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EP 1 290 400 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.12.2005 Patentblatt 2005/52 |
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Anmeldetag: 12.05.2001 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: F42B 5/192 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2001/005441 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2001/090681 (29.11.2001 Gazette 2001/48) |
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| (54) |
WICKELKÖRPER ALS HÜLSE FÜR MUNITION
WOUND BODY FOR USE AS AN AMMUNITION SHELL
CORPS BOBINE UTILISE COMME DOUILLE POUR MUNITION
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR |
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Priorität: |
24.05.2000 DE 10025418 09.08.2000 DE 10038751
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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12.03.2003 Patentblatt 2003/11 |
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Patentinhaber: RUAG Ammotec GmbH |
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90765 Fürth (DE) |
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Erfinder: |
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- MUSKAT, Erich
91154 Roth (DE)
- RIESS, Heinz
90765 Fürth (DE)
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Vertreter: Uppena, Franz |
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c/o Chemetall GmbH
Patente, Marken & Lizenzen
Trakehner Strasse 3 60487 Frankfurt am Main 60487 Frankfurt am Main (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 031 140 FR-A- 2 003 848
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DE-A- 19 849 824 US-A- 3 316 842
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Hülse für Munition, wobei die Wand der Hülse aus einem
verbrennbaren oder verzehrbaren Wickelkörper besteht.
[0002] Aus der DE 198 49 824 A1 ist gemaß dem oberbegriff des Anspruchs 1, die Hülse für
eine Munition bekannt, wobei die Wand aus einem verbrennbaren oder verzehrbaren Wickelkörper
mit mindestens einer Doppellage sich kreuzender Fäden besteht. Die Ablage der Fäden
über die Länge des Wickelkörpers erfolgt ungleichmäßig. Die Wickeldichte, das heißt
die Anzahl, wievielmal der Faden oder die Fäden über die Länge des Wickelkörpers abgelegt
werden, ist auf die tatsächlichen und möglichen Belastungen sowie auf das gewünschte
Abbrandverhalten abgestimmt. Je höher beispielsweise die Druckbelastung auf eine Hülse
in einem Bereich ist, desto größer wird die Anzahl der Fadenablagen in diesem Bereich
gewählt.
[0003] Eine solche Wickeltechnik führt dazu, daß insbesondere in den Bereichen der Hülse,
in denen die Belastung am höchsten ist, die Anzahl der Fadenablagen gegenüber dem
übrigen Teil der Hülsenwandung verstärkt wird. Eine erhöhte Anzahl von Fadenablagen
erhöht aber auch zwangsläufig die Dicke der Hülsenwand.
[0004] Soll aber bei gleicher Wickelhülsenaussengeometrie, also bei gleichem Ladungsraum
der Waffe, der Raum für die Treibladung in der Wickelhülse vergrößert werden, muß
die Wandstärke reduziert werden. Wenn es bei dicken Wandstärken vorteilhaft ist, einen
Faden zu verwenden, der eine geringe Zugfestigkeit, jedoch eine gute Verbrennbarkeit
oder Verzehrbarkeit gewährleistet, beispielsweise Viskosefäden, ist bei einer Reduzierung
der Wandstärke und den dadurch bedingten steigenden Druck- und Temperaturbelastungen
mit den in der Regel verwendeten Fäden die geforderte mechanische Festigkeit der Hülsen
nicht zu erreichen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, trotz einer dünneren Wandstärke
bei gleichem Außendurchmesser die Festigkeitswerte der Hülsenwand beizubehalten.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit Hilfe der kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen
beansprucht.
[0007] Erfindungsgemäß besteht der Wickelkörper der Hülse aus Chemiefasern, vorzugsweise
synthetischen Chemiefasern wie Polyamide und Polyester, und aus den anorganischen
Chemiefasern wie Silikatfasern (Glasfasern) oder Kohlefasern. Bei den aus Chemiefasern
hergestellten Garnen kann man unterscheiden zwischen den monofilen Garnen, d.h. einfädigen
oder nur aus einer Faser bestehenden, aus Einlochdüsen ersponnen Filamentgarnen, und
den multi- oder polyfilen Garnen, die aus mehreren Fäden bzw. Fasern gesponnen oder
zusammengelegt werden. Die Fasern können auch in einer begrenzten, vorgegebenen Länge
in regelloser Anordnung miteinander in Form eines Vlieses miteinander verbunden werden.
[0008] Die Zugfestigkeit der erfindungsgemäß verwendeten Fasern liegt wesentlich höher als
die der Fasern natürlicher Rohstoffe. Beispielsweise ist die Zugfestigkeit von Glasfasern,
in Faserrichtung gemessen, höher als die von Stahl und liegt bei etwa 2500 N/mm
2. Die Zugfestigkeit von Kohlenstoffasern beispielsweise liegt zwischen 1500 N/mm
2 und 3500 N/mm
2. Von den Kunststoffasem sind insbesondere Aramidfasern mit einer Zugfestigkeit von
etwa 3000 N/mm
2 geeignet. Gewebe aus Aramidfasem besitzen neben einem hohen Elastizitätsmodul auch
eine extreme Schlagzähigkeit. Der Elastizitätsmodul dieser Fasern liegt bei etwa 130
× 10
3 N/mm
2.
[0009] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es auch möglich, daß der Wickelkörper
aus einer Mischung von Fäden gewickelt wird, die jeweils aus einer der genannten Faserarten
besteht. Dabei können mindestens zwei Fäden unterschiedlicher Faserarten in paralleler
Anordnung nebeneinander in einer Lage des Wickelkörpers abgelegt werden. Dieses ist
sowohl bei einer Parallelablage der Fäden auf dem Umfang des Wickelkörpers als auch
bei der Ablage der Fäden in Kreuzlage möglich. Dadurch können zur optimalen Abstimmung
der Wandstärke des Wickelkörpers und seiner Festigkeit Fäden mit einem Werkstoff mit
einer höheren Zugfestigkeit vorteilhaft da eingesetzt werden, wo auch die höheren
Beanspruchungen an der Hülse auftreten.
[0010] Statt aus einzelnen gewickelten Fäden kann der Wickelkörper auch aus Gewebestreifen
aufgebaut sein. Das hat den Vorteil, daß sich das Wickeln der Hülsenwand noch einfacher
gestaltet. Außerdem besteht keine Gefahr, daß dann, wenn ein Faden reißt, wie sonst
an der Rißstelle einzelner Fäden eine Schwachstelle innerhalb der Hülsenwand auftritt.
Weiterhin ist der Wickelvorgang schneller abgeschlossen. Das Wickeln von Gewebe hat
gegenüber der Ablage von Einzelfäden weiterhin den Vorteil, daß ein Gewebestreifen
mit einer gleichmäßigeren Verteilung der Spannung auf den Wickelkörper aufgebracht
werden kann als ein einzelner oder mehrere einzelne Fäden nebeneinander.
[0011] Weil bei einem herrschenden Druck in einem Zylinder die auf dem Umfang des Zylinders
tangential wirkenden Kräfte größer sind als die Kräfte, die in Längsrichtung an der
Zylinderwand angreifen, ist es vorteilhaft, wenn die Fäden eines Gewebes, die im wesentlichen
in Umfangsrichtung der Hülse verlaufen, eine höhere Zugfestigkeit aufweisen als die
Fäden, die im wesentlichen in Längsrichtung der Hülse angeordnet sind. Bekannterweise
besteht ein Gewebe in der Regel aus den längsverlaufenden Kettfäden und den querverlaufenden
Schußfäden. Beim Wickeln eines Gewebes ist es in Bezug auf die Stabilität des Gewebes
sinnvoll, daß die Kettfäden um die Hülsenachse gewickelt werden und daß die Schußfäden
im wesentlichen in Längsrichtung der Hülse verlaufen. Aus den oben aufgeführten Gründen
ist es deshalb vorteilhaft, wenn die Kettfäden aus einem Werkstoff bestehen, der eine
höhere Zugfestigkeit aufweist als der der Schußfäden.
[0012] Verschiedene Faserarten lassen sich zu sogenannten Misch- oder Hybridgeweben verarbeiten.
So ist es möglich, die unterschiedlichen Eigenschaften der einzelnen Fasern in einem
Bauteil zu kombinieren. Werden beispielsweise Kohlenstoff- und Aramitfasem in einem
Gewebe kombiniert, hat der daraus hergestellte, mit einem Bindemittel versehene Wickelkörper
zwar eine geringere Steifigkeit als ein aus reinem Kunststoffasem hergestellter Wickelkörper,
seine Schlagzähigkeit ist jedoch wesentlich erhöht.
[0013] Die Eigenschaften eines Wickelkörpers aus Gewebe werden weiterhin durch die Fadendichte
und die Gewebebindung beeinflusst. Ein Gewebe in Leinwandbindung weist eine kleinere
Flottierung (engere Krümmung) der Fäden auf als ein Gewebe in Atlasbindung. Eine größere
Flottierung führt durch die bessere Streckung der Fäden zu einer besseren Drapierbarkeit
und Festigkeit des Wickelkörpers.
[0014] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann der Wickelkörper aus mindestens
einer Lager eines Vlieses bestehen. Ein Vlies besteht nicht aus Fäden sondern aus
einzelnen Fasern einer bestimmten Länge, die in der Regel unregelmäßig in dem Vlies
orientiert sind. Ein Vlies hat eine wesentlich geringere Festigkeit als ein Gewebe,
allerdings kann durch eine entsprechende Wahl der Fasern und deren Anordnung im Vlies
diesem eine solche Festigkeit gegeben werden, daß es sich für einen Wickelvorgang
eignet. Gegenüber einem Gewebe hat ein Vlies den Vorteil, daß es ein wesentlich größeres
Volumen an flüssigen Stoffen aufnehmen kann als ein Gewebe. Dadurch ist es möglich,
mittels eines Vlieses Stoffe in den Wickelkörper einzubringen, die beispielsweise
bei ihrer Verbrennung zusätzlich zur Ladung Treibgase erzeugen.
[0015] Die Festigkeit und der Zusammenhalt des Wickelkörpers wird im wesentlichen durch
die Bindemittel erzeugt, die in bekannter Weise entweder vor dem Wickeln den Fäden,
dem Gewebe oder dem Vlies zugegeben werden oder mit dem der Wickelkörper nach seiner
Fertigstellung getränkt wird. Dem Bindemittel kann auch in bekannter Weise eine Explosivstoff
beigemischt sein, so daß der Abbrand oder das Verzehren der Wickelhülse beschleunigt
wird und zusätzliche Treibgase für das Geschoß bereitgestellt werden. Das die Porosität
der Fadenlagen, eines Gewebes Einfluß auf das Verbrennen bzw. Verzehren einer gewickelten
Hülse habt, ist bereits bekannt.
[0016] Während es bei einem durch das Wickeln von Fäden hergestellten Wickelkörper oder
bei einem Gewebe Zwischenräume zwischen den Fäden gibt, die man als Poren bezeichnen
kann, sind bei einem Vlies Poren in einer solchen offensichtlichen Form nicht zu erkennen.
Ausrichtung der Fasern, ihre Länge sowie die Kräuselung sind Kriterien, die die Dichte
eines Vlieses bestimmen und damit seine Aufnahmefähigkeit für Füllstoffe.
[0017] Da das Vlies in dem Sinne keine offenen Poren besitzt, eignet es sich besonders dafür,
nicht nur flüssige Stoffe aufzusaugen, sondern auch während des Wickelvorgangs Stoffe
zu fixieren, die zwischen eine bereits gewickelte und die aufzuwickelnde Lage Vlies
in den Wickelspalt eingebracht werden. Es ist dabei nicht erforderlich, daß diese
Stoffe dabei in flüssiger Form aufgebracht werden. Ihre Konsistenz muß nur so beschaffen
sein, daß sie beim Einwickelvorgang zwischen den beiden Vlieslagen fixierbar sind.
[0018] Anhand von Ausführungsbeispielen wird die Erfindung näher erläutert.
[0019] Als Beispiel für Gewebebindungen zeigen:
- Figur 1
- eine Leinwandbindung
a) in der Aufsicht
b) im Schnitt
- Figur 2
- eine Köperbindung
a) in der Aufsicht
b) im Schnitt
- Figur 3
- eine Atlasbindung
a) in der Aufsicht
b) im Schnitt
- Figur 4
- ein Beispiel für ein Mischgewebe,
- Figur 5
- ein Beispiel für ein Hybridgewebe und
- Figur 6
- ein Beispiel für eine Hülse, deren Wickelkörper aus Lagen von Vlies gewickelt worden
ist.
[0020] In Figur 1 ist in der Ansicht a) eine Aufsicht auf ein Gewebe 1 in Leinwandbindung
dargestellt. Die Aufsicht auf die unterschiedlich gefärbten Kett- und Schußfäden zeigt
das typische Schachbrettmuster einer Leinwandbindung. Die dunkel eingezeichneten Fäden
2 sowie die hell dargestellten Fäden 3 wechseln sich hinsichtlich ihrer Bindungspunkte
4 im kontinuierlichen Wechsel ab. Zwischen den einzelnen Fäden verbleiben Poren 5,
welche mit Bindemittel oder gegebenenfalls Bindemitteln mit dem Zusatz von Explosivstoffen
gefüllt werden können. Sie können allerdings auch als Luftporen genutzt werden, um
für die Verbrennung erforderliche Verbrennungsluft zur Verfügung zu stellen.
[0021] Der in Figur 1 b) dargestellte Schnitt durch das Gewebe 1 zeigt den typischen Fadenverlauf
mit der bindungsbedingten starken Krümmung, Flottierung, der Fäden.
[0022] In Figur 2 a) ist die Aufsicht auf ein Gewebe 10 in sogenannter Köperbindung dargestellt.
Diese Bindungsart weist einen diagonalen Verlauf der Bindungspunkte 4 der Fäden 3
und 4 auf.
[0023] Der in der Figur 2 b) dargestellte Schnitt durch das Gewebe 10 zeigt, daß die Flottierung,
die Krümmung der Fäden, weiter ist und die Fäden dadurch eine größere Streckung aufweisen.
[0024] Ein noch größere Streckung weisen die Fäden in dem in Figur 3 dargestellten Gewebe
20 mit Atlasbindung auf. Eine Atlasbindung entsteht durch regelmäßige Verteilung der
Kettfaden-Hoch- und Tiefgänge über den gesamten Bindungs-Rapport, so daß sie sich
an keiner Stelle berühren. Dadurch wird eine glatte Gewebeoberfiäche erzielt. Hierzu
sind je Rapport mindestens 5 Kett- und Schußfäden erforderlich. Als Rapport wird die
Wiederholungseinheit einer bestimmten Fadenverkreuzung oder derselben Figur bei gemusterten
Textilien oder Tapeten bezeichnet. Wie die Aufsicht auf das Gewebe 20 zeigt, liegt
ein Bindungspunkt 4 erst bei der Kreuzung mit jedem vierten Faden.
[0025] Die Figuren 4 und 5 zeigen zwei Gewebe, die mit Fäden unterschiedlicher Faserwerkstoffe
gewebt sind.
[0026] Figur 4 zeigt ein Mischgewebe 30 in einer Leinwandbindung, wobei beispielsweise die
in der eingezeichneten X-Richtung verlaufenden Fäden 32 aus Kohlenstoffasern und die
in Y-Richtung verlaufenden Fasern 31 aus Glasfasern bestehen.
[0027] In Figur 5 ist ein sogenanntes Hybridgewebe 40 dargestellt. Sowohl in X- als auch
in Y-Richtung wechseln sich die Fäden aus unterschiedlichen Fasern untereinander ab.
Somit liegt neben jedem Faden aus Aramidfasem 41 ein Faden aus Kohlenstoffasern 42.
[0028] Bei Mischgeweben und bei den Hybridgeweben ist es möglich, die unterschiedlichen
Eigenschaften der einzelnen Fasern in einem Bauteil zu kombinieren.
[0029] In Figur 6 ist eine Hülse 50 dargestellt, deren Wand 51 aus drei übereinandergewickelten
Lagen 52 einer Vliesbahn 53 besteht. Diese Vliesbahn ist mit einem Steigungswinkel
54 um die Achse 55 in drei Lagen 52 gewickelt. Das Vlies 53 selbst kann neben dem
Bindemittel mit Explosivstoffen zur Unterstützung des Verbrennens oder Verzehrens
getränkt sein.
[0030] Während des Wickelvorgangs kann auch beim Aufwickeln auf die bereits bestehende erste
Vlieslage ein Stoff zwischen die bereits gewickelte Vlieslage und die aufzuwickelnde
Vlieslage eingebracht werden. Er kann zusätzlich die Bindung zwischen den Vlieslagen
52 unterstützen. Er kann gegebenenfalls zusätzlich Explosivstoffe einer anderen Zusammensetzung
aufweisen, wie sie beispielsweise in dem Stoff vorhanden ist, mit dem das Vlies 53
selbst getränkt ist.
1. Hülse für eine Munition, wobei die Wand der Hülse aus einem verbrennbaren oder verzehrbaren
Wickelkörper besteht, wobei der Wickelkörper vorzugsweise aus synthetischen und anorganischen
Chemiefasern gewickelt ist, dadurch gekennzeichnet dass der Wickelkörper aus einer Mischung von Fäden (31, 32; 41, 42) gewickelt ist, die
jeweils aus einer anderen Faserart besteht, und dass die Fäden, die eine höhere Zugfestigkeit
aufweisen, in Richtung der höheren Beanspruchung auf den Wickelkörper abgelegt sind.
2. Hülse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Fäden unterschiedlicher Faserarten in paralleler Anordnung nebeneinander
in einer Lage des Wickelkörpers abgelegt sind.
3. Hülse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper aus Gewebestreifen (1, 10, 20, 30, 40) besteht.
4. Hülse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kettfäden und die Schussfäden des Gewebes (30; 40) aus Fäden (31, 32; 41, 42)
unterschiedlicher Faserarten bestehen.
5. Hülse nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (32) eines Gewebes (30), die Im wesentlichen in Umfangsrichtung (x) der
Hülse verlaufen, eine höhere Zugfestigkeit aufweisen als die Fäden (31), die im wesentlichen
in Längsrichtung (y) der Hülse angeordnet sind.
6. Hülse nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewebe (1, 10, 20, 30, 40) unterschiedliche Fadenbindungen aufweisen.
7. Hülse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wickelkörper (50) aus mindestens einer Lage (52) eines Vlieses (53) besteht.
8. Hülse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (2, 3; 31, 32; 41, 42) oder Fasern (53) des Wickelkörpers mit einem Bindemittel
getränkt sind.
9. Hülse nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass dem Bindemittel ein Explosivstoff beigemischt ist.
10. Hülse nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Lagen (52) des Vlieses (53) zusätzlich ein die Verbrennung steuernder
Stoff (56) eingebettet ist.
11. Hülse nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der zwischen den Lagen (52) des Vlieses (53) eingebettete Stoff (56) eine chemisch
andere Zusammensetzung aufweist als das Bindemittel bzw. die Explosivstoffe, mit denen
das Vlies (53) getränkt ist.
1. A casing for ammunition, in which the wall of the casing comprises a combustible or
consumable wound body, the wound body preferably being wound from synthetic and inorganic
chemical fibres, characterised in that the wound body is wound from a blend of threads (31, 32; 41, 42) each made from a
different fibre type, and in that the threads having a higher tensile strength are deposited on the wound body in the
direction of the higher load.
