[0001] Die Erfindung betrifft Strukturelemente sowie Sätze von Strukturelementen bzw. Kacheln
mit geometrisch definierten Umrissen, die im folgenden auch einfach "Kacheln" genannt
werden, sowie aus solchen Strukturelementen bzw. Kacheln zusammengefügte Oberflächenmuster.
Die Erfindung betrifft auch Anwendungen dieser Sätze von Strukturelementen in Pflasterungen,
Kachelungen, Puzzles, Legespielen, Intarsien, Stoffmustern und Schmuck.
[0002] Zahlreiche Sätze aus Kacheln mit geometrisch definierten Umrissen sind bekannt. Viele
dieser Kachelsätze können die Ebene bedecken. Einige neuere sind im
Spektrum der Wissenschaft, im Januar 2000, Seite 106 f. beschrieben. Solche Kachelsätze bedecken die Ebene entweder periodisch oder nicht
periodisch.
[0003] Zahlreiche Puzzles verwenden Kachelsätze mit geometrisch definierten Strukturelementen,
so das bekannte Tangram oder das pentagonale Puzzle der
US-Patentschrift 4,343,471. Diese geometrischen Kachelsätze der Puzzles bestehen aus einer Anzahl unterschiedlicher
Kacheln.
[0004] Die Kachelsätze, die die Ebene pflastern, sind in der Regel beschränkt in den möglichen
Strukturen. So sind Pflasterungen aus quadratischen oder hexagonalen Kacheln nur in
einer einzigen periodischen Struktur darstellbar.
[0005] Für Puzzles aber auch für Pflasterungen (tiling, tessilation) wie z. B. Parkett-
oder Intarsienstrukturen wären Kachelsätze von Interesse, die eine Vielzahl unterschiedlicher
Strukturen oder Muster in periodischer oder nicht periodischer Art zulassen, jedoch
aus nur einer oder sehr wenigen unterschiedlichen Kachelarten bestehen.
[0006] Erfindungsgemäss wird ein Satz von Strukturelementen oder Kacheln mit geometrischen
Umrissen angegeben, wie er in den Ansprüchen definiert ist. Sämtliche Kacheln dieses
Satzes, der natürlich gegebenenfalls mit anderen Sätzen kombiniert werden kann, bestehen
aus oder leiten sich ab von gleichseitigen, nicht regelmässigen Fünfecken mit den
Innenwinkeln 36°, 108°, 108°, 36°, 252°. Diese gleichseitigen Fünfecke werden im folgenden
auch "Ipenta(s)" genannt. Sätze von kongruenten Ipentas pflastern die Ebene erfindungsgemäss
auf mannigfache Weise, insbesondere periodisch, nicht periodisch, symmetrisch und
nicht symmetrisch. Die Pflasterungen können u.a. eine dekagonale Grundstruktur, eine
Parallelogramm Struktur sowie verschiedene spiralförmige Strukturen aufweisen.
[0007] In der
US-Patentschrift 4,343,471 ist in Figur 1 unter "7" ein Ipenta dargestellt. Diese Kachel ist ein Abschnitt des
bekannten gleichseitigen Fünfsterns geschnitten entlang der Innendiagonale, deren
Länge gleich der Seitenlänge der Sternspitzen ist. Ein Hinweis darauf, dass diese
Kachel zur Bedeckung der ganzen Ebene geeignet ist, fehlt in der
US-Patentschrift 4,343,471.
[0008] Im
Scientific American 1977, S. 110 ff. ,Mathematical Games' beschreibt Martin Gardner verschiedene Kachelungen u.a.
die berühmten Kachelungen von Roger Penrose. Diese Kacheln sind nicht gleichseitig.
[0009] In dem schweizerischen Patent
CH 61 55 93 ist ein Legespiel aus Spielsteinen gleicher Größe beschrieben, die die Form eines
gleichseitigen Fünfecks mit zwei nach innen geklappten Seiten aufweisen. Aus zwei
Spielsteinen lassen sich viele verschiedene Figuren bilden.
