[0001] Die Erfindung ist ein Simulator zum Trainieren und Spielen von Golf. Der Golfsimulator
kann in geschlossenen Räumen und insbesondere im Freien als Spiel- und Trainingsgerät
verwendet werden. Dabei wird von einem definierten Abschlagpunkt (Abb.1(3)) ein Golfball
mit den handelsüblichen Schlägern gegen die Prallwand (Abb.1(1)) geschlagen.
Der Zweck des Simulators ist es, die Größen der Flugbahn eines geschlagenen Golfballes
zu bestimmen. Zu diesen Größen zählen unter anderem die Weite des Schlages und die
Koordinaten des Landepunktes. Durch die Begrenzung der Flugbahn durch die Prallwand
(Abb.1(1)) kann auf eingeschränkten Platzverhältnissen das Golfspiel simuliert werden.
Bei bekannten Geräten dieser Art kommen in der Regel sehr aufwendige und teuere Sensoren
oder Bildverarbeitungssysteme zum Einsatz. Diese Meßsysteme sind zudem empfindlich
gegen Witterungseinflüsse wie Niederschlag, Verschmutzung und Belichtungsänderungen.
Dies bedingt den Einsatz in geschlossenen Räumen oder erfordert bestimmte Schutzvorrichtungen
für die Sensorik. Systeme (z.B. US Patent 5,221,082), die sich auf das Prinzip der
Messung und Auswertung der Kräfteverteilung stützen, benötigen zur Ermittlung der
Abschlagsgeschwindigkeit ein weiteres Sensorsystem, mit dem die Dauer der Flugzeit
zwischen Abschlagpunkt und Netz bestimmt wird. Diese Erfindungen sind bedingt durch
ihren Aufbau mit einem verhältnismäßig hohen Aufwand zu montieren bzw. demontieren.
Aufbau des Golfsimulator im Ausführungsbeispiel Abb. 1:
[0002] Der Golfsimulator besteht im Wesentlichen aus einer Prallwand (Abb.1(1)) und einem
elektronischen Auswertegerät (Abb.1(2)). Die in der Prallwand (Abb.1(1)) eingebauten
Sensoren (Abb.2(9)..(12)) sind mit dem Auswertegerät (Abb.1(2)) verbunden. Es werden
keine weiteren Sensoren benötigt. Die Prallwand (Abb.1(1)) dient in erster Linie dazu
Meßwerte zuerfassen, um die Flugbahn des Balles zu errechnen. Weiterhin muß die Prallwand
(Abb.1(1)) die geschlagenen Bälle auffangen.
Die Prallwand (Abb.1(1)) besteht aus den Komponenten Meßrahmen mit Plane (Abb.2(5)+(6)),
Halterahmen (Abb.2(4)), Federelementen mit Sensoren (Abb.2(9)..(12)) und der Aufhängung
(Abb.2(7)+(8)) des Meßrahmens (Abb.2(5)) an den Halterahmen (Abb.2(4)).
Der rechteckige Meßrahmen (Abb.2(5)) ist an seinen Eckpunkten über Federelemente mit
einem starren Halterahmen (Abb.2(4)) verbunden. Durch diese Verbindung wirken zwischen
Meß- und Halterahmen (Abb.2(4)) Kräfte, sobald ein Golfball die Plane (Abb.2(6)) der
Meßwand in Bewegung setzt. Die Größe der jeweiligen Kräfte an den vier Eckpunkten
wird mit geeigneten Sensoren (Abb.2(9)..(12)) gemessen.
[0003] Das Auswertegerät (Abb.1(2)) erfaßt die Sensordaten und führt alle erforderlichen
Berechnungen aus. Außerdem werden darauf die Meßdaten dargestellt. Das Auswertegerät
(Abb.1(2)) besitzt die Eigenschafen die elektrischen Signale der Sensoren (Abb.2(9)..(12))
in digitale Informationen zu wandeln und diese weiter zu verarbeiten. So wird von
dem Gerät selbständig erkannt, ob sich die Prallwand (Abb.1(1)) in Ruhe befindet,
ob Luftströmungen auf die Wand wirken oder ob ein Ball dagegen geschlagen wurde. Ein
geschlagener Ball löst im Gerät automatisch den Berechnungsalgorithmus aus, welcher
alle für den Spieler interessanten Daten berechnet. Über ein Display werden diese
Daten angezeigt. Eingabefunktionen ermöglichen es, die Spiel- und Trainingsprogramme
zu steuern. Eine Spielvariante wäre z.B., daß zwei Spieler abwechselnd Bälle gegen
die Wand spielen und die Entfernung des Balles ermittelt wird. Die jeweiligen Entfernungen
werden dann für jeden Spieler aufaddiert. Gewonnen hat der Spieler, der nach einer
vorgegebenen Anzahl von Schlägen die weiteste Gesamtentfernung hat. Als Trainingsvariante
kann z.B. die Wiederholgenauigkeit einzelner hintereinander ausgeführter Golfschläge
ermittelt werden.
Werden im Auswertegerät (Abb.1(2)) die Eigenschaften der Oberfläche gespeichert, auf
der der Ball landen würde, so kann auch das Springen und das Ausrollen des Balles
berechnet werden.
Ferner können mit der Anzeige von Meßgrößen wie Abschlagwinkel und Abschlaggeschwindigkeit
Daten über den Golfschlag zur Verfügung gestellt werden, die beim realen Golfspiel
nicht vorliegen. Dadurch sind weitergehende Analysen des ausgeführten Schlages für
den Lehr- und Trainingsbetrieb möglich.
Aufbau der Prallwand Abb. 2:
[0004] Die Prallwand (Abb.2) besteht aus einem starren Halterahmen (Abb.2(4)) und einem
Meßrahmen (Abb.2(5)), in den eine Plane (Abb.2(6)) gespannt ist. Über eine Aufhängung
(Abb.2(7)+(8)) sind die beiden Rahmen so verbunden, daß der Meßrahmen (Abb.2(5)) sich
in gewissen Grenzen mit geringsten Reibungsverlusten parallel zur Schlagrichtung bewegen
läßt. Zwischen dem Halterahmen (Abb.2(4)) und dem etwa gleich großen Meßrahmen (Abb.2(5))
sind in den Ecken Federelemente angebracht, über die eine mechanische Verbindung zwischen
den Rahmen besteht. An den Eckpunkten zwischen den beiden rechteckigen Rahmen befinden
sich zudem Sensoren (Abb.2(9)..(12)), um die zwischen den Rahmen wirkenden Kräfte
zu messen.
Die so konstruierte Prallwand (Abb.1(1)) besitzt die Eigenschaften sehr robust, kompakt
und unempfindlich gegen äußere Einflüsse zu sein. Die Funktion aller Komponenten wird
durch Feuchtigkeit, Verschmutzungen, Temperaturschwankungen und Belichtungsänderungen
im Rahmen der Meßgenauigkeit nicht beeinflußt. Der kompakt gehaltene Aufbau der Prallwand
(Abb.1(1)) ermöglicht einen einfachen und schnellen Auf- und Abbau. Durch den einfachen
Aufbau der Mechanik und Sensorik ist der Golfsimulator sehr kostengünstig herzustellen
Diese Eigenschaften ermöglichen den Betrieb der Erfindung in geschlossenen Räumen
und insbesondere im Freien.
Meßverfahren des Golf Simulators:
[0005] Um die Weite des Schlages und die Landekoordinaten zu berechnen sind im Wesentlichen
die Abschlagsgeschwindigkeit (v
0) sowie die Position des Balles auf der Prallwand (Abb.1(1)) zu ermitteln.
Diese beiden Parameter werden im Ausführungsbeispiel mit vier an den Eckpunkten verteilten
Sensoren (Abb.2(9)..(12)) ermittelt, die eine der jeweiligen Kraft proportionalen
Spannung an das Auswertesystem abgeben. Über die Kraftverteilung kann dann die Position
des auftreffenden Balles ermittelt werden.
Die Geschwindigkeit wird mit Hilfe des gesamten Kraftimpulses auf alle Sensoren (Abb.2(9)..(12))
errechnet.
[0006] Aus den Größen der Kräfte in den Eckpunkten läßt sich nach den Gleichungen 1 und
2 die Position bestimmen, an der ein geschlagener Ball die Prallwand (Abb.1(1)) trifft.

Xp... |
horizontaler Abstand des Auftreffpunktes
zur linken unteren Ecke der Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
|
Yp... |
vertikaler Abstand des Auftreffpunktes
zur linken unteren Ecke der Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
|
F0... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke links unten. |
[N] |
F1... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke links oben. |
[N] |
F2... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke rechts oben. |
[N] |
F3... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke rechts unten. |
[N] |
|
b... |
Breite der Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
h... |
Höhe der Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
[0007] Dadurch, daß die Position des Abschlagpunktes (Abb.1(3)) bekannt ist und die Position
des Auftreffpunktes über die Kräfteverhältnisse bestimmt wurde, kann der horizontale
Abschlagwinkel α nach Gleichung 3 berechnet werden
α... |
horizontaler Abschlagwinkel. |
[°] |
|
Yp... |
vertikaler Abstand des Auftreffpunktes
zur linken unteren Ecke der Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
|
a.. |
Abstand zwischen Abschlagpunkt (Abb.1(3)) und Prallwand (Abb.1(1)). |
[mm] |
[0008] Damit die Flugweite berechnet werden kann ist es erforderlich die Abschlagsgeschwindigkeit
v
0 zu bestimmen.
Die in die Prallwand (Abb.1(1)) eingeleitete Energie und somit die Summe der gemessenen
Kräfte ist ein Maß für die Abschlaggeschwindigkeit. Über die Summe der Kräfte und
einen experimentell ermittelten Kalibrierfaktor wird die Abschlaggeschwindigkeit nach
Gleichung 4 berechnet.
v0... |
Abschlagsgeschwindigkeit |
[m/s] |
Kf .. |
Kalibrierfaktor |
[m/(s*N)] |
F0... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke links unten. |
[N] |
F1... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke links oben. |
[N] |
F2... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke rechts oben. |
[N] |
F3... |
Maximalwert der Kraft in der Ecke rechts unten. |
[N] |
[0009] Die Berechnung der Flugweite erfolgt dann ohne Berücksichtigung des Luftwiderstandes
aus Gleichung 5:
Smax... |
Schlagweite |
[m] |
v0... |
Abschlagsgeschwindigkeit |
[m/s] |
α... |
horizontaler Abschlagwinkel. |
[°] |
g... |
Gravitationskonstante (9,81 m/s2) |
[m/s2] |
1. Golfsimulator zur Simulation des Golfspiels mit einer Prallwand (Abb.1(1)) dadurch gekennzeichnet, daß die Prallwand (Abb.1(1)) besteht aus einem beweglichen Meßrahmen mit eingespannter
Plane, einem feststehenden Halterahmen und geeigneten Sensoren, die beim Aufprall
des Golfballes auf die Plane die Kräfte zwischen dem Meß- und Halterahmen erfassen.
Allein mit Hilfe der ermittelten Kraftverteilung wird die genaue Position des Balles
auf der Prallwand (Abb.1(1)) bestimmt. Mit der Summe aller Einzelkräfte wird die Abschlaggeschwindigkeit
des Balles ermittelt.
2. Golfsimulator nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß keine weiteren Sensoren zur Bestimmung der relevanten Meßgrößen benötigt werden.
3. Golfsimulator nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß durch die Unempfindlichkeit des mechanischen Aufbaus der Prallwand gegen äußere Witterungseinflüsse
und die schnelle Montage bzw. Demontage eine Verwendung in geschlossenen Räumen und
insbesondere im Freien möglich ist.