[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verankerung von vorgefertigten Gebäudeteilen,
insbesondere von Fassadenplatten, an einer Gebäudestruktur der im Oberbegriff des
Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
[0002] Aus der EP 0 423 660 B1 ist eine Stütz- und Verankerungsvorrichtung für von einer
Tragstruktur eines Gebäudes getragene vorgefertigte Gebäudeteile bekannt, die ein
buchsenartiges Auflager umfaßt, das mit einer Öffnung in einer Gebäudetragstruktur
vorgesehen oder begrenzt ist. Die Vorrichtung weist ein Tragelement mit einem länglichen
zylindrischen Körper auf, dessen Querschnitt und die Länge an den Querschnitt und
die Länge des Auflagers angepaßt ist. Dieser ist herausnehmbar in das Auflager eingepaßt
und eines der Enden steht daraus hervor. Das Tragelement ist mit Auflagemitteln, die
einen Auflagebereich für ein mit der Gebäudetragstruktur zu verbindendes Gebäudeteil
definieren, und mit Mitteln zum Justieren und Variieren der horizontalen und vertikalen
Position der Auflagemittel in bezug auf das Auflager versehen. Die Justiermittel erlauben
eine Justierung der Position des Gebäudeteiles, das mit der Gebäudetragstruktur zu
verbinden ist, in zwei Richtungen.
[0003] Die Aussparung, die für das Auflager in der Gebäudetragstruktur vorgesehen sein muß,
muß verhältnismäßig tief sein, um eine sichere Verankerung zu gewährleisten. Eine
entsprechende Tiefe steht jedoch für das Auflager nicht immer zur Verfügung. Außerdem
ist ein entsprechendes Rohr zur Aufnahme des Tragelementes in der Gebäudestruktur
erforderlich, wobei ein ausreichendes Spiel zur Montage notwendig ist. Fixierungsmittel
sind dabei nicht vorhanden.
[0004] Der Erfindung liegt die Auflage zugrunde, eine Vorrichtung zur Verankerung von vorgefertigten
Gebäudeteilen der gattungsgemäßen Art zu schaffen, die eine sichere Verankerung bietet
und die nur eine Aussparung mit geringer Tiefe in der Gebäudestruktur benötigt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Da das Tragelement über die Befestigungsschraube in horizontaler Richtung fixiert
ist und sich in der Aussparung in der Gebäudestruktur lediglich abstützt, kann die
Aussparung verhältnismäßig klein ausgeführt sein und muß keine große Tiefe aufweisen.
Das Tragelement stellt eine einfache Schweißkonstruktion dar und ist so einfach und
kostengünstig herstellbar. Da in vertikaler Richtung nachjustiert werden kann, ist
die Handhabung der Vorrichtung einfach.
[0007] Vorteilhaft sind die Schenkel des Tragelements unterschiedlich lang und der lange
Schenkel liegt an der Gebäudestruktur an. Es ist vorgesehen, daß das Gebäudeteil auf
einer Auflagefläche des Tragelementes aufliegt, wobei das Tragelement insbesondere
in eine Ausnehmung des Gebäudeteiles ragt. Vorteilhaft ist die Auflage des Tragelementes,
auf der das Gebäudeteil aufliegt, geneigt, wobei die Auflagefläche in Richtung auf
die Gebäudestruktur abfällt. Dadurch ergibt sich eine besonders sichere Fixierung
des Gebäudeteiles am Tragelement.
[0008] Es ist vorgesehen, daß über eine am Tragelement angeordnete horizontale Stellschraube
der horizontale Abstand zwischen Tragelement und Gebäudeteil veränderbar ist, wobei
vorzugsweise der Schraubenkopf innerhalb der Ausnehmung des Gebäudeteiles an diesem
anliegt. Für die relative vertikale Lage zwischen Tragelement und Gebäudestruktur
ist vorgesehen, daß sie über eine am Tragelement angeordnete vertikale Stellschraube
einstellbar ist, wobei der Schraubenkopf der vertikalen Stellschraube sich am Boden
der Aussparung in der Gebäudestruktur abstützt. Die Verstellung des horizontalen und
vertikalen Abstands ist über die Schrauben besonders einfach realisierbar. Die Schrauben
lassen eine feine Justierung des Abstandes mit geringem Aufwand zu.
