[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Herstellung einer bewehrten
Betoninnenschale eines Tunnels.
[0002] Aus der DE 197 09 336 C2 ist ein Verfahren zum Betonieren von bewehrten Gewölben
oder Decken im Tunnelbau bekannt. Dort ist ein verfahrbarer Schalungsträger vorgesehen,
durch den ein erstes Kalottenschalungsteil mit einer darauf angeordneten vorgefertigten
Bewehrung in eine vorgegebene Bewehrungsposition zum anschließenden Betonieren einer
Innenschale angehoben wird. Die Bewehrung wird auf der Oberseite eines zweiten Kalottenschalungsteils
vormontiert, das von dem Schalungsträger räumlich entfernt auf einem ebenfalls verfahrbaren
Bewehrungsträger angeordnet ist. Das auf dem Bewehrungsträger angeordnete erste Kalottenschalungsteil
wird von einem weiteren verfahrbaren Übergabeträger aus mit Armierungen bestückt.
Für den Transport der vorgefertigten Bewehrung in die vorgesehene Bewehrungsposition
muß zunächst der Schalungsträger mit dem darauf befindlichen ersten Kalottenschalungsteil
abgesenkt und an den Übergabeträger herangefahren werden. Dann wird das erste Kalottenschalungsteil
an den Übergabeträger übergeben. Anschließend muß der Übergabeträger mit dem darauf
befindlichen ersten Kalottenschalungsteil abgesenkt und unter den Bewehrungsträger
verfahren werden. Der Schalungsträger wird anschließend an den Bewehrungsträger herangefahren,
damit das zweite Kalottenschalungsteil mit der vorgefertigten Bewehrung an den Schalungsträger
übergeben werden kann. Der Schalungsträger wird dann mit dem zweiten Kalottenschalungsteil
und der Bewehrung in die neue Bewehrungsposition zurückgefahren. Gleichzeitig wird
der Übergabeträger wieder unter dem Bewehrungsträger hervorgefahren und auf das Niveau
des Bewehrungsträgers angehoben. Dann kann das erste Kalottenschalungsteil an den
Bewehrungsträger zum Aufbau einer neuen Bewehrung übergeben und der Übergabeträger
wieder mit neuen Armierungen versorgt werden.
[0003] Bei einem derartigen Verfahren werden zwei gesonderte Kalottenschalungsteile eingesetzt,
die durch relativ zeitaufwendige Verfahr- und Hubbewegungen der einzelnen Träger gegeneinander
ausgetauscht werden müssen. Um die Kalottenschalungsteile auszuwechseln, muß das eine
Kalottenschalungsteil unter das andere verfahren werden, was einen vergleichsweise
hohen konstruktiven Aufwand erfordert. Da der Schalungsträger nicht nur zum Betonieren
des Tunnelgewölbes dient, sondern auch den Transport der vorgefertigten Bewehrung
zu der Baustelle übernimmt, ist der eigentliche Betoniervorgang entsprechend lange
unterbrochen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten
Art zu schaffen, die eine kostensparende Herstellung von Betoninnenschalen ohne freitragender
Bewehrung mit guter Qualität und hoher Produktivität ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch
ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst.
[0006] Zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß eine neue Bewehrung bereits
in ihre Endposition verfahren werden kann, während der Schalwagen noch für die Betonage
einer vorhergehenden Innenschale im Einsatz ist. Da der Schalwagen keine Transportfunktionen
übernehmen muß, kann er relativ lange freigehalten werden. Er kann auch ohne größere
Verfahrbewegungen unter die durch den Bewehrungspositionierwagen bereits in die Bewehrungsposition
transportierte und dort gehaltene Kalottenbewehrung verfahren werden. Die Kalottenschalung
ist mit verschwenkbaren Kalottenschalungsteilen ausgestattet, die das Einfahren unter
der Bewehrung auch ohne direkte Verbindung zu vorlaufenden Geräten ermöglichen.
[0008] Der Bewehrungspositionierwagen wird zum Abholen der Kalottenbewehrung, zu deren Transport
und zur genauen Positionierung eingesetzt. Durch die verschiedenen Verstellmöglichkeiten
des Bewehrungspositionierwagens wird eine genaue Positionierung der Kalottenbewehrung
ermöglicht. Über die in Längsrichtung des Tunnels über einen Unterwagen auskragenden
Führungsschienen kann der Bewehrungspositionierwagen den Bewehrungsvorbauwagen und
den Schalwagen unterfahren, so daß sich diese nicht gegenseitig überholen oder untereinander
durchfahren müssen. Es ist daher nur eine Fahrschiene erforderlich. Die seitlich ausfahrbaren
Stützen an den zum Schalwagen gewandten Enden der Führungsschienen verhindern ein
unerwünschtes Absenken der Bewehrung im Seitenbereich, wodurch die Herstellung der
Seitenbewehrung und die Montage der Anschlußbewehrung erleichtert wird.
[0009] Der Bewehrungsvorbauwagen ermöglicht die Vormontage der Kalottenbewehrung auf einer
vorgerichteten Form in Länge und Breite. Dazu enthält der Bewehrungsvorbauwagen spezielle
Arbeitsplattformen mit entsprechenden Bewehrungsauflagen. Die Andienung von Bewehrungsmaterial
erfolgt über Paletten, die mit einem Fahrzeug unter den Bewehrungsvorbauwagen gefahren
werden. Die Paletten werden mit einer geeigneten Hebeeinrichtung auf die Arbeitshöhe
angehoben und können von dort zum Montagebereich transportiert werden. Gleichzeitig
kann im Außenbereich die nächste Ladung vorbereitet und antransportiert werden.
[0010] Die Versorgung sämtlicher Arbeitsgruppen kann über ein zentrales Aggregat erfolgen.
Zur Ansteuerung der Hydraulikzylinder ist zweckmäßigerweise ein portables Steuerpult
vorgesehen. Dadurch können vom Bediener sämtliche Bereiche optimal überwacht werden.
[0011] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigt:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer bewehrten Innenschale mit
einem Bewehrungsvorbauwagen, einem Bewehrungspositionierwagen und einem Schalwagen
in unterschiedlichen Stellungen;
- Figur 2
- einen Bewehrungsvorbauwagen der in Figur 1 gezeigten Vorrichtung im Längsschnitt;
- Figur 3
- einen Querschnitt des Bewehrungsvorbauwagens in Pfeilrichtung B-B von Figur 2;
- Figur 4
- eine Ansicht des Bewehrungsvorbauwagens in Richtung der Pfeile A-A von Figur 2;
- Figur 5
- eine Anischt des Bewehrungsvorbauwagens in Richtung der Pfeile C-C von Figur 2;
- Figur 6
- einen Querschnitt eines Bewehrungspositionierwagens in einer angehobenen und abgesenkten
Stellung;
- Figur 7
- eine Draufsicht des Bewehrungspositionierwagens in unterschiedlichen Schwenkstellungen;
- Figur 8
- einen Schalwagen in einem Längsschnitt;
- Figur 9
- einen Querschnitt des Schalwagens in einer abgesenkten Stellung und
- Figur 10
- einen Querschnitt des Schalwagens in einer angehobenen Stellung.
[0012] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung einer bewehrten
Innenschale eines Tunnels in unterschiedlichen Stellungen dargestellt. Die Vorrichtung
besteht im wesentlichen aus einem in der Längsrichtung des Tunnels verfahrbaren Bewehrungsvorbauwagen
1 zur Vormontage einer Bewehrung 2, einem in der Tunnellängsrichtung verfahrbaren
Bewehrungspositionierwagen 3 für den Transport der vormontierten Bewehrung 2 zwischen
dem Bewehrungsvorbauwagen 1 und einer Bewehrungsposition sowie einem in der Tunnellängsrichtung
verfahrbaren Schalwagen 4 zum Anbringen einer Verschalung für das anschließende Betonieren
der Innenschale.
[0013] Der Bewehrungsvorbauwagen 1 enthält ein auf Fahrportalen 5, 6 und 7 angeordnetes
Traggerüst mit einem in Betonierrichtung des Tunnels vorderen Montagegerüst 8 und
einem mit diesem verbundenen hinteren Bereitstellungsgerüst 9. Der Bewehrungspositionierwagen
3 besteht aus einem höhenverstellbaren Unterwagen 10, auf dem ein in der Horizontalebene
verstellbarer Aufbau mit beidseitig auskragenden Führungsschienen 11 und darauf verschiebbar
angeordneten Bewehrungsaufnahmen 12 angeordnet ist. Der Schalwagen 4 enthält ein höhenverstellbares
Fahrgerüst 13, an dem mehrere nebeneinander liegende Schalungselemente 14 angeordnet
sind.
[0014] Bei dem in Figur 2 in einem Längsschnitt dargestellten Bewehrungsvorbauwagen 1 ist
das Montagegerüst 8 auf den beiden in Figur 4 und 5 näher dargestellten Fahrportalen
5 und 6 angeordnet. Von dem hinteren Fahrportal 6 des Montagegerüsts 8 wird auch das
vordere Ende des Bereitstellungsgerüsts 9 abgestützt, dessen hinteres Ende auf dem
in Figur 1 gezeigten Fahrportal 7 aufliegt. Die Fahrportale 5, 6 und 7 weisen jeweils
einen horizontalen Querträger 15 auf, der von zwei auf Schienen 16 geführten vertikalen
Fahrständern 17 gehalten wird. Das vordere Ende des Bereitstellungsgerüsts 9 ist über
ein um eine Vertikalachse drehbares Gelenk 18 auf dem Querträger 15 des Fahrportals
6 abgestützt. Durch die gelenkige Verbindung zwischen dem Montagegerüst 8 und dem
Bereitstellungsgerüst 9 sind diese quer zur Tunnellängsachse gegeneinander verschwenkbar,
wodurch eine Kurvenfahrt des Bewehrungsvorbauwagens 1 ermöglicht wird. Das Bereitstellungsgerüst
9 enthält eine als Seilzug ausgeführte Hubvorrichtung 19, durch die eine mit Bewehrungsmaterial
bestückte und von einem geeigneten Fahrzeug unter den Bewehrungsvorbauwagen 1 transportierte
Palette 20 von der Sohle des Tunnels auf die vorgegebene Arbeitshöhe angehoben werden
kann. Von der angehobenen Palette 20 kann das Bewehrungsmaterial auf einfache Weise
zu dem Montagegerüst 8 transportiert werden.
[0015] Wie besonders aus Figur 3 hervorgeht, weist das Montagegerüst 5 mehrere stufenförmig
angeordnete Arbeitsplattformen 21 und an die Form der Gewölbedecke angepaßte obere
und seitliche gebogene Bewehrungsauflagen 22 und 23 auf. Auf den als Lehre dienenden
Bewehrungsauflagen 22 und 23 wird die Kalottenbewehrung 2 aufgebaut. Zwischen der
oberen Bewehrungsauflage 22 und den beiden seitlichen Bewehrungsauflagen 23 befinden
sich Aussparungen 24, unter denen jeweils eine verschwenkbare Arbeitsplattform 25
angeordnet ist. Die beiden Arbeitsplattformen 25 sind über Hydraulikzylinder 26 zwischen
einer auf der rechten Seite der Figur 3 dargestellten hochgeklappten Montagestellung
und einer auf der linken Seite von Figur 3 gezeigten eingeklappten Übergabestellung
verschwenkbar. Wenn sich die beiden Arbeitsplattformen 25 in der eingeklappten Übergabestellung
befinden, können in die dann freigegebenen Bereiche die beiden seitlich auskragenden
parallelen Führungsschienen 11 des im folgenden näher erläuterten Bewehrungspositionierwagens
3 mit den darauf verfahrbaren Bewehrungsaufnahmen 12 zur Entnahme der Kalottenbewehrung
2 von dem Bewehrungsvorbauwagen 1 eingreifen. Zur Absicherung ist an den beiden Enden
des Montagegerüsts 8 jeweils ein in Figur 4 dargestelltes Geländer 27 befestigt. An
dem Montagegerüst 8 sind außerdem in Figur 5 gezeigte Treppenaufgänge 28 vorgesehen,
durch die ein einfacher Zugang zu den einzelnen Arbeitsplattformen 21 und 25 ermöglicht
wird.