[0010] In dem
US Patent 57 75 040 sind eine große Anzahl von nicht-konvexen und konvexen Kacheln beschrieben, die eine
flächendeckende Kachelung in periodischer oder nicht-periodischer Weise ermöglichen.
Die Kacheln leiten sich aus ebenen Gebilden regulärer p-seitiger polygonaler Elemente
ab, deren Ecken durch eine Anzahl von Streben miteinander verbunden sind.
[0011] Bei allen flächendeckenden Pflasterungen mit den erfindungsgemäßen Gruppen von Ipentas
oder mit Kacheln, die aus solchen Ipentas wie unten beschrieben, abgeleitet sind,
stoßen stets eine gerade Anzahl von vier bis zehn solcher Ipentas in jedem Kreuzungspunkt
aneinander. Dadurch läßt sich jedes Muster durch Kacheln von zwei unterschiedlichen
Farben derart darstellen, dass diese nicht entlang einer Fünfeckseite mit einer Kachel
gleicher Farbe zusammenstoßen. Es ergibt sich dann eine quasi schachbrettartige Struktur.
[0012] Die erfindungsgemäßen Sätze oder Gruppen von Strukturelementen können insbesondere
auch Abwandlungen der Ipentas, wie sie unten noch näher beschrieben werden, enthalten.
[0013] Die erfindungsgemässen Sätze von Strukturelementen können bevorzugt für folgende
Anwendungen eingesetzt werden, die ihrerseits Gegenstände bzw. weitere Ausführungsformen
der Erfindung darstellen.
[0014] Die Struktursätze können Kachelsätze für den Aussen- oder Innenbereich sein. Mit
ihnen können Bodenbereiche, Plätze und Wände bedeckt werden. Dabei können diese Kacheln
aus allen üblichen Materialien wie Keramik, Marmor, Edelsteinen, Kunststoff, Metall
oder auch Holz geformt sein. Die Ecken können abgerundet sein, vorzugsweise mit gleichem
Krümmungsradius in den Ecken oder mit einem sich bei den grossen Ecken konvex bzw.
konkav dreimal kongruent wiederholenden Krümmungsabschnitten der kleineren Ecke. Dadurch
passen die Rundungen in allen Mustern glatt aneinander.
[0015] Die Struktursätze können für Legespiele, insbesondere für Puzzles eingesetzt werden.
Diese Puzzles können in üblicher Weise mit Bildern versehen sein, die zu legen sind.
Diese Legespiele bzw. Puzzles weisen erfindungsgemäss bevorzugt einen festen vorgegebenen
Randbereich auf, oder sie können glatt geschnitten sein, um beispielsweise einen rechteckigen
Rand zu schaffen, wodurch dann allerdings von den kongruenten Puzzlestücken abweichende
Randstücke entstehen. Bei der Ausführungsform des Legespiel, die einen festen Rahmen
mit einem nicht glatten Innenrand aufweist, können die Struktursätze zu einem Spiel
eingesetzt werden, bei dem zwei oder mehr Spieler abwechselnd die Strukturelemente
aneinanderlegen und z. B. der Spieler gewinnt, der das letzte Strukturelement legen
kann. Da die Strukturelemente nicht nur in der den innerhalb des Randes befindlichen
Bereich in voll abdeckender Art und Weise gelegt werden können, steht nicht von vornherein
fest, wieviele solche Strukturelemente gelegt werden können. Dies hängt vielmehr ausschliesslich
davon ab, wie die Strukturelemente gelegt werden. Durch abwechselndes Legen eines
Strukturelementes oder auch mehrerer (z.B. durch die Zahl eines Würfels definierter)
Strukturelemente aneinander an jeweils einer oder mehrerer Seiten können sich interessante
Spielevarianten ergeben.
[0016] Die erfindungsgemässen Legespiele weisen bevorzugt eine größere Zahl von Strukturelementen
auf, insbesondere mehr als neun und die Strukturelemente bestehen alle vorzugsweise
aus ein oder zwei Sätzen kongruenter Strukturelemente, sowie gegebenenfalls dem oben
erwähnten Rahmenbereich.
