[0001] Die Erfindung beschreibt einen Gehäusedeckel für eine Verbrennungskraftmaschine,
insbesondere Zylinderkopfhauben oder Ölwannen, zum lösbaren, flüssigkeitsdichten Befestigen
am Motorblock, mit einem elastomeren Dichtungsprofil am Rand des Gehäusedeckels wobei
am Rand des Gehäusedeckel innenseitig eine in Richtung des Motorblocks gerichtete
axiale Verlängerung vorgesehen ist, die axial über eine Dichtfläche hinausragt und
dass mindestens zwischen der axialen Verlängerung und dem Motorblock eine Dichtung
angeordnet ist, wobei die Dichtung als separates Teil ausgeführt und mit der Verlängerung
verbunden ist
[0002] Bei Motoren, insbesondere bei Verbrennungskraftmaschinen, läßt es sich nicht vermeiden,
dass ein Bauteil, wie beispielsweise der Motorblock, während des Betriebs des Motors
schwingt. Diese Schwingungen können zu einer unangenehmen Geräuschentwicklung führen.
Damit die Schwingungen des Bauteils nicht bzw. nur gedämpft auf die an das Bauteil
angebauten Anbauteile übertragen werden, ist es allgemein üblich elastomere Dichtungsprofile
in die Anbauteile zu integrieren, die dann für eine akustische Entkopplung der Anbauteile
sorgen. Durch diese Maßnahme kann die Geräuschentwicklung häufig beträchtlich reduziert
werden. Bei den an das Bauteil angebrachten Anbauteilen handelt es sich vornehmlich
um Gehäusedeckel, wie beispielsweise Zylinderkopfhauben oder Öldeckel, von Verbrennungskraftmaschinen.
Bei dieser akustischen Entkopplung des Gehäusedeckels wird ein elastomeres Dichtungsprofil
zwischen dem Gehäusedeckel und dem Motorblock positioniert. Die Auflagefläche des
Dichtungsprofils auf dem Motorblock wird dabei als Dichtfläche bezeichnet.
Nachteilig beim Einsatz von Elastomeren ist, dass diese einer mehr oder weniger großen
Relaxation unterworfen sind. Der Relaxation wird unter anderem mit kombinierten Entkopplungseinrichtungen
entgegengearbeitet.
[0003] So wird in der
US 5,255,647 eine Schwingungsentkopplungseinrichtung für einen Gehäusedeckel vorgeschlagen, bei
der neben einer Schraubenentkopplung ein Entkopplungselement als Dichtungsprofil im
Deckelrand angeordnet ist. Dabei dient das Dichtungsprofil zur Abdichtung eines innerhalb
des Gehäusedeckels vorgesehenen Innenraums und zur schwingungsmäßigen Entkopplung
zwischen dem Gehäusedeckel und dem Motorblock und die Schraubenentkopplung unter anderem
dazu der Relaxation und einer damit verbundenen Gefahr von Undichtigkeiten entgegenzutreten.
Werden solche Gehäusedeckel aus Kunststoff gefertigt, so besteht wegen der im allgeimein
geringen Steifigkeit im Gegensatz zu Metallen die Gefahr, dass es zu einem Verschieben,
d.h. zu einem Wandern in Folge von Relaxation oder Verformung des Deckelrands des
Gehäusedeckels zwischen den Befestigungsschrauben kommt, wobei die Gefahr des Verschiebens
bei metallischen Gehäusedeckeln natürlich auch besteht. So wird durch die Schraubenentkopplung
zwar einer Relaxation des Dichtungsprofils entgegengewirkt, eine Sicherung gegen das
Verschieben des Deckelrands über die Dichtfläche hinweg ist aber nicht gegeben.
[0004] Um der Relaxation des Dichtungsprofils entgegenzuwirken wird in der
EP 0 664 388 A1 ein Gehäusedeckel als Ventildeckel für einen Zylinderkopf eines Verbrennungsmotors
vorgeschlagen, in dem durch den Einsatz eines metallischen Federkörpers die Vorspannkraft
auf die Dichtung eingestellt werden kann. Hierbei wird das Dichtungsprofil am Deckelrand,
während des Anziehens mit einer bestimmten Kraft am Motorblock verpresst. Durch den
Einsatz des metallischen Federkörpers ist der Ventildeckel in der Lage der Relaxation
des Dichtungsprofils zu folgen.
Nachteilig bei dieser Art des Aufbaus eines Gehäusedeckels ist, dass zwar die Kraft
auf die Dichtung relativ konstant gehalten werden kann, einer Schiebebewegung der
Deckelränder über die Dichtfläche aber nichts entgegensteht. Schiebebewegungen des
Deckelrandes können z. B. durch Ermüdung des Gehäusedeckelwerkstoffs oder durch überhöhte
Anzugsmomente der Deckelschrauben entstehen. Dies gilt insbesondere wenn die Gehäusedeckelwerkstoffe
keine ausreichende Festigkeit besitzen, die Bauteile nicht ausreichend steif konstruiert
werden können oder eine ungünstige Verschraubungsanordnung vorliegt.
[0005] Die Dichtung kann infolge der Schiebebewegung schaden nehmen oder die Dichtkräfte
auf den elastomeren Dichtungswerkstoff sind nicht mehr ausreichend um eine Leckage
zu vermeiden.
[0006] Die
JP 06 221441 A offenbart einen gattungsgemäße Gehäusedeckel. Die am Rand der Dichtung angeordnete
axiale Verlängerung verhindert ein radiales verschieben der Dichtung jedoch wird in
axialer Richung keine ausreichende Verschiebesicherung erzeugt.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es somit einen Gehäusedeckel zu entwickeln der den Schiebebewegungen
des Deckelrandes entgegenwirkt und der gleichzeitig eine akustische Entkopplung beinhaltet.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst, vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen dokumentiert.
[0009] Mittels der erfindungsgemäßen, axialen Verlängerung des Gehäusedeckels sind Schiebebewegungen
des Deckelrandes nun nicht mehr möglich. Es kann vielmehr eine gezielte Positionierung
des Deckels auf der Dichtfläche des Motorblocks erfolgen. Diese gezielte Positionierung
bietet den Vorteil, das die Dichtfläche am Motorblock der Form des elastomeren Dichtungsprofilwerkstoffs
exakt angepasst werden kann. Dies führt wiederum zu Materialersparnis an der Dichtfläche,
was sich wiederum positiv auf das Gewicht des Motors auswirkt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Verlängerung des Gehäusedeckels eine gezielte
und definierte Krafteinleitung in den elastomeren Dichtungswerkstoff möglich wird,
hieraus ergibt sich, dass die auftretenden Spannungen zuverlässiger berechnet und
eingestellt werden können.
Neben diesen Vorteilen unterstützt die Verlängerung die Montage, so kann sie während
des Zusammenbaus als Fügehilfe und während der Befestigung zur Positionierung des
Gehäusedeckels dienen. Wird die Verlängerung erfindungsgemäß so ausgebildet, dass
sie den Gehäusedeckel während des Fügens bereits festklemmt so können damit Überkopfmontagen,
wie sie beispielsweise an Ölwannen auftreten können, wesentlich erleichtert werden.
Die Verlängerung am Deckelrand ist in einer patentgemäßen Ausführungsform umlaufend
am Deckelrand angeordnet. Je nach Anwendungfall und konstruktiven Gegebenheiten kann
die Verlängerung am Deckelrand aber auch nur partiell ausgebildet sein. Dabei bietet
die partielle Ausbildung den Vorteil des geringeren Gewichts und die umlaufende Ausbildung
den Vorteil der sichereren Führung.
Die Verlängerung ragt in Richtung des Motorblocks über die Dichtfläche hinaus und
bildet erfindungsgemäß eine Hinterschneidung bezogen auf den Motorblock. Erfindungsgemäß
sind partielle wie auch umlaufende Hinterschneidungen möglich. Hierbei ist jede Form
der Hinterschneidung vorstellbar, wobei zu beachten bleibt, dass der Gehäusedeckel
lösbar ist und in der Art ausgeführt sein muß, dass ein Ausbau des Gehäusedeckels
ohne Beschädigung der Verlängerung möglich sein muß. So dienen beispielsweise Rundungen
an den Enden der Verlängerung einem leichteren Fügen des Gehäusedeckels.
Die Schräge verläuft ausgehend von der Innenseite des Gehäusedeckels in Richtung der
Außenseite. Die Hinterschneidung in Form einer Schräge bietet den Vorteil, dass bei
einer Verschiebung des Deckelrandes der Gehäusedeckel in Richtung der Dichtfläche
gezogen wird, wobei sich gleichzeitig die Dichtkraft erhöht. Unter Einsatz dieses
Vorteils kann die Wirkung zwischen Schiebebewegung und Aufbau der Dichtkräfte gezielt
beeinflusst werden. Ferner bietet die Hinterschneidung in Form einer Schräge die Möglichkeit
eine Vorspannung auf die Dichtungsprofile des Gehäusedeckels zu bringen, so dass eine
sehr genaue Positionierung schon in der Fügephase stattfindet, was sich wiederum positiv
auf automatisierte Befestigungsverfahren auswirken kann.
