(19)
(11) EP 1 293 617 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.03.2003  Patentblatt  2003/12

(21) Anmeldenummer: 02020661.1

(22) Anmeldetag:  13.09.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04B 9/04, E04B 9/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 17.09.2001 DE 20115304 U

(71) Anmelder: AMF- Mineralplatten GmbH Betriebs KG
94481 Grafenau (DE)

(72) Erfinder:
  • Hable, Eduard
    94481 Grafenau (DE)

(74) Vertreter: Pfenning, Meinig & Partner 
Mozartstrasse 17
80336 München
80336 München (DE)

   


(54) Deckenplatte


(57) Die Erfindung betrifft eine Deckenplatte (1) mit einer nach dem Verlegen unteren raumseitigen Oberfläche (2) und mit einer deckenseitigen Oberfläche (3) für eine zugleich Tragprofile (4) aufweisende Zwischendecke. Die Deckenplatte nach der Erfindung besteht aus mindestens zwei miteinander verklebten Plattenelementen (6,7) aus einem schalldämmenden Werkstoff, wobei die raumseitige Oberfläche (2) Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist und die deckenseitige Oberfläche (3) glatt oder strukturiert ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Deckenplatte mit einer nach dem Verlegen unteren raumseitigen Oberfläche und mit einer deckenseitigen Oberfläche für eine zugleich Tragprofile aufweisende Zwischendecke. Die Deckenplatte nach der Erfindung besteht aus mindestens zwei miteinander verklebten Plattenelementen aus einem schalldämmenden Werkstoff, wobei die raumseitige Oberfläche Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist und die deckenseitige Oberfläche glatt oder strukturiert ist.

[0002] Eine derartige Deckenplatte ist aus der EP 0 664 365 B1 bekannt. Die dort beschriebene Platte besteht ebenfalls aus mindestens zwei miteinander verbundenen Plattenelementen die mit einer Schalldämmsperrschicht aus einem Klebstoff miteinander verbunden sind. Diese bekannte Platte ist dabei so aufgebaut, daß sie im eingebauten Zustand bei der oben liegenden deckenseitigen Oberfläche Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist, und daß die raumseitige Oberfläche glatt oder strukturiert ist.

[0003] Es hat sich nun gezeigt, daß diese Platte in bezug auf die Schalldämm- und Schallabsorptionseigenschaften noch nicht befriedigende Eigenschaften aufweist.

[0004] Ausgehend hiervon ist es deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Deckenplatte derart weiterzubilden; daß die Schalldämm- und Schallabsorptionseigenschaften verbessert werden.

[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch eine Deckenplatte mit den Merkmalen des Schutzanspruches 1 gelöst. Die Unteransprüche zeigen vorteilhafte Weiterbildungen auf.

[0006] Erfindungsgemäß wird nun vorgeschlagen, daß die Dekkenplatte so aufgebaut ist, daß die raumseitige Oberfläche im eingebauten Zustand Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist und die deckenseitige Oberfläche glatt oder strukturiert ist. Wesentlich ist nun, daß mindestens ein Plattenelement der Deckenplatte raumseitig, an der der Schalldämmsperrschicht zugewandten Seite ebenfalls Schallabsorptionsöffnungen und/oder Vertiefungen aufweist.

[0007] Überraschenderweise hat es sich gezeigt, daß eine derartige Platte in bezug auf die Schallabsorption und Schalldämmung überlegene Eigenschaften aufweist. Besonders überraschend war hierbei, daß durch die Schalldämmsperrschicht die Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen in ihrer Funktion nicht beeinträchtigt werden.

[0008] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung schlägt vor, daß gleichzeitig noch das deckenseitige Plattenelement an der Stirnseite in Richtung der Decke abgefast ist. Dadurch ist es möglich, daß die Deckenplatten in einem geringeren Abstand zum Tragprofil befestigt werden können. Dadurch können wiederum die Schallabsorptions- bzw. Schalldämmeigenschaften des Deckenplattenelements gezielt beeinflußt werden. Bevorzugt wird das deckenseitige Plattenelement in einem Winkel von 20-60° abgefast.

[0009] Bei der erfindungsgemäßen Deckenplatte ist die raumseitige Oberfläche mit Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen versehen. Die Ausbildung dieser Vertiefungen und Schallabsorptionsöffnungen ist an und für sich aus dem Stand der Technik bekannt. Meistens werden diese Vertiefungen durch eine Feinlochung hergestellt.

[0010] Die deckenseitige Oberfläche der erfindungsgemäßen Deckenplatte ist glatt oder strukturiert. Eine Strukturierung kann z.B. in der Art realisiert werden, daß auf die deckenseitige Oberfläche noch ein zusätzliches Element, z.B. ein Vlies, aufgelegt oder an der deckenseitigen Oberfläche befestigt wird.

