[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zusammenführen einer in einem ersten
Behältnis aufgenommenen flüssigen Komponente und einer in einem zweiten Behältnis
aufgenommenen festen oder flüssigen Komponente unter sterilen Bedingungen.
[0002] Eine derartige, vormontierbare Vorrichtung ist aus dem Stand der Technik bekannt.
Es handelt sich um ein Gerät zum Überleiten eines Lösungsmittels von einer Flasche
in eine zweite, ein pharmazeutisches Produkt enthaltende Flasche, um das Produkt zu
lösen. Ein solches Überleit-System wird als medizinischer Einmalartikel eingestuft.
Um die Handhabung des Rekonstitutionsprozesses zu vereinfachen, werden die beiden
Glasflaschen in das Überleitgerät vormontiert. Eine sterile Verpackung gewährleistet,
dass die Lagerung des rekonstituierten Produktes bis zu 36 Stunden erfolgen kann.
[0003] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist in der EP 0 737 467 A1 beschrieben.
Dort dient ein einziger Hohlkörper der Aufnahme der beiden Behältnisse. Mit Hilfe
eines Zweischrittmechanismus wird eine gesicherte, gerichtete Überleitung erreicht,
indem zunächst der Verschluss des die flüssige Komponente aufweisenden ersten Behältnisses
mittels einer Kanüle durchstochen wird und dann ein die Kanüle aufnehmender Kanülenträger
mittels diesem Behältnis in Richtung des die feste oder flüssige Komponente aufnehmenden
zweiten Behältnisses verschoben wird, so dass deren Verschluss mittels der Kanüle
durchstochen wird. Der Kanülenträger nimmt eine einzige Kanüle auf, die für das Zusammenführen
der Komponenten ausreicht, da vor dem Anstechen des zweiten Behältnisses in diesem
Vakuum herrscht. Der Kanülenträger ist als plattenförmiger, senkrecht zur Längsrichtung
des die beiden Behältnisse aufnehmenden Hohlkörpers orientierter Körper ausgebildet,
der über Haltestege mit der Innenwandung des Hohlkörpers verbunden ist, wobei die
Haltestege durch Aufbringen einer manuellen Kraft zerreißbar sind, die größer ist
als die Durchdringkraft der Kanüle beim Durchstechen des Verschlussstopfens des zunächst
geöffneten Behältnisses.
[0004] Nachteilig ist bei dieser Vorrichtung, dass der zunächst fest mit dem Hohlkörper
verbundene Kanülenträger nicht definiert vom Hohlkörper getrennt wird. Je nach der
Art der Krafteinleitung, gegebenenfalls einer unsymmetrischen Krafteinleitung, reißen
zunächst Haltestege in einem Bereich des Kanülenträgers, womit die Gefahr besteht,
dass der Kanülenträger und damit die Kanüle in eine bezüglich der Längsrichtung der
beiden Behältnisse gekippte Position schwenken. Die Folge ist, dass insbesondere der
Verschluss des zweiten Behältnisses nicht exakt durchstochen wird und sich Probleme
beim Überleiten der Flüssigkeit, insbesondere unter dem Aspekt des anliegenden Vakuums
ergeben.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art so weiter zu bilden, dass ein exaktes Überleiten der im ersten Behältnis befindlichen
Komponente in das zweite Behältnis gewährleistet ist.
[0006] Die Erfindung schlägt gemäß der Patentansprüche 1 und 2 zwei grundsätzliche Gestaltungen
der Vorrichtung vor. Bei beiden Vorrichtungen, die die Merkmale der Vorrichtung gemäß
der eingangs genannten Art aufweisen, ist ein erster zylindrischer Hohlkörper zur
Aufnahme des ersten Behältnisses im Bereich dessen Verschlusses in einer Aufnahmeöffnung
dieses Hohlkörpers und ein zweiter zylindrischer Hohlkörper zur Aufnahme des zweiten
Behältnisses im Bereich dessen Verschlusses in einer diametral angeordneten Aufnahmeöffnung
vorgesehen.
[0007] Allerdings sind bei der Vorrichtung gemäß der ersten Gestaltung die beiden Hohlkörper
ineinander gesteckt und in deren Längsrichtung geführt relativ zueinander verschiebbar,
ferner ist ein eine topfförmige Baueinheit mit dem ersten Hohlkörper bildender Kanülenträger
mit mindestens einer von diesem aufgenommenen Kanüle versehen. Der erste Hohlkörper
und der Kanülenträger sind somit nicht trennbar, sie stellen eine dauerhafte Baueinheit
dar. Die topfförmige Gestaltung der Baueinheit stellt sicher, dass die Baueinheit,
insbesondere in deren Bereich des ersten Hohlkörpers, präzise im zweiten Hohlkörper
geführt ist. Vorzugsweise bildet der Kanülenträger den Boden des Topfes und der erste
Hohlkörper die Topfwandung, womit der erste Hohlkörper nicht über den Kanülenträger
hinaus verlängert ist. Um eine sehr genaue Führung zu gewährleisten, sollte die Topfwandung
mindestens einen Führungsabschnitt aufweisen, der mit mindestens einem Führungsabschnitt
des zweiten Hohlkörpers zusammenwirkt. Durch die präzise Führung der Baueinheit aufgrund
deren topfförmiger Gestaltung im zweiten Hohlkörper ist sichergestellt, dass die Baueinheit
und damit der Kanülenträger nicht kippt. Bei einer Verschiebebewegung des Kanülenträgers
wird die Kanüle definiert in Längsrichtung der beiden Hohlkörper durch das Verschieben
mittels des ersten Behältnisses in Richtung des zweiten Behältnisses bewegt und durchsticht
dessen Verschluss.
[0008] In aller Regel nimmt der Kanülenträger die Kanüle fest auf, so dass sie nicht in
deren Längsrichtung verschiebbar ist. Vorzugsweise wird von dem Kanülenträger auch
nur eine Kanüle aufgenommen, wobei im zweiten Behältnis Vakuum herrscht. Nach dem
Bewegen des ersten Behältnisses in Richtung des zweiten Behältnisses und dem Durchstechen
des Verschlusses des ersten Behältnisses mittels der Kanüle sowie dem weiteren Vorschieben
des ersten Behältnisses und Durchstechen des Verschlusses gelangt die in dem ersten
Behältnis befindliche flüssige Komponente aufgrund des Vakuums in das zweite Behältnis
und mischt sich mit der dort befindlichen festen oder flüssigen Komponente unter sterilen
Bedingungen.
[0009] Im Sinne der erfindungsgemäßen Lehre gemäß der beiden Gestaltungen sind die Begriffe
"Kanülenträger" und "Kanüle" umfassend zu verstehen. Der Kanülenträger und die Kanüle
können zwei separate Bauteile bilden, wobei der Kanülenträger insbesondere aus Kunststoff
und die Kanüle insbesondere aus Metall besteht. Es ist aber durchaus denkbar, den
Kanülenträger und die Kanüle einteilig zu gestalten, wobei die Kanüle in Art eines
Dornes bzw. Spikes ausgebildet ist. Vorzugsweise besteht diese Baueinheit aus Kunststoff.
Der Dorn/Spike weist entsprechend den Gegebenheiten ein oder zwei Durchgänge auf.
Befindet sich in der zweiten Flasche Vakuum, reicht ein Durchgang aus.
[0010] Bei der Vorrichtung gemäß der zweiten Gestaltung sind, im Unterschied zur ersten
Gestaltung die beiden Hohlkörper ineinander gesteckt und es bilden der erste Hohlkörper
und ein topfförmiger Kanülenträger mit mindestens einer von diesem aufgenommenen Kanüle
separate Bauteile, wobei der erste Hohlkörper und der Kanülenträger ineinander gesteckt
und in Längsrichtung der beiden Hohlkörper geführt relativ zueinander verschiebbar
sind. Bei dieser Variante bilden der erste Hohlkörper und der Kanülenträger keine
Baueinheit. Stattdessen ist der Kanülenträger, um die präzise Führung bei dessen Verschieben
zu gewährleisten, topfförmig ausgeführt. Der erste Hohlkörper dient der Aufnahme des
ersten Behältnisses, während der Kanülenträger der Lagerung der Kanüle und dessen
präziser Führung in Längsrichtung der beiden Hohlkörper dient. Die Funktion der Lagerung
des ersten Hohlkörpers und der Lagerung der Kanüle ist bei dieser Gestaltung somit
auf zwei grundsätzliche Bauteile verlagert, im Gegensatz zu der ersten Lösung. Selbstverständlich
kann, bei beiden Gestaltungen, der Kanülenträger durchaus der Aufnahme von mehr als
einer Kanüle dienen, je nach dem Anwendungsfall.
[0011] Während bei der ersten Gestaltung der erste Hohlzylinder im Bereich des Kanülenträgers
geschlossen ist, ist er bei der zweiten Gestaltung beidseitig offen. Bei dieser Gestaltung
sollte die Topfwandung mindestens einen Führungsabschnitt aufweisen, der mit mindestens
einem Führungsabschnitt des ersten Hohlkörpers zusammenwirkt. Zweckmäßig ist der erste
Hohlkörper bei in diesen eingesetztem ersten Behältnis im zweiten Hohlkörper unverschieblich
gelagert. Ist das erste Behältnis in den ersten Hohlkörper eingesetzt, erfolgt beim
Vorschieben des ersten Behältnisses nur ein Vorschieben des topfförmigen Kanülenträgers.
[0012] Zweckmäßig weist der mit dem Kanülenträger eine Baueinheit bildende erste Hohlkörper
bzw. der topfförmige Kanülenträger Rastmittel zum Rastieren in unterschiedlichen Positionen
des Kanülenträgers in komplementären Rastmitteln des zweiten Hohlkörpers auf. Diese
Rastmittel stellen ein definiertes Verschieben des Kanülenträgers und damit der Kanüle
sicher. Soll der Verschluss des ersten Behältnisses durchstochen werden, bevor der
Kanülenträger vorgeschoben wird und bevor er in Kontakt mit dem Verschluss des zweiten
Behältnisses gelangt, muss die Rastierung des Kanülenträgers in dieser Position so
dimensioniert werden, dass er sich bei Kontakt des Verschlusses des ersten Behältnisses
mit der Kanüle nicht verschiebt. Erst dann, wenn die Kanüle diesen Verschluss durchstochen
hat, gelangt das erste Behältnis bzw. dessen Verschluss in Anlage zum Kanülenträger
oder einem mit diesem verbundenen Bauteil, so dass beim Vorschieben des ersten Behältnisses
der Kanülenträger durch die extern aufgebrachte Kraft verschoben wird. ― Grundsätzlich
wäre es auch denkbar, die Durchstichfestigkeit des Verschlusses des zweiten Behältnisses
größer zu wählen als die des Verschlusses des ersten Behältnisses, so dass der Verschluss
des zweiten Behältnisses den Widerstand bezüglich der Kanüle aufbringt, der beim Vorschieben
des ersten Behältnisses dazu führt, dass dessen Verschluss durchstochen wird. In diesem
Fall wäre die vorgenannte Rastierung nicht erforderlich.
[0013] Die zweite Rastierung dient dem Fixieren des Kanülenträgers bzw. eines mit diesem
verbundenen Bauteiles in der maximal vorgeschobenen Stellung. Sie stellt sicher, dass
beim Entnehmen des zweiten Behältnisses aus dem zweiten Hohlkörper der Kanülenträger
nicht nachgezogen wird und demzufolge die Kanüle aus dem Verschluss des zweiten Behältnisses
gezogen wird.
[0014] Wesentliche Aspekte der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegen somit in der Handhabungssicherheit
und Robustheit bei der Anwendung durch eine neue Konstruktion des Kanülenträgers,
der nicht mehr fest mit einem zylindrischen Hohlkörper verbunden und nicht mehr als
Scheibe ausgeführt ist. Die Gestaltung als "Topf" ermöglicht eine sehr viel stärker
geführte Bewegung bei der Aktivierung nach dem Prinzip "Kolben im Zylinder". Bei Verwendung
einer einzigen Kanüle und unter Vakuumbedingungen im zweiten Behältnis erfolgt die
Aktivierung der Vorrichtung in senkrecht orientierter Position durch Druck auf das
oben befindliche erste Behältnis.