[0010] Durch die Anordnung einer weiteren Schräge am axial unteren Ende der Verlängerung
des Deckelrandes, die in der Richtung der ersten Schräge entgegengesetzt angeordnet
ist, wird eine Zentrierung des Gehäusedeckels in der Fügephase erreicht. Die Handhabung
des Gehäusedeckels bei der Automatisierung von Zusammenbauprozessen wird somit wesentlich
erleichtert.
Je nach eingestellter Maßtoleranz kann bei der Fertigung der Verlängerung des Deckelrandes
eine zusätzliche Dichtfunktion erzeugt werden. Ein entscheidender Vorteil, wenn beispielsweise
die Befestigungsschrauben unzureichend angezogen wurden und die Gefahr der Leckage
entsteht. Durch eine konstruktive Anpassung zwischen der Dichtfläche am Motorblock
und der Verlängerung des Gehäusedeckels kann erfindungsgemäß ebenfalls ein leichteres
Fügen des Gehäusedeckels ermöglicht werden. So ist es vorstellbar am Motorblock eine
Fase anzuordnen, die es ermöglicht, dass die Verlängerung in den Gehäuseblock einrastet.
[0011] Der Gehäusedeckel kann aus beliebigen Werkstoffen bestehen, wird aber erfindungsgemäß
vorzugsweise aus einem Kunststoff gefertigt. Die bei Kunststoffen auftretende Relaxation
und die damit verbundenen Schiebebewegungen der Dichtungsprofile auf der Dichtfläche
werden nun durch die Verlängerung erfindungsgemäß vermieden.
[0012] Formschlüssig heißt beispielsweise, dass die Dichtung U-förmig ausgebildet ist, wobei
die beiden Schenkel über das axial untere Ende der Verlängerung geschoben werden.
Durch die Einstellung des Abstands der Schenkel kann dann die Festigkeit des Sitzes
der Dichtung eingestellt werden.
[0013] Durch die Anordnung einer Dichtung zwischen der Verlängerung und dem Motorblock kann
der Gehäusedeckel, bei auftretenden Schwingungen während des Betriebes des Motors,
nicht mit dem Motorblock in Kontakt geraten. Der Gehäusedeckel ist akustisch entkoppelt.
[0014] Erfindungsgemäße Gestaltungsbeispiele von Gehäusedeckeln werden nachstehend anhand
von Zeichnungen und im weiteren in der Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- nicht erfindungs gemäße Gehäusedeckel mit einer Hinterschneidung in Form einer Schräge
und einer einstückigen Dichtungsanordnung im Deckelrand und zwischen der Verlängerung.
- Figur 2
- ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines Gehäusedeckels mit einer Hinterschneidung
in Form einer Schräge, wobei an der Verlängerung eine weitere Schräge angeordnet ist,
die in der Richtung der ersten Schräge entgegengesetzt ausgebildet ist und einer separaten
Dichtung die an der Verlängerung angeordnet ist.
- Figur 3
- nicht erfindungsgemäßer Gehäusedeckel mit einer Hinterschneidung in Form einer Schräge,
wobei zwischen Motorblock und Verlängerung ein konstruktiver Abgleich vorgesehen ist
sowie einer an die Verlängerung anvulkanisierten Dichtung.
[0015] In Figur 1 ist der Schnitt durch einen Gehäusedeckel 1 dargestellt. Der Gehäusedeckel
1 besitzt einen Deckelrand 2 in dem das elastomere Dichtungsprofil 3 angeordnet ist,
wobei das elastomere Dichtungsprofil 3 auf der Dichtfläche 4 des Motorblocks 5 aufliegt.
An der Innenseite des Deckelrands 6 besitzt der Gehäusedeckel 1 eine Verlängerung
7, die über die Dichtfläche 4 hinausragt. Die Verlängerung 7 ist in der Weise ausgebildet,
dass sich bezogen auf den Motorblock 5 eine Hinterschneidung 8 ausbildet. In diesem
Ausführungsbeispiel ist die Hinterschneidung 8 in Form einer Schräge dargestellt.
Hierbei ist das Dichtungsprofil 3 einstückig ausgebildet und reicht von der Dichtfläche
4 bis zum Ende 10 der Verlängerung 7.
