TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bearbeitung eines mit einer keramischen
Schutzschicht beschichteten Gasturbinenteils gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen
Patentanspruchs. Ein solches Verfahren ist aus US-A-4,576,874 bekannt.
STAND DER TECHNIK
[0002] Es ist allgemein und zahlreich bekannt, Turbinenschaufeln, also Leit- oder Laufschaufeln
von Gasturbinen, mit einer oder mehreren Schutzschichten zu versehen, um die Turbinenschaufel
vor den thermischen und mechanischen Belastungen, vor Oxidation oder anderen, schädlichen
Einflüssen während des Betriebes zu schützen und die Lebensdauer der Turbinenschaufel
auf diese Weise zu verlängern. Dabei besteht eine erste Schutzschicht der Turbinenschaufel
in der Regel aus einer metallischen Legierung wie MCrAIY, wobei M für Ni, Co oder
Fe steht. Diese Art der metallischen Beschichtung dient als Schutz vor Oxidation.
Eine zweite, rauhere Beschichtung aus MCrAlY wird mit anderen Beschichtungsparametern
darauf aufgetragen. Diese Schicht wird auch als "bond-coating" bezeichnet. Solche
Beschichtungen sind zahlreich aus dem Stand der Technik und beispielsweise aus US-A-3,528,861
oder US-A-4,585,481 bekannt.
[0003] Zudem wird eine weitere Schutzschicht aus TBC (Thermal Barrier Coating), welche aus
einem keramischen Material (Y stabilisiertes Zr-Oxid) besteht und als thermischer
Schutz dient, aufgebracht. Keramische Beschichtungen und Methoden zur Beschichtung
sind beispielsweise aus den Schriften EP-A2-441 095, EP-A1-937,787, US-A-5,972,424,
US-A-4,055,705, US-A-4,248,940, US-A-4,321,311, US-A-4,676,994, US-A-5,894,053 bekannt.
Die aufgetragenen Schutzschichten haben in der Regel eine relativ hohe Oberflächenrauhigkeit.
Diese Oberflächenrauhigkeit beeinflusst aber den Wärmeübergang auf positive Weise,
so dass das Grundmaterial mit zunehmender Rauhigkeit thermisch verstärkt belastet
wird. Um dies zu vermeiden ist ein Verfahren zur Glättung der Oberfläche beispielsweise
aus der Schrift EP-A2-1 088 908 bekannt. Auf der anderen Seite beeinflusst aber eine
geschliffene Oberfläche das Strömungsverhalten und insbesondere das Ablöseverhalten
negativ.
[0004] EP-A1-1 081 332 offenbart eine Turbinenschaufel, die sich dadurch auszeichnet, dass
ein Streifen mit einer erhöhten Rauhigkeit abstromseitig angebracht ist. Diese Massnahme
wirkt sich positiv auf das Ablöseverhalten aus.
[0005] US-A-4,576,874 offenbart einen Prozess zum Aufbringen einer keramischen Schutzschicht.
[0006] W097/21907 offenbart eine Turbinenschaufel, die für den Einsatz im Nassdampfbereich
von Vorend- und Endstufen von Dampfturbinen vorgesehen ist und einem Erosionsverschleiss
durch aufschlagende Wassertröpfchen unterliegt und im Bereich der Eintrittskanten
und Teilen des Schaufelblatts so behandelt ist, dass sich eine Herabsetzung des Erosionsverschleisses
ergibt. Eine besonders vorteilhafte Möglichkeit zur Verminderung der erosiven Wirkung
besteht darin, dass das Schaufelblatt im Bereich seiner Eintrittskante und seines
Schaufelrückens oder in mindestens einem Teilbereich davon eine Oberflächenrauhigkeit
aufweist, die gegenüber der Oberflächenrauhigkeit der Vorderseite des Schaufelblattes
deutlich verstärkt ist.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, mit dem der Wärmeübergang
von einem mit einer keramischen Schutzschicht beschichteten Gasturbinenteil, um welches
ein Heissgas strömt, zu dem Heissgas verschlechtert wird, so dass ein verbesserter
Schutz des Grundmaterials des Gasturbinenteils erreicht wird und gleichzeitig das
Strömungsverhaltensverhalten um das Gasturbinenteil und damit der Wirkungsgrad der
gesamten Anlage positiv beeinflusst wird.
[0008] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe bei einem Verfahren gemäss dem Anspruch 1 dadurch
gelöst, dass die Rauhigkeit der bereits aufgetragenen keramischen Schicht auf dem
Grundmaterial an mindestens einer ersten Stelle reduziert wird und an mindestens einer
zweiten Stelle die ursprüngliche Rauhigkeit der keramischen Schicht beibehalten wird.
[0009] Es besteht prinzipiell die Möglichkeit, die Rauhigkeit durch Schleifen, Sandstrahlen,
Polieren, Trowalisieren, Bürsten oder auf andere, geeignete Arten, welche aus dem
Stand der Technik bekannt sind, zu reduzieren.
[0010] In einer besonderen Ausführungsform handelt es sich bei dem Gasturbinenteil um eine
Turbinenschaufel, welche mit Y stabilisiertem Zr-Oxid beschichtet ist.
[0011] Um das Ablöseverhalten an der Oberfläche der Turbinenschaufel positiv zu beeinflussen,
kann die Rauhigkeit an nur mindestens einer stromabgelegenen Stelle der Turbinenschaufel
beibehalten werden, während die restliche Oberfläche der Turbinenschaufel glatt geschliffen
wird. An den glatt geschliffenen Teilen der Oberfläche wird der Wärmeübergang damit
vorteilhaft reduziert, so dass der Wärmeübergang hier verschlechtert wird, und bei
gleicher Kühlleistung das Grundmaterial verbessert gekühlt wird. An den Stellen jedoch,
an denen Ablösung droht, bleibt die keramische Schutzschicht rauh, so dass dort eine
gewisse Turbulenz erzeugt wird und die Strömung länger anliegt. Der Wirkungsgrad der
gesamten Anlage wird durch diese einfache Massnahmen vorteilhaft erhöht.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0012] Die Erfindung ist anhand der beiliegenden Figuren näher erläutert, wobei
- Fig. 1
- einen Schnitt durch eine Turbinenschaufel zeigt, welche nach dem erfindungsgemässen
Verfahren bearbeitet wurde und
- Fig. 2
- einen Schnitt durch eine zweite Ausführungsform einer Turbinenschaufel zeigt, welche
nach dem erfindungsgemässen Verfahren bearbeitet wurde.
[0013] Es werden nur die für die Erfindung wesentlichen Elemente dargestellt. Gleiche Elemente
in unterschiedlichen Figuren sind gleich bezeichnet. Strömungsrichtungen werden durch
Pfeile dargestellt.
WEG ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0014] Die Figur 1 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Turbinenschaufel 1 einer Gasturbine.
Die Turbinenschaufel 1 ist an der Oberfläche 2 mit einer keramischen Schutzschicht
3 beschichtet worden. Die keramische Schutzschicht 3 (engl. Thermal Barrier Coating,
TBC), bei der es sich um Y stabilisiertes Zr-Oxid handelt, dient als Schutz vor dem
die Turbinenschaufel 1 umströmenden Heissgas 4, dessen Stromlinien in der Figur 1
sichtbar sind.
[0015] Derartige keramische Beschichtungen und Verfahren zur Beschichtung sind beispielsweise
aus den Schriften EP-A2-441 095, EP-A1-937,787, US-A-5,972,424, US-A-4,055,705, US-A-4,248,940,
US-A-321, 311, US-A-4,676,994, US-A-5,894,053 bekannt. Es dabei bekannt, dass die
aufgetragene Schutzschicht eine gewisse Oberflächenrauhigkeit aufweist.
[0016] Erfindungsgemäss wird daher vorgeschlagen, die Rauhigkeit der bereits aufgetragenen
keramischen Schicht 3 an mindestens einer ersten Stelle 5 an der Oberfläche zu reduzieren,
während die Rauhigkeit an mindestens einer zweiten Stelle 6 wie nach dem Beschichtungsvorgang
erhalten bleibt. Beispielsweise kann also die Durchschnittsrauhigkeit (R
a, average roughness) an der ersten Stelle 5 auf maximal 1/3 der ursprünglichen Durchschnittsrauhigkeit
reduziert werden. Die Rauhigkeit R
T wird sich damit beispielsweise von etwa 50 µm auf 20 µm reduzieren. Eine solche Glättung
der TBC Oberfläche senkt die Wärmeübergangszahl um 20% bis 30%. Dies bringt also einen
deutlich verbesserten Schutz des eingesetzten Grundmaterials 1 vor den Heissgasen
4 an diesen Stellen 5.
[0017] Es besteht prinzipiell die Möglichkeit, die Rauhigkeit durch Schleifen, Sandstrahlen,
Polieren, Trowalisieren, Bürsten oder auf andere, geeignete Arten, welche aus dem
Stand der Technik bekannt sind, zu reduzieren. Zu Schleifen besonders geeignet sind
Siliziumkarbid oder Diamanten, welche mit einer Kunststoffbindung auf Bändern oder
Scheiben befestigt sind.
[0018] In einer ersten Ausführungsform (Fig. 1) kann die Rauhigkeit der keramischen Schutzschicht
3 an mindestens einer stromabgelegenen Stelle 6, an der die Ablösung der Heissgasströmung
stattfindet, beibehalten werden. Das Ablösegebiet 7 wird somit insgesamt kleiner ausfallen
im Vergleich mit einer gänzlich geglätteten Oberfläche, da an der ablösegefährdeten
Stelle 6 eine gewisse Turbulenz, die der Ablösung entgegenwirkt, erhalten bleibt.
[0019] Die restliche keramische Schutzschicht 3 wird zum Zwecke eines verschlechterten Wärmeübergangs
glattschliffen, d.h. auf maximal 1/3 der ursprünglichen Rauheit reduziert. Dies bedeutet
für die Praxis, dass die Durchschnittsrauhigkeit R
a kleiner als 5 µm ist. An den glatt geschliffenen Teilen der Oberfläche wird der Wärmeübergang
damit vorteilhaft reduziert, so dass der Wärmeübergang hier weiter verschlechtert
wird, und somit - bei gleicher Kühlleistung - das Grundmaterial verbessert gekühlt
wird.
[0020] Der Wirkungsgrad der gesamten Anlage wird durch diese einfachen Massnahmen vorteilhaft
erhöht.
[0021] In der zweiten Ausführungsform der Turbinenschaufel 1 gemäss der Figur 2 wird die
Rauhigkeit der keramischen Schutzschicht 3 an verschiedenen Stellen 6 an der stromabgelegenen
Seite der Turbinenschaufel 1 beibehalten. Die Stellen 6 sind jedoch nicht zusammenhängend,
sondern unabhängig voneinander. Diese Massnahme dient weiter dazu, das Ablöseverhalten
positiv zu beeinflussen. Zwischen diesen Stellen 6 wird zum Zwecke des verschlechterten
Wärmeübergangs die Rauhigkeit wiederum ganz reduziert.
[0022] Die Erfindung ist nicht auf die beschriebene Ausführungsbeispiele reduziert, sondern
bezieht sich allgemein auf das durch die nachfolgenden Ansprüche definierte Verfahren.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0023]
- 1
- Turbinenschaufel, Gasturbinenteil
- 2
- Oberfläche der Turbinenschaufel 1
- 3
- Keramische Schutzschicht
- 4
- Heissgas
- 5
- Stellen der Schutzschicht (3), bearbeitet
- 6
- Stellen der Schutzschicht (3), unbearbeitet
- 7
- Ablösegebiet
1. Verfahren zum Bearbeiten einer keramischen Schutzschicht (3), welche auf der Oberfläche
(2) eines Gasturbinenteils (1) aufgetragen ist wobei die keramische Schutzschicht
(3) nach dem Auftragen auf der Gasturbinenteil (1) eine gewisse Rauhigkeit aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rauhigkeit der bereits aufgetragenen keramischen Schicht (3) auf dem Grundmaterial
(1) an mindestens einer ersten Stelle (5) reduziert wird und an mindestens einer zweiten
Stelle (6) die ursprüngliche Rauhigkeit der keramischen Schicht (3) beibehalten wird.
2. Bearbeitungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rauhigkeit der aufgetragenen keramischen Schicht (3) an der ersten Stelle (5)
auf bis maximal 1/3 der ursprünglichen Durchschnittsrauhigkeit reduziert wird.
3. Bearbeitungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gasturbinenteil (1) eine Turbinenschaufel (1) ist und die Rauhigkeit nur an mindestens
einer der Strömung abgewandten und ablösegefährdeten Stelle (6) auf der Turbinenschaufel
(1) beibehalten wird und auf der restlichen Oberfläche (2) der Turbinenschaufel (1)
die Rauhigkeit reduziert wird.
4. Bearbeitungsverfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Gasturbinenteil (1) mit Y stabilisiertem Zr-Oxid beschichtet wird.
5. Bearbeitungsverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rauhigkeit durch Schleifen, Sandstrahlen, Polieren, Trowalisieren, Bürsten oder
auf andere geeignete Art reduziert wird.
1. Process for treating a ceramic protective layer (3) which is applied to the surface
(2) of a gas turbine part (1), the ceramic protective layer (3) having a certain roughness
after it has been applied to the gas turbine part (1), characterized in that the roughness of the ceramic layer (3) which has already been applied to the base
material (1) is reduced at at least one first location (5), and the original roughness
of the ceramic layer (3) is retained at at least one second location (6).
2. Treating process according to Claim 1, characterized in that the roughness of the applied ceramic layer (3) is reduced at the first location (5)
to at most 1/3 of the original average roughness.
3. Treating process according to one of Claims 1 or 2, characterized in that the gas turbine part (1) is a turbine blade or vane (1), and the roughness is retained
only at at least one location (6) on the turbine blade or vane (1) which is remote
from the flow and is at risk of detachment, while the roughness is reduced on the
remaining surface area (2) of the turbine blade or vane (1).
4. Treating process according to Claim 3, characterized in that the gas turbine part (1) is coated with Y-stabilized Zr oxide.
5. Treating process according to one of the preceding claims, characterized in that the roughness is reduced by grinding, sand-blasting, polishing, smoothing, brushing
or in some other suitable way.
1. Procédé d'usinage d'une couche de protection céramique (3), qui est appliquée sur
la surface (2) d'une partie de turbine à gaz (1), la couche de protection céramique
(3) présentant après son application sur la partie de turbine à gaz (1) une certaine
rugosité,
caractérisé en ce que
la rugosité de la couche céramique déjà appliquée (3) sur le matériau de base (1)
est réduite en au moins un premier endroit (5) et la rugosité initiale de la couche
céramique (3) est maintenue en au moins un deuxième endroit (6).
2. Procédé d'usinage selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
la rugosité de la couche céramique appliquée (3) est réduite au premier endroit (5)
jusqu'à au maximum 1/3 de la rugosité moyenne initiale.
3. Procédé d'usinage selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la partie de turbine à gaz (1) est une aube de turbine (1) et la rugosité n'est maintenue
qu'en au moins un endroit (6) sur l'aube de turbine (1) opposé à l'écoulement et susceptible
de décollement, et la rugosité est réduite sur la surface restante (2) de l'aube de
turbine (1).
4. Procédé d'usinage selon la revendication 3,
caractérisé en ce que
la partie de turbine à gaz (1) est revêtue d'oxyde de Zr stabilisé à l'ytrine.
5. Procédé d'usinage selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la rugosité est réduite par meulage, sablage, polissage, trowalisage, brossage ou
d'une autre manière appropriée.