[0016] Bei dem in den Figuren 6 und 7 in einem Querschnitt bzw. einer Draufsicht dargestellten
Bewehrungspositionierwagen 3 besteht der Unterwagen 10 aus zwei durch Längsträger
29 und Verbindungsstreben 30 fest miteinander verbundenen Querstützen 31, die an ihren
beiden Enden durch höhenverstellbare Vertikalträger 32 abgestützt sind. Die Vertikalträger
32 sind ebenfalls auf den Schienen 16 geführt, die auf der betonierten Tunnelsohle
verlegt sind. Auf dem Unterwagen 10 ist ein oberer Aufbau mit den durch Traversen
33 und Verbindungsstreben 34 verbundenen parallelen Führungsschienen 11 angeordnet.
Der obere Aufbau ist über ein in der mittleren Traverse 33 angeordnetes Langloch 35
mit einem zylindrischen Aufnahmezapfen 36 auf einer mittleren Verbindungsstütze 37
zwischen den Längsträgern 29 des Unterwagens 10 verbunden. Dadurch kann der Aufbau
mit den parallelen Führungsschienen 11 gegenüber dem Unterbau 10 parallel zu dessen
Längsachse verschoben und um den Aufnahmezapfen 36 gedreht werden. Auf diese Weise
kann die Kalottenbewehrung 2 genau ausgerichtet und positioniert werden.
[0017] Die Verstellung des oberen Aufbaus gegenüber dem Unterwagen 10 erfolgt durch Hydraulikzylinder
38, die zwischen den Querstützen 31 des Unterwagens 10 und den Traversen 33 des Aufbaus
angeordnet sind. Auf den zu beiden Seiten des Unterwagens 10 seitlich auskragenden
Führungsschienen 11 sind die beiden mit einem Gummibelag versehenen Bewehrungsaufnahmen
12 über einen Kettenantrieb 39 verschiebbar geführt. An den zum Schalwagen 4 gerichteten
Enden der Führungsschienen 11 sind über Hydraulikzylinder 40 seitlich ausfahrbare
Stützen 41 zur seitlichen Abstützung der Kalottenbewehrung 2 angeordnet.
[0018] In den Figuren 8 bis 10 ist der Schalwagen 4 mit dem höhenverstellbaren Fahrgerüst
13 und den mehreren nebeneinander angeordneten Schalungselementen 14 gezeigt. Das
Fahrgerüst 13 enthält einen aus Längs- und Querträgern 42 bzw. 43 zusammengesetzten
Tragaufbau, der durch höhenverstellbare Fahrständer 44 abgestützt wird. Auf den Längsträgern
42 sind mehrere gleichmäßig beabstandete Querstützen 45 angeordnet.
[0019] Wie aus Figur 9 hervorgeht, enthalten die einzelnen Schalungselemente 14 jeweils
eine obere Kalottenschalung 46 und zwei gegenüberliegende, verschwenkbar angelenkte
Schalungsseitenteile 47, die über Hydraulikzylinder 48 zwischen einer in Figur 9 gezeigten
eingeklappten Stellung und einer in Figur 10 dargestellten ausgeklappten Stellung
verschwenkbar sind. Die obere Kalottenschalung 46 enthält zwei verschwenkbare Kalottenschalungsteile
49, die durch hydraulisch betätigbare Verstellzylinder 50 zwischen einer auf der rechten
Hälfte der Figur 9 dargestellten heruntergeklappten Stellung und einer in der linken
Hälfte der Figur 9 gezeigten hochgeklappten Stellung verschwenkbar sind. die zur Aufnahme
der Führungsschienen mit den darauf verschiebbaren Bewehrungsauflagen über Hydraulikzylinder
nach unten weggeklappt werden können.
[0020] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer Betoninnenschale eines Tunnels
wird im folgenden anhand der in Figur 1 dargestellten Schritte erläutert.
