[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Dosieren eines flüssigen
Mediums in einer Rotationsdruckmaschine oder einer Lackiermaschine, nach den Oberbegriffen
der unabhängigen Ansprüche.
[Stand der Technik]
[0002] Eine Dosiervorrichtung dieser Art ist aus
EP 0 071 180 A1 bekannt. Die Dosiervorrichtung besteht aus einem Kammerrakel, im Wesentlichen aus
einem Gehäuse mit Seitenwänden und am Gehäuse angeordneten Rakelblättern gebildet,
wobei ein erstes Rakelblatt als Arbeitsrakelblatt und ein zweites Rakelblatt als Schließrakelblatt
angeordnet sind. Die Dosiervorrichtung enthält ferner eine Auftragwalze, auf der sich
das Rakelsystem abstützt, so dass mit dem Gehäuse eine Kammer eingeschlossen ist.
In die Kammer wird ein zu dosierendes flüssiges Medium mittels Zulauf eingespeist
und überschüssiges Medium mittels Rücklaufleitung abgeführt.
[0003] Aus
EP 0 401 250 B1 ist ein Dosiersystem als Rakelsystem bekannt, dass im Bereich der Stirnseiten seitlich
angeordnete und die Gehäusekammer verschließende Dichtungselemente (Seitendichtungen)
aufweist. Die Dichtungselemente sind der Krümmung der zugeordneten Auftragwalze angepasst
und bestehen aus elastischem bzw. elastomeren Material.
[0004] Weiterhin ist aus
US-A 5,150,651 ein Dosiersystem als Rakelsystem mit Kammerrakel und zugeordneter Aniloxwalze bekannt.
Dabei weist das Kammerrakel innerhalb der gebildeten Kammer zur Aufnahme von flüssigen
Medien angeordnete Seitendichtungen auf. Diese Seitendichtungen weisen der benachbarten
Walze zugeordnete, als Schmiertaschen wirkende Vertiefungen auf. Jede Schmierstofftasche
ist zur Versorgung mit einer Schmierflüssigkeit mit einer Zuführleitung und einer
Rücklaufleitung versehen.
[0005] Aus
DE 197 29 977 A1 ist ein Offsetdruckwerk zum Lackieren von Bedruckstoffen bekannt. Hierbei die Dosiervorrichtung
durch ein Kammerrakelsystem und eine Auftragwalze gebildet, wobei das Kammerrakelsystem
Seitendichtungen aufweist. Die Auftragwalze ist mit einem eine Druck-/Lackform tragenden
Plattenzylinder in Kontakt und dem Plattenzylinder ist ein Gummituchzylinder benachbart
zugeordnet.
[0006] Von Nachteil ist bei derartigen Ausbildungen, dass insbesondere an den Kontaktflächen
von Seitendichtungen und zugeordneter Auftragwalze, abhängig von der Anpresskraft
der Seitendichtungen, Reibungsmomente entstehen. Zusätzlich entstehen Reibungsmomente
an den Kontaktflächen von Rakelblatt und zugeordneter Auftragwalze. Beim Auftreten
von Reibungsmomenten tritt stets eine Energieumwandlung von irreversiblem Charakter
auf, d.h. es entsteht primär Wärme sowie Abrieb.
[0007] Bei Reduzierung des Anpressdruckes an den Kontaktflächen besteht die Gefahr, dass
Leckagen auftreten und das zu verarbeitende Medium unkontrolliert in die Verarbeitungsmaschine
austritt. Bei einer Versorgung von Schmierstofftaschen mit einem Schmierstoff besteht
die Gefahr, dass der Schmierstoff sich mit dem zu verarbeitenden Medien vermischt.
Ist der Schmierstoff und das zu verarbeitende Medium identisch, so besteht die Gefahr,
dass das zu verarbeitende Medium, insbesondere an den Seitendichtungen und Rakelblättern,
teilweise auch am Gehäuse des Kammerrakels antrocknet bzw. auskristallisiert. Dabei
treten an den Seitendichtungen Leckagen mit den bereits oben genannten Nachteilen
auf, die Seitendichtungen altern frühzeitig und an den Rakelblättern und den Dichtungen
tritt ein frühzeitiger Verschleiß auf.
[0008] Aus
WO-A-99/25555 ist ein Verfahren zum Dosieren eines flüssigen Mediums in einer Verarbeitungsmaschine
mit einer Auftragswalze und einem zugeordneten Kammerrakelsystem bekannt. Das Kammerrakelsystem
umfasst ein erstes und ein zweites Rakelblatt sowie endseitig angeordnete seitliche
Dichtungen. In Drehrichtung der Auftragwalze ist vor den Dichtungen des Kammerrakelsystems
eine Schmierstoffzuführung angeordnet.
[0009] Weiterhin ist aus
EP-A-0 607 574 ein Farbkasten in Form eines Kammerrakelsystems bekannt, wobei das Kammerrakelsystem
ein erstes und ein zweites Rakelblatt sowie endseitig angeordnete Dichtungen aufweist.
Innerhalb des Kammergehäuses sind mehrere Waschdüsen angeordnet. Mittels der Waschdüsen
kann Waschmittel in das Kammergehäuse und auf die benachbarte Auftragwalze gesprüht
werden. Weiterhin umfasst das Kammerrakelsystem eine Schmierstoffversorgung für die
endseitig angeordneten Dichtungen.
[Aufgabe der Erfindung]
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeiden, die im
Bereich von Dichtungen und Rakelblättern eines eine Auftragwalze enthaltenden Dosiersystems
ein verschleißarmes Dosieren gestatten und die Reibungsmomente spürbar reduzieren.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Ausbildungsmerkmale der unabhängigen Ansprüche
gelöst. Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
[0012] Ein erster Vorteil der Erfindung ist darin begründet, dass die Reibungsmomente an
den Dichtungen (Dichtungssystemen) sowie den Rakelblättern, insbesondere im Bereich
der den Dichtungssystemen benachbarten Rakelblätter, durch den Einsatz eines flüssigen
Schmierstoffes reduziert ist.
[0013] Vorteilhaft ist weiterhin, dass das Antrocknen bzw. Auskristallisieren des zu verarbeitenden
flüssigen Mediums an den Rakelblättern und Dichtungssystemen spürbar vermeidbar ist.
Damit ist auch die Dosierqualität des zu verarbeitenden flüssigen Mediums verbesserbar.
[0014] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Wärmeentwicklung in den Kontaktbereichen
des Rakelsystems mit der zugeordneten Auftragwalze gering ist. Dies ist insbesondere
bei höheren Umgebungstemperaturen, bedingt durch beispielsweise dem Rakelsystem benachbarte
Trocknereinrichtungen und/oder bei hohen zu verarbeitenden Auflagen, vorteilhaft.
[0015] Weiterhin ist von Vorteil, dass das Dosiersystem in Folge des reduzierbaren Verschleißes
an den Dichtungssystemen und Rakelblättern höhere Standzeiten erzielt. Zusätzlich
sind die Maschinenstandzeiten, beispielsweise bedingt durch Reinigungs- und Servicetätigkeiten,
reduzierbar.
[Beispiele]
[0016] Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. Dabei zeigen
schematisch:
- Figur 1
- eine Rotationsdruckmaschine mit Druck- und Lackwerken,
- Figur 2
- ein Lackwerk mit Dosiervorrichtung (Sei- tenansicht),
- Figur 3
- das Lackwerk gemäß Figur 2 (Draufsicht).
[0017] Gemäß Figur 1 besteht eine in Reihenbauweise erstellte Bogenrotationsdruckmaschinen
aus mehreren Druckwerken 1, gebildet aus Plattenzylinder 8 und Gummituchzylinder 9
sowie zumindest einem Farbwerk. In Förderrichtung 14 des Bogenmaterials folgen ein
erstes Lackwerk 2, beispielsweise zwei Trocknereinrichtungen 4 und wenigstens ein
zweites Lackwerk 3. Dem zweiten Beschichtungswerk 3 folgt ein Ausleger 5, welcher
zumindest ein endlos umlaufendes Fördersystem 7 und einen Auslegerstapel 6 aufweist.
[0018] Die Lackwerke 2, 3 weisen jeweils einen Formzylinder 12 sowie je eine Dosiervorrichtung
13 auf. Der Bogentransport wird mittels Bogenführungszylinder, speziell Transfertrommeln
10 und Druckzylinder 11, realisiert.
