[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bodenbelag mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1. Ein solcher Bodenbelag ist aus der Druckschrift
DE 297 03 962 U1 bekannt.
[0002] Ein Paneel ist eine Platte, die seitlich mit Verriegelungselementen ausgestattet
ist. Die Verriegelungselemente sind so beschaffen, dass zwei Paneele beispielsweise
wenigstens senkrecht zur Plattenoberfläche durch Formschluss miteinander verriegelt
werden. Bevorzugt werden Paneele durch Formschluss auch parallel zur Oberfläche und
zwar senkrecht zur Fuge, die zwischen zwei verbundenen Paneelen vorliegt, miteinander
formschlüssig verriegelt. Aufgrund des bewirkten Formschlusses werden solche Verriegelungselemente
auch Formschlusselemente genannt. Derartig Paneele sind aus der Druckschrift
EP 0 855 482 B1 oder der Druckschrift
EP 0 698 162 B1 bekannt.
[0003] Die Paneele können zu einem Belag, eine Verkleidung oder dergleichen, insbesondere
einen Bodenbelag oder dergleichen, zusammengefügt werden. Bereitgestellt wird so ein
Belag auf Basis von mit seitlichen, gegebenenfalls gegenseitig einklink- bzw. einschnappbaren,
Formschlusselementen, wie insbesondere Nut und Feder, ausgestatteten, klebungsunterstützt
seitlich aneinanderliegend verlegbaren Paneelen aus Holz oder einem Holzwerkstoff,
insbesondere auf Basis von Holz- bzw. Holzwerkstoff-(Dekor)laminat-Paneelen mit unterseitiger
Träger- und sichtseitiger Nutzschicht. Die Erfindung betrifft also die für die Bildung
der Beläge, Verkleidungen oder dergleichen vorgesehenen, mit Formschlusselementen
ausgestatteten Paneele sowie die Erzeugung einer bevorzugten Gruppe der Paneele und
ein Gerät für deren Herstellung.
[0004] Es ist eine große Zahl von flächigen Einzelelementen mit seitlichen Formschlusselementen,
insbesondere mit Nut- und Feder-Konstruktionen, bekannt geworden. Diese flächigen
Einzelelemente liegen etwa als Bretter, Platten, Paneele, Riemchen oder dergleichen
vor und lassen sich zu beliebig großen flächigen Gebilden für die verschiedensten
Zwecke, z.B. für Verkleidungen von Wänden, Decken und insbesondere von Böden, zusammenfügen.
In besonders hohem Maße gilt dies für Bodenbeläge, wo diese Technik schon seit langer
Zeit für Parkettböden aus Holz zur Anwendung gelangt ist Von den zu den Belägen zusammenfügbaren
Platten, Brettern, Paneelen oder dergleichen, wird, insbesondere wenn es sich um Holzwerkstoff-Laminat-Platten
oder dergleichen handelt, einerseits ein ästhetisch ansprechendes Aussehen, eine hohe
Oberflächengüte und -härte, eine hohe Abrieb- und Verschleißfestigkeit ihrer Nutzschicht
und insbesondere eine hohe Stabilität ihres Zusammenhalts gefordert, wenn die Einzelelemente,
also z.B. Paneele, über ihre Nut- und Feder-Formschlusselemente zu einem (Boden-)Belag
gefügt sind. Dies gilt für die verschiedensten Arten von Belastungen, und in besonders
hohem Maße für Bodenbeläge. Bei denselben soll auch bei den oft rauesten Nutzungs-Bedingungen,
denen sie unterworfen sind, jegliche Tendenz zur Desintegration der mit den Paneelen
gebildeten Flächen in die ursprünglichen Einzelpaneele auf Lebensdauer des Belages
bzw. Bodenbelages verhindert sein.
[0005] Was die soeben angesprochenen Belastungen betrifft, so können dies z.B. hohe und
ungleichmäßig wechselnde, oft im wesentlichen punktuelle Flächenbelastungen sein,
wie sie z.B. von Möbelfüßen, Stöckelschuhen oder dergleichen, auf den Untergrund ausgeübt
werden, oder auch ortswechselnde Belastungen, wie sie z.B. durch Bürocontainer mit
Rollen, Rollenstühle oder dergleichen Zustandekommen.
[0006] Wie schon kurz erwähnt, haben sich schon seit langem für Bodenbeläge Paneele oder
dergleichen aus mit letztlich hitze-gehärtetem Harz getränkten Holzwerkstoffen mit
dickerer Träger- bzw. Unterschicht und darauf befindlicher, meist relativ dünner,
jedoch harter, verschleißfester und ästhetischen Ansprüchen genügender Oberflächen-
bzw. Dekorschicht, meist aus ebenfalls mit letztlich hitze-gehärtetem Harz getränktem
Papier, also derartige Holzwerkstoff-Laminat-Paneele, in hohem Umfang allgemein durchgesetzt.
[0007] Um die beschriebene und als wesentliche Forderung verlangte hohe mechanische Stabilität
der zu einer gesamten Belagsfläche, insbesondere Bodenfläche, gefügten Nut- und Feder-Paneele
zu gewährleisten, wurde schon seit langer Zeit in die Nuten und/oder auf die Federn
der genannten Paneele im Zuge von deren Verlegung ein frischer Leim bzw. Klebstoff
ein- bzw. aufgebracht. Immer wieder zu Problemen führte die Tatsache, dass innerhalb
relativ kurzer Zeit dafür Sorge zu tragen war, dass jeweils ein neues Paneel an ein
schon vorher verlegtes Paneel über die Nut- und Federverbindung nut-feder-passend
angefügt wird, wobei durch seitliche Kraft-Beaufschlagung, z.B. durch Klopfen oder
Schlagen, dafür gesorgt wird, die Stoßfugen zwischen den Paneelen auf ein Minimum
und - wenn möglich- praktisch nahezu bis zu deren Unsichtbarkeit hin zu reduzieren.
[0008] Wesentliches Problem war und blieb immer der von Hand aus vorzunehmende und daher
ungleichmäßige Leimauftrag, der ja vor Ort vorzunehmen war, also erst im Zuge des
Verlegens der Paneele, und ferner die Regulierung der Menge des aufgetragenen Leimes.
War diese Menge pro Flächeneinheit von Nut und/oder Feder zu gering, litt darunter
die Qualität der Klebung und ihre Dauerhaftigkeit war in Gefahr. War die Leim-Menge
jedoch zu groß, was aus verständlichen Gründen viel öfter der Fall war, so musste
für ein ordnungsgemäßes Fügen der Paneele überschüssiger Leim durch die und aus den
Fugen zwischen den Paneelen verdrängt werden, was dann umso schwieriger war, je länger
nach dem Zeitpunkt des Leim-Auftrages die Fügung der Paneele erfolgte. Dies hatte
nämlich die Folge, dass die Fugen selbst bei hoher und intensiver seitlicher Kraft-Beaufschlagung
beim "Zusammenklopfen" der Paneele, zu breit bleiben und nicht mehr sozusagen für
das Auge verschwinden. Unangenehm ist ferner, dass der über die Fugen zwischen den
Paneelen ausquellende Leim sich zumindest in Nähe der Fugen auf der Dekoroberfläche
des Belages ausbreitet und so dieselbe verschmutzt. Es muss also während der an sich
schon hohe Aufmerksamkeit erfordernden Fuge-Arbeit zusätzlich immer rasch nach Leim-Auftrag
und Fügevorgang dafür Sorge getragen werden, dass der den Fugen entquellende Leim
möglichst rasch entfernt, also z.B. weggewischt, werden musste und nicht eintrocknete.
Wenn dieses Wegwischen des Leimes nur etwas zu spät erfolgte, verblieben die optischen
Eigenschaften der Dekoroberfläche negativ beeinflussende, z. B. stärker als die übrige
Paneel- bzw. Belags-Oberfläche glänzende Flecken auf dem Bodenbelag, was unter Umständen
dessen Aussehen empfindlich störte.
[0009] Gemäß der Druckschrift
DE 297 03 962 U1 wird angeregt, bei Paneelen der eingangs genannten Art seitlich Klebmaterial vorzusehen,
welches von einem passiven in einen aktiven Zustand überführbar ist. Mangels konkreter
Ausführungsbeispiele ist die angeregte Erfindung für den Fachmann nicht ausführbar.
Damit ist eine entsprechende Erfindung erst fertig zu stellen bzw. entsprechend zu
offenbaren.
[0010] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Fußbodenbelags mit Paneelen, die auf
besonders einfache Weise verlegt werden können.
[0011] Die Aufgabe wird durch einen Fußbodenbelag mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Bei Paneelen seitlich Klebmaterial vorzusehen, welches von einem passiven in einen
aktiven Zustand überführbar ist, erleichtert und beschleunigt eine Verlegung wesentlich.
[0013] Durch die vorliegende Erfindung kann erreicht werden, die bisher im Zuge des Verlegens
der Paneele und bei deren Aneinanderfügen zu einem größeren Flächengebilde, insbesondere
zu einer Bodenfläche, also die erst am Ort der Verlegung vorzunehmende Ein- bzw. Aufbringung
des frischen Leims, Klebemittels oder dergleichen in die Nuten und/oder auf die Federn
der Paneele und die damit verbundenen, wie soeben beschriebenen, Unzukömmlichkeiten
und Unannehmlichkeiten zu vermeiden und den Vorgang des Bindemittel-Ein- bzw. -Auftrages
vom Paneel-Verlege- und Verklebe-Ort weg, an den Ort der Erzeugung der Paneele zu
verlegen und gleich in den Paneel-Produktionsprozess zu integrieren.
[0014] Gegenstand der Erfindung ist demnach ein Bodenbelag, bei welchen die Nuten und/oder
die Federn der einzelnen Paneele bzw. einzelne Flächenbereiche derselben mit einer
Füllung, Beschichtung oder mit einem Strang aus einem klebe-latenten, beim seitlichen
Aneinanderfügen der Paneele über ihre Nut(en) und Feder(n) Klebe-Eigenschaft entwickelnden
Klebermaterial versehen sind.
[0015] Gemäß der Erfindung ist also mindestens eines der seitlichen Formschlusselemente
der der Paneele, schon von deren Erzeugung her mit einem Belag aus einem klebe-latenten,
sozusagen in einer reversiblen Dauer- oder Trockenform vorliegenden Klebstoff versehen,
welcher durch unproblematisches Vor-Ort Anfeuchten mit Wasser, also z.B. durch Hydratisierung
mittels Sprühvorganges, in die in einer Ausführungsform ursprüngliche klebe-aktive
Form (zurück-) überführbar ist.
[0016] Derart vorab mit einem Klebemittel ausgerüstete Paneele haben den eklatanten Vorteil,
dass die Zahl der Handgriffe und Manipulationsschritte beim Verlegen der Paneele vor
Ort wesentlich reduziert ist und dass der sowohl vom professionellen Handwerker als
auch vom Heimwerker als zeitraubend und unangenehm empfundene Schritt eines mengenmäßig
möglichst gleichmäßigen Ein- und Auftragens einer klebrigen Substanz in ausreichender,
jedoch nicht überschüssiger Menge über jeweils die gesamte seitliche, z.B. bis zu
2 m betragende Länge der Nuten und/oder Federn der Paneele an der Verlegestelle selbst
vermieden ist. Es fällt damit die Problematik eines vorzeitigen Abbindens des Klebstoffes
bei Verzögerungen im Laufe des Verlege-Vorganges, welche ein praktisch fugenfreies
Fügen unmöglich machen, weg, aber auch das oben beschriebene unangenehme Ausquellen
überschüssigen Klebemittels, das möglichst sofort nach dem Austreten aus den Fugen
zu entfernen ist, um Fleckenbildung auf der Dekorschicht zu vermeiden.
[0017] Der Klebstoff ist im bzw. am an die Verlegestelle gelieferten Paneel von vornherein
maschinell und daher wohldosiert aufgetragen. Ein Ausquellen überschüssigen Klebstoffes
auf die Dekoroberfläche beim Aneinanderfügen der Paneele ist somit vermieden. Ferner
ist die Gefahr eines - wie eben beschrieben - "vorzeitigen" Abbindens des Klebstoffes
nicht gegeben.
[0018] Was ganz allgemein verschiedene für die Erfindung in Frage kommenden Klebstoffe betrifft,
so sei dazu folgendes ausgeführt:
[0019] Als erstes seien hier die am häufigsten zum Einsatz kommenden Leime erwähnt Leime
sind Klebstoffe, die aus wasserlöslichen tierischen (Glutin, Casein), pflanzlichen
(Stärke, Dextrin, Celluloseether) oder synthetischen (z. B. Polyacrylsäure-Derivate,
Polyvinylalkohol, Polyvinylpyrrolidon) Polymeren und Wasser als Lösungsmittel bestehen.
Sie gehören zu der Klasse der einkomponentigen, kalt abbindenden Klebstoffe, bei denen
das Lösungsmittel (Wasser) während des Prozesses des Verklebens aufgesaugt wird, entweicht
oder dergleichen. Die aufgetragenen Leime erstarren beim Erkalten gallertartig und
trocknen meist zu einer transparenten Masse ein. Diese löst sich beim Kontakt mit
Wasser zu einem Gel mit hoher Klebkraft auf.
[0020] Speziell für im Rahmen der Erfindung einsetzbare Leime seien hier genannt. Es eignen
sich sowohl vollsynthetische Leime, wie Kunstharzleime, z.B. Polyvinylacetat-Holzleim,
als auch solche pflanzlicher Herkunft, wie Dextrin-, Stärke-, Sago- oder Tapioka-Leim,
und tierischer Provenienz, wie Haut-, Leder-, Knochen- und Casein-Leime. Neben den
bisher genannten physikalisch abbindenden Leimen lassen sich auch chemisch abbindende
Leime einsetzen, wie z.B. solche auf Basis von Harnstoff-, Melamin-, Phenol- oder
Kresolharzen.
[0021] In Frage kommen ferner z.B. sogenannte Alleskleber. Meist sind dies Lösungen oder
Dispersionen von Polymeren, z.B. Cellulosenitrat, Polyvinylacetat, Polyacrylate u.a.,
mit (alkoholhaltigen) Estern und/oder Ketonen bzw. Wasser als Lösungsmittel oder Wasser
als Dispersionsmittel. Alleskleber binden durch Abgeben des Lösungs-/Dispersionsmittels
an die Atmosphäre (Verdunsten) oder an zu verklebende (poröse) Substrate ab. Bei den
Paneelen gemäß der Erfindung sind sie im "nassen" bzw. gelartigen Zustand in die Nuten
und/oder auf die Federn derselben ein- bzw. aufgetragen und es wird ihnen dann das
jeweilige Lösungs- bzw. Dispersionsmittel entzogen und damit wird eine Überführung
in eine lagerungsstabile Dauerform erzielt.
[0022] Gemäß der Erfindung ist eine Belegung der Formschlusselemente, also der Nuten und/oder
Federn der Paneele, mit einem klebe-latenten Belag vorgesehen, der durch entsprechende
Aktivierung beim Verlegevorgang in den klebebereiten bzw. -fähigen Zustand überführt
wird, und zwar durch eine einfache Überführung von einer Trocken- oder Dauerform eines
ursprünglich schon fertig bereitet gewesenen Klebemittels durch Anfeuchten mit Wasser.
[0023] Gemäß einer nächsten bevorzugten Ausführungsform sind die Formschlusselemente des
Belages mit einem aktivierbaren Kleber versehen. Ferner ist ein ursprünglich mit Wasser
bereitetes, sei dies nun ein damit bzw. darin gel-artig gelöstes oder darin dispergiertes
Klebmittel, ein derartiger Leim oder dergleichen, im frischen "nassen" Zustand als
Beschichtung aufgebracht und dann dort "getrocknet" worden. Durch Aufbringen von Wasser,
sei dies nun direkt auf die eingetrocknete KleberSchicht oder durch einen indirekten
intensiven Kontakt mit auf ein (Gegen)Formschlusselement eines benachbarten und anzufügenden
Paneels aufgebrachtem Wasser wird beim Aneinanderfügen der Paneele der "trockene"
Kleber aktiviert und in den aktiv klebebereiten Zustand zurücküberführt. Das Auftragen
des wässerigen Aktivators kann z.B. durch ein einfaches dosiertes Aufsprühen oder
Auftragen desselben mittels Schwammgummi oder dergleichen auf die jeweilige(n) Fläche(n)
der Formschlusselemente der Paneele erfolgen.