[0017] Bei vielen der herkömmlichen Puzzles paßt keines der Stücke geometrisch an das andere,
es sei denn, auch der Bildbereich paßt zusammen. Bei dem erfindungsgemässen Puzzle
passen dagegen alle Stücke mit allen Seiten der anderen Stücke zusammen, ohne das
die Bildbereiche passen müssen. Das erhöht die Schwierigkeit dieses Puzzles.
[0018] Bei einer besonderen Ausführungsform der erfindungsgemässen Puzzles bzw. Legespiele
sind die Seiten der Ipentas, bzw. der aus ihnen hervorgegangenen Strukturen durch
Linienzüge ersetzt, die beim Legen der Puzzlestücke zu deren Verhaken führen. Bei
den Ipentas kann das dadurch geschehen, dass jede der fünf Seiten durch einen nach
links und zentralsymmetrisch dazu nach rechts ausgebauchten Linienzug ersetzt wird,
wodurch die Hinterschneidungen oder Verhakungen möglich werden.
[0019] Erfindungsgemäss können die Sätze der Strukturelemente aus Holz, Stein, Keramik,
Glas, Kunststoff, Metall, oder Edelstein zu Intarsienstrukturen gebildet werden. Diese
Strukturen können trotz ihrer geometrischen Strenge zu verschiedenen Bildern durch
vielfache Aneinanderpassung der Strukturelemente gebildet werden.
[0020] Die meisten Anordnungen der Ipentas können durch einen geschlossenen, sich nicht
kreuzenden Linienzug beschrieben werden. Rundet man diesen Linienzug ab, so entfallen
die Berührungsstellen und es entsteht ein durchgehender, meist einfach zusammenhängender
Bereich, der z. B. aus Furnier geschnitten, insbesondere mittels eines Lasers, und
in eine Platte mit der entsprechenden Ausnehmung eingesetzt werden kann. Solche Gebilde,
insbesondere auf Möbeloberflächen, stellen einen weiteren Gegenstand der Erfindung
dar.
[0021] Die Sätze von Strukturelementen lassen sich zu Stoffmustern bzw. Tapetenmustern und
ähnlichem zusammensetzen, bei denen die gesamte Fläche vollständig oder im wesentlichen
vollständig von Ipentas bzw. modifizierten Ipentas bedeckt ist, die Umrisse jedoch
aufgrund einer Randomisierung, einer Zufallsverteilung sich nicht wiederholen. Dabei
weist die bevorzugte Ausführungsform einen sich periodisch wiederholenden sechseckigen
Unterbereich aus acht Ipentas auf, in dem die Ipentas jedoch statistisch verteilt
von Unterbereich zu Unterbereich unterschiedlich angeordnet seien können, so dass
sich trotz der Periodizität des Randes der Untergruppe eine statistische nicht periodische
Anordnung der Ipentas ergibt. Dabei verschwindet für die meisten Betrachter die hexagonale
Struktur der Unterbereiche.
[0022] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind neue Strukturelemente bzw. Kacheln, die
sich von den Ipentas ableiten. Eine erste Gruppe dieser Strukturelemente ergibt sich
aus den Ipentas dadurch, daß jede Seite der Ipentas durch einen Linienzug, eine Vektorfolge
oder einen Kurvenabschnitt (im folgenden ,Kurvenabschnitt') ersetzt wird, bei denen
der Abstand zwischen den Endpunkten gleich ist, und bei denen zumindest einer nicht
geradlinig ist. Vorzugsweise sind alle fünf Kurvenabschnitte gleich, wodurch sich
jeweils ein oder zwei neue modifizierte Ipentas ergeben, die fünf ,Haupt-Ecken' haben,
die ein Ipenta aufspannen. Falls die Kurvenabschnitte zentralsymmetrisch sind, ergibt
sich jeweils nur ein Strukturelement. Sonst ergeben sich zwei, je nachdem ob das Ersetzen
der fünf Seiten des Ipentas durch die Kurvenabschnitte im oder gegen den Uhrzeigersinn
erfolgt.