Einen Schnitt durch einen Gehäusedeckel 10 mit einem Deckelrand 11, einem elastomeren
Dichtungsprofil 12 und einen Motorblock 13 zeigt Figur 2. Die Verlängerung 14 am Deckelrand
11 ragt über die Dichtfläche 15 hinaus und besitzt eine Schräge 16, die von der Innenseite
17 des Gehäusedeckels 10 zur Außenseite 18 gerichtet ist, wobei an der Verlängerung
14 eine weitere Schräge 19 angeordnet ist, die in ihrer Richtung der ersten Schräge
16 entgegengesetzt ausgebildet ist, so dass die weitere Schräge 19 als Fügehilfe dienen
kann. An der Verlängerung ist eine Dichtung 20 angeordnet, die formschlüssig 21 mit
der Verlängerung 14 verbunden ist.
Die Figur 3 zeigt den Schnitt durch einen Gehäusedeckel 22 bei dem der Motorblock
23 der Verlängerung 24 entsprechend konstruktiv angepasst wurde. Dabei ist am Motorblock
23 eine Fase 25 vorgesehen, die das Fügen des Gehäusedeckels 22 erleichtert. Die Fase
25 besitzt eine Schräge 26 in Richtung des Gehäusedeckels 22 zum Fügen und eine Schräge
27 in Richtung des Motorblocks 23 zur Demontage des Gehäusedeckels 22. Hierbei kann
die Fase 25 auch zur Begrenzung der Verformung der elastomeren Dichtung 28 dienen
und in Richtung der elastomeren Dichtung 28 entsprechend (z. B. rund) ausgebildet
sein. Die Verlängerung besitzt motorblockseitig eine anvulkanisierte Dichtung 29,
die den Gehäusedeckel 22 gegen den Motorblock 23 akustisch entkoppelt.
1. Gehäusedeckel für eine Verbrennungskraftmaschine, insbesondere Zylinderkopfhauben
oder Ölwannen, zum lösbaren, flüssigkeitsdichten Befestigen am Motorblock, mit einem
elastomeren Dichtungsprofil (12) am Rand (11, 17) des Gehäusedeckels (10), wobei am
Rand (17) des Gehäusedeckel (10) innenseitig eine in Richtung des Motorblocks (13)
gerichtete axiale Verlängerung (14) vorgesehen ist, die axial über eine Dichtfläche
(15) hinausragt und dass mindestens zwischen der axialen Verlängerung (14) und dem
Motorblock (13) eine Dichtung (20) angeordnet ist, wobei die Dichtung (20) als separates
Teil ausgeführt und mit der Verlängerung (20) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung formschlüssig (21) über eine erste und eine zweite Schräge (16,19)
erfolgt, wobei die erste Schräge (19) entgegengesetzt der zweiten Schräge (16) ausgebildet
ist..
1. Cover for an internal combustion engine, in particular cylinder head covers or oil
sumps, for mounting detachably in a liquid-tight manner on the engine block, having
an elastomer sealing strip (12) on the peripheral edge (11, 17) of the cover (10),
whereby on the inside of the peripheral edge (17) of the cover (10) and facing towards
the engine block (13) is provided an axial extension (14), which projects axially
beyond a sealing surface (15), and that at least between the axial extension (14)
and the engine block (13) is disposed a gasket (20), whereby said gasket (20) is designed
as a separate part and is joined to the extension (20), characterised in that the joint is formed as a positive fit (21) by way of a first and a second bevel (16,
19), whereby the first bevel (19) is formed opposite to the second bevel (16).
1. Couvercle de carter destiné à un moteur à combustion interne, notamment à des coiffes
de culasses cylindriques ou à des carters d'huile, en vue d'assurer la fixation dissociable
et étanche aux fluides, sur le bloc-moteur, muni d'un profilé d'étanchement (12) en
élastomère sur le rebord (11, 17) du couvercle de carter (10), un prolongement axial
(14), prévu à la face intérieure du rebord (17) du couvercle de carter (10), étant
orienté en direction du bloc-moteur (13) et dépassant axialement au-delà d'une surface
d'étanchement (15), et une garniture d'étanchement (20) étant au moins interposée
entre ledit prolongement axial (14) et ledit bloc-moteur (13), ladite garniture d'étanchement
(20) étant réalisée sous la forme d'une pièce distincte et étant reliée audit prolongement
(14), caractérisé par le fait que la liaison est instaurée par concordance de formes (21), par l'intermédiaire de premier
et second biseaux (16, 19), le premier biseau (16) étant profilé en sens inverse du
second biseau (19).