[0024] Bindemittel, Kleber bzw. Leime oder dergleichen, welche sich für diese Art der Reaktivierung
besonders eignen, werden im Anspruch 2 konkret genannt. Ein Schnellbinder- und Montageleim
auf Polyvinylacetat-Basis ist beispielsweise Dorus MDO 55 (Firma: Henkel).
[0025] Nicht zuletzt ist im Zusammenhang mit Holzwerkstoff-Laminaten auf folgende Zukunftstrends
hinzuweisen:
[0026] Aufgrund der sich stetig verändernden Marktsituation besteht von Seiten der Laminat-Industrie,
der Verarbeiter und der Selbstverleger der Wunsch nach klebstofffreien Laminat-Verlege-Systemen,
also nach Systemen, bei denen der seitliche Zusammenhalt der Paneele auf einem Einschnapp-,
bzw. Klickverschluss mittels entsprechende Querschnitte aufweisender Nuten und Federn
basiert.
[0027] Bei einem ersten System schnappt eine an ihrer Frontflanke durch eine entsprechend
gestaltete, blattfederartig auseinander drängbare Fedemut mit hinterschneidendem Nutgrund
geteilte Feder über eine vom Grund der Nut des Nachbarpaneels aufragende und entsprechend
mit verdicktem freiem Rand gestaltete "Kupplung". Damit wird ein schnappmechanik-unterstützter
Formschluss und somit ein an sich eines Klebstoffes nicht bedürfender, seitlicher
Zusammenhalt der Paneele erzielt.
[0028] Bei einer zweiten Art eines Klickverschlusses von Nuten und Federn der Paneele ist
ebenfalls eine geteilte Feder vorgesehen. Beim Fügen werden die beiden Federteile
durch einen Steg, der von der Nut des Nachbarpaneels aufragt, auseinandergedrückt.
Durch entsprechende Hinterschneidungen wird ein fester eingeklinkter Zusammenhalt
der Paneele nach vollem Zusammenschub derselben erreicht.
[0029] Besonders einfach sind Nut- und Feder-Klick-Systeme einer dritten Art, bei welchen
nur eine hinterschnittene, beim Fügen durch das Eindringen einer rand-verdickten Feder
des Nachbar-Paneels auseinander drängbare Nut vorgesehen ist, welche sich beim Einschnappen
der Federverdickung in die Hinterschneidungszone der Nut wieder schließt, womit eine
mechanische Verklinkung bzw. Verhakung erfolgt.
[0030] Es hat sich nun im Rahmen umfangreicher Untersuchungen gezeigt, dass es bei diesen
selbst-zusammenhaltenden Klick-System-Paneelen auch günstig sein kann, neben dem Feuchtigkeitsschutz
den Zusammenhalt der Paneele zusätzlich durch Leimaufträge zu steigern. Es ist, siehe
eingangs, verständlich, dass bei, mit - mit seitlichen Schnapp-Formschlusselementen
ausgestatteten - Paneelen zu verlegenden Belägen dem Verleger ein Vor-Ort-Leimauftrag
auf die Formschlusselemente nicht zugemutet werden kann. Es ist also für diese anspruchsvollen
und entsprechend teuren Paneel-Systeme die vorliegende Erfindung mit dem schon im
Rahmen der Paneel-Erzeugung selbst erfolgenden Leim- bzw. Klebemittelauftrag besonders
wertvoll.
[0031] Was die Aufbringung des Klebstoffes in bzw. auf die Klick-Formschlusselemente betrifft,
kommen alle Klebstoff-Aufbringungs-Methoden in Frage, wie Streichen. Aufwalzen, Dünnschichtgießen
oder dergleichen, wobei darauf zu achten ist, dass der aufgebrachte Klebstofffilm
einerseits der Scherbeanspruchung beim Ineinanderschieben der Schnapp-Formschlusselemente
gewachsen ist und seine Haftung auf dem Paneelsubstrat nicht verloren geht, andererseits
aber in einer gleichmäßigen Schichtdicke im Bereich von bloß 0,3, besser noch von
0,2 mm abwärts vorliegt, da somit der Klebstoff stellenweise zu viel Eigenvölumen
und somit Platzbedarf aufweist und der Formschluss und insbesondere ein ordnungsgemäßes
Verklinken von Nut und Feder nicht mehr möglich ist.