[0019] Jede Dosiervorrichtung 13 weist eine Auftragwalze 15, insbesondere eine Rasterwalze
auf, welche mit einem Kammerrakelsystem 16 gekoppelt ist. Das Kammerrakelsystem 16
weist ein sich achsparallel zur Auftragwalze 15 erstreckendes Gehäuse für die Aufnahme
eines zu verarbeitenden flüssigen Mediums, beispielsweise Lack, auf und besteht ferner
aus einem ersten Rakelblatt 24 (Schließrakel) und einem zweiten Rakelblatt 23 (Arbeitsrakel)
sowie jeweils die derart gebildete Gehäusekammer seitlich begrenzenden Dichtungssystemen
25.
[0020] Die Rakelblätter 23, 24 stützen sich auf dem Walzenmantel der Auftragwalze 15 ab
und das Kammerrakelsystem 16 ist mit wenigstens einer Zuführ- und einer Rücklaufleitung
(Umlaufleitungssystem) für das zu verarbeitende flüssige Medium, beispielsweise Dispersionslack,
gekoppelt.
[0021] Das Kammerrakelsystem 16 weist Dichtungssysteme 25 auf, welche das Kammergehäuse
begrenzen und mit der Auftragwalze 15 in Kontakt sind. Diese Kontaktstellen stellen
Schmierstellen dar, denen jeweils ein Schmierstoffgeber 17, bevorzugt mit der Austrittsöffnung
auf die Auftragwalze 15 gerichtet, benachbart zugeordnet ist.
[0022] Erfindungsgemäß ist in Drehrichtung der Auftragwalze 15 vor dem ersten Rakelblatt
24 (Schließrakel) des Kammerrakelsystems 16 wenigstens ein Schmierstoffgeber 17 angeordnet,
welcher stets einem Dichtungssystem 25 (Schmierstelle) des Kammerrakelsystems 16 benachbart
zugeordnet ist. D. h. jeder Schmierstelle ist ein Schmierstoffgeber 17 zugeordnet.
Erfindunsgemäß ist das Kammerrakelsystem 16 an beiden Enden mit zwei Dichtungssystemen
25 ausgebildet, so dass je ein Schmierstoffgeber 17 einem Dichtungssystem 25 benachbart
zugeordnet ist.
[0023] Es sind weiterhin Kammerrakelsysteme 16 mit innerhalb der Gehäusekammer angeordneten
Dichtungen bekannt (z.B.
US 4 796 528). Bei derartigen Ausbildungen des Kammerrakelsystems 16 sind jedem endseitig angeordneten
Dichtungssystem 25 sowie den innerhalb der Gehäusekammer angeordneten Dichtungen (Dichtungssystem
25) jeweils ein Schmierstoffgeber 17 benachbart zugeordnet. Bevorzugt sind die Schmierstoffgeber
17 mit einer gestellfesten, achsparallel zur Auftragwalze 15 angeordneten Traverse
27 getriebetechnisch als Schubgelenk gepaart. Die Schmierstoffgeber 17 sind dabei
in axialer Bewegungsrichtung 26 entlang der Traverse 27 verschiebbar. In einer weiteren
Ausbildung sind die Schmierstoffgeber 17 zusätzlich um die Traverse 27 schwenkbar,
so dass der Neigungswinkel jedes Schmierstoffgebers 17 zur Auftragwalze 15 bzw. zum
Kammerrakelsystem 16 einstellbar ist. Alternativ zur Traverse 27 sind die Schmierstoffgeber
17 auch an einer Maschinenverschutzung (Innenseite) verschiebbar und schwenkbar anordenbar.
[0024] An den Austrittsöffnungen der Schmierstoffgeber 17 ist der flüssige Schmierstoff,
beispielsweise Wasser, kontinuierlich in sehr geringen Mengen oder in Intervallen
auf den Walzenmantel der Auftragwalze 15 im Bereich der Kontaktstellen der Dichtungssysteme
25 abgebbar.
[0025] Jeder Schmierstoffgeber 17 ist mit einem Leitungssystem 18 gekoppelt, welches je
ein Schaltventil 19 aufweist. Jedes Schaltventil 19 ist mit einer Steuerung 20 verbunden.