[0009] Die Mittel zum Einstellen der Position des Gebäudeteiles sind zweckmäßig in einer
der Querplatten des Tragelementes angeordnet. Zur Erhöhung der Festigkeit der Aussparung
ist vorgesehen, daß die Aussparung in der Gebäudestruktur und/oder die Ausnehmung
im Gebäudeteil verkleidet ist. Die Verkleidung in der Ausnehmung bzw. in der Aussparung
ist insbesondere mit Streben im Gebäudeteil bzw. in der Gebäudestruktur verankert.
Die Verkleidung von Aussparung und Ausnehmung stellt eine einfache und kostengünstige
Möglichkeit dar, die Festigkeit in stark belasteten Bereichen zu erhöhen.
[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein Gebäudeteil, das mit einer Vorrichtung zur Verankerung an
einer Gebäudestruktur fixiert ist,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie II-II in Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung,
- Fig. 4
- eine perspektivische Darstellung der Verkleidung eines Gebäudeteiles mit daran angeordneten
Streben,
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung einer Vorrichtung zur Verankerung von vorgefertigten
Gebäudeteilen und einer Auskleidung der Gebäudestruktur mit daran angeordneten Streben,
- Fig. 6
- die Vorrichtung aus Fig. 5 in einer anderen perspektivischen Darstellung,
- Fig. 7
- die Verkleidung aus Fig. 4 in einer anderen perspektivischen Darstellung.
[0011] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zur Verankerung von vorgefertigten Gebäudeteilen
3 an einer Gebäudestruktur 4. Die Vorrichtung 1 weist ein Tragelement 2 auf, das zwei
L-förmige Seitenteile 5 umfaßt, die an ihren Enden, d.h. an den Schmalseiten der Schenkel
21 und 22, mit Querplatten 6 zu einem geschlossenen Profil verschweißt sind. Der kurze
Schenkel 21 des Tragelementes 2 schließt mit dem langen Schenkel 22 einen Winkel ein,
der größer als 90° ist. Die Schenkel 21, 22 können jedoch auch rechtwinklig zueinander
angeordnet sein und der kurze Schenkel 21 des Tragelementes am Schenkelende verdickt
sein, so daß sich eine geneigte Auflagefläche 7 ergibt.
[0012] Der lange Schenkel 22 des Tragelementes 2 ist in einer Aussparung 16 in einer Gebäudestruktur
4 angeordnet und mit einer Befestigungsschraube 9 in horizontaler Richtung in dieser
fixiert. Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, daß der kurze Schenkel 21 des Tragelements
2 an der Gebäudestruktur angeordnet und fixiert ist. Die Querplatte 6 des langen Schenkels
22 ist oberhalb des Bodens 17 der Aussparung 16 angeordnet. Die Querplatte 6 ist von
der Stellschraube 11 durchragt, deren Kopf am Boden 17 aufliegt und die mit der Mutter
18 in Eingriff ist. Die Mutter 18 ist am Tragelement 2 fixiert, insbesondere angeschweißt.
So kann die relative vertikale Lage zwischen Gebäudestruktur 4 und Tragelement 2 justiert
werden.
[0013] Der kurze Schenkel 21 des Tragelementes 2 ragt aus der Aussparung 16 über die Gebäudestruktur
4 in eine Ausnehmung 8 eines an der Gebäudestruktur 4 verankerten Gebäudeteiles 3.
Das Gebäudeteil 3 kann beispielsweise eine Fassadenplatte sein, die aus unterschiedlichen
Materialien wie beispielsweise Stein oder Beton bestehen kann. Es können jedoch auch
andere Fassadenelemente mit der Vorrichtung fixiert werden. Die obere Wand 20 der
Ausnehmung 8 im Gebäudeteil 3 ist in Richtung auf die Gebäudestruktur 4 nach unten
geneigt, wobei der Neigungswinkel der Wand 20 dem Neigungswinkel α der Auflagefläche
7 des Tragelementes 2 entspricht. Die Querplatte 6 am kurzen Schenkel 21 des Tragelementes
2 ist von einer Schraube 10 durchragt, deren Kopf an der vertikalen Begrenzung der
Aussparung 8 anliegt und die in Eingriff mit einer an der Querplatte 6 angeschweißten
Mutter 19 ist. Mittels der Schraube 10 ist der horizontale Abstand zwischen Tragelement
2 und Gebäudeteil 3 justierbar. Es kann vorteilhaft sein, die Stellschrauben 10 und
11 am Gebäudeteil 3 bzw. an der Gebäudestruktur 4 vorzusehen. In einer anderen Ausgestaltung
kann vorgesehen sein, die Stellschraube 11 ebenfalls am kurzen Schenkel 21 des Tragelementes
2 vorzusehen, so daß die Stellschraube 11 an der Auflagefläche 7 wirkt.