[0011] Bei der Deckenplatte nach der Erfindung sind mindestens zwei Plattenelemente vorgesehen. Bevorzugt ist es hierbei, die Deckenplatte aus zwei Plattenelementen zu bilden, d.h. aus einem raumseitigen Plattenelement und aus einem deckenseitigen Plattenelement. Die Dicke der einzelnen Platten kann dabei entweder gleich sein oder auch variieren. Die Dicke der Einzelplatten liegt bevorzugt im Bereich von 5-40 mm. Das Raumgewicht der Plattenelemente im Bereich von 200-500 kg/m3. Auch das Raumgewicht der einzelnen Platten kann unterschiedlich sein.

[0012] Die Deckenplatte der Erfindung wird aus Plattenelementen gebildet, die aus einem schalldämmenden Werkstoff bestehen. Derartige Plattenelemente sind an und für sich aus dem Stand der Technik bekannt und bestehen z.B. aus Mineralwolle und Bindemittel. Bezüglich der Mineralwolle sind übliche Mineralfasern im weitesten Sinne zu verstehen. Für die Herstellung der Plattenelemente können auch alle anderen, aus dem Stand der Technik bisher bekannten Werkstoffe, zur Herstellung von schalldämmenden Plattenelementen wie z.B. Perlite verwendet werden.

[0013] Der Klebstoff, der erfindungsgemäß für die Herstellung der Klebstoffsperrschicht eingesetzt wird, ist bevorzugt ein anorganischer Klebstoff, es kann aber auch ein organischer Klebstoff eingesetzt werden.

[0014] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Fig. 1 näher beschrieben.

[0015] Fig. 1 zeigt die Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Deckenplatte 1 die aus zwei Plattenelementen 6 und 7 gebildet ist. Die beiden Plattenelemente 6 und 7 bestehen jeweils aus einer 15 mm starken Mineralfaserplatte so daß sich eine Gesamtdicke von 30 mm ergibt. Die erfindungsgemäße Deckenplatte gemäß der Ausführungsform nach Fig. 1 weist an der raumseitigen Oberfläche 2 eine Feinlochung auf. Diese Feinlochung bildet nun die Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen, wie sie erfindungsgemäß vorgesehen sind. Die deckenseitige Oberfläche 3 ist glatt ausgeführt. Die Schalldämmsperrschicht 5 ist in der Ausführungsform nach Fig. 1 ein anorganischer Kleber.

[0016] Das Deckenplattenelement nach der Fig. 1 weist zwei Plattenelemente 6, 7 auf, wobei das deckenseitige Plattenelement 6 ein höheres Raumgewicht als das raumseitige Plattenelement 7 besitzt. In Versuchen konnte gezeigt werden, daß ein derartiger Aufbau, d.h. ein Aufbau mit einzelnen Plattenelementen mit unterschiedlichen Raumgewichten sich positiv auf die Schalldämm- und Schallabsorptionseigenschaften auswirkt. Bei der Fig. 1 weist das Plattenelement 6 ein Raumgewicht von 280 kg/cm3 und das Plattenelement 7 ein Raumgewicht von 230 kg/m3 auf.

[0017] Bei der erfindungsgemäßen Deckenplatte ist besonders hervorzuheben, daß durch die Abfasung des deckenseitigen Plattenelements in Richtung der Decke das komplette Plattenelement näher am Tragprofil befestigt werden kann. Dadurch wird der Hohlraum zwischen Tragprofil und Plattenelement seitlich verringert, was sich günstig auf die Längsschalldämmung und Schallabsorption auswirkt.


Ansprüche

1. Deckenplatte (1) mit einer nach dem Verlegen unteren, raumseitigen Oberfläche (2) und einer deckenseitigen Oberfläche (3) für eine zugleich Tragprofile (4) aufweisende Zwischendecke, bestehend aus mindestens zwei mit einer aus Klebstoff bestehenden Schalldämmsperrschicht (5) miteinander verbundenen Plattenelementen (6, 7) aus einem schalldämmenden Werkstoff,
dadurch gekennzeichnet,
daß im eingebauten Zustand die deckenseitige Oberfläche. (3) glatt oder strukturiert ist, die raumseitige Oberfläche (2) Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist und
daß mindestens ein Plattenelement raumseitig an der der Schalldämmsperrschicht (5) zugewandten Seite ebenfalls Vertiefungen und/oder Schallabsorptionsöffnungen aufweist.
 
2. Deckenplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Plattenelement mit der deckenseitigen Oberfläche (3) an der Stirnseite in Richtung der Decke abgefast ist.
 
3. Deckenplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Plattenelement in einem Winkel von 20-60° abgefast ist.
 
4. Deckenplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Plattenelemente (6, 7) gleich dick sind.
 
5. Deckenplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Plattenelemente (6, 7) eine unterschiedliche Dicke im Bereich von 5-40 mm aufweisen.
 
6. Deckenplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Raumgewicht der Plattenelemente im Bereich von 200-500 kg/m3 liegt.
 
7. Deckenplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus zwei Plattenelementen (6, 7) besteht.
 
8. Deckenplatte nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Klebstoff für die Schalldämmsperrschicht (5) ein anorganischer oder organischer Klebstoff ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht