Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Kühler eines Abgasrückführsystems gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie ein Abgasrückführsystem mit einem derartigen Kühler.
[0002] Auf dem Gebiet der Motortechnik ist es seit längerem zur Verminderung von Schadstoffemissionen
bekannt, das Abgas teilweise auf die Frischluftseite des Motors zurückzuführen. Hierbei
ist es in Abhängigkeit von dem Betriebszustand des Motors erforderlich, das Abgas
zu kühlen. Gleichzeitig kann insbesondere bei niedriger Motortemperatur und/oder niedriger
Motorlast eine Kühlung des Abgases unerwünscht sein. Zu diesem Zweck ist zumeist ein
Bypass vorgesehen, der den Kühler umgeht, wobei durch eine geeignete Ventileinrichtung
geregelt werden kann, inwieweit das Abgas durch den Bypass bzw. den Kühler strömt.
Stand der Technik
[0003] Ein Kühler nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ist aus der DE 197 33 964 A1 bekannt.
Der Kühler weist ein Gehäuse mit Anschlüssen zur Zu- und Abführung eines Kühlmittels
auf. Ferner ist ein Bypassrohr vorgesehen, das den Kühler derart umgeht, dass das
zurückgeführte Abgas zumindest teilweise durch das Bypassrohr strömt und nicht gekühlt
wird.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kühler eines Abgasrückführsystems
sowie ein damit ausgerüstetes Abgasrückführsystem zu schaffen, der/das hinsichtlich
seines Aufbaus vereinfacht ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch den Kühler gemäß dem Patentanspruch 1.
[0006] Demzufolge ist für das Bypassrohr vorgesehen, dass es innerhalb des Gehäuses angeordnet
ist, gewissermaßen in das Gehäuse des Kühlers integriert ist, also in diesem verläuft.
Mit anderen Worten bildet das Gehäuse des Kühlers, welches die Zu- und Abführung für
das Kühlmittel aufweist, insbesondere das sogenannte Mantelrohr des Kühlers, die äußere
Umgrenzung des Kühlers. Außerhalb des Gehäuses sind im Bereich des Kühlers lediglich
die Zu- und Ableitungen für das Kühlmittel vorgesehen. Das Bypassrohr ist jedoch nicht
außerhalb des Gehäuses oder des Mantelrohres vorgesehen, sondern in dieses integriert.
Der Aufbau des Kühlers wird hierdurch erheblich vereinfacht, und der Kühler kann weniger
komplex gestaltet werden. Insbesondere entsteht ein angenehmes, kompaktes Erscheinungsbild
des Kühlers, in dessen Umgebung keine zusätzlichen Leitungen, wie beispielsweise das
üblicherweise davon getrennt vorgesehene Bypassrohr vorhanden sind.
[0007] Bei Versuchen hat sich herausgestellt, dass die zu erzielende Wirkung, nämlich eine
Kühlung des durch das Bypassrohr strömenden Abgases weitgehend zu vermeiden, schon
dadurch erreicht werden kann, dass das Bypassrohr deutlich anders gestaltet wird als
die Kühlrohre. Wenngleich aufgrund der Integration in das Mantelrohr des Kühlers,
innerhalb dessen sich das Kühlmittel, beispielsweise Wasser, befindet, eine gewisse
Kühlung des Bypassrohres und dessen Inhalt erfolgt, kann diese Kühlwirkung vergleichsweise
gering gehalten werden, wenn ein einziges Bypassrohr mit einem ausreichenden Querschnitt
vorgesehen ist, das sich weitgehend gerade durch den Kühler erstreckt. Im Gegensatz
dazu kann der Bereich, der zu den Zwecken der Kühlung von dem Abgas durchströmt werden
soll, derart gestaltet sein, dass er zahlreiche verzweigte und dementsprechend kleinere
Rohre aufweist, die von dem Kühlmittel umspült werden, so dass die gewünschte Kühlwirkung
eintritt. Zusätzlich können die Kühlrohre verglichen mit dem Bypassrohr verlängert
werden, beispielsweise indem sie gewendelt gestaltet werden. Hierdurch kann einerseits
in dem Fall, dass das Abgas die Kühlrohre durchströmt, eine ausreichende Kühlung erreicht
werden, während bei einer Durchströmung des Bypassrohres, wenngleich sich dieses innerhalb
des Kühler-Mantelrohres befindet, die Kühlwirkung weitgehend unterbleibt.
[0008] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0009] Grundsätzlich wird bevorzugt, dass das Bypassrohr thermisch isoliert ausgebildet
ist, so dass die auf das Bypassrohr wirkende Kühlung vergleichsweise gering ist. Eine
besonders bevorzugte Ausführungsform wird dadurch gebildet, dass das Bypassrohr als
doppelwandiges Rohr vorgesehen ist. Durch den Zwischenraum zwischen den beiden Rohren
tritt die gewünschte Isolierwirkung ein.
[0010] Hierbei haben sich besonders gute Eigenschaften in dem Fall ergeben, in dem zwischen
den beiden Wänden eines doppelwandigen Rohres ein Vakuum ausgebildet ist. Hierdurch
kann insbesondere der Einfluss von Konvektion eines Mediums, das sich zwischen den
beiden Rohren befindet, ausgeschaltet werden. Ferner lässt sich diese Ausführungsform
besonders günstig mit einem vorteilhaften Herstellungsverfahren für den erfindungsgemäßen
Kühler kombinieren, indem das Bypassrohr und bevorzugt der gesamte Kühler durch Vakuumlöten
hergestellt wird. Bei diesem Vorgang verschließt das Lot gewissermaßen das Vakuum
zwischen den beiden Wänden eines doppelwandigen Bypassrohres, so dass ohne zusätzlichen
Herstellungsaufwand ein thermisch weitgehend isoliertes Bypassrohr hergestellt werden
kann, das sich erfindungsgemäß in das Gehäuse des Kühlers integrieren lässt und gleichzeitig
im Gebrauch weitgehend eine Kühlung des durch das Bypassrohr strömenden Abgases verhindert.
[0011] Im Hinblick auf die für das Abgas vorgesehenen Zu- und Ableitungen des erfindungsgemäßen
Kühlers ist es grundsätzlich denkbar, dass der Kühler an zumindest einer Seite getrennte
Zu- bzw. Abführungen aufweist. In diesem Fall würde der Abgasstrom bereits vor Erreichen
des Kühlers verzweigt, und je nach Einstellung eines Stellorgans würde das Abgas die
Zuführung der Kühlrohre oder des Bypasses des Kühlers erreichen und anschließend einer
Kühlung unterworfen werden oder nicht. In diesem Fall könnte an dem stromabwärtigen
Ende des Kühlers eine einzige Abführung vorhanden sein, da sich die beschriebenen
Leitungen noch innerhalb des Kühlers vereinigen könnten. Alternativ ist es selbstverständlich
denkbar, dass zwei Ableitungen vorhanden sind, und sich die Strömungspfade hinter
dem Kühler vereinigen. Ferner kann ein Stellorgan an dem stromabwärtigen Ende des
Kühlers vorgesehen sein. In diesem Fall könnte das stromaufwärtige Ende des Kühlers
eine oder zwei Zuleitungen aufweisen, je nachdem ob der Abgasstrom bereits vor dem
Kühler verzweigt wird oder nicht. In jedem Fall kann auch bei dieser Ausführungsform
durch ein Stellorgan am Ende des Kühlers gewährleistet werden, dass sich der verschlossene
Strömungspfad allenfalls mit Abgas füllt, jedoch nicht durchströmt wird, so dass beispielsweise
in dem Fall, dass das Bypassrohr an dessen Ende verschlossen ist, die Kühlrohre durchströmt
werden, und eine Kühlung des Abgases erfolgt. Unabhängig von den beschriebenen denkbaren
Ausführungsformen wird im Rahmen der Erfindung derzeit bevorzugt, dass der Kühler
zumindest eine einzige Zuleitung und bevorzugt darüber hinaus eine einzige Ableitung
aufweist. Um die Strömungspfade, also das Bypassrohr einerseits und die Kühlrohre
andererseits, voneinander zu trennen, ist in den Kühler in vorteilhafter Weise ein
Stellorgan integriert, das dem Verschließen zumindest des Bypassrohres dient. Es sei
erwähnt, dass das Stellorgan grundsätzlich so vorgesehen sein kann, dass es wahlweise
das Bypassrohr oder das Kühlrohr bzw. die gemeinsame Zuleitung mehrerer Kühlrohre
verschließt. Versuche haben jedoch ergeben, dass sich insbesondere bei einer geeigneten
strömungsgünstigen Anordnung des Bypasses zufriedenstellende Ergebnisse erzielen lassen,
