[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Aluminium oder
Aluminium-Legierungen gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0002] Blankes Aluminium überzieht sich an Luft sehr schnell mit einer sehr dünnen Oxidhaut,
die ihm eine höhere Korrosionsbeständigkeit verleiht als nach seinem Normalpotential
von -1,69V zu erwarten wäre. Die Korrosionsbeständigkeit kann durch Verstärken der
natürlichen Oxidhaut nach chemischen oder elektrochemischen Verfahren noch erhöht
werden. Die verstärkte Oxidschicht ist saugfähig, so daß sie sich mit wasserlöslichen
Farbstoffen oder Farbstoffprecursom einfärben läßt. Des weiteren bieten die Oxidoberflächen
für Lackanstriche einen hervorragenden Haftgrund, und die Abriebfestigkeit von Werkstücken
wird durch anodische Oberflächenoxidation erhöht.
[0003] Die Oberflächenoxidation der Alumimium-Oberfläche bzw. der Oberfläche von Aluminium-Legierungen
kann auf chemischem Wege durch Tauchen der Werkstücke in Lösungen schwach angreifender
Agentien oder durch Chromatieren und Phosphatieren erfolgen.
[0004] Im allgemeinen ist jedoch eine anodische Oxidation auf elektrochemischem Weg (Anodisierung,
Eloxal-Verfahren) vorteilhafter, da so dickere Oxid-Überzüge erhalten werden als durch
chemische Behandlung.
[0005] Am häufigsten verwendete Verfahren benutzen als Elektrolyte Schwefelsäure (S)-, Oxalsäure
(X)- oder Chromsäure-Lösungen. Dabei wird beim Chromsäure-Verfahren ausschließlich
Gleichstrom benutzt, während das Schwefelsäure- und das Oxalsäureverfahren sowohl
mit Gleichstrom (GS- bzw. GX-Verfahren) als auch mit Wechselstrom (WS- bzw. WX-Verfahren)
betrieben werden. Es ist auch möglich, ein Gemisch aus Schwefelsäure und Oxalsäure
einzusetzen (GSX-Verfahren). Das ist deswegen von einer gewissen Relevanz, da das
Gemisch bei höheren Badtemperaturen (22 - 24 °C) eingesetzt werden kann als auf reiner
Schwefelsäure basierende Elektrolyte (18 - 22 °C). Die Schichtdicke der Oxidschicht
beträgt bei diesen Verfahren etwa 10 bis 30 µm.
[0006] Bei niedrigen Temperaturen (bis ca. + 10 °C, bevorzugt 2 bis 3 °C), hohen Stromdichten
(bis 2,5 A/dm
2) und im allgemeinen geringen Schwefelsäure-Konzentrationen (bis ca. 10 gew.-%ig),
gegebenenfalls im Gemisch mit Phosphorsäure, werden sehr harte, abriebfeste Oxidschichten
erhalten (Hartanodisierung). Dabei kann eine Schichtdicke der Oxidschicht von >50
µm erreicht werden. Diese durch Hartanodisierung gewonnenen Werkstücke werden insbesondere
für Aluminiumdruckgußteile, z.B. für den Motorenbau verwendet. Es gibt eine maximal
erreichbare Schichtdicke, die beim GS-Verfahren beispielsweise ca. 45 µm beträgt.
Bei dieser maximalen Schichtdicke ist Auflösungsgeschwindigkeit des Aluminiumoxids
gleich seiner Bildungsgeschwindigkeit.
[0007] Daneben gibt es weitere spezielle anodische Oxidationsverfahren, z.B. die Beschichtung
von Aluminium-coils (zur Dosenherstellung), die im allgemeinen durch Durchführen eines
Aluminium-Bandes durch einen Schwefelsäure-Elektrolyten erfolgt. Dabei sind Schichtdicken
von 2 bis 3 µm erwünscht.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung eines gegenüber den
klassischen Verfahren des Standes der Technik schnelleren Anodisierverfahrens für
Aluminium oder Aluminium-Legierungen, welches zudem eine bessere Stromausbeute, das
heißt, auch geringere Energieverluste durch Kühlung bewirken soll. Dieses Verfahren
soll sowohl für eine Anodisierung mittels Tauchen geeignet sein als auch für eine
kontinuierliche Anodisierung, z.B. von Bändern oder Drähten mittels einem elektrolytischen
Durchzugsverfahren. Des weiteren soll das Verfahren bei einer Hartanodisierung die
Erzielung größerer maximaler Schichtdicken ermöglichen, als dies mit den Verfahren
des Standes der Technik, z.B. mit dem GS-Verfahren, möglich ist.
[0009] Diese Aufgabe wird gelöst ausgehend von einem Verfahren zur Oberflächenbehandlung
von Aluminium oder Aluminium-Legierungen durch anodische Oxidation des Aluminiums
oder der Aluminium-Legierungen (Anodisierung) in einem Elektrolyten.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dann dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration
der Alkansulfonsäure und der weiteren Säure 3 bis 30 Gew.-% des Elektrolyten beträgt.
Bevorzugt enthält der Elektrolyt 10 bis 30 Gew.-%, besonders bevorzugt 10 bis 25 Gew.-%
einer Alkansulfonsäure. Daneben kann der Elektrolyt weitere Säuren, insbesondere ausgewählt
aus Schwefelsäure, Phosphorsäure und Oxalsäure, enthalten. In einer bevorzugten Ausführungsform
enthält der Elektrolyt neben einer Alkansulfonsäure Schwefelsäure. In einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform wird ein auf ausschließlich einer Alkansulfonsäure basierender
Elektrolyt eingesetzt.
[0011] Der Einsatz von Alkansulfonsäuren bei der Oberflächenbehandlung von Aluminium oder
Aluminium-Legierungen ist bereits aus dem Stand der Technik bekannt. Diese bekannten
Verfahren betreffen jedoch im wesentlichen den Einsatz von Alkansulfonsäuren bei der
elektrolytischen Metallsalzeinfärbung von Aluminium, worin eine Alkansulfonsäure als
Additiv oder als Basis einer sauren Elektrolytlösung eingesetzt wird, und nicht den
Einsatz von Alkansulfonsäuren bei der anodischen Oxidation (Anodisierung) von Aluminium
oder einer Aluminium-Legierung.
[0012] So betrifft US 4,128,460 ein Verfahren zum Färben von Aluminium oder Aluminium-Legierungen
durch Elektrolyse, umfassend die Anodisierung des Aluminiums oder der Aluminium-Legierungen
mit üblichen Methoden und die anschließende Elektrolyse in einem Bad, das eine aliphatische
Sulfonsäure und ein Metallsalz, insbesondere ein Zinn-, Kupfer-, Blei- oder Silbersalz,
der Sulfonsäure enthält. Gemäß US 4,128,460 wird eine Erhöhung der Stabilität des
Elektrolysebads durch eine erhöhte Oxidationsstabilität der eingesetzten Metallsalze
und eine einheitliche Einfärbung der Oberfläche des Aluminiums oder der Aluminium-Legierungen
erreicht.
[0013] Auch die brasilianischen Anmeldungen BR 91001174, BR 9501255-9 und BR9501280-0 betreffen
Verfahren zur Elektrotauchfärbung von eloxiertem Aluminium bei Einsatz von Elektrolyten
und Metallsalzen, die sich hauptsächlich aus reiner Methansulfonsäure, Methansulfonaten
des Zinns oder Kupfers oder Methansulfonaten des Nickels, Bleis oder anderen Salzen
zusammensetzen. Gemäß dieser Anmeldungen werden so eine Erhöhung der spezifischen
elektrischen Leitfähigkeit der Lösung, Reduzierung der Zeit für die Färbung auf einfache
Weise und mit zuverlässiger Kontrolle, Reproduzierbarkeit derselben Farbtöne und niedrige
Betriebskosten erzielt.
[0014] Lediglich in BR 9501255-9 sind spezielle Reaktionsbedingungen für eine Anodisierung
der Oberfläche von Aluminium offenbart, wobei der Einsatz von Methansulfonsäure als
Additiv in einem auf Schwefelsäure basierenden Elektrolyten erwähnt wird. Methansulfonsäure
wird darin in einer Menge von 10 Gew.-Teilen im Verhältnis zur Schwefelsäure, d.h.
weniger als 2 Gew.-% des Elektrolyten, eingesetzt. Ein weiterer Hinweis auf den Einsatz
von Alkansulfonsäuren im Anodisierschritt oder Vorteile eines solchen Einsatzes sind
in BR 9501255-9 nicht offenbart.
[0015] Gemäß JP 57 126 993 wird der alkansulfonsäure-haltige Elektrolyt beim Färbeschritt
eingesetzt. Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde gefunden, daß bei einem Einsatz
von Alkansulfonsäuren als Basis des im Anodisierschritt eingesetzten Elektrolyten
eine schnellere Anodisierung erfolgt als mit den Methoden des Standes der Technik.
Das ist auch im Hinblick auf ein anschließendes elektrolytisches Färben der anodisierten
Oberfläche entscheidend, da bei einem solchen zweistufigen Verfahren, umfassend eine
Anodisierung und anschließende Färbung der anodisierten Oberfläche, die Anodisierung
der geschwindigkeitsbestimmende Schritt ist. Sie ist, je nach Färbung der Oberfläche,
5- bis 50-mal langsamer als die anschließende Färbung. Durch eine Erhöhung der Geschwindigkeit
des Anodisierschritts wird somit eine ökonomischere Durchführung des Verfahrens erreicht,
da so höhere Durchsätze pro Zeiteinheit erzielt werden können.
[0016] Die Elektrolysezeit zur Erreichung einer für einen anschließenden Färbeschritt optimalen
Aluminiumoxid-Schichtdicke von im allgemeinen 10 bis 30 µm, bevorzugt von 15 bis 25
µm beträgt im allgemeinen 5 bis 40 Minuten, bevorzugt 10 bis 30 Minuten, wobei die
genaue Zeit unter anderem von der Stromdichte abhängig ist.
[0017] Des weiteren wirken Alkansulfonsäuren wesentlich weniger korrosiv auf die bei der
Anodisierung gebildete Aluminiumoxid-Schicht als z.B. die üblicherweise eingesetzte
Schwefelsäure. Somit ist es möglich, mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, insbesondere
bei einer Hartanodisierung, größere Schichtdicken in kürzerer Zeit zu erzielen als
mit den Verfahren des Standes der Technik.
[0018] Ein weiterer großer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist der deutlich geringere
Energieverbrauch während des Anodisierens, da sich bei gleicher Stromstärke eine im
Vergleich zum reinen Schwefelsäureelektrolyten deutlich geringere Spannung einstellt.
Dies hat auch zur Folge, daß die notwendige Energie zum Kühlen des Anodisierbades
deutlich geringer ist.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist sowohl für eine Anodisierung von Aluminium oder
Aluminium-Legierungen mit dem Elektrotauchverfahren geeignet als auch für eine kontinuierliche
Anodisierung, beispielsweise von Bändern, Rohren oder Drähten, mittels einem elektrolytischen
Durchzugsverfahren, z.B. zur Herstellung von Aluminiumblech für die Dosenherstellung.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren kann sowohl mit Gleichstrom als auch mit Wechselstrom
betrieben werden, bevorzugt wird das Verfahren mit Gleichstrom betrieben.
[0021] Neben der Alkansulfonsäure kann der Elektrolyt weitere Säuren enthalten, beispielsweise
Schwefelsäure, Phosphorsäure oder Oxalsäure. In einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält der Elektrolyt entweder als einzige Säure
eine Alkansulfonsäure oder ein Gemisch aus Schwefelsäure und Alkansulfonsäure. Jeden
falls muß der Elektrolyt 20 bis 100 Gew.-Teile einer Alkansulfonsäure und 80 bis 0
Gew.-Teile einer weiteren Säure ausgewählt aus Schwefelsäure, Phosphorsäure oder Oxalsäure,
wobei die Summe aus Alkansulfonsäure und Schwefelsäure, Phosphorsäure oder Oxalsäure
100 Gew.-Teile beträgt und eine Konzentration von 3 bis 30 Gew.-% des Elektrolyten
ausmacht enthalten. Besonders bevorzugt enthält der Elektrolyt 20 bis 90 Gew.-Teile
einer Alkansulfonsäure und 80 bis 10 Gew.-Teile Schwefelsäure. Der Einsatz von Alkansulfonsäure
als einzige Säure im Elektrolyten ist jedoch ebenfalls möglich.
[0022] Unter Alkansulfonsäuren im Sinne der vorliegenden Erfindung sind aliphatische Sulfonsäuren
zu verstehen. Diese können an ihrem aliphatischen Rest gegebenenfalls mit funktionellen
Gruppen oder Heteroatomen, z.B. Hydroxygruppen, substituiert sein. Bevorzugt werden
Alkansulfonsäuren der allgemeinen Formeln
R-SO
3H oder HO-R'-SO
3H
eingesetzt.
[0023] Darin ist R ein Kohlenwasserstoffrest, der verzweigt oder unverzweigt sein kann,
mit 1 bis 12 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, besonders
bevorzugt ein unverzweigter Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, ganz
besonders bevorzugt mit 1 Kohlenstoffatom, also Methansulfonsäure.
[0024] R' ist ein Kohlenwasserstoffrest, der verzweigt oder unverzweigt sein kann, mit 2
bis 12 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, besonders bevorzugt
ein unverzweigter Kohlenwasserstoffrest mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen, wobei die Hydroxygruppe
und die Sulfonsäuregruppe an beliebige Kohlenstoffatome gebunden sein können, mit
der Einschränkung, daß sie nicht an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden sind.
[0025] Ganz besonders bevorzugt wird Methansulfonsäure erfindungsgemäß als Alkansulfonsäure
eingesetzt.
[0026] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können Aluminium und Aluminium-Legierungen anodisch
oxidiert werden. Besonders geeignete Aluminium-Legierungen sind Legierungen des Aluminiums
mit Silizium, Mangan, Zink, Kupfer und/oder Magnesium. Dabei können Silizium, Mangan,
Zink, Kupfer und/oder Magnesium zu einem Anteil von 15 Gew.-% (Si), 4 Gew.-% (Mn),
5 Gew.-% (Zn), 5 Gew.-% (Cu) bzw. 5 Gew.-% (Mg) in der Legierung enthalten sein, wobei
auch Gußlegierungen umfaßt sind.
[0027] Bei einigen Aluminium-Werkstoffen zeigt sich bei Verwendung von alkansulfonsäurehaltigen
Elektrolyten eine Neigung zu Lochfraßkorrosion. In solchen Fällen ist ein kurzer Voranodisierschritt
in schwefelsauren Elektrolyten vorteilhaft. Bei der anschließenden Anodisierung in
einem alkansulfonsauren Elektrolyten schützt die dann schon gebildete Aluminiumoxid-Haut
das Werkstück vor einem korrosiven Angriff. Im allgemeinen wird dieser Voranodisierschritt
für eine Zeit von 3s bis 5 min., bevorzugt für 1 min. bis 3 min. durchgeführt.
[0028] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach ein Verfahren, in
welchem die anodische Oxidation zweistufig durchgeführt wird, umfassend:
- Voranodisierung des Aluminiums oder der Aluminium-Legierung in einem Elektrolyten,
enthaltend Schwefelsäure als einzige Säure oder ein Gemisch aus Schwefelsäure und
Oxalsäure;
- Oxidation in einem erfindungsgemäßen Elektrolyten enthaltend eine Alkansulfonsäure.
[0029] Die Verfahrensbedingungen der Voranodisierung entsprechen bevorzugt den Bedingungen
der klassischen, aus dem Stand der Technik bekannten, GS- (Gleichstrom-Schwefelsäure)
oder auch GSX (Gleichstrm-Schwefelsäure-Oxalsäure)-Elektrolyse.
[0030] Die anodische Oxidation (Anodisierung) wird bevorzugt bei Temperaturen von 0 bis
30°C durchgeführt. Wenn zu hohe Temperaturen angewandt werden, tritt eine unregelmäßige
Abscheidung der Oxidschicht auf, die unerwünscht ist.
[0031] Im allgemeinen wird die Hartanodisierung, bei der dicke Oxidschichten mit geringer
Porosität und somit eine hohe Härte und ein großer Schutz der Aluminium-Oberfläche
erwünscht sind, bei tiefen Temperaturen von im allgemeinen 0 bis 5 °C, bevorzugt 0
bis 3 °C durchgeführt. Aufgrund der im Vergleich zu reiner Schwefelsäure weniger korrosiven
Eigenschaft der Alkansulfonsäuren gegenüber Aluminiumoxid sind große Schichtdicken
der Oxidschicht mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens von >30 µm, bevorzugt von
40 bis 100 µm, besonders bevorzugt von 50 bis 80 µm in kürzeren Zeiten möglich als
bei Einsatz von reiner Schwefelsäure als Basis des Elektrolyten. Diese durch Hartanodisierung
erhaltenen Aluminiumoxid-Oberflächen werden im allgemeinen nicht für einen nachfolgenden
Färbeschritt der Oberfläche eingesetzt.
[0032] Die erfindungsgemäße Anodisierung zur Gewinnung einer porösen Aluminiumoxid-Oberfläche,
die besonders gut für eine anschließende Färbung der Oberfläche geeignet ist, wird
im allgemeinen bei Temperaturen von 17 bis 30 °C, bevorzugt bei 18 bis 28 °C durchgeführt.
Das erfindungs gemäße Verfahren zeichnet sich gegenüber den Verfahren des Standes
der Technik dadurch aus, daß es bei einer höheren Temperatur durchgeführt werden kann
als die Verfahren des Standes der Technik. Üblicherweise werden bereits bei Temperaturen
oberhalb von ca. 24 °C unbrauchbare, ungleichmäßige OxidSchichten erhalten, während
das erfindungsgemäße Verfahren eine Durchführung bei Temperaturen bis 30 °C ermöglicht.
Durch die Möglichkeit, das Verfahren bei erhöhten Temperaturen durchführen zu können,
werden Energiekosten eingespart. Im allgemeinen ist eine Kühlung der Elektrolytlösung
während der Anodisierung notwendig, da die Anodisierung exotherm ist. Mit dieser Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens bei Temperaturen von im allgemeinen 17 bis 30 °C
werden, in Abhängigkeit von der Stromdichte und der Elektrolysezeit, Schichtdicken
von 5 bis 40 µm, bevorzugt von 10 bis 30 µm erreicht.
[0033] Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Aluminiumoxid-Oberflächen erhalten,
die optimal für eine nachfolgende Färbung geeignet sind, so daß gleichmäßig gefärbte
Aluminiumoxid-Schichten erhalten werden können.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren wird im allgemeinen bei einer Stromdichte von 0,5
bis 5 A/dm
2, bevorzugt 0,5 bis 3 A/dm
2, besonders bevorzugt von 1 bis 2,5-A/dm
2 durchgeführt. Die Spannung beträgt im allgemeinen 1 bis 30 V, bevorzugt 2 bis 20
V.
[0035] Neben der erfindungsgemäß eingesetzten Alkansulfonsäure oder einem Gemisch aus Alkansulfonsäure
und Schwefelsäure enthält der Elektrolyt im allgemeinen Wasser und, falls erforderlich,
weitere Zusätze wie Aluminiumsulfat.
[0036] Als Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind im allgemeinen
alle bekannten Vorrichtungen geeignet, die zur Elektrotauchung oder zur kontinuierlichen
anodischen Oxidation von Aluminium oder Aluminium-Legierungen, z.B. mittels einem
elektrolytischen Durchzugsverfahren, geeignet sind. Besonders bevorzugt werden Vorrichtungen
aus Metallen, die gegen Alkansulfonsäuren beständig sind, oder Vorrichtungen, die
mit Kunststoff, z.B. Polyethylen oder Polypropylen, ausgekleidet sind, eingesetzt.
[0037] Details des beanspruchten Verfahrens sind den nachstehenden Erörterungen zu entnehmen.
Schritt a)
[0038] Die Vorbehandlung des Aluminiums oder der Aluminium-Legierungen ist ein entscheidender
Schritt, da sie die optische Qualität des Endproduktes bestimmt. Da die beim Anodisieren
erzeugte Oxidschicht transparent ist und diese Transparenz auch beim Färbeprozeß in
Schritt c) erhalten bleibt, bleibt jeder Oberflächenfehler des metallischen Werkstückes
bis zum Fertigteil sichtbar.
[0039] Im allgemeinen erfolgt die Vorbehandlung nach üblichen Verfahren wie mechanischem
und/oder Elektropolieren, Entwachsen mit neutralen Tensiden oder organischen Lösungsmitteln,
Glänzen oder Beizen. Anschließend wird im allgemeinen mit Wasser gespült.
[0040] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden in Schritt
a) auch alkansulfonsäurehaltige Lösungen (z.B. beim Glänzen und Elektropolieren) eingesetzt.
Bevorzugt eingesetzte Alkansulfonsäuren wurden bereits vorstehend für einen Einsatz
im Anodisierschritt (Schritt b)) erwähnt. Besonders bevorzugt wird Methansulfonsäure
eingesetzt.
Schritt b)
[0041] Schritt b) betrifft das erfindungsgemäße Anodisierverfahren, das sich an die Vorbehandlung
des Aluminiums oder der Aluminium-Legierung anschließt. Dieses erfindungsgemäße Verfahren
wurde vorstehend bereits ausführlich erläutert.
Schritt c)
[0042] Das Färben der Aluminiumoxid-Schicht geschieht durch die Aufnahme von organischen
oder anorganischen Farbstoffen in die kapillarförmig ausgebildeten Poren der durch
die Anodisierung in Schritt b) erhaltenen Oxid-Schicht
[0043] Gemäß der vorliegenden Erfindung können in Schritt c) im allgemeinen alle nach dem
Stand der Technik bekannten Verfahren zur Einfärbung von anodisiertem Aluminium eingesetzt
werden. Dabei unterscheidet man üblicherweise die chemische und die elektrolytische
Einfärbung.
[0044] Bei der chemischen Einfärbung wird anodisiertes Aluminium oder Aluminium-Legierung
in wäßriger Phase mit geeigneten organischen oder anorganischen Verbindungen ohne
Einwirkung von Strom eingefärbt. Organische Farbstoffe (Eloxalfarbstoffe, z.B. Farbstoffe
aus der Alizarin-Reihe oder Indigo-Farbstoffe) haben dabei oftmals den Nachteil mangelnder
Lichtechtheit. Anorganische Farbstoffe können bei einer chemischen Einfärbung durch
Fällungsreaktionen oder durch Hydrolyse von Schwermetallsalzen in den Poren abgeschieden
werden. Die dabei ablaufenden Prozesse sind jedoch schwer zu steuern, und es resultieren
daher häufig Probleme mit der Reproduzierbarkeit, das heißt mit dem Erhalten gleicher
Farbnuancen. Daher haben sich seit Längerem immer mehr die elektrolytischen Verfahren
zum Einfärben von Aluminiumoxid-Schichten durchgesetzt.
[0045] Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt daher bevorzugt durch ein elektrolytisches
Verfahren in einem metallsalzhaltigen Elektrolyten.
[0046] Die nach Schritt b) des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen Aluminiumoxid-Schichten
werden, mittels Gleich- oder Wechselstrom, bevorzugt mittels Wechselstrom, in einem
metallsalzhaltigen Elektrolyten gefärbt. Dabei wird aus der Metallsalzlösung Metall
am Porengrund der Oxidschicht abgeschieden. Durch die Anwendung von Salzen verschiedener
Metalle und durch verschiedene Arbeitsbedingungen entstehen unterschiedliche Färbungen.
Die erzielten Färbungen sind sehr lichtecht.
[0047] Geeignete Metallsalze sind im allgemeinen Salze ausgewählt aus Zinn, Kupfer, Silber,
Kobalt, Nickel, Wismut, Chrom, Palladium und Blei oder Gemische zweier oder mehrerer
dieser Metallsalze. Bevorzugt werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren Zinn-, Kupfer-
oder Silbersalze oder Gemische davon eingesetzt.
[0048] Im allgemeinen werden die Sulfate der genannten Metalle eingesetzt, und es werden
Elektrolytlösungen auf der Basis von Schwefelsäure eingesetzt. Dem Elektrolyten können
zusätzlich Additive zugesetzt werden, zur Verbesserung der Streuung und Verringerung
der Oxidation der eingesetzten Metallionen, z.B. der Oxidation von Zinn(II) zu unlöslichem
Zinn(IV).
[0049] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens enthält
der Elektrolyt 20 bis 100 Gew.-Teile einer Alkansulfonsäure und 80 bis 0 Gew.-Teile
Schwefelsäure, wobei die Summe aus Alkansulfonsäure und Schwefelsäure 100 Gew.-Teile
beträgt und eine Konzentration von 0,1 bis 20 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 15 Gew.-%
des Elektrolyten ausmacht. Ganz besonders bevorzugt enthält der Elektrolyt 100 Gew.-Teile
einer Alkansulfonsäure.
[0050] Für das Verfahren gemäß Schritt c) geeignete Alkansulfonsäuren wurden bereits vorstehend
für den Einsatz in der Anodisierung (Schritt b)) offenbart. Besonders bevorzugt ist
Methansulfonsäure.
[0051] Im Vergleich zu rein schwefelsauren Elektrolyten weisen Elektrolyte auf der Basis
von Alkansulfonsäuren eine höhere elektrische Leitfähigkeit auf, bewirken eine schnellere
Einfärbung, zeigen eine verringerte Oxidationswirkung, wodurch das Ausfallen von z.B.
Zinn(IV)-Salzen aus einem Zinn(II)-Salz-haltigen Elektrolyten verhindert wird und
der Zusatz von Additiven wie der umweltschädlichen Phenol- oder Toluolsulfonsäure
nicht erforderlich ist.
[0052] Die Metallsalze werden im allgemeinen in einer Konzentration von 0,1 bis 50 g/l,
bevorzugt von 0,5 bis 20 g/l, besonders bevorzugt von 0,2 bis 10 g/l, bezogen auf
das eingesetzte Metall, im Elektrolyten eingesetzt.
[0053] Neben der entsprechenden Säure, bevorzugt Schwefelsäure oder einer Alkansulfonsäure
oder einem Gemisch der beiden Säuren, und dem eingesetzten Metallsalz bzw. einem Gemisch
mehrerer Metallsalze, enthält der Elektrolyt im allgemeinen Wasser und, falls erforderlich,
weitere Additive wie Streuverbesserer. Insbesondere bei einem Einsatz von alkansulfonsäurehaltigen
Elektrolyten ist der Zusatz von Additiven jedoch im allgemeinen nicht erforderlich.
[0054] Im allgemeinen beträgt die Elektrolysezeit in Schritt c) 0,1 bis 10 Minuten, bevorzugt
0,5 bis 8 Minuten, besonders bevorzugt 0,5 bis 5 Minuten, wobei die Elektrolysezeit
von den eingesetzten Metallsalzen und der gewünschten Farbtiefe abhängt.
[0055] Üblicherweise wird die elektrolytische Färbung in Schritt c) bei Wechselstrom durchgeführt.
Die Stromdichte beträgt im allgemeinen 0,1 bis 2 A/dm
2, bevorzugt 0,2 bis 1 A/dm
2. Die Spannung beträgt im allgemeinen 3 bis 30 V, bevorzugt 5 bis 20 V.
[0056] Es können alle für die elektrolytische Einfärbung von Aluminiumoxid-Schichten geeigneten
Vorrichtungen verwendet werden.
[0057] Als Elektroden sind die üblicherweise in einem Verfahren zur elektrolytischen Einfärbung
von Aluminiumoxid-Schichten geeigneten Elektroden wie Edelstahl-, oder Graphit-Elektroden
geeignet. Es kann auch eine Elektrode aus dem abzuscheidenden Metall, z.B. Zinn, Silber
oder Kupfer, eingesetzt werden.
[0058] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
eine Goldfärbung der oxidierten Oberfläche des Aluminiums oder der Aluminium-Legierungen
in einem Elektrolyten enthaltend Silbersalze, gegebenenfalls im Gemisch mit Zinn-
und/oder Kupfersalzen erzielt. Solche goldgefärbten Aluminium-Wekstücke sind von besonderem
Interesse zur Herstellung dekorativer Objekte, da die Nachfrage nach goldfarbigen
Objekten aus Aluminium groß ist.
[0059] Bevorzugt werden diese goldfarbenen Aluminiumoxid-Oberflächen erhalten, indem das
Färben in Schritt c) bei einer Konzentration eines Alkylsulfonats des Silbers, gerechnet
als Ag
+, von 2 bis 50 g/l, bevorzugt von 3 bis 20 g/l und einem Produkt aus Stromdichte und
Spannung von 0,5 bis 10 AV/dm
2, bevorzugt von 1 bis 5 AV/dm
2 über einen Zeitraum von im allgemeinen 0,05 bis 4 Minuten, bevorzugt 0,3 bis 3 Minuten,
durchgeführt wird. Eine genaue Beschreibung zur Herstellung von goldfarbenen Aluminiumoxid-Schichten
ist der gleichzeitig eingereichten Anmeldung DE-A .... mit dem Titel " Verfahren zur
Herstellung von goldfarbenen Oberflächen von Aluminium oder Aluminium-Legierungen
mittels silberhaltigen Formulierungen" zu entnehmen.
Schritt d)
[0060] Die Nachbehandlung des im Anschluß an Schritt b) oder gegebenenfalls c) erhaltenen
Werkstücks gliedert sich in 2 Schritte:
d1) Spülen
[0061] Um Badreste aus den Poren der Oxidschicht zu entfernen, werden die Werkstücke im
allgemeinen mit Wasser, insbesondere mit fließendem Wasser gespült. Dieser Spülschritt
schließt sich sowohl an Schritt b) als auch an Schritt c), wenn dieser durchgeführt
wird, an.
d2) Nachdichten (Sealing)
[0062] Die Poren der erzeugten Oxidschicht werden im allgemeinen im Anschluß an Schritt
b), falls Schritt c) nicht durchgeführt wird, oder im Anschluß an Schritt c), falls
dieser durchgeführt wird, abgedichtet (Sealing), um einen guten Korrosionsschutz zu
erhalten. Dieses Nachdichten kann durch ca. 30- bis 60-minütiges Tauchen der Werkstücke
in kochendes, destilliertes Wasser erreicht werden. Die Oxidschicht quillt dabei,
wodurch die Poren geschlossen werden. Das Wasser kann auch Zusätze enthalten. In einer
besonderen Ausführungsform werden die Werkstücke statt in siedendem Wasser in gespanntem
Wasserdampf von 4 bis 6 bar nachbehandelt.
[0063] Es sind weitere Verfahren zum Nachdichten möglich, beispielsweise durch Tauchen der
Werkstücke in eine Lösung von leicht hydrolysierbaren Salzen, wobei die Poren durch
schwerlösliche Metallsalze verstopft werden, oder in Chromat-Lösungen, was vorwiegend
für silizium- und schwermetallreiche Legierungen angewandt wird. Auch eine Behandlung
in verdünnten Wasserglas-Lösungen führt zu einer Abdichtung der Poren, wenn die Kieselsäure
durch nachträgliches Tauchen in Natriumacetat-Lösung ausgefällt wird. Des weiteren
ist eine Abdichtung der Poren durch unlösliche Metallsilikate oder durch organische,
wasserabstoßende Stoffe wie Wachse, Harze, Öle, Paraffine, Lacke und Kunststoffe möglich.
[0064] Bevorzugt erfolgt das Nachdichten jedoch mittels Wasser bzw. Wasserdampf
e) Rückgewinnung der eingesetzten Alkansulfonsäure und/oder ihrer Salze
[0065] Um Kosten zu sparen und aus ökologischen Gründen, können die eingesetzte Alkansulfonsäure
und/oder ihre Salze zurückgewonnen werden. Diese Rückgewinnung kann sich an jeden
Schritt, in dem eine Alkansulfonsäure eingesetzt werden kann, anschließen oder parallel
zu diesen Schritten durchgeführt werden. Eine Rückgewinnung ist beispielsweise gemeinsam
mit dem sich an Schritt b) und, falls dieser durchgeführt wird, Schritt c) anschließenden
Spülschritt (d1)) möglich. Eine solche Rückgewinnung kann z.B. mittels elektrolytischer
Membranzellen, durch Kaskadenspülung, oder durch einfache Aufkonzentration z.B. der
Spüllösungen erfolgen.
[0066] Ein weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung einer Alkansulfonsäure
in einem Verfahren zur anodischen Oxidation von Aluminium oder Aluminium-Legierungen
(Anodisierung) zur Erhöhung der Geschwindigkeit der anodischen Oxidation. Dadurch
ist es möglich, eine schnellere Aluminiumoxidabscheidung zu erreichen als mit den
Verfahren des Standes der Technik. Des weiteren können bei einer Hartanodisierung
durch die Verwendung von Alkansulfonsäuren als Basis des Elektrolyten in kürzerer
Zeit dickere Schichten erhalten werden als bei der Verwendung von reiner Schwefelsäure
als Elektrolytbasis. Des weiteren ist der Energieverbrauch deutlich geringer, da sich
eine niedrigere Spannung einstellt und weniger gekühlt werden muß.
[0067] Die erfindungsgemäß hergestellten Werkstücke auf der Basis von Aluminium oder Aluminium-Legierungen
können beispielsweise im Bauwesen, insbesondere zur Herstellung von Fensterprofilen
oder Fassadenbauteilen, im Auto- oder Flugzeugbau, sowohl zur Herstellung von Karosserieteilen
als auch zur Herstellung von Aluminium-Druckgußteilen, z.B. im Motorenbau, und im
Verpackungswesen, insbesondere zur Herstellung von Dosen, beispielsweise durch ein
kontinuierliches elektrolytisches Durchzugsverfahren, z.B. kontinuierliche Bandanodisation,
verwendet werden.
[0068] Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Erfindung zusätzlich.
Beispiele
Beispiel 1
[0069] Es wurden Anodisierelektrolyte angesetzt, die jeweils 18 Gew.-% einer Säure oder
eines Säuregemisches und 8 g/l Aluminium enthielten. Die Elektrolyte wurden zur Anodisierung
von Reinaluminium-Blechen, die jeweils 2 Minuten im klassischen GS-Verfahren voranodisiert
wurden, eingesetzt, wobei jeweils bei einer Stromstärke von 1,2 A/dm
2 30 min lang anodisiert wurde. Das Anodisierbad wurde dabei jeweils auf 20°C thermostatisiert.
An den anodisierten Werkstücken wurde die Aluminiumoxid-Schichtdicke, die Porosität
bzw. Mikrostruktur der Oberfläche und die Mikrohärte bestimmt. In der folgenden Tabelle
1 sind die erhaltenen Schichtdicken der Oxidschicht in Abhängigkeit vom eingesetzten
Elektrolyten und die Anodisierspannung sowie eine gegebenenfalls notwendige Kühlung
angegeben:

Beispiel 2
[0070] Analog zu Beispiel 1, es wurde jedoch bei 2°C und einer Elektrolysedauer von 40 min
elektrolysiert.
[0071] Die Schichten zeigten durchweg eine deutlich geringere Porosität und eine erhöhte
Härte im Vergleich zu Beispiel 1. Die in MSA (Methansulfonsäure) anodiserten Bleche
wiesen im Vergleich zu den in H
2SO
4 anodisierten Blechen eine um 20% erhöhte Schichtdicke und um etwa 10% erhöhte Härte
auf.
Beispiel 3
[0072] Analog zu Beispiel 1, es wurde jedoch bei 28°C elektrolysiert.
[0073] Die Schichten zeigten durchweg eine deutlich erhöhte Porosität und eine verringerte
Härte, wobei die Porosität der Bleche 3 und 4 (erfindungsgemäß, die Säure im Elektrolyten
entspricht den in Tabelle 1 unter Nr. 3 bzw. 4 angegebenen Zusammensetzungen) geringer
ist als die der anderen.
[0074] Mit allen Blechen wurden Einfärbeversuche in einem silbermethansulfonsäurehaltigen
Elektrolyten durchgeführt. Nur im Fall der Bleche 3 und 4 (erfindungsgemäße Versuche)
wurden qualitativ hochwertige Goldeinfärbungen erzielt Bei Blech 2 wurden noch relativ
gute Goldfärbungen erzielt.
Einfärbung
[0075] Ein Färbeelektrolyt wurde angesetzt aus 19g/l Ag-MSA (MSA = Methansulfonsäure) (lOg/1
Ag
+) und 57g/l Methansulfonsäure. Bei Stromdichte von 0,2 A/dm
2 und einer Spannung von ca. 8 V wurden die gemäß Nr. 3 und 4 in Tabelle 1 anodisierten
Bleche unterschiedlich lange eingefärbt. Für beide Bleche wurden die in der folgenden
Tabelle 2 aufgeführten Färbungen erhalten:
