[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Aluminiumbronze für das Anwendungsgebiet der
Synchronringe.
[0002] Aluminiumbronzen sind aufgrund ihrer guten Eigenschaften hinsichtlich mechanischer
Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit ein geschätzter Konstruktionswerkstoff,
insbesondere auch in flüssigen Medien.
[0003] Es ist beispielsweise aus der DE 26 21 602 C3 eine Aluminiumbronze mit 4 - 12 Gewichtsprozent
Al, Spuren bis 1% Si und/oder Be in fester Lösung sowie 4,2 - 10% Eisensilizide, Rest
Kupfer bekannt. Im Falle der Verwendung von Beryllium können bis zu 6% nicht an Eisensilizid
gebundenes Eisen verwendet werden. Diese Legierung kann außerdem Nickel in einer Menge
bis höchstens 7% enthalten. Bei dieser bekannten Legierung steht die Frage der Zugfestigkeit
und einer hohen prozentualen Dehnung im Vordergrund. Sie ist verwendbar für gleitende
Teile in Walzwerken, Werkzeugmaschinen und dergleichen.
[0004] In dieser Druckschrift sind ferner auch die Verwendung von Mangansiliziden anstatt
von Eisensiliziden erwähnt. Im Hinblick darauf, dass die prozentuale Dehnung, welche
beim Gegenstand dieser Druckschrift eine wesentliche Rolle spielt, diese Dehnung sich
jedoch wegen der starren Mangansilizide verringert sind Mangansilizide für den gewünschten
Zweck nicht geeignet. Es wird die Hoffnung geäußert, dass die prozentuale Dehnung
steigen würde, wenn das Mangansilizid in zumindest angenähert kugelförmigen Kristallen
auskristallisieren würde. Man hat damals jedoch keine Lösung für eine Legierung mit
diesen Eigenschaften gesehen.
[0005] Der bei dieser Druckschrift verwendete Begriff "Verschleißfestigkeit" bezieht sich
auf eine Beständigkeit gegen Abtrag durch Korrosion.
[0006] Aus der JP 07138680 A ist weiter eine Aluminiumbronze mit 6 - 11 Gew.-% Al, 3 - 8
Gew.-% Mn, 1 - 4 Gew.-% Si, Rest Kupfer sowie unvermeidbaren Verunreinigungen bekannt.
Durch Wärmebehandlung werden Mangansilizide kleiner Körnung gebildet.
[0007] Aus der JP 20 509 28 ist eine weitere Aluminiumbronze mit 8.5-15 Gew.-% Al, 0.1-8
Gew.-% Mn, 0.1-3.5 Gew.% Si sowie als Wahlkomponente 0.1-6 Gew.% Fe, Ni und/oder Co
sowie unvermeidbare Verunreinigungen, Rest Kupfer, bekannt, aus der Sintermetallurgisch
Synchronringe mit einer bestimmten Porosität hergestellt werden.
[0008] Aluminiumbronzen haben gegenüber sonstigen Kupferlegierungen, z.B. Messingen den
Vorteil, dass aufgrund des verwendeten Aluminiums eine Reduzierung des Teilegewichts
möglich ist. Derartige Legierungen sind oxidationsbeständig aufgrund einer durch das
Aluminium verursachten Schutzschicht. Aluminiumbronzen sind darüber hinaus hoch belastbare
und verschleißfeste Gleitwerkstoffe, ihre hohe Festigkeit führt aufgrund der guten
Gleiteigenschaften zu einer geringen Verschleißrate. Darüber hinaus sind Aluminiumbronzen
gut schweißbar.
[0009] Es ist nun Aufgabe der Erfindung eine Aluminiumbronze zu schaffen, welche abweichend
von den bekannten Aluminiumbronzen gleichzeitig eine hohe Beständigkeit gegen reibenden
Verschleiß und einen hohen Reibungsbeiwert für den Einsatz bei Synchronringen besitzt.