[0014] Die Befestigungsschraube 9 ist wie in Fig. 2 dargestellt zwischen den beiden Seitenteilen
5 am langen Schenkel 22 des Tragelementes 2 angeordnet. Unter dem Schraubenkopf der
Schraube 9 ist eine Platte 23 angeordnet, über die die horizontale Befestigungskraft
von der Gebäudestruktur 4 auf die beiden Schenkel 5 übertragen wird. Zwischen dem
langen Schenkel 22 des Tragelementes 2 und der Gebäudestruktur 4 ist ein Spalt 24
ausgebildet. Der lange Schenkel 22 stützt sich an der an seinem unteren Ende angeordneten
Querplatte 6 an der Gebäudestruktur 4 ab. Durch Verkippen des Tragelementes 2 mittels
der Befestigungsschraube 9 kann der Winkel α eingestellt werden.
[0015] In Fig. 3 ist eine weitere Ausführungsvariante der Vorrichtung 1 dargestellt. Für
in der Beschreibung zu den Fig. 1 und 2 bereits beschriebene Bauteile sind gleiche
Bezugszeichen verwendet. Die Querplatte 6 am kurzen Schenkel 21 des Tragelemerites
2 ist an der äußeren Längsseite des Schenkels 21 angeordnet, die nach unten in die
Aussparung 16 in der Gebäudestruktur 4 ragt. Unterhalb der Querplatte 6 ist die Mutter
18 angeordnet, in die die Schraube 11 eingeschraubt ist. Die Mutter 18 stützt sich
an der Querplatte 6 ab, so daß der vertikale Abstand zwischen Gebäudestruktur 4 und
Tragelement 2 variiert werden kann. Die Mutter 18 kann an der Querplatte 6 angeschweißt
sein, um ein Verdrehen gegenüber der Querplatte 6 zu vermeiden. In der Aussparung
ist eine Verkleidung 14 angeordnet, die mit Streben 15 in der Gebäudestruktur verankert
ist.
[0016] Der lange Schenkel 22 ist auf der Gebäudestruktur 4 mit einer Befestigungsschraube
9 befestigt. Die Befestigungsschraube 9 ist in der Gebäudestruktur 4 in einer Fassung
26 eingeschraubt, die mit einer Strebe 27 in der Gebäudestruktur verankert ist. Die
horizontale Stellschraube 10 ist in einer am langen Schenkel 22 des Tragelementes
2 angeordneten Fassung 29 eingeschraubt. Ihr Kopf liegt an der Wand der Ausnehmung
8, wodurch sich der Abstand zwischen Tragelement 2 und Gebäudeteil 3 in horizontaler
Richtung justieren läßt. An der Oberseite des langen Schenkels 22 ist eine Endplatte
6 angeordnet, die die Auflagefläche 7 für das Gebäudeteil 3 bildet. Der lange Schenkel
22 ragt in eine am Gebäudeteil 3 ausgebildete Ausnehmung 8. Die Ausnehmung 8 ist wie
die Aussparung 16 mit einer Verkleidung 12 versehen, die mit Streben 13 im Gebäudeteil
verankert ist. An der Auflagefläche 7 ist zwischen Verkleidung 12 und dem Gebäudeteil
3 eine Verstärkung 25 angeordnet, die eine Verformung der Verkleidung 12 durch zu
große Auflagekräfte verhindert.
[0017] In den Fig. 4 bis 7 sind die Elemente der Vorrichtung 1 perspektivisch dargestellt.
Auch hier sind für gleiche Bauteile gleiche Bezugszeichen wie den vorangegangenen
Figuren verwendet. An der in den Fig. 4 und 7 dargestellten Verkleidung 12 ist die
Strebe 13 angeordnet, mit der die Verkleidung 12 in einem Gebäudeteil 3 verankerbar
ist. Unterhalb der Strebe 13 ist eine Verstärkung 25 angeordnet, die die Verkleidung
an der Auflagefläche 7 verstärkt. An der Verkleidung 12 sind zwei Erhöhungen 28 angeordnet,
die die Lage des unteren Abschnitts der Verkleidung 12 im Gebäudeteil formschlüssig
festlegen. Insbesondere beim Eingießen der Verkleidung 12, beispielsweise in Beton,
sind die Erhöhungen 28 zur Fixierung vorteilhaft.