[0015] Vorzugweise ist der erste und/oder zweite Hohlkörper im Bereich seines behälterseitigen
Endes segmentförmig ausgebildet. Dies ermöglicht es, den jeweiligen Behälter präzise
im zugeordneten Hohlkörper zu fixieren, allerdings den Behälter relativ zum Hohlkörper
zu bewegen, wobei die Segmente nach außen gespreizt werden. Die Segmente bilden insbesondere
Spreizlappen, die eine Bördelkappe des jeweiligen Behältnisses umgreifen. Die Vorrichtung
wird insbesondere im Zusammenhang mit Behältnissen, die als Fläschchen ausgebildet
sind, verwendet. Es handelt sich vorzugsweise um Glasfläschchen mit einem Füllvolumen
von 1 bis 10 ml.
[0016] Vorzugweise weist die Vorrichtung eine visuelle Endpunktsanzeige an, bei der durch
Sichtfenster das Erreichen der Endposition des Kanülenträgers und damit das Durchstechen
des Verschlusses des zweiten Behältnisses mittels der Kanüle nachvollzogen werden
kann. Der zweite Hohlkörper ist hierzu seitlich mit dem oder den Sichtfenstern versehen.
[0017] Zum unmittelbaren Gebrauch ist die Vorrichtung, das heißt mit den beiden in den Hohlkörpern
vormontierten Behältnissen in eine Verpackung, insbesondere eine Weichplister-Verpackung,
eingesiegelt. Es besteht somit während der Rekonstitutionsprozedur keine Gefahr der
mikrobiologischen Kontamination, da der Überleitvorgang innerhalb der sterilen äußeren
Verpackung stattfinden kann, und sie zudem ein Lagern des rekonstituierten Produktes
unter sterilen Bedingungen ermöglicht. Die erfindungsgemäße Vorrichtung verhindert
überdies die Handhabung von Kanülen mit frei zugänglichen Kanülenspitzen. Es besteht
keine Gefahr einer Verletzung während des Entnehmens der Produktflasche nach der Rekonstitution,
weil der Kanülenträger im Gerät zurückgehalten wird. Die Vorrichtung ist wegen der
Vormontage der relevanten Bauteile unmittelbar verfügbar. Innerhalb kurzer Zeit kann
die Überleitung der Flüssigkeit vom ersten in das zweite Behältnis erfolgen. Dies
bedingt eine erhebliche Zeiteinsparung während des Vorbereitungsprozesses. Die Rekonstitution
kann durch eine einzige Person entweder schon vorher vorbereitet werden oder direkt
im Sterilbereich eines Operationsraumes stattfinden.
[0018] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Patentansprüchen, der Beschreibung der
Figuren sowie den Figuren selbst dargestellt.
Beispiele
[0019] In den Figuren ist die Erfindung anhand mehrerer Ausführungsbeispiele veranschaulicht,
ohne auf diese beschränkt zu sein. Es zeigt:
- Figur 1
- eine erste Ausführungsform (eingangs erste Gestaltung genannt) der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in vormontiertem Zustand, im Querschnitt veranschaulicht,
- Figur 2
- in einer Explosionsdarstellung die einzelnen Teile der in Figur 1 gezeigten Vorrichtung,
- Figur 3
- Darstellungen a bis f zur Veranschaulichung des Zusammenbaus und der Aktivierungsschritte
der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Vorrichtung,
- Figur 4
- eine zweite Ausführungsform (eingangs zweite Gestaltung genannt) der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in vormontiertem Zustand, im Querschnitt veranschaulicht,
- Figur 5
- in einer Explosionsdarstellung die einzelnen Teile der in Figur 4 gezeigten Vorrichtung,
- Figur 6
- Darstellungen a bis f zur Veranschaulichung des Zusammenbaus und der Aktivierungsschritte
der in den Figuren 4 und 5 gezeigten Vorrichtung,
- Figuren 7A bis D
- Darstellungen der in eine Blisterfolie eingeschweißten erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0020] Die Figuren 1 und 2 veranschaulichen die erfindungsgemäße Vorrichtung, auch als Überleit-System
1 bezeichnet, in einer dreiteiligen Ausführungsform.