2. A casing according to Claim 1, characterised in that at least two threads of different fibre types are deposited in a parallel arrangement
next to one another in one layer of the wound body.
3. A casing according to Claim 1 or 2, characterised in that the wound body is made from woven fabric strips (1, 10, 20, 30, 40).
4. A casing according to Claim 3, characterised in that the warp threads and the weft threads of the woven fabric (30; 40) comprise threads
(31, 32; 41, 42) of different fibre types.
5. A casing according to Claim 3 or 4, characterised in that the threads (32) of a woven fabric (30) which extend substantially in the circumferential
direction (x) of the casing have a higher tensile strength than the threads (31) arranged
substantially in the longitudinal direction (y) of the casing.
6. A casing according to one of Claims 3 to 5, characterised in that the woven fabrics (1, 10, 20, 30, 40) have different thread weaves.
7. A casing according to Claim 1, characterised in that the wound body (50) comprises at least one layer (52) of a non-woven fabric (53).
8. A casing according to one of Claims 1 to 7, characterised in that the threads (2, 3; 31, 32; 41, 42) or fibres (53) of the wound body are saturated
with a binding agent.
9. A casing according to Claim 8, characterised in that an explosive substance is admixed with the binding agent.
10. A casing according to one of Claims 7 to 9, characterised in that a combustion-controlling substance (56) is additionally embedded between the layers
(52) of the non-woven fabric (53).
11. A casing according to Claim 10, characterised in that the substance (56) embedded between the layers (52) of the non-woven fabric (53)
has a composition which is chemically different from that of the binding agent or
the explosive substance with which the non-woven fabric (53) is saturated.
1. Douille pour munition dont la paroi est constituée par un corps enroulé, combustible
ou consommable, ce corps étant réalisé de préférence par enroulement de fibres chimiques,
synthétiques et anorganiques, caractérisée en ce que le corps enroulé est réalisé par enroulement d'un mélange de fils (31, 32 ; 41, 42)
composés chacun d'un type de fibre différent d'un fil à un autre et les fils qui présentent
la résistance à la traction la plus élevée sont déposés sur le corps enroulé selon
la direction de la contrainte la plus élevée.
2. Douille selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'au moins deux fils faits de types de fibre différents d'un fil à l'autre sont déposés
parallèlement les uns à côté des autres dans une couche du corps enroulé.
3. Douille selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le corps enroulé est composé de bandes de tissu (1,10, 20, 30, 40).
4. Douille selon la revendication 3, caractérisée en ce que les fils de chaîne et les fils de trame du tissu (30 ; 40) sont des fils (31, 32
; 41, 42) faits de types de fibres différents.
5. Douille selon la revendication 3 ou 4, caractérisée en ce que les fils (32) d'un tissu (30) qui sont disposés essentiellement selon la direction
périphérique (x) de la douille, présentent une résistance à la traction supérieure
à celle des fils (31) qui sont disposés essentiellement selon la direction longitudinale
(y) de la douille.
6. Douille selon la revendication 3 à 5, caractérisée en ce que le tissu (1, 10, 20, 30, 40) présente des armures de fils différentes.
7. Douille selon la revendication 1, caractérisée en ce que le corps enroulé (50) est composé d'au moins une couche (52) d'un tissu non tissé
(53).
8. Douille selon une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que les fils (2, 3 ; 31, 32 ; 41, 42) ou des fibres (53) du corps enroulé sont imprégnés
d'un agent de liaison.
9. Douille selon la revendication 8, caractérisée en ce que l'agent de liaison est une matière explosive.
10. Douille selon une des revendications 7 à 9, caractérisée en ce qu'entre les couches (52) du tissu non tissé (53) est noyé de plus un matériau (56) commandant
la combustion.
11. Douille selon la revendication 10, caractérisée en ce que le matériau (56) noyé entre les couches (52) du tissu non tissé (53) présente une
composition chimique autre que celles de l'agent de liaison et du matériau explosif
dont est imprégné le tissu non tissé (53).