[0018] In den Fig. 5 und 6 ist ein Tragelement 2 dargestellt, an dem eine Verkleidung 14
angeordnet ist. Die Verkleidung 14 kann mittels der Streben 15 im Gebäudeteil verankert,
insbesondere eingegossen werden. In Fig. 6 sind seitliche Verkleidungen 30 dargestellt,
die an der Verkleidung 14 angeordnet sind, so daß eine Aussparung 16 vollständig ausgekleidet
ist. Das Tragelement 2 kann mit der Befestigungsschraube 9 in einer Gebäudestruktur
3 fixiert werden. Dazu wird die Befestigungsschraube 9 in der Fassung 26 eingeschraubt,
die mittels einer Strebe 27 in der Gebäudestruktur verankert ist, wobei die Strebe
27 insbesondere eingegossen ist. Die Fassung 29, in der die horizontale Stellschraube
10 eingeschraubt ist, ist an einem Seitenteil 5 seitlich angeschweißt. Anstelle der
Fassung 29 kann auch eine quer zu den Seitenteilen 5 angeordnete Platte und eine hieran
fixierte Mutter vorgesehen sein.
1. Vorrichtung zur Verankerung von vorgefertigten Gebäudeteilen (3), insbesondere von
Fassadenplatten, an einer Gebäudestruktur (4), wobei die Vorrichtung ein Tragelement
(2) umfaßt, auf dem das Gebäudeteil (3) abgestützt ist, und wobei in der Gebäudestruktur
(4) eine Aussparung (16) ausgebildet ist, in der das Tragelement (2) angeordnet ist
und aus der es über die Gebäudestruktur (4) herausragt, und wobei die Vorrichtung
Mittel zum Einstellen der Position des Gebäudeteils (3) gegenüber der Gebäudestruktur
(4) in vertikaler Richtung aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß das Tragelement (2) aus zwei mindestens annähernd parallel ausgerichteten, im wesentlichen
L-förmigen Seitenteilen (5) besteht, die jeweils im Bereich ihrer entfernt liegenden
Enden durch Querplatten (6) zu einem geschlossenen Rahmen miteinander verbunden, insbesondere
verschweißt sind und das Tragelement (2) mit einem seiner Schenkel (22) an der Gebäudestruktur
(4) anliegt und an dieser mittels einer Befestigungsschraube (9) fixiert ist, wobei
sich die Befestigungsschraube (9) zwischen den beiden Seitenteilen (5) erstreckt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel (21, 22) des Tragelements (2) unterschiedlich lang sind und der lange
Schenkel (22) an der Gebäudestruktur (4) anliegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gebäudeteil (3) auf einer Auflagefläche (7) des Tragelementes (2) aufliegt, wobei
das Tragelement (2) insbesondere in eine Ausnehmung (8) des Gebäudeteils (3) ragt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auflagefläche (7) des Tragelementes (2), auf der das Gebäudeteil (3) aufliegt,
geneigt ist, wobei die Auflagefläche (7) in Richtung auf die Gebäudestruktur (4) abfällt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß über eine am Tragelement (2) angeordnete horizontale Stellschraube (10) der horizontale
Abstand zwischen Tragelement (2) und Gebäudeteil (3) veränderbar ist, wobei vorzugsweise
der Schraubenkopf innerhalb der Ausnehmung (8) des Gebäudeteiles (3) an diesem anliegt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß über eine am Tragelement (2) angeordnete vertikale Stellschraube (11) die relative
vertikale Lage zwischen Tragelement (2) und Gebäudestruktur (4) einstellbar ist, wobei
der Schraubenkopf der vertikalen Stellschraube (11) sich am Boden (17) der Aussparung
(16) in der Gebäudestruktur abstützt.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Einstellen der Position des Gebäudeteils (3) in einer der Querplatten
(6) des Tragelementes (2) angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparung (16) in der Gebäudestruktur (4) und/oder die Ausnehmung (8) im Gebäudeteil
(3) verkleidet ist bzw. sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Verkleidung (12, 14) in der Ausnehmung (8) bzw. Aussparung (16) mit Streben
(13, 15) im Gebäudeteil (3) bzw. in der Gebäudestruktur (4) verankert ist.