wenn lediglich das Bypassrohr durch das Stellorgan verschließbar ist. Mit anderen
Worten wird das Bypassrohr verschlossen, um eine Durchströmung der Kühlrohre und damit
eine Kühlung des Abgases zu erreichen. Wenn das Bypassrohr geöffnet wird, strömt der
wesentliche Teil des Abgases durch das Bypassrohr, während ein vergleichsweise kleiner
Teil des Abgases weiterhin durch die Kühlrohre strömt. Messungen haben ergeben, dass
sich das Abgas hierbei selbstverständlich ebenfalls geringfügig abkühlt. Für bestimmte
Anwendungsfälle ist der Unterschied zwischen dem Abkühlungsausmaß in diesem Fall und
dem Umfang der Abkühlung für den Fall, dass das Bypassrohr geschlossen wird und nur
die Kühlrohre durchströmt werden, jedoch für die Beeinflussung der Temperatur des
rückgeführten Abgases ausreichend.
[0012] Im Hinblick auf das in den erfindungsgemäßen Kühler bevorzugt integrierte Stellorgan
besteht eine vorteilhafte Ausführungsform darin, dass das Stellorgan eine Klappe ist.
Diese Klappe kann entweder an einem Ende derart angelenkt sein, dass sie in zwei unterschiedlichen
Positionen das Bypassrohr bzw. die Zuleitung zu den Kühlrohren verschließt. Alternativ
kann die Klappe in Form einer Drosselklappe gestaltet sein und in einem mittigen Bereich
angelenkt sein, so dass hierdurch beispielsweise nur das Bypassrohr verschließbar
ist, wenn ein Verschließen der Kühlrohre, wie oben ausgeführt, nicht unbedingt notwendig
ist.
[0013] Ein einziges Stellorgan, das lediglich zum Verschließen des Bypassrohres vorgesehen
ist, ist insbesondere bei derjenigen bevorzugten Ausführungsform ausreichend, bei
welcher der Kühler eine einzige Zuleitung für das zurückzuführende Abgas aufweist,
und sich das Bypassrohr, strömungstechnisch betrachtet, derart in der Verlängerung
der Zuleitung befindet, dass der "Weg des geringsten Widerstandes" für das Abgas darin
besteht, durch das Bypassrohr zu strömen. Im Einzelnen bedeutet dies, dass, wenn die
Zuleitung zentral angeordnet ist, auch das Bypassrohr zentral angeordnet sein wird.
Mit anderen Worten ist das Bypassrohr ebenso wie die umgebenden Kühlrohre derart im
Anschluss an eine sogenannte Lochplatte ausgebildet, dass das in den Kühler geleitete
Abgas bei einem vergleichsweise geringen Strömungswiderstand auf die Öffnung trifft,
hinter der sich das Bypassrohr befindet, so dass der wesentliche Teil des Abgases
durch dieses strömt. Im Gegensatz dazu trifft das Abgas in dem Fall, in dem eine Kühlung
erwünscht ist und das Bypassrohr durch das Stellorgan verschlossen ist, auf die geschlossene
Öffnung und strömt dementsprechend durch die parallel angeordneten Kühlrohre. Derselbe
Effekt kann jedoch auch bei derjenigen Ausführungsform erhalten werden, bei der sich
das Bypassrohr nicht zentral in dem Kühler sondern an dessen Rand befindet, indem
die Zuleitung in diesem Fall derart schräg gestaltet ist, dass das Abgas zunächst
schräg, im Wesentlichen in Richtung des Bypassrohres in den Kühler strömt, so dass
es bei geöffnetem Bypassrohr den Weg des geringsten Widerstandes darstellt, durch
dieses zu strömen. Auch hierdurch ist ein vergleichsweise einfaches Stellorgan, das
lediglich das Bypassrohr verschließt, ausreichend. Im Übrigen wäre in diesem Fall
der in den Figuren (vgl. Fig. 3 und 4) erkennbare Konus, der sich an die Zuleitung
des Kühlers anschließt, derart schräg gestaltet, dass die gewünschte Strömung in Richtung
des Bypassrohres, das sich an einem Rand befindet, gewährleistet wird. Es sei dementsprechend
nochmals erwähnt, dass gemäß einer bevorzugten Ausführungsform das Stellorgan derart
vorgesehen ist, dass es lediglich den Bypass verschließt.
