[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend
Biege- und Ausbalanciervorrichtungen für axial verschiebbare Walzen, wobei beidseitig
im Fenster jedes Walzenständers je ein ortsfester Führungsblock im Höhenbereich der
Walzen-Einbaustücke befestigt ist und die Kraft von Biegezylindern auf die in Achsrichtung
und vertikal verschiebbar geführten Walzeneinbaustücke übertragen wird.
[0002] Eine solche Biegevorrichtung mit Verschiebesystem für Arbeitswalzen ist beispielsweise
durch die EP 0 256 408 A2 bekanntgeworden. Die die Lager für die Arbeitswalzen aufnehmenden
Einbaustücke sind dort über je eine im mittleren Höhenbereich angeordnete Gleitfläche
an einem Führungsabsatz von paarweise angeordneten Druckübertragungskörpern angeordnet,
die sich über je zwei zwischen ihnen angeordnete Biegezylinder in vertikaler Richtung
auseinanderdrücken lassen. Zur Führung der Druckübertragungskörper besitzen die Führungsblöcke
seitliche Führungsstege, die von den Druckübertragungskörpern umgriffen werden. Die
jeweils unteren Druckübertragungskörper sind zur Vergrößerung der Führungslänge zusätzlich
mit einem mittleren Führungsschenkel versehen, der in den Bereich des jeweiligen oberen
Druckübertragungskörpers vorsteht und in eine Führungsnut des Führungsblockes zwischen
den beiden Führungsstegen eingreift. Die oberen Druckübertragungskörper, die eine
Aufnahmeausnehmung für den Führungsschenkel des zugehörigen, unteren Druckübertragungskörpers
bilden, weisen zur weiteren Führung einen gegen den unteren Druckübertragungskörper
vorstehenden, in eine Führungsbuchse des unteren Druckübertragungskörpers ragenden
Führungsbolzen auf.
[0003] Die Biegezylinder dieser bekannten Vorrichtung sind symmetrisch zu den Führungszapfen
so angeordnet, daß die oberen Druckübertragungskörper die Zylinder bilden, während
die Kolbenstangen in Aufnahmeausnehmungen der unteren Druckübertragungskörper abgestützt
sind. Da die Biegezylinder hierbei zwischen den einander zugeordneten Druckübertragungskörpern
vorgesehen sind und sich nicht am ständerfesten Führungsblock abstützen, kann eine
durch die Biegebeaufschlagung der Arbeitswalzen bedingte Biegebeanspruchung der Führungsblöcke
und damit der Walzenständer vermieden werden. Bei dieser sehr kompakten Bauweise sind
somit die Führungsblöcke walzenseitig zur Vertikalführung eines unteren Hubgehäuses
und eines oberen Hubgehäuses in der Form eines U mit abgewinkelten Schenkeln profiliert.
Die Hubgehäuse umgreifen die abgewinkelten Schenkel klauenartig, wobei um die Schenkel
herum die Gleitführungen vorgesehen sind. Die Biegezylinder sind allerdings außerhalb
der Gleitflächen angeordnet, was bei Axialverschiebungen zu hohen Momenten und damit
verstärkter Reibung auf die Gleitflächen führt. Außerdem ist bei diesem Biege- und
Verschiebesystem der Verstellbereich der Axialverschiebung begrenzt und liegt etwa
in der Größenordnung von +/- 50 bis 100 mm. Die gestiegenen höheren Anforderungen
an die Toleranz des Bandes und das Walzen von Sonderwerkstoffen erfordern aber einen
größeren axialen Verstellbereich. Eine Vergrößerung des axialen Verschiebeweges würde
bei dieser bekannten Bauweise aber die Momente noch weiter erhöhen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Biege- und Ausbalanciervorrichtung
mit Axialverschiebung der Walzen zu schaffen, die ohne zusätzliche Reibung auf die
Gleitflächen und ohne Erhöhung der aufzubringenden Momente einen größeren axialen
Verstellbereich bzw. Verschiebeweg ermöglicht.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Biegezylinder am oberen
und unteren Kolbenende mit jeweils größerer Länge als Breite ausgebildet und mit ihrer
längeren Achse in Richtung der Axialverschiebung der Walzen verlaufend angeordnet
sind. Durch dieses unterschiedliche Längen/Breitenverhältnis, wobei eine elliptische
oder ovale Ausbildung bevorzugt wird, läßt sich abhängig von der Bemessung der längeren
Achse ein größerer Stellbereich erreichen, z.B. +/- 100 bis 200 mm, wenn die längere
Achse 100 mm größer als die kleine Achse ist, ohne daß sich dabei die aufzubringenden
Momente wesentlich vergrößern, weil für den Biegekolben bzw. die Biegezylinder auch
bei dem längeren Verschiebeweg stets eine ausreichend große Auflagefläche zur Verfügung
steht. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Biegezylinder der Walzen eines
Duogerüstes bzw. der Arbeitswalzen eines Quartogerüstes werden die Biegekräfte zudem
innerhalb der Gleitebenen aufgebracht, womit eine zusätzliche Reibung auf die Gleitflächen
vermieden wird.
[0006] Nach einem Vorschlag der Erfindung bestehen die Biegezylinder aus zwei ineinander
teleskopierbaren Hülsen, von denen eine Hülse einen Verschiebekolben aufnimmt, der
über eine Pendelstütze mit der anderen Kolbenhülse verbunden ist. Es liegt damit eine
schwimmende Anordnung vor, bei der sich die Kolbenhülse mit der Beaufschlagung der
anderen Hülse, diese stellt in der Einbaulage in der Regel das obere Ende der Biegezylinder
dar, im Führungsblock nach oben oder unten bewegt.
[0007] Eine bevorzugte Ausführung der Erfindung sieht vor, daß die Verschiebekolben-Aufnahmehülse
und die Kolbenhülse in ihrem ineinandergreifenden Mittelabschnitt zylindrisch und
endseitig jeweils elliptisch bzw. oval ausgebildet sind. Das Ineinandergleiten der
Hülsen findet somit im zylindrischen Mittelabschnitt statt, während die endseitig
elliptische bzw. ovale Hülsenausbildung die für den erhöhten axialen Stellbereich
vergrößerte Auflagefläche bereitstellt. Die elliptische bzw. ovale Form läßt sich
fertigungstechnisch einfach herstellen und gut gegen Verunreinigungen, z.B. Zunder,
abdichten.
[0008] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Es zeigen:
- Fig. 1
- von einem weiter nicht dargestellten Walzgerüst als Einzelheit im Längsschnitt durch
einen Walzenständer die darin gelagerten Duo- bzw. Arbeitswalzen mit ihnen in ortsfesten
Führungsblöcken zugeordneten Biegevorrichtungen;
- Fig. 2
- als Einzelheit im Längsschnitt eine der Biegevorrichtungen;
- Fig. 3
- die Biegevorrichtung nach Fig. 2 entlang der dortigen Linie III-III geschnitten;
- Fig. 4
- die Biegevorrichtung nach Fig. 3 in der Draufsicht; und
- Fig. 5
- die Biegevorrichtung nach Fig. 3 entlang der dortigen Linie V-V geschnitten.
[0009] Von einem als solches hinlänglich bekannten Duo- oder Quartowalzgerüst sind in Fig.
1 die in einem Fenster 1 eines Walzenständers 2 mit ihren Einbaustücken 3 gelagerten
Arbeitswalzen 4 bzw. 5 dargestellt. In der Ausführung als Quartowalzgerüst sind den
Walzen 4 bzw. 5 in den Ständerfenstern 1 des Walzgerüstes sowohl oben als auch unten
mit ebenfalls in Einbaustücken gelagerte Stützwalzen (hier nicht gezeigt) zugeordnet.
Die endseitig in den einander gegenüberliegenden Walzenständern gelagerten Walzen
4, 5 lassen sich vertikal im Fenster 1 der beiden einander gegenüberliegenden Walzenständer
2, von denen in Fig. 1 einer gezeigt ist, verstellen, um über diese Vertikalverstellung
den Biegeverlauf der Walzen 4, 5 zu beeinflussen, insbesondere im Zusammenhang mit
einer üblichen axialen Verschiebung der Walzen 4, 5.
[0010] Zur Beeinflussung des Biegeverlaufs sind den Walzen 4, 5 beidseitig im Fenster 1
eines jeden Walzenständers 2 ortsfeste Führungsblöcke 6 im Höhenbereich der Walzeneinbaustücke
3 vorgesehen. Diese sind mit Biegevorrichtungen 7 versehen, von denen in jedem Fenster
zwei und somit insgesamt vier vorhanden sind. Jede Biegevorrichtung 7 weist einen
Biegezylinder 8 auf. Dieser besteht aus einer oberen, über einen verschraubten Deckel
9 oben verschlossen Hülse 10 und einer in der dargestellten Einbaulage unteren, auf-
und abbeweglichen Kolbenhülse 11. An ihren einander zugewandten Seiten besitzen die
Hülsen 10, 11 zylindrische Abschnitte 10a, 11a, die in einem einen Mittelabschnitt
der Biegezylinder 8 bildenden Bereich konzentrisch ineinandergesteckt sind, wobei
die obere Hülse 10a mit ihrem endseitigen zylindrischen Hülsenabschnitt 10a in den
zylindrischen Hülsenabschnitt 11a der Kolbenhülse 11 eintaucht.
[0011] In der oberen Hülse 10 ist ein Verschiebekolben 12 angeordnet, der über eine Pendelstütze
13 mit der unteren Kolbenhülse 11 verbunden ist. Die Pendelstütze 13 ist endseitig
ballig ausgebildet und wirkt mit komplementären, einerseits in dem Verschiebekolben
12 und andererseits in der Kolbenhülse 11 vorgesehenen Druckstücken 14 bzw. 15 zusammen.
Von der Seite des Deckels 9 her führen Druckmittelbohrungen 16 zu einem im Deckel
9 ausgebildeten Anlauf-Druckraum 17, der - mit dem Verstellen des Verschiebekolbens
12, wie in Fig. 1 gezeigt - in einen Druckraum 18 der oberen Hülse bzw. Verschiebekolben-Aufnahmehülse
10 übergeht. Bei Druckbeaufschlagung der Druckräume 17 bzw. 18 der Biegevorrichtungen
7 bewirkt die Bewegung der Verschiebekolben 12 über die Pendelstützen 13 eine Verlagerung
der in den Führungsblöcken 6 schwimmend angeordneten Kolbenhülsen 11, die sich je
nach Grad der Druckbeaufschlagung in ihren zylindrischen Hülsenabschnitten 10a bzw.
11a mehr oder weniger teleskopartig verschieben. In der Fig. 1 ist die Betriebsposition
mit maximaler Druckbeaufschlagung zum Wechseln der Walzen 4, 5 dargestellt. Die beiden
Einbaustücke 3 haben sich hierbei so weit voneinander entfernt, daß zum Walzenausbau
benötigte Distanzbolzen 19 des unteren Einbaustückes 3 aus ihrer im Betrieb eingerasteten
Lage gelöst sind und nach einer Verschiebebewegung zum Tragen des oberen Einbaustückes
3 dienen.
[0012] Die Einbaustücke 3 der Arbeitswalzen 4 bzw. 5 stützen sich über Stützansätze 20 und
zwischengeschaltete Gleitplatten 21, die bei der Axialverstellung der Walzen 4, 5
mittels der nicht gezeigten Axialverstellung das Verschieben der Einbaustücke 3 gegenüber
den Biegevorrichtungen 7 bzw. Biegezylindern 8 erleichtern, an einerseits den Deckeln
9 und andererseits den endseitigen Stirnflächen des Bodens der Kolbenhülsen 11 ab.
[0013] Wie näher den eine Biegevorrichtung 7 im einzelnen zeigenden Fig. 2 bis 5 zu entnehmen
ist, sind die Biegezylinder 8 zur Vergrößerung des Verstellweges für die axiale Walzenverschiebung
an jeweils ihrem oberen und unteren Kolbenende, d.h. in dem Bereich beidseitig der
zentrisch ineinandergreifenden Mittenabschnitte bzw. der zylindrischen Hülsenabschnitte
10a und 11a oval bzw. elliptisch (vgl. die Fig. 4 und 5) ausgebildet. Die Biegezylinder
8 bzw. deren elliptisch, oval oder dergleichen kurvenförmig ausgebildeten Endbereiche
der Verschiebekolben-Aufnahmehülse 10 und der Kolbenhülse 11 sind in der Biegevorrichtung
7 so angeordnet, daß die längere Achse 22 (vgl. Fig. 4) sich in Richtung der Axialverschiebung
der Walzen erstreckt; von den Axialverschiebemitteln, üblich Hydraulikzylinder, sind
in den Fig. 3 und 4 in vereinfachter Weise lediglich die diese Mittel aufnehmenden
Ständer-Anbauteile 23 gezeigt. Der Verschiebeweg für die Walzen 4, 5 erhöht sich um
die Differenz zwischen der längeren Achse 22 und der kürzeren Achse 24 (vgl. Fig.
4); entsprechend diesem Übermaß der längeren Achse 22 steht nämlich für den Biegekolben
eine vergrößerte Auflagefläche bereit.
[0014] Die beim axialen Verschieben der Walzen gleichzeitigen Verschiebungen der Biegezylinder
8 in den Führungsblöcken 6 werden durch die Verschiebekolben-Aufnahmehülse 10 und
die Kolbenhülse 11 umschließenden sowie auch den zylindrischen Hülsenabschnitten 10a
bzw. 11a in den Führungsblöcken 6 zugeordneten Gleitstücken 25, 26 und 27 unterstützt.
Durch die Anordnung der Biegezylinder 8 innerhalb dieser Gleitstücke 25, 26 und 27
werden die Biegekräfte innerhalb dieser Gleitebenen aufgebracht, ohne daß auf diesen
eine zusätzliche Reibung entsteht.
1. Walzgerüst, insbesondere Duo- oder Quartowalzgerüst, umfassend Biegeund Ausbalanciervorrichtungen
(7) für axial verschiebbare Walzen (4, 5), wobei beidseitig im Fenster (1) jedes Walzenständers
(2) je ein ortsfester Führungsblock (6) im Höhenbereich der Walzeneinbaustücke (3)
befestigt ist und die Kraft von Biegezylindern (8) auf die in Achsrichtung und vertikal
verschiebbar geführten Walzeneinbaustücke (3)übertragen wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegezylinder (8) am oberen und unteren Kolbenende mit jeweils größerer Länge
(22) als Breite (24) ausgebildet und mit ihrer längeren Achse (22) in Richtung der
Axialverschiebung der Walzen (4,5) verlaufend angeordnet sind.
2. Biegevorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Biegezylinder (8) aus zwei ineinander teleskopierbaren Hülsen. (10, 11) bestehen,
von denen eine Hülse (10) einen Verschiebekolben (12) aufnimmt, der über eine Pendelstüze
(13) mit der anderen Kolbenhülse (11) verbunden ist.
3. Biegevorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verschiebekolben-Aufnahmehülse (10) und die Kolbenhülse (11) in einem ineinandergreifenden
Mittelabschnitt (10a, 11a) zylindrisch und endseitig jeweils elliptisch bzw. oval
ausgebildet sind.
1. A roll stand, particularly a two-high or four-high roll stand, comprising bending
and balancing devices (7) for axially displaceable rolls (4, 5), wherein a stationary
guide block (6) is respectively mounted on both sides in the window (1) of each roll
stand (2) on the same level as the roll chocks (3), and wherein the force of bending
cylinders (8) is transmitted to the roll chocks (3) that are guided in an axially
and vertically displaceable fashion,
characterized in
that the bending cylinders (8) are respectively realized with a greater length (22) than
width (24) on the upper and lower piston ends and arranged such that their longer
axis (22) extends in the direction of the axial displacement of the rolls (4, 5).
2. The bending device according to Claim 1,
characterized in
that the bending cylinders (8) consists of two telescoping sleeves (10, 11), one sleeve
(10) of which receives a displaceable piston (12) that is connected to the other piston
sleeve (11) by means of a pendulum support (13).
3. The bending device according to Claim 2,
characterized in
that the receptacle sleeve (10) for the displaceable piston and the piston steeve (11)
have a cylindrical shape in an interpenetrating center section (10a, 11a) and are
respectively realized elliptically or oval on their ends.
1. Cage de laminoir, notamment cage duo ou quarto de laminoir, comprenant des dispositifs
de flexion et d'équilibrage (7) pour des cylindres pouvant coulisser axialement (4,
5), un bloc de guidage fixe (6) étant fixé à chaque fois des deux côtés dans la fenêtre
(1) de chaque support de cylindres (2) au niveau des pièces intégrant les cylindres
(3) et la force de cylindres de flexion (8) étant transmise aux pièces intégrant les
cylindres (3) guidées de manière à pouvoir coulisser dans le sens de l'axe et verticalement,
caractérisée en ce que
les cylindres de flexion (8), à l'extrémité supérieure et inférieure des pistons,
sont réalisés respectivement avec une longueur (22) supérieure à la largeur (24) et
sont disposés de manière à s'étendre par leur axe le plus long (22) dans le sens de
coulissement axial des cylindres (4, 5).
2. Dispositif de flexion selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les cylindres de flexion (8) sont composés de deux manchons (10, 11) télescopables
l'un dans l'autre, dont un manchon (10) reçoit un piston de coulissement (12) qui
est raccordé par un support pendulaire (13) à l'autre manchon de piston (11).
3. Dispositif de flexion selon la revendication 2,
caractérisé en ce que
le manchon récepteur de piston coulissant (10) et le manchon de piston (11) sont réalisés
en forme cylindrique dans leur section centrale (10, 11a) s'emboîtant l'une dans l'autre
et respectivement elliptique ou ovale à leur extrémité.