[0032] Bei Belägen aus Paneelen mit Klick-Formschluss konnte durch Klebstoffauftrag eine
Steigerung des Aneinanderhalts der Paneele im Bereich von bis zum Doppelten erzielt
werden. Der typische Wert lag bei etwa +70%.
[0033] In Versuchen zeigte sich bei Paneelen mit den sogenannten Klick- /Snap-Verbindungen,
also Verbindungen, bei denen Paneele durch Formschluss in den genannten zwei Richtungen
miteinander verriegelt sind, eine deutlich verbesserte Verträglichkeit gegenüber Feuchtigkeit
Anhand von Versuchen konnte abgeleitet werden, dass als Fußboden eingesetzte Paneele
mit den sogenannten Klick- / Snap-Verbindungen unvermeidlich nach wenigen Jahren Feuchtigkeitsschäden
aufwiesen. Durch das erfindungsgemäße, beschriebene Verkleben können diese Schäden
im Vergleich zum Stand der Technik über viele Jahre länger vermieden werden.
[0034] Der Vorteil von Paneelen mit den Klick- bzw. Snap-Verbindungen besteht darin, auch
von einem Durchschnittsverbraucher verlegt werden zu können. Durch die Erfindung wird
dieses Produkt deutlich verbessert, ohne dass fachmännisches Können eingesetzt werden
muss.
[0035] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung näher erläutert:
[0036] Es zeigen die Fig. 1 eine schematische Schnittansicht eines Ausschnitts eines erfindungsgemäßen
Belages mit den Seitenflanken zweier aneinander zu fügender Paneele mit den für den
Klebstoff-Auf- bzw. -Eintrag vorgesehenen Flächen, die Fig. 2 eine schematische Schrägansicht
eines Klebstoffauftrages in Strangform auf die Flankenflächen der Nut eines erfindungsgemäßen
kleb-fügbaren Paneels, die Fig. 3 die Schnittansicht zweier aneinander gefügter Paneele
mit gegenseitig verhakbarer, zusätzlich mit Klebstoff-Auftrag verstärkter Nut-Feder-Verbindung
und die Fig. 4 Paneele, die mit einer Drehbewegung verbunden werden.
[0037] Die beiden in der Fig. 1 seitlich im Abstand voneinander nebeneinander angeordnet
gezeigten Paneele 9 und 9' befinden sich in einem Zustand knapp vor der Fügung und
Aneinander-Klebung. Es ist gezeigt, an welchen Stellen die Feder 91 des Paneels 9
und die Nut 92 des mit dem Paneel 9 zu verbindenden Nachbar-Paneels 9' mit einem Klebstoff-Auftrag,
im gezeigten Fall jeweils eine Klebstoff-Schicht 95 mit im wesentlichen gleichmäßiger
Dicke, versehen sein kann. Hiezu ist zu bemerken, dass keineswegs -wie gezeigt- alle
in Frage kommenden Feder-Flankenflächen 911, 912 und sonstigen Feder-Flankenflächen
913 - 915 und/oder Nutflankenflächen 921, 922 bzw. sonstigen Nutflächen 923 - 925
mit einer Klebstoffbeschichtung 95 versehen sein müssen. Je nach Anforderungen an
die Stabilität der Klebung und abhängig von der Art des Klebers kann unter Umständen
z.B. bloß eine der genannten Flankenflächen 911, 912 bzw. 921, 922 oder aber es können
oder müssen jeweils zwei miteinander kooperierende Flankenflächenpaare 911, 921 und/oder
912, 922 der beiden aneinander zu klebenden Paneele 9, 9' klebstoffbeschichtet sein.
In vielen Fällen ist es - wie der Nebenskizze zur Fig. 1 zu entnehmen - bevorzugt,
bloß in die Nut 92 des einen Paneels 9, also in den Nutgrund 920 eine Klebstofffüllung,
einen Klebstoffstrang oder dergleichen einzubringen. Dies ist insbesondere dann der
Fall, wenn die Paneele in erster Linie durch den Kleber miteinander verbunden werden
sollen. Kommt es darauf an, Feuchtigkeitsprobleme zu minimieren, so sollte zumindest
ergänzend die Kontaktfläche zwischen den beiden Paneelen 9, 9', die gemäß Figur 1
einen rechten Winkel mit der Oberfläche der beiden Paneele einschließt und die sich
oberhalb der Flankenfläche 911 befindet, mit einem Kleber versehen sein.
[0038] Sollen Feuchtigkeitsprobleme vermieden werden und wird Klebstoff durch das Zusammenfügen
zweier Paneele verdrängt, so grenzt der werksseitig aufgebrachte Kleber bevorzugt
nicht unmittelbar an die Oberfläche der beiden Paneele an. Er ist statt dessen so
angebracht und dimensioniert, dass er durch den Verdrängungsprozess bis an oder zumindest
nahe die Oberfläche gelangt, nicht jedoch aus der Oberfläche heraüsquillt.
[0039] Die Fig. 2 zeigt - bei ansonsten gleichen Bezugszeichen-Bedeutungen wie in Fig. 1
- wie auf die beiden Flankenflächen 921, 922 der Fuge-Nut 92 eines Paneels 9 jeweils
eine Haftschmelz-Klebstoffraupe 96 aufgetragen ist, wobei sich der Klebstoff beim
Einschieben der Feder eines - nicht gezeigten- anzufügenden und zu verklebenden Nachbarpaneels
letztlich auf die gezeigten NutFlankenflächen 921, 922, eventuell in den Nutgrund
920 und auf die Flankenflächen der nicht gezeigten Feder dünnschichtig verteilt.
[0040] Die Schnittansicht der Fig. 3 zeigt zwei aneinander gefügte Paneele 9, 9', wobei
die Nut 92 etwa schräg nach außen hin sich erweiternde Flanken 921, 922 aufweist,
welche infolge von Randverdickungen 925 am Nuteingang eine Art Hinterschneidung bilden.
[0041] Mit dieser hinterschnittenen Nut kooperieren die beiden schräg aufeinander zulaufenden
Flanken 911,912 der Feder 91, welche im Bereich ihres Ansatzes am Paneel 9 eine beidseitige
Verengung 915 nach Art eines Halses aufweisen.
[0042] In diese Verengung 925 schnappen bei Fügen der Paneele 9, 9' die Randverdickungen
925 der Nut 92 ein, nachdem dieselbe beim Einschub der Feder 91 zuerst aufgeweitet
worden ist. Mit verstärkten Strichen sind die bevorzugten Möglichkeiten bzw. Stellen
des Klebemittel-Auftrags 95 auf den Flanken 921, 922 und/oder 911, 912 von Nut 92
und/oder Feder 91 dargestellt.
[0043] Die Figur 4 zeigt Paneele 9 und 9', die an für sich leimlos durch eine Drehbewegung
um die gemeinsame Fuge verbunden werden können. Aus Feuchtigkeitsschutzgründen wird
erfindungsgemäß ein Kleber in die Fuge eingebracht, der erst nach dem Zusammenfügen
der Paneele aktiviert wird. Bevorzugt werden die Kontaktflächen 1000 und/ oder 1001
mit dem Kleber versehen, die an die Oberfläche der Paneele im Sinne der Erfindung
grenzen. So wird ein Eindringen von Feuchtigkeit von der Oberseite her am wirksamsten
verhindert.
1. Bodenbelag bestehend aus seitlich aneinanderliegend verlegbaren Paneelen (9, 9') aus
Holz oder einem Holzwerkstoff, ausgestattet mit seitlichen, gegebenenfalls gegenseitig
einklink- bzw. einschnappbaren Formschlusselementen, wobei die Formschlusselemente
Nuten (92) und Federn (91) sind, wobei die Nuten und/ oder die Federn der Paneele
bzw. einzelne Flächenbereiche derselben mit einem Klebmaterial versehen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Klebmaterial in Form eines klebe-latenten Belags, insbesondere Beschichtung (95),
aus einem in Trocken- oder Dauerform fertig bereiteten Klebemittel vorgesehen ist,
welches durch Aktivierung beim Verlegevorgang mittels Anfeuchten mit Wasser in den
klebebereiten bzw. - fähigen Zustand überführbar ist.
2. Bodenbelag nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (92) der Paneele (9, 9'), insbesondere eine von deren Flankenflächen (921,
922) mit einer Füllung, insbesondere Beschichtung, aus einem durch Wasserentzug stabilisierten,
jedoch bei Kontakt mit Wasser bzw. Wasserfeuchte aktivierbaren Dispersions-Klebstoff
aus einem Schnellbinder- und Montageleim auf Polyvinylacetat-Basis oder aus einem
Holzleim auf Stärke- und/ oder Protein-Basis versehen sind.
3. Bodenbelag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (95) der Nuten (92) der Paneele (9, 9'), insbesondere von zumindest
einer von deren Flankenflächen (921, 922), durch Wasserentzug stabilisiert, jedoch
bei Kontakt mit Wasser bzw. Wasserfeuchte aktivierbar ist und eine im wesentlichen
gleichmäßige Schichtdicke im Bereich von 0,1 bis 0,4, insbesondere von 0,15 bis 0,25
mm, bei Dicken-Toleranzen im Bereich von ±0,05 mm aufweist.
1. Floor covering comprising panels (9, 9') of wood or a derived timber product that
can be laid in a laterally adjacent manner and are equipped with lateral positive-fit
members which can optionally be mutually latched or snap-locked, wherein the positive-fit
members are grooves (92) and tongues (91), wherein the grooves and/or the tongues
of the panels or individual surface areas thereof, respectively, are provided with
an adhesive material,
characterised in that
the adhesive material is provided in the form of a latent-adhesive layer, in particular
coating (95), of an adhesive agent ready-made in a dry or lasting form which is transferable
into the state in which it is ready for or capable of gluing by activation during
the laying process by means of wetting with water.
2. Floor covering according to Claim 1, characterised in that the grooves (92) of the panels (9, 9'), in particular one of their flank surfaces
(921, 922), are provided with a filling, in particular coating, of a dispersion adhesive
of a polyvinylacetate-based quick-setting and assembly glue or a wood-working glue
based on starch and/or proteins, which dispersion adhesive is stabilised by water
removal but can be activated by contact with water or water moisture.
3. Floor covering according to Claim 1 or 2, characterised in that the coating (95) of the grooves (92) of the panels (9, 9'), in particular of at least
one of their flank surfaces (921, 922), is stabilised by water removal, but activated
by contact with water or water moisture, and has a substantially uniform layer thickness
in the range of from 0.1 to 0.4, in particular from 0.15 to 0.25 mm, with thickness
tolerances in the range of ±0.05 mm.
1. Revêtement de sol constitué par des panneaux (9, 9') en bois ou en un matériau dérivé
du bois, qui peuvent être posés les uns contre les autres en direction latérale, équipés
d'éléments latéraux à complémentarité de forme, que l'on peut le cas échéant mutuellement
encliqueter, respectivement enclencher, les éléments à complémentarité de forme représentant
des rainures (92) et des languettes (91), les rainures et/ou les languettes des panneaux,
respectivement des zones superficielles individuelles desdites rainures et/ou desdites
languettes étant munies d'un matériau adhésif
caractérisé en ce que
le matériau adhésif est prévu sous la forme d'un revêtement, en particulier d'une
enduction (95) à adhésivité latente, constituée d'un adhésif prêt à l'emploi sous
forme sèche ou sous forme permanente qui peut être transformé, par activation lors
du processus de pose, au moyen d'une humidification avec de l'eau, en un état prêt
à coller, respectivement collant.
2. Revêtement de sol selon la revendication 1, caractérisé en ce que les rainures (92) des panneaux (9, 9'), en particulier une de leurs surfaces de flancs
(921, 922), est/sont munie(s) d'une matière de remplissage, en particulier d'une enduction
constituée d'un adhésif de dispersion stabilisé par déshydratation, mais néanmoins
activable par contact avec de l'eau respectivement avec de l'humidité, constitué d'une
colle à montage et prise rapide à base d'acétate de polyvinyle ou bien d'une colle
à bois à base d'amidon et/ou de protéine.
3. Revêtement de sol selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'enduction (95) des rainures (92) des panneaux (9, 9'), en particulier d'au moins
une de leurs surfaces de flancs (921, 922), est stabilisée par déshydratation, mais
peut néanmoins être activée par contact avec de l'eau, respectivement avec de l'humidité
et présente une épaisseur de couche essentiellement uniforme dans la plage de 0,1
à 0,4, en particulier de 0,15 à 0,25 mm avec des tolérances d'épaisseur dans la plage
de ± 0,05 mm.