[0014] Der Durchmesser des erfindungsgemäßen Kühlers, insbesondere dessen Mantelrohres,
lässt sich vergleichsweise klein halten, wobei die erforderliche Kühlwirkung erreicht
wird, wenn das Bypassrohr weitgehend zentral in dem Gehäuse angeordnet ist. Wenn diese
Anordnung mit einer weitgehend zentralen Zuleitung kombiniert wird, können diejenigen
günstigen Strömungsverhältnisse gewährleistet werden, die, wie oben ausgeführt, lediglich
ein Verschließen des Bypasses erforderlich machen, wenn das Abgas gekühlt werden soll.
Wenn jedoch der Kühler umgangen werden soll, und das Bypassrohr geöffnet wird, können
die Kühlrohre geöffnet bleiben.
[0015] Wenngleich der erfindungsgemäße Kühler eine einzelne Komponente eines Abgasrückführsystems
bildet, wird erfindungsgemäß vorgesehen, dass ein vollständiges Abgasrückführsystem
bereitgestellt wird, das den erfindungsgemäßen Kühler in einer der vorangehend beschriebenen
Ausführungsformen aufweist.
[0016] Es sei schließlich erwähnt, dass die Erfindung auch in einem Verfahren gesehen werden
kann, bei dem das Bypassrohr in das Gehäuse, insbesondere das Mantelrohr eines Kühlers
integriert wird. Bevorzugt wird das Bypassrohr herbei als doppelwandiges Rohr ausgebildet
und zumindest das Bypassrohr, bevorzugt der gesamte Kühler, werden durch Vakuumlöten
hergestellt.
[0017] Hierdurch lässt sich der Vorteil erzielen, dass durch das erstarrte Lot gewissermaßen
das Vakuum zwischen den beiden Wänden des doppelwandigen Bypassrohres konserviert
wird, und das Bypassrohr mit äußerst geringem Aufwand thermisch isoliert ausgebildet
werden kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von beispielhaft in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsformen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Kühlers;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht des erfindungsgemäßen Kühlers;
- Fig. 3
- eine Längsschnittansicht des Zuleitungsbereichs des erfindungsgemäßen Kühlers in einer
ersten Stellung eines Stellorgans;
- Fig. 4
- eine Längsschnittansicht des Zuleitungsbereichs des erfindungsgemäßen Kühlers in einer
zweiten Stellung eines Stellorgans;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kühlers;
und
- Fig. 6
- eine Längsschnittansicht des Zuleitungsbereichs des erfindungsgemäßen Kühlers gemäß
der zweiten Ausführungsform.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung
[0019] In Fig. 1 ist zunächst der erfindungsgemäße Kühler 10 in einer Seitenansicht zu erkennen.
Der Kühler 10 weist ein Gehäuse 12 in Form eines Mantelrohres auf. An den beiden Enden
des Gehäuses sind Flansche 14 vorgesehen, die dazu dienen, den erfindungsgemäßen Kühler
an davor und danach liegende Abschnitte eines Abgasrückführsystems anzuschließen.
Durch das Mantelrohr 12 erstrecken sich, wie nachfolgend noch genauer ausgeführt wird,
zumindest ein Bypassrohr und zumindest ein Kühlrohr. Dementsprechend befinden sich,
wie aus der Seitenansicht von Fig. 1 bereits zu erkennen ist, keine Rohre außerhalb
des Mantelrohres 12 des Kühlers. Vielmehr ist insbesondere das Bypassrohr in das Mantelrohr
12 des Kühlers integriert. Das Mantelrohr 12 des Kühlers ist an seinen Enden derart
abgedichtet, dass in sein Inneres über eine Zu- bzw. Ableitung 16 Kühlmittel, beispielsweise
Wasser, hindurchgeleitet werden kann, das sämtliche sich durch das Mantelrohr 12 erstreckende
Rohre umspült. Hierdurch werden insbesondere die Kühlrohre und ihr Inhalt gekühlt,
so dass das hindurchströmende Abgas abgekühlt wird. Auch das Bypassrohr erfährt eine
Kühlung. Diese ist jedoch aufgrund der nachfolgend noch genauer beschriebenen Maßnahmen
deutlich weniger umfangreich als in dem Fall, dass das Abgas durch die Kühlrohre strömt,
so dass der Kühler im Sinne eines Bypasses umgangen werden kann.
