TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der mobilen Schutz-, Schalt-
oder Anzeigegeräte. Sie betrifft eine Familie mobiler steckbarer Geräte gemäss dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
STAND DER TECHNIK
[0002] In der EP-A 641 045 ist eine fehlerstromgeschützte Steckdose mit modularem Aufbau
gezeigt. Defekte Bauteile können einzeln ersetzt werden. Es ist möglich, an unterschiedliche
Sicherheitsvorschriften angepasste Steckdosen herzustellen, welche sich lediglich
durch unterschiedliche Ausbildung eines Steckkontaktteils und einer Abdeckung voneinander
unterscheiden, im übrigen aber aus gleichartigen Teilen zusammengesteckt sind.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Gerätefamilie umfassend mindestens
zwei unterschiedliche mobile steckbare Geräte zu schaffen, welche einfach und kostengünstig
herzustellen ist. Diese Aufgabe wird durch eine Gerätefamilie mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0004] Kern der Erfindung ist es, bei einer Gerätefamilie die Gesamtanzahl der Komponenten
zu beschränken und einen modularen Aufbau vorzusehen, welcher es ermöglicht, möglichst
viele Komponenten bei mehreren unterschiedlichen Geräten oder Gerätetypen einzusetzen.
Somit müssen nur wenige Komponenten an Lager gehalten, beziehungsweise bei einem Produktionswechsel
von einem ersten zu einem zweiten Gerätetyp nur wenige Werkzeuge angepasst oder ausgetauscht
werden.
[0005] Ausführungsformen der erfindungsgemässen Gerätefamilie betreffen Gerätetypen, welche
mit einem netzseitigen Steckdosenbild kompatibel sind, im Betrieb eine bestimmte Funktion
ausführen und über ein Humanschnittstellenelement zur Zusammenwirkung mit einem Benutzer
verfügen. Dabei bilden ein Gehäuse eine erste Komponente, welche die Kompatibilität
mit dem netzseitigen Steckdosenbild gewährleistet, während eine Platine ein zweite
Komponente bildet, welche alle funktionswesentlichen elektrischen Bauteile aufnimmt,
und wobei schliesslich ein Tragkörper und eine Gehäuseabdeckung die letzten zwei Komponenten
bilden, welche auf die Humanschnittstelle angepasst sind.
[0006] Ist der Gerätetyp als Zwischenstecker ausgebildet, so verfügt er über eine Konsole
und einen Steckdosennapf, welche eine weitere, mit einem verbraucherseitigen Steckdosenbild
kompatible Komponente bilden.
[0007] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen gehen aus den abhängigen Patentansprüchen
hervor.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Schnitt durch ein erstes Gerät einer erfindungsgemässen Gerätefamilie,
Fig.2 einen Schnitt durch einen Zwischenstecker der erfindungsgemässen Gerätefamilie,
Fig.3 einen Steckdosennapf in Schrägaufsicht,
Fig.4 einen Zwischenstecker in Schrägaufsicht, und
Fig.5 einen Schnitt durch ein drittes Gerät einer erfindungsgemässen Gerätefamilie.
[0009] Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst.
Grundsätzlich sind gleiche Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0010] Fig.1 zeigt ein erstes Beispiel eines mobilen steckbaren Geräts, welches erfindungsgemäss
modular aus vier Komponenten aufgebaut ist. Das Gerät umfasst ein Gehäuse 10, mit
einem Steckerteil 11 und einer elektrisch leitenden Steckerbrücke 12. Gehäuse 10 und
Stekkerteil 11 sind einstückig und werden vorzugsweise durch Spritzgussverfahren hergestellt.
Steckerteil 11 und Steckerbrücke 12 sind so ausgebildet, dass sie ein bestimmtes Steckerbild
wiedergeben und in eine entsprechende, nicht dargestellte Steckdose steckbar sind
zwecks Bildung eines elektrischen Kontaktes mit einem Niederspannungs-Stromnetz. Die
Steckerbrücke 12 umfasst beispielsweise einen Phasenleiter, einen Neutralleiter und
einen Erdungsleiter. Je nach Land oder Steckerbild sind diese unterschiedlich ausgebildet,
so dass i.A. national unterschiedliche Gehäusetypen vorzusehen sind. Im Gehäuseinnern
ist ein Tragkörper 20 angeordnet, welcher Elemente 21 einer Humanschnittstelle wie
Schalter oder Knöpfe zum Ein- beziehungsweise Ausschalten und/oder Rädchen oder Schieber
zum Einstellen einer kontinuierlichen Grösse umfasst. Die Humanschnittstellenelemente
21 durchdringen eine Gehäuseabdeckung 40, so dass ein Benutzer durch eine mittels
der beiden Pfeile angedeutete mechanische Betätigung derselben das Gerät steuern kann.
Auf dem Tragkörper 20 ist eine Platine 30 (printed circuit board) befestigt, welche
mit elektronischen Bauteilen 31 bestückt ist und auf welcher Leiterbahnen aufgedruckt
sind. Diese definieren die Funktion des Gerätes.
[0011] Das Gerät gemäss Fig.1 ist beispielsweise der Sendeteil eines netzbasierten Babyphonesystems,
welches mit einem Mikrofon 31 ausgerüstet ist und Geräusche eines Kleinkindes in elektrische
Signale umwandelt und über ein hausinternes Stromnetz überträgt. Der entsprechende
Empfangsteil verfügt über eine unterschiedliche Elektronik und an Stelle des Mikrofons
über einen Lautsprecher, d.h. eine andere Platine 30. Gehäuse 10, Tragkörper 20 und
der schallwellendurchlässige Gehäuseabschluss 40 sind bei beiden Teilen identisch.
[0012] In Fig.2 ist ein Gerät dargestellt, welches als Zwischenstecker oder Adapter einsetzbar
ist und eine im Normalfall durchgehende elektrische Verbindung zwischen dem Stromnetz
und einem Verbraucher schafft. Das Gehäuse 10 ist wie im vorhergehenden Fall entsprechend
des netzseitigen Steckerbildes, d.h. dem Einsatzort, zu wählen. Auf der Verbraucherseite
des Tragkörpers 20 ist eine Konsole 22 vorgesehen, welche vorteilhafterweise einstückig
mit dem Tragkörper 20 ausgebildet ist. Die Konsole 22 umfasst Steckkontakte, in welche
Steckerpins eines Verbrauchers unter Bildung eines elektrischen Kontaktes eingeführt
werden. Die Gehäuseabdeckung 40 verfügt über eine Öffnung, in welche ein Steckdosennapf
41 einführbar ist. Dieser Steckdosennapf 41 bildet die Abdeckung der Konsole 22 und
ist mit dieser für eine unbefugte Person untrennbar verbunden, beispielsweise durch
Einwegschrauben. Konsole 22 und Steckdosennapf 41 zusammen bestimmen das verbraucherseitige
Steckerbild, welches bei einem Adapter für Auslandsreisen durchaus vom netzseitigen
Steckerbild verschieden sein kann.
[0013] Fig.3 zeigt ein Beispiel eines Steckdosennapfs 41, welcher hier dem deutschen Schuko-Steckerbild
entspricht. In Fig.4 ist ein fehlerstromgeschützter Zwischenstecker ohne Konsole und
Steckdosennapf dargestellt. Klar erkenntlich sind eine Einschalttaste und eine Prüfkreistaste
als Humanschnittstellenelemente 21, die Gehäuseabdeckung 40 mit der zentralen Ausnehmung
für den Steckdosennapf, und die Platine 30.
[0014] Die Platine 30 beziehungsweise die auf ihr realisierte Schaltung definiert die Funktion
des Zwischensteckers, welcher zum Beispiel als Fehlerstromschutzschalter, Überspannungsschutzschalter,
Überstromschutzschalter oder Schaltuhr füngieren kann. Unter Umständen muss je nach
Funktion auch die Gehäuseabdeckung 40 ausgetauscht werden, sollte beispielsweise zusätzlich
ein Anzeigefenster vonnöten sein. Je nach Funktion sind auch unterschiedliche Humanschnittstellenelemente
21 wie Einschalt-, Prüf- oder Rückstelltasten oder Kontrollleuchten vorzusehen und
entsprechend Tragkörper 20 und Gehäuseabdekkung 40 auszutauschen. Bei einer unveränderten
Gerätefunktion kann das verbraucherseitige Steckerbild angepasst werden durch Ersatz
von Konsole 22 und Steckdosennapf 41.
[0015] In Fig.3 ist ein Gerät dargestellt, welches nur als Stecker, aber nicht als Zwischenstecker
einsetzbar ist. Dazu ist ein Kabel 50 mit der Konsole 22 verbunden, vorzugsweise indem
jeder Leiter 51 des Kabels 50 an einem entsprechenden Gegenkontakt der Konsole 22
festgeklemmt oder -geschraubt wird. Diese Verbindung ist somit keine einfache Steckverbindung,
sie kann aber trotzdem durch den Anwender bei Bedarf wieder gelöst werden. An Stelle
des Steckdosennapf tritt ein sogenannter Bridennapf 42, welcher wiederum für eine
unbefugte Person untrennbar mit der Konsole 22 verbunden ist. Obschon bei dieser Ausführungsform
ein beliebiges Steckerbild möglich wäre, wird der Einfachheit halber bevorzugt ein
aus dem Zwischensteckerfall bekanntes Steckerbild eingesetzt. Ein entfernbares Abdeckelement
43 verschliesst den Bridennapf.
[0016] Die hier dargestellte Modularität ist insbesondere bei der Herstellung der entsprechenden
Geräte vorteilhaft, da nur eine begrenzte Anzahl Spritzgusswerkzeuge benötigt werden
und nur wenige unterschiedliche Komponenten gelagert werden müssen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0017]
- 10
- Gehäuse
- 11
- Steckerteil
- 12
- Steckerbrücke
- 20
- Tragkörper
- 21
- Humanschnittstellenelement
- 22
- Konsole
- 30
- Platine
- 31
- Elektronische Bauteile
- 40
- Gehäuseabdeckung
- 41
- Steckdosennapf
- 42
- Bridennapf
- 43
- Abdeckelement
- 50
- Kabel
- 51
- Leiter
1. Gerätefamilie umfassend mindestens zwei unterschiedliche mobile Geräte, welche je
ein Gehäuse (10) mit einem Steckerteil (11) und einer Steckerbrücke (12), eine Platine
(30) mit elektronischen Bauteilen (31), einen Tragkörper (20) und eine Gehäuseabdekkung
(40) aufweisen, und welche in eine netzseitige Steckdose mit einem netzseitigen Steckdosenbild
steckbar sind, im Betrieb eine bestimmte Funktion ausführen und über eine Humanschnittstelle
verfügen,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Geräte
a) bei demselben netzseitigen Steckdosenbild das gleiche Gehäuse (10),
b) bei derselben Funktion die gleiche Platine (30), und
c) bei derselben Humanschnittstelle den gleichen Tragkörper (20) und die gleiche Gehäuseabdeckung
(40) aufweisen.
2. Gerätefamilie nach Anspruch 1, wobei die Geräte als Zwischenstecker fungieren und
einen in die Gehäuseabdeckung (40) eingelassenen Steckdosennapf (41) und eine mit
Letzterem untrennbar verbundene Konsole (22) zum steckbaren Anschliessen eines Steckers
mit einem verbraucherseitigen Steckerbild aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Geräte
d) bei demselben verbraucherseitigen Steckerbild die gleiche Konsole (22) und den
gleichen Steckdosennapf (41) aufweisen.
3. Gerätefamilie nach Anspruch 1, wobei die Geräte einen in die Gehäuseabdeckung (40)
eingelassenen Bridennapf (42) und eine mit Letzterem untrennbar verbundene Konsole
(22) aufweisen,
dadurch gekennzeichnet, dass die Geräte als Stecker fungieren und Leiter (51) eines Kabels (50) mit Gegenkontakten
der Konsole (22) verschraubt oder verklemmt sind.