[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Turbinenschaufel mit einem sich entlang einer
Schaufelachse erstreckenden, hauptsächlich in seiner Längsrichtung von einem Kühlmedium
durchströmbaren Schaufelblatt.
[0002] Gasturbinen werden in vielen Bereichen zum Antrieb von Generatoren oder von Arbeitsmaschinen
eingesetzt. Dabei wird der Energieinhalt eines Brennstoffs zur Erzeugung einer Rotationsbewegung
einer Turbinenwelle benutzt. Der Brennstoff wird dazu in einer Brennkammer verbrannt,
wobei von einem Luftverdichter verdichtete Luft zugeführt wird. Das in der Brennkammer
durch die Verbrennung des Brennstoffs erzeugte, unter hohem Druck und unter hoher
Temperatur stehende Arbeitsmedium wird dabei über eine der Brennkammer nachgeschaltete
Turbineneinheit geführt, wo es sich arbeitsleistend entspannt.
[0003] Zur Erzeugung der Rotationsbewegung der Turbinenwelle sind dabei an dieser eine Anzahl
von üblicherweise in Schaufelgruppen oder Schaufelreihen zusammengefaßten Laufschaufeln
angeordnet, die über einen Impulsübertrag aus dem Strömungsmedium die Turbinenwelle
antreiben. Zur Führung des Strömungsmediums in der Turbineneinheit sind zudem üblicherweise
zwischen benachbarten Laufschaufelreihen mit dem Turbinengehäuse verbundene Leitschaufelreihen
angeordnet. Die Turbinenschaufeln, insbesondere die Leitschaufeln, weisen dabei üblicherweise
zur geeigneten Führung des Arbeitsmediums ein entlang einer Schaufelachse erstrecktes
Schaufelblatt auf, an das endseitig zur Befestigung der Turbinenschaufel am jeweiligen
Trägerkörper eine sich quer zur Schaufelachse erstrekkende Plattform angeformt sein
kann.
[0004] Bei der Auslegung derartiger Gasturbinen ist zusätzlich zur erreichbaren Leistung
üblicherweise ein besonders hoher Wirkungsgrad ein Auslegungsziel. Eine Erhöhung des
Wirkungsgrades läßt sich dabei aus thermodynamischen Gründen grundsätzlich durch eine
Erhöhung der Austrittstemperatur erreichen, mit dem das Arbeitsmedium aus der Brennkammer
ab- und in die Turbineneinheit einströmt. Daher werden Temperaturen von etwa 1200
°C bis 1300 °C für derartige Gasturbinen angestrebt und auch erreicht.
[0005] Bei derartig hohen Temperaturen des Arbeitsmediums sind jedoch die diesem ausgesetzten
Komponenten und Bauteile hohen thermischen Belastungen ausgesetzt. Um dennoch bei
hoher Zuverlässigkeit eine vergleichsweise lange Lebensdauer der betroffenen Komponenten
zu gewährleisten, ist üblicherweise eine Kühlung der betroffenen Komponenten, insbesondere
von Lauf- und/oder Leitschaufeln der Turbineneinheit, vorgesehen. Die Turbinenschaufeln
sind daher üblicherweise kühlbar ausgebildet, wobei insbesondere eine wirksame und
zuverlässige Kühlung der in Strömungsrichtung des Arbeitsmediums gesehen ersten Schaufelreihen
sichergestellt sein soll. Zur Kühlung weist die jeweilige Turbinenschaufel dabei üblicherweise
einen in das Schaufelblatt oder das Schaufelprofil integrierten Kühlmediumkanal auf,
von dem aus ein Kühlmedium gezielt insbesondere den thermisch belasteten Zonen der
Turbinenschaufel zuleitbar ist.
[0006] Als Kühlmedium kommt dabei üblicherweise Kühlluft zum Einsatz. Diese wird der jeweiligen
Turbinenschaufel üblicherweise in der Art einer offenen Kühlung über einen integrierten
Kühlmediumkanal zugeführt. Nach dem Austritt aus der Turbinenschaufel wird die Kühlluft
dabei mit dem in der Turbineneinheit geführten Arbeitsmedium vermischt. Die Auslegungsleistung
einer derartig gekühlten Gasturbine ist jedoch begrenzt, insbesondere da im Hinblick
auf die begrenzte mechanische Belastbarkeit einzelner Komponenten der Gasturbine eine
weitere Leistungssteigerung üblicherweise nur durch eine vermehrte Brennstoffzufuhr
erreichbar ist. Diese bedingt ihrerseits einen vergleichsweise erhöhten Bedarf an
Kühlmedium zur Kühlung der Turbinenschaufeln, der seinerseits Verluste im verfügbaren
Verdichtermassenstrom bedeutet. Diese Verluste können wiederum nur in begrenztem Ausmaß
hingenommen werden. Außerdem kann es in Gasturbinen auch im Hinblick auf eine erforderliche
Sicherheit notwendig sein, eine Vermischung von aus der Turbinenschaufel abströmendem
Kühlmedium und die Turbineneinheit durchströmendem Arbeitsmedium zu verhindern.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Turbinenschaufel der oben genannten
Art anzugeben, für die mit vergleichsweise einfachen Mitteln eine zuverlässige und
wirkungsvolle geschlossene Kühlung, insbesondere unter Verwendung von Kühlluft als
Kühlmedium, ermöglicht ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem im Schaufelblatt im wesentlichen
über seine gesamte Länge ein Anströmund ein Abströmkanal für Kühlmedium geführt sind
und der Anström- und der Abströmkanal kühlmediumseitig derart miteinander verbunden
sind, daß von dem Anström- in den Abströmkanal übertretendes Kühlmedium in einer Querrtchtung
an einer zu kühlenden Innenwandung des Schaufelblattes entlang geführt ist.
[0009] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, daß eine wirkungsvolle Kühlung für
eine Turbinenschaufel insbesondere mit einer flächigen Beaufschlagung der zu kühlenden
Wandung des Schaufelblattes mit Kühlmedium zu erzielen ist. Es wurde erkannt, daß
eine solche flächige Beaufschlagung einer gezielten Zuführung des Kühlmediums zu der
Wandung und einer Führung des Kühlmediums an dieser entlang bedarf. Dieses ist erreichbar,
indem jeweils ein separater Anström- und Abströmkanal für Kühlmedium vorgesehen ist.
Ausgehend von dieser Zweiteilung des Kühlmediumkanals erfolgt die Beaufschlagung der
zu kühlenden Wandung des Schaufelblattes in der Weise, daß das Kühlmedium im Verlauf
seines Übertritts von dem Anström- in den Abströmkanal in einer Querrichtung geführt
wird.
[0010] Die Führung des Kühlmediums hauptsächlich in der Längsrichtung des Schaufelblattes
ermöglicht die Einhaltung besonders kurzer und somit verlustverminderter Strömungswege
für den Kühlmediumstrom. Diese hauptsächliche Strömungsrichtung wird nur in dem Bereich
in eine Querrichtung geändert, in dem eine solche Änderung der gezielten und effektiven
Kühlung dient. Unvermeidliche Strömungsverluste werden so auf niedrigem Niveau gehalten.
Auch eine Beaufschlagung des Schaufelblattes mit einer vergleichsweise großen Menge
an Kühlmedium ist nicht durch Einschränkungen im Strömungsweg behindert. Von besonderem
Vorteil ist, daß eine große Kühlleistung in einem vergleichsweise geringen Abschnitt
des Strömungsweges des Kühlmediums, nämlich im Verlauf seines in der Querrichtung
zum Schaufelblatt angeordneten Wegabschnitts, beim Übertritt von dem Anström- in den
Abströmkanal gezielt erbracht wird.
[0011] Der Anströmkanal kann an ausgewählten, thermisch besonders hoch belasteten Bereichen
der Turbinenschaufel zugeordneten Stellen Austrittsöffnungen für Kühlmedium zum Übertritt
in den Abströmkanal aufweisen. Von besonderem Vorteil ist es aber, wenn der Anströmkanal
in etwa gleichmäßig über seine Länge verteilt der zu kühlenden Innenwandung des Schaufelblattes
zugewandte Austrittsöffnungen für das Kühlmedium aufweist. Auf diese Weise ist besonders
einfach eine flächige Kühlung des Schaufelblattes erzielbar. Die Kühlung kann dabei
mittels einer sogenannten Prallkühlung erfolgen, wobei eine die Austrittsöffnungen
aufweisende Wand des Anströmkanals als Prallkühlwand dient, mit der auf sie auftreffendes
Kühlmedium in intensiven Kontakt tritt und anschließend über die Austrittsöffnungen
zum Übertritt in den Abströmkanal abgeleitet werden kann.
[0012] Um ein gleichmäßiges Strömen des Kühlmediums zu gewährleisten und den in der Turbinenschaufel
zur Verfügung stehenden Raum möglichst gezielt auszunutzen, nimmt der freie Querschnitt
des Anströmkanals im Schaufelblatt in dessen Längsrichtung vorzugsweise ab. Somit
wird dem Umstand Rechnung getragen, daß im Verlauf des Anströmkanals ein zunehmender
Teil des Kühlmediums den Anströmkanal bereits verlassen hat und in den Abströmkanal
übergetreten ist. Insbesondere bei einer über die Länge des Schaufelblattes gleichmäßigen,
flächigen Beaufschlagung mit Kühlmedium ist es für eine einfache Bauausführung der
Turbinenschaufel besonders vorteilhaft, wenn der freie Querschnitt des Anströmkanals
im Schaufelblatt in dessen Längsrichtung linear abnimmt. In diesem Fall kann der Anströmkanal
beispielsweise sehr einfach aus ebenen Blechplatten gebildet sein. Im Interesse eines
gleichmäßigen, freien Volumenstroms von Kühlmedium durch die Turbinenschaufel hindurch
nimmt der freie Querschnitt des Abströmkanals im Schaufelblatt in dessen Längsrichtung
entsprechend der Abnahme des freien Querschnitts des Anströmkanals zu. In dem Umfang,
in dem Kühlmedium den Anströmkanal verläßt, wird der freie Querschnitt des Anströmkanals
verkleinert und gleichzeitig in entsprechendem Maß der freie Querschnitt des Abströmkanals
für abfließendes Kühlmedium vergrößert. Dadurch kann das im Verlauf des Abströmkanals
zusätzlich in diesen übertretende Kühlmedium ohne Hindernis zügig abgeführt werden.
[0013] Ein sehr einfacher Aufbau von Anström- und/oder Abströmkanal beispielsweise aus ebenen
Platten ergibt sich, wenn der Anströmkanal und/oder der Abströmkanal parallel zur
Längsrichtung des Schaufelblattes und senkrecht zu der zu kühlenden Innenwandung des
Schaufelblattes gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung einen dreieckigen Querschnitt
aufweist.
[0014] Da üblicherweise nicht alle Wandungen des Schaufelblattes der Turbinenschaufel gleichen
thermischen Belastungen ausgesetzt sind, kann es hinreichend sein, nur einen Anströmkanal
zur Kühlung einer thermisch besonders stark beanspruchten Wandung in der Turbinenschaufel
vorzusehen. Insbesondere jedoch wenn sowohl die Druck- als auch die Saugseite der
Turbinenschaufel gekühlt werden muß, ist es von Vorteil, einen zweiten Anströmkanal
für Kühlmedium zur Kühlung einer weiteren Innenwandung des Schaufelblattes vorzusehen,
der bezogen auf die Schaufelachse symmetrisch zu dem ersten Anströmkanal angeordnet
ist. Da dabei die zu kühlenden Innenwandungen gegenüberliegend angeordnet sind, münden
der erste und der zweite Anströmkanal vorzugsweise in einen gemeinsamen Abströmkanal
für Kühlmedium. Der Abströmkanal kann beispielsweise günstig in einem zentralen Bereich
des Schaufelblattes verlaufen.
[0015] Das Entlangführen des Kühlmediums an der zu kühlenden Innewandung des Schaufelblattes
in dessen Querrichtung erfolgt noch zielgerichteter und die Kühlwirkung verstärkend,
wenn gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung die oder - bei mehreren zu kühlenden
Innenwandungen - jede zu kühlende Innenwandung des Schaufelblattes jeweils mit das
Kühlmedium leitenden, quer zur Schaufelachse angeordneten Rippen versehen ist. Diese
Rippen haben außerdem einen zusätzlichen Kühlrippeneffekt zur Folge und verbessern
somit die Kühlung weiter.
[0016] Vorzugsweise ist der Anströmkanal an seinem einer Eintrittsfläche für Kühlmedium
abgewandten Ende und/oder der Abströmkanal an seinem einer Austrittsfläche für Kühlmedium
abgewandten Anfang verschlossen, wodurch ein einfacher Aufbau und eine störungsfreie
An- und Abführung des Kühlmediums zu der und von der Turbinenschaufel ermöglicht wird.
[0017] Beispielsweise bei eine sich quer zu der Schaufelachse erstreckende Plattform - insbesondere
zum Anschluß der Turbinenschaufeln an ein Turbinengehäuse - aufweisenden Turbinenschaufeln,
bei denen aufgrund hoher thermischer Beanspruchung auch eine Kühlung der Plattform
gewünscht ist, kann es jedoch günstig sein, von dem vorbeschriebenen Bauprinzip abzuweichen:
Von Vorteil ist eine Turbinenschaufel, bei der an das Schaufelblatt an dessen Kühlmediumabströmseite
eine sich quer zur Schaufelachse erstreckende Plattform angeformt ist, wenn die Plattform
eine an den Anströmkanal angeschlossene, mit Kühlmedium beaufschlagbare Kühlkammer
aufweist. Auf diese Weise wird der Anströmkanal, der Kühlmedium der zu kühlenden Innenwandung
des Schaufelblattes zuführt, die Bauform der Turbinenschaufel erheblich vereinfachend
gleichzeitig als Zuführkanal von Kühlmedium zu der Kühlkammer der Plattform verwendet.
- Von ebensolchem Vorteil ist eine Turbinenschaufel, bei der an das Schaufelblatt
an dessen Kühlmediumanströmseite eine sich quer zur Schaufelachse erstreckende Plattform
angeformt ist, die eine an den Abströmkanal angeschlossene, mit Kühlmedium beaufschlagbare
Kühlkammer aufweist. Dabei kann das zur Kühlung der Plattform herangezogene Kühlmedium
unmittelbar aus dem Schaufelblatt abgeführt werden, ohne daß aufwendige Rückströmkanäle
vorgesehen werden müßten oder daß die Gefahr der Vermischung mit Kühlmedium bestehen
könnte, das zur Kühlung der Innenwandung des Schaufelblattes vorgesehen ist. Die wirkungsvolle
Kühlung des Schaufelblattes ist somit nicht gefährdet.
[0018] Für einen besonders geringen Aufwand bei der Herstellung der Turbinenschaufel ist
die oder jede Kühlkammer vorteilhafterweise in die jeweilige Plattform eingegossen
und nach außen über ein Abdeckblech abgeschlossen. Somit kann die Kühlkammer direkt
beim Gießen der Turbinenschaufel mithergestellt werden, so daß eine Nachbearbeitung
des Gußkörpers nicht erforderlich ist. Zum zuverlässigen Abschluß der jeweiligen Kühlkammer
nach außen ist dabei lediglich die Anbringung des jeweiligen Abdeckblechs erforderlich.
[0019] Eine besonders zuverlässige Kühlung der jeweiligen Strukturteile mit Kühlmedium ist
mittels einer Prallkühlung erreichbar. Dazu ist die oder jede Kühlkammer vorteilhaft
in einem Bodenbereich mit einem beabstandet zum Kammerboden angeordneten Prallkühlblech
versehen. Das Prallkühlblech ist dabei im wesentlichen als gelochtes Blech ausgebildet,
wobei auf das Prallkühlblech auftreffendes Kühlmedium mit diesem in besonders intensiven
Kontakt tritt und anschließend über die Lochung abgeleitet werden kann. Für eine zuverlässige
Kühlmediumableitung ist dabei in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ein durch den
Kammerboden und das Prallkühlblech begrenzter Abströmraum der Kühlkammer an den Abströmkanal
angeschlossen. Entsprechend ist für eine zuverlässige Zuleitung von Kühlmedium zu
der Kühlkammer gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung ein durch das Abdeckblech
und das Prallkühlblech begrenzter Anströmraum der Kühlkammer an den Anströmkanal angeschlossen.
[0020] Die Turbinenschaufel ist vorzugsweise als Leitschaufel für eine Gasturbine, insbesondere
für eine stationäre Gasturbine, ausgebildet.
[0021] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß durch das
Vorsehen eines Anström- und eines Abströmkanals in der Turbinenschaufel das Kühlmedium
beim Übertritt von dem Anström- in den Abströmkanal in einer Querrichtung innen an
dem Schaufelblatt entlang geführt wird, wodurch eine flächige Beaufschlagung des Schaufelblattes
ermöglicht ist und sich eine besonders effektive Kühlung ergibt. Die Turbinenschaufel
ist dabei mit vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar, wobei insbesondere von
Bedeutung ist, daß An- und Abströmkanal als einfache Einsätze, die in dem Schaufelblatt
montierbar sind, ausgebildet sein können. Zudem ist auf vergleichsweise einfache Weise
eine Einbeziehung von Konzepten einer geschlossenen Kühlung mit Luft als Kühlmedium
ermöglicht.
[0022] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
Darin zeigen:
- Figur 1
- eine Turbinenschaufel in einem Teil-Längsschnitt,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Turbinenschaufel nach Figur 1,
- Figur 3
- eine andere Turbinenschaufel in teilgeschnittener perspektivischer Ansicht und
- Figur 4
- eine weitere Turbinenschaufel in einem Längsschnitt.
[0023] Gleiche Teile sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0024] Die Turbinenschaufel 1 gemäß Figur 1 weist ein Schaufelblatt 2 auf, das sich entlang
einer Schaufelachse 4 erstreckt. Das Schaufelblatt 2 ist dabei zur geeigneten Beeinflussung
eines in einer zugeordneten Turbineneinheit strömenden Arbeitsmediums gewölbt und/oder
gekrümmt.
[0025] Die Turbinenschaufel 1 ist als Leitschaufel für eine hier nicht weiter dargestellte
Gasturbine und in der Art einer geschlossenen Kühlung als mit Kühlluft als Kühlmedium
kühlbare Turbinenschaufel ausgebildet. Dazu ist das Schaufelblatt 2 hauptsächlich
in seiner Längsrichtung L von Kühlmedium K durchströmbar, wobei das Kühlmedium K von
einer Kühlmediumanströmseite AS her in das Schaufelblatt 2 eintritt und an einer Kühlmediumabströmseite
BS aus diesem wieder hinaustritt.
[0026] In dem Schaufelblatt 2 sind im wesentlichen über dessen gesamte Länge 1 ein Anströmkanal
6, in den Kühlmedium K von der Kühlmediumanströmseite AS her eintreten kann, und ein
Abströmkanal 8 für Kühlmedium K geführt. Über den Abströmkanal 8 kann das Kühlmedium
das Schaufelblatt 2 an der Kühlmediumabströmseite BS wieder verlassen. Der Anströmkanal
6 wird einerseits durch eine ebene, geschlossene Wand 10, die diagonal in dem Schaufelblatt
2 verläuft, und andererseits durch eine ebene, Austrittsöffnungen 12 für Kühlmedium
K aufweisende Wand 14 begrenzt; die geschlossene Wand 10 und die Austrittsöffnungen
12 aufweisende Wand 14 können von Blechplatten gebildet werden. Die die Austrittsöffnungen
12, die in etwa gleichmäßig über die Länge 1 des Anströmkanals 6 verteilt sind, aufweisende
Wand 14 ist parallel zu einer zu kühlenden Innenwandung 16 des Schaufelblattes 2 angeordnet,
so daß zwischen dieser Innenwandung 16 und vorgenannter Wand 14 des Anströmkanals
6 ein Überströmkanal 18 ausgebildet ist.
[0027] In dem Überströmkanal 18 wird von dem Anströmkanal 6 in den Abströmkanal 8 übertretendes
Kühlmedium K in einer Querrichtung Q des Schaufelblattes 2 an der zu kühlenden Innenwandung
16 des Schaufelblattes 2 entlang geführt. An dieser Innenwandung 16 sind in Querrichtung
Q des Schaufelblattes 2 verlaufende Rippen 20 angeordnet, die die Strömungsrichtung
des übertretenden Kühlmediums K mitbestimmen und außerdem zusätzlich als Kühlrippen
für das Schaufelblatt 2 dienen.
[0028] Nachdem das Kühlmedium an der Innenwandung 16 des Schaufelblattes 2 diese kühlend
entlang geströmt ist, tritt es in den Abströmkanal 8 ein. Der Abströmkanal 8 wird
einerseits begrenzt von der ebenen, geschlossenen Wand 10, die diagonal in dem Schaufelblatt
2 verläuft und den Anströmkanal 6 von dem Abströmkanal 8 trennt, und andererseits
von einer Innenwandung 22 des Schaufelblattes 2, die der zu kühlenden Innenwandung
16 gegenüberliegt.
[0029] Die Anordnung ist derart gewählt, daß der freie Querschnitt 40 des Anströmkanals
6 im Schaufelblatt 2 in dessen Längsrichtung L linear abnimmt. Gleichzeitig nimmt
mit dem Maß dieser Abnahme der freie Querschnitt 52 des Abströmkanals 8 im Schaufelblatt
2 in dessen Längsrichtung L zu. Außerdem weisen sowohl der Anström- 6 als auch der
Abströmkanal 8 parallel zur Längsrichtung L des Schaufelblattes 2 und senkrecht zu
der zu kühlenden Innenwandung 16 einen dreieckigen Querschnitt auf.
[0030] Insbesondere das Überströmen des Kühlmediums K von dem Anströmkanal 6 in den Abströmkanal
8 verdeutlicht Figur 2, die einen Querschnitt entlang Linie II - II durch die Turbinenschaufel
1 nach Figur 1 darstellt. Neben der der zu kühlenden Innenwandung 16 des Schaufelblattes
2 zugewandten, die Austrittsöffnungen 12 aufweisenden Wand 14 und der dieser gegenüberliegenden,
geschlossenen Wand 10 weist der Anströmkanal 6 zwei die letztgenannten Wände 10, 14
verbindende, weitere Wände 24, 26 auf, so daß der Anströmkanal 6 mit Ausnahme einer
Eintrittsfläche und der Austrittsöffnungen 12 geschlossen ist. Dabei können auch die
weiteren Wände 24, 26 jeweils von einer Blechplatte gebildet werden.