[0021] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die auf dem Bewehrungsvorbauwagen 1 vorgefertigte
Kalottenbewehrung 2 von dem Bewehrungspositionierwagen 3 zu ihrer vorgesehenen Bewehrungsposition
im Anschluß an das mit Hilfe des Schalwagens 4 gerade betonierte Tunnelgewölbe transportiert.
Sobald der Bewehrungspositionierwagen 3 die Bewehrung vom Bewehrungsvorbauwagen 1
übernommen hat, kann auf dem Bewehrungsvorbauwagen 1 wieder mit der Vormontage einer
neue Kalottenbewehrung begonnen werden. Die von dem Bewehrungspositionierwagen zur
Bewehrungsposition transportierte Kalottenbewehrung 2 wird vor dem Anheben in ihre
Endposition zunächst ausgerichtet bzw. justiert. Hierzu kann der auf dem Unterbau
10 des Bewehrungspositionierwagens 3 angeordnete Aufbau mit den durch Traversen 33
und Verbindungsstreben 34 verbundenen parallelen Führungsschienen 11 durch entsprechende
Ansteuerung der Hydraulikzylinder 38 verschoben werden. Anschließend werden die in
Figur 7 dargestellten Stützen 41 ausgefahren. Dadurch wird ein Herabhängen der Kalottenbewehrung
an ihren seitlichen Enden verhindert und der Bewehrungsübergang an der Seitenbewehrung
wird in der erforderlichen Geometrie gehalten. Nach erfolgter Ausrichtung der Kalottenbewehrung
2 wird der Unterwagen 10 des Bewehrungspositionierwagens 3 angehoben, bis die Kalottenbewehrung
2 in ihre vorgesehene Endposition gelangt. Daraufhin kann die Seitenbewehrung angeschlossen
und die Anschlußbewehrung montiert werden. Wenn die Betonierarbeiten am vorherigen
Tunnelgewölbe fertiggestellt sind, kann der Schalwagen 4 abgesenkt und nach Schließen
des Lückenschlusses mit nach innen geklappten Seitenschalungsteilen 47 und nach unten
geklappten Kalottenschalungsteilen 49 gemäß Figur 9 unter die auf den Führungsschienen
11 und den Bewehrungsaufnahmen 12 des Bewehrungspositionierwagens 3 in ihrer Endposition
gehaltene neue Kalottenbewehrung verfahren werden. Dann kann das höhenverstellbare
Fahrgerüst 13 des Schalwagens 4 angehoben werden. Da nun die Kalottenbewehrung 2 durch
die Kalottenschalung 46 abgestützt wird, kann der Bewehrungspositionierwagen 3 abgesenkt
und unter der Kalottenbewehrung 2 herausgefahren werden. Dann können auch die nach
unten geklappten Kalottenschalungsteile 49, die Schalungsseitenteile 37 und eine Stirnschalung
geschlossen werden. Abschließend wird dann der durch die Verschalung begrenzte Raum
mit Beton verfüllt.
[0022] Nach der Übernahme der Bewehrung durch den Schalwagen 4 wird der Bewehrungspositionierwagen
3 in eine Mittelposition verfahren. Dabei werden auch die auf den Führungsschienen
11 angeordneten Bewehrungsaufnahmen 12 von dem Kettenantrieb 39 zu den zum Bewehrungsvorbauwagen
1 weisenden Enden der Führungsschienen 11 verschoben. Sobald eine neue Kalottenbewehrung
fertiggestellt ist, können die verschwenkbaren Arbeitsplattformen heruntergeklappt
werden, so daß die Führungsschienen 11 zur Übernahme der Kalottenbewehrung eingereifen
können.