[0020] Aus Fig. 2 geht der innere Aufbau des Kühlers 10 und der Inhalt seines Mantelrohres
12 für eine erste bevorzugte Ausführungsform hervor. Weitgehend zentral in dem Mantelrohr
12 befindet sich das Bypassrohr 18, das in dem gezeigten Fall als doppelwandiges Rohr
vorgesehen ist, wobei sich zwischen den beiden Wänden ein Vakuum befindet. Durch diese
thermische Isolierung sowie durch die Tatsache, dass es sich bei dem Bypassrohr um
ein sich weitgehend gerade durch das Mantelrohr 12 erstreckendes Rohr handelt, erfährt
Abgas, wenn es durch das Bypassrohr 18 strömt, eine vergleichsweise geringe Kühlung.
Im Gegensatz dazu sind in der Umgebung des Bypassrohres 18 zahlreiche Kühlrohre 20
vorgesehen, die Verzweigungen einer bevorzugt zentralen Kühlrohr-Zuleitung darstellen.
Schon aufgrund der Tatsache, dass zahlreiche Kühlrohre 20 vorliegen, die einen kleineren
Querschnitt aufweisen als das Bypassrohr 18 und darüber hinaus nicht thermisch isoliert
sind, tritt in dem Fall, dass das Abgas durch die Kühlrohre 20 strömt, die erwünschte
Kühlwirkung ein. Ergänzend können die Kühlrohre, was in Fig. 2 nicht zu erkennen ist,
gewendelt gestaltet sein, so dass sie verlängert werden. Hierdurch wird die Verweildauer
des Abgases in den Kühlrohren vergrößert, und es kann eine umfangreichere Abkühlung
eintreten.
[0021] Aus Fig. 3 ist für den Zuströmungsbereich der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2
des Kühlers gezeigt, wie in den Kühler ein Stellorgan in Form einer drehbaren Drosselklappe
22 integriert ist. Die Integration des Stellorgans 22 in den Kühler bedeutet, dass
der Kühler eine einzige Zuleitung 24 aufweist, durch die das zurückzuführende Abgas
zu dem Kühler geleitet wird. In dem in Fig. 3 gezeigten Bereich des Kühlers erfolgt
die Verzweigung zwischen dem weitgehend zentral angeordneten Bypassrohr 18 und dem
umgehenden Kühlbereich, der im Bereich des Mantelrohres 12 in Form zahlreicher Kühlrohre
20 ausgebildet ist. Gemäß der gezeigten Ausführungsform ist das Stellorgan 22 weitgehend
in Form einer Drosselklappe vorgesehen, die um eine in ihrem mittleren Bereich angeordnete
Drehachse derart drehbar ist, dass das Bypassrohr 18 durch eine Ausrichtung der Drosselklappe
22 in Strömungsrichtung, wie in Fig. 3 gezeigt, geöffnet werden kann. Es sei erwähnt,
dass bei dieser Ausführungsform auch in dem Fall, dass das Bypassrohr 18 geöffnet
wird, der umgebende Kühlungsbereich sowie die Kühlrohre 20 geöffnet bleiben. Da sich
das Bypassrohr 18 jedoch weitgehend zentral in dem Mantelrohr 12 befindet, strömt
das rückzuführende Abgas überwiegend durch das Bypassrohr 18 und erfährt eine äußerst
geringe Kühlung. Die Temperatur der vergleichsweise geringen Abgasmenge, welche durch
die Kühlrohre strömt, wird hierbei in geringem Umfang vermindert, so dass keine nennenswerte
Kühlung eintritt, wie dies durch Öffnung des Bypasses und die damit erreichte Umgehung
des Kühlers erwünscht ist.
