Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft zunächst eine Radialkolbenpumpe zur Kraftstoffhochdruckerzeugung
bei Kraftstoffsystemen von Brennkraftmaschinen, insbesondere bei einem Common-Rail-Einspritzsystem,
mit einem Gehäuse mit mindestens einem Zylinder, mit einer Antriebswelle, die in dem
Gehäuse gelagert ist und mindestens einen Exzenterabschnitt aufweist, mit einem Hubring,
welcher um den Exzenterabschnitt herum angeordnet ist und mit mindestens einem Kolben,
welcher in dem Zylinder aufgenommen ist und sich am Hubring abstützt.
[0002] Eine solche Radialkolbenpumpe ist aus der DE 198 58 862 A1 bekannt. Bei ihr sind
drei Zylinder sternförmig um einen Exzenterabschnitt einer mittig angeordneten Antriebswelle
angeordnet. Auf den Exzenterabschitt ist ein Hubring aufgesetzt, der mit den radial
inneren Enden der in den Zylindern aufgenommenen Kolben verbunden ist. Der Hubring
selbst rotiert also nicht, sondern bewegt sich in seiner Ebene längs einer Kreisbahn.
Auf diese Weise werden in den Zylindern aufgenommenen Kolben abwechselnd in eine Hin-
und Herbewegung versetzt.
[0003] Eine solche Radialkolbenpumpe wird als Hochdruck-Kraftstoffpumpe in einem Kraftstoffsystem
eingesetzt. Ihr wird Kraftstoff von einer Vorförderpumpe zugeführt und sie fördert
den Kraftstoff weiter in eine Kraftstoff-Sammelleitung, gemeinhin auch als "Rail"
bezeichnet. Von dort gelangt der Kraftstoff über Injektoren in Brennräume der Brennkraftmaschine.
[0004] In bestimmten Betriebssituationen kann es erforderlich sein, die von der Hochdruck-Kraftstoffpumpe
zur Kraftstoff-Sammelleitung geförderte Kraftstoffmenge zu variieren. Hierzu sind
üblicherweise Druck- und/oder Mengensteuerventile vorgesehen. Deren Betrieb führt
im Niederdruckbereich zu Druckstößen, was den Einbau von Druckdämpfern erforderlich
macht. Ferner ist an der Kraftstoff-Sammelleitung ein Überdruckventil vorhanden, durch
welches von der Hochdruck-Kraftstoffpumpe zu viel geförderter Kraftstoff aus der Kraftstoff-Sammelleitung
abgeführt werden kann.
[0005] Die vorliegende Erfindung hat die Aufgabe, eine Radialkolbenpumpe der eingangs genannten
Art zu weiterzubilden, dass das Kraftstoffsystem, in dem sie eingesetzt wird, einfacher
und kostengünstiger hergestellt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Radialkolbenpumpe der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass zwischen Exzenterabschnitt und Hubring ein Verstellring angeordnet ist,
dessen Innenöffnung gegenüber der Außenkontur exzentrisch ist und welcher um die Mittelachse
der Innenöffnung in eine gewünschte Winkelposition gegenüber dem Exzenterabschnitt
verdreht werden kann.
Vorteile der Erfindung
[0007] Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Radialkolbenpumpe besteht darin, dass
bei ihr zur Steuerung der geförderten Kraftstoffmenge keine Druck- und/oder Mengensteuerventile
mehr erforderlich sind. Statt dessen erfolgt die Mengensteuerung durch eine Verstellung
des Hubs des bzw. der Kolben der Radialkolbenpumpe. Die erfindungsgemäße Radialkolbenpumpe
baut somit einfacher.
[0008] Ferner ist dann, wenn von der Radialkolbenpumpe nur eine geringe Kraftstoffmenge
gefördert werden soll, auch nur ein entsprechend geringes Antriebsmoment an der Antriebswelle
erforderlich. Da durch die bisher vorhandenen Mengensteuerventile erhebliche Druckstöße
in den Niederdruckbereich des Kraftstoffsystems eingeleitet wurden, war bisher im
Niederdruckbereich des Kraftstoffsystems mindestens ein Druckdämpfer erforderlich.
Auch dieser kann beim Einsatz der erfindungsgemäßen Radialkolbenpumpe entfallen.
[0009] Da die von der Radialkolbenpumpe geförderte Kraftstoffmenge sehr exakt eingestellt
werden kann, können das an der Kraftstoff-Sammelleitung vorhandene Überdruckventil
und die entsprechende Rücklaufleitung kleiner ausfallen, oder es kann ggf. sogar vollständig
auf ein solches Überdruckventil verzichtet werden. Auch eine bspw. zum Kraftstoffbehälter
zurückführende Leckageleitung ist beim Einsatz der erfindungsgemäßen Radialkolbenpumpe
nicht mehr erforderlich. Durch die erfindungsgemäße Radialkolbenpumpe werden somit
Kosten beim Bau eines Kraftstoffsystems gespart und das Kraftstoffsystem baut insgesamt
einfacher, da es weniger Komponenten umfasst.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.
[0011] In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Radialkolbenpumpe
wird vorgeschlagen, dass sie eine Verstellwelle umfasst, welche über eine Verzahnung
mit dem Verstellring zusammenarbeitet. Eine derartige Verstellwelle ist platzsparend
in der Radialkolbenpumpe unterzubringen und ermöglicht eine zuverlässige und präzise
Verstellung des Verstellrings.
[0012] Dabei wird besonders bevorzugt, wenn die Verstellwelle koaxial zur Drehachse der
Antriebswelle angeordnet und an einer Stirnseite des Exzenterabschnitts der Antriebswelle,
exzentrisch zur Drehachse der Antriebswelle, ein Zahnrad gelagert ist, welches einerseits
mit einer Außenverzahnung auf der Verstellwelle und andererseits mit einer Innenverzahnung
am Verstellring zusammenarbeitet. Auf diese Weise wird eine Verstelleinrichtung für
den Verstellring geschaffen, welche zum einen klein baut und zum anderen aufgrund
des zwischen der Verstellwelle und dem Verstellring angeordneten Zahnrads eine günstige
Übersetzung, ggf. auch eine Selbsthemmung zwischen Verstellring und Verstellwelle
ermöglicht.
[0013] Besonders bevorzugt ist jene Ausführungsform, bei welcher die Exzentrizität der Innenöffnung
des Verstellrings und die Exzentrizität des Exzenterabschnitts der Antriebswelle im
Wesentlichen gleich sind. Diese geometrische Ausbildung gestattet es, durch eine entsprechende
Verstellung des Verstellrings eine Nullförderung der Radialkolbenpumpe zu realisieren,
da die Exzentrizität des Exzenterabschnitts der Antriebswelle in einer bestimmten
Winkelstellung des Verstellrings durch die Exzentrizität der Innenöffnung des Verstellrings
kompensiert wird. Auch bei drehender Antriebswelle stehen die Kolben der Radialkolbenpumpe
in diesem Falle im Wesentlichen still.
[0014] Dabei wird wiederum besonders bevorzugt, wenn am Verstellring ein Anschlag vorhanden
ist, welcher eine solche Winkelposition des Verstellrings gegenüber der Antriebswelle
definiert, in der der Hubring wenigstens ungefähr koaxial zur Drehachse der Antriebswelle
ist. In dieser Winkelposition des Verstellrings, die durch den Anschlag definiert
wird, arbeitet die Radialkolbenpumpe mit Nullförderung. Durch den Anschlag wird dieser
Betriebspunkt der Radialkolbenpumpe auf einfache Art und Weise definiert.
[0015] Der Anschlag kann dadurch gebildet werden, dass sich die Innenverzahnung am Verstellring
in Umfangsrichtung in einem Bereich von ungefähr 185° bis 195°, vorzugsweise über
einen Bereich von ungefähr 190°, erstreckt, und die Innenverzahnung gegenüber einer
Achse, welche in der Ebene des Verstellrings liegt, durch den Mittelpunkt der Innenöffnung
des Verstellrings geht und orthogonal zur Symmetrieachse des Verstellrings ist, symmetrisch
ist. Der Anschlag wird also nur durch die Anordnung und Ausbildung der Innenverzahnung
am Verstellring gebildet, so dass auf ein zusätzliches Anschlagelement verzichtet
werden kann.
[0016] Bevorzugt ist eine elektrische Verstellvorrichtung vorgesehen, welche auf die Verstellwelle
arbeitet. Eine solche Vorrichtung kann einfach angesteuert werden. Die elektrische
Verstellvorrichtung kann einen Elektromotor, vorzugsweise einen Schrittmotor, umfassen.
Die entsprechenden Zuleitungen sind platzsparend möglich. Eine elektrische Verstellvorrichtung,
insbesondere ein Schrittmotor, arbeiten darüber hinaus sehr präzise und bauen relativ
klein. Grundsätzlich denkbar ist aber auch die Verwendung eines elektromagnetischen
oder eines hydraulischen Aktors.
[0017] Bei der Verwendung eines Elektromotors zur Verstellung der Verstellwelle wird vorgeschlagen,
dass der Stator des Elektromotors mit der Antriebswelle und der Rotor des Elektromotors
mit der Verstellwelle drehfest verbunden sind. Im Normalfall, wenn gerade kein Verstellvorgang
abläuft, drehen sich die Antriebswelle, die Verstellwelle und entsprechend der Stator
und der Rotor des Elektromotors synchron. Nur wenn eine Verstellung des Verstellrings
erforderlich ist, kann durch die erfindungsgemäße Anordnung auf einfache Art und Weise
eine Drehzahldifferenz zwischen der Antriebswelle und der Verstellwelle erzeugt werden,
welche zur Verstellung des Verstellrings führt.
[0018] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine,
bei dem der Kraftstoff mindestens auch von einer Radialkolbenpumpe gefördert wird,
mit einem Gehäuse mit mindestens einem Zylinder, einer Antriebswelle, die in dem Gehäuse
gelagert ist und mindestens einen Exzenterabschnitt aufweist, mit einem Hubring, welcher
um den Exzenterabschnitt herum angeordnet ist und mit mindestens einem Kolben, welcher
in dem Zylinder aufgenommen ist und sich am Hubring abstützt.
[0019] Um den Aufbau der Brennkraftmaschine zu vereinfachen, wird vorgeschlagen, dass die
Exzentrizität des Hubrings gegenüber der Drehachse der Antriebswelle in Abhängigkeit
von mindestens einem Betriebsparameter der Brennkraftmaschine verstellt wird.
[0020] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kann die von der Radialkolbenpumpe geförderte
Kraftstoffmenge also sehr rasch an einen geänderten Betriebszustand der Brennkraftmaschine
angepaßt werden. Hierdurch wird ermöglicht, dass im wesentlichen nur jene Kraftstoffmenge
zur Kraftstoff-Sammelleitung gefördert wird, welche von den Injektoren schließlich
in die Brennräume weitergeleitet wird. Die sonst übliche Rückführung überschüssigen
Kraftstoffs aus der Kraftstoff-Sammelleitung kann somit entfallen oder die hierzu
notwendigen Komponenten können zumindest kleiner ausfallen.
[0021] In vorteilhafter Weiterbildung hierzu wird vorgeschlagen, dass vor dem Starten der
Brennkraftmaschine der Verstellring gegen einen mechanischen Anschlag verstellt wird,
welcher eine solche Winkelposition des Verstellrings gegenüber der Antriebswelle definiert,
in der der Hubring wenigstens ungefähr koaxial zur Drehachse der Antriebswelle ist,
und dass in dieser Position ein'Abgleich einer Steuerelektronik durchgeführt wird.
Diese Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens hat den Vorteil, dass vor jedem
Starten der Brennkraftmaschine die Steuerelektronik auf die durch den mechanischen
Anschlag präzise vorgegebene Nullstellung des Verstellrings justiert werden kann.
Dies erhöht die Präzision bei der Verstellung des Verstellrings und somit die Präzision
bei der Einstellung der von der Radialkolbenpumpe geförderten Kraftstoffmenge.
[0022] Wesentliche Parameter für die von der Radialkolbenpumpe zu fördernde Kraftstoffmenge
sind das gewünschte Drehmoment und die augenblickliche Drehzahl der Brennkraftmaschine.
Dem wird bei jener Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens Rechnung getragen,
bei dem aus einem gewünschten Drehmoment und einer Drehzahl der Brennkraftmaschine
ein Parameter ermittelt wird, welche für die Einstellung einer solchen Exzentrizität
des Hubrings gegenüber der Drehachse der Antriebswelle erforderlich ist, bei der die
Radialkolbenpumpe die dem Drehmomentwunsch und der Drehzahl entsprechende Kraftstoffmenge
fördert.
[0023] Die Erfindung betrifft ferner ein Computerprogramm, welches zur Durchführung des
obigen Verfahrens geeignet ist, wenn es auf einem Computer ausgeführt wird. Dabei
wird besonders bevorzugt, wenn das Computerprogramm auf einem Speicher, insbesondere
auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
[0024] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist auch ein Steuerund/oder Regelgerät zur
Steuerung und/oder Regelung mindestens einer Funktion einer Brennkraftmaschine. Bei
einem solchen Steuer- und/oder Regelgerät wird vorgeschlagen, dass es mit einem Computerprogramm
der obigen Art versehen ist.
Zeichnung
[0025] Nachfolgend wird ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter
Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung im Detail erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Kraftstoffsystems mit einer Radialkolbenpumpe;
- Figur 2
- eine teilweise geschnittene Ansicht der Radialkolbenpumpe von Figur 1;
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung längs der Linie III-III der Radialkolbenpumpe von Figur 2;
- Figur 4
- eine Detailansicht der Radialkolbenpumpe von Figur 3, in einem Betriebszustand der
Radialkolbenpumpe, in dem diese keinen Kraftstoff fördert; und
- Figur 5
- eine Ansicht ähnlich Figur 4, in einem Betriebszustand der Radialkolbenpumpe, in dem
diese die maximal mögliche Kraftstoffmenge fördert.
Beschreibung des Ausführungsbeispiel
[0026] Ein Kraftstoffsystem trägt in Figur 1 das Bezugszeichen 10.
[0027] Es umfasst einen Kraftstoffbehälter 12, aus dem eine elektrische Kraftstoffpumpe
14 über einen Filter 16 Kraftstoff fördert. Über eine Niederdruck-Kraftstoffleitung
18 ist die elektrische Kraftstoffpumpe 14 mit einer Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 verbunden.
Zwischen elektrischer Kraftstoffpumpe 14 und Hochdruckpumpe 20 zweigt von der Niederdruck-Kraftstoffleitung
18 eine Zweigleitung 22 ab, in der ein Druckregelventil 24 angeordnet ist.
[0028] Die Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 fördert den Kraftstoff in eine Kraftstoff-Sammelleitung
26. In dieser ist der Kraftstoff unter sehr hohem Druck gespeichert. An die Kraftstoff-Sammelleitung
26 sind mehrere Injektoren 28 angeschlossen, die den Kraftstoff direkt in Brennräume
30 einspritzen.
[0029] Wie weiter unten im Detail ausgeführt ist, kann die von der Hochdruck-Kraftstoffpumpe
20 zur Kraftstoff-Sammelleitung 26 geförderte Kraftstoffmenge verändert werden. Hierzu
umfasst die Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 einen Elektromotor 32, welcher von einem
Steuer- und/oder Regelgerät 34 angesteuert wird. Dieses ist eingangsseitig mit einem
Sensor 36, der die Drehzahl der Brennkraftmaschine abgreift und einem Sensor 38, der
einem Soll-Drehmoment der Brennkraftmaschine entsprechende Signale liefert, verbunden.
[0030] Der genaue Aufbau der Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 wird nun unter Bezugnahme auf
die Figuren 2 und 3 erläutert. Bei der Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 handelt sich um
eine Radialkolbenpumpe mit drei sternförmig angeordneten Zylindern 40a, 40b und 40c
(Figur 3). Zylinderköpfe 42a, 42b bzw. 42c schließen die Zylinder 40a, 40b bzw. 40c
nach radial außen ab. In den Zylinderköpfen 42a, 42b bzw. 42c sind Laufbuchsen 44a,
44b bzw. 44c enthalten, in denen Kolben 46a, 46b bzw. 46c verschieblich aufgenommen
sind.
[0031] Die Zylinder 40a, 40b bzw. 40c sind Teil eines Gehäuses 48. Im Zentrum zwischen den
Zylindern 40a, 40b bzw. 40c ist im Gehäuse 48 eine Antriebswelle 50 aufgenommen. Über
eine Kupplung 52 ist diese mit einer Nockenwelle (nicht dargestellt) der Brennkraftmaschine
verbunden. Das in Figur 2 linke Ende der Antriebswelle 50 ist gegenüber dem Gehäuse
48 durch ein Kugellager 53 gelagert.
[0032] Die Antriebswelle 50 weist im Bereich der Zylinder 40a, 40b und 40c einen Exzenterabschnitt
54 auf. Dieser ist gegenüber der Drehachse 56 der Antriebswelle 50 um eine Exzentrizität
58 ersetzt (Figur 5). Radial außen ist auf den Exzenterabschnitt 54 der Antriebswelle
50 ein Verstellring 60 aufgesetzt. Radial außen ist auf den Verstellring 60 wiederum
ein Hubring 62 aufgesetzt. Der Hubring 62 trägt um seine Hubringbohrung 63 einen sich
nach radial innen erstreckenden umlaufenden Bund 65. Durch diesen ist der Hubring
62 zwischen dem Verstellring 60 und einem an der Antriebswelle 50 vorhandenen Wellenbund
67 axial gehalten.
[0033] Die äußere Mantelfläche des Hubrings 62 weist drei um 120° zueinander versetzte abgeflachte
Bereiche 64a, 64b und 64c auf. Gegen diese wird ein Gleitschuh 66a, 66b bzw. 66c durch
eine Feder 68a, 68b bzw. 68c, die sich an der Laufbuchse 44a, 44b bzw. 44c abstützt,
gepresst. Der Gleitschuh 66a, 66b bzw. 66c ist mit dem radial inneren Ende des Kolbens
46a, 46b bzw. 46c verbunden.
[0034] Die Antriebswelle 50 ist in ihrem in Figur 2 rechten Bereich hohl ausgeführt. In
diese Ausnehmung ist eine Verstellwelle 70 eingeführt. An ihrem in Figur 2 linken
Ende trägt die Verstellwelle 70 eine umlaufende Verzahnung 72.
[0035] In der in Figur 2 rechten Stirnseite des Exzenterabschnitt 54 der Antriebswelle 50
ist im Bereich der größten Exzentrizität 58 eine Einfräsung 74 vorhanden. In dieser
ist ein Zahnrad 76 angeordnet, welches um eine im Exzenterabschnitt 54 befestigte
Achse 78 drehbar gelagert ist. Das Zahnrad 76 ist mit der Verzahnung 72 auf der Verstellwelle
70 in Eingriff. Der Verstellring 60 ist mit einer Innenöffnung 80 auf den Exzenterabschnitt
54 der Antriebswelle 50 aufgesetzt (Figuren 4 und 5).
[0036] Die Mittelachse 81 der Innenöffnung 80 ist gegenüber der kreisförmigen Außenkontur
des Verstellrings 60 um eine Exzentrizität 82 versetzt angeordnet (Figur 5). Auf einem
Bereich der inneren Mantelfläche der Innenöffnung 80 des Verstellrings 60 ist eine
Innenverzahnung 84 vorhanden. Das Zahnrad 76 ist auch mit dieser Innenverzahnung 84
im Eingriff. Die Innenverzahnung 84 am Verstellring 60 erstreckt sich in Umfangsrichtung
über einen Bereich von ungefähr 190°. Dabei ist die Innenverzahnung 84 gegenüber einer
Achse 86, welche in der Ebene des Verstellrings 60 liegt, durch den Mittelpunkt 81
der Innenöffnung des Verstellrings geht und orthogonal zur Symmetrieachse 88 des Verstellrings
60 ist, symmetrisch (Figur 5). Wie weiter unten ausgeführt ist, bildeten die Enden
der Innenverzahnung Anschläge, von denen eine in den Figuren 4 und 5 das Bezugszeichen
89 trägt.
[0037] Vom Exzenterabschnitt 54 der Antriebswelle 50 erstreckt sich in Figur 2 nach rechts
ein Wellenzapfen 90. Auf diesen ist eine Lagerbuchse 92 aufgepresst. Der zugehörige
Lagerring 94 ist mit dem Gehäuse 48 verpreßt. Die Lagerbuchse 92 und der Lagerring
94 bilden zusammen ein Gleitlager, über welches sich das im Figur 2 rechte Ende der
Antriebswelle 50 gegenüber dem Gehäuse 48 abstützt.
[0038] Um sicherzustellen, dass sich die Lagerbuchse 92 gegenüber dem Wellenzapfen 90 nicht
verdrehen kann, ragen von der inneren Mantelfläche der Lagerbuchse 92 zwei diametral
gegenüberliegende Rippen 96 nach radial innen ab, welche in entsprechende Nuten (ohne
Bezugszeichen) im Wellenzapfen 90 eingreifen. In der äußeren Mantelfläche des Lagerrings
94 befindet sich ein ringförmiger Einstich 98, in welche eine im Gehäuse 48 vorhandende
Hochdruckbohrung 100 einmündet.
[0039] Die Verstellwelle 70 ist gleichzeitig die Achse des Elektromotors 32. Insoweit ist
ein Rotor 102 des Elektromotors 32 an dem in Figur 2 rechten Ende der Verstellwelle
70 drehfest befestigt. Ein Stator 104 des Elektromotors 32 umgibt den Rotor 102. Der
Stator 104 ist über eine scheibenförmige Halteplatte 106 drehfest mit der Lagerbuchse
92 verbunden. Die scheibenförmige Halteplatte 106 kann an die Lagerbuchse 92 bspw.
angespritzt sein. Auf diese Weise ist der Stator 104 drehfest mit der Antriebswelle
50 verbunden. Der Stator 104 wird von einer Abdeckhaube 108 umgeben, deren Rand in
das Gehäuse 48 druckdicht eingebördelt ist. In die Abdeckhaube 108 sind Steckkontakte
110 eingelassen, welche über Schleifkontakte (ohne Bezugszeichen) den Stator 104 mit
Strom versorgen können.
[0040] Das Kraftstoffsystem 10 mit der Radialkolbenpumpe 20 arbeitet folgendermaßen: Vor
dem Starten der Brennkraftmaschine, bspw. beim Betätigen der Zündung, wird der Elektromotor
32 vom Steuer- und/oder Regelgerät 34 so angesteuert, dass das Zahnrad 76 gegen den
Anschlag 89 der Innenverzahung 84 am Verstellring 60 läuft.
[0041] Die Verstellung des Verstellrings 60 erfolgt dabei durch eine Relativdrehung des
Rotors 102 gegenüber dem Stator 104. Hierdurch dreht sich auch die Verstellwelle 70
und das Zahnrad 76. Dies führt wiederum zu einer Relativdrehung des Verstellrings
60 gegenüber dem Exzenterabschnitt 54 der Antriebswelle 50.
[0042] Wie aus Figur 4 ersichtlich ist, befindet sich nun der Verstellring 60 in einer solchen
Winkelposition gegenüber der Antriebswelle 50, dass der Hubring 62 koaxial zur Drehachse
56 der Antriebswelle 50 sitzt. Ursache hierfür ist, dass die Exzentrizität 58 durch
die Exzentrizität 82 kompensiert wird. In dieser Position würde, bei drehender Antriebswelle
50, der Hubring 62 sich nicht bewegen, so das auch die Kolben 46a, 46b und 46c der
Radialkolbenpumpe 20 sich nicht hin- und herbewegen. Diese Position des Verstellrings
60 entspricht somit einer "Nullförderung" der Radialkolbenpumpe 20. Nun erfolgt ein
Abgleich der im Steuer- und Regelgerät 34 vorhandenen Steuerelektronik.
[0043] Wenn der Abgleich erfolgt ist, wird der Elektromotor 32 vom Steuer- und Regelgerät
34 so angesteuert, dass sich der Verstellring 60 wieder etwas gegenüber dem Exzenterabschnitt
54 verdreht, sich der Anschlag 89 der Innenverzahnung 84 also etwas vom Zahnrad 78
entfernt. Der Hubring 82 ist nun nicht mehr koaxial zur Drehachse der Antriebswelle
50. Wird nun die Brennkraftmaschine gestartet, was zu einer Drehung der Antriebswelle
50 führt, dreht sich der Verstellring 60 mit dem Exzenterabschnitt 54 der Antriebswelle
50, was zu einer kreisförmigen Bewegung des Hubrings 62 führt. Durch diese Bewegung
des Hubrings 62 werden wiederum die Kolben 46a, 46b und 46c abwechselnd in eine Hin-
und Herbewegung versetzt. Somit wird Kraftstoff von der Hochdruck-Kraftstoffpumpe
20 zu der Kraftstoff-Sammelleitung 26 gefördert.
[0044] Wird die maximale Leistung von der Brennkraftmaschine gefordert, was durch die Sensoren
36 und 38 festgestellt wird, wird der Verstellring 60 vom Steuer- und Regelgerät 34
in die in Figur 5 dargestellte Position verdreht. In dieser Position des Verstellrings
60 addiert sich die Exzentrizität 58 des Exzenterabschnitts 54 der Antriebswelle 50
zu der Exzentrizität 82 der Innenöffnung 80 des Verstellrings 60. Die Kreisbahn, auf
welcher sich bei einer Drehung der Antriebswelle 50 nun der Hubring 62 bewegt, hat
jetzt maximalen Radius, so dass die Kolben 46a, 46b und 46c die maximale Hubbewegung
ausführen. Die Hochdruck-Kraftstoffpumpe 20 pumpt nun also die maximal mögliche Kraftstoffmenge.
[0045] Man sieht, dass jede Winkelstellung des Verstellrings 60 gegenüber dem Exzenterabschnitt
54 der Antriebswelle 50 einer ganz bestimmten Förderrate der Hochdruck-Kraftstoffpumpe
20 entspricht. Diese Winkelstellungen sind mit den dazugehörigen Förderraten im Steuer-
und Regelgerät 34 gespeichert. Die dem Wunsch des Benutzers entsprechenden Leistungen
der Brennkraftmaschine, insbesondere Drehmoment und Drehzahl, werden vom Steuer- und
Regelgerät 34 in die erforderliche Kraftstoffmenge und die dazugehörige Winkelstellung
des Verstellrings 60 gegenüber dem Exzenterabschnitts 54 der Antriebswelle 50 umgerechnet
und der Elektromotor 32 entsprechend angesteuert.
[0046] Da der Elektromotor 32 und die Antriebswelle 50 drehfest miteinander verbunden sind,
ändert sich die Winkelstellung des Verstellrings 60 gegenüber dem Exzenterabschnitt
54 nur dann, wenn sich die Verstellwelle 60 mit einer anderen Geschwindigkeit dreht
als die Antriebswelle 50. Soll eine gleichbleibende Förderrate mit der Hochdruck-Kraftstoffpumpe
20 erzielt werden, drehen sich die Antriebswelle 50 und die Verstellwelle 70 mit der
gleichen Drehzahl.
1. Radialkolbenpumpe (20) zur Kraftstoffhochdruckerzeugung bei Kraftstoffsystemen (10)
von Brennkraftmaschinen, insbesondere bei einem Common-Rail-Einspritzsystem, mit einem
Gehäuse (48) mit mindestens einem Zylinder (40a, 40b, 40c), mit einer Antriebswelle
(50), die in dem Gehäuse (48) gelagert ist und mindestens einen Exzenterabschnitt
(54) aufweist, mit einem Hubring (62), welcher um den Exzenterabschnitt (54) herum
angeordnet ist, und mit mindestens einem Kolben (46a, 46b, 46c), welcher in dem Zylinder
(40a, 40b, 40c) aufgenommen ist und sich am Hubring (62) abstützt, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Exzenterabschnitt (54) und Hubring (62) ein Verstellring (60) angeordnet
ist, dessen Innenöffnung (80) gegenüber der Außenkontur exzentrisch ist und welcher
um die Mittelachse (81) der Innenöffnung (80) in eine gewünschte Winkelposition gegenüber
dem Exzenterabschnitt (54) verdreht werden kann.
2. Radialkolbenpumpe (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Verstellwelle (70) umfasst, welche über eine Verzahnung (72) mit dem Verstellring
(60) zusammenarbeitet.
3. Radialkolbenpumpe (20) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellwelle (70) koaxial zur Drehachse (56) der Antriebswelle (50) angeordnet
ist, und dass an einer Stirnseite des Exzenterabschnitts (54) der Antriebswelle (50),
exzentrisch zur Drehachse (56) der Antriebswelle (50), ein Zahnrad (76) gelagert ist,
welches einerseits mit einer Außenverzahnung (72) auf der Verstellwelle (70) und andererseits
mit einer Innenverzahnung (84) am Verstellring (60) zusammenarbeitet.
4. Radialkolbenpumpe (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzentrizität (82) der Innenöffnung (80) des Verstellrings (60) und die Exzentrizität
(58) des Exzenterabschnitts (54) der Antriebswelle (50) im Wesentlichen gleich sind.
5. Radialkolbenpumpe (20) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass am Verstellring (60) ein Anschlag (89) vorhanden ist, welcher eine solche Winkelposition
des Verstellrings (60) gegenüber der Antriebswelle (50) definiert, in der der Hubring
(62) wenigstens ungefähr koaxial zur Drehachse (56) der Antriebswelle (50) ist.
6. Radialkolbenpumpe (20) nach den Ansprüchen 3 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Innenverzahnung (84) am Verstellring (60) in Umfangsrichtung über einen
Bereich von ungefähr 185° bis 195°, vorzugsweise über einen Bereich von ungefähr 190°,
erstreckt, und die Innenverzahnung (84) gegenüber einer Achse (86), welche in der
Ebene des Verstellrings (60) liegt, durch den Mittelpunkt (81) der Innenöffnung (80)
des Verstellrings (60) geht und orthogonal zur Symmetrieachse (88) des Verstellrings
(60) ist, symmetrisch ist.
7. Radialkolbenpumpe (20) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine elektrische Verstellvorrichtung (32) umfasst, welche auf die Verstellwelle
(70) arbeitet.
8. Radialkolbenpumpe (20) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Verstellvorrichtung einen Elektromotor (32), vorzugsweise einen Schrittmotor,
umfasst.
9. Radialkolbenpumpe (20) nach Anspruch 8, dadurch ekennzeichnet, dass der Stator (104) des Elektromotors (32) mit der Antriebswelle (50) und der Rotor
(102) des Elektromotors (32) mit der Verstellwelle (70) drehfest verbunden sind.
10. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, bei dem der Kraftstoff mindestens
auch von einer Radialkolbenpumpe (20) gefördert wird, mit einem Gehäuse (48) mit mindestens
einem Zylinder (40a, 40b, 40c), mit einer Antriebswelle (50), die in dem Gehäuse (48)
gelagert ist und mindestens einen Exzenterabschnitt (54) aufweist, mit einem Hubring
(62), welcher um den Exzenterabschnitt (54) herum angeordnet ist, und mit mindestens
einem Kolben (46a, 46b, 46c), welcher in dem Zylinder (40a, 40b, 40c) aufgenommen
ist und sich am Hubring (62) abstützt, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzentrizität des Hubrings (62) gegenüber der Drehachse (56) der Antriebswelle
(50) in Abhängigkeit von mindestens einem Betriebsparameter der Brennkraftmaschine
verstellt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Starten der Brennkraftmaschine ein Verstellring (60) gegen einen mechanischen
Anschlag (81) verstellt wird, welcher eine solche Winkelposition des Verstellrings
(60) gegenüber der Antriebswelle (50) definiert, in der der Hubring (62) wenigstens
ungefähr koaxial zur Drehachse (56) der Antriebswelle (50) ist, und dass in dieser
Position ein Abgleich einer Steuerelektronik (34) durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass aus einem gewünschten Drehmoment und einer Drehzahl der Brennkraftmaschine ein Parameter
ermittelt wird, welcher für die Einstellung einer solchen Exzentrizität des Hubrings
(62) gegenüber der Drehachse (56) der Antriebswelle (50) erforderlich ist, bei der
die Radialkolbenpumpe (20) die dem Drehmomentwunsch und der Drehzahl entsprechende
Kraftstoffmenge fördert.
13. Computerprogramm, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 10 bis 12 geeignet ist,
wenn es auf einem Computer ausgeführt wird.
14. Computerprogramm nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass es auf einem Speicher, insbesondere auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
15. Steuer- und/oder Regelgerät (34) zur Steuerung und/oder Regelung mindestens einer
Funktion einer Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem Computerprogramm nach einem der Ansprüche 13 oder 14 versehen ist.