[0023] Unter den neuen Strukturelementen sind diejenigen besonders bevorzugt, bei denen
die Kurvenabschnitte eine zentralsymmetrische S- bzw. Z-Form haben. Unter diesen sind
wiederum diejenigen für Anwendungen wie Puzzles oder andere Legespiele besonders interessant,
bei denen die Kurvenabschnitte ein Verhaken der aneinander gelegten Strukturelemente
bewirken. Letzteres kann dadurch erreicht werden, daß zumindest zwei Teilstrecken
der Kurvenabschnitte einen Winkel von über 180° miteinander bilden. Vorzugsweise schneiden
die Kurvenabschnitte weder sich selbst noch schneiden sie die Kurvenabschnitte der
anderen Seiten des Ipentas.
[0024] Falls die Kurvenabschnitte aus zwei Linienelementen bestehen, die einen Winkel von
144° bilden, ergeben sich zwei Strukturelemente mit acht bzw. sechs Ecken. Bei dem
Strukturelement mit sechs Ecken läßt man die jeweiligen hin und her verlaufenden Doppellinien
einfach weg, da diese ja ,null' Fläche belegen. Verallgemeinert gilt: Wenn der Linienzug
aus einer Anzahl n > 2 Abschnitten besteht und der Winkel zwischen dem ersten und
dem letzten Abschnitt 144° beträgt, dann entsteht aus einer Pflasterung aus Ipentas
eine Pflasterung aus zwei Gruppen untereinander kongruenter Kacheln, bei denen sich
die Umfangslänge der beiden Kacheln voneinander unterscheidet. Die Differenz der Umfangslängen
beträgt das Vierfache der Überlappung der genannten ersten und letzten Abschnitte
des Linienzugs. Wiederum läßt man die sich überlappenden Linienabschnitte des kleineren
Strukturelementes weg.
[0025] Bei den Strukturelementen, die fünf identische, aber nicht zentralsymmetrische Kurvenabschnitte
aufweisen, ergeben sich zwei verschiedene Strukturelelemente (z.B. die gerade beschriebenen
Strukturelemente mit acht bzw. sechs Ecken), wobei jede Pflasterung oder vollständige
Bedeckung einer Fläche bzw. eines Flächenabschnitts mit diesen Strukturelementen jeweils
etwa die gleiche Anzahl der zwei verschiedenen Strukturelemente enthält.
[0026] Die Offenbarung stellt weiterhin neue Strukturelemente bzw. Kacheln zur Verfügung,
die ebenfalls von Ipentas abgeleitet sind und die einen Umriß haben, der sich daraus
ergibt, daß zumindest zwei Ipentas jeweils längs einer oder zwei Seiten aneinander
gelegt werden. Bevorzugt sind die Strukturelemente aus zwei so aneinander gelegten
Ipentas, wodurch sieben verschiedene (ohne Spiegelungen) Strukturelemente, sechs mit
acht und eines mit sechs gleich langen Seiten entstehen. Drei dieser Strukturelemente
können die Ebene periodisch oder nicht periodisch pflastern, wobei nur das liniensymmetrische
Strukturelement die Pflasterung mit diesem einen Strukturelement erlaubt. Die anderen
beiden Strukturelemente können die Ebene nur zusammen mit den zu ihnen spiegelsymmetrischen
Strukturelementen pflastern. Diese drei Strukturelemente zwei mit acht und eines mit
sechs Seiten, sind in dieser Gruppe bevorzugt. Auch bei diesen Strukturelementen kann
jede Seite durch einen Kurvenabschnitt ersetzt werden. Dabei entstehen wieder eine
oder zwei Gruppen von Strukturelementen, die bei einer Pflasterung z.B. miteinander
verhakt sein können.
[0027] Die Erfindung wird im folgenden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen
- Figuren 1 bis 3
- verschiedene Pflasterungen aus erfindungsgemässen Sätzen von Ipentas
- Figuren 4 bis 6
- Pflasterungen von Sätzen von abgewandelten Ipentas,
- Figuren 7a bis 8h-2
- erfindungsgemässe Strukturelemente aus abgewandelten Ipentas.