[0031] In Längsrichtung L des Schaufelblattes 2 in dem Anströmkanal 6 anströmendes Kühlmedium
K verläßt diesen Kanal über die Austrittsöffnungen 12 und stößt daraufhin auf die
Innenwandung 16 des Schaufelblattes 2. Damit ergibt sich ein Prallkühleffekt, der
dadurch weiter verstärkt wird, daß das Kühlmedium K - zusätzlich geleitet durch Rippen
20 - an der Innenwandung 16 des Schaufelblattes 2 in dessen Querrichtung Q entlang
geführt wird und dabei durch Überströmkanäle 18, 28, 30 in den Abströmkanal 8 gelangt;
dabei fließt das Kühlmedium K um zumindest einen Teil des Anströmkanals 6 herum und
gelangt dann in den Abströmkanal 8, durch den es wiederum in Längsrichtung des Schaufelblattes
2 abfließt. Aufgrund der an der Innenwandung 16 des Schaufelblattes 2 angeordneten
Rippen 20 ergibt sich ein die Kühlwirkung verstärkender Kühlrippeneffekt.
[0032] Eine andere Turbinenschaufel 1 mit einem Schaufelblatt 2 zeigt in teilgeschnittener,
perspektivischer Ansicht Figur 3. Das Schaufelblatt 2 weist hier einen ersten und
einen zweiten Anströmkanal 6, 32 für Kühlmedium K auf, wobei die Anströmkanäle 6,
32 bezogen auf die Schaufelachse 4 symmetrisch zueinander angeordnet sind und das
Schaufelblatt 2 in seiner Längsrichtung L über eine Länge 1 durchziehen. Kühlmedium
K tritt an der Kühlmediumanströmseite AS des Schaufelblattes 2 in die Anströmkanäle
6, 32 ein, durchströmt das Schaufelblatt 2 in seiner Längsrichtung L in beiden Anströmkanälen
6, 32 und verläßt diese über Austrittsöffnungen 12, die in Figur 3 der Übersichtlichkeit
halber nur in dem ersten Anströmkanal 6 dargestellt sind. Daraufhin fließt das Kühlmedium
K in einer senkrecht zu der Längsrichtung L des Schaufelblattes 2 verlaufenden Querrichtung
Q jeweils an einer zu kühlenden Innenwandung 16, 36 des Schaufelblattes 2 entlang.
Diese Innenwandungen 16, 36 sind den Austrittsöffnungen 12 der Anströmkanäle 6, 32
gegenüberliegend angeordnet und mit - in Figur 3 der Übersichtlichkeit halber nur
an der ersten zu kühlenden Innenwandung 16 gezeigten - Rippen 20 zur Führung des Kühlmediums
K versehen. Das Entlangströmen an den zu kühlenden Innenwandungen 16, 36 erfolgt während
eines Übertritts des Kühlmediums K von den Anströmkanälen 6, 32 in einen gemeinsamen
Abströmkanal 8 für Kühlmedium K, der mittig zwischen den Anströmkanälen 6, 32 angeordnet
ist. Über den Abströmkanal 8 wird das Kühlmedium K in Längsrichtung L des Schaufelblattes
2 dessen Kühlmediumabströmseite BS zugeführt.
[0033] An der Kühlmediumanströmseite AS des Schaufelblattes weisen die Anströmkanäle 6,
32 jeweils einen eine Eintrittsfläche 34, 38 bildenden freien Querschnitt gleicher
Größe auf. Dieser freie Querschnitt der Anströmkanäle 6, 32 nimmt im Schaufelblatt
2 in dessen Längsrichtung L linear ab, so daß bei halber Länge 1/2 der freie Querschnitt
40, 42 jeweils ebenfalls halbiert ist, wenn die Anströmkanäle 6, 32 an ihrem der Eintrittsfläche
34, 38 für Kühlmedium K abgewandten Ende 44, 46 keinen freien Querschnitt aufweisen.
Das bedeutet gleichzeitig, daß die Anströmkanäle an jeweils diesem Ende 44, 46 verschlossen
sind.
[0034] Hingegen ist der Abströmkanal 8 an seinem einer von einem freien Querschnitt gebildeten
Austrittsfläche 48 für Kühlmedium K abgewandten Anfang 50 verschlossen und weist dort
keinen freien Querschnitt auf. Der freie Querschnitt des Abströmkanals 8 im Schaufelblatt
2 nimmt in dessen Längsrichtung L entsprechend der Abnahme des freien Querschnitts
des Anströmkanäle 6, 32 zu. Daher weist der freie Querschnitt 52 des Abströmkanals
8 bei halber Länge 1/2 des Schaufelblattes 2 eine Fläche auf, die der Summe der freien
Querschnitte 40, 42 der Anströmkanäle 6, 32 an dieser Stelle entspricht. Damit ist
ein freies Abströmen des Kühlmediums K gewährleistet.
[0035] Neben einer in Längsrichtung L verlaufenden Ausnehmung 54, in der die Anströmkanäle
6, 32 und der Abströmkanal 8 angeordnet sind, weist das Schaufelblatt 2 weitere in
Längsrichtung L verlaufende Ausnehmungen 56, 58, 60 auf. Die letztgenannten Ausnehmungen
56, 58, 60, die in Figur 3 als Hohlräume gezeigt sind, können ebenfalls mit entsprechenden
An- und Abströmkanälen für Kühlmedium versehen sein und zur Kühlung der Turbinenschaufel
1 herangezogen werden.
[0036] Eine weitere Turbinenschaufel 1, die insbesondere eine Leitschaufel für eine Gasturbine
sein kann, mit einem zwei bezüglich einer Schaufelachse 4 symmetrisch angeordnete
Anströmkanäle 6, 32 für Kühlmedium K aufweisenden Schaufelblatt 2 zeigt Figur 4 in
einem Längsschnitt. An das Schaufelblatt 2 ist an einer Kühlmediumanströmseite AS
eine sich quer zu der Schaufelachse 4 erstreckende erste Plattform 62 angeformt, die
eine Kopfplatte bildet. An einer Kühlmediumabströmseite BS ist eine sich quer zu der
Schaufelachse 4 erstreckende, eine Fußplatte bildende zweite Plattform 64 angeformt.
Kühlmedium K tritt an der Kühlmediumanströmseite AS in die erste Plattform 62 und
in einen von einem Abdeckblech 66 abgeschirmten zentralen, mit den Anströmkanälen
6, 32 verbundenen Bereich des Schaufelblattes 2 ein. Eine Kühlkammer 68 der ersten
Plattform 62 ist dabei an den Abströmkanal 8 angeschlossen, so daß bereits zur Kühlung
der ersten Plattform 62 herangezogenes Kühlmedium K durch den Abströmkanal 8 unmittelbar
aus dem Schaufelblatt 2 herausgeführt werden kann.
[0037] Das den Anströmkanälen 6, 32 zugeführte Kühlmedium K verläßt diese Anströmkanäle
6, 32 entweder durch Austrittsöffnungen 12, 70 in zu kühlenden Innenwandungen 16,
36 des Schaufelblattes 2 zugewandten Wänden 14, 72 oder durch an der jeweiligen Eintrittsfläche
für Kühlmedium K abgewandten Enden der Anströmkanäle 6, 32 vorgesehene Übergänge 74,
76 zu einer Kühlkammer 78 der zweiten Plattform 64. Das Kühlmedium K, das durch die
Austrittsöffnungen 12, 70 hindurchtritt, wird in einer Querrichtung Q an den zu kühlenden,
Rippen 20, 80 aufweisenden Innenwandungen 16, 36 des Schaufelblattes 2 entlang geführt,
tritt dann in den Abströmkanal 8 ein und verläßt über diesen das Schaufelblatt 2 an
dessen Kühlmediumabströmseite BS.
[0038] Die Kühlkammern 68, 78 der Plattformen 62, 64 sind in diese eingegossen und nach
außen hin jeweils über ein Abdeckblech 82, 84 abgeschlossen. Außerdem sind die Kühlkammern
68, 78 jeweils in ihrem Bodenbereich mit einem beabstandet zum Kammerboden 86, 88
angeordneten Prallkühlblech 90, 92 versehen. In der Kühlkammer 68 der ersten Plattform
62 ist ein Abströmraum 94 vorhanden, der durch den Kammerboden 86 und das Prallkühlblech
90 begrenzt wird und an den Abströmkanal 8 angeschlossen ist. Hingegen weist die Kühlkammer
78 der zweiten Plattform 64 einen Anströmraum 96 auf, der durch das Abdeckblech 84
und das Prallkühlblech 92 begrenzt wird und an die Anströmkanäle 6, 32 angeschlossen
ist. Auf diese Weise kann der Anströmraum 96 von den Anströmkanälen 6, 32 bespeist
werden, die durch Wände 10, 98 von dem Abströmkanal 8 getrennt sind.
1. Turbinenschaufel (1) mit einem sich entlang einer Schaufelachse (4) erstreckenden,
hauptsächlich in seiner Längsrichtung (L) von einem Kühlmedium (K) durchströmbaren
Schaufelblatt (2), wobei im Schaufelblatt (2) im wesentlichen über seine gesamte Länge
(1) ein Anström- (6) und ein Abströmkanal (8) für Kühlmedium (K) geführt sind und
der Anström- (6) und der Abströmkanal (8) kühlmediumseitig derart miteinander verbunden
sind, daß von dem Anström- (6) in den Abströmkanal (8) übertretendes Kühlmedium (K)
in einer Querrichtung (Q) an einer zu kühlenden Innenwandung (16) des Schaufelblattes
(2) entlang geführt ist.
2. Turbinenschaufel nach Anspruch 1, bei der der Anströmkanal (6) in etwa gleichmäßig
über seine Länge verteilt der zu kühlenden Innenwandung (16) des Schaufelblattes (2)
zugewandte Austrittsöffnungen (12) für das Kühlmedium (K) aufweist.
3. Turbinenschaufel nach Anspruch 1 oder 2, bei der der freie Querschnitt (40) des Anströmkanals
(6) im Schaufelblatt (2) in dessen Längsrichtung (L) abnimmt.
4. Turbinenschaufel nach Anspruch 3, bei der der freie Querschnitt (40) des Anströmkanals
(6) im Schaufelblatt (2) in dessen Längsrichtung (L) linear abnimmt.
5. Turbinenschaufel nach Anspruch 3 oder 4, bei der der freie Querschnitt (52) des Abströmkanals
(8) im Schaufelblatt (2) in dessen Längsrichtung (L) entsprechend der Abnahme des
freien Querschnitts (40) des Anströmkanals (6) zunimmt.
6. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der Anströmkanal
(6) und/oder der Abströmkanal (8) parallel zur Längsrichtung (L) des Schaufelblattes
(2) und senkrecht zu der zu kühlenden Innenwandung (16) des Schaufelblattes (2) einen
dreieckigen Querschnitt aufweist.
7. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der bezogen auf die
Schaufelachse (4) symmetrisch zu dem ersten Anströmkanal (6) ein zweiter Anströmkanal
(32) für Kühlmedium (K) zur Kühlung einer weiteren Innenwandung (36) des Schaufelblattes
(2) angeordnet ist.
8. Turbinenschaufel nach Anspruch 7, bei der der erste und der zweite Anströmkanal (6,
32) in einen gemeinsamen Abströmkanal (8) für Kühlmedium (K) münden.
9. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die oder jede zu
kühlende Innenwandung (16, 36) des Schaufelblattes (2) jeweils mit das Kühlmedium
(K) leitenden, quer zur Schaufelachse (4) angeordneten Rippen (20, 80) versehen ist.
10. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der der Anströmkanal
(6, 32) an seinem einer Eintrittsfläche (34, 38) für Kühlmedium (K) abgewandten Ende
(44, 46) und/oder der Abströmkanal (8) an seinem einer Austrittsfläche (48) für Kühlmedium
(K) abgewandten Anfang (50) verschlossen ist.
11. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der an das Schaufelblatt
(2) an dessen Kühlmediumabströmseite (BS) eine sich quer zur Schaufelachse (4) erstreckende
Plattform (64) angeformt ist, die eine an den Anströmkanal (6, 32) angeschlossene,
mit Kühlmedium (K) beaufschlagbare Kühlkammer (78) aufweist.
12. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der an das Schaufelblatt
(2) an dessen Kühlmediumanströmseite (AS) eine sich quer zur Schaufelachse (4) erstreckende
Plattform (62) angeformt ist, die eine an den Abströmkanal (8) angeschlossene, mit
Kühlmedium (K) beaufschlagbare Kühlkammer (68) aufweist.
13. Turbinenschaufel nach Anspruch 11 oder 12, bei der die oder jede Kühlkammer (68, 78)
in die jeweilige Plattform (62, 64) eingegossen und nach außen über ein Abdeckblech
(82, 84) abgeschlossen ist.
14. Turbinenschaufel nach einem der Ansprüche 11 bis 13, bei der die oder jede Kühlkammer
(68, 78) in einem Bodenbereich mit einem beabstandet zum Kammerboden (86, 88) angeordneten
Prallkühlblech (90, 92) versehen ist.
15. Turbinenschaufel nach Anspruch 14, bei der ein durch den Kammerboden (86) und das
Prallkühlblech (90) begrenzter Abströmraum (94) der Kühlkammer (68) an den Abströmkanal
(8) angeschlossen ist.
16. Turbinenschaufel nach Anspruch 14, bei der ein durch das Abdeckblech (84) und das
Prallkühlblech (92) begrenzter Anströmraum (96) der Kühlkammer (78) an den Anströmkanal
(6, 32) angeschlossen ist.
17. Turbinenschaufel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die als Leitschaufel für
eine Gasturbine ausgebildet ist.