1. Vorrichtung zur Herstellung einer bewehrten Betoninnenschale eines Tunnels mit einem
verfahrbaren Bewehrungsvorbauwagen (1) zur Vormontage einer Kalottenbewehrung (2)
und einem verfahrbaren, höhenverstellbaren Schalwagen (4) zum Anbringen von Verschalungselementen
(14), gekennzeichnet durch einen zwischen dem Bewehrungsvorbauwagen (1) und dem Schalwagen (4) verfahrbaren
höhenverstellbaren Bewehrungspositionierwagen (3), der auf beidseitig auskragenden
Führungsschienen (11) verschiebbar geführte Bewehrungsaufnahmen (12) zur Übernahme
der vormontierten Kalottenbewehrung (2) von dem Bewehrungsvorbauwagen (1) und zur
Positionierung der Kalottenbewehrung (2) in einer vorgegebenen Bewehrungsposition
enthält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Bewehrungspositionierwagen (3) einen höhenverstellbaren Unterwagen (10) aufweist,
auf dem ein oberer Aufbau (11, 33, 34) mit den beidseitig vom Unterwagen (10) auskragenden
Führungsschienen (11) in einer Horizontalebene verstellbar angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der obere Aufbau (11, 33, 34) parallel zur Längsachse des Unterwagens (10) verschiebbar
und um eine Vertikalachse drehbar auf dem Unterwagen (10) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Unterwagen (10) und dem oberen Aufbau (11, 33, 34) des Bewerungsvorbauwagens
(3) mehrere Hydraulikzylinder (38) zur Verstellung des oberen Aufbaus (11, 33, 34)
angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auf den Führungsschienen (11) geführten Bewehrungsauflagen (12) durch einen Kettenantrieb
(39) verfahrbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bewehrungsvorbauwagen (1) verschwenkbare Arbeitsplattformen (21) enthält, die
zum Einfahren der seitlich auskragenden Führungsschienen (11) des Bewehrungspositionierwagens
(1) nach unten wegklappbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschalungselemente (14) des Schalwagens (4) eine Kalottenschalung (46) mit
verschwenkbaren Kalottenschalungsteilen (49) umfassen, die zum Verfahren der Schalwagens
(4) unter die Kalottenbewehrung (2) und zum Anheben des Schalwagens (14) nach unten
wegklappbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschalungselemente (14) des Schalwagens (4) seitlich verschwenkbare Schalungsseitenteile
(47) enthalten.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß an den zum Schalwagen (4) weisenden Enden der Führungsschienen (11) seitlich ausklappbare
Stützen (41) zur Abstützung der Kalottenbewehrung (2) angeordnet sind.
10. Verfahren zur Herstellung einer bewehrten Betoninnenschale eines Tunnels mit folgenden
Schritten:
a) Vormontieren einer Kalottenbewehrung (2) auf einem von der Bewehrungsposition entfernten
Bewehrungsvorbauwagen (1),
b) Entnehmen der vormontierten Kalottenbewehrung (2) vom Bewehrungsvorbauwagen (1)
durch einen Bewehrungspositionierwagen (3),
c) Verfahren des Bewehrungspositionierwagens (3) zum Transport und zur Positionierung
der Kalottenbewehrung (2) in einer vorgegebenen Bewehrungsposition,
d) Anschließen einer Seitenbewehrung und Montieren einer Anschlußbewehrung an die
durch den Bewehrungspositionierwagens (3) gehaltene Kalottenbewehrung (2),
e) Verfahren eines abgesenkten Schalwagens (4) mit eingeklappten Seitenschalungsteilen
(47) und einer Kalottenschalung (46) mit eingeklappten Kalottenschalungsteilen (47)
unter die Kalottenbewehrung (2),
f) Anheben des Schalwagens (4) und Anlegen der Kalottenschalung (46) mit nach unten
geklappten Kalottenschalungsteilen (49) an die Kalottenbewehrung (2),
g) Absenken und Herausfahren des Bewehrungspositionierwagens (3) unter der Kalottenbewehrung
(2),
h) Schließen der Kalottenschalungsteile (49), der Seitenschalungsteile (47) und einer
Stirnschalung,
i) Auffüllen des durch die Verschalungselemente begrenzten Raums mit Beton.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zum Entnehmen der vormontierten Kalottenbewehrung (2) verschwenkbare Arbeitsplattformen
(21) am Bewehrungsvorbauwagen (1) nach unten geklappt werden.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die durch den Bewehrungspositionierwagen (3) gehaltene Kalottenbewehrung (2) durch
ausklappbare Stützen (41) seitlich abgestützt wird.