[0022] In Fig. 4 ist die geschlossene Stellung der Drosselklappe 22 gezeigt, in welcher
die Drosselklappe 22 das Bypassrohr 18 verschließt. In dieser Stellung strömt das
gesamte Abgas durch die Kühlrohre 20, und es erfolgt die erwünschte Kühlung des rückgeführten
Abgases. Es sei erwähnt, dass durch beliebige Zwischenstellungen der Drosselklappe
12 zwischen den in Fig. 3 und 4 gezeigten Stellungen eine Regulierung der Durchströmung
des Bypasses und damit der Temperaturverminderung des rückgeführten Abgases erfolgen
kann.
[0023] In Fig. 5 ist im Querschnitt eine alternative Ausführungsform des erfinderischen
Kühlers gezeigt. In diesem Fall befindet sich das Bypassrohr 18 nicht zentral in dem
Mantelrohr 12 sondern an dessen Rand. Der übrige Bereich des Mantelrohres 12 wird
durch Kühlrohre 20 eingenommen. Die Wirkungsweise ist im Wesentlichen die gleiche
wie bei der vorangehend beschriebenen Ausführungsform, mit der Ausnahme, dass der
Zuleitungsbereich anders zu gestalten ist.
[0024] Dies ist in Fig. 6 gezeigt. Wie diese Darstellung deutlich macht, eignet sich die
Ausführungsform von Fig. 5 insbesondere für eine Modifikation des Stellorgans, durch
das entweder das Bypassrohr 18 oder die Kühlrohre 20 verschlossen werden sollen. Mit
anderen Worten werden im Unterschied zu der Ausführungsform von Fig. 3 und 4 die Kühlrohre
20 verschlossen, wenn das Bypassrohr 18 geöffnet ist. Dies wird gemäß der Ausführungsform
von Fig. 6 durch eine Klappe erreicht, die an ihrem Ende in einem Bereich zwischen
dem Bypassrohr 18 und einem gemeinsamen Zuleitungsbereich für die Kühlrohre 20 klappbar
angeordnet ist. In der in Fig. 6 gezeigten Stellung ist das Bypassrohr 18 verschlossen.
In der alternativen Stellung, wenn die Klappe 22 nach unten geklappt wird, wird der
gemeinsame Zuleitungsbereich für die Kühlrohre verschlossen. Abschließend sei erwähnt,
dass die Ausführungsform eines Stellorgans 22 gemäß Fig. 6 auch mit einem Kühlerquerschnitt
gemäß Fig. 2 kombiniert werden kann. Hierbei ist das Bypassrohr 18 an dem Anfangsabschnitt
des Kühlers, also im Wesentlichen dem Teil, der in Fig. 6 gezeigt ist, derart gekrümmt
gestaltet, dass es zu der Mitte des Mantelrohres 12 reicht und sich somit im weiteren
Verlauf des Mantelrohres 12 in etwa zentral durch dieses hindurch erstreckt.
1. Kühler (10) eines Abgasrückführsystems, mit:
- einem Gehäuse (12) mit Anschlüssen (16) zur Zu- und Abführung von Kühlmittel,
- zumindest einem Bypassrohr (18),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bypassrohr (18) innerhalb des Gehäuses (12) angeordnet ist.
2. Kühler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bypassrohr (18) ein doppelwandiges Rohr ist.
3. Kühler nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen den beiden Wänden des doppelwandigen Rohres (18) ein Vakuum ausgebildet ist.
4. Kühler nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kühler eine einzige Zu- und/oder Ableitung für das zurückzuführende Abgas sowie
ein Stellorgan (22) zum Verschließen zumindest des Bypassrohres (18) aufweist.
5. Kühler nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Stellorgan eine Klappe (22) ist.
6. Kühler nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kühler eine einzige Zuleitung für das zurückzuführende Abgas aufweist, und sich
das Bypassrohr (18) strömungstechnisch betrachtet in der Verlängerung der Zuleitung
befindet.
7. Kühler nach zumindest einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Bypassrohr (18) weitgehend zentral in dem Gehäuse (12) angeordnet ist.
8. Abgasrückführsystem mit zumindest einem Kühler (10) nach zumindest einem der vorangehenden
Ansprüche.