Bevorzugt ist das Schaltventil 19 ein Impulsmagnetventil, welches mit einem Elektroimpuls
von einigen Millisekunden (≤ 50 ms) betreibbar ist. Als Steuerung 20 ist bevorzugt
eine Maschinensteuerung, alternativ ist ebenso ein Impulsgenerator, einsetzbar. Für
die Schmierstoffversorgung von jedem Schmierstoffgeber 17 ist jedem Schaltventil 19
ein Zuführstrang 21 vorgeordnet und die Zuführstränge 21 weisen einen zentralen Anschluss
22 für den flüssigen Schmierstoff auf.
[0026] In einer weiteren Ausbildung ist jeder Schmierstoffgeber 17 mittels Leitungssystem
18 mit wenigstens einer zeitlich steuerbaren Pumpe (statt des Schaltventils 19) verbunden.
Eine derartige Pumpe steuert sämtliche Schmierstoffgeber 17 oder alternativ ist jeder
Schmierstoffgeber 17 mittels Leitungssystem 18 mit je einer zeitlich steuerbaren Pumpe
ausführbar. Die Pumpe bzw. Pumpen ist bzw. sind mit einer Steuerung 20 verbunden.
Die Steuerung 20 ist bevorzugt eine Maschinensteuerung oder ein Impulsgenerator. Der
oder den Pumpen ist wenigstens ein Zuführstrang 21 mit einem Anschluss 22 vorgeordnet.
[0027] Der Anschluss 22 ist mit einem Leitungssystem für einen flüssigen Schmierstoff verbindbar.
An diesem Anschluss 22 ist der flüssige Schmierstoff, beispielsweise Wasser, einspeisbar.
In einer weiteren Ausbildung ist der Anschluss 22 mit einem Feinfilter und/oder einem
Druckregler und/oder einer Schmierstoffumlaufabsperrung gekoppelt.
[0028] Der flüssige Schmierstoff ist je nach dem zu verarbeitenden flüssigen Medium auszuwählen.
Bevorzugt ist ein zu dem zu verarbeitenden Medium kompatibles Fluid einsetzbar. Ist
beispielsweise das zu verarbeitende Medium ein wässriger Dispersionslack, so ist bevorzugt
als flüssiger Schmierstoff Wasser oder ein zum zu verarbeitenden Medium anderes verträgliches
Fluid einsetzbar.
[0029] Der einsetzbare flüssige Schmierstoff dient der Reduzierung der Reibungsmomente an
den Kontaktstellen von Rakelblättern 23, 24 und den Dichtungssystemen 25 mit der Auftragwalze
15 und ist gleichzeitig zum zu verarbeitenden flüssigen Medium kompatibel.
[0030] Das Verfahren und die Vorrichtung ist nicht auf das beschriebene Beispiel in einem
Lackwerk 2,3 beschränkt. Vielmehr sind das Verfahren und die Vorrichtung auch in einem
Offsetdruckwerk 1 einsetzbar. Hierzu ist analog zu
DE 197 29 977 A1 die Dosiervorrichtung 13, gebildet aus Auftragwalze 15 und Kammerrakelsystem 16,
dem Plattenzylinder 8 zugeordnet. Das Farbwerk des Offsetdruckwerkes 1 ist inaktiv
und die bevorzugt gerasterte Auftragwalze 15 ist mit dem Plattenzylinder 8 in Kontakt.
Je nach den Platzverhältnissen sind die Schmierstoffgeber 17 in Drehrichtung der Auftragwalze
15 vor oder nach dem Kammerrakelsystem 16, den Dichtungssystemen 25 zugeordnet, angeordnet.
Das zu verarbeitende flüssige Medium wird dann von der Auftragwalze 15 an den Plattenzylinder
8 und von diesem an den Gummituchzylinder 9 übertragen.
[0031] Die Wirkungsweise ist wie folgt: Im Druck-/Lackbetrieb sind die Schmierstoffgeber
17 den jeweiligen Dichtungssystemen 25 benachbart zugeordnet. Über den Anschluss 22
wird ein flüssiger Schmierstoff über die Zuführstränge 21 an die Schaltventile 19
oder Pumpen eingespeist, wobei die Schaltventile 19 oder die Pumpen mittels Steuerung
20 über die Leitungssysteme 18 den flüssigen Schmierstoff in Intervallen (intermittierend)
an die Schmierstoffgeber 17 zuführen.
[0032] An den Schmierstoffgebern 17 wird der flüssige Schmierstoff in Tropfenform oder als
Sprühstrahl ausgetrieben und trifft auf die rotierende Auftragwalze 15, bevorzugt
in Drehrichtung der Auftragwalze vor dem ersten Rakelblatt 24, auf.
[0033] Durch die Zuführung des flüssigen Schmiermittels, vorzugsweise Wasser, wird das von
der bevorzugt gerasterten Auftragwalze 15 geführte flüssige Medium, insbesondere Lack,
im Bereich der Dichtungssysteme 25 geringfügig verdünnt. Dies bewirkt jedoch keine
Beeinträchtigung des flüssigen Mediums bzw. der Dosier- bzw. Beschichtungsqualität.
Vielmehr reduziert der flüssige Schmierstoff das Aufbauen und Aushärten des flüssigen
Mediums im Bereich der Dichtungssysteme 25 sowie der Rakelblätter 23, 24.
[0034] Weiterhin wird die Funktionsfähigkeit der Kontaktstellen an den Dichtungssystemen
25 sowie den Rakelblättern 23, 24 in Verbindung mit der Auftragwalze 15 gewährleistet
und der Verschleiß reduziert. Ebenso ist eine Kühlung der oben genannten Kontaktstellen
erreichbar, was insbesondere bei benachbarten, aktivierten Trocknereinrichtungen 4
vorteilhaft ist.
[0035] Das Verfahren zum Dosieren eines flüssigen Mediums in einer Verarbeitungsmaschine
enthaltend eine Auftragwalze und eine der Auftragwalze zugeordnetes Kammerrakelsystem
geht davon aus, dass an den Schmierstellen, gebildet durch je ein Dichtungssystem
25 und dem Walzenmantel einer Auftragwalze 15, die Schmierstellen bevorzugt mit relativ
kleinen, einstellbaren Schmierstoffmengen eines flüssigen Schmierstoffes versorgt
werden.
[0036] Erfindungsgemäβ erfolgt die Versorgung mit flüssigem Schmierstoff in Drehrichtung
der Auftragwalze 15 auf deren Mantelfläche vor dem Kammerrakelsystem 16 im Bereich
der Dichtungssysteme 25. In einer bevorzugten Weiterbildung wird der Schmierstoff
auf die Mantelfläche der Auftragwalze 15 in Intervallen (intermittierend) zugeführt
.
[0037] Alternativ ist ebenso eine kontinuierliche Schmierstoffversorgung realisierbar, wobei
- bedingt durch die relativ geringe benötigte Menge an Schmierstoff - die intermittierende
Schmierstoffversorgung bevorzugt wird.
Bei beiden Arbeitsverfahren (intermittierende oder kontinuierliche Zuführung) liegt
das Prinzip einer Durchlaufschmierung vor, d.h. es erfolgt keine Schmierstoffrückführung.
[Bezugszeichenliste]
[0038]
- 1
- Druckwerk
- 2
- erstes Lackwerk
- 3
- zweites Lackwerk
- 4
- Trocknereinrichtung
- 5
- Ausleger
- 6
- Auslegerstapel
- 7
- Fördersystem
- 8
- Plattenzylinder
- 9
- Gummituchzylinder
- 10
- Transferzylinder
- 11
- Druckzylinder
- 12
- Formzylinder
- 13
- Dosiervorrichtung
- 14
- Förderrichtung
- 15
- Auftragwalze
- 16
- Kammerrakelsystem
- 17
- Schmierstoffgeber
- 18
- Leitungssystem
- 19
- Schaltventil
- 20
- Steuerung
- 21
- Zuführstrang
- 22
- Anschluss
- 23
- Zweites Rakelblatt
- 24
- Erstes Rakelblatt
- 25
- Dichtungssystem
- 26
- Bewegungsrichtung
- 27
- Traverse
1. Verfahren zum Dosieren eines flüssigen Mediums in einer Rotationsdruckmaschine oder
einer Lackiermaschine, enthaltend eine Auftragwalze(15) und ein der Auftragwalze(15)
zugeordnetes Kammerrakelsystem (16), wobei das Kammerrakelsystem (16) ein erstes und
ein zweites Rakelblatt (24, 23) und zumindest endseitig je ein an der Mantelfläche
der Auftragwalze (15) anliegendes Dichtungssystem (25) zur Begrenzung des Kammerrakelgehäuses
aufweist, und der Auftragwalze (15) im Bereich der Dichtungssysteme (25) des Kammerrakelsystems
(16) ein flüssiger Schmierstoff von außerhalb des Kammerrakelgehäuses angeordneten
Schmierstoffgebem (17) direkt auf die endseitigen Mantelflächen der Auftragwalze (15)
gerichtet in Drehrichtung der Auftragwalze (15) vor dem Kammerrakelsystem (16) zugeführt
wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der flüssige Schmierstoff an einem zentralen Anschluss (22) eingespeist wird und
dass jeder Schmierstoffgeber (17) mittels Leitungssystem (18) und Schaltventilen (19)
oder Pumpen von dem zentralen Anschluss (22) mit Schmierstoff versorgt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der flüssige Schmierstoff kontinuierlich zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der flüssige Schmierstoff in Intervallen zugeführt wird.
4. Vorrichtung zum Dosieren eines flüssigen Mediums in einer Rotationsdruckmaschine oder
einer Lackiermaschine, enthaltend eine Auftragwalze (15) und ein der Auftragwalze
(15) zugeordnetes Kammerrakelsystem (16), wobei das Kammerrakelsystem (16) ein erstes
und ein zweites Rakelblatt (24, 23) und zumindest endseitig je ein an der Mantelfläche
der Auftragwalze (15) anliegendes Dichtungssystem (25) zur Begrenzung des Kammerrakelgehäuses
aufweist, jedem Dichtungssystem (25) in Drehrichtung der Auftragwalze (15) vor dem
Kammerrakelsystem (16) ein außerhalb des Kammerrakelgehäuses angeordneter Schmierstoffgeber
(17) benachbart zugeordnet ist und die Austrittsöffnung des Schmierstoffgebers (17)
direkt auf die endseitigen Bereiche der Auftragwalze (15) gerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Schmierstoffgeber (17) mit einem Leitungssystem (18) und einem vorgeschalteten
Schaltventil (19), welches mit einer Steuerung (20) gekoppelt ist, verbunden ist,dass
jedem Schaltventil (19) ein Zuführstrang (21) vorgeordnet ist, welcher einen zentralen
Anschluss (22) für die Schmierstoffgeber (17) aufweist, wobei am zentralen Anschluss
(22) ein flüssiger Schmierstoff einspeisbar und aus den Schmierstoffgebern (17) in
Intervallen abgebbar ist.
5. Vorrichtung zum Dosieren eines flüssigen Mediums in einer Rotationsdruckmaschine oder
einer Lackiermaschine, enthaltend eine Auftragswalze (15) und ein der Auftragwalze
(15) zugeordnetes Kammerrakelsystem(16), wobei das Kammerrakelsystem (16) ein erstes
und ein zweites Rakelblatt (24, 23) und zumindest endseitig je ein an der Mantelfläche
der Auftragwalze (15) anliegendes Dichtungssystem (25) zur Begrenzung des Kammerrakelgehäuses
aufweist, jedem Dichtungssystem (25) in Drehrichtung der Auftragwalze (15) vor dem
Kammerrakelsystem (16) ein außerhalb des Kammerrakelgehäuses angeordneter Schmierstoffgeber
(17) benachbart zugeordnet ist und die Austrittsöffnung des Schmierstoffgebers (17)
direkt auf die endseitigen Bereiche der Auftragwalze (15) gerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeder Schmierstoffgeber (17) mit einem Leitungssystem (18) und wenigstens einer vorgeschalteten,
zeitlich steuerbaren Pumpe, welche mit einer Steuerung (20) gekoppelt ist, verbunden
ist,
dass jeder Pumpe wenigstens ein Zuführstrang (21) vorgeordnet ist, welcher einen zentralen
Anschluss (22) für die Schmierstoffgeber (17) aufweist, wobei am zentralen Anschluss
(22) ein flüssiger Schmierstoff einspeisbar und aus den Schmierstoff gebern (17) in
Intervallen abgebbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schmierstoffgeber (17) gestellseitig fixiert und achsparallel zur Auftragwalze
(15) in einer linearen in Bewegungsrichtung (26) bewegbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schmierstoffgeber (17) an einer gestellfesten Traverse (27) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass jedes Schaltventil (19) ein Impulsmagnetventil ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dasbs die Steuerung (20) eine Maschinensteuerung oder ein Impulsgenerator ist.
1. A method for metering a liquid medium in a rotary printing press or a coating machine,
comprising a form roller (15) and an ink chamber blade system (16) assigned to the
form roller (15), wherein the ink chamber blade system (16) comprises a first and
a second doctor blade (24, 23) and at least on each end side comprises a sealing system
(25) for delimiting the ink chamber blade housing, and the form roller (15) in the
region of the sealing systems (25) of the ink chamber blade systems (16) is supplied
with a liquid lubricant directly supplied on the end-sided cylindrical surfaces of
the application roller (15) by lubricant dispensers (17) arranged outside the ink
chamber blade housing directly in direction of rotation of the form roller (15) in
front of the ink chamber blade system (16), characterized in that the liquid lubricant is fed in at a central connection (22) and in that each lubricant dispenser (17) is supplied with lubricant from the central connection
(22) by means of a line system (18) and switching valves (19) or pumps.
2. The method according to Claim 1, characterized in that the liquid lubricant is continuously supplied.
3. The method according to Claim 1, characterized in that liquid lubricant is supplied intermittently.
4. A device for metering a liquid medium in a rotary printing press or a coating machine,
containing a form roller (15) and an ink chamber blade system (16) assigned to the
form roller (15), wherein the ink chamber blade system (16) comprises a first and
a second doctor blade (24, 23) and at least on each end side a sealing system (25)
contacting the cylindrical surface of the form roller (15) for delimiting the ink
chamber blade housing, each sealing system (25) in direction of rotation of the form
roller (15) in front of the ink chamber blade system (16) being adjacently assigned
a lubricant dispenser (17) arranged outside the ink chamber blade housing and the
outlet opening of the lubricant dispenser (17) is directly directed at the end side
regions of the form roller (15), characterized in that each lubricant dispenser (17) is connected to a line system (18) and a switching
valve (19) connected upstream, which is coupled to a control (20), in that each switching valve (19) is assigned a supply line (21) which comprises a central
connection (22) for a lubricant dispenser (17), wherein on the central connection
(22) a liquid lubricant can be fed in and dispensed intermittently out of the lubricant
dispensers (17).
5. The device for metering a liquid medium in a rotary printing press or a coating machine,
containing a form roller (15) and an ink chamber blade system (16) assigned to the
form roller (15), wherein the ink chamber blade system (16) comprises a first and
a second doctor blade (24, 23) and at least on each of its ends comprises a sealing
system (25) contacting the cylindrical surface of the form roller (15) for delimiting
the ink chamber blade housing, each sealing system (25) in direction of rotation of
the form roller (15) in front of the ink chamber blade system (16) is adjacently assigned
a lubricant dispenser (17) arranged outside the ink chamber blade housing and the
outlet opening of the lubricant dispenser (17) is directly directed at the end-sided
regions of the form roller (15), characterized in that each lubricant dispenser (17) is connected to a line system (18) and at least one
time-controllable part connected upstream, which is coupled to a control (20), in that at least one supply line (21) is arranged upstream of each pump, which comprises
a central connection (22) for the lubricant dispensers (17), wherein on the central
connection (22) a liquid lubricant can be fed in and intermittently dispensed from
the lubricant dispensers (17).
6. The device according to Claim 4 or 5, characterized in that the lubricant dispensers (17) are fixed on the frame side and are moveable in a linear
movement direction (26) axially parallel to the form roller (15).
7. The device according to Claim 6, characterized in that lubricant dispensers (17) are arranged on a frame-fixed cross beam (27).
8. The device according to Claim 4 or 5, characterized in that each switching valve (19) is an impulse solenoid valve.
9. The device according to Claim 4 or 5, characterized in that the control (20) is a machine control or an impulse generator.
1. Procédé de dosage de fluide liquide dans une machine d'impression rotative ou une
machine de vernissage, comprenant un rouleau applicateur (15) et un système racleur
de chambre (16) associé au rouleau applicateur (15), le système racleur de chambre
(16) présentant une première et une seconde lames de raclage (24, 23) et au moins
un système d'étanchéité (25) situé chacun au niveau de la surface d'enveloppe du rouleau
applicateur (15) pour délimiter le boîtier du racleur de chambre, et étant acheminé
depuis des distributeurs de lubrifiant (17) disposés sur l'extérieur du boîtier du
racleur de chambre en direction du rouleau applicateur (15), au niveau des systèmes
d'étanchéité (25) du système racleur de chambre (16), un lubrifiant liquide dirigé
dans le sens de rotation du rouleau applicateur (15) directement sur les surfaces
d'enveloppe terminales du rouleau applicateur (15),
caractérisé en ce que
le lubrifiant liquide est apporté au niveau d'un raccordement central (22) et
que chaque distributeur de lubrifiant (17) est alimenté en lubrifiant au moyen d'un
système de canalisation (18) et de soupapes de commutation (19) ou de pompes par le
raccordement central (22).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le lubrifiant liquide est acheminé en continu.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le lubrifiant liquide est acheminé périodiquement.
4. Procédé de dosage de fluide liquide dans une machine d'impression rotative ou une
machine de vernissage, comprenant un rouleau applicateur (15) et un système racleur
de chambre (16) associé au rouleau applicateur (15), le système racleur de chambre
(16) présentant une première et une seconde lames de raclage (24, 23) et au moins
un système d'étanchéité (25) situé chacun au niveau de la surface d'enveloppe du rouleau
applicateur (15) pour délimiter le boîtier du racleur de chambre, étant associé à
chaque système d'étanchéité (25), dans le sens de rotation du rouleau applicateur
(15), en amont du système racleur de chambre (16), un distributeur de lubrifiant (17)
disposé à proximité à l'extérieur du boîtier du racleur de chambre et l'orifice de
sortie du distributeur de lubrifiant (17) étant dirigée directement sur les parties
terminales du rouleau applicateur (15),
caractérisé en ce que
chaque distributeur de lubrifiant (17) est relié à un système de canalisation (18)
et une soupape de commutation installée en amont (19) qui est couplée à un organe
de commande (20), qu'en amont de chaque soupape de commutation (19) est disposée une
chaîne d'acheminement (21) qui présente un raccordement central (22) pour les distributeurs
de lubrifiant (17), un lubrifiant liquide pouvant être apporté au niveau du raccordement
central (22) et distribué périodiquement par les distributeurs de lubrifiant (17).
5. Procédé de dosage de fluide liquide dans une machine d'impression rotative ou une
machine de vernissage, comprenant un rouleau applicateur (15) et un système racleur
de chambre (16) associé au rouleau applicateur (15), le système racleur de chambre
(16) présentant une première et une seconde lames de raclage (24, 23) et au moins
un système d'étanchéité (25) situé chacun au niveau de la surface d'enveloppe du rouleau
applicateur (15) pour délimiter le boîtier du racleur de chambre, étant associé à
chaque système d'étanchéité (25), dans le sens de rotation du rouleau applicateur
(15), en amont du système racleur de chambre (16), un distributeur de lubrifiant (17)
disposé à proximité à l'extérieur du boîtier du racleur de chambre et l'orifice de
sortie du distributeur de lubrifiant (17) étant dirigée directement sur les parties
terminales du rouleau applicateur (15),
caractérisé en ce que
chaque distributeur de lubrifiant (17) est relié à un système de canalisation (18)
et au moins une pompe à temporisation contrôlable installée en amont qui est couplée
à un organe de commande (20),
qu'en amont de pompe est disposée au moins une chaîne d'acheminement (21) qui présente
un raccordement central (22) pour les distributeurs de lubrifiant (17), un lubrifiant
liquide pouvant être apporté au niveau du raccordement central (22) et distribué périodiquement
par les distributeurs de lubrifiant (17).
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5,
caractérisé en ce que
les distributeurs de lubrifiant (17) sont fixés au niveau du bâti et sont mobiles
parallèlement à l'axe du rouleau applicateur (15) dans un sens de mouvement linéaire
(26).
7. Dispositif selon la revendication 6,
caractérisé en ce que
les distributeurs de lubrifiant (17) sont disposés au niveau d'une traverse (27) fixe
sur le bâti.
8. Dispositif selon la revendication 4 ou 5,
caractérisé en ce que
chaque soupape de commutation (19) est une soupape magnétique à impulsion.
9. Dispositif selon la revendication 4 ou 5,
caractérisé en ce que
l'organe de commande (20) est un organe de commande de machine ou un générateur d'impulsions.