[0001] Die Erfindung betrifft ein Schussfadeneintragsorgan für Webmaschinen mit ortsfest
angeordneten Vorratsspulen im Bereich eines Geweberandes, mit Greiferstangen, die
gleichzeitig von beiden Seiten des Gewebes in ein Webfach eingreifen und sich gegeneinander
bewegen, mit Greiferköpfen an den Greiferstangen, ausgestaltet als Bringerkopf bzw.
als Nehmerkopf, die in der Fachmitte einen vom Bringerkopf dargebotenen Schussfaden
dem Nehmerkopf übergeben, mit Mitteln am Bringerkopf zum Erfassen eines Schussfadens
am Geweberand und zum Darbieten dieses Schussfadens in der Fachrnitte, mit Mitten
zum Übernehmen und Klemmen des vom Bringerkopf dargebotenen Schussfadens am Nehmerkopf,
mit Einlaufschrägen an den Mitteln zum Darbieten und Übernehmen des Schussfadens zur
Begrenzung der Kollisionsgefahr zwischen Bringerkopf und Nehmerkopf, mit Führungsflächen
an jedem Greiferkopf zur Führung desselben an den das Webfach begrenzenden Kettfäden
und mit Führungsschienen an jedem Greiferkopf zur Führung desselben an den Lamellen
des Webblattes.
[0002] Schussfadeneintragsorgane dieser Art sind unter anderem durch die DE 34 28 113 A1
bekannt und werden vorwiegend an schweren Webstühlen mit großer Arbeitsbreite eingesetzt.
Dazu gehören auch und vor allem die Doppelteppichwebmaschinen, bei denen in den beiden
übereinander liegenden Webfächern Schussfäden gleichzeitig eingetragen werden.
[0003] Die im Querschnitt wegen der Notwendigkeit einer geringen Masse relativ schwach und
leicht ausgebildeten Greiferstangen bestehen aus faserverstärktem Kunststoff. Eine
möglichst schwingungsfreie Führung ist zum Einen durch feststehende Führungsmittel
seitlich außerhalb des Webfaches und zum Anderen innerhalb des Webfaches durch das
Webblatt und durch in das Webfach eingreifende Führungsplatinen, die ihrerseits mit
Führungsschienen im Kopfbereich der Greifer zusammenwirken, gewährleistet.
[0004] Die Führungsschienen im Bereich des Greiferkopfes sind dem Webblatt zugewandt. Sie
haben eine Führungsfläche gegenüber den Lamellen des Webblattes und eine längs der
Bewegungsrichtung des Greifers gerichtete Nut auf der entgegengesetzten Seite. Diese
dient dem Eingriff der Füße der genannten Führungsplatinen.
[0005] Eine solche Führung hat sich nicht bewährt. Die Platinen müssen relativ dicht angeordnet
sein, so dass in jeder Phase der Bewegung mindestens zwei der Füße mit der Nut im
Eingriff sind. Die dadurch notwendige große Zahl von Führungsplatinen, die die Schar
der Kettfäden in der oberen und in der unteren Fachebene durchgreifen müssen, beschränkt
den Platz für die Führung dieser Fäden während des Fachwechsels. Die Führungsplatinen
spleißen überwiegend die großvolumigen und wenig gedrehten Polfäden sowie u. U. auch
die Bindekettfäden auf. Es entstehen Fehler in Form von Streifen in dem Gewebe. Die
erwarteten Effekte hinsichtlich der Schusseintragsleistung werden nicht erreicht.
[0006] In der Praxis hat es sich vor allem an Doppelteppichwebmaschinen durchgesetzt, dem
Greiferkopf Führungsschienen zuzuordnen, die mindestens während der Fadenübergabe
ausschließlich am Webblatt gleiten. Zur Führung des Greiferkopfes zwischen den Fadenebenen
des Webfaches wurden Führungsbleche angebracht, die bogenförmig gegen die Kettfadenscharen
gerichtet sind. Im Fall einer Abweichung des Greiferkopfes aus der normalen Bahn setzen
die Kettfäden dem Greiferkopf einen gewissen Widerstand entgegen. Die Greiferköpfe
bewegen sich bei bisher vertretbaren Geschwindigkeiten etwa in der Mitte der Fachöffnungen.
[0007] Zur Verbesserung der Führung der Greiferköpfe im Webfach hat man sehr straff gespannte
Kettfäden - z. B. die Fäden der Füll- oder Spannkette - der Bahn der Greiferköpfe
unmittelbar benachbart angeordnet. Dadurch erreichte man - zumindest in einem von
zwei aufeinander folgenden Schusseinträgen in einem Fach oder in einem von zwei gleichzeitig
bedienten Fächern - einen ruhigeren Lauf der Greiferköpfe.
[0008] Die Mittel zum Übernehmen und Darbieten des Schussfadens am Bringerkopf und die Mittel
zum Übernehmen des Schussfadens und zum Klemmen des Fadens bis zum Fachausgang an
der entgegen gesetzten Seite wurden hinsichtlich des gegenseitigen Zusammenwirkens
bei der Schussfadenübergabe in der Fachmitte mit einem solchen Spiel versehen, dass
auch extreme Schwingungen des Greiferkopfes im Webfach noch nicht zur Kollision dieser
Greiferstangen führen. Durch diese Maßnahmen nehmen die Abmessungen des Greiferkopfes
im Querschnitt jedoch erhebliche Ausmaße an.
[0009] Zur Sicherung einer regelmäßig einwandfreien Funktion der Greiferköpfe bemühte man
sich, bestimmte Schusseintragsfrequenzen nicht zu überschreiten. Das Webfach hat man
in einer Größe beibehalten, die bei den üblichen Geschwindigkeiten für den Hub der
Schäfte, den Hub der Litzen der Jacquardmaschinen und für die Weblade noch vertretbare
Belastungen ergaben. Mit den gewählten Parametern erreichte man bisher in der Regel
- vor allem durch die Bewegung der Weblade parallel zu sich selbst (DE 32 05 227 A1)
- eine zuverlässige Arbeitsweise der Webmaschinen. Das Bemühen um höhere Webleistungen
fordert jedoch im zunehmenden Mäße auch die Schussfadenübergabe vom Bringer- zum Nehmergreifer
bei höheren Geschwindigkeiten zuverlässig zu realisieren, die Hubbewegung der Schäfte
zur Fachbildung zu begrenzen und den maximalen Hub der Weblade zu reduzieren.
[0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schussfadeneintragsorgan mit gegeneinander
bewegbaren Greiferköpfen zur mittigen Schussfadenübergabe vorzuschlagen, das deutlich
kleinere Querschnittsabmessungen hat und in einem kleineren Webfach bei hohen Schusseintragsfrequenzen
schwingungsarm mit hoher Zuverlässigkeit eingesetzt werden kann.
[0011] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Die Verwendung von
vorzugsweise separaten Zentrierungselementen an den Bringer- und Nehmergreifern, die
sich gegenseitig auf eine gemeinsame Ebene ausrichten bevor sich die Mittel zum Darbieten
und Übernehmen des Schussfadens zur Ausführung ihrer Funktion nebeneinander positionieren,
gestatten eine vorteilhafte Ausbildung des Greiferkopfes. Auf einem kleineren Querschnitt
können größere, gegenseitige Abweichungen ausgeglichen werden. Das gegenseitige Spiel
der Mittel zum Darbieten gegenüber den Mitteln zum Übernehmen kann auf ein Minimum
reduziert werden.
[0012] Sorgt man zudem noch - gemäß Anspruch 2 - dafür, dass die Schwingungsmöglichkeiten
der Greiferköpfe im Webfach durch eine nahezu formschlüssige Führung im Webfach weiter
reduziert werden, kann man die Greiferköpfe und das Webfach (Öffnungswinkel und/oder
Webladenhub) deutlich verkleinern. Unter Beibehaltung der hohen Zuverlässigkeit der
Handhabung des Schussfadens beim Schusseintrag werden die Antriebselemente für die
Fachbildung und/oder für den Schussfadenanschlag entlastet. Bei den geringeren Arbeitshüben
für diese Antriebselemente lassen sich im Gegenzug höhere Arbeitsgeschwindigkeiten
realisieren.
[0013] Ein Vorteil ergibt sich auch an Webmaschinen, bei denen gleichzeitig drei oder mehrere
Schüsse in übereinander liegende Webfächer eingetragen werden. Hier wirken sich einerseits
die reduzierte Masse der Greiferköpfe und andererseits die reduzierte Fachhöhe im
positiven Sinn aus. Auch an diesen Maschinen, die eine wesentlich größere Bindungsvielfalt
ermöglichen, sind durch die Erfindung höhere Arbeitsgeschwindigkeiten als bisher möglich.
[0014] Bildet man die Zentrierungen nach Anspruch 3 mindestens quer zur gegenseitigen Bewegungsrichtung
eleastisch aus und sorgt für eine entsprechende Dämpfung des gegenseitigen Aufpralles,
dann sind weitere Leistungssteigerungen im Bereich des Möglichen.
[0015] Die in Anspruch 4 definierte Ausgestaltung der Greiferköpfe und ihrer Zentrierungen
gestattet u. a. die Anwendung einfacher Herstellungsverfahren und die Verwendung sehr
leichter Werkstoffe für die Greiferköpfe.
[0016] Die Modifizierung der Greiferköpfe nach Anspruch 5 ermöglicht es, ohne gesonderte
Führungselemente die gedämpfte, schwingungsarme Führung der Greiferköpfe einerseits
an den Kettfadenscharen und andererseits an den Stegen des Webblattes zu realisieren.
Die Greiferköpfe können weiter reduzierte Abmessungen aufweisen. Die Fachhöhe ist
weiter reduzierbar.
[0017] Mit der Anordnung des Schwerpunktes des Greiferkopfes nach Anspruch 6 und 7 werden
insbesondere die Schwingungen, die beim Eintritt der Greiferköpfe in das Webfach entstehen
(Knickbelastung der Greiferstangen), auf ein Minimum reduziert.
[0018] Die Anordnung der Zentrierzapfen am Nehmerkopf - im Wesentlichen parallel zum übernehmenden
Haken - nach Anspruch 8 optimiert die Anordnung der Mittel zum Darbieten und zum Übernehmen
an den Greiferköpfen.
[0019] Die Verwendung von Kunststoffspritzteilen - nach Anspruch 9 - reduziert einerseits
die Masse der Greiferköpfe und andererseits den Herstellungsaufwand. Bei entsprechender
Werkstoffwahl tritt ein zusätzlicher Dämpfungseffekt ein.
[0020] Anspruch 10 zeigt eine weitere Gestaltungsmöglichkeit auf, die zur Reduzierung der
Masse des Greiferkopfes und zur Reduzierung der Schwingungsneigung bei der Beschleunigung
der Greiferstange in das Webfach hinein führt.
[0021] Die Erfindung soll nachfolgend an Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In
den dazu gehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine vereinfachte, mit einzelnen Schnittbereichen versehene Darstellung (in Draufsicht)
eines Bringerkopfes und eines Nehmerkopfes in der Phase des gegenseitigen Zentrierens,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht zu Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Anordnung der Greiferköpfe in den Webfächern einer Doppelflorwebmaschine mit
seitlich angeordneter Zentrierung an den Greiferköpfen (analog Fig 1),
- Fig. 4
- eine Darstellung gemäß Fig. 3 mit einer zur Greiferstange zentral angeordneten Zentrierung
an den Greiferköpfen,
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung der wesentlichsten Funktions-elemente eines Bringergreifers
und eines Nehmergreifers mit zur Achse der Greiferstangen koaxial angeordneter Zentrierung,
- Fig. 6
- eine perspektivische Darstellung zusammenwirkender Bringer- und Nehmergreifer analog
zu Fig. 1 in einer perspektivischen Darstellung mit überwiegender Darstellung der
Oberseite,
- Fig. 7
- eine ähnliche Darstellung wie Fig. 6, bei der die Darstellung der dem Webblatt zugewandten
Seite überwiegt,
- Fig. 8
- eine Zentrierhülse mit elastischer Zentrierbüchse im Eingangsbereich,
- Fig. 9
- die Spitze eines Zentrierzapfens mit elastisch und gedämpft eingefügter Spitze und
- Fig. 10
- ein Beispiel für einen elastisch gelagerten Zentrierzapfen.
[0022] Fig. 1 zeigt ein Paar von Greiferköpfen 3, 4, das im Webfach einer Webmaschine derart
zusammenwirkt, dass ein erster Greiferkopf, der sog. Bringerkopf 3, vor seinem Eintritt
in das Webfach einen Schussfaden 9 erfasst, klemmt und diesen Schussfaden 9 in der
Mitte des Webfaches dem in entgegengesetzter Richtung bewegten zweiten Greiferkopf,
dem Nehmerkopf 4, zur Übernahme darbietet.
[0023] Der Bringerkopf 3 ist am vorderen Ende an der Greiferstange 30 befestigt. Eine Abweiseplatte
34, der Kupplungsabschnitt 32, die Greiferstange 30 und die Führungsschienen 36 werden
mittels Schrauben 35 miteinander verspannt. Vorhandene Mittel zur formschlüssigen
Fixierung der Greiferstange 30 mit dem Greiferkopf 3 sind nicht dargestellt. Die Art
der gegenseitigen Befestigung ist hinreichend bekannt.
[0024] An dem Bringerkopf 3 sind in der Ebene des Querschnittes der Greiferstange 30 die
Mittel 33 zum Erfassen, Klemmen und Darbieten des Schussfadens 9 angeordnet. Der Schussfaden
9 wird durch diese Mittel etwa im Bereich der Längsachse der Greiferstange 30 quer
in an sich bekannter Weise gespannt, geklemmt und dargeboten. Im seitlichen Abstand
dazu - vorzugsweise der Fachspitze zugewandt - befindet sich am Bringerkopf 3 die
Zentrierhülse 31, die mit einer Bohrung 311 und einem kegel- oder bogenförmig gestalteten
Eingangsbereich 312 versehen ist.
[0025] Der Nehmergreifer 4 ist auf die gleiche Weise über einen Kupplungsabschnitt 422 mit
der Greiferstange 40 verbunden, wie das in Bezug auf den Greiferkopf 3 beschrieben
wurde. Hier werden die Elemente Abweiseplatte 44, Kupplungsabschnitt 422, Greiferstange
40 und Führungsschiene 46 mittels Schrauben 45 aneinander gehalten.
[0026] Der Nehmerkopf 4 besitzt in der Querschittsebene der Greiferstange 40 einen unbeweglichen
Mitnehmerhaken 431 und einen federnd beweglichen Klemmschieber 432. Der Mitnehmerhaken
431 ist mit seiner Spitze so angeordnet, dass er den am Bringergreifer 3 positionierten
Schussfaden 9 innen übergreift. Der Mitnehmerhaken 431 greift dabei auch mit relativ
geringem Spiel zwischen die Mittel 33 zum Darbieten des Schussfadens 9 am Bringeroreifer
3 ein. Insbesondere der Mitnehmerhaken 431 ist zur Vermeidung von evtl. Kollisionen
an seiner Spitze ebenfalls abgerundet.
[0027] Paraliel zu dem Mitnehmerhaken 431 ist am Nehmerkopf 4 in einem Lager 42 ein Zentrierzapfen
41 fest gelagert. Der Zentrierzapfen 41 besitzt einen Schaft 411 und eine Spitze 412.
Der Zentrierzapfen 41 am Nehmerkopf 4 und die Zentrierhülse 31 am Bringerkopf 3 sind
im ruhenden Einbauzustand der Greiferstangen 30, 40 mit ihren Achsen aufeinander ausgerichtet.
[0028] Wenn sich beide Greiferköpfe 3, 4 in der Mitte des Faches aufeinander zu bewegen,
dringt die Spitze des Zentrierzapfens 41 in die Zentrierhülse 31 ein. Erst wenn die
Achsen beider Elemente aufeinander ausgerichtet sind und sie sich formschlüssig gegenseitig
führen, dringt die Spitze des Mitnehmerhakens 431 zwischen die Mittel 33 zum Darbieten
des Schussfadens 9 ein und leitet damit die Übernahme des dargebotenen Schussfadens
9 ein.
[0029] Bei dieser Gestaltung und der damit wirksamen Arbeitsweise ist es möglich, zwischen
dem Mitnehmerhaken 431 und den Mitteln 33 zum Darbieten des Schussfadens 9 nur sehr
geringe seitliche Abstände zu realisieren. Dadurch können die äußeren Abmessungen
der Greiferköpfe 3, 4 deutlich kleiner ausgebildet werden.
[0030] Wie wir aus den Figuren 1 und 2 sowie auch aus den Figuren 6 und 7 erkennen können,
sind die Möglichkeiten der Zentrierung trotz der erreichten und geschilderten Vorteile
noch begrenzt. Es wird daher angestrebt, die Möglichkeiten für das Schwingen der Greiferköpfe
3, 4 im Webfach durch die Verbesserung bisher üblicher Führungselemente weiter einzuschränken.
Das trifft insbesondere auf die Führung der Greiferköpfe 3, 4 an den Kettfäden 2 der
einzelnen Fachebenen 21, 22, 23, 24 zu. Kann die Führung an den Kettfäden in Verbindung
mit der Führung der Greiferköpfe 3, 4 mit den Führungsschienen 36, 46 an dem Webblatt
nahezu formschlüssig ausgebildet werden, sind die Möglichkeiten für die Schwingung
der Greiferköpfe 3, 4 deutlich einschränkbar.
[0031] Zu diesem Zweck wird zunächst die Fachgröße der reduzierten Form und Größe der Greiferköpfe
3, 4 angepasst. Weiterhin muss man dafür sorgen, dass deutlich mehr Kettfäden als
bisher üblich in den Prozess der Führung der Greiferköpfe 3, 4 einbezogen werden.
[0032] Zu diesem Zweck besitzen die Greiferköpfe 3, 4 im Bereich der Zentrierhülse 31 und
im Bereich des Lagers 42 für den Zentrierzapfen 41 deutlich vergrößerte Führungsflächen
313 bzw. 421 für die Kettfäden 2 der angrenzenden Fachebenen 21, 22, 23, 24. Diese
Führungsflächen 313, 421 haben eine solche Länge, dass gleichzeitig eine ausreichende
Zahl von Kettfäden 2 an der Führung der Greiferköpfe 3, 4 beteiligt ist. Außerdem
sind diese Führungsflächen breit und mit optimal gestalteten Auflaufschrägen für die
Kettfäden versehen.
[0033] Die Kettfäden 2 haben für die Greiferköpfe eine führende und auch eine die Schwingungen
derselben dämpfende Funktion. Die Kettfäden 2 können mit ihrer elastischen Kraft die
Greiferköpfe 3, 4 sicher an den Stegen des Webblattes 1 führen.
[0034] Die Art und Weise der Führung durch die Kettfäden ist in den Figuren 3 und 4 für
unterschiedliche Greiferkopf-Formen dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen, dass
die Greiferköpfe 3, 4 bzw. 5, 6 bei offensichtlich geringster Reibung nahezu formschlüssig
in ihrem Webfach geführt werden.
[0035] Befindet sich, wie in Fig. 3 gezeigt, die Zentrierung 31, 41 seitlich außerhalb des
Querschnittbereiches der Greiferstangen 3, 4, können deren Abmessungen relativ klein
gewählt werden. Sie reichen in die Fachspitze hinein und gewährleisten so kleine Fachöffnungswinkel
und einen relativ kleinen Hub der Weblade 1 beim Schussanschlag.
[0036] Bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 4 ist eine Variante der vorliegenden Erfindung
gezeigt, bei der die Zentrierung 51, 63 etwa koaxial zur Achse der Greiferstangen
30, 40 angeordnet ist. Unter Beibehaltung der Größe der Mittel 63 (ähnlich 33) zum
Darbieten und der Mittel - Mitnehmerhaken 53 (ähnlich 43) - zum Übernehmen des Schussfadens
9 erreicht man etwa gleich große Fachöffnungswinkel und gleiche Hubgrößen für den
Schussfadenanschlag mittels Weblade.
[0037] Die Ausführung einer zu den Greiferstangen 30, 40 und den Mitteln zum Übergeben und
Übernehmen koaxialen Zentrierung ist schematisch in Fig. 5 gezeigt. Der Bringergreifer
6 ist im Querschnittsbereich der Greiferstange 40 mit Mitteln 63 zum Darbieten des
Schussfadens 9 ausgestattet. Diese Mittel 63 sind im vorderen Bereich mit einer Zentrierspitze
631 versehen, die zu einem früheren Zeitpunkt wirksam wird als der Übergabebereich.
Der Nehmergreifer 5 ist mit einer Zentrierhülse 51 versehen, die eine Bohrung 511
und einem Eingangsbereich 512 koaxial zur gewünschten Bahn des Bringergreifers 6 aufweist.
[0038] Der Eingangsbereich 512 dieser Zentrierhülse 51 ist im deutlichen Abstand vor der
Spitze des Mitnehmerhakens 53 angeordnet und sorgt gemeinsam mit der Zentrierspitze
631 des Bringergreifers 6 - hier an den Mitteln 63 zum Darbieten angeordnet - für
das Zentrieren des Bringergreifers 6 zum Nehmergreifer 5 oder umgekehrt. Auch bei
dieser Ausführung kann das gegenseitige Spiel zwischen dem Mitnehmerhaken 53 und den
Führungselementen des Mittels 63 zum Darbieten des Schussfadens 9 sehr klein ausgeführt
werden.
[0039] Der Vorteil dieser Ausführungsvariante besteht darin, dass nahezu alle Elemente der
Greiferköpfe 5, 6 auf die Längsachse der Greiferstangen 30, 40 ausgerichtet werden
können. Das macht sich insbesondere beim Eintritt der Greiferköpfe 5, 6 in das Webfach
bemerkbar, wo die Greiferstangen 30, 40 stark auf Druck belastet werden und die Gefahr
des Ausknickens der Greiferstangen 30, 40 gegeben ist.
[0040] Die Zentrierhülse 51 ist bei dieser Ausführungsform mit einer seitlichen Ausnehmung
versehen, in der der Schussfaden 9 geführt werden kann. Weiterhin kann der Außenbereich
in dem Abschnitt, der dem Webblatt gegenüber steht, mit einer Gleitfläche 513 versehen
werden. In diesem Fall kann man auf zusätzliche Führungsschienen 36, 46 - wie sie
in den Figuren 1 und 2 dargestellt wurden - verzichten. Die Masse der Greiferköpfe
5, 6 kann bei dieser Ausführung niedrig gehalten werden. Eine weitere Verkleinerung
des Webfaches wird gegenüber der eingangs beschriebenen Ausführungsvariante jedoch
kaum realisierbar sein.
[0041] Die Figuren 6 und 7 zeigen die gleichen Arbeitselemente wie Fig. 1. Eine gesonderte
Beschreibung zu dieser Figur ist nicht erforderlich. Die Arbeitsweise und der Aufbau
sind anhand der Beschreibung, die zu Fig. 1 formuliert wurde, leicht nachvollziehbar.
[0042] Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht darin, die Greiferköpfe 3, 4; 5, 6 in
einem sehr begrenzten Webfach nahezu formschlüssig zu führen, so dass die natürlichen
Abweichungen der Greiferköpfe an sich auf ein Minimum reduziert sind.
[0043] Die verbleibenden Abweichungen werden durch die Zentrierungen 31,41; 51, 63,631 fast
vollständig ausgeglichen, so dass die Mittel 33; 63 bzw. 43, 53 zum Darbieten und
Übernehmen untereinander mit kleinstem Spiel und kleinsten Abmessungen ausgestaltet
werden können.
[0044] Zu Verbesserung der Laufruhe und ggf. zur Erhöhung der Schusseintragsleistung werden
die Zentrierelemente 31, 41, 41' mindestens quer zur gegenseitigen Bewegungsrichtung
elastisch ausgebildet. Das hat den Vorteil, dass die bei der gegenseitigen Begegnung
der Greiferköpfe 3, 4 entstehenden Impulse nicht den gesamten Greiferkopf aus der
Bahn ablenken, sondern nur einen Teil mit wesentlch geringerer Masse. Es ist außerdem
zweckmäßig, den Impuls bereits in der Entstehungsphase zu dämpfen, so dass ein gegenseitiges
Begegnen und das dabei erwünschte Zentrieren unter optimalen Bedingungen ablaufen
kann. Ausführungsbeispiele zeigen die Figuren 8 bis 10.
[0045] In Fig 8 ist der Eingangsbereich 312 einer Zentrierhülse 31 mit einer Zentrierbüchse
314 versehen. Die Zentrierabschnitte 3141 sind elastisch und dämpfend mit dem starren
Teil der Zentrierbüchse 314 verbunden. Ihre Beweglichkeit wird durch mehrere Schlitze
3142 gewährleistet.
[0046] Fig. 9 zeigt eine elastische und gedämpfte Ausführung der Spitze 412 eines Zentrierzapfens
41. Die Spitze 412 ist mit einem Spitzenschaft 4122 versehen, der an seinem freien
Ende geschlitzt ist und Rastvorsprünge aufweist. Eine nach außen hin erweitere Bohrung
im Schaft des Zentrierzapfens 411 gibt die nötige seitliche Bewegungsfreiheit. Ein
Gummiring 413 sorgt für die Dämpfung und die Positionierung der Spitze 412 im unbelasteten
Zustand.
[0047] Die Fig. 10 stellt eine Ausführungsform der Dämpfung dar, wobei der Zentrierzapfen
41 am Greiferkopf 4 an sich elastisch und gedämpft gelagert ist. Der Zentrierzapfen
41' besteht hier aus einem rohrförmigen Schaft 411'. !n selbigem ist eine Spitze 412'
begrenzt elastisch eingesetzt. Der rohrförmige Schaft 411' ist im Lager 42 nur im
vorderen Bereich formschlüssig geführt. Im hinteren Bereich sorgt ein Schaumring 423
oder ein radial elastischer Federring für die Zentrierung im unbelasteten Zustand
und für ein gedämpft elastisches Ausweichen des Zentrierzapfens 41'
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Webblatt
- 2
- Kettfäden
- 21
- obere Fachebene
- 22
- obere, mittlere Fachebene
- 23
- untere, mittlere Fachebene
- 24
- untere Fachebene
- 25
- Gewebeanschlagkante
- 26
- Doppelflorgewebe
- 3
- Greiferkopf/Bringerkopf
- 30
- Greiferstange
- 31
- Zentrierung, Zentrierhülse
- 311
- Bohrung
- 312
- Eingangsbereich
- 313
- Führungsfläche
- 314
- Zentrierbüchse, elastisch
- 3141
- Zentrierabschnitt
- 3142
- Schlitze
- 32
- Kupplungsabschnitt
- 33
- Mittel zum Darbieten (Anschlag, Klemme)
- 34
- Spannplatte
- 35
- Schrauben
- 36
- Führungsschiene
- 4
- Greiferkopf, Nehmerkopf
- 40
- Greiferstange
- 41, 41'
- Zentrierung, Zentrierzapfen
- 411, 411'
- Schaft
- 412, 412'
- Spitze
- 4121
- Spitzenform
- 4122
- Spitzenschaft
- 413
- Gummiring
- 42
- Lager
- 421
- Führungsfläche
- 422
- Kupplungsabschnitt
- 423
- Schaumring, Federring
- 43
- Mittel zum Übernehmen
- 431
- Mitnehmerhaken
- 432
- Klemmschieber
- 44
- Spannplatte
- 45
- Schrauben
- 46
- Führungsschiene
- 5
- Greiferkopf, Nehmergreifer
- 51
- Zentrierhülse
- 511
- Bohrung
- 512
- Eingangsbereich
- 52
- Kupplungabschnitt
- 53
- Mitnehmerhaken (Mittel zum Übernehmen)
- 6
- Greiferkopf, Bringergreifer
- 61
- Lager
- 62
- Kupplungabschnitt
- 63
- Mittel zum Darbieten
- 631
- Zentrierspitze
- 9
- Schussfaden
1. Schussfadeneintragsorgan an Webmaschinen mit ortsfest angeordneten Vorratsspulen im
Bereich eines Geweberandes,
mit Greiferstangen, die gleichzeitig von beiden Seiten des Gewebes in ein Webfach
eingreifen und sich gegeneinander bewegen,
mit Greiferköpfen an den Greiferstangen, ausgestaltet als Bringerkopf bzw. als Nehmerkopf,
die in der Fachmitte einen vom Bringerkopf dargebotenen Schussfaden dem Nehmerkopf
übergeben,
mit Mitteln am Bringerkopf zum Erfassen eines Schussfadens am Geweberand und zum Darbieten
dieses Schussfadens in der Fachmitte,
mit Mitteln zum Übernehmen und Klemmen des vom Bringerkopf dargebotenen Schussfadens
am Nehmerkopf,
mit Einlaufschrägen an den Mitteln zum Darbieten und Übernehmen des Schussfadens zur
Begrenzung der Kollisionsgefahr zwischen Bringerkopf und Nehmerkopf,
mit Führungsflächen an jedem Greiferkopf zur Führung desselben an den das Webfach
begrenzenden Kettfäden und
mit Führungsschienen an jedem Greiferkopf zur Führung desselben an den Lamellen des
Webblattes,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Bringerkopf (3; 6) und der Nehmerkopf (4; 5) mit parallel zur Bewegungsrichtung
gegenseitig formschlüssig ineinandergreifenden und mit Einlaufschrägen versehenen
Zentrierungen (z. B. Zentrierzapfen 41; 631, Zentrierhülse 31; 51) ausgestattet sind
und
dass die Zentrierungen (41, 31; 51, 631) den Mitteln zum Darbieten (33; 63) und Übernehmen
(43; 53) der Schussfäden (9) in Bewegungsrichtung beider Greiferköpfe (3, 4; 6, 5)
bei Beginn ihrer Begegnung in der Mitte des Webfaches (2) vorlaufend sich gegenseitig
zentrierend wirksam sind.
2. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsflächen (313, 421, 313' 421') zur Führung der Greiferköpfe (3, 4; 5,
6) nahe an den das Webfach begrenzenden Kettfäden (21, 22, 23, 24) positionierbar
sind, wenn die Führungsschienen (36, 46) am Webblatt (1) gleiten und
dass die Führungsflächen (313, 421, 313' 421') in jeder Bewegungsrichtung der Greiferköpfe
(3, 4, 5, 6) mit Auflaufschrägen für die Kettfäden (21, 22, 23, 24) versehen sind.
3. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mit Einlaufschrägen versehenen Zentrierungen (z. B. Zentrierzapfen 41; 631, Zentrierhülse
31; 51) mindestens quer zur Bewegungsrichtung elastisch ausgebildet oder gelagert
sind und
dass die Zentrierungen (41, 31; 51, 631) aus dämpfenden Werkstoffen bestehen oder ihnen
Dämpfungselemente (Zentrierbüchse 314; Gummiring 413; Schaumring 423) zugeordnet sind.
4. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 oder 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrierungen (41, 31; 51, 631) aus einem zylindrischen Zentrierzapfen (41, 63)
mit Spitze (412; 631), der ein Lager (42; 61) am ersten Greiferkopf (4; 6) hat, und
aus einer Zentrierhülse (31; 51) mit einer zylindrischen Bohrung (311; 511) und einem
sich nach innen verjüngenden Eingangsbereich (312; 512) am zweiten Greiferkopf (3;
5) bestehen.
5. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsflächen (313, 421, 313' 421') für das Gleiten des Greiferkopfes an den
Kettfäden an der Außenseite der Zentrierhülse (31; 51) und am Lager (42; 61) des Zentrierzapfens
(41; 63) ausgebildet sind.
6. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrierungen (41, 31; 51, 631) den Mitteln zum Darbieten (33; 63) und Übernehmen
(43; 53) auf der Seite der Fachspitze, seitlich benachbart angeordnet sind und
dass die Mittel zum Darbieten (33; 63) am Bringerkopf (3; 6) und die Mittel zum Übernehmen
(43; 53) am Nehmerkopf in der Querschnittsebene der Greiferstangen (30, 40) angeordnet
sind.
7. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Greiferköpfe (3, 4; 6, 5) so gestaltet sind, dass sich der Schwerpunkt des jeweiligen
Greiferkopfes etwa im Bereich der Längsachse der Greiferstange (30, 40) befindet.
8. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zentrierzapfen (41) am Nehmerkopf (4) und die Zentrierhülse (31) am Bringerkopf
(3) angeordnet sind.
9. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Greiferköpfe - der Bringerkopf (3; 6) und der Nehmerkopf (4; 5)-aus je einem
Kunststoffspritzteil bestehen,
dass das Kunststoffspritzteil umfasst
- einen Kupplungsschaft, der mit dem Ende der Greiferstange formschlüssig verbunden
ist,
- je einen Teil
- der Zentrierelemente und
- der Aufnahmen für die Mittel zum Darbieten bzw. zum Übernehmen.
10. Schusseintragsorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrierungen (51, 631) koaxial zur Längsachse der Greiferstangen (30, 40) angeordnet
sind.