- Fig. 9a bis g
- Strukturelemente, die aus zwei Ipentas zusammengelegt sind,
- Fig. 9h
- die Strukturelemente der Fig. 9a-g zusammengelegt,
- Fig. 10a bis b
- erfindungsgemäße Strukturelemente zu jeweils einer spiralförmigen Pflasterung zusammengelegt,
- Fig. 11a
- eine Pflasterung aus einer erfindungsgemäßen Gruppe aus Strukturelementen,
- Fig. 11b bis c
- zwei komplementäre erfindungsgemäße Strukturelemente,
- Fig. 11d
- eine Pflasterung aus Strukturelementen gem. Fig. 11b und 11c, die sich aus derjenigen
gem. Fig. 11a ableitet.
[0028] In Figur 1 sind eine nicht periodische Pflasterung aus Ipentas sowie ein Querschnitt
längs der Linie A-A dargestellt. Diese Ipentas 1 und 2 sind alle kongruent und haben
eine von zwei Farben. Zwei ,Kreise' (Dekagons) aus zehn Ipentas sind in Fig. 1 erkennbar.
Die Möglichkeit der Fortsetzung dieser Struktur ins Unendliche ist ebenfalls erkennbar.
[0029] In Figur 2 ist eine nicht periodische, zentralsymmetrische Pflasterung aus Ipentas
1 und 2 dargestellt. Auch hier wechseln benachbarte Strukturelemente jeweils die Farbe.
[0030] In Figur 3 ist eine nicht periodische Pflasterung aus Ipentas dargestellt. Jeweils
acht dieser Ipentas (vier helle und vier dunkle) bilden ein Sechseck. Die Umrisse
dieser Sechsecke pflastern die Ebene periodisch, die Ipentas selbst dagegen nicht
periodisch, wobei die beiden möglichen Anordnungen der acht Ipentas in dem Sechseck
durch eine Zufallsverteilung bestimmt wurde. Ebenso kann hierzu aber auch ein Algorithmus
eingesetzt werden.
[0031] In den Figuren 7a bis 7h sind Strukturelemente dargestellt, die aus Ipentas hervorgegangen
sind. Dabei sind die Seiten der Ipentas mit punktsymmetrischen eckigen oder gerundet
erscheinenden Linienzügen ersetzt. Es ergeben sich dabei für die Pflasterungen lauter
kongruente Strukturelemente. Hinterschneidungen, die zum sicheren Verhaken der Strukturelemente
führen, sind in einigen der Figuren 7a - h gezeigt.
[0032] In den Figuren 8a-1,2 bis 8h-1,2 jeweils zwei Strukturelemente bzw. Kacheln dargestellt,
die sich aus Ipentas wie folgt ergeben: Zunächst werden bei den Ipentas jede Seite
durch zwei gleich lange Linien, die einen Winkel von 144° miteinander bilden, ersetzt.
Dadurch entstehen, wie oben beschrieben, zwei Strukturelemente 9 und 10, wie sie in
Fig. 11b und c und in einer Pflasterung in Fig. 11d dargestellt sind. Ersetzt man
nun jede dieser zehn bzw. sechs Seiten dieser Strukturelemente durch die entsprechenden
Linienzüge, wie das auch bei den Ipentas selbst in den entsprechenden Darstellungen
der Fig. 7a-h geschehen ist, so ergeben sich dargestellten abgewandelten Strukturelemente.
Die Strukturelemente 8a-1 und 8a-2 (und entsprechend für 8b-h) pflastern zusammen
die Ebene, z.T. miteinander verhakt.
[0033] In den Fig. 9a - g sind die sieben Strukturelemente dargestellt, die sich ergeben,
wenn man zwei Ipentas längs einer Seite oder zwei Seiten aneinander legt. In Fig.
9h ist dargestellt, wie sich diese sieben Strukturelemente in eine geschlossene Form
mit minimalem Umfang legen lassen. Aus diesen Strukturelementen sind drei Strukturelemente
besonders bevorzugt, da diese entweder allein oder zusammen mit anderen bzw. den zu
ihnen spiegelsymmetrisch erscheinenden Strukturelementen die Ebene periodisch und
nicht periodisch pflastern. Dies sind die Strukturelemente gem. Fig. 9a, 9f, 9g .
Dadurch können diese ebenfalls für die oben erwähnten Anwendungen eingesetzt werden.
Es handelt sich bei dem Strukturelement gem. Fig. 9g um ein gleichseitiges unregelmässiges
Hexagon, das aus zwei Ipentas hervorgegangen ist, die längs zweier Seiten aneinander
gelegt wurden. Im Falle der Strukturelemente der Fig. 9a und 9f handelt es sich um
gleichseitige unregelmässige oktagonale Strukturelemente, die durch aneinander legen
zweier Ipentas längs einer Seite entstanden sind.
[0034] Nicht periodische Kachelungen aus den Strukturelementen gem. Fig. 9a, 9f, 9g sind
in den Fig. 5, 6 und 4 gezeigt. Nur das Strukturelement gem. Fig. 9a pflastert die
Ebene alleine, vergl. Fig. 5. Bei den Strukturelementen gem. Fig. 9f und 9g sind hierfür
zusätzlich die jeweils spiegelsymmetrischen Strukturelemente erforderlich, die in
Fig. 6 durch die Lücken zwischen den Strukturelementen (oder durch weiße Elemente)
dargestellt sind.
[0035] In Fig. 10a und b sind zwei Pflasterungen mit abgewandelten Ipentas 7 und 8 dargestellt,
die eine spiralige Struktur haben, und wobei Fig. 10b die Anordnung von Fig. 10a umfaßt
und die wachsende Spirale zeigt. Die einzelnen Strukturelemente 7 und 8 entsprechen
dem in Fig. 7d dargestellten Strukturelement.
[0036] In Fig. 11a-d ist dargestellt, wie sich aus den Ipentas neue Strukturelemente 9 und
10 ergeben. Die Ausgangspflasterung aus reinen Ipentas ist in Fig. 11a gezeigt. Ersetzt
man bei dieser Ausgangspflasterung jede Seite durch einen Linienzug aus zwei Linien,
die einen Winkel von 144° einschließen, dann ergibt sich die Pflasterung gem. Fig.
11d, wobei die Doppellinien wie beschrieben weggelassen wurden. Es entstehen dabei
zwei Sätze von Kacheln, die einzeln in Fig. 11b und Fig. 11c dargestellt sind. Der
erste Satz besteht aus gleichseitigen dekagonalen Strukturelementen, während der zweite
Satz aus gleichseitigen hexagonalen Strukturelementen besteht. Das dekagonale Strukturelement
ist gleichseitig und weist die Winkel 288°, 144°, 72°, 144°, 144°, 144°, 144°, 144°,
72°, 144° auf. Das hexagonale Strukturelement hat dieselbe Seitenlänge wie das dekagonale
Strukturelement, wobei hier die Winkel 72°, 72°, 216°, 72°, 72°, 216° betragen.
[0037] Legespiele aus den obigen Pflasterungen weisen vorzugsweise einen die Pflasterungen
ohne Berührung umschließenden Rand, z. B. einen rechteckigen Rand auf, der das Legespiel,
das z.B. aus Pappe, Kunststoff oder Holz geschnitten sein kann, nach außen begrenzt
und einen geschlossenen Randbereich festlegt, der den Innenbereich umgibt. Der Innenbereich
wird durch den erfindungsgemäßen Satz von Strukturelementen, bzw. durch die zwei dargestellten
Sätze dicht ausgefüllt. Dadurch lassen sich Puzzles oder andere Legespiele realisieren.
Es können auch Legespiele so gebildet werden, daß eine Seite als Puzzle nutzbar ist
und die andere Seite ohne Abbildung und mit Strukturelementen von gleicher Farbe oder
mit Strukturelementen unterschiedlicher Farbgebungen z.B. bis zu sechs Farben gebildet
wird. Mit dieser anderen Seite, oder dem so einseitig gestalteten Legespiel können
dann Spiele auf mannigfache Weise gespielt werden, bei denen man den Sieger danach
festlegt, wer das letzte Element legt. Oder man kann mit einem Würfel festlegen, wie
viele Elemente der Spieler zu legen hat, und nach der Zahl der gelegten Strukturelemente
oder der Zahl der nicht mehr legbaren Strukturelemente Sieger oder Verlierer festlegen.
Man kann auch Spielregeln aufstellen, wonach das Ziel ist, mit einer durchgehenden
Kette eigener Elemente zwei Randseiten zu verbinden, oder durch eine Farbe definierte
Bereiche zu umschließen und dabei die umschlossenen Bereiche möglichst groß zu machen,
wobei deren Größe durch die Zahl der Seite an Seite in den umschlossenen Bereich einlegbaren
Strukturelemente definiert ist. Dadurch ergeben sich Spiele, die den NIM-Spielen oder
dem GO verwandt sind, die aber zusätzlich das Verständnis des Spielers für die Geometrie
der Strukturelemente anspricht und somit einen weiteren Lerneffekt haben.
[0038] In einer besonders auf Reisen brauchbaren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Legespiels
sind die Strukturelemente durch magnetische Kräfte in ihrer Verschiebbarkeit begrenzt.
Auch die Strukturelemente mit Hinterschneidungen, die das aneinander legen definieren
und gegen Verschiebungen sichern, sind für diesen Zweck brauchbar.
1. Legespiel bestehend aus einem geschlossenen Randbereich und einem von diesem umschlossenen
Legebereich, der aus einer Gruppe von Strukturelementen ausgefüllt werden kann, wobei
diese Strukturelemente von einem gleichseitigen, unregelmäßigen Fünfeck abgeleitet
sind, dessen Winkel 36°, 108°, 108°, 36° und 252° betragen (Ipenta), und wobei diese
Gruppe entweder
a) aus kongruenten Strukturelementen SA besteht, deren Umriss aus fünf Linien LF besteht,
die die Ecken des Ipentas geschlossen verbinden, und die Linien LF untereinander kongruente
zentralsymmetrische, Linien ZL sind, die sich nicht schneiden und sich außer in den
Eckpunkten des Ipentas auch nicht berühren,
oder
b) aus zwei Untergruppen von Strukturelementen besteht, bei denen die Ecken des Ipentas
durch untereinander kongruente Linien LF verbunden sind, die jeweils zwei gleich lange
Abschnitte LZ aufweisen, die einen Winkel von 144° einschließen, nämlich
aa) einer Untergruppe UA aus kongruenten Strukturelementen SA, die ein gleichseitiges
unregelmäßiges Zehneck bilden, mit den Innenwinkeln 288°, 144°, 72°, 144°, 144°, 144°,
144°, 144°, 72°, 144°, und
bb) einer weiteren Untergruppe UB von etwa gleich vielen zweiten Strukturelementen
SB, die ein gleichseitiges unregelmäßiges Sechseck mit sechs Linienelementen LS derselben
Seitenlänge wie LZ und den Innenwinkeln von 72°, 216°, 72°, 72°, 216°, 72° haben.
2. Legespiel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es einen oder mehrere Unterbereiche basierend auf acht Ipentas aufweist, die ein
Sechseck bilden.
3. Legespiel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschnitte LS bzw. LZ der Strukturelemente der Untergruppen UA und UB durch kongruente
zentralsymmetrische nicht gerade Linien ersetzt sind.
4. Legespiel nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zentralsymmetrischen Linien sich nicht schneiden und gerundete Linien darstellen.
5. Legespiel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zentralsymmetrischen Linien Hinterschneidungen zum Verhaken der Strukturelemente
ineinander aufweisen.
6. Legespiel nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturelemente Puzzleelemente sind.
7. Legespiel nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturelemente unterschiedliche Oberflächen haben.
8. Legespiel nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Strukturelemente abgerundete Ecken aufweisen.
1. A placement game comprising a closed edge area and a placement area encompassed thereby,
which can be filled from a group of structural elements wherein these structural elements
are derived from an equilateral, irregular pentagon the angles of which are 36° ,108°,
108°, 36° and 252° (Ipenta), and wherein these groups consist either
a) of congruent structural elements SA the circumference of which comprises 5 lines
LF, which connect the corners of the Ipenta in a closed manner, and wherein the lines
LF are mutually congruent centrally symmetrical lines ZL, which do not intersect and
which do not touch except in the corner points of the Ipenta, or
b) of two subgroups of structural elements for which the corners of the Ipentas are
connected by mutually congruent lines LF, which lines comprise two sections LZ of
equal lengths which enclose an angle of 144°, namely
aa) a subgroup UA of congruent structural elements SA which form an equilateral irregular
decagon having the internal angles 288°, 144°, 72°, 144°, 144°, 144°, 144°, 144°,
72°, 144° and
bb) a further subgroup UB of approximately the same number of second structural element
SB, which form an equilateral irregular hexagon with six line elements LS of the same
length as that of the LS and having internal angles of 72°, 216°, 72°, 72°, 216°,
72°.
2. Placement game in accordance with claim 1 characterized by the fact that it forms one or more subgroups based on eight Ipentas forming a hexagon.
3. Placement game in accordance with claim 1 or 2 characterized by the fact that the sections LS or respectively LZ of the structural elements of the
subgroup UA and UB are replaced by congruent centrally symmetrical non-straight lines.
4. Placement game in accordance with one of the claims 1 to 3, characterized in that the centrally symmetrical lines do not intersect and form rounded lines.
5. Placement game in accordance with claim 3 characterized by the fact that the centrally symmetrical lines comprise back-cuts for allowing the
structural elements to hook to each other.
6. Placement game in accordance with one of the claims 1 to 5 characterized by the fact that the structural elements are puzzle elements.
7. Placement game in accordance with one of the claims 1 to 6 characterized by the fact that the structural elements have different surfaces.
8. Placement game in accordance with one of the claims 1 to 7 characterized by the fact that the structural elements have rounded corners.
1. Jeu de pose constitué d'une zone de bord fermée et d'une zone de pose qui est entourée
par celle-ci et qui peut être remplie à l'aide d'un groupe d'éléments structurels,
ces éléments structurels étant dérivés d'un pentagone équilatéral irrégulier dont
les angles sont de 36°, 108°, 108°, 36° et 252° (ipenta), ce groupe étant constitué
soit
a) d'éléments structurels congruents SA dont le périmètre est constitué de cinq lignes
LF qui relient de manière fermée les sommets de l'ipenta, les lignes LF étant des
lignes à symétrie centrale congruentes entre elles qui ne se coupent pas et, sauf
aux sommets de l'ipenta, ne se touchent pas non plus,
soit
b) de deux sous-groupes d'éléments structurels dans lesquels les sommets de l'ipenta
sont reliés par des lignes congruentes entre elles LF comportant chacune deux portions
d'égale longueur LZ qui forment un angle de 144°, à savoir
aa) un sous-groupe UA d'éléments structurels congruents SA qui forment un décagone
équilatéral irrégulier avec les angles intérieurs 288°, 144°, 72°, 144°, 144°, 144°,
144°, 144°, 72°, 144° et
bb) un sous-groupe supplémentaire UB d'environ autant de seconds éléments structurels
SB qui forment un hexagone équilatéral irrégulier avec six éléments linéaires LS de
même longueur de côté que LZ et avec des angles intérieurs de 72°, 216°, 72°, 72°,
216°, 72°.
2. Jeu de pose selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il comporte une ou plusieurs sous-zones reposant sur huit ipentas qui forment un hexagone.
3. Jeu de pose selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les portions LS, respectivement LZ des éléments structurels des sous-groupes UA et
UB sont remplacées par des lignes congruentes, à symétrie centrale, non droites.
4. Jeu de pose selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les lignes à symétrie centrale ne se coupent pas et forment des lignes arrondies.
5. Jeu de pose selon la revendication 3, caractérisé en ce que les lignes à symétrie centrale comportent des contre-dépouilles pour l'accrochage
mutuel des éléments structurels.
6. Jeu de pose selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les éléments structurels sont des éléments de puzzle.
7. Jeu de pose selon une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les éléments structurels ont des surfaces différentes.
8. Jeu de pose selon une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que les éléments structurels présentent des sommets arrondis.