[0010] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung eine Legierung vor aus 7,5 - 10%
Al, 5 - 14% Mn, 1,5- 4 % Si, 5 - 9 % Fe, 0 - 0,5 % Pb, Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen
bis insgesamt 1 %. Alle Angaben erfolgen in Gewichtsprozent.
[0011] Wesentlich für die Erfindung ist das Vorhandensein von ausreichend Silizium in Verbindung
mit einem hohen Mangangehalt, wodurch es zu harten intermetallischen Phasen kommt,
welche eine hohe Beständigkeit gegen reibenden Verschleiß besitzen.
[0012] Eine Weiterbildung der Legierung sieht vor, dass sie einen Gehalt von 8 - 9% Al,
7 - 8 % Fe, 5 - 7 % Mn und 3 - 4% Si, Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen bis
insgesamt 1 % aufweist.
[0013] Mit Legierungen der vorgenannten Zusammensetzung lassen sich Verschleißfestigkeitswerte
erzielen, welche ein mehrfaches jener von bisher üblichen Messingwerkstoffen für Synchronringe
betragen. Der Reibungsbeiwert dieser Legierungen liegt zum Teil noch höher als jener
der bekannten Werkstoffe, ist zumindest jedoch gleich. Durch die erfindungsgemäßen
Aluminiumbronzen wird daher ein erheblicher Fortschritt gegenüber den bisher bei Synchronringen
verwendeten Messingwerkstoffen erzielt.
[0014] Zur Verbesserung der Zerspanbarkeit kann der erfindungsgemäßen Aluminiumbronze wahlweise
bis zu 0,5 % Blei beigegeben sein.
[0015] Nachfolgend werden beispielhaft im Versuch hergestellte Legierungen erläutert.
[0016] Die erste Versuchslegierung weist eine Zusammensetzung von 75,4% Cu, 9,0% Al, 5,2%
Fe, 7,1% Mn und 3,3% Si auf. Diese Legierung hat einen Verschleißwiderstand von 2950
km/g. Ihr Reibungsbeiwert beträgt 0,116.
[0017] Die zweite Versuchslegierung des Typs FeMnSi besitzt einen Gehalt von 76,0% Cu, 8,2%
Al, 7,2% Fe, 5,2% Mn und 3,1% Si. Ihr Verschleißwiderstand beträgt 2530 km/g, ihr
Reibungsbeiwert 0,130.
[0018] Eine Vergleichsiegierung des Typs FeMnSi besitzt einen Gehalt von 83,6% Cu, 7,7%
Al, 4,7% Fe, 2,5% Mn, 1,5% Si. Ihr Verschleißwiderstand beträgt 950 km/g, ihr Reibungsbeiwert
0,115.
[0019] Man erkennt, dass höhere Gehalte an Eisen, Mangan und Silizium vorteilhaft für einen
hohen Verschleißwiderstand sind.
[0020] Diese Eigenschaften der erfindungsgemäßen Legierungen sind in Vergleich zu setzen
mit den Eigenschaften derzeit am Markt befindlicher sehr guter Messinglegierungen
für Synchronringe, bei denen der Verschleißwiderstand etwa 650 -700 km/g und der Reibungsbeiwert
etwa 0,115 bis 0,120 beträgt.
[0021] Wie schon erwähnt, ist Silizium für die Bildung der harten verschleißfesten intermetallischen
Phasen verantwortlich. Es soll kein freies Silizium in der Lösung vorhanden, sondern
durch Eisen und Mangan abgebunden sein. Eisen und Mangan begünstigen zudem die Aushärtungsvorgänge.
[0022] Diese vorbeschriebenen Legierungen wurden bei einer Gießtemperatur von 1120 bis 1180°
C im Strang gegossen; anschließend erfolgt ein Abkühlen an Luft, wobei die Abkühlgeschwindigkeit
unkritisch ist. Nach erneutem Aufheizen erfolgt eine Warmumformung durch Strangpressen
bei Temperaturen von 800 bis 900° C und eine erneute Abkühlung an Luft. Schließlich
wurde nach erneutem Aufheizen bei Temperaturen von 790 bis 890° C im Gesenk geschmiedet
und die Legierung anschließend an Luft abgekühlt.
[0023] Aluminiumbronzen eignen sich im Gegensatz zu Messinglegierungen für eine Aushärtung
zur Festigkeitssteigerung; wenn eine solche gewünscht ist, kann man nach dem Schmieden
der Legierung alternativ wie folgt vorgehen.
a) Es wird eine Homogenisierungsglühung bei 900° C während einer Stunde durchgeführt.
Anschließend erfolgt ein Abschrecken, vorzugsweise im Wasser, und anschließend ein
erneuten Anlassen bei einer Temperatur von 490° C während einer Zeit von einer Stunde
und zum Schluss ein Abkühlen an Luft.
b) Unmittelbar auf die Abkühlphase nach dem Schmieden wird unter Weglassung der Homogenisierungsglühung
sofort die Auslagerungsbehandlung bei einer Temperatur von 330° C während 6 Stunden
oder alternativ bei 410° C während 3 Stunden begonnen, und anschließend die Abkühlung
an Luft durchgeführt. Bei diesem Aushärtungsverfahren sind die Härtesteigerungen nicht
ganz so groß wie im Falle des vorbeschriebenen Verfahrens, aufgrund des Wegfalls der
Homogenisierungsglühung ist dieses Verfahren jedoch kostengünstiger.
[0024] Neben der Verringerung des Abtrags auf den Reibflächen der Synchronringe aufgrund
des höheren Verschleißwiderstandes erfolgt auch aufgrund der höheren Festigkeit ein
geringerer Verschleiß an den Sperrzähnen der Synchronringe.
[0025] Die Form der intermetallischen Phasen ist bei einem Legierungstyp MnSi mehr nadelig,
hingegen beim Legierungstyp FeMnSi mehr kugelig. Legierungen des Typs FeMnSi besitzen
dementsprechend eine bessere Zähigkeit und Duktilität als Legierungen des Typs MnSi.
1. Aluminiumbronze enthaltend 7,5 - 10% Al, 5 - 14% Mn, 1,5 - 4% Si, 5 - 9% Fe, 0 - 0,5%
Pb, Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen bis insgesamt 1%, mit hoher Beständigkeit
gegen Verschleiß und hohem Reibungsbeiwert, als Werkstoff für Synchronringe.
2. Aluminiumbronze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Gehalt von 8 - 9% Al, 7 - 8% Fe, 5 - 7% Mn und 3 - 4% Si, Rest Kupfer und
übliche Verunreinigungen bis insgesamt 1 % aufweist.
1. Aluminium bronze containing 7.5 - 10% Al, 5 - 14% Mn, 1.5 - 4% Si, 5 - 9% Fe, 0 -
0.5% Pb, the rest being copper and the usual impurities up to a total of 1%, having
a high resistance to wear and tear and a high coefficient of friction, as a material
for synchronous rings.
2. Aluminium bronze according to Claim 1, characterized in that it has a content of 8 - 9% Al, 7 - 8% Fe, 5 - 7% Mn and 3 - 4% Si, the rest being
copper and the usual impurities up to a total of 1%.
1. Bronze à l'aluminium, comportant 7,5 à 10 % d'Al, 5 à 14 % de Mn, 1,5 à 4 % de Si,
5 à 9 % de Fe, 0 à 0,5 % de Pb, les reste étant constitué par du cuivre et les impuretés
habituelles jusqu'à au total 1 %, ayant une bonne résistance à l'usure et un coefficient
de frottement élevé, utilisé comme matériau pour des bagues de synchronisation.
2. Bronze à l'aluminium selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il présente une teneur de 8 à 9 % d'Al, 7 à 8 % de Fe, 5 à 7 % de Mn et 3 à 4 % de
Si, le reste étant constitué par du cuivre et les impuretés habituelles jusqu'à en
tout 1 %.