[0021] Ein erster Hohlkörper 2 dient der verschiebbaren Aufnahme eines topfförmigen Kanülenträgers
3 und ist in den zweiten Hohlkörper 4 einsteckbar. Der Hohlkörper 2 dient als Halterung
für eine Lösungsmittelflasche und ist zu diesem Zweck mit diversen parallel zur Längsachse
des zylindrischen Hohlkörpers 2 angeordneten flexiblen Segmenten 5 versehen. Diese
tragen nach innen gerichtete Wülste 6. Die Öffnung 7 des Hohlkörpers 2, die beim Gebrauch
des Überleitsystems oben liegt, dient der Aufnahme der Lösungsmittelflasche. Im Bereich
der unteren Öffnung 8 ist der Hohlkörper 2 mit einem inneren Führungsabschnitt 9 für
den von dieser aufgenommenen Kanülenträger 3 versehen, der eine äußere komplementäre
Führungsfläche 10 aufweist, so dass der Kanülenträger 3 mit geringem Spiel im Hohlkörper
2 geführt ist.
[0022] Der topfförmige Kanülenträger 3 nimmt im Bereich seines Bodenabschnittes 11 fest
eine zentrale, axial gerichtete Transferkanüle 12 auf, die mit spitzen Enden versehen
ist. Die Länge der Transferkanüle 12 ist so bemessen, dass deren jeweiligen Überstände,
bezogen auf den Bodenabschnitt 1 des Kanülenträgers 3, ausreichen, um die Verschlüsse
der mit der Vorrichtung zusammenwirkenden Behältnisse zu durchstechen.
[0023] Der zweite Hohlkörper 4 dient der Aufnahme des ersten Hohlkörpers 2 und des Kanülenträgers
3 in seiner vorgeschobenen Position. Das auf die Gebrauchslage der Vorrichtung bezogene
untere Ende des Hohlkörpers 4 ist entsprechend der Gestaltung des Hohlkörpers 2 mit
flexiblen Segmenten 13 versehen, die ihrerseits nach innen gerichtete Wülste 14 aufweisen.
Durch die diesen Segmenten 13 zugeordnete Öffnung 15 des Hohlkörpers 4 wird das zweite
Behältnis, das die feste oder flüssige Komponente aufnimmt, in den Hohlkörper 4 eingesteckt.
Im Bereich der anderen Öffnung 16 ist der Hohlkörper 4 erweitert, so dass bei in diesem
eingestecktem Hohlkörper 2 dessen flexible Segmente ausreichend Platz haben, um nach
außen gespreizt zu werden. Gehalten wird der Hohlkörper 2 im Hohlkörper 4 im Bereich
seines unteren, äußeren Führungsabschnittes 17, der mit einer umlaufenden Rastnut
18 versehen ist, in die im Bereich des komplementären inneren Führungsabschnittes
19 ein dortiger umlaufender Rastvorsprung 20 eingreift. In eingesteckter Position
des Hohlkörpers 2 ist dieser somit bezüglich des Hohlkörpers 4 fixiert.
[0024] Auch der Kanülenträger 3 weist im Bereich seines äußeren Führungsabschnittes 10 einen
umlaufenden Rastvorsprung 21 auf, der in der weitgehend von der Bodenöffnung 11 entfernten
Stellung mit einer Erweiterung 22 im Hohlkörper 4 zusammenwirkt. Wird der Kanülenträger
3 durch Aufbringen einer in Richtung der Öffnung 15 gerichteten Kraft beaufschlagt,
wird der Kanülenträger 3 vorgeschoben, bis dessen Rastvorsprung 21 mit einer weiter
vorn im Hohlkörper 4 befindlichen Rastnut 23 des Hohlkörpers 4 rastiert. In dieser
Position liegt der Kanülenträger 3 mit seinem Bodenabschnitt 11 an einem umlaufenden
Ringvorsprung 24 des Hohlkörpers 4 an.
[0025] In vollständig vorgeschobener Position des Kanülenträgers 3 ist dessen Stellung durch
Sichtfenster 39 erkennbar, die als Löcher im Hohlkörper 4 ausgebildet sind.
[0026] Figur 1 veranschaulicht den Montagezustand des Überleit-Systems 1 bei in den Hohlkörper
4 eingesetztem Hohlkörper 2, vor dem Vorschieben des Kanülenträgers 3 in Richtung
der Öffnung 15 im Hohlkörper 4.
[0027] Alle Teile des insoweit beschriebenen Überleit-Systems 1 bestehen aus Kunststoff,
bis auf die Metallkanüle 12.
[0028] Figur 3 zeigt die unterschiedlichen Schritte beim Zusammenbau und bei der Aktivierung
des Überleit-Systems 1. Zum Schritt a ist die Einzelteildarstellung gemäß Figur 2
veranschaulicht, ferner die zum Einstecken in den Hohlkörper 2 vorgesehene Glasflasche
25, die das Lösungsmittel aufnimmt. Die Flasche 25 ist mit einem elastischen, durchstechbaren
Verschluss 26 versehen und weist im Bereich des Verschlusses eine Bördelkappe 27 auf.
Entsprechend ist die andere, die feste oder flüssige Komponente aufnehmende Glasflasche
28 gestaltet, die von unten in den Hohlkörper 4 einsetzbar ist. Bei der in Figur 3
gezeigten Orientierung ― Glasflasche 25 oben und Glasflasche 28 unten ― wird, ausgehend
vom Montagezustand des Überleit-Systems 1 gemäß Figur 1 bzw. Montagezustand b. in
Figur 3, die Glasflasche 25 in den Hohlkörper 2 und die Glasflasche 28 in den Hohlkörper
4 eingesteckt. Hierbei hintergreifen, wie zu c. in Figur 3 verdeutlicht, die Wülste
6 der Segmente 5 und die Wülste 14 der Segmente 13 die Flaschen 25 bzw. 28, wobei
die Flasche 28 am Ringvorsprung 24 des Hohlkörpers 4 anliegt. Werden die beiden Flaschen
25 und 28 nunmehr aufeinander zugedrückt oder die Glasflasche 25 in den Hohlkörper
2 weiter eingedrückt, durchsticht die Kanüle 12 des in seiner Position verbleibenden
Kanülenträgers 3 den Verschluss 26 der Flasche 25, wobei beim Vorschieben der Flasche
über den einen größeren Durchmesser aufweisenden Flaschenkörper die Segmente 5 des
Hohlkörpers 1 nach außen gespreizt werden. Dieser Zustand ist zu d. in Figur 3 veranschaulicht.
Wird weiter Kraft auf die beiden Flaschen 25 und 28 ausgeübt bzw. die Flasche 25 weiter
in den Hohlkörper 2 hineinbewegt, führt dies, aufgrund der Anlage der Flasche 25 am
Kanülenträger 3 zu dessen Verschiebung in Richtung der Öffnung 15 des Hohlkörpers
4. Hierbei durchsticht das andere Ende der Kanüle 12 den Verschluss 26 der Flasche
28. Bei Erreichen dieses Stadiums, das unter e. in Figur 3 veranschaulicht ist, durchsetzt
der Rastvorsprung 21 des Kanülenträgers 3 die Rastnut 23 im Hohlkörper 4. Nach dem
Überleiten der Flüssigkeit in die Flasche 28 wird diese aus dem Überleit-System 1
herausgezogen. Dieser Zustand ist unter f. in Figur 3 veranschaulicht.
[0029] Die Ausführungsform gemäß der Figuren 4 und 5 unterscheidet sich von derjenigen nach
den Figuren 1 und 2 dadurch, dass statt der beiden Bauteile ― Hohlkörper 2 und Kanülenträger
3 ― ein Bauteil 29 vorgesehen ist, das die Funktion dieser beiden Bauteile in sich
vereinigt. Mit der Ausführungsform gemäß der Figuren 1 und 2 sowie der Funktionsdarstellung
gemäß Figur 3 übereinstimmende Bauteile sind in den Figuren 4 und 5 sowie der Funktionsdarstellung
nach Figur 6 der Einfachheit halber mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
[0030] Wie der Darstellung der Figuren 4 und 5 zu entnehmen ist, ist die Baueinheit 29 topfförmig
ausgebildet und wird durch den zylindrischen Hohlkörper 2 und den Kanülenträger 3
gebildet. Die Baueinheit 29 ist mit einem äußeren umlaufenden Rastvorsprung 30 versehen,
dessen Funktion der des Rastvorsprunges 21 am Kanülenträger 3 bei der Ausführungsform
gemäß der Figuren 1 und 2 entspricht. Der äußere Führungsabschnitt 31 der Baueinheit
29 wirkt mit dem inneren Führungsabschnitt 32 des Hohlkörpers 4 zusammen, der in den
beiden Funktionsstellungen des Kanülenträgers 3 der Baueinheit 29 mit inneren Rastnuten
33 bzw. 34 versehen ist, die in ihrer Funktion der Erweiterung 22 bzw. der Rastnut
23 des Hohlkörpers 2 bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform entsprechen.
[0031] Bezogen auf die Darstellung der Figur 4 und der Figur 6 werden nach dem Montieren
des Überleit-Systems 1 die Flaschen 25 und 28 in dieses eingesteckt, wobei die obere
Flasche 25 mit ihrer Bördelkappe 27 in einen umlaufenden Rücksprung 35 der flexiblen
Segmente 5 der Baueinheit 29 eingreift. Beim weiteren Vorschieben der Flasche 25 vom
Zustand c. in den Zustand d. in Figur 6 werden über den Flaschenkörper die Segmente
5 nach außen gespreizt und die Bördelkappe 27 der Flasche 25 gegen den Kanülenträger
3, insbesondere im Bereich des Vorsprunges 36, der die Kanüle 12 trägt, bewegt. Beim
weiteren Vorschieben der Flasche 25 wird die Baueinheit 29 mit ihrem Rastvorsprung
30 aus der Rastnut 33 des Hohlkörpers 4 herausbewegt. Die untere Endstellung des Kanülenträgers
3 ist zu e. in Figur 6 veranschaulicht; in dieser Position hat der Rastvorsprung 30
der Baueinheit 29 die Rastnut 34 des Hohlkörpers 4 erreicht und die Kanüle 12 hat
den Verschluss 26 der unteren Flasche 28 durchstochen. Die Entnahmesituation dieser
Flasche ist zu f. in Figur 6 verdeutlicht.
[0032] Die Figuren 7A bis 7D veranschaulichen ein in eine Blisterfolie eingeschweißtes Überleit-System
1 mit den in dieses eingesetzten Flaschen 25 und 28, in einem Zustand, wie er in den
Figuren 3 und 6 zum Stadium c. veranschaulicht ist. Die Blisterfolie 37 ist mit einem
Siegelpapier 38 verschweißt, das vorzugsweise für ein Sterilisationsmittel durchgängig
ist.
[0033] Figur 7A zeigt die Anordnung in einer Draufsicht, Figur 7B diese in einer Seitenansicht,
die Figuren 7C und 7D stellen Schnitte gemäß der Linien A-A und B-B in Figur 7A dar.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Überleitsystem
- 2
- erster Hohlkörper
- 3
- Kanülenträger
- 4
- zweiter Hohlkörper
- 5
- flexible Segmente
- 6
- Wulst
- 7
- Öffnung
- 8
- Öffnung
- 9
- Führungsabschnitt
- 10
- Führungsabschnitt
- 11
- Bodenabschnitt
- 12
- Transferkanüle
- 13
- Segment
- 14
- Wulst
- 15
- Öffnung
- 16
- Öffnung
- 17
- Führungsabschnitt
- 18
- Rastnut
- 19
- Führungsabschnitt
- 20
- Rastvorsprung
- 21
- Rastvorsprung
- 22
- Erweiterung
- 23
- Rastnut
- 24
- Ringvorsprung
- 25
- Glasflasche
- 26
- Verschluss
- 27
- Bördelkappe
- 28
- Glasflasche
- 29
- Baueinheit
- 30
- Rastvorsprung
- 31
- Führungsabschnitt
- 32
- Führungsabschnitt
- 33
- Rastnut
- 34
- Rastnut
- 35
- Rücksprung
- 36
- Vorsprung
- 37
- Blisterfolie
- 38
- Siegelpapier
- 39
- Sichtfenster
1. Vorrichtung zum Zusammenführen einer in einem ersten Behältnis aufgenommenen flüssigen
Komponente und einer in einem zweiten Behältnis aufgenommenen festen oder flüssigen
Komponente unter sterilen Bedingungen, gekennzeichnet durch einen ersten zylindrischen Hohlkörper (2) zur Aufnahme des ersten Behältnisses (25)
im Bereich dessen Verschlusses (26) in einer Aufnahmeöffnung (7) dieses Hohlkörpers
(2) und einen zweiten zylindrischen Hohlkörper (4) zur Aufnahme des zweiten Behältnisses
(28) im Bereich dessen Verschlusses (26) in einer diametral angeordneten Aufnahmeöffnung
(15), wobei die beiden Hohlkörper (2, 4) ineinander gesteckt und in deren Längsrichtung
geführt relativ zueinander verschiebbar sind, sowie ein eine topfförmige Baueinheit
(29) mit dem ersten Hohlkörper (2) bildender Kanülenträger (3) mit mindestens einer
von diesem aufgenommenen Kanüle (12) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanülenträger (3) den Boden des Topfes und der erste Hohlkörper (2) die Topfwandung
bildet.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Topfwandung mindestens einen Führungsabschnitt (31) aufweist, der mit mindestens
einem Führungsabschnitt (32) des zweiten Hohlkörpers (4) zusammenwirkt.
4. Vorrichtung zum Zusammenführen einer in einem ersten Behältnis aufgenommenen flüssigen
Komponente und einer in einem zweiten Behältnis aufgenommenen festen oder flüssigen
Komponente unter sterilen Bedingungen, gekennzeichnet durch einen ersten zylindrischen Hohlkörper (2) zur Aufnahme des ersten Behältnisses (25)
im Bereich dessen Verschlusses (26) in einer Aufnahmeöffnung (7) dieses Hohlkörpers
(2) und einen zweiten zylindrischen Hohlkörper (4) zur Aufnahme des zweiten Behältnisses
(28) im Bereich dessen Verschlusses (26) in einer diametral angeordneten Aufnahmeöffnung
(15), wobei die beiden Hohlkörper (2, 4) ineinander gesteckt sind, der erste Hohlkörper
(2) und ein topfförmiger Kanülenträger (3) mit mindestens einer von diesem aufgenommenen
Kanüle (12) separate Bauteile bilden, sowie der erste Hohlkörper (2) und der Kanülenträger
(3) ineinander gesteckt und in Längsrichtung der beiden Hohlkörper (2, 4) geführt
relativ zueinander verschiebbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hohlzylinder (2) beidseitig offen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Topfwandung mindestens einen Führungsabschnitt (10) aufweist, der mit mindestens
einem Führungsabschnitt (9) des ersten Hohlkörpers (2) zusammenwirkt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hohlkörper (2) bei in diesen eingesetztem ersten Behältnis (25) im zweiten
Hohlkörper (4) unverschieblich gelagert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste (2) und/oder zweite Hohlkörper (4) im Bereich seines behälterseitigen Endes
(7, 15) segmentartig (Segmente 5 bzw. 13) ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (5, 13) Spreizlappen bilden, die eine Bördelkappe (27) des Behältnisses
(25 bzw. 28) umgreifen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanülenträger (3) mit einer einzigen Kanüle (12) bestückt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Behältnisse (25, 28) als Fläschchen ausgebildet sind, insbesondere als Fläschchen
mit einem Füllvolumen von 1 bis 10 ml.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Hohlkörper (4) seitlich mit einer oder mehreren Sichtfenstern (39) zur
Anzeige der Stellung des Kanülenträgers (3) versehen sind.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass Rastmittel (21, 30) zum Rastieren des Kanülenträgers (3) oder des ersten Hohlkörpers
(2) in unterschiedlichen Positionen des Kanülenträgers (3) in komplementären Rastmitteln
(22, 23, 33, 34) des zweiten Hohlkörpers (4) vorgesehen sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Hohlkörper (2, 4) mit den vormontierten Behältnissen (25, 28) in eine
Verpackung, insbesondere eine Weichblister-Verpackung (37, 38), sterilisierbar eingesiegelt
sind.