di-C2-C30-alkylaminen, C1-C30-Alkylcyclohexanolen oder C1-C30-Alkylphenolen mit 1 bis 30 mol Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid
pro Hydroxylgruppe oder Aminogruppe und, im Falle der Polyetheramine, durch anschließende
reduktive Aminierung mit Ammoniak, Monoaminen oder Polyaminen.
8. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (g) Ester aus Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren mit langkettigen
Alkanolen oder Polyolen.
9. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (h) Derivate von Polyisobutenylbernsteinsäureanhydrid, erhältlich
durch Umsetzung von konventionellem oder hochreaktivem Polyisobuten mit MN = 300 bis 5000 mit Maleinsäureanhydrid auf thermischem Wege oder über das chlorierte
Polyisobuten.
10. Kraftstoffzusammensetzung nach Anspruch 1, enthaltend als Ottokraftstoffadditiv mit
polaren Gruppierungen (i) Umsetzungsprodukte von polyisobutensubstituierten Phenolen
mit Formaldehyd und Mono- oder Polyaminen.
11. Kraftstoffzusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 10, enthaltend einen Ottokraftstoff
mit einem Olefingehalt von maximal 21 Vol.-%.
12. Kraftstoffzusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 11, enthaltend einen Ottokraftstoff
mit einem Benzolgehalt von maximal 1,0 Vol.-%.
13. Kraftstoffzusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 12, enthaltend einen Ottokraftstoff
mit einem Sauerstoffgehalt von maximal 2,7 Gew.-%.
14. Kraftstoffzusammensetzung nach den Ansprüchen 1 bis 13, enthaltend die Ottokraftstoffadditive
mit den polaren Gruppierungen (a) bis (i) in einer Menge von 1 bis 5000 Gew.-ppm.