(57) Die Erfindung betrifft eine Aluminiumbronze der Zusammensetzung 7 - 9,5% Al, 7 -
9,5% Fe, 7 - 11% Ni, 1,5 - 4% Si, Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen bis insgesamt
1%. Die Legierung besitzt eine hohe Beständigkeit gegen reibenden Verschleiß und einen
hohen Reibungsbeiwert und ist für die Anwendung bei Synchronringen gedacht.
[0001] Die Erfindung bezieht auf eine Aluminiumbronze für das Anwendungsgebiet der Synchronringe.
[0002] Aluminiumbronzen sind aufgrund ihrer guten Eigenschaften hinsichtlich mechanischer
Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Verschleißfestigkeit ein geschätzter Konstruktionswerkstoff,
insbesondere auch in flüssigen Medien..
[0003] Es ist beispielsweise aus der DE PS 26 21 602 eine Aluminiumbronze mit 4 - 12 Gewichtsprozent
Al, Spuren bis 1% Si und/oder Be in fester Lösung sowie 4,2 - 10% Eisensilizide, Rest
Kupfer bekannt. Im Falle der Verwendung von Beryllium können bis zu 6% nicht an Eisensilizid
gebundenes Eisen verwendet werden. Diese Legierung kann außerdem Nickel in einer Menge
bis höchstens 7% enthalten. Bei dieser bekannten Legierung steht die Frage der Zugfestigkeit
und einer hohen prozentualen Dehnung im Vordergrund. Sie ist verwendbar für gleitende
Teile in Walzwerken, Werkzeugmaschinen und dergleichen.
[0004] Es ist ferner aus der DE-PS 24 58 379 eine Aluminiumbronze der Zusammensetzung 3
- 12% Al, 3 - 6% Fe, 4 - 7% Ni, sowie 0,3 - 5% Si, Rest Kupfer bekannt, welche als
Werkstoff für Beizhaken dienen soll. Bei dieser Legierung kommt es auf die große Beständigkeit
gegen aggressive Flüssigkeiten und damit auf eine hohe Korrosionsbeständigkeit an.
[0005] Bei den Erläuterungen im Stand der Technik ist der Begriff Verschleißfestigkeit immer
als geringer Materialabtrag aufgrund von Korrosion zu verstehen.
[0006] Aluminiumbronzen haben gegenüber sonstigen Kupferlegierungen z.B. Messingen den Vorteil,
daß aufgrund des verwendeten Aluminiums eine Reduzierung des Teilegewichts möglich
ist. Derartige Legierungen sind oxidationsbeständig aufgrund einer durch das Aluminium
verursachten Schutzschicht. Aluminiumbronzen sind darüber hinaus hoch belastbare und
verschleißfeste Gleitwerkstoffe, ihre hohe Festigkeit führt aufgrund der guten Gleiteigenschaften
zu einer geringen Verschleißrate. Darüber hinaus sind Aluminiumbronzen gut schweißbar.
[0007] Es ist nun Aufgabe der Erfindung eine Aluminiumbronze zu schaffen, welche abweichend
von den bekannten Aluminiumbronzen gleichzeitig eine hohe Beständigkeit gegen reibenden
Verschleiß und einen hohen Reibungsbeiwert für den Einsatz bei Synchronringen besitzt.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung eine Legierung vor aus 7,5 - 9,5%
Al, 7 - 9,5% Fe, 7 - 11% Ni, 1,5 - 4% Si, Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen
bis insgesamt 1%. Alle Angaben erfolgen in Gewichtsprozent.
[0009] Wesentlich für die Erfindung ist das Vorhandensein von ausreichend Silizium in Verbindung
mit hohen Eisen- und Nickelgehalten, wodurch es zu harten intermetallischen Phasen
kommt, welche eine hohe Beständigkeit gegen reibenden Verschleiß besitzen.
[0010] Im Sinne der Erfindung stellt es eine vorteilhafte Weiterbildung dar, für die Legierung
einen Gehalt von 8 - 9% Al, 8 - 9% Fe, 7- 10% Ni und 3 - 4% Si, Rest Kupfer und übliche
Verunreinigungen bis insgesamt 1% vorzusehen. Mit einer Legierung dieser Zusammensetzung
lassen sich Verschleißfestigkeitswerte erzielen, welche wesentlich höher liegen als
die von bisher üblichen Messingwerkstoffen für Synchronringe. Darüber hinaus haben
diese Legierungen einen Reibungsbeiwert, welcher höher liegt als die bei diesen bekannten
Werkstoffen üblichen Werte. Die Erfindung bringt somit einen erheblichen Fortschritt
gegenüber den bisher bei Synchronringen verwendeten Messingwerkstoffen bei etwa vergleichbaren
Kosten.
[0011] Zur Verbesserung der Zerspanbarkeit wird als Weiterbildung der vorgeschlagenen Aluminiumbronze
ein Zusatz bis zu 0,5% Blei vorgeschlagen.
[0012] Es wurden beispielhaft drei nachfolgend erläuterte Legierungen hergestellt. Eine
erste Legierung besitzt einen Gehalt von 69,9% Cu, 8,5% Al, 8,2% Fe, 9,4% Ni und 3,5%
Si. Diese Legierung besitzt einen Verschleißwiderstand von 1280 km/g sowie einen Reibungsbeiwert
von 0,125. Der angegebene Verschleißwiderstand ist definiert durch die Zahl der zurückgelegten
Kilometer bis 1 g Materialabtrag am Synchronring erfolgt ist.
[0013] Die zweite Legierung weist einen Gehalt von 71,6% Cu, 7,9% Al, 8,5% Fe, 7,4% Ni und
3,5% Si auf. An den hieraus gestellten Synchronringen wurde ein Verschleißwiderstand
von 1530 km/g und ein Reibungsbeiwert von 0,140 gemessen.
[0014] Eine dritte Legierung weist einen Gehalt von 71,5 % Cu, 8,8 % Al, 6,0% Fe, 9,3 %
Ni, 3,5% Si auf. Es wurde ein Verschleißwiderstand von 1320 km/g und ein Reibungsbeiwert
von 0,115 festgestellt. Wie schon erwähnt, ist Silizium für die Bildung der harten
verschleißfesten intermetallischen Phasen verantwortlich. Es soll kein freies Silizium
in der Lösung vorhanden sondern durch Eisen und Nickel abgebunden sein. Eisen und
Nickel begünstigen zudem die Aushärtungsvorgänge.
[0015] Die vorbeschriebenen Legierungen wurden bei einer Gießtemperatur von 1120 bis 1180°
C im Strang gegossen; anschließend erfolgt ein Abkühlen an Luft, wobei die Abkühlgeschwindigkeit
unkritisch ist. Nach erneutem Aufheizen erfolgt eine Warmumformung durch Strangpressen
bei Temperaturen von 800 bis 900° C und eine erneute Abkühlung an Luft. Schließlich
wurde nach erneutem Aufheizen bei Temperaturen von 790 bis 890° C im Gesenk geschmiedet
und die Legierung anschließend an Luft abgekühlt.
[0016] Aluminiumbronzen eignen sich im Gegensatz zu Messinglegierungen für eine Aushärtung
zur Festigkeitssteigerung; wenn eine solche gewünscht ist, kann man nach dem Schmieden
der Legierung alternativ wie folgt vorgehen.
a.) Es wird eine Homogenisierungsglühung bei 890° C während einer Stunde durchgeführt.
Anschließend erfolgt ein Abschrecken, vorzugsweise im Wasser, und anschließend ein
erneutes Anlassen bei einer Temperatur von 490° C während einer Zeit von 1 Stunde
und zum Schluß ein Abkühlen an Luft.
b) Unmittelbar auf die Abkühlphase nach dem Schmieden wird unter Weglassung der Homogenisierungsglühung
sofort eine Auslagerungsbehandlung von 330° C während 6 Stunden oder alternativ bei
410° C während 3 Stunden und anschließender Abkühlung an Luft durchgeführt. Bei diesem
Aushärtungsverfahren sind die Härtesteigerungen nicht ganz so groß wie im Falle des
vorbeschriebenen Verfahrens, aufgrund des Wegfalls der Homogenisierungsglühung ist
dieses Verfahren jedoch kostengünstiger.
[0017] Neben der Verringerung des Abtrags auf den Reibflächen der Synchronringe aufgrund
des höheren Verschleißwiderstandes erfolgt auch aufgrund der höheren Festigkeit ein
geringerer Verschleiß an den Sperrzähnen der Synchronringe.
[0018] Die Form der intermetallischen Phasen ist annähernd kugelig, was unter dem Aspekt
der Zähigkeit und der Duktilität der Legierung vorteilhaft ist.
1. Aluminiumbronze bestehend aus 7,5 - 9,5% Al, 7 - 9,5% Fe, 7 - 11% Ni, 1,5 - 4% Si,
Rest Kupfer und übliche Verunreinigungen bis insgesamt 1%, mit hoher Beständigkeit
gegen Verschleiß und hohem Reibungsbeiwert als Werkstoff für Synchronringe.
2. Aluminiumbronze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Gehalt aus 8 - 9% Al, 8 - 9% Fe, 7 - 10% Ni und 3 - 4% Si, Rest Kupfer und übliche
Verunreinigungen bis insgesamt 1% besteht.
3. Aluminiumbronze nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie bis